DD290808A5 - Verfahren zur herstellung eines mittels fuer die behandlung oder prophylaxe von durch retroviren verursachte infektionen bei mensch und tier - Google Patents

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DD290808A5
DD290808A5 DD31902388A DD31902388A DD290808A5 DD 290808 A5 DD290808 A5 DD 290808A5 DD 31902388 A DD31902388 A DD 31902388A DD 31902388 A DD31902388 A DD 31902388A DD 290808 A5 DD290808 A5 DD 290808A5
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fluoro
dideoxy
iii
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DD31902388A
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English (en)
Inventor
Eckert Matthes
Martin Von Janta-Lipinski
Dieter Scholz
Klaus Gaertner
Juergen Schildt
Christine Lehmann
Peter Langen
Hans-Alfred Rosenthal
Original Assignee
Adw,Zi Fuer Molekularbiologie,De
Humboldt-Universitaet,Institut F. Medizinische Virologie Der Charitee,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Mittels fuer die Behandlung oder Prophylaxe von durch Retroviren verursachten Infektionen bei Mensch und Tier. Anwendungsgebiet ist die pharmazeutische Industrie und Medizin. Es wurde gefunden, dasz modifizierte Pyrimidinnucleoside allein oder mit pharmazeutisch vertraeglichen Traegerstoffen wirksame Mittel gegen HIV-Infektionen beim Menschen sind.{Verfahren; Retroviren; Infektionen; Mittel; Pyrimidinnucleoside; pharmazeutisch vertraegliche Traeger}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Mittels für die Behandlung oder Prophylaxe von Retrovirus-Infektionen bei Mensch und Tier, insbesondere die erworbene Immunschwäche AIDS beim Menschen. Anwendungsgebiet der Erfindung ist die Medizin bzw. die pharmazeutische Industrie.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
AIDS ist eine seit wenigen Jahren bekannte, durch das HIV (HTLV III/LAV, Human T-Lymphotropic Virus Type III/ Lymphadenopathy-Associated Virus) verursachte und zum Tode führende Infektionskrankheit Als ursächlich muß die Zerstörung der T-Helfer-Zellen durch das AIDS-Virus angesehen werden. Als Folge der daraus resultierenden Abwehrschwäche treten schwere opportunistische Infektionen, das Kaposi Sarkom und eine sog. AIDS-Enzephalopathie auf. Eine wirksame und verträgliche antivirale Therapie fehlt bisher. Angriffspunkt dafür kann u.a. die Virus-kodierte Reverse Transkriptase sein, ein Enzym, dessen Hemmung die weitere intrazelluläre Virusvermehrung verhindern und damit seine Ausbreitung im Körper stoppen könnte. Die ersten klinisch erprobten Hemmstoffe der HIV-Revertase, wie z. B. Suramin (Germanin") und HPA23 haben die notwendige Verträglichkeit und die erhoffte Wirksamkeit noch nicht erreicht, lediglich das 3-Azidothymidin (N3TdR) (DE-QS 3500606) besitzt bei AIDS-Patienten mit einer Pneumocystic carinii Pneumonie eindeutig lebensverlängernde Wirkungen, die von Verbesserungen klinischer und neurologischer Befunde sowie der zeitweisen Wiederherstellung bestimmter immunologischer Funktionen begleitet sind (Fischletal. The New England J. of Medicine 317,185 Ц987І). Demgegenüber machen toxische Nebenwirkungen des 3-Azidothymidins auf das Knochenmark bei etwa 50% der behandelten Patienten Bluttransfusionen erforderlich, was besonders auf die Notwendigkeit nach selektiveren Hemmstoffen der HIV-Reverse Transcripts se hinweist, während auch deren Wirksamkeit zu erhöhen ist.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung besteht darin, wirksamere und besser verträgliche Mittel zur Behandlung und Prophylaxe von Retrovirus-Infektionen bei Mensch und Tier bereitzustellen.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Erfindungsgemäß werden ein oder mehrere Pyrimidinnucleoside der allgemeinen Formel I
in der
R1: Wasserstoff, Halogen, die Azidogruppe, eine aliphatische Alkylgruppe mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, eine Alkenylgruppe mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen
R2: Wasserstoff, die Thio-, Thiomethyl-, Hydroxylamino- bzw. eine Alkylaminogruppe
R3: Hydroxyl, O-Acetyl, O-Palmitoyl, O-Alkoxycarbonyl, Mono-, Di-, Triphosphat (als freie Säure oder Alkali-, Ammonium- oder Alkylammoniumsalze) oder eine Prekursorgruppe für die Hydroxylgruppe bedeuten,
und/oder substituierte Pyrimidinnucleoside der Formel Il
in der R', R2, R3 die o.g. Bedeutung haben, und/oder substituierte Pyrimidinnucleoside der allgemeinen Formel III
ι 0
πι
in der
Z1: die Thiomethyl-, die Hydroxylamino- bzw. eine Aminoalkylgrupe
Z2: die in der Formel I unter R3 aufgeführten Gruppen bedeuten,
mit pharmazeutisch annehmbaren Trägern vermischt.
Verbindungen der Formel I und/oder Il und III stellen auch allein (ohne Träger) bereits wirksame Mittel gegen Retrovirus-Infektionen dar. Die erfindungsgemäßen Mittel enthalten eine oder mehrere Wirkkomponenten, entsprechend der allgemeinen Formel I und/oder Il und/oder III zusammen mit einem oder mehreren verträglichen Trägern dafür und gegebenenfalls mit anderen therapeutischen Mitteln. Die Mittel werden als Einheitsdosis hergestellt oder so, daß ein Mehrfaches der Wirkkomponenten enthalten ist. Jeder Träger muß verträglich sein, mit den anderen Bestandteilen der Mittel vereinbar und darf für den Patienten nicht schädlich sein.
Die Mittel schließen solche ein, die für orale, rektale, nasale, topische, vaginale oder parenterale (einschließlich subkutane, intramuskuläre, intravenöse und intradermale) Verabreichung geeignet sind. Eine bzw. mehrere Wirkkomponenten werden mit dem Träger, der sich aus einen oder mehreren Begleitbestandteilen zusammensetzt, in Kontakt gebracht und, falls erforderlich, in eine entsprechende Form gebracht.
Die Mittel für eine orale Verabreichung werden in Form von Dragees, Tabletten, Kapseln, als Pulver oder Granulat so hergestellt, daß sie jeweils eine bestimmte Menge des aktiven Bestandteiles enthalten. Ebenso können sie als Lösung oder als Suspension hergestellt werden. Gegenebenenfalls werden Geschmacksmittel oder andere übliche Mittel zugesetzt. Mittel für eine rektale Verabreichung werden als Zäpfchen mit einer geeigneten Base hergestellt. Mittel für eine vaginale Verabreichung werden als Pessare, Tampons, Cremes, Gele, Pasten, Schäume oder Spray-Produkte hergestellt.
Die Mittel für die parentale Verabreichung können als Einheitsdosis der Wirkkomponente oder als Mehrfachdosis vorgesehen werden. Dafür können sie in Ampullen, Phiolen oder in einem gefriergetrockneten Zustand gelagert werden. Unmittelbar zubereitete Injektionslösungen und Suspensionen können aus sterilen Pulvern, Granulat und Tabletten erhalten werden. Das erfolgt z. B. durch Lösen der Substanz in physiologischer Kochsalzlösung, Glukose oder anderen für die i. v. Injektion bzw. Infusion geeigneten Mitteln.
Folgende Verbindungen erwiesen sich als besonders wirksam:
1 -(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribof uranosyl)-5-methyl-(1 H)-pyrimidin-2-on (I);3'-Desoxy-3'-fluor-4-thiothymidin (I);
1 -(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-methylmercapto-5-methyl-(1 H)-pyrimidin-2-on (I);1 -(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxylamino-5-methyl-(1 H)-pyrimidin-2-on (I);5-Chlor-1-(2,3-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiouracil(l);
1 -(2,3-Didesoxy-3-fiuor-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxylamino-(1 H)-pyrimidin-2-on (I);1 -(2,3-Didesoxy-ß-D-glycero-pent-2-enofuranosyl)-4-dimethylamino-(1 H)-pyrimidin-2-on (II);1-(2,3-Didesoxy-ß-D-glycero-pent-2-enofuranosyl)-4-hydroxylamino41 H)-pyrimidin-2-on (II);3-Desoxy-4-thiothymidin (III);
1 -(2,3-Didesoxy-ß-D-glycero-pentofuranosyl)-5-methyl-(1 H)-pyrimidin-2-on (III).
Die Wirksamkeit einiger der erfindungsgemäßen Verbindungen wird wie folgt belegt:
1. Selektive Hemmung der HlV-assoziierten Reverse Transcriptase (HIV-RT) durch das Triphosphat von 3-Fluor-4-thiothymidin
Für diese Untersuchungen wurde der Effekt der genannten Verbindung aufdie Aktivität sowohl der HIV-RTaIs auch der zellulären DNA Polymerase α und β entsprechend den von Matthes et al. in, Biochem. Biophys. Res. Commun. 148,78 (1987) beschriebenen Methoden bestimmt. Den Enzymansätzen wurde 3-Fluor-4-thiothymidintriphosphat in verschiedenen Konzentrationen zugesetzt und aus der erhaltenen Hemmkurven die Konzentrationen von 3-Fluor-4-thiothymidintriphosphat bestimmt, die die untersuchten Polymerasen zu jeweils 50% hemmen (IDe0). Für die HIV-RT wurde eine IDg0 von 0,2 μΜ, für die DNA Polymerase α, dem für die zelluläre Replikation hauptverantwortlichen Enzym, eine ID60 von 140μΜ und für die DNA Polymerase ß, dem zellulären DNA Reparatur-Enzym, eine IDe0 von 7 μΜ bestimmt. Damit hemmt 3-Fluor-4-thiothymidintriphosphat die HIV-RT 700mal stärker als die zelluläre DNA Polymerase α und besitzt damit eine weitgehend selektive Wirkung aufdie HIV-Replikation.
2. Die Hemmung des zytopathischen Effekts von HIV auf T-Lymphozyten
Eine Infektion von T-Lymphozyten mit HIV führt unter In-vitro-Bedingungen innerhalb weniger Tage ihren Zelltod herbei. Wir benutzten die von Harada et al., Science 229,563 (1985) beschriebenen МТ-4-Zellen in einem Testsystem (Matthes et al., Biochem. Biophys., Res. Commun. 153,825 [1988]) um zu prüfen, inwieweit die erfindungsgemäßen Nucleoside die zeiltötende Wirkung von HIV-1 (HTLV IIIB) auf diese T-Zellinie aufheben können. In der Tabelle sind die Konzentrationen wiedergegeben, die zu einem 50% Schutz der МТ-4-Zellen führen. Außerdem ist die antiproliferative Wirksamkeit der untersuchten Nuccleoside aufgeführt und zwar als die Konzentration, die die Zellvermehrung der МТ-4-Zellen um 50% herabsetzt (CDs«).
Tabelle: Vergleich der antiviralen und antiproliferativen Wirksamkeit von Nucleosidanaloga an МТ-4-Zellen
untersuchtes Nucleosid 50%antivirale 50%zytotoxische
Dosis (EDs0; μΜ) Dosis (CDs0; μΜ)
3'-Fluor-4-thiothymidin 1,8 480
Z^'-Didesoxy-y-fluor^-thiouridin 15 130
1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-methylmercapto-5-methylpyrimidin-2-on > 1 000 > 1 000
1 -(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-methylmercapto-pyrimidin-2-on 12 50
1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxylamino-5-methylpyrimidin-2-on 110 300
1-(2,3-Didesoxy-3-flour-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxyl-amino-pyrimidin-2-on 100 100
3. Zytotoxizität von 3'Fluor-4-thiothymidin gegenüber Zellkulturen in vitro
Die Ergebnisse an den МТ-4-Zellen haben gezeigt, daß 3'-Fluor-4-thiothymidin die Zellvermehrung dieser T-Zellinie kaum beeinflußt. Eine Reihe weiterer menschlicher Zellinien wurde in die Untersuchung der antiproliferativen Wirkung von 3'-Fluor-4-thiothymidin einbezogen und folgende CD50-WeHe gefunden:
1. REH, akute lymphatische Leukämie = 500 μΜ
2. HELF1, menschliche embryonale Lungenfibroblasten = 700 μΜ
3. H-9, immortalisierte T-Zellinie = > 800 μΜ
4. Molt-4, immortalisierte T-Zellinie = >1000μΜ
Darüber hinaus besitzt 3'-Fluor-4-thiothymidin in Konzentrationen bis 100μΜ, gegenüber den koloniebildenden Zellen des Knochenmarks der Maus (GM-CFU) keinerlei wachstumsbeeinträchtigende Wirkung. Zusammenfassend kann 3'-Fluor-4-thiothymidin daher als wirksamer Hemmstoff der HIV-Replikation mit sehr geringer Zytotoxizität charakterisiert werden.
Die Herstellung der Verbindungen der allgemeinen Formeln I, Il und III erfolgt in Analogie zu an sich bekannten Verfahren. Im Falle der Darstellung der 4-Thioverbindungen erfolgte die Modifizierung des Heterocyclus in Anlehnung an das von J. J. Fox et al. genutzte Verfahren (J. J. Fox, J. Amer. Chem. Soc. 81,178 [1959]).
Beispiel 1 Darstellung von 1-(2^-Didesoxy-3-fluor-B-D-ribofuranosyl)-4-thiouracil
1,3mMol 1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-uracil werden in 4SmI Pyridin gelöst und mit 1,1 ml Acetanhydrid versetzt. Das Reaktionsgemisch verbleibt über Nacht bei Raumtemperatur. Anschließend wird die Lösung eingeengt, der Rückstand in Toluen gelöst und erneut zur Trockne konzentriert Der Vorgang wird mehrfach wiederholt. Der schließlich gewonnene Rückstand wird in 30 ml Pyridin gelöst, mit 3,9mMol Phosphorpentasulfid versetzt und 6 Std. unter Rückfluß erhitzt. Nach dieser Reaktionszeit werden weitere 1,3 mMol Phosphorpentasulfid addiert (J. J. Fox et al., J. Am. Chem. Soc., 1959,81,178; G. Kowollik et al. J. Prakt. Chem., 1973,315,895) und es wird für 6 Std. unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Erkalten des Reaktionsgemisches wird der flüsige Anteil abgetrennt und i. Vak. zur Trockne eingeengt. Der resultierende Rückstand wird an Kieselgel 40 (MERCK) mit Chloroform als Elutionsmittel säulenchromatographisch gereinigt. Aus den entsprechenden Fraktionen wird 1-(5-0-Acetyl-2,3-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiouracil isoliert und ergibt nach dem Umkristallisieren aus 90% Ethanol 97mg, F. 140-140,5"C. 15mg (0,06 mMol) dieser Verbindung werden in 2ml Methanol gelöst und mit 2 ml Methanol, bei 0°C mit Ammoniak gesättigt, versetzt. Nach 24 Std. wird die Lösung zur Trockne eingeengt. Die Zielverbindung wird als Glas erhalten. MS: m/z 246 (C8H11N2O3FS, M+), 128 (C4H4N2OS, Base + H), 119 (C6H8O2 F, Zuckerrest).
Beispiel 2 Darstellung von 1 -(5-0-Acetyl-2,3-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiothymin
400mg (1,4mMol) 5'-0-Acetyl-3'-fluor-thymidin werden mit933mg Phosphorpentasulfid in 32ml Pyridin für 24Std. unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Vertreiben des Lösungsmittels wird der Rückstand an Kieselgel 40 säulenchromatographisch getrennt und liefert die gewünschte Verbindung als gelbes Öl
MS: m/z 302 (C12H15N2O4SF, M+), 161 (C7H10O3F. Zuckerrest), 142 (CsH6N2OS, Base).
Beispiel 3 Darstellung von l-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiothymin
18mg (0,07 mMol) der im Beispiel 2 erhaltenen Verbindung werden in 2 ml Methanol gelöst, das bei 0°C mit Ammoniak gesättigt wurde und verbleiben 24 Std. bei Raumtemperatur. Nach dem Entfernen des Lösungsmittels wird 1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiothymin als glasiger Rückstand isoliert
MS: m/z 260 (C10H13N2O3IcFS, M+), 142 (C6H6N2OS, Base + H), 119 (C6H8O2F, Zuckerrest).
Beispiel 4 Darstellung von 1-(54-Acetyl-24-didesoxy-3-fluor-ß4)4ibofuranosylH4iydroxylamino-(1H)-pyrirnidin-2-on
70mg (0,24mMol) i-fS-O-Acetyl^^-didesoxy-S-fluor-ß-D-ribofuranosyD^-thiouracil werden in 5ml Methanol gelöst, mit 1 ml Hydroxylamin in 12ml Methanol versetzt und 4 Std. unter Rückfluß erhitzt. Die dünnschichtchromatographische Kontrolle der Reaktionslösung zeigt eine vollständige Reaktion des Ausgangsproduktes. Das Lösungsmittel wird im Vakuum entfernt und der Rückstand an Kieselgel 40 mit Chloroform (2% Methanol) als Elutionsmittel gereinigt. Aus den entsprechenden Fraktionen werden 60mg der gewünschten Verbindung erhalten, die aus 90% Ethanol Kristalle ergeben. F. 192-193"C. MS: m/z 287 (C11H14H3O6F. M+), 161 (C7H10O3F, Zuckerrest), 127 (C4H5N2O3, Base + H).
Beispiel 5 Darstellung von 1-{2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxylamino-(1H)-pyrimidin-2-on
50 mg der in Beispiel 4 erhaltenen Verbindung werden in üblicherweise mit Ammoniak/Methanol entacetyliert. Die
Titelverbindung wird als glasartiger Rückstand isoliert. MS: m/z 245 (C9H12N3O4F, M+), 127 (C4H5N2O3. Base + H), 119 (C6H8O2F, Zuckerrest). Beispiel 6 Darstellung von 1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-methylmercapto-5-methyl-(1H)-pyrimidin-2-on Eine Lösung von 70mg (0,23mMol) i-IB-O-Acetyl^.S-didesoxy-S-fluor-ß-D-ribofuranosylM-thiothymin, 0,23ml 1 N NaOH- Lösung und 0,044ml Methyljodid in 4ml 50%igem Methanol wird 2 Std. bei Raumtemperatur belassen und anschließend mit Essigsäure auf einen pH-Wert von 5 gebracht. Nach dem Vertreiben des Lösungsmittels werden aus dem Rückstand 45 mg
(1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-methylmercapto-5-methyl-(1H)-pyrimidin-243n gewonnen, die nach dem
Umkristallisieren aus Ethanol 32 mg des reinen Produktes ergeben. F. 192-1940C. MS: m/z 274 (C11H16N2O3FS, M+), 156 (C6H8N2OS, Base + H), 119 (C5H8O2F, Zuckerrest). Beispiel 7
Darstellung von 1-(5-0-Acetyl-2^-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxylamino-5-methyl-(1H)-pyrimidin-2-on 93mg (0,31 mMol) 1-(5-0-Acetyl-2,3-didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiothymin werden mit einer Lösung von 1 ml Hydroxylamin in 15ml Methanol versehen und 4 Std. unter Rückfluß erhitzt. Der nach dem Entfernen des Losungsmittels ι Vak. verbleibende Rückstand wird an 75g Kieselgel 40 mit Chloroform als Fließmittel säulenchromatographisch gereinigt. Aus den entsprechenden Fraktionen werden insgesamt 51 mg eines Produktes erhalten, das nach dem Umkristallisieren aus Methanol 35mg i-tS-O-Acetyl^SKlidesoxy-S-fluor-ß-D-ribofuranosyll^-hydroxylamino-S-methyl-IIHl-pyrimidin^-on ergibt. F. 180 bis 1810C
MS: m/s301 (C12H16N3O5F, M+), 161 (C7H10O3F,Zuckerrest), 141 (C6H7N3O2, Base + H).
Beispiel 8 Darstellung von 1-(2^-Didesoxy-3-fluor-ß-D-rlbofuranosyl)-4-hYdroxylamino-5-methyl-(1H)-pyrimidin-24in
45 mg der im Beispiel 7 dargestellten Verbindung werden in herkömmlicher Weise mit Ammoniak/Methanol behandelt undergeben nach dem Kristallisieren 27 mg 1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-hydroxylamino-5-methyl-(1H)-pyrimidin-
MS: m/z 259 (Ci0H14N3O4F, M+), 141 (CsH7N3Oj, Base + H), 119 (C6H8O2F, Zuckerrest). Beispiel 9 Darstellung von 1 -(5-0-Acetyl-2^-didesoxy-ß4)-glycero-pent-2-enofuranosyl)-4-thiothymin
Zu einer Lösung von 450mg (2mMol) 3'-Desoxy-2'-Thymidinen in 10ml Pyridin wird 1 ml Acetanhydrid gegeben. Das Reaktionsgemisch verbleibt für 10Std. bei Raumtemperatur. Anschließend wird das Lösungsmittel i. Vak. vertrieben. Der verbleibende Rückstand wird in absolutem Ethanol gelöst. Die Lösung wird zur Trockne eingeengt. Dieser Vorgang des Lösens in Ethanol und Vertreibens des Lösungsmittels wird solange wiederholt, bis ein kristallines Material erhalten wird, das aus Methanol umkristallisiert wird, F.183°C.
MS: m/z 266 (C12H14N2O5, M+), 141 (C7H9O3, Zuckerrest), 126 (C6H6N2O2, Base + H).
Das im Vakuum getrocknete 1-(5-0-Acetyl-2,3-didesoxy-ß-D-glycero-pent-2-enofuranosyl)thymin wird in 25ml absolutem Pyridin gelöst und mit 2g Phosphorpentasulfid für 48Std. unter Rückfluß erhitzt. Nach dem Erkalten wird vom Unlöslichen dekantiert und die Lösung im Vakuum zur Trockne eingeengt. Der resultierende Rückstand wird an Kieselgel 40 mit Chloroform als Elutionsmittel säulenchromatographisch getrennt. Aus den das Produkt enthaltenden Fraktionen werden nach dem Umkristallisieren aus Methanol 265mg (!-(S-O-Acetyl^S-didesoxy-ß-D-glycero-pent^-enofuranosylM-thiothymin gewonnen. MS: m/z 282 (C12H14N2O4S, M+), 141 (C7H8O3, Zuckerrest), 142 (C5H6N2OS, Base + H).
Beispiel 10 Darstellung von 1 -(2,3-Didesoxy-ß-D-glyero-pent-2-enofuranosyl)-4-thiothymin
Zu 100 mg der im Beispiel 9 synthetisierten Verbindung werden 10 ml Methanol, das bei 0°C mit Ammoniak gesättigt wurde, addiert. Das Reaktionsgemisch verbleibt für 12Std. bei Raumtemperatur und wird anschließend zur Trockne eingeengt. Aus Methanol/Ether werden Kristalle erhalten. F. 117-118°C
MS: m/z 240 (C10H12N2O3S, M+), 209 (C9H9N2O2S, M-H2O), 142 (C5H6N2OS, Base + H).
Beispiel 11 Darstellung von 1-(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thiothymin-5'-triphosphat
60 mg 1 -(2,3-Didesoxy-3-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-4-thio-thymin (0,21 mMol) werden in 0,5ml Trimethylphosphat gelöst und bei 0 °C mit 0,0423 ml Phosphoroxychlorid versetzt (Yoshikawa et al.. Tetrahedron Lett., 5065 [1967]). Das Reaktionsgemisch verbleibt für 2 Std. bei 00C, wird anschließend mit 10ml Eiswasser behandelt und mit Triethylamin neutralisiert. Nach dem Hinzufügen von 300ml Wasser wird die Reaktionslösung an DEAE-Sephadex säulenchromatographisch mit Triethylammoniumbicarbonat 0-0,3 M als Eluens getrennt. Aus den entsprechenden Fraktionen wird das 5'-Monophosphat isoliert. Dieses Produkt wird mittels DOWEX WX8 (Pyridinium-Form) in das Tri-n-butylammoniumsalz übergeführt, nach der Entfernung des Lösungsmittels mit Ν,Ν'-Carbonyldiimidazol aktiviert und mittels Tetra-n-Tributylammoniumpyrophosphat in DMF in bekannter Weise (D. E. Hoard et al., J. Am. Chem. Soc, 87,178511965]), in das 5'-Triphosphat gewandelt. Die Verbindung wird an DEAE-Sephadex mit einem Gradienten von Triethylammoniumbicarbonat 0-0,5M eluiert. Aus den entsprechenden Fraktionen wird ein Produkt erhalten, aus dem nach dem Entfernen des Elutionsmittels mit Natriumjodid in bekannter Weise das Natriumsalz der Titelverbindung gewonnen wird
Phosphatbestimmung: 16%.

Claims (19)

  1. Patentansprüche:
    Verfahren zur Herstellung eines Mittels für die Behandlung oder Prophylaxe von Retrovirus-Infektionen bei Mensch und Tier, insbesondere die erworbene Immunschwäche AIDS beim Menschen, dadurch gekennzeichnet, daß man ein oder mehrere Pyrimidinnucleoside der allgemeinen Formel I
    t
    Я
    R3-voJ
    in der
    R1: Wasserstoff, Halogen, die Azidogruppe, eine aliphatische Alkylgruppe mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen, eine Alkenylgruppe mit 2 bis 5 Kohlenstoffatomen Wasserstoff, die Thio-, Thiomethyl-, Hydroxylamino- bzw. eine Alkylaminogruppe Hydroxyl, O-Acetyl, O-Palmitoyl, O-Alkoxycarbonyl, Mono-, Di-, Triphosphat (als freie Säure oder Alkali-, Ammonium- oder Alkylammoniumsalze) oder eine Prekursorgruppe für die Hydroxylgruppe bedeuten,
    und/oder substituierte Pyrimidinnucleoside der Formel Il
    in der R1, R2, R3 die o.g Bedeutung besitzen, und/oder substituierte Pyrimidinnucleoside der allgemeinen Formel III
    VJ
    in der
    Z1: die Thiomethyl-, die Hydroxylamino- bzw. eine Aminoaikylgruppe Z2: die in der Formel I unter R3 aufgeführten Gruppen bedeuten, mit pharmazeutisch annehmbaren Trägern vermischt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der al !gemeinen Formeln I und/oder Il bzw. Ill für eine Verabreichung mittels Injektion anpaßt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der allgemeinen Formeln I und/oder Il bzw. Ill für eine Verabreichung mittels Infusion anpaßt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der allgemeinen Formeln I und/oder Il bzw. Ill für eine orale Verabreichung anpaßt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der allgemeinen Formeln I und/oder Il bzw. Ill in die Form eines Dragees, einer Tablette, einer Kapsel, in die Pulver- oder Granulatform überführt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1,4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man gegebenenfalls ein Geschmacksmittel zusetzt.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen der allgemeinen Formeln I und/oder Il bzw. Ill in die Form eines Zäpfchens überführt.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel 11-(2',3'-Didesoxy-3'-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-5-methyl-(2)-pyrimidinon eingesetzt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel 13'-Desoxy-3'-fluor-4-thiothymidin eingesetzt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel I 3'-Desoxy-3'-fluor-4-thiomethyl-thymidin eingesetzt wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel I S'-Desoxy-S'-fluoM-hydroxylamino-thymidin eingesetzt wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel I 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-4-thio-5-chloruridin eingesetzt wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel 11-(2',3'-Didesoxy-3'-fluor-ß-D-ribofuranosyl)-2-pyrimidinon eingesetzt wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel I 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-4-thiouridin eingesetzt wird.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel I 2',3'-Didesoxy-3'-fluor-4-hydroxyrnethylamino-uridin eingesetzt wird.
  16. 16. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel Il 2',3'-Didesoxy-4-dimethylamino-uridin eingesetzt wird.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel Il 2-,3'-Didesoxy-4-hydroxylamino-uridin eingesetzt wird.
  18. 18. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel III 2', 3'-Didehydro-4-thiothymidin eingesetzt wird.
  19. 19. Verfahren nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß als Verbindung der allgemeinen Formel III 2',3'-Didehydro-5-methyl-2-pyrimidinon eingesetzt wird.
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