DD295780A5 - Verfahren zur Errichtung von Deponieraum - Google Patents

Verfahren zur Errichtung von Deponieraum

Info

Publication number
DD295780A5
DD295780A5 DD295780A5 DD 295780 A5 DD295780 A5 DD 295780A5 DD 295780 A5 DD295780 A5 DD 295780A5
Authority
DD
German Democratic Republic
Prior art keywords
landfill
mining
base
dam
space
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Publication date

Links

Abstract

Bei der Erfindung handelt es sich um ein Verfahren zur Errichtung von Deponieraum durch Nutzung von Bergbauhalden. Ziel der Erfindung ist eine umweltfreundliche Deponierung von Abfaellen und eine Minimierung des Deponierisikos bei sinnvoller Integration in die bestehende Landschaft. Erfindungsgemaesz wird die Aufgabe dadurch geloest, dasz der Deponieraum, bestehend aus einem Sockel und einem die Deponie umgebenden Damm, durch das Aushoehlen von bestehenden Bergbauhalden entsteht und/oder bei Neuaufschluessen der Abraum so geschuettet wird, dasz Sockel und Damm fuer den Deponieraum geschaffen werden.{Deponie; Abfall; Deponieraum; Deponiezwischenabdichtung; Restloch; Deponiekontrolle; Muellkoerper; Drainage; Deponieschadwasser; Bergbauhalden}

Description

Hierzu 2 Seiten Zeichnungen
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Errichtung von Deponieraum vorzugsweise für die Abfallwirtschaft.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Die Deponierung von Abfällen geschieht bisher nach folgenden Technologien:
Deponie in Restlöchern,
Deponie in Bohrungen,
Deponie in unterirdischen Hohlräumen,
Deponie durch Aufhaidung des Abfalls auf der Erdoberfläche.
Nachteil der bisher bekannten Verfahren ist vor allem die mangelnde Kontrollfähigkeit bei Undichtigkeit der sich in Betrieb befindenden oder der geschlossenen Deponien, insbesondere die Wechselwirkungen der die Deponie verlassenden Abwässer und deren Einflußnahme auf das natürliche Grundwassersystem.
Ziel der Erfindung
Die Erfindung hat zum Ziel, ein Verfahren zu schaffen, das die umweltfreundliche Deponierung von Abfällen erlaubt, wobei eine sinnvolle Integration in die bestehende Landschaft erfolgt, und das Deponierisiko auf ein Minimum reduziert, ohne daß das vorhandene Landschaftsbild zerstört wird.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Errichtung von Deponieraum zu schaffen, das unter Nutzung üblicher Basisdichtungstechnologien und Verbringungstechniken die Errichtung eine Deponie umweltfreundlich oberhalb des Grundwasserspiegels erlaubt und die Nachteile der bekannten technischen Lösungen beseitigt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß der Deponieraum, bestehend aus einem Sockel und einem die Deponie umgebenden Damm, durch das Aushöhlen von bestehenden Bergbauhalden entsteht und/oder bei Neuaufschlüssen im Bergbau der Abraum so geschüttelt wird, daß ein Sockel und ein Damm für den Deponieraum geschaffen werden.
Das umgesetzte Haldenmaterial wird vorzugsweise bei in der Nähe der Halde sich befindenden Bergbaurestlöchern zu deren Auffüllung genutzt. Es kann aber auch zur Anstützung des Haldenfußes eingesetzt und/oder mit ihm eine Erweiterung des Deponieraumes über das Ausmaß der ehemaligen Bergbauhalde hinaus durch Verlängerung des den Deponieraum umgebenden Dammes und des Sockels vorgenommen werden.
Bei Neuaufschlüssen erfolgt die Ablagerung des Abraumes gleich so, daß statt einer üblichen Bergbauhalde Damm und Sockel für einen Deponieraum entstehen.
Die Basisdichtung geschieht nach herkömmlichen Verfahren auf einem Sockel. Der Aufbau des Müllkörpers erfolgt in Kippscheiben, die durch eine mineralische Dichtungs- und Pufferschicht voneinander isoliert werden und die zwecks Entlastung der Basisdichtung und Drainage ein separates Drainagesystem erhalten.
Der Schadwasseranfall erfolgt somit fraktioniert und sequentiell. Dadurch wird eine geringere Dimensionierung der Schadwasseraufbereitung angestrebt. Der direkte Kontakt zwischen Müllkörper und seitlicher Folien- und mineralischer Dichtung wird beim Verbringungsvorgang vermieden und der verbleibende Freiraum zwischen Deponiekörper und Seitenabdichtung mit einem sorptionsfähigen Material (z.B. Kraftwerksasche) aufgefüllt. Eine Deponieentgasung und Abdeckung erfolgen nach bekannten Verfahren.
Zur Überwachung der Basis- und Seitenabdichtung erfolgt die Installation eines Kontrollsystems über verrohrte Horizontalbohrungen.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden. Dabei zeigen
Fig. 1: die Möglichkeiten der Nutzung des Haldenmateriales und Fig. 2: den Querschnitt durch die Deponie.
Ausgangsobjekt ist eine bewachsene Abraumhalde der Braunkohleindustrie mit einer dem Zweck entsprechenden Größe.
In diese Halde wird durch Großgeräte ein Grabeneinschnitt vorgenommen. Die Breite des Grabeneinschnitts bzw. die Breite der verbleibenden Resthalde als Damm 2 sowie der Böschungswinkel zum Deponieraum 1 sind von bodenmechanischen Kriterien abhängig.
Denkbare Technologien wären der Einsatz eines kontinuierlich arbeitenden Tiefschnittgerätes mit Bandabförderung oder der Einsatz eines diskontinuierlichen Gewinnungsgerätes mit LKW-Abförderung.
Die in Fig. 1 eingetragenen Massenströme stellen die Verbringungsvarianten des Haldenmaterials dar.
Nach Herstellung des Deponieraumes 1 werden zunächst die übliche Basis- 5 und Seitenabdichtung β installiert. Die Einbringung und Verdichtung der Müllscheibe 7 erfolgen so, daß deren Mächtigkeit nur geringe Setzungen zuläßt und die Seitenabdichtung 6 nicht berührt.
Der Hohlraum zwischen der Müllscheibe und der Seitenabdichtung 6 wird mit sorptionsfähigem Material 9 (z.B.
Kraftwerksasche) aufgefüllt und anschließend verdichtet.
Nach Einbringung einer Zwischendichtung 8 mit Pufferschicht und Drainage kann die nächste Müllscheibe eingebracht werden.
Ist der Deponieraum 1 vollständig belegt, wird eine Deponieabdeckung 10 aufgebracht und rekultiviert. Im Sockel 3 ist zwecks Einbringung von Kontrollelementen ein System von Horizontalbohrungen 11 anzulegen.

Claims (8)

1. Verfahren zur Errichtung von Deponieraum oberhalb des Grundwasserspiegels, gekennzeichnet dadurch, daß der Deponieraum, bestehend aus einem Sockel und einem die Deponie umgebenden Damm, durch das Aushöhlen von bestehenden Bergbauhalden entsteht und/oder bei Neuaufschlüssen im Bergbau der Abraum so geschüttelt wird, daß Sockel und Damm für den Deponieraum geschaffen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das umgesetzte Haldenmaterial vorzugsweise in, sich in der Nähe der Bergbauhalde befindende Restlöcher eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das umgesetzte Haldenmaterial zur Anstützung des Haldenfußes eingesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß das umgesetzte Haldenmaterial zur Erweiterung des Deponieraumes über das Ausmaß der ehemaligen Bergbauhalde hinaus durch Verlängerung des Sockels und des den Deponieraum umgebenden Dammes eingesetzt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß die Verbringung von Abfall oberhalb des Grundwasserspiegels erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß Kippscheiben geringer Setzungsintensität zwecks Aufbaus eines Müllkörpers aus einzelnen voneinander isolierten Kippscheiben mit setzungspuffernder Zwischenschicht und segmentweiser Drainage eingebracht werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1,gekennzeichnet dadurch,daßdieNutzung des SockelszurEinbringung von Horizontalbohrungen als Kontrollelemente für die Basisabdichtung der Deponie genutzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß eine Minimierung der Schadwasseraufbereitung durch die Organisation eines sequentiellen und fraktionierten Schadwasseranfalls erreicht wird.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
Koerner et al. Leachate in landfills: the stability issues
Bonaparte et al. Geotechnical stability of waste fills: lessons learned and continuing challenges
US4580925A (en) Pervious surround method of waste disposal
DE1533794A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Lagern verfluessigter Gase
Marcuson III et al. Seismic rehabilitation of earth dams
EP0404999B1 (de) Verfahren zur Herstellung einer Abdichtung bei Deponien oder dergleichen
EP0188282A2 (de) Abdichtung und deren Herstellungsverfahren zur Schaffung tragfähiger, abbaufähiger Bodenmassen für die Ausführung von Untertagebauwerken, wie Hohlraumbauten oder dergleichen
Watts et al. Settlement characteristics of landfill wastes
DE3424981A1 (de) Verfahren zur sohlabdichtung von ausgedehnten deponien gegenueber grundwasser
CN213390180U (zh) 一种用于废弃矿山和垃圾场的生态修复系统
DD295780B5 (de) Verfahren zur Errichtung von Deponieraum
EP3926101A1 (de) Polyisobuten-basierte erdreichabdichtung mit dicht- und schlitzwänden oder in vollflächigem kontakt
DE19604525A1 (de) HDI-Sohle mit Filterauflage
DE3543098C2 (de)
DE4218216C1 (en) Large area gas block - has layer of water-retaining material between layers of cement-bonded leather and textile waste
DE3545280A1 (de) Sondermuell-deponie aus stahlbeton-erdbehaeltern
DE4314369C2 (de) Deponie-Abdichtung
DE3537816A1 (de) Verfahren zum herstellen und betreiben einer muelldeponie
DE4013145C1 (en) Backfilling mined cavities in coal mine - uses water absorbent waste material and mineral material, swelling on contact with water
DE2342887A1 (de) Verfahren und vorrichtung zur beseitigung von schutzbauten oder betonbauwerken und dergl.
Parate Some views on geotechnical and regulatory aspects of uranium mine and mill tailings disposal-stabilization management
John et al. Gotthard Base Tunnel–Comparison of forecast and findings regarding engineering geology and tunnelling/Gotthard‐Basistunnel–Vergleich Prognose und Befund aus baugeologischer und tunnelbautechnischer Sicht
Findlay et al. 1. Improvement of a hydraulic fill site in Bahrain using modified heavy tamping methods
WO2003033878A1 (de) Verschlussstopfen und verfahren zum verschliessen von untertägigen hohlräumen
Donovan et al. Assessment of hillside coal waste embankment failures using qualitative analysis