DD290592A5 - Verfahren zur absorption von ammoniak aus abluft - Google Patents

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DD290592A5
DD290592A5 DD33619289A DD33619289A DD290592A5 DD 290592 A5 DD290592 A5 DD 290592A5 DD 33619289 A DD33619289 A DD 33619289A DD 33619289 A DD33619289 A DD 33619289A DD 290592 A5 DD290592 A5 DD 290592A5
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DD
German Democratic Republic
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absorption
exhaust air
stable
air
ammonia
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DD33619289A
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Inventor
Siegfried Meinel
Werner Wondraczek
Horst Schilling
Juergen Knoch
Matthias Pilz
Original Assignee
Zge Sma Hebrndorf,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Absorption von Ammoniak aus Abluft, vorzugsweise Stallabluft industrieller Tierhaltungsanlagen. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dasz saure ammoniumbisulfithaltige Guelle, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung anfaellt, als Absorptionsmittel zur NH3-Absorption verwendet wird und dasz die Absorption im p H-Bereich von p H 3,5 bis p H 6,5 erfolgt. Zur Endreinigung und gleichzeitigen Desinfektion der vorgereinigten Abluft wird eine zweite Absorptionsstufe nachgeschaltet, die ebenfalls im sauren p H-Bereich mit verduennter Ameisensaeure als Absorptionsmittel arbeitet. Die auf diese Weise gereinigte warme Stallabluft kann zwecks Energierueckgewinnung mit Frischluft vermischt zur Stallbelueftung wieder verwendet werden.{Rauchgasentschwefelung; NH3-Absorption; Guelle; Endreinigung; Desinfektion; Stallabluft; Energierueckgewinnung; Stallbelueftung}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Absorption von Ammoniak aus NH3-haltiger Abluft, wie sie vorrangig in der industricl'rn Tierhaltung anfällt.
Das Verfahren kann zum Beispiel in Großmastanlagen angewandt werden, wo Gülle anfällt und gleichzeitig eine NHj-haltige Stallabluft durch Eiweißzersetzung entsteh». '
Charakteristik des bekannten Standes der Technik ' Es ist bekannt, NH3-haltige Abgase mit Wasser und anderen Absorptionsmedien in den verschiedenartigsten Absorptionsvorrichtungen zu absorbieren, um damit die für den Umweltschutz geforderten Endreinheiten der Abluft zu
erreichen.
So wird in der Patentanmeldung ein Absorptionsverfahren beschrieben, bei dem NH}-haltige Abluft mit Wasser absorbiert wird,
wobei durch den CO2-Gehalt in der Abluft eine Ammoniumcarbonat· bzw. -bicarbonathaltige Lösung entsteht.
Weiterhin ist bekannt, die durch Eiweißzersetzung der Gülle entstehenden Ammoniumverbindungen bzw. freies NH3 durch Rauchgasentschwefelung vorzugsweise zu Ammoniumbisulfit umzusetzen, was die Verwertbarkeit der Gülle nicht
beeinträchtigt. Nachteilig bei diesem Verfahren ist, daß Wasser als Absorptioi.smittel keine Desinfektionswirkung besitzt und außerdem der Absorptionsgrad noch nicht in vollem Umfang befriedigt.
In der DD-WP 248856 wird ein Verfahren zur kombinierten Rauchgas- und Stalluftreinigung beschrieben, bei dem mindestens
ein Naßabscheider die Stalluft von basischen Bestandteilen reinigt und in einer weiteren NaI? -^scheidung eine Entschwefelung von Rauchgasen erfolgt. Beide Naßreinigungen sind durch einen gemeinsamen sogenanntere Trübekreislauf verbunden. Dieses
Verfahren hat jedoch den Nachteil der Rückkoppelung und der damit verbundenen Schwierigkeiten einer stabilen und
störungsfreien Prozeßführung sowie des Gas- und Absorptionsmitteltransportes. Außerdem entsteht neben Gülle ein zusätzliches Abprodukt.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, NH3-haltige Abgase, wie sie zürn Beispiel bei der industriellen Tierhaltung entstehen, mit technisch einfachen Mitteln und geringem ökonomischen Aufwand zu reinigen.
Darstellung df s Wesens der Erfindung
Der E. findung liegt die Aufgabe zugrunde, die NH3-haltige Abluft, zum Beispiel von industi itilen Tierhaltungsanlagen mit einem geeigneten Absorptionsmittel so zu reinigen, daß keine zusätzlichen Abfallprodukte entstehen und gleichzeitig eine optimale Wärmerückgewinnung aus der Stallabluft ermöglicht wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß ammoniakhaltige Abluft mit saurer ammoniumbisulfithaltiger Gülle, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung anfällt, im pH-Bereich von pH 3,5 bis pH 6,5 gewaschen wird, wobei sich Ammoniak mit Ammoniumbisulfit der Gülle in Ammoniumsulfit und durch Oxydation teilweise in Ammoniumsulfat umsetzt. Bei der Absorption von NH3 aus NHj-haltiger Stallabluft mit einerammoniumbisulfithaltigen Gülle mit einem minimalen pH-Wert von pH 3,5, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung als Abprodukt entsteht, laufen folgende Hauptreaktionon ab:
NHSHSO3 + NH3 —> (NHJ2SO3 (NH4)j SO3 + γ O2 —> (NH4J2 SO4
Das NH4HSO3 der Gülle reagiort bei der Absorption mit dem NH3 der Abluft zu (NH4I2 SC3 und letzteres setzt sich zumindest teilweise in (NH4)] SO4 um, welches eine höherwertige Düngemittelkomponente darstellt als das saure Ammoniumbiaulfit. Durch diese Reaktionen erhöht sich der pH-Wert der Gülle wieder auf max. 6,6.
Weiterhin wurde gefunden, daß die Abluft aus der Gülle-Absorptionsstufe, die noch Restverunreinigungen von NH3 sowio Bakterien und Geruchsstoffe u.a. enthält, durch eine Nachabsorption mit Ameisensäure im pH-Bereich von pH 3 bis pH 6, optimal bei pH 4, einer Endrein.'gung und gleichzeitigen Desinfektion unterzogen werden kann. Dabei muß ein Säuregehalt von 0,1 bis 1 ml HCOOH pro 1H2O durch kontinuierliche oder diskontinuierliche Zudosierung von Ameisensäure aufrecht erhalten werden. Das ReSt-NH3 der Abluft reagiert mit Ameisensäure zu Ammoniuinformiat gemäß folgender Reaktion:
" HCOOH + NH3 > HCOONH4
Erfindungsgemäß kann das verbrauchte ammoniumformiathaltige Absorptionsmittel der Nachabsorption einer Rauchgasentschwefelung zugeführt werden und wird damit wieder in den Güllekreislauf einbezogen. Zur Nutzung des Wärmeinhalte- der Stallabluft kann die durch Absorption und Nachabsorption gereinigte und desinfizierte Abluft der Frischluft für die Stallbelüftung wieder zugesetzt werden, das besonders in den Wintermonaten zu einer größeren Energieeinsparung führt.
Ausführungsbeijpiel
1000OmVh NH3-haltige Stallabluft mit einem NH3-GeKaIt von 20mg/m3 werden aus einer Großmastanlage mittels Lüfter abgesaugt und in einer ersten Absorptionsstufe mit NH4HSO3-haltiger Gülle, die das Abprodukt einer Rauchgasentschwefelung ist, gewaschen. Dabei wird ein konstanter pH-Wert eingehalten, der im sauren Bereich zwischen pH 4 und pH β liegt. 5m3/h Gülle werden als Absorptionsmittel im Kreislauf gefördert und ca. 1 mVh NH3HSO3-haltige Gülle werden dieser Absorptionsstufe kontinuierlich zugeführt und als verbrauchte Gülle wieder ausgekreist. Während der Absorption laufen folgende Hauptreaktionen ab:
NH4HSO3 + NH3 > !NH4I2 SO3
(NH4I2 SO3 + y O2* (NH4), SO4
Bei einem mittleren Absorptionsgrad von 70% werden 0,14kg/h NH3 absorbiert und es entsteht über o. g. Reaktionen ein Gemisch von ca. 1 kg/h (NHJ2 SO3/(NH,)2 SO4 pro m3 Gülle (anteilig 0,1 %). Die noch mit 6mg NH3/m3 beiadene Abluft gelangt mit 200C in einen Nachabsorber (2. Absorptionsstufe), der mit verdünnter Ameisensäure als Absorptionsmittel bei einem mittleren pH-Wert von pH 4 betrieben wird. 1OmVh Absorptionsmittel werden
ständig im Kreislauf gefördert. Der Gehalt an freier Ameisensäure liegt bei 0,5 ml/l Absorptionsmittel und wird durch eine kontinuierliche Zuführung von 100 l/h mit einem Säuregehalt von 0,1 % konstant gehalten.
Während der Absorption findet folgende Hauptreaktion statt: HCOOH + NH3 > HCOONH4 Der mittlere Absorptionsgrad liegt zwischen 60% und 70%. Aus 0,04kg/h NH3 entstehen somit 0,15kg/h HCOOH NH4 und dabei werden 0,11 kg/h HCOOH verbraucht. Das verbrauchte Absorptionsmittel (ca. 1001/h) wird kontinuierlich ausgekreist und zusammen mit Frischgülle einer Rauchgasentschwefelung
zugeführt.
Die gereinigte und desinfizierte Abluft wird mit einem Rest-NH3-Gehalt von 2mg/m3 bei einer Temperatur von 20°C mit
1000OmVh Frischluftvermischt und in don Stall zurückgeführt. Dabei werden vor allem in den Wintermonaten ca. 40%
Wärmeenergie für die Aufhetzung von Frischluft eingespart.

Claims (4)

1. Abs'orptionsstiife mit stark verdünnter Ameisensäure Im sauren pH-Bereich von pH 3 bis pH 6 erfolgt.
1. Verfahren zur Absorption von Ammoniak aus Abluft, vorzugsweise aus Stallabluft industrieller Tierhaltungsanlagen, dadurch ge ennzelchnet, daß die ammoniakhaltige Abluft mit saurer ammoniumbisulfithaltiger Gülle, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung anfällt, im pH-Bereich von pH 3,5 bis pH 6,5 in einer 1. Absorptionsstufe gewaschen wird und danach in einer 2. Absorptionsstufe eine Nachabsorption und gleichzeitige Desinfektion der Abluft aus der
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der freie Säuregehalt der Ameisensäure 0,1 bis 1,0ml HCOOH/1H2O beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das verbrauchte Absorptionsmittel der Nachabsorption einer Rauchgasentschwefelung zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gereinig e und desinfizierte Abluft der Frischluft für die Stallbelüftung wieder zugesetzt wird.
DD33619289A 1989-12-22 1989-12-22 Verfahren zur absorption von ammoniak aus abluft DD290592A5 (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1993006063A1 (de) * 1991-09-20 1993-04-01 Georg Halfter Verfahren und apparatur zur aufbereitung von tierexkrementen, gülle und jauche

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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WO1993006063A1 (de) * 1991-09-20 1993-04-01 Georg Halfter Verfahren und apparatur zur aufbereitung von tierexkrementen, gülle und jauche

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