DD296906A5 - Mittel und verfahren zur revitalisierung von baeumen - Google Patents

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DD296906A5
DD296906A5 DD86289921A DD28992186A DD296906A5 DD 296906 A5 DD296906 A5 DD 296906A5 DD 86289921 A DD86289921 A DD 86289921A DD 28992186 A DD28992186 A DD 28992186A DD 296906 A5 DD296906 A5 DD 296906A5
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Heinz Crahmer
Reinhard Schmidt
Siegfried Rossmann
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Stickstoffwerk Ag Wittenbrg-Piesteritz,De
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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Mittel, das gesunde und geschaedigte Baeume gegen die schaedigende Wirkung von NOx- und SO2-Immissionen vitalisiert bzw. revitalisiert sowie das Verfahren zu seiner Anwendung. Es ist Ziel und Aufgabe der Erfindung, ein Mittel und ein Verfahren zu seiner Anwendung vorzuschlagen, das kurzfristig und wirkungsvoll die vorhandenen Waldschaeden beseitigt, das durch die Verwendung einheimischer Rohstoffe sehr oekonomisch ist. UEberraschend wurde nun gefunden, dasz eine kurzfristige und wirkungsvolle Revitalisierung bzw. Vitalisierung der Baeume auftritt, wenn eine Feststoffmischung, die Magnesium-Ligninsulfonat oder Magnesiumsalze und Ligninsulfonate bzw. Ligninsulfonsaeure enthaelt, auf die Baeume verstaeubt wird.

Description

Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Mittel, das gesunde und geschädigte Bäume, vorzugsweise Nadelbäume gegen die schädigende Wirkung von NOx- und SO2-lmmissionen vitalisiert bzw. revitalisiert sowie das Verfahren zu seiner Anwendung.
Charakteristik des bekannten Standes der Technik
Die umweltbelastenden NOx- und SO2-Abgase führen zu sauren Niederschlägen, die im Zusammenhang mit anderen Faktoren eine Erniedrigung des pH-Wertes der Böden bewirken.
Außerdem schädigen diese Gase die Assimilationsorgane der Bäume und Sträucher direkt oder indirekt. Im besonderen Maße sind von dieser Schädigung immergrüne Nadelbäume in Forstbeständen, Parkanlagen sowie in Solidärbeständen betroffen.
Die Schädigung der Assimilationsorgane führt zu einem Rückgang der Assimilationsleistung. Andererseits wird durch die pH-Wertverschiebung in den stark sauren Bereich und Nährstoffmangel die Nährstoffaufnahme aus dem Boden gestört, was u.a. auch eine Verringerung der Magnesiumaufnahme durch die Wurzeln zur Folge hat.
Beide Faktoren hemmen die Photosynthese und verursachen damit Störungen im Energiehaushalt sowie in der Synthese von essentiellen Substanzen und Abwehrstoffen der Pflanzen. Als Folge kommt es zu Schäden im Wurzel- und im Kronenbereich der Bäume, die reparabler oder irreparabler Natur sein können.
Zur Beseitigung dieser Auswirkungen, die in vielen Ländern zu Schäden großen Ausmaßes geführt haben, sind eine Vielzahl von Mitteln eingesetzt. Hierunterfallen allgemein bekannte Düngemittel mit NPK-Nährstoffen mitz.T. erheblichen Aufwandmengen (Zeitschr. Blickfeld, Chemie Linz AG 58 [1981] S. 14-21; ebenda 66, [1981] S.25-27). Weiterhin ist die Anwendung Mg-haltiger Kalkdünger (Zeitschr. Blickfeld, Chemie Linz AG 66 [1984] S. 25-27) und Blattdüngemittel auf der Basis von Haupt- und Spurennährstoffen in Form wäßriger Dispersionen bekannt (DE-PS 3417133). Weitere Blattdüngemittel sind beschrieben in Europa-Chemie, Düsseldorf 18, (1984) S.297.
Das Fortschreiten der Waldschäden sowie die Schädigung von Baumbeständen in Parks und anderen Gebieten zeigt, daß alle beschriebenen Mittel noch keine ausreichende Wirkung zur Behebung der Schadensursache besitzen.
Bei einigen Mitteln führt ihre Anwendung bei Bäumen sogar zu zusätzlichen Verätzungen bzw. zu einem erhöhten Wildverbiß durch den salzigen Geschmack. Andere Mittel sind ökonomisch und applikationstechnisch derart aufwendig, daß eine Nutzanwendung unvorteilhaft ist. Schließlich sind zusätzlich umweltbelastende Faktoren mit negativem Einfluß auf das Bodensubstrat und die biologischen Abläufe in demselben aufgetreten.
Insgesamt ist festzustellen, daß alle bisher bekannten Mittel keine ausreichende Vitalisierung bzw. Revitalisierung zur Verhütung weiterer Schadensfälle in den Baumbeständen NOx- und SO2-belasteter Gebiete bewirken konnten.
Ziel der Erfindung
Es ist das Ziel der Erfindung, ein Mittel aufzuzeigen, das die Vitalisierung gesunder und die Revitalisierung geschädigter Baumbestände wirksam gewährleistet sowie eine Prophylaxe gegen die Auswirkung von Schadstoffen ermöglicht.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Mittel und ein Verfahren zur Vitalisierung bzw. Revitalisierung von Bäumen, insbesondere von Nadelbäumen vorzuschlagen, das kurzfristig und wirkungsvoll die vorhandenen Waldschäden beseitigt bzw. deren Auftreten verhindert, das durch die Verwendung einheimischer Rohstoffe sehr ökonomisch ist und das gewährleistet, daß keine negativen Auswirkungen wie zusätzliche Verätzungen an Assimilationsorganen, verstärkter Wildverbiß und eine weitere Ansäuerung des Bodens auftreten. Überraschend wurde nun gefunden, daß eine kurzfristige und wirkungsvolle Revitalisierung bzw. Vitalisierung der Bäume unter Vermeidung obiger Nachteile dann auftritt, wenn eine Feststoff mischung, die Magnesium-Ligninsulfonat oder Magnesiumsalze und Ligninsulfonate bzw. Ligninsulfonsäure enthält, auf die Bäume verstäubt wird.
Als Magnesiumverbindungen sind wasserlösliche Salze vorzugsweise Sulfate, Nitrate, Karbonate, Hydrogenkarbonate, Chloride sowie Verbindungen mit organischen Karbonsäuren geeignet.
Aus der Reihe der Ligninsulfonate kommen insbesondere die Salze des Calciums, Ammoniums und freie Ligninsulfonsäure zur Anwendung. Für spezifische Einsatzgebiete mit Mikronährstoffmangel sind dem Mittel zweckmäßiger Weise die Elemente Cu, Zn, Fe, Mn, Mo, B als Ligninsulfonate oder in anderer Salzform zugesetzt.
Zur Erreichung einer hohen Wirksamkeit des Mittels über die Assimilationsorgane wird das Verhältnis der Komponenten Magnesium zum Ligninsulfonsäureanteil wie folgt eingestellt:
Ligninsulfonsäure:Magnesium99,8-60Ma.-%:0,2-40Ma.-%, vorzugsweise 90-85Ma.-%:10-15Ma.-%.
Die Ausbringung des Mittels geschieht durch Zerstäubung mit geeigneten Bodengeräten oder mit Flugzeugen.
Der wesentliche Vorteil der Feststoffapplikation liegt in der Möglichkeit, hohe Mengen zu dosieren, die als Schicht auf den Assimilationsorganen anhaftend deponiert sind. Dadurch ist es möglich, den Magnesiummangel mühelos durch eine einzige Applikation pro Jahr zu beheben. Zur Verbesserung des bereits durch das Ligninsulfonsäuremolekül hervorgerufenen guten Haftvermögens an den Nadeln lassen sich feuchtigkeitsbeeinflussende Substanzen wie z. B. Tenside und Haftmittel wie Cellulosederivate, Stärkeprodukte oder synthetische Polymere zusetzen. Als günstig erweist sich die Applikation im Zusammenspiel mit einer künstlichen oder natürlichen Befeuchtung der Bäume. Das Haftvermögen wird entscheidend beeinflußt durch den Wassergehalt und das Vorliegen der Feststoffmischung in feinverteilter Form. Zweckmäßigerweise wird der Wassergehalt auf < 15 Ma.-%, vorzugsweise 5Ma.-% eingestellt. Eine erhöhte Wirksamkeit des Mittels wird durch Zusätze von Stickstoffverbindungen wie Harnstoff, Ammonnitrat oder deren Gemische sowie Nitraten der Alkali- und Erdalkalimetalle erzielt.
Als ökonomisch und ökologisch außerordentlich günstig erweist sich die Tatsache, daß die Ausgangsprodukte für das Mittel technisch leicht zugängliche Produkte darstellen, die als Abfall aus der Celluloseproduktion und der Mineralsalzgewinnung bisherteilweise umweltbelastend beseitigt werden müssen.
Beispiel 1
Mit einem Mittel, bestehend aus Magnesium-Ligninsulfonat mit 6% Mg und 5% H2O in feinverteilter Form wurde ein geschädigter Fichtenbestand bestäubt, der nur noch 3 Nadeljahrgänge enthielt. Die Nadeln waren chlorotisch verfärbt. Die Behandlung zeigte nach 10 Wochen folgende Wirkung:
Die Färbung der Nadeln wechselte von gelb auf grün, der Mg-Gehalt der Nadeln erhöhte sich in den einjährigen Nadeln von 0,02% auf 0,05%, in den dreijährigen Nadeln von 0,01 % auf 0,04%.
Beispiel 2
Mit einem Mittel, bestehend aus einer Mischung von 375kg Calcium-Ligninsulfonat, 335kg MgSO4 · 7H2O und 10kg MnSO4 wurde ein geschädigter Fichtenbestand von 10ha aviotechnisch bestäubt. Die Nadeln der Fichten waren gelblich verfärbt. Vor der Behandlung betrug der Mg-Gehalt in den Nadeln 0,01 % und der Mn-Gehalt 215ppm. 12 Wochen nach der Applikation des Mittels ergaben Nadelanalysen einen durchschnittlichen Mg-Gehalt von 0,09% und einen Mn-Gehalt von 1 790 ppm. Der Bestand war sichtlich ergrünt.
Beispiel 3
Ein Waldbestand, von 20 ha, dessen Nadelgehölze gelbliche Verfärbungen aufwiesen, wurde mit einem Mittel, bestehend aus einer Mischung von 375kg Ammonium-Ligninsulfonat und 335kg MgSO4 7 H2O behandelt. Nach 12 Wochen war der Bestand wieder sichtbar ergrünt.
Beispiel 4
Mit einem Mittel, bestehend aus einer Mischung von 375 kg Calcium-Ligninsulfonat, 325kg MgSO4 · 7H20,8kg CuSO4 5H2O und 200 kg Ammoniumsulfat wurde ein Fichtenbestand von 20ha behandelt, dessen Bäume nur noch 3 Nadeljahrgänge enthielten, wobei die Nadeln gelblich verfärbt waren.
Eine Nadelanalyse vorder Applikation zeigte folgende Gehalte:
N 1,3%, Mg 0,01 %, Cu 2,1 ppm. 12 Wochen nach der Applikation war der Bestand deutlich sichtbarergrünt. Eine erneute Nadelanalyse ergab eine Steigerung der Gehalte von N auf 1,48%, Mg auf 0,05% und Cu auf 3,0 ppm.

Claims (7)

1. Mittel zurRevitalisierung und Vitalisierung von Bäumen, insbesondere von Nadelbäumen, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einer Feststoffmischung besteht, die Magnesium-Ligninsulfonat oder andere Ligninsulfonate, insbesondere Calcium- und Ammonium-Ligninsulfonat oder Ligninsulfonsäure und Magnesiumsalze enthält.
2. Mittel zur Revitalisierung und Vitalisierung von Bäumen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es als wasserlösliche Magnesiumsalze, Magnesiumsulfat, Magnesiumnitrat, Magnesiumhydrogencarbonat, Magnesiumphosphate, Magnesiumchlorid oder Verbindungen mit organischen Säuren enthalten kann.
3. Mittel zur Revitalisierung und Vitalisierung von Bäumen nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Magnesiumanteil 0,2-40% und der Ligninsulfonatanteil 60-99,8% beträgt.
4. Mittel zur Revitalisierung und Vitalisierung von Bäumen nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Wassergehalt im Mittel <15% eingestellt wird.
5. Mittel zur Revitalisierung und Vitalisierung von Bäumen nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß es Zusätze an Mikronährstoffen wie Cu, Mn, Fe, Zn, Mo, B sowie Mikronährstoffe wie K, Ca und P-Verbindungen einzeln oder im Gemisch bis 15 Ma.-% enthält.
6. Mittel zur Revitalisierung und Vitalisierung von Bäumen nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß es Zusätze an Haftmitteln wie Cellulosederivate, Stärkeprodukte oder synthetische Polymere enthält.
7. Verfahren zur Revitalisierung und Vitalisierung von Waldbäumen, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Applikation 0,5-50kg Magnesium/ha mittels geeigneter Bodengeräte oder mit Flugzeugen in feinverteilter Form verstäubt werden.
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