DD296824A5 - Mittel zur bekaempfung phytopathogener pilze - Google Patents

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DD296824A5
DD296824A5 DD32914589A DD32914589A DD296824A5 DD 296824 A5 DD296824 A5 DD 296824A5 DD 32914589 A DD32914589 A DD 32914589A DD 32914589 A DD32914589 A DD 32914589A DD 296824 A5 DD296824 A5 DD 296824A5
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DD
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flutriafol
aldimorph
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activity
combination
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Application number
DD32914589A
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English (en)
Inventor
Lothar Adam
Erich Hahn
Frank Wehner
Thomas Strumpf
Original Assignee
Biologische Zentralanstalt Berlin,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft neue Mittel zur Bekaempfung phytopathogener Pilze mit verbesserter Wirkung, Wirksamkeit bei Fungizidresistenz, verbreitertem Wirkungsspektrum und verringerter Phytotoxizitaet bei verringerten Aufwandmengen. Erfindungsgemaesz werden Wirkstoffkombinationen in ueblicher Formulierung bestehend aus Flutriafol (Komponente A) und * oder einer Kombination mit ihren stellungisomeren * (Komponente B) verwendet.{synergistische fungizide Mischung; Triazole; Morpholine; E. graminis; S. nodorum; Winterweizen; Phytotoxizitaet; Fungizidresistenz;}

Description

1 1
O N-R1 O N-R1
(D Cn)
H3C "CH3
in denen
R1 C10-C18 un/verzweigtes oder cyclisches Alkyl bedeutet, sowie übliche Formulierungshilfsmittel oder deren Gemische enthalten.
2. Mittel nach Punkt 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombination der Komponenten A und B im Verhältnis 10:1 bis 1:10 erfolgt.
3. Mittel nach Punkt 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombination der Komponenten A und B entweder als Partner in Formulierungen oder in Tankmischungen erfolgt.
4. Mittel nach Punkt 1 ...3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombinationen die Komponenten A und B zwischen 0,1 und 98Gew.-% enthalten.
5. Verfahren zur Bekämpfung von phytopathogenen Pilzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kombinationen der Komponenten A und B gemäß Punkt 1...4 auf phytopathogene Pilze oder deren Lebensraum mit Aufwandmengen von 0,1 bis 2,0 kg Wirkstoff/ha zum Einsatz kommen.
Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft neue wirksamere Mittel zur Bekämpfung phytopathogener Pilze, die eine verbesserte Wirkung auch bei Fungizidresistenz aufweisen sowie ihren Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Pilzkrankheiten der Kulturpflanzen verursachen trotz der Entwicklung moderner, systemischer Fungizide immer noch hohe Ernteverluste. Eine Ursache ist in der raschen Entwicklung von Fungizidresistenz zu suchen. Weiterhin kann beobachtet werden, daß das Wirkungsspektrum von Fungiziden nicht immer die auftretenden Pilzerkrankungen ausreichend erfaßt. N-Alkylmorpholine sind als Fungizide mit großer praktischer Bedeutung bekannt (DE 1164152; DE 1198125; DD 140412). Ein wesentlicher Nachteil der N-Alkylmorpholine besteht in ihrem engen Wirkungsspektrum, das den Einsatz vorrangig auf die Bekämpfung echter Mehltaupilze begrenzt und in phytotoxischen Effekten.
Triazol-Fungizide sind als Fungizide mit einem breiten Wirkungsspektrum und einer hohen fungiziden Potenz bekannt, wie z. B. Flutriafol (EP 0015756) und Propiconazol (DE 2551560). Ein erheblicher Nachteil dieser Fungizide ist in der raschen Entwicklung von Fungizidresistenz zu sehen, die den Einsatz dieser Fungizide begrenzt.
Weiterhin ist bekannt, daß Mischungen von N-Alkylmorpholin-Fungiziden mit Triazol-Fungiziden, z. B. Propiconazol, im Getreideanbau im praktischen Einsatz sind (z. B. Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis 1988, Teil 1,36. Auflage, S.36, S.47; hrsg. BBA für Land- und Forstwirtschaft der BRD).
Sie besitzen jedoch den Nachteil, daß eine Minimierung des Wirkstoffeinsatzes für eine effektive Schaderregerbekämpfung keine ausreichenden Bekämpfungserfolge garantiert und die Ausbildung resistenter Pilzpopulationen nur verzögert wird. Die aufgeführten Nachteile begründen die weitere Suche nach neuen Wegen zur Verbesserung von Fungizidpräparaten.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, neue wirksamere Mittel zur Bekämpfung phytopathogener Pilze mit verbesserten Gebrauchseigenschaften zu entwickeln, die auch bei Auftreten von Fungizidresistenz wirksam sind.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, durch den Einsatz bekannter Wirkstoffe auf der Basis von Triazolen und
N-Alkylmorpholinen Mittel mit verbesserter Wirkung, Wirksamkeit bei Fungizidresistenz, verbreitertem Wirkungsspektrum,
verringerter Phytotoxizität und verminderten Aufwandmengen zu suchen. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß in Wirkstoffkombinationen üblicher Formulierung
Flutriafol (Komponente A)
und Wirkstoffe (Komponente B) besteht aus
N-Alkyl-2,6-dimethylmorpholinen der allgemeinen Formel I oder einer Kombination mit ihren Stellungsisomeren N-Alkyl-2,5-dimethylmorpholinen der allgemeinen Formel Il
Η4Ο H3C
0 N-R1 0 N-R1
(D (II)
in denen R1 C10-Cig un/verzweigtes oder cyclisches Alkyl bedeutet, zur Anwendung kommen.
Überraschenderweise wurde eine auf einem synergistischen Effekt beruhende Steigerung der fungiziden Wirkung gefunden, die eine Verminderung der Aufwandmengen bei Verbesserung der Initialwirkung ermöglicht. Die erfindungsgemäßen
Kombinationen besitzen Wirksamkeit bei eingetretener Fungizidresistenz und mindern die Gefahr der Ausbildung von
resistenten Pilzstämmen. Vorteilhaft ist weiterhin, daß durch die verminderte Gefahr der Phytotoxizität ein breiter Einsatz an
verschiedenen Kulturpflanzen erfolgen kann, wobei an Pflanzen oder Pflanzenteilen auftretende phytopathogene Pilze bekämpft werden. Aufgrund der systemischen Eigenschaften beider Komponenten werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile vor Befall geschützt. Der Vorzug der erfindungsgemäßen Mittel besteht auch in der Erweiterung des Wirkungsspektrums gegenüber den Einzelkomponenten, wobei insbesondere die Wirkung auf Schaderreger wie Fusarium spp., Pseudocercosporella spp., Septoria spp. und Typhula spp. ausgeweitet wird.
Besondere Vorteile bei der Anwendung der erfindungsgemäßen Mittel ergeben sich, bedingt durch verringerte
Wirkstoffaufwandmengen, aus einer geringeren Umweltbelastung und verminderten Rückstandsmengen in der Kulturpflanze.
Somit stellen die erfindungsgemäßen Mittel eine Weiterentwicklung des Standes der Technik dar.
Der vorteilhafte Effekte dieser erfindungsgemäßen Mittel kann dann erreicht werden, wenn die Anwendung der Komponente A:KomponenteB im Verhältnis 10:1 bis 1:10 erfolgt. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn als Komponente B
N-Alkyldimethylmorpholine, nach DD-PS 140412 ein Gemisch aus N-Alkyl (C10-Cl4)-2,6-dimethyl-morpholinen und mindestens 15% der stellungsisomeren N-Alkyl (C10-Ci4)-2,5-dimethylmorpholine, enthalten sind (Aldimorph).
Zur Erzielung eines für die Praxis vorteilhaften Effektes können die Komponenten A und B entweder als Kombinationspartner in Formulierungen oder in Tankmischungen eingesetzt werden.
Erfindungsgemäße Mittel enthalten zwischen 0,1 und 98Gew.-% Wirkstoffe neben den üblichen festen und/oder flüssigen
Träger- und Zusatzstoffen, sowie oberflächenaktiven Verbindungen. Es können in üblicherweise Formulierungen, wie
Lösungen, Emulsionskonzentrate, benetzbare Pulver, Granulate, Mikrokapseln usw. hergestellt werden.
Die Applikation der erfindungsgemäßen Kombinationen erfolgt in bekannter Art, z. B. durch Tauchen, Gießen, Spritzen, Sprühen usw., direkt auf die phytopathogenen Pilze oder auf deren Lebensraum. Dabei können Aufwendungen in Abhängigkeit von der spezifischen Anwendung von 0,1 bis 2,0kg Wirkstoff/ha zum Einsatz kommen.
Ausführungsbeispiele
Die ausgewählten Ausführungsbeispiele sollen die Erfindung erläutern ohne sie einzuschränken.
Beispiel 1
Das erfindungsgemäße Mittel wurde an Winterweizen unter Freilandbedingungen im Parzellenversuch angewendet. Die Behandlung erfolgte bei Beginn des Mehltaubefalls. Zur Verdeutlichung der vorteilhaften Wirkung der erfindungsgemäßen Mittel wurde die Ertragswirksamkeit herangezogen (Tabelle 1). Aus der Tabelle 1 ist zu entnehmen, daß mit dem erfindungsgemäßen Mittel auf der Basis von Flutriafol und Aldimorph signifikante Mehrerträge von 26% erreicht wurden.
Tabelle 1
Ertragswirksamkeit des erfindungsgemäßen Mittels auf der Basis von Flutriafol und Aldimorph an Winterweizen (E.graminis) (x von 3 Versuchen)
Variante Aufwandmenge Mehrertrag
kg o· l/ha (%)
unbehandelte Kontrolle _ 0
Flutriafol 0,0625 26,2
+ Aldimorph +0,397 26,5
Flutriafol 0,125 18,6
Aldimorph 0,397 5,8
Beispiel 2
Das erfindungsgemäße Mittel wurde an Winterweizen der Sorte Taras' unter Praxisbedingungen eingesetzt. Die einmalige Behandlung erfolgte bei Beginn des Mehltaubefalls. Die vorteilhafte Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels kann am Befallsgrad beurteilt werden. In der Tabelle 2 wird der synergistische Effekt der erfindungsgemäßen Kombination mit den Wirkstoffen Flutriafol und Aldimorph verdeutlicht. In diesem Versuch wurden keine phytotoxischen Effekte nachgewiesen.
Tabelle 2
Fungizide Wirkungen des erfindungsgemäßen Mittels auf der Basis von Flutriafol und Aldimorph an Winterweizen
Variante Aufwandmenge Befallsgrad (%) 14d 28 d
kg о l/ha Od 21,2 26,8
unbehandelte Kontrolle _ 10,0
Flutriafol 0,0625 14,4 16,4
+ Aldimorph +0,397 4,4 6,6 23,0
Flutriafol 0,125 6,9 19,7 26,2
Aldimorph 0,397 8,1
Beispiel 3
Das erfindungsgemäße Mittel wurde unter Praxisbedingungen an Winterweizen der Sorte 'Taras' eingesetzt. Die einmalige Behandlung erfolgte bei Beginn des Septoria befalls. Die vorteilhafte Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels kann am Befallsgrad beurteilt werden. In der Tabelle 3 wird der synergistische Effekt der erfindungsgemäßen Kombination mit den Wirkstoffen Flutriafol und Aldimorph verdeutlicht. In diesem Versuch traten keine phytotoxischen Nebenwirkungen auf.
Tabelle 3
Fungizide Wirkungen des erfindungsgemäßen Mittels auf der Basis von Flutriafol und Aldimorph an Winterweizen (S. nodorum)
Variante Aufwandmenge Befallsgrad (%) 14d 28 d
kg о l/ha Od 11,0 26,8
unbehandelte Kontrolle _ 2,5
Flutriafol 0,0625 1,8 7,0
+ Aldimorph +0,397 0,3 2,5 16,8
Flutriafol 0,125 0,5 11,6 25,9
Aldimorph 0,397 0,6
Beispiel 4
Das erfindungsgemäße Mittel auf der Basis von Flutriafol und Aldimorph wurde gegen Getreidemehltau mit abnehmender Sensibilität gegenüber Flutriafol eingesetzt. Das erfindungsgemäße Mittel zeigte auch nach wiederholter Anwendung über einen längeren Zeitraum eine ausgezeichnete fungizide Wirkung ohne ein Nachlassen des Wirkungsgrades gegen Getreidemehltau.

Claims (1)

1. Mittel zur Bekämpfung phytopathogener Pilze, dadurch gekennzeichnet, daß sie als Wirkstoffe eine Kombination aus
(A) Flutriafol und
(B) N-Alkyl-2,6-dimethylmorpholinen der allgemeinen Formel I oder einer Kombination mit ihren Stellungsisomeren N-Alkyl-2,5-dimethylmorpholinen der allgemeinen Formel Il
HoC H-C
DD32914589A 1989-06-01 1989-06-01 Mittel zur bekaempfung phytopathogener pilze DD296824A5 (de)

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DD296824A5 true DD296824A5 (de) 1991-12-19

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DD (1) DD296824A5 (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
GB2264641B (en) * 1992-03-05 1995-09-13 Sandoz Ltd Fungicidal compositions

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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