DD296840A5 - Verfahren zur herstellung von verdauungsenzymgeschuetzten oral anwendbaren arzneimitteln - Google Patents

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DD296840A5
DD296840A5 DD28741986A DD28741986A DD296840A5 DD 296840 A5 DD296840 A5 DD 296840A5 DD 28741986 A DD28741986 A DD 28741986A DD 28741986 A DD28741986 A DD 28741986A DD 296840 A5 DD296840 A5 DD 296840A5
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DD
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cellulose
absorption
surfactants
tablets
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DD28741986A
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Annedore Steinicke
Kurt Roehr
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Berlin-Chemie Ag,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von verdauungsenzymgeschuetzten oral anwendbaren Arzneimitteln in Form von Tabletten, Dragees, Granulaten, Kapseln, Mehrschichttabletten und Saft in Mikrokapseln und gegebenenfalls noch weiteren Wirkstoffen, das dadurch gekennzeichnet ist, dasz die Zubereitung resorptionsfoerdernde Stoffe wie Tenside zugemischt werden und die Zubereitung einen UEberzug erhaelt, der erst im Dickdarm durch die enzymatische Taetigkeit der Dickdarmbakterien aufgeloest wird.

Description

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Präparates, das Kohlenhydrate, Lipide oder Proteine bzw. Komplexe dieser Substanzgruppen enthält und oral wirksam ist.
Formulierungen, die höhermolekulare Kohlenhydrate, Peptide, Lipide einzeln, im Gemisch oder in Form von Komplexverbindungen enthalten, sind dadurch gekennzeichnet, daß sieals Injektion oderlnfusion Verabreicht werden müssen, um ihre Wirkung entfalten zu können. Das rührt daher, daß diese Wirkstoffe auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung durch die Verdauungsenzyme im Magen-Darm-Trakt abgebaut und auf Grund ihrer Molekülgröße und physikalisch-chemischer Beschaffenheit kaum resorbiert werden, so daß eine orale Anwendung bisher ökonomisch noch nicht realisierbar war. Das Ziel der Erfindung besteht darin, für solche Wirkstoffe ein Verfahren zurHerstellung einer oral anwendbaren Arzneimittelzubereitung aufzuzeigen, das ökonomisch vorteilhaft anwendbar ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabezugrunde, ein Verfahren zurHerstellung von oral anwendbaren Formulierungen mit Wirkstoffen zu erhalten, die normalerweise durch die Verdauungsenzyme abgebaut werden und zum anderen durch ihre physikalischchemischen Eigenschaften nicht oder kaum resorbiert werden.
Durch Umhüllung der oralen Zubereitung mit mindestens 2SchFchten kann erreicht werden, daß das Arzneimittel erst In den unteren Darmabschnitten freigesetzt wird, in denen körpereigene proteolytlsche, amyolytische und lipolytische Enzyme kaum noch vorhanden sind.
Dies ist dann gegeben, wenn eine ersteHülleden darunterliegenden Kern vonzersetzenden Einflüssen des Magen-Darm-Traktes schützt. Dafürsind anionische filmbildende Polymere bekannt wie z.B. Celluloseacetylphthalt oder Polymethylacryrsäurederivate-Diezweite Hülle muß dann aus einem Material bestehen, das von den Enzymen des Organismus nicht angegriffen. Jedoch von den celluloseabbauenden Dickdarmbakterien zerlegt wird. Diese Eigenschaft besitzen Pektine, Alginate und vor allem Cellulose und seine Derivate.
Erfindungsgemäß erhalten dieZubereitungen einen Überzug aus Pektin, Alginin, mikrokristalliner Cellulose, Cellulosederivaten wie Celluloseacetylphthalat, Hydroxypropylmethylcellulosephthalat und Celluloseacetosuccinat, aus Benzophenylsalicylat und/oder Styrol-Maleinsäure-Copolymeren. Auch andere gleichwirkende Überzugstoffe können Anwendung finden. Um das im Dickdarm freigesetzte Arzneimittel zur ausreichenden Resorption zu bringen, ist die Zugabe eines geeigneten Detergens erforderlich. Ohne einen solchen Zusatz findet keine ausreichende Resorption des Arzneimittels statt. Hierfür geeignete Detergenzien sind unter anderen nichtionogene oberflächenaktive Mittel vom Ethertyp des Potyoxyethylens, anionische oberflächenaktive Mittel, insbesondere Eiweißfettsäurekondensate und Laurylsulfonat, kationische oberflächenaktive Mittel, ampholytische oberflächenaktive Mittel, Gallensäure und deren Alkalisalze. Erfindungsgemäß kann auch so verfahren werden, daß das Arzneimittel und der Resorptionsvermittler in Pellets verarbeitet werden, dledurch eine Substanzumhülltwerden, diedurch dieMikroflora des Darmsentfernt wird. Damit die Pellets jedoch vom sauren Mageninhalt nicht beschädigt werden, ist eine Einbringung in Hartgelatinekapseln möglich, die nach der Füllung magensaft- und verdauungsenzymresistent dragiert werden
Durch die kombinierte Anwendung dieser beiden Prinzipien
— Umhüllung des Präparates mit mindestens 2 Überzügen, durch die gewährleistet wird, daß der Wirkstoff erst im Dickdarm freigegeben und somit eine proteolytlsche Inaktivierung verhindert wird,
— Zusatz von Detergenzien zurFörderung der Resorption von Arzneimitteln durch die Schleimhäute des Dickdarms ist es möglich. Arzneimittel mit Peptid-, Lipid- und/oder Kohlenhydratanteilen oral zur Anwendung zu bringen.
Beispiel Ί
Drageekerne von 100mg werden nach üblichem Verfahren so hergestellt, daß sie5 mg wasserlösliches Lipopolysaccharid eines nicht pathogenen Escherichia-coli-Stammes von 1Opg Polyoxyethylen-(2)-cethylether (Brij 52®) enthalten.
Etwa 2000 diser Drageekerne werden im Luftsuspensionsverfahren mit einer Flüssigkeit gesprüht, die
mikrokristalline Cellulose 0,5 g
Ethylcellulose 4 g
Hydroxypropylmethylcelluosephthalat 12g
Dibutylphthalat 4g
Isopropanal 200 ml
Ethanol 200 ml
enthält.
Nach Trocknung erfolgt eine erneute Behandlung der Dragees im Luftsuspensionsverfahren mit einer Lösung aus
Hydroxypropylmethylcellulosephthalat 40 g
Isopropanol 320 g
Ethylacetat 320 g
Die Zeitdauer der ßesprühung ist so gewählt, daß nach anschließender Trocknung die Dragees ein Gewicht von durchschnittlich 116mg aufweisen.
Beispiel 2
Pellets von einem Durchmesser von etwa 1 mm werden nach üblichem Verfahren unter Zusatz von Bindemitteln so hergestellt, daß sie zu 25% aus dem Wirkstoff, dem Muramyldipeptid 2-(p-Amminophenyl-2-acetamido-2-desoxy-3-o-ß-D-glukopyranosyl)-D-propionyl-L-alanyl-D-isoglutamin und zu 20% aus Polyoxyethylen-(4)-laurylether (Brij 30®) bestehen.
Diese Pellets werden irrftuftsuspensionsverfahren mit einer Flüssigkeit gesprüht, die nachstehende Zusammensetzung aufweist:
mikrokristalline Cellulose 4g
Ethylcellulose 50 g
Dibutylphthalat 20 g
Propandiol-1,2 12 g
Isopropanol 550 ml
Ethanol 500 ml
Die Zeitdauer der Besprühung wird so gewählt, daß nach Trocknung die Pellets eine Gewichtszunahme von 5% aufweisen. 205 mg der Pellets werden in eine Gelatinekapsel gefüllt und nach üblichem Verfahren magensaftresistent umhüllt.

Claims (2)

1. Verfahren zur Herstellung von verdauungsenzymgeschützten oral anwendbaren Arzneimitteln in Form von Tabletten, Dragees, Granulaten, Kapseln, Mehrschichttabletten und Saft in Mikrokapseln und gegebenenfalls noch weiteren Wirkstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Zubereitung einen Überzug, der erst im Dickdarm durch die enzymatische Tätigkeit der Dickdarmbakterien aufgelöst wird, aus Pektin, Alginrn, mikrokristalliner Cellulose, Cellulosederivaten wie Celluloseacetylphthalat, Hydroxypropylmethylcellulosephthalat und Celluloseacetaosuccinat, aus Benzophenytsalicyfa^Styrol-Maleinsäure-Copolymere und/oder wirkungsähnlichen Stoffen erhält und der Zubereitung resorptionsfördernde Stoffe wie nichtionische oberflächenaktive Mittel vom Ethertyp des Polyoxyethylens, anionische oberflächenaktive Mittel, kationische oberflächenaktive Mittel, ampholytische oberflächenaktive Mittel, Gallensäuren und Alkalisalze der Gallensäure zugemTscht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als resorptionsfördernde Stoffe Eiwerßfettsäurekondensate, Laurylsulfonatund höhere Alkoholether des Polyoxyethylens eingesetzt werden.
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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
WO1999006527A3 (de) * 1997-07-30 1999-04-22 Inst Mikrotechnik Mainz Gmbh Mittel zur herstellung und/oder behandlung alkoholhaltiger getränke, insbesondere wein oder schaumwein, sowie dessen verwendungen

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WO1999006527A3 (de) * 1997-07-30 1999-04-22 Inst Mikrotechnik Mainz Gmbh Mittel zur herstellung und/oder behandlung alkoholhaltiger getränke, insbesondere wein oder schaumwein, sowie dessen verwendungen

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