DD301726A9 - Fluessigkeit zur entgiftung toxischer substanzen - Google Patents

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Hartmut Dipl-Chem Wolthers
Heinz-Dieter Dipl-Chem Schmidt
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Berlin Chemie Ag
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Abstract

Die Erfindung beschreibt eine Flüssigkeit zur Entgiftung toxischer Substanzen. Das Anwendungsgebiet dieser Flüssigkeit ist die Entgiftung von chemischen Kampfstoffen sowie die schadlose Beseitigung von Pflanzenschutzmitteln und ähnlichen giftigen Substanzen. Das Ziel der Erfindung ist es, eine Flüssigkeit zur Verfügung zu haben, die hinsichtlich: NSW-Abhängigkeit, Entgiftungswirkung, Lagerbeständigkeit, Beschußsicherheit, Explosionsgefährlichkeit und Toxizität bei der Anwendung, Anforderungen an den Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz bei Herstellung, Transport und Lagerung verbesserte Eigenschaften hat. Die Aufgabe dieser Erfindung ist es, mit einer Flüssigkeit neuer Zusammensetzung eine Entgiftung unterhalb der zulässigen Norm durchzuführen. Erfindungsgemäß besteht die Flüssigkeit aus: 25 % bis 65 % eines aliphatischen Aminoalkohols, vorzugsweise 40 % 2-Aminoethanol 10 % bis 25 % eines Alkohols, vorzugsweise 16,5 % Butanol 2 % bis 6 % eines Alkalimetalls, vorzugsweise 3,5 % Natrium 15 % bis 45 % eines stark polaren nucleophilen Lösungsmittels, vorzugsweise 30 % Dimethylsulfoxid 1 % bis 20 % eines Co-Solventen, vorzugsweise 10 % Ethylenglykolmonobutylether.

Description

Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Zur Zeit wird für die Entgiftung von toxischen Substanzen die Entgiftungsflüssigkeit 8 (EFI8 der NVA der DDR) eingesetzt. In der EFI8 ist als ein Hauptbestandteil Diethylamin enthalten. Die Diethylamin ist leicht flüchtig. Die Dämpfe sind ein Atemgift. Es bildet mit der Luft explosive Gemische.
Durch diese Stoffdaten (entsprechend den Gutachten zum Gesundheits-, Arbeite- und Brandschutz) werden die Eigenschaften bestimmt und die Verwendungsmöglichkeiten der EFI8 eingeschränkt bzw. begrenzt.
Direkte Auswirkungen sind:
1. Eingeschränkte Lagerfähigkeit unter feldmäßigen Bedingungen:
Durch die große Flüchtigkeit des Diethylamins (Siedepunkt 56 Grad Celsius) ist eine Lagerung unter feldmäßigen Bedingungen nur begrenzt möglich.
2. Explosionsgefahr bei der Anwendung
Durch die sich bei der Anwendung (Besprühen der Technik) bildenden Diethylamin-Dämpfe herrscht in der gesamten Umgebung Feuer- und Explosionsgefahr (Explosionsgrenzen für Luftgemische 2,2 bis 14,9Vol.-%, Explosionsklasse HA, Zündtemperatur -26 Grad Celsius). Eine Inbetriebnahme elektrischer Anlagen (z.B. Anlassen von Kfz.) ist nicht möglich.
3. Keine Beschußsicherheit von Lagerbeständen
Durch die hohe Explosionsgefahr ist keine Sicherheit beim Beschüß von Lagerbeständen gegeben.
4. Vergiftungsgefahr für andere Truppenteile bzw. der Bevölkerung
Bei der Spezialbehandlung von Technik und Ausrüstung durch Besprühen im Gelände entsteht ein vergifteter Abschnitt durch die toxischen Diethylamin-Dämpfe (MAK-Wert: 50mg/m3) entsprechend der meteorologischen Lage.
5. NSW-Abhängigkeit der Versorgung
Laut Bilanzentscheid werden 78,75% der Rohstoffe aus der BRD importiert.
Ziel der Erfindung
Des Ziel der Erfindung besteht darin, eine Entgiftungsflüssigkeit zu finden, die mit der Entgiftungsleistung innerhalb der Norm zur Entgiftung von toxischen Substanzen liegt und
- unter feldmäßigen Bedingungen lagerfähig ist,
- keine Explosionsgefahr bei der Anwendung aufweist,
- deren Lagerbestände bei Beschüß nicht durch Explosion vollständig vernichtet werden,
- deren Anwendung keine Vergiftungsgefahr für den Personalbestand und die Bevölkerung hervorruft,
- die keine hohen Forderungen mehr an den Gesundheits-, Arbeits- und Brandschutz bei Herstellung, Lagerung und Transport stellen (Tragen der vollständigen Schutzausrüstung bzw. von Atemschutzmasken ist nur noch im Havariefall erforderlich),
- keine NSW-Abhängigkeit aufweist.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Ursache für die Eigenschaften, die die Anwendungsmöglichkeiten der EFI8 begrenzen, ist ihr Bestandteil Diethylamin.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Entgiftungsflüssigkeit zu finden ohne Diethylamin.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß eine Flüssigkeit zur Entgiftung toxischer Substanzen auf der Basis eines aliphatischen Aminoalkohole, eines Alkohols und eines Alkalimetalles, weiterhin 15% bis 45% eines stark polaren Lösungsmittels und 1 % bis 20% eines Co-Solventen enthält.
Zur Realisierung dieser Aufgabe wurde erfindungsgemäß eine Lösung, bestehend aus 25% bis 65% eines aliphatischen Aminoalkohole, vorzugsweise 40% 2-Aminoethanol 10% bis 25% eines Alkohols, vorzugsweise 16,5%Butanol
2% bis 6% eines Alkalimetalles, vorzugsweise 3,5% Natrium 15% bis 45% eines stark polaren nucleophilen Lösungsmittels, vorzugsweise 30% Dimethylsulfoxid
1 % bis 20% eines Co-Solventen, vorzugsweise 10% Ethylenglykolmonobutylether gefunden.
AusfOhrungsbelsplel Nach der erfindungsgemäßen Lösung wurde folgende Entgiftungsflüssigkeit hergestellt:
2-Aminoethanol 40,0%
Butanol 16,5%
Natrium 3,5%
Dimethylsulfoxid 30,0% Ethylenglykolmonobutylether 10,0% Mit dieser Entgiftungsflüssigkeit wird folgende Entgiftungsleistung im Vergleich zu anderen Entgiftungsflüssigkeiten erzielt: Entgiftungs- Anwender Zeit bis zur vollständigen Entgiftung
flüssigkeit (unterhalb der Nachweisgrenze) in min.
bei folgenden chemischen Kampfstoffen VX Soman Yperit
5
15
30 90 h 3
5
DS2/DMA NATO 5
ORO VRP 15
EF7/S UdSSR 15
EF7 NVA der DDR 4
EFI8 NVA der DDR 5
EF laut
Erfindung 3

Claims (1)

  1. Flüssigkeit zur Entgiftung toxischer Substanzen wie Pflanzenschutzmittel und chemische Kampfstoffe auf der Basis eines aliphatischen Aminoalkohole, eines Alkohols und eines Alkalimetalle, gekennzeichnet dadurch, daß die Flüssigkeit weiterhin 15% bis 45%, vorzugsweise 30%, eines stark polaren, nucleophilen Lösungsmittels, vorzugsweise Dimethylsulfoxid, und 1 % bis 20%, vorzugsweise 10%, eines Co-Solvents, vorzugsweise eines Haibethers der allgemeinen Formel CnH2nOH-OCR, wobei R ein Alkylrest mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen und η eine ganze Zahl von 1 bis 4 ist enthält.
    Anwendungsgebiet der Erfindung
    Die in der Erfindung beschriebene Flüssigkeit ist für die Entgiftung von Pflanzenschutzmitteln, chemischen Kampfstoffen und !ähnlichen Substanzen geeignet. Sie kann hauptsächlich zur Entgiftung militärischer Technik und Ausrüstung sowie zur Geländeentgiftung benutzt werden.
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