DD292667A5 - Verfahren zur herstellung von neuen braunen, wasserloeslichen 2:1-chromkomplexfarbstoffmischungen - Google Patents

Verfahren zur herstellung von neuen braunen, wasserloeslichen 2:1-chromkomplexfarbstoffmischungen Download PDF

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dyes
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Ernst-Adolf Jauer
Hans W Modrow
Dieter Raschke
Wolfgang Specht
Guenter Puhlmann
Eveline Weise
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Chemie Ag Bitterfeld-Wolfen,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen braunen 2:1-Chromkomplexfarbstoffmischungen, deren Farbton weitestgehend unabhaengig vom p H-Wert des Faerbebades ist. Das wird erreicht, indem fuer 1,0 "Mol" der neuen Farbstoffmischung 1,0 bis 1,6 Mole des Farbstoffs aus diazotiertem 4-Nitro-2-aminophenol und * 0,1 bis 0,75 Mol des Farbstoffs aus diazotierter 1-Amino-2-hydroxy-6-nitronaphthalin-4-sulfosaeure und 2-Naphthol und 0,1 bis 0,5 Mol des Farbstoffs bzw. der Farbstoffmischung aus diazotiertem 4- und/oder 5-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 2-Naphthol gemeinsam chromiert wird, wobei bis 50 Mol-% des Farbstoffs auf Pyrazolonbasis durch die entsprechenden Farbstoffe aus diazotiertem 4-Chlor- oder 5-Nitro-aminophenol ersetzt werden kann.{Zwischenprodukte; 2-Naphthol; Nitroaminophenole; 1-Amino-2-hydroxy-6-nitronaphthalin; * o,o-Dihydroxyazofarbstoffe; 2:1-Chromkomplexfarbstoffe}

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von neuen braunen, wasserlöslichen 2:1-Chromkomplexfarbstoffmischungen zum Färben von Wolle und Polyamid aber auch Leder, deren Farbton bei unterschiedlichem pH-Wert des Färbebades eine gute Konstanz zeigt.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Es ist bekannt, daß das Ziehvermögen von 2:1-Metallkomplexfarbstoffen abhängig ist von der Zahl und von der Art löslich machender Gruppen im Molekül. Dabei ergeben Sulfonamidgruppen ein besseres Ziehvermögen aus neutralen und schwach sauren Bädern als entsprechende Farbstoffe mit Sulfogruppen, die erst bei wesentlich niedrigeren pH-Werten ein ausreichendos Ziehvermögen zeigen. Es ist bekannt, daß das Ziehvermögen im neutralen bis schwach sauren Bereich mit wachsender Zahl der löslich machenden Gruppen abnimmt und, daß diese Abhängigkeit bei Farbstoffen mit Sulfogruppen bereits bei mehr als einer Sulfogruppe im Molekül zu starken Einschränkungen der Anwendbarkeit führt.
Schließlich ist noch bekannt, daß bei der gemeinsamen Chromierung von mehreren ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffen zu 2:1-Chromkomplexen die theoretisch möglichen Kombinationen etwa einer statistischen Verteilung entsprechen. Das bedeutet für die gemeinsame Chromierung von zwei verschiedenen ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffen, daß drei verschiedene 2:1-Meta!lkomplexeetwa im Molverhältnis von 1:2:1 entstehen.
Diese Tatsache führt bei solchen 2:1-Metallkomplexfarbstoffen kaum zu anwendungstechnischen Problemen, bei denen die Bestandteile der Mischung entweder eine sehr ähnliche Nuance zeigen (vergl. z. B. DD-PS 15417 und DD-PS 21355) oder ein sehr ähnliches Ziehvermögen, das z.B. durch die gleiche Anzahl Sulfonamidgruppen in jedem Bestandteil der Mischung bedingt ist (vergl. z.B. DD-PS 15405, DD-PS 21158).
Besitzen die Bestandteile der Mischung neben einer unterschiedlichen Nuance, was z. B. bei braunen oder grünen Farbstoffen meist der Fall ist, durch eine unterschiedliche Zahl und/oder Art löslich machender Gruppen im Molekül auch ein unterschiedliches Ziehvermögen, so ist die Nuance einer solchen Mischung abhängig vom pH-Wert des Färbebades. Farbstoffe bzw. Farbstoffmischungen, die diesen Mangel zeigen, sind z. B. in DD-PS 34048, Dc-AS 1644356 und CH-PS 376600 beschrieben. Coloristisch hochwertige Farbstoffe erhält man deshalb in solchen Fällen durch gemeinsame Chromierung zweier unterschiedlicher Farbstoffe nur, wenn beide Ausgangsfarbstoffe je eine Sulfonamidgruppe enthalten (vergl. z. B. DD-PS 21158). Ist diese konstitutionelle Voraussetzung nicht erfüllt, so liefert nur der komplizierte Weg über den 1:1 -Chromkomplex einheitliche unsymmetrische Farbstoffe, die besonders wertvoll sind, wenn sie nur eine Sulfogruppe enthalten (vergl. z. B. DD-PS 108318). Da aber die Herstellung von Zwischenprodukten für ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffe mit Sulfonanrdgruppen ein technisch und ökonomisch aufwendiger Vielstufenprozeß ist, sind solche anwendungstechnisch hochwertigen Farbstoffe mit zwei Sulfonamidgruppen, ebenso wie die unsymmetrischen Farbstoffe mit einer Sulfogruppe, teure, wertintensive Produkte.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung neuer brauner, wasserlöslicher 2:1-Chromkomplexfarbstoffmischungen, deren Farbton bei unterschiedlichem pH-Wert des Färbe1-- „g eine gute Konstanz zeigt, aus einfachen Zwischenprodukten.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, aus ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffen, die nur zum Teil Sulfonamidgruppen besitzen und deshalb aus gut zugänglichen Zwischenprodukten herstellbar sind, neue wasserlösliche, braune 2:1-Metallkomplexazofarbstoffmischungen zu gewinnen, die dadurch ausgezeichnet sein sollen, daß ihr Farbton eine weitestgehende Konstanz bei unterschiedlichem pH-Wert des Färbebades zeigt. Diese technische Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß Monoazofarbstoffe aus diazotierter 1-Amino-2-hydroxy-6-nitronaphthalin-4-sulfosäure und diazotierten) 4-Nitro- oder 5-Nitro-2-aminophenol oder Mischungen aus dieson diazotierten Aminophenolen gekuppelt auf 2-Naphthol, gemeinsam mit dem Farbstoff aus diazotierten! 4-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 1-(4'-Sulfamidophenyl)-3-
methylpyrazolon oder gemeinsam mit Mischungen dieses Farbstoffs mit den Farbstoffen aus diazotiertem 5-Nitro-2-aminophenol oder 4-Chlor-2-aminophenol gekuppelt auf 1-(4'-Sulfamidophenyl)-3-methylpyrazolon chromiert werden. Dabei ist es wesentlich, daß zur Erreichung brauner Farbtöne und sowohl guter Löslichkeit als auch gutem Ziehvermögen und einer guten Konstanz der Nuance beim Färben unter unterschiedlichen pH-Bedingungen bestimmte Mengenverhältnisse einzuhalten sind. Das Molverhältnis der Farbstoffe auf Basis 2-Naphthol zu den Farbstoffen auf Basis 1-(4'-Sulfamidophenyl)-3-methylpyrazolon muß zwischen 1:1 und 1 -.4 liegen. Bei den Farbstoffen auf Basis 2-Naphthol soll das Molverhältnis des Farbstoffs aus diazotierter 1-Ainino-2-hydroxy-6-nitronaphthalinsulfonsäure zu den Farbstoffen aus den diazotierten Nitroaminophenolen 1:1 bis 3:1 botragen, wobei die diazotierten Nitroaminophenole entweder aus 4-Nitro- oder 5-Nitro-2-aminophenol odp>· aus beliebigen Mischungen dieser beiden Verbindungen hergestellt werden können. Bei dem Farbstoff auf Basis 1-(4'-Sulfamidophenyl)-3-methylpyrazolon können bis zu 50Mol-% des diazotierten 4-Nitro-2-aminophenols durch diazotiertes 5-Nitro-2-aminophenol oder auch 4-Chlor-2-aminophenol ersetzt werden, was die Intensität der erfindungsgemäß hergestellten Farbstoffmischung erhöht. Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist es zweckmäßig, alle für den Prozeß erforderlichen Farbstoffe, die die gleiche Kupplungskomponente besitzen, bereits gemeinsam als Mischung zu kuppeln. Weiter ist es sinnvoll, die zur Kupplung mit einer Kupplungskomponente vorgesehenen substituierten Aminophenole ebenfalls gemeinsam zu diazotieren.
Da die diazotierte 1-Amino-2-hydroxy-6-nitronaphthalin-4-sulfosäure, die als Chinondiazid handelsüblich ist, eine geringe Kupplungsenergie besitzt, kann sie vorteilhaft als erste Diazoniumverbindung zur Gesamtmenge 2-Naphthol gegeben werden. Nach der Synthese der ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffe ist es zweckmäßig, einen der Farbstoffe bzw. eine der Farbstoffmischungen zu isolieren und die Paste zur Suspension der zweiten Mischung bzw. des zweiten Farbstoffs hinzuzufügen. Welcher Farbstoff isoliert wird, hängt von der Zusammensetzung der Mischungen und ihrem Volumen ab und muß von Fall zu Fall entschieden werden. Auf jeden Fall kann dadurch eine wesentliche Reduzierung der Volumina erreicht werden. Die Chromierung der Farbstoffmischungen kann dann nach allen Verfahren, die drucklos arbeiten, erfolgen z. B. bei Temperaturen zwischen 90 und 10O0C mittels Chrom-lll-salzen in Gegenwart von Salizylsäure.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1 Die Suspensionen von 0,025 Mol des Farbstoffes aus diazotierten") 5-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 2-Naphthol (I),
0,025 Mol des Farbstoffes aus 6-Nitro-4-sulfonaphthochinondiazid gekuppelt auf 2-Naphthol (II) und 0,05 Mol des Farbstoffes aus diazotiertem 4-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 4'-Sulfamidphenylmethylpyrazolon (III) werden vereinigt und mit Salzsäure auf pH 5 eingestellt.
Nach Zugabe von 9g Salizylsäure und 15,2g eines basischen Chromsulfates mit 25% Cr2O3-Gehalt wird auf 95 bis 1000C angewärmt und die Temperatur etwa 3 Stunden gehalten. Während dieser Zeit wird langsam Natronlauge zugegeben, bis zum
Schluß ein pH-Wert von ftwa 8 erreicht wird.
Durch Zugabe von 240g Kochsalz wird die Metallkomplexfarbstoffmischung ausgefällt und nach Zugabe von Salzsäure bis pH 6 durch Filtration isoliert.
Sie färbt Wolle und synthetische Polyamidfasern in einem blaustichig dunkelbraunen Farbton mit sehr guten Echtheiten aus saurem und neutralem Bade.
Beispiel 2
Werden gemäß Beispiel 1 0,005 Mol des Farbstoffes aus diazotiertem 4-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 2-Naphthal (IV) mit 0,015 Mol des Farbstoffes Il und 0,08 Mol des Farbstoffes III gemeinsam chromiert, wird ein gelbstichiges Braun erhalten.
Beispiel 3
Werden gemäß Beispiel 1 0,01 Mol des Farbstoffes 1,0,01 Mol des Farbstoffes IV, 0,02 Mol des Farbstoffes II, 0,03 Mol des Farbstoffes III und 0,03 Mol des Farbstoffes aus diazotiertem 5-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 4'-Sulfamidophenylmethylpyrazolon (V) gemeinsam chromiert, wird ein rotstichiges Dunkelbraun erhalten.
Beispiel 4 bis 7
Entsprechend Beispiel 1 lassen sich durch Kombination der Farbstoffe I bis V (Angabe in Molmengen) folgende tabellieren
Braunstoffe herstellen:
Beispiel I Il III IV V Nuance sauer u. neutral
4 - 0,020 0,060 0,010 0,010 rotstichig
braun
5 - 0,013 0,080 0,007 - gelbbraun
6 0,006 0,014 0,080 - - gelbbraun
7 0,010 0,030 0,040 0,010 0,010 schwarzbraun
Beispiel 8 bis 10
Wird in den Beispielen 3,4 und 7 der Monoazofarbstoff V durch die gleiche Menge des Farbstoffes aus diazotiertem 4-Chlor-2-aminophenol gekuppelt auf 4'-Sulfamidophenylmethylpyrazolon (Vl) ersetzt, werden Farbstoffmischungen mit ähnlicher Nuance und vergleichbaren Echtheiten erhalten.

Claims (2)

  1. Verfahren zur Herstallung von neuen braunen, wasserlöslichen 2:1-Chromkomplexfarbstoffmischungen, deren Farbton weitestgehend unabhängig ist vom pH-Wert des Färbebades durch gemeinsame Chromierung von ο,ο'-Dihydroxyazofarbstoffen in Mischung unter Normaldruck und ohne Isolierung eines 1:1 -Chromkomplexes, gekennzeichnet dadurch, daß für die Herstellung von einem „Mol" der Farbstoffmischung, d. h. der Menge, die 3 VaI Chrom-(lll) komplex gebunden enthält, 1,0 bis 1,6 Mol des Farbstoffes aus diazotierten! 4-Nitro-2-aminophenc1 gekuppelt auf 1-(4'Sulfamidphenyl)-3-methylpyrazolon, wobei bis zu 50% der Diazokomponente durch 4-Chlor- oder 5-Nitro-2-aminophenol ersetzt sein kann, 0,2 bis 0,75 Mol des Farbstoffes aus diazotierter
  2. 2-Amino-2-hydroxy-6-nitronaphthalin-4-sulfosäure gekuppelt auf 2-Naphthol und 0,1 bis 0,5 Mol des Farbstoffes aus diazotierten! 4- oder 5-Nitro-2-aminophenol gekuppelt auf 2-Naphthol oder einer Mischung beider Farbstoffe gemeinsam chromiert werden.
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