DE10002007A1 - Verfahren zur Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen Sensors - Google Patents
Verfahren zur Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen SensorsInfo
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Abstract
Verfahren zur Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen Sensors, bei dem ein Sensorsignal U(x) in Abhängigkeit von einer mechanischen Belastung x, welche in zwei entgegengesetzten Richtungen wirken kann, ausgegeben wird, mit folgenden Schritten: DOLLAR A - Durchfahren einer Ist-Kennlinie des Sensors über einen ersten, insbesondere maximalen Belastungsbereich mit Belastungsmaxima x4, x2 und diesen zugeordneten Signalmaxima U(x4) bzw. U(x2), DOLLAR A - Speichern der Signalmaxima U(x4), U(x2) und der hysteresebehafteten oberen und unteren Nulldurchgangssignale U¶1¶(0), U¶2¶(0), welche beim Übergang von einer in einer ersten Richtung wirkenden Belastung zu einer in einer zweiten Richtung wirkenden Belastung bzw. umgekehrt auftreten, DOLLAR A - Bestimmung einer aus Soll-Kennlinienabschnitten zusammengesetzten Soll-Kennlinie durch Verbindung der Signalmaxima U(x2), U(x4) mit den Nulldurchgangspunkten U¶1¶(0), U¶2¶(0), DOLLAR A - Ausführung einer Empfindlichkeits- und/oder Hysteresekorrektur auf der Grundlage der bestimmten Soll-Kennlinie durch Feststellung eines Belastungszustandes, Beobachtung der Steigung bzw. Steigungsänderung des Sensorsignals U(x) und entsprechende Zuordnung eines korrespondierenden Soll-Kennlinienabschnitts.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines
magnetoelastischen Sensors.
Magnetoelastische Kraftsensoren, beispielsweise nach dem
Kreuzduktorprinzip, sind bekannt und zur Messung sehr hoher
Kräfte über einen weiten Betriebstemperaturbereich,
beispielsweise bei Kraftfahrzeugbremsen, geeignet.
Üblicherweise weisen magnetoelastische Kraftsensoren eine
zylindrische Form auf, bestehen aus schwach
ferromagnetischem Material, sind mit einer Primärwicklung
und einer zu der Primärwicklung senkrecht angeordneten
Sekundärwicklung versehen. Die Funktionsweise basiert
darauf, daß eine in die Primärwicklung eingespeiste
Wechselspannung nur dann in der zu dieser senkrecht
angeordneten Sekundärwicklung eine Spannung induziert, wenn
eine Meßkraft auf den Kraftsensor wirkt. Unter der Wirkung
der Kraft wird dann das im Ruhezustand (Nulldurchgangspunkt
einer entsprechenden Kennlinie) magnetisch isotrope und
magnetoelastische Material anisotrop. Hierdurch entsteht
zusätzlich eine zur Primärwicklung spulenparallele
Feldkomponente, welche jedoch keine Sekundärspannung
induziert, sowie eine zu dieser Feldkomponente orthogonale
Feldkomponente, die eine annähernd zur Kraft proportionale
Spannung induziert. Eine Umkehr der Kraftrichtung, d. h.
eine aufgebrachte Druck- anstelle einer Zugspannung, hat
hierbei unter idealen Randbedingungen eine gegenphasige
induzierte Spannung zur Folge, so daß die Richtung der
Kraft beispielsweise mit Hilfe eines phasenselektiven
Gleichrichters feststellbar ist. Bei dieser Meßmethode ist
der Nullpunkt der Kraft-Spannungskennlinie nahezu
unabhängig von Temperaturbelastungen.
Magnetoelastische Sensoren, welche insbesondere als
Zugkraft-, Druckkraft-, Torsions- oder Biegekraftsensoren
dienen können, unterliegen großen mechanischen
Spannungswerten bei kleiner Baugröße, so daß bei großer
Beanspruchung, beispielsweise Kraft-, Momenten- oder
Biegebeanspruchung, unter zyklischen Lastwechseln mit
Nulldurchgang eine last- und
beanspruchungsvorgeschichteabhängige Hysterese und
Nichtlinearität auftritt. Auch die Empfindlichkeit eines
magnetoresistiven Sensors zeigt eine derartige
Abhängigkeit.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, bei
magnetoelastischen Sensoren auftretende Hysterese- und/oder
Empfindlichkeitseffekte in möglichst einfacher Weise zu
kompensieren.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den
Merkmalen des Anspruchs 1.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sind in einfacher Weise
Linearitäts- und Hysteresefehler, welche herkömmlicherweise
bei magnetoelastischen Sensoren auftreten, korrigierbar.
Die kleine Baugröße derartiger magnetoelastischer Sensoren
kann optimal ausgenutzt werden, da trotz der kleinen
Sensorgeometrie große Meßbereiche mit hoher Genauigkeit
realisiert werden können. Es ist bei der Herstellung von
magnetoelastischen Sensoren, welche mittels des
erfindungsgemäßen Verfahrens beaufschlagt werden, kein
Nullpunkts- oder Steigungsabgleich in Serienfertigung
notwendig, da das Sensorverhalten über eindeutig definierte
Kennlinienpunkte beschrieben ist, welche zur Korrektur
verwendet werden. Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
kann ein last- und vorgeschichteabhängiges
Empfindlichkeitsverhalten eines magnetoelastischen Sensors
mitkorrigiert werden. Als Belastungen, die in zwei
entgegengesetzten Richtungen wirken können, sind
insbesondere Zug-Druckkraftbelastungen, Torsionsbelastungen
oder Biegekraftbelastungen zu verstehen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche.
Es ist bevorzugt, als Sollkennlinie eine linearisierte
Sollkennlinie zu verwenden, welche sich insbesondere
mittels Verbindung der Signalmaxima und Nulldurchgänge
durch Geraden ergibt. Derartige Geraden lassen sich in
einfacher und unaufwendiger Weise berechnen und liefern für
zahlreiche Anwendungen. Soll-Kennlinien ausreichender
Genauigkeit.
Zweckmäßigerweise wird für den Fall, daß während des
Sensorbetriebes wenigstens ein von den ursprünglichen
Signalmaxima abweichendes Signalmaximum auftritt, ein
diesem Signalmaximum zuordnenbarer hysteresebehafteter
Nulldurchgangspunkt ermittelt. Eine dem neuen Signalmaximum
zuordnenbare Hysterese wird zum Erhalt eines neuen
Nulldurchgangspunktes in Beziehung zu den ursprünglichen
Nulldurchgangspunkten gesetzt.
Es ist bevorzugt, daß die Berechnung des
Nulldurchgangspunktes durch Subtraktion einer dem neuen
Belastungsmaximum zuordnenbaren Hysterese von dem
ursprünglichen oberen Nulldurchgangspunkt bzw. Addition zu
dem ursprünglichen unteren Nulldurchgangspunkt erfolgt. Ein
neuer Soll-Kennlinienabschnitt wird hierbei
zweckmäßigerweise durch Verbindung des neu aufgetretenen
Signalmaximums mit dem neu berechneten Nulldurchgangspunkt
ermittelt. Bei Verbindung dieser Punkte durch eine Gerade
ist die allgemeine Form der Geradengleichung
zweckmäßigerweise einsetzbar. Diese lautet
oder
y(x) = ((y2 - y1)x - x1y2 + x2y1)/(x2 - x1).
Im vorliegenden Fall entspricht y1 dem neuen
Nulldurchgangspunkt, y2 dem neu aufgetretenen
Signalmaximum, x1 dem Wert 0 und x2 dem Abszissenwert des
neu aufgetretenen Signalmaximums. Diese Sollfunktion hat
solange Gültigkeit, bis ein erneuter Lastwechsel mit.
Nulldurchgang auftritt. In diesem Fall wird nach dem
gleichen Verfahren ein neuer Nulldurchgangspunkt und eine
entsprechend neue Sollgerade berechnet.
Zweckmäßigerweise erfolgt im Falle einer weiteren
Berechnung eines Nulldurchgangspunktes eine Subtraktion
oder Addition einer entsprechenden Hysterese von bzw. zu
dem bereits berechneten neuen Nulldurchgangspunkt. Es ist
ebenfalls möglich, diese ermittelte Hysterese von einem der
ursprünglichen Nulldurchgangspunkte zu subtrahieren bzw. zu
einem dieser zu addieren.
Es ist ferner bevorzugt, daß die zu subtrahierende bzw. zu
addierende Hysterese unter Berücksichtigung der
ursprünglichen Nulldurchgangspunkte und eines linearen oder
polynomischen Zusammenhangs zwischen Belastung und
Hysterese berechnet wird, wobei die neu berechneten
Nulldurchgangspunkte jeweils gespeichert und weiteren
Nulldurchgangspunktsberechnungen zugrundegelegt werden.
Hierdurch ist es möglich, die Hysterese, welche durch einen
Eichlauf für die ursprünglichen Belastungsmaxima bekannt
ist, linear oder mit einer Polynomfunktion über der
Belastung zu beschreiben und je nach Belastungsfall bzw.
Belastungsverlauf Hystereseabweichungen zu berechnen,
welche in Form von neuen Soll-Kennlinien abgespeichert
werden können. Es sei darauf hingewiesen, daß eine lineare
Beschreibung der Hysterese über die Belastung zu ungenauen
Ergebnissen führen kann, da beispielsweise bei zyklischen
Lastfällen zwischen den jeweils halben Extrema (|xmax|/2)
eine Null-Hysterese berechnet würde, d. h. in diesem Fall
ein maximaler Korrekturfehler vorliegt. Es erweist sich als
wesentlich günstiger, die Beschreibung der Hysterese über
die Belastung mittels einer Polynomfunktion durchzuführen.
Zweckmäßigerweise erfolgt im Falle einer Überschreitung von
wenigstens einem der ursprünglichen Belastungsmaxima ein
Ersetzen dieses wenigstens einen ursprünglichen
Belastungsmaximums durch das neu auftretende
Belastungsmaximum. Es sei angemerkt, daß sich in diesem
Fall diesem neuen Belastungsmaximum zugeordnete
Nulldurchgangspunkte ergeben, welche oberhalb bzw.
unterhalb der ursprünglichen Nulldurchgangspunkte liegen.
Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten
Zeichnung weiter beschrieben. In dieser zeigt
Fig. 1 zur Veranschaulichung des erfindungsgemäßen
Verfahrens schematisch verschiedene,
unterschiedlichen Belastungen zuordnenbare
Kennlinienabschnitte bzw. Kennlinien eines
magnetoelastischen Zug-Druckkraftsensors, und
Fig. 2 ein Schaubild zur Darstellung der für
verschiedene Beanspruchungszustände eines
magnetoelastischen Sensors auftretenden
Hystereseeffekte.
Im Rahmen einer Endprüfung von in Serie hergestellten
magnetoelastischen Sensoren wird typischerweise einmal,
zweimal oder mehrmals zyklisch eine Ist-Sensorkennlinie
eines vorbestimmten Belastungsbereiches (beispielsweise
eines Bereiches einer zu erwartenden maximalen Belastung)
durchfahren. Hierbei werden die Extrempunkte, d. h. die der
maximalen Zug- bzw. Druckbelastung des magnetoelastischen
Sensors zugeordneten Sensorsignale, sowie die
hysteresebehafteten Nulldurchgangspunkte, d. h. die bei
einer Null-Belastung (Übergang von Zug- zu Druckbelastung
oder umgekehrt) des Sensors auftretenden Signale,
ermittelt. Es kann ausreichend sein, nur die Extrempunkte
und die Nulldurchgangspunkte, d. h. ohne Aufnahme der
zwischenliegenden Kennlinie, zu ermitteln. Die Extrempunkte
sind in der Fig. 1, in welcher das Sensorsignal U(x) über
der Zug- bzw. Druckbelastung x aufgetragen ist, mit U(x2),
U(x4) und die Nulldurchgangspunkte mit U1(0) und U2(0)
bezeichnet. Die Signale U(x2), U(x4), U1(0), U2(0) werden
in einem Speicher einer Auswerteeinheit abgespeichert. Als
Ergebnis einer derartigen Endprüfung ist der geprüfte
magnetoelastische Sensor bezüglich des
Nulldurchgangspunktes U1(0) definiert eingestellt. Der
Abszissenabstand der Punkte x2, x4 entspricht dem
durchfahrenen Belastungsbereich, der Ordinatenabstand der
Punkte U1(0), U2(0) der hierbei auftretenden Hysterese Hmax.
Ausgehend von diesem definierten Startpunkt U1(0) kann nun
während eines Betriebes des Sensors eine Sollfunktion bzw.
Soll-Kennlinie und hiermit ein korrigiertes Sensorsignal
wie folgt berechnet werden:
Ausgehend von dem definierten Startpunkt U1(0) (oberer
Nulldurchgangspunkt) wird dieser über eine erste Gerade
y(2/1) mit dem druckseitigen Belastungsextrempunkt U(x2)
verbunden. Man erhält so einen ersten Soll-
Kennlinienabschnitt zwischen den Punkten U1(0) und U(x2),
deren Verwendung weiter unten beschrieben wird. Zum Erhalt
eines weiteren Soll-Kennlinienabschnitts bei einer
anschließenden Reduzierung der Druckkraftbelastung von dem
Extrempunkt U(x2) aus wird der Punkt U(x2) zum Erhalt einer
Sollgeraden y(2/3) mit dem zweiten, unteren
Nulldurchgangspunkt U2(0) verbunden. Bei einem Übergang zu
einer Zugbelastung, deren Maximalwert hier mit x4
bezeichnet ist, wird eine weitere Sollgerade y(4/3)
durchlaufen, welche den Nulldurchgangspunkt U2(0) mit dem
Extrempunkt U(x4) verbindet. Zur Darstellung des Verhaltens
des magnetoelastischen Sensors bei Verminderung der
Zugbelastung nach einem Erreichen des Extrempunktes U(x4)
wird eine weitere Sollgerade y(4/1) ermittelt, welche den
Extrempunkt U(x4) mit dem ursprünglichen
Nulldurchgangspunkt bzw. Ausgangspunkt U1(0) verbindet.
Insgesamt erhält man die vier Punkte U1(0), U(x2), U2(0),
U(x4) miteinander verbindende Soll-Kennlinienabschnitte,
welche insgesamt die Soll-Kennlinie 10 ergeben. Zur
Berechnung der die Punkte verbindenden Sollgeraden sind
vorteilhafterweise analytische Formeln der Geradengleichung
mit jeweils zwei bekannten Punkten verwendbar.
Die Zuordnung einer Druck- bzw. einer Zugbelastung zu einem
tatsächlichen Sensorsignal USensor unter Berücksichtigung der
ermittelten Sollkennlinie wird nun erläutert: Entsprechend
dem aktuellen Belastungsfall (Zug- oder Druckbelastung)
wird zunächst ermittelt, ob die Steigung der Sensorspannung
positiv oder negativ ist, d. h. ob das Sensorsignal zu-
oder abnimmt. Wird beispielsweise eine zunehmende
Druckbelastung festgestellt (positive Steigung dUsensor/dx)
wird die Sollgerade y(2/1) zur Korrektur ausgewählt und
verwendet. Das heißt, mittels der Geraden y(2/1) wird dem
gemessenen Sensorsignal USensor in eindeutiger Weise eine
Druckbelastung zugeordnet. Die ausgewählte Sollgerade
y(2/1) wird zur Korrektur erhaltener Sensorsignale
beibehalten, bis sich das Vorzeichen der Steigung ändert,
d. h. im vorliegenden Fall nach Erreichen des Extremwertes
U(x2) die Druckbelastung wieder sinkt. Bei Erreichen
beispielsweise des Extrempunktes U(x2) und anschließender
abnehmender Druckbelastung wird die Sollgerade y(2/1) durch
die Sollgerade y(2/3) ersetzt. In analoger Weise wird bei
Erreichen des unteren Nulldurchgangspunktes U2(0) und einer
anschließend auftretenden Zugbelastung die Gerade y(2/3)
durch die Sollgerade y(4/3) ersetzt, dies bis zum Erreichen
des Extrempunktes U(x4). Bei anschließender Abnahme der
Zugbelastung wird, wiederum in analoger Weise, die
Sollgerade y(4/1) zur Korrektur erhaltener Sensorsignale
USensor verwendet.
Für den Fall, daß während des Sensorbetriebes ein
Belastungsmaximum auftritt, welches nicht mit den
ursprünglich gewählten Belastungsmaxima U(x2) bzw. U(x4)
übereinstimmt, erfolgt eine Modifizierung wenigstens einer
der Sollgeraden, wie im folgenden am Beispiel des "lokalen
Extremums" bzw. Belastungsumkehrpunktes U(x1) beispielhaft
erläutert wird. Es sei davon ausgegangen, daß zunächst
aufgrund ansteigender Druckbelastung die Sollgerade y(2/1)
als Korrekturgerade verwendet wird. Wird nun festgestellt,
daß ein Druckbelastungsextremum U(x1) auftritt, d. h. die
Sensorsignalspannung nach Erreichen dieses Signalwertes
wieder abnimmt, erfolgt eine Berechnung eines neuen, dem
festgestellten Extremum U(x1) zuordnenbaren
Nulldurchgangspunktes. Der Einfachheit halber sind
derartige, von den ursprünglichen Nulldurchgangspunkten
U1(0), U2(0) abweichende Nulldurchgangspunkte im folgenden
mit N(xi) bezeichnet. Bei der Berechnung beispielsweise des
neuen Nulldurchgangspunktes N(x1) wird berücksichtigt, daß
im Falle eines geringeren Belastungsbereiches (die
Druckbelastung x1 ist kleiner als die Druckbelastung x2)
auch geringere Hystereseeffekte auftreten. Dieser
Zusammenhang ist schematisch in Fig. 2 dargestellt. Es
wird hierbei davon ausgegangen, daß man für einen maximalen
Belastungswert xmax eine maximale Hysterese H(xmax) erhält.
Die Bezeichnung xmax ist hierbei allgemein als beliebig
definierbarer Bereich maximaler Belastung anzusehen. In der
Darstellung der Fig. 1 kann xmax beispielsweise als
(halber) Abszissenabstand der Belastungsmaxima x4 und x2,
oder auch als Abszissenabstand der maximalen Belastungen. x2
bzw. x4 vom Nullpunkt interpretiert werden. Eine für
Zwischenwerte auftretende Hysterese H(x) läßt sich durch
eine Geradenfunktion Hg(x) der Form αx + b mit b = 0, oder als
Polynomfunktion Hp(x) der Form αxn + βxn-1 + . . . + b mit b = 0
beschreiben. Beispielhaft ist für einen Punkt x0 die unter
Annahme einer linearen Beziehung auftretenden Hysterese
H(x0) eingezeichnet.
Im vorliegenden Fall bietet es sich an, den Wert H(xmax) als
ganzen oder halben Abszissenabstand der
Nulldurchgangspunkte U1(0) und U2(0) zu interpretieren.
Für die in Fig. 1 beispielhaft dargestellte Belastung x1
ergibt sich (bei Annahme einer linearen Beziehung zwischen
Belastung und Hysterese) der Hysteresewert H(x1) (siehe
Fig. 1). Es erweist sich als zweckmäßig, diesen
Hysteresewert H(x1) zum Erhalt eines der Belastung x1
zuordnenbaren Nulldurchgangspunktes von dem ursprünglichen
Nulldurchgangspunkt U1(0) zu subtrahieren, so daß man
insgesamt einen modifizierten Nulldurchgangswert
N(x1)) = U1(0) - H(x1) erhält. Durch Verbindung der Punkte
U(x1) und N(x1) erhält man eine neue Sollgerade, welche bei
abnehmender Druckbelastung, ausgehend von dem Extremwert
U(x1), bis zum Erreichen einer Nullbelastung zur Korrektur
bzw. Belastungszuordnung ermittelter Sensorspannungen
verwendet wird.
Wird nach Erreichen des Nulldurchgangspunktes N(x1) die
Nullbelastung überschritten und eine Zugbelastung
festgestellt, erweist es sich als zweckmäßig, zunächst eine
neue Sollgerade, welche die Punkte N(x1) und U(x4)
miteinander verbindet, zu verwenden. Im vorliegenden Fall
erkennt man, daß diese Gerade jedoch nur teilweise
durchlaufen wird, da bereits bei einem Extrempunkt U(x5)
wieder eine Abnahme der Zugbelastung einsetzt. In analoger
Weise wie oben für den Punkt U(x1) bzw. x1 beschrieben,
wird nun für die Belastung x5 bzw. den Extrempunkt U(x5)
ein hystereseabhängiger Nulldurchgangspunkt N(x5)
berechnet, und eine neue Sollgerade, welche die Punkte
U(x5) und N(x5) verbindet, für abnehmende Zugbelastungen
zwischen der Zugbelastung x5 und einer Nullbelastung
verwendet. Die dem Umkehrpunkt bzw. Extrempunkt x5
zuordnenbare Hysterese H(x5) wird zweckmäßigerweise zum
Nulldurchgangspunkt N(x1) hinzuaddiert.
Bei abermaligem Nulldurchgang, d. h. einer erneuten
(zunehmenden) Druckbelastung, erweist es sich als
zweckmäßig, die die Punkte N(x5) und U(x2) verbindende
Gerade als Sollgerade zu verwenden. Es wäre hierbei auch
denkbar, eine die Punkte N(x5) und U(x1) verbindende Gerade
als Sollgerade zu verwenden.
Man erkennt, daß gemäß dem Beispiel der Fig. 1 bereits bei
Erreichen des Punktes U(x3), welcher auf der Geraden N(x5) - U(x2)
liegt, eine Belastungsumkehr erfolgt. Auch hier wird,
wie oben beschrieben, für den Extrempunkt U(x3) ein neuer
Nulldurchgangspunkt N(x3) durch Subtraktion einer Hysterese
H(x3) von dem unmittelbar vorangegangen Nulldurchgangspunkt
N(x5) berechnet.
Es sei weiterhin gemäß dem dargestellten Beispiel
angenommen, daß bei Erreichen des Nulldurchgangspunktes
N(x3) kein Belastungswechsel von einer Druckbelastung zu
einer Zugbelastung erfolgt, d. h. spätestens bei Erreichen
des Nulldurchgangspunktes N(x3) nimmt die Druckbelastung
wieder zu. In diesem Fall bleibt die die Punkte N(x3) und
U(x3) verbindende Gerade die vorzugsweise verwendete
Sollgerade. Erst bei Erreichen des Punktes U(x3), d. h. dem
Schnittpunkt der genannten Geraden mit der die Punkte N(x5)
und U(x2) verbindenden Geraden, wird diese letztere Gerade
als weitere Sollkennlinie angenommen. Es sei ferner davon
ausgegangen, daß ein erneuter Steigungswechsel kurz vor
Erreichen des Extrempunktes U(x2), nämlich im Punkte U(x6),
erfolgt. Analog zu den oben beschriebenen
Berechnungsverfahren wird nun für den Punkt U(x6) ein neuer
Nulldurchgangspunkt berechnet. Erfolgt hierbei die
Subtraktion der für den Extrempunkt U(x6) berechneten
Hysterese H(x6) (nicht eingezeichnet) von dem
ursprünglichen Nulldurchgangspunkt U1(0), erhält man einen
Nulldurchgangspunkt im Ordinatenbereich zwischen den
ursprünglichen Nulldurchgangspunkten U1(0) und U2(0).
Subtrahiert man jedoch die für den Extrempunkt U(x6)
ermittelte Hysterese von dem letzten ermittelten
Nulldurchgangspunkt, im vorliegenden Beispiel dem Punkt
N(x3), ist es möglich, daß der Punkt N(x6) unterhalb des
ursprünglich unteren Nulldurchgangspunktes U2(0) zu liegen
kommt. Dies widerspricht jedoch der Tatsache, daß der
Belastungsextrempunkt x6 bzw. das zugehörige Extremum U(x6)
innerhalb des ursprünglichen Druckbelastungsbereiches mit
dem Extremum x2 bzw. U(x2) liegt. In diesem Fall ist es,
zur Vermeidung von Unstimmigkeiten, zweckmäßig, den Punkt
N(x6) durch den ursprünglich unteren Nulldurchgangspunkt
U2(0) zu ersetzen.
Im Beispiel gemäß der Fig. 1 erkennt man zusammenfassend
die folgende Vorgehensweise: Der für den Punkt x1
ermittelte Hysteresewert H(x1) ist vom ursprünglichen
Nulldurchgangspunkt U1(0) subtrahiert, der dem zugseitigen
Extremum U(x5) zugeordnete Hysteresewert H (x5) ist zum
Erhalt des Nulldurchgangspunktes N(x5) zu dem Wert N(x1)
hinzuaddiert, und schließlich ist der dem Punkt x3
zuordnenbare Hysteresewert H(x3) vom Nulldurchgangspunkt
N(x5) zum Erhalt des Nulldurchgangspunktes N(x3)
subtrahiert.
Insgesamt ist festzustellen, daß bei Nichtüberschreitung
der Extremwerte x2 bzw. x4 die berechneten N(x) immer
innerhalb des Ordinatenabschnitts zwischen U1(0) und U2(0)
liegen müssen. Liegt ein berechnetes N(x) außerhalb, wird
es, je nach konkretem Fall, gleich U1(0) bzw. U2(0)
gesetzt. Werden die Maximalbelastungswerte x2 bzw. x4
einzeln oder zyklisch überschritten (Überlast), erweist es
sich als zweckmäßig, die ursprünglichen Belastungsextrema
x2 bzw. x4 durch einen oder beide neue Belastungsmaxima zu
ersetzen. Auch für innerhalb des ursprünglichen
Belastungsbereiches liegende Belastungsmaxima ist eine
derartige Vorgehensweise möglich. Es sei rein beispielhaft
angegeben, daß eine derart erhaltene Sollkennlinie die
Punkte U1(0), U(x1), N(x1), U(x4) miteinander verbinden
könnte. Wie oben beschrieben, wird es sich jedoch häufig
als zweckmäßiger erweisen, die ursprünglichen
Belastungsmaxima auch im Falle kleinerer Belastungsmaxima
während des Betriebes weiter zu berücksichtigen.
Zweckmäßigerweise werden die aktuellen Nulldurchgangswerte
und Extremwerte stets gespeichert.
Für den bereits erwähnten Überlast-Zustand des
magnetoelastischen Sensors (Überschreiten der Extrempunkte
x2 bzw. x4) ist ferner auf folgendes hinzuweisen: Erfolgt
beispielsweise bei Überschreiten des Extrempunktes x2 keine
Änderung des Vorzeichens der Steigung, ist die Sollgerade
y(2/1) bzw. y(4/3) weiter verwendbar. Ändert sich das
Vorzeichen der Steigung, erfolgt die Berechnung einer neuen
Sollgeraden nach der bereits beschriebenen Methode. Ein neu
erhaltener Nulldurchgangspunkt bei Belastung Null liegt nun
z. B. unterhalb des Punktes U2(0). Ein derartiger neuer
Nulldurchgangspunkt wird ebenfalls abgespeichert und für
eine künftige Berechnung der Hysterese verwendet.
Überbeanspruchungen in umgekehrter Richtung (Überschreiten
des Punktes U(x4)) werden in äquivalenter Weise behandelt.
Der neue Nulldurchgangspunkt liegt in diesem Fall oberhalb
des Punktes U1(0), wird berechnet und ebenfalls gespeichert
und bei der Berechnung der Hysterese verwendet.
Mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens sind gegenüber
herkömmlichen Verfahren Verbesserungen bei auftretenden
Linearitäts- und Hysteresefehlern um einen Faktor von etwa
vier bis zehn möglich. Trotz kleiner Sensorgeometrien sind
somit über große Meßbereiche hohe Genauigkeiten erzielbar.
Es ist kein Nullpunkts- und Steigungsabgleich bei der
Serienendprüfung notwendig, da das Sensorverhalten mit den
oben beschriebenen charakteristischen Kennlinienpunkten
(Extrempunkte, Nulldurchgangspunkte) definiert ist, wobei
diese Punkte in effektiver Weise zur Korrektur eines
tatsächlichen Hystereseverhaltens eines magnetoelastischen
Sensors verwendet werden können. Last- und
vorgeschichteabhängiges Empfindlichkeitsverhalten des
Sensors ist mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens
mitkorrigierbar.
Claims (7)
1. Verfahren zur Hysterese- und/oder
Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen Sensors,
bei dem ein Sensorsignal U(x) in Abhängigkeit von einer
mechanischen Belastung x, welche in zwei entgegengesetzten
Richtungen wirken kann, ausgegeben wird, mit folgenden
Schritten:
- - Durchfahren einer Ist-Kennlinie des Sensors über einen ersten, insbesondere maximalen Belastungsbereich mit Belastungsmaxima x4, x2 und diesen zugeordneten Signalmaxima U(x4) bzw. U(x2),
- - Speichern der Signalmaxima U(x4), U(x2) und der hysteresebehafteten oberen und unteren Nulldurchgangssignale U1(0), U2(0), welche beim Übergang von einer in einer ersten Richtung wirkenden Belastung zu einer in einer zweiten Richtung wirkenden Belastung bzw. umgekehrt auftreten,
- - Bestimmung einer aus Soll-Kennlinienabschnitten zusammengesetzten Soll-Kennlinie durch Verbindung der Signalmaxima U(x2), U(x4) mit den Nulldurchgangspunkten U1(0), U2(0),
- - Ausführung einer Empfindlichkeits- und/oder Hysteresekorrektur auf der Grundlage der bestimmten Soll-Kennlinie durch Feststellung eines Belastungszustandes, Beobachtung der Steigung bzw. Steigungsänderung des Sensorsignals U(x) und entsprechende Zuordnung eines korrespondierenden Soll- Kennlinienabschnitts.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine linearisierte Soll-Kennlinie, insbesondere mittels
Verbindung der Signalmaxima und Nulldurchgänge durch
Geraden, bestimmt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß für den Fall, daß während des
Sensorbetriebes ein von den ursprünglichen Signalmaxima
U(x2), U(x4) abweichendes, einer veränderten Belastung x1,
x5, x3 entsprechendes Signalmaximum U(x1), U(x5), U(x3)
auftritt, wenigstens ein diesem Signalmaximum zuordnenbarer
hysteresebehafteter Nulldurchgangspunkt N(x1), N(x5), N(x3)
berechnet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Berechnung des Nulldurchgangspunktes N(x1) durch
Subtraktion einer dem neuen Belastungsmaximum x1
zuordnenbaren Hysterese H(x1) von dem ursprünglichen oberen
Nulldurchgangspunkt U1(0) bzw. Addition zu dem
ursprünglichen unteren Nulldurchgangspunkt U2(0) erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß
im Falle einer weiteren Berechnung eines
Nulldurchgangspunktes N(x3, x5) eine Subtraktion oder
Addition einer entsprechenden Hysterese H(x3), H(x5)) von
bzw. zu dem bereits berechneten Nulldurchgangspunkt N(x1)
oder von bzw. zu einem der ursprünglichen
Nulldurchgangspunkte U1(0), U2(0) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die zu subtrahierende bzw. zu
addierende Hysterese unter Berücksichtigung der
ursprünglichen Nulldurchgangspunkte U1(0), U2(0) und eines
linearen oder polynomischen Zusammenhangs zwischen
Belastung und Hysterese berechnet wird, wobei die neu
berechneten Nulldurchgangspunkte jeweils gespeichert werden
und weiteren Nulldurchgangspunktsberechnungen zugrunde
gelegt werden.
7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß im Falle einer Überschreitung von
wenigstens einem der ursprünglichen Belastungsmaxima x2, x4
das wenigstens eine neue Belastungsmaximum das
ursprüngliche ersetzt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000102007 DE10002007A1 (de) | 2000-01-19 | 2000-01-19 | Verfahren zur Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen Sensors |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000102007 DE10002007A1 (de) | 2000-01-19 | 2000-01-19 | Verfahren zur Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen Sensors |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10002007A1 true DE10002007A1 (de) | 2001-07-26 |
Family
ID=7627942
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000102007 Withdrawn DE10002007A1 (de) | 2000-01-19 | 2000-01-19 | Verfahren zur Hysterese- und/oder Empfindlichkeitskorrektur eines magnetoelastischen Sensors |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10002007A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2020002390A1 (de) * | 2018-06-28 | 2020-01-02 | Trafag Ag | Verfahren, vorrichtung und anordnung zur belastungsmessung an einem testobjekt |
| EP3611487A1 (de) * | 2015-06-16 | 2020-02-19 | Magcanica, Inc. | Vorrichtungen und verfahren zur verbesserung der genauigkeit von magnetoelastischen drehmomentsensoren |
-
2000
- 2000-01-19 DE DE2000102007 patent/DE10002007A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP3611487A1 (de) * | 2015-06-16 | 2020-02-19 | Magcanica, Inc. | Vorrichtungen und verfahren zur verbesserung der genauigkeit von magnetoelastischen drehmomentsensoren |
| US11215523B2 (en) | 2015-06-16 | 2022-01-04 | Magcanica, Inc. | Devices and methods to enhance accuracy of torque sensors |
| WO2020002390A1 (de) * | 2018-06-28 | 2020-01-02 | Trafag Ag | Verfahren, vorrichtung und anordnung zur belastungsmessung an einem testobjekt |
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