DD290592A5 - Verfahren zur absorption von ammoniak aus abluft - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Absorption von Ammoniak aus Abluft, vorzugsweise Stallabluft industrieller Tierhaltungsanlagen. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dasz saure ammoniumbisulfithaltige Guelle, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung anfaellt, als Absorptionsmittel zur NH3-Absorption verwendet wird und dasz die Absorption im p H-Bereich von p H 3,5 bis p H 6,5 erfolgt. Zur Endreinigung und gleichzeitigen Desinfektion der vorgereinigten Abluft wird eine zweite Absorptionsstufe nachgeschaltet, die ebenfalls im sauren p H-Bereich mit verduennter Ameisensaeure als Absorptionsmittel arbeitet. Die auf diese Weise gereinigte warme Stallabluft kann zwecks Energierueckgewinnung mit Frischluft vermischt zur Stallbelueftung wieder verwendet werden.{Rauchgasentschwefelung; NH3-Absorption; Guelle; Endreinigung; Desinfektion; Stallabluft; Energierueckgewinnung; Stallbelueftung}
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Absorption von Ammoniak aus NH3-haltiger Abluft, wie sie vorrangig in der industricl'rn Tierhaltung anfällt.
Das Verfahren kann zum Beispiel in Großmastanlagen angewandt werden, wo Gülle anfällt und gleichzeitig eine NHj-haltige Stallabluft durch Eiweißzersetzung entsteh». '
erreichen.
wobei durch den CO2-Gehalt in der Abluft eine Ammoniumcarbonat· bzw. -bicarbonathaltige Lösung entsteht.
beeinträchtigt. Nachteilig bei diesem Verfahren ist, daß Wasser als Absorptioi.smittel keine Desinfektionswirkung besitzt und außerdem der Absorptionsgrad noch nicht in vollem Umfang befriedigt.
ein Naßabscheider die Stalluft von basischen Bestandteilen reinigt und in einer weiteren NaI? -^scheidung eine Entschwefelung von Rauchgasen erfolgt. Beide Naßreinigungen sind durch einen gemeinsamen sogenanntere Trübekreislauf verbunden. Dieses
störungsfreien Prozeßführung sowie des Gas- und Absorptionsmitteltransportes. Außerdem entsteht neben Gülle ein zusätzliches Abprodukt.
Ziel der Erfindung ist es, NH3-haltige Abgase, wie sie zürn Beispiel bei der industriellen Tierhaltung entstehen, mit technisch einfachen Mitteln und geringem ökonomischen Aufwand zu reinigen.
Der E. findung liegt die Aufgabe zugrunde, die NH3-haltige Abluft, zum Beispiel von industi itilen Tierhaltungsanlagen mit einem geeigneten Absorptionsmittel so zu reinigen, daß keine zusätzlichen Abfallprodukte entstehen und gleichzeitig eine optimale Wärmerückgewinnung aus der Stallabluft ermöglicht wird.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß ammoniakhaltige Abluft mit saurer ammoniumbisulfithaltiger Gülle, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung anfällt, im pH-Bereich von pH 3,5 bis pH 6,5 gewaschen wird, wobei sich Ammoniak mit Ammoniumbisulfit der Gülle in Ammoniumsulfit und durch Oxydation teilweise in Ammoniumsulfat umsetzt. Bei der Absorption von NH3 aus NHj-haltiger Stallabluft mit einerammoniumbisulfithaltigen Gülle mit einem minimalen pH-Wert von pH 3,5, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung als Abprodukt entsteht, laufen folgende Hauptreaktionon ab:
NHSHSO3 + NH3 —> (NHJ2SO3 (NH4)j SO3 + γ O2 —> (NH4J2 SO4
Das NH4HSO3 der Gülle reagiort bei der Absorption mit dem NH3 der Abluft zu (NH4I2 SC3 und letzteres setzt sich zumindest teilweise in (NH4)] SO4 um, welches eine höherwertige Düngemittelkomponente darstellt als das saure Ammoniumbiaulfit. Durch diese Reaktionen erhöht sich der pH-Wert der Gülle wieder auf max. 6,6.
Weiterhin wurde gefunden, daß die Abluft aus der Gülle-Absorptionsstufe, die noch Restverunreinigungen von NH3 sowio Bakterien und Geruchsstoffe u.a. enthält, durch eine Nachabsorption mit Ameisensäure im pH-Bereich von pH 3 bis pH 6, optimal bei pH 4, einer Endrein.'gung und gleichzeitigen Desinfektion unterzogen werden kann. Dabei muß ein Säuregehalt von 0,1 bis 1 ml HCOOH pro 1H2O durch kontinuierliche oder diskontinuierliche Zudosierung von Ameisensäure aufrecht erhalten werden. Das ReSt-NH3 der Abluft reagiert mit Ameisensäure zu Ammoniuinformiat gemäß folgender Reaktion:
" HCOOH + NH3 > HCOONH4
Erfindungsgemäß kann das verbrauchte ammoniumformiathaltige Absorptionsmittel der Nachabsorption einer Rauchgasentschwefelung zugeführt werden und wird damit wieder in den Güllekreislauf einbezogen. Zur Nutzung des Wärmeinhalte- der Stallabluft kann die durch Absorption und Nachabsorption gereinigte und desinfizierte Abluft der Frischluft für die Stallbelüftung wieder zugesetzt werden, das besonders in den Wintermonaten zu einer größeren Energieeinsparung führt.
1000OmVh NH3-haltige Stallabluft mit einem NH3-GeKaIt von 20mg/m3 werden aus einer Großmastanlage mittels Lüfter abgesaugt und in einer ersten Absorptionsstufe mit NH4HSO3-haltiger Gülle, die das Abprodukt einer Rauchgasentschwefelung ist, gewaschen. Dabei wird ein konstanter pH-Wert eingehalten, der im sauren Bereich zwischen pH 4 und pH β liegt. 5m3/h Gülle werden als Absorptionsmittel im Kreislauf gefördert und ca. 1 mVh NH3HSO3-haltige Gülle werden dieser Absorptionsstufe kontinuierlich zugeführt und als verbrauchte Gülle wieder ausgekreist. Während der Absorption laufen folgende Hauptreaktionen ab:
(NH4I2 SO3 + y O2 —* (NH4), SO4
ständig im Kreislauf gefördert. Der Gehalt an freier Ameisensäure liegt bei 0,5 ml/l Absorptionsmittel und wird durch eine kontinuierliche Zuführung von 100 l/h mit einem Säuregehalt von 0,1 % konstant gehalten.
zugeführt.
1000OmVh Frischluftvermischt und in don Stall zurückgeführt. Dabei werden vor allem in den Wintermonaten ca. 40%
Claims (4)
1. Abs'orptionsstiife mit stark verdünnter Ameisensäure Im sauren pH-Bereich von pH 3 bis pH 6 erfolgt.
1. Verfahren zur Absorption von Ammoniak aus Abluft, vorzugsweise aus Stallabluft industrieller Tierhaltungsanlagen, dadurch ge ennzelchnet, daß die ammoniakhaltige Abluft mit saurer ammoniumbisulfithaltiger Gülle, wie sie zum Beispiel bei der Rauchgasentschwefelung anfällt, im pH-Bereich von pH 3,5 bis pH 6,5 in einer 1. Absorptionsstufe gewaschen wird und danach in einer 2. Absorptionsstufe eine Nachabsorption und gleichzeitige Desinfektion der Abluft aus der
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der freie Säuregehalt der Ameisensäure 0,1 bis 1,0ml HCOOH/1H2O beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das verbrauchte Absorptionsmittel der Nachabsorption einer Rauchgasentschwefelung zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gereinig e und desinfizierte Abluft der Frischluft für die Stallbelüftung wieder zugesetzt wird.
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| DD290592A5 true DD290592A5 (de) | 1991-06-06 |
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Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1993006063A1 (de) * | 1991-09-20 | 1993-04-01 | Georg Halfter | Verfahren und apparatur zur aufbereitung von tierexkrementen, gülle und jauche |
-
1989
- 1989-12-22 DD DD33619289A patent/DD290592A5/de not_active IP Right Cessation
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