DE10002829A1 - Elektronisches Thermometer und Temperaturvorhersageverfahren hierfür - Google Patents
Elektronisches Thermometer und Temperaturvorhersageverfahren hierfürInfo
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Abstract
Ein Thermometer (1) mit einer symmetrischen Prüfspitze (10) besitzt einen Sensor (11) zum Erfassen von Temperaturen und einen Prozessor (21). Ein Verfahren zum Berechnen der Temperatur eines Objekts mittels einer Differentialgleichung zweiter Ordnung umfaßt die Schritte des Erhaltens der Temperaturen vom Objekt, des Ausführens einer ersten Temperaturberechnung, um einen Anfangsvorhersagewert der Temperatur des Objekts zu erhalten, des Addierens eines Kompensationskoeffizienten, des Erzeugens einer kompensierten Temperatur auf der Grundlage einer Kombination des Anfangsvorhersagewerts der Temperatur des Objekts und des Kompensationskoeffizienten und des Berechnens eines stabilisierten Vorhersagewerts der Temperatur des Objekts auf der Grundlage der kompensierten Temperatur, bevor der Sensor (11) die Temperatur des Objekts erreicht hat. Dieses Thermometer (1) kann den Fehler während des Wärmeübertragungsprozesses deutlich verringern.
Description
Die Erfindung bezieht sich allgemein auf Thermometer und insbesondere auf
ein elektronisches Thermometer und ein zugehöriges Temperaturvorhersage
verfahren, bei dem ein Kompensationskoeffizient im Vorhersagemodus enthal
ten ist und eine symmetrisch geformte Prüfspitze verwendet wird, um schnell
und genau eine stabilisierte Temperaturmessung zu erhalten.
Herkömmlicherweise gibt es zwei Arten von Prüfspitzen, nämlich ein Thermo
meter auf Berührungsbasis, wie z. B. ein Glaskolbenthermometer, das eine auf
Wärme ansprechende Quecksilbersäule enthält. Ein solches Glaskolbenther
mometer besitzt den Nachteil, daß es üblicherweise zwei bis acht Minuten
dauert, um ein thermisches Gleichgewicht zwischen dem Thermometer und der
Körpertemperatur eines Patienten zu erreichen, bevor die Temperatur des
Patienten abgelesen werden kann. Ferner ist die kalibrierte Temperaturskala
des Glaskolbenthermometers nicht leicht abzulesen, weshalb die Messungen
anfällig für menschliche Fehler sind.
Eine weitere Art von Thermometer ist ein Thermometer auf berührungsloser
Basis, wie z. B. ein elektronisches Thermometer. Ein elektronisches Thermo
meter zielt auf die Minimierung oder Beseitigung der obenerwähnten Nachteile.
Ein typisches elektronisches Thermometer umfaßt eine Prüfspitze zum Erfas
sen der Temperatur eines ausgewählten Teils des menschlichen Körpers, einen
Prozessor für die Verarbeitung der Temperaturdaten und eine Anzeigevorrich
tung für das Anzeigen der Temperaturwerte.
Um schnell eine genaue Temperatur zu erhalten, ist im elektronischen Ther
mometer eine temperaturempfindliche elektronische Prüfspitze mit einer Vor
hersageschaltung verbunden, so daß eine direkte Anzeige der Temperatur des
Patienten erreicht wird, bevor die Prüfspitze ein Gleichgewicht mit dem Pati
enten erreicht hat. Mit diesem Lösungsansatz wird angenommen, daß sich die
Temperatur des Patienten während der Meßzeit nicht wesentlich ändert. Typi
scherweise wird eine Vorhersage der Temperatur durchgeführt mittels Überwa
chung der gemessenen Temperatur sowie deren Änderungsrate über eine Zeit
periode und verarbeiten dieser zwei Variablen, um die Temperatur des Patien
ten vorherzusagen. Der Vorteil dieses vorhersagenden Thermometers besteht
darin, daß eine schnelle Temperaturermittlung eine frühzeitigere Diagnoseinformation
liefert. Ein Nachteil eines solchen Thermometers besteht jedoch
darin, daß die Genauigkeit, mit der die Temperatur vorhergesagt wird, deutlich
abnimmt, wenn nicht die Verarbeitung und Analyse der Daten genau durch
geführt werden.
Die Genauigkeit der vorhergesagten Temperatur ist stark abhängig vom Vor
hersagemodus, der in dem stabilisierten Temperaturvorhersageverfahren ver
wendet wird. Zum Beispiel ist eine Temperaturvorhersagegleichung program
miert, um eine Temperaturanstiegskurve in einem herkömmlichen elektroni
schen vorhersagenden Thermometer zu schätzen. Diese Vorhersagegleichung
erhält ein Inkrement aus den abgetasteten Temperaturpunkten. Dieses Inkre
ment wird zur derzeit gemessenen Temperatur addiert. Somit wird eine vorher
gesagte Stabilisierungstemperatur erhalten, bevor ein Gleichgewicht zwischen
dem Thermometer und dem Patienten erreicht wird. Um dies zu erreichen,
werden einige Parameter im voraus ermittelt, um Fehler in der Gleichung zu
verringern. Es ist bekannt, daß Temperaturanstiegskurven unterschiedlicher
Personen verschieden sind. Selbst die Temperaturanstiegskurve in einer
Mundhöhle unterscheidet sich von derjenigen in der Achselhöhle derselben
Person. Selbst wenn daher die Vorhersagegleichung in Verbindung mit den
Temperatureigenschaften der verwendeten Prüfspitze beim Schätzen der sta
bilisierten Temperatur verwendet wird, ist immer noch keine genaue Vorher
sage der Temperatur möglich.
Ein Lösungsansatz des Standes der Technik ist offenbart im US-Patent
Nr. 5.738.441, bei dem der Prozessor den ersten Zeitrahmen aus einer Zeitpe
riode auswählt, die auftritt, bevor der Sensor die Temperatur des Objekts er
reicht, und den Logarithmus der Kennlinien der Temperatursignale des ersten
Zeitrahmens verwendet, um eine Vorhersage für die Temperatur des Objekts
zu berechnen. Dieser Lösungsansatz kann die Temperatur des Objekts schnell
vorhersagen, auf der Grundlage der Annahme, daß das Objekt eine unbe
schränkte Wärmequelle besitzt. Die Wärmequelle des menschlichen Körpers ist
jedoch beschränkt. Somit wird diese Annahme nicht gestützt, wodurch die
Anwendung dieses Patents eingeschränkt ist. Eine weitere Einschränkung, die
im Patent nicht berücksichtigt wird, sind die Eigenschaften der Prüfspitze. Es
ist klar, daß der in der Prüfspitze eingebaute Sensor für die Genauigkeit der
Temperaturvorhersage kritisch ist. Genauer muß die Prüfspitze die Wärme
gleichmäßig zum Sensor übertragen, um einen genauen Wert zu erhalten.
Jedoch beeinflussen Faktoren, wie z. B. die Abstrahlung im Wärmeübertra
gungsprozeß, die Anordnung des Sensors usw., die Genauigkeit der Tempera
turvorhersage.
Ein weiteres US-Patent Nr. 5.632.555 offenbart ein elektronisches Thermome
ter zur Verringerung der Wärmeabstrahlung. Dieser Lösungsansatz heizt den
Sensor auf die vorhergesagte Temperatur des Objekts vor, wodurch die Fehler
beseitigt werden, die durch verschiedene Faktoren während des Vorhersage
prozesses verursacht werden. Dieser Temperaturvorhersage-Lösungsansatz ist
sowohl schnell und verringert auch die Fehler deutlich. Dies ist jedoch aus
folgenden Gründen für den Zweck, auf den die Erfindung gerichtet ist, unbe
friedigend:
- 1. Es sind eine zusätzliche Elektronik und zusätzliche Leistung erforderlich, um ein Vorheizen zu bewirken.
- 2. Es ist nicht kosteneffektiv. Somit verhindern die relativ hohen Herstellungskosten seine kommerzielle Verfügbarkeit.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des obenerwähnten
Standes der Technik zu beseitigen und ein elektronisches Thermometer und
ein zugehöriges Temperaturvorhersageverfahren zu schaffen, bei dem ein Kom
pensationskoeffizient im Vorhersagemodus zweiter Ordnung enthalten ist, um
die Fehler zu beseitigen, die durch verschiedene Faktoren während des Vor
hersageprozesses verursacht werden, um somit schnell und genau eine stabili
sierte Temperaturmessung zu erhalten.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein Temperaturvorhersageverfahren
zu schaffen, das nur eine einfache Berechnung und Einstellung verwendet,
wodurch die zur Vorhersage der stabilisierten Temperatur erforderliche Zeit
spanne verringert wird.
Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung, ein elektrisches Thermometer zu
schaffen zum wirksamen Verringern des Fehlers während des Wärmeübertra
gungsprozesses durch Vorsehen einer symmetrisch geformten Prüfspitze.
Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß gelöst durch ein elektronisches
Thermometer, daß die im unabhängigen Anspruch 1 angegebenen Merkmale
besitzt, sowie durch ein Verfahren zum Berechnen der Temperatur eines
menschlichen Körpers, daß die im unabhängigen Anspruch 11 angegebenen
Merkmale besitzt, und eine Prüfspitze, die die im unabhängigen Anspruch 19
angegebenen Merkmale besitzt. Die abhängigen Ansprüche sind auf bevorzugte
Ausführungsformen gerichtet.
Die Vorteile der Erfindung werden verwirklicht durch Schaffen eines elektroni
schen Thermometers und eines zugehörigen Temperaturvorhersageverfahrens.
Das Thermometer umfaßt einen Sensor und einen Prozessor, wobei der Sensor
in einem symmetrischen Punkt in einer symmetrisch geformten Prüfspitze
vorgesehen ist, um die Temperaturdaten eines ausgewählten Teils eines Kör
pers zu erfassen und die zeitabhängigen Temperaturdaten auszugeben; wobei
der Prozessor die ausgegebenen Temperaturdaten empfängt und die Tempera
turdaten mit einem Kompensationskoeffizienten kombiniert, um kompensierte
Temperaturdaten zu erhalten. Somit wird eine genaue Vorhersagetemperatur
erhalten, bevor die Prüfspitze ein Gleichgewicht mit dem Körper erreicht. Die
diesen Vorgang beschreibende Gleichung ist folgende:
wobei α der Kompensationskoeffizient ist, der empirisch von der Mundhöhle,
der Achselhöhle oder dem Anus einer Person erhalten wird, y1 die erfaßte
Temperatur ist und y2 die Temperaturdaten des elektronischen Thermometers
sind.
B ist die Temperatur des gemessenen Objekts, τ ist eine Kennlinienkonstante.
Durch Einsetzen der Gleichung (A) in die Gleichung (B), wird eine erweiterte
Gleichung erhalten:
wobei y1 und der Kompensationskoeffizient α bekannt sind. Somit wird eine
Stabilisierungstemperatur erhalten durch Einsetzen der erfaßten Temperatur
in die obenbeschriebene Differentialgleichung zweiter Ordnung, die der Prozes
sor verarbeitet.
Ferner werden der Umfang und die Anwendbarkeit der Erfindung deutlich
anhand der folgenden genauen Beschreibung. Es ist jedoch zu beachten, daß
die genaue Beschreibung und spezielle Beispiele, die die bevorzugten Ausfüh
rungsformen der Erfindung zeigen, lediglich der Darstellung dienen, da ver
schiedene Änderungen und Abwandlungen innerhalb des Geistes und Um
fangs der Erfindung für Fachleute anhand dieser genauen Beschreibung offen
sichtlich werden.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden deutlich beim Lesen der
folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen, die auf die beige
fügten Zeichnungen Bezug nimmt; es zeigen:
Fig. 1A eine Vorderansicht einer bevorzugten Ausführungsform eines
elektronischen Thermometers der Erfindung;
Fig. 1B eine Schnittansicht längs der Linien 1-1' der Fig. 1A, die die Position
des Sensors zeigt;
Fig. 2 ein Blockschaltbild eines Systems gemäß der Erfindung;
Fig. 3 ein genaues Blockschaltbild des Prozessors der Fig. 2 für die Vorher
sage der Stabilisierungstemperatur;
Fig. 4 ein Flußdiagramm der Verarbeitung gemäß der Erfindung; und
Fig. 5 ein Flußdiagramm für die Berechnung der Stabilisierungstempera
tur gemäß der Erfindung.
Die Fig. 1A und 1B zeigen ein elektronisches Thermometer, das gemäß der
Erfindung konstruiert ist. Das elektronische Thermometer 1 umfaßt eine sym
metrisch geformte Prüfspitze 10 mit einem Sensor 11, der im symmetrischen
Punkt angeordnet ist, um die Temperatur eines ausgewählten Teils eines Ob
jekts zu erfassen und den Fehler zu verringern, der während des Wärmeüber
tragungsprozesses auftritt; einen Hauptkörper 12 mit zugehöriger Elektronik,
wie z. B. einen (nicht gezeigten) Prozessor und eine (nicht gezeigte) Stromver
sorgung; sowie eine Anzeigevorrichtung 13 am Gehäuse des Hauptkörpers 12
zum Anzeigen der Temperaturwerte und anderer Meldungen.
Der symmetrische Punkt des Sensors 11 in der Prüfspitze 10 bezieht sich auf
eine zentrale Längsaussparung 14 an der Oberseite der Prüfspitze 10 (das vom
Hauptkörper 12 entfernt angeordnete Ende der Prüfspitze 10; siehe Fig. 1B).
In Fig. 2 zeigt das Blockschaltbild die Hauptkomponenten der Erfindung, die
einen Sensor 20, einen Prozessor 21 und eine Anzeigevorrichtung 22 umfas
sen, wobei der Sensor 20 die Temperaturdaten eines ausgewählten Teils eines
Körpers erfaßt und die zeitabhängigen Temperaturdaten an den Prozessor 21
ausgibt. Der Prozessor 21 führt mehrere Prozesse auf der Grundlage der emp
fangenen Temperaturdaten durch, wie z. B. die Umsetzung der analogen Tem
peraturdaten in digitale Daten, die Aufzeichnung der Temperaturdaten und die
Abtastung der Zeitdaten. Hierbei kann die Stabilisierungstemperatur auf der
Grundlage dieser abgetasteten Daten geschätzt werden. Ein Hauptaspekt der
Erfindung besteht darin, daß ein Kompensationskoeffizient im Vorhersagemo
dus enthalten ist, der im Prozessor 21 weiter verarbeitet wird, um schnell und
genau eine stabilisierte Temperaturmessung zu erhalten. Diese Stabilisie
rungstemperatur wird für die Anzeige vom Prozessor 21 zur Anzeigevorrichtung
22 gesendet.
Es folgt eine Beschreibung der von der Erfindung verwendeten Konzepte.
Die Temperaturvorhersage umfaßt zwei Prozesse. Erstens, ein Lösungsansatz
erster Ordnung besteht darin, sechs Temperaturdaten abzutasten, die weiter
verwendet werden, um zwei vorhergesagte Temperaturen zu erhalten. Zwei
tens, ein Kompensationskoeffizient wird im Vorhersagemodus zur Vorhersage
der Stabilisierungstemperatur zur Stabilisierungstemperatur addiert, wodurch
eine genaue Temperaturmessung erhalten wird. Die Gleichung, die den ersten
Prozeß beschreibt, ist folgende:
Es sei angenommen, daß die zu messende Temperatur dargestellt wird durch
wobei B die Temperatur des Objekts ist, y die gemessene Temperatur als
Funktion der Zeit y(t) ist, t die Zeit ist und τ die Kennlinienkonstante des zu
messenden Objekts ist.
Wenn die Gleichung 1 vereinfacht wird und eine Operation durchgeführt wird,
wird erhalten:
Multiplizieren eines Integralfaktors F(t) zur linken und rechten Seite der Glei
chung (2) ergibt:
Austauschen von dt und F(t) ergibt:
Integrieren beider Seiten der obigen Gleichung ergibt:
Einsetzen von Gleichung (4) in Gleichung (3) ergibt
wobei C eine Konstante ist.
Die Konstante C wird aus einer Anfangstemperatur des Objekts berechnet. Die
Zeit ist 0 (z. B. t = 0) am Anfang der Messung. Die vom Sensor 20 gemessene
Temperatur ist die Raumtemperatur. Es sei y = y(t0) = tr. Es wird t = 0 und
y = T in die Gleichung (5) eingesetzt, um die Konstante C = Tr - B zu erhalten.
Die Konstante C wird in die Gleichung (5) eingesetzt, wodurch erneut erhalten
wird
Diese Gleichung drückt die Beziehung zwischen
der gemessenen Temperatur und der Temperatur des zu messenden Objekts
aus. Anschließend wird gezeigt, wie die obigen Gleichungen zu verwenden
sind, um eine Stabilisierungstemperatur vorherzusagen.
Angenommen, die erfaßte Temperatur bei 1 Sekunde t1 = 1 s ist:
Angenommen, die erfaßte Temperatur bei 2 Sekunden t2 = 2 s ist:
Ferner ist die Kennlinienkonstante τ für das identische zu messende Objekt
dieselbe. Somit gilt
Die Temperatur des zu messenden Objekts wird dargestellt durch
Somit werden nur drei Temperaturen (nämlich die Anfangstemperatur und
zwei in zwei Zeitschlitzen gemessene Temperaturen) in der obigen Gleichung
benötigt, um die Temperatur des gemessenen Objekts zu erhalten. Die zwei
Temperaturmessungs-Zeitschlitze müssen gleich sein. Zum Beispiel 1 Sekunde
und 2 Sekunden, wie oben beschrieben worden ist. In diesem Prozeß mißt der
Sensor 20 sechs Temperaturen. Diese werden in die Gleichung (6) eingesetzt,
um zwei vorhergesagte Temperaturen des Objekts zu erhalten.
Ein Kompensationskoeffizient wird von der Erfindung verwendet, um die Ge
nauigkeit der mit dem obenerwähnten Verfahren vorhergesagten Temperatur
zu verbessern, wobei der Kompensationskoeffizient jeweils zu den obigen zwei
Temperaturdaten addiert wird, um den asymptotischen Vorhersageansatz
erster Ordnung in einen asymptotischen Vorhersageansatz zweiter Ordnung
umzusetzen, der genauer ist als der asymptotische Vorhersageansatz erster
Ordnung. Die Kompensationsgleichungen, die im Kompensationskoeffizienten
enthalten sind, werden wie folgt ausgedrückt:
wobei y1 die aus der Gleichung (6) erhaltene Temperatur ist, α der Kompensa
tionskoeffizient ist, der empirisch von einer Mundhöhle, einer Achselhöhle oder
dem Anus einer Person erhalten wird. Zum Beispiel beträgt der Kompensati
onskoeffizient der Mundhöhle 1, der für die Achselhöhle 0,8 und derjenige für
den Anus 0,7. Dieser Satz von Kompensationskoeffizienten wird im Prozessor
21 gespeichert. Es ist bekannt, daß Temperaturanstiegskurven unterschiedli
cher Teile des Körpers unterschiedlich sein. Auf der Grundlage dieser Eigen
schaften addiert der Prozessor 21 einen geeigneten Kompensationskoeffizien
ten während des Kompensationsprozesses in die Gleichung (A). y2 ist der kom
pensierte Temperaturwert. Aus zwei Werten y1 werden zwei kompensierte
Temperaturen y2 erhalten. B ist die Temperatur des zu messenden Objekts. τ
ist die Kennlinienkonstante des zu messenden Objekts.
Durch Einsetzen von Gleichung (A) in Gleichung (B) ergibt sich
d. h., eine Differentialgleichung zweiter Ordnung. y1 und der Kompensations
koeffizient α sind bekannt. B und τ sind unbekannt. Somit sind zwei Gleichun
gen erforderlich, um diese zwei Variablen zu berechnen. Es wird ein Satz von
erfaßten Temperaturdaten y1 kompensiert, um die Gleichung (A) zu erhalten.
Zum Beispiel werden die Temperaturdaten y1a und y1b, die im ersten Prozeß
erhalten werden, kompensiert, um y2a und y2b zu erhalten,
Einsetzen von Gleichung (A) in Gleichung (B) ergibt zwei Gleichungen:
Da y1a und y1b sowie der Kompensationskoeffizient α bekannt sind, kann der
Prozessor 21 auf der Grundlage dieser zwei Gleichungen zweiter Ordnung nach
der Verarbeitung eine genaue Temperaturmessung erhalten.
Wie in Fig. 3 gezeigt, umfaßt der Prozessor 21 einen Dateneingangsabschnitt
210, einen ersten Berechnungsabschnitt 211, einen Kompensationsabschnitt
212, einen zweiten Berechnungsabschnitt 213 und einen Datenausgangsab
schnitt 214, wobei der Dateneingangsabschnitt 210 erfaßte Temperaturdaten
vom Sensor 21 empfängt, die analogen Temperaturdaten in digitale Daten
umsetzt und die Temperaturdaten für die nachfolgende Verarbeitung durch
den Prozessor 21 aufzeichnet. Der erste Berechnungsabschnitt 211 berechnet
eine Vorhersagetemperatur des ersten Prozesses auf der Grundlage der Tempe
raturdaten im Dateneingangsabschnitt 210 und der obigen Gleichung (6) und
sendet das Ergebnis zum Kompensationsabschnitt 212. Der Kompensationsab
schnitt 212 speichert die im voraus ermittelten Kompensationskoeffizienten,
wie z. B. 1 für die Mundhöhle, 0,8 für die Achselhöhle und 0,7 für den Anus,
von denen einer automatisch zur entsprechenden Gleichung auf der Grundlage
der Temperaturanstiegskurve addiert wird, wobei die Temperatur des elektro
nischem Thermometers aus der Gleichung (A) berechnet wird und zum zweiten
Berechnungsabschnitt 213 weitergesendet wird. Der zweite Berechnungsabschnitt
213 berechnet die Stabilisierungstemperatur anhand der Gleichung (B)
und sendet die resultierende Temperatur zum Datenausgangsabschnitt 214.
In Fig. 4 ist das Flußdiagramm der Erfindung gezeigt. Es wird im Schritt 30
initialisiert. Als nächstes wird die Temperatur im Schritt 31 gemessen, d. h.
der Sensor 30 erfaßt die Temperaturdaten, die zum Prozessor 21 gesendet
werden. Der Prozessor 21 zeichnet kontinuierlich die Temperaturdaten vom
Sensor 20 im Schritt 32 auf. Die Temperaturdaten und die Zeitdaten, die im
entsprechenden Temperaturerfassungsprozeß gemessen werden, werden ein
ander zugeordnet. Der Prozessor 21 berechnet eine stabilisierte Temperatur im
Schritt 33 auf der Grundlage der erfaßten Temperaturen. In dieser Ausfüh
rungsform sind nur drei Temperaturen (nämlich die Anfangstemperatur und
zwei in zwei Zeitschlitzen nach Beginn der Messung gemessene Temperaturen)
erforderlich, um die Temperatur vorherzusagen. Anschließend addiert er einen
geeigneten Kompensationskoeffizienten zu den erfaßten Temperaturdaten,
woraufhin der Prozessor 21 eine stabilisierte Temperatur berechnet. Der Pro
zessor 21 sendet die stabilisierte Temperatur zur Anzeigevorrichtung 22, um
sie im Schritt 34 anzuzeigen. Im Schritt 35 wird ermittelt, ob das Ende des
Prozesses erreicht ist. Trifft dies zu, wird zum Schritt 36 vorgerückt. Ansonsten
kehrt die Verarbeitung zum Schritt 31 zurück. Der Prozeß endet im Schritt 36.
Der Schritt 33 umfaßt ferner die Schritte: a) Im Schritt 331 nimmt der Daten
eingangsabschnitt 210 die Temperaturdaten auf. Es ist zu beachten, daß sechs
Temperaturen benötigt werden, da zwei kompensierte Temperaturen vorhan
den sind. Diese sechs Temperaturen müssen in gleichmäßigen Intervallen
gemessen werden. b) Im Schritt 332 führt der erste Berechnungsabschnitt 211
eine Berechnung mit diesen Temperaturdaten auf der Grundlage der Glei
chung
durch, wobei drei Temperaturen erforderlich sind. c)
Im Schritt 333 addiert der Kompensationsabschnitt 212 automatisch einen
Kompensationskoeffizienten zur entsprechenden Gleichung auf der Grundlage
der Temperaturanstiegskurve des gemessenen Abschnitts. d) Im Schritt 334
wird auf der Grundlage der Gleichung
eine kompensierte
Temperatur erzeugt. e) Im Schritt 335 werden die zwei kompensierten Tempe
raturen in
eingesetzt, um einen Satz von Differentialgleichungen
zweiter Ordnung zu erhalten, um hieraus eine Stabilisierungstemperatur
zu erhalten. f) Im Schritt 336 wird die Stabilisierungstemperatur ausgegeben.
Somit werden die Aufgaben der Erfindung wie folgt gelöst:
Es wird schnell und genau eine stabilisierte Temperaturmessung erhalten.
Für das Pflegepersonal und/oder den Arzt werden schnellere Diagnoseinfor
mationen zur Verfügung gestellt.
Es wird nur ein einfacher Vorhersagemodus verwendet.
Es ist kein Logarithmus und/oder keine intensive Berechnung erforderlich.
Es ist klar, daß die obenbeschriebene Erfindung auf verschiedene Weise ver
ändert werden kann. Solche Veränderungen sind nicht als Abweichung vom
Geist und Umfang der Erfindung aufzufassen, wobei alle solche Abwandlun
gen, die für Fachleute offensichtlich sind, im Umfang der folgenden Ansprüche
enthalten sein sollen.
Claims (19)
1. Elektronisches Thermometer (1) zum Ermitteln der Temperatur eines
menschlichen Körpers,
gekennzeichnet durch
eine symmetrisch geformte Prüfspitze (10),
einen im symmetrischen Punkt in der Prüfspitze (10) angeordneten Sen sor (11) zum Erfassen der Temperaturen des menschlichen Körpers und zum Ausgeben der Temperaturen; und
einen Prozessor (21) zum Empfangen der ausgegebenen Temperaturen und Kombinieren der jeweiligen Temperaturen mit einem Kompensationskoef fizienten, um eine kompensierte Temperatur zu erhalten; wobei
das elektronische Thermometer (1) einen Vorhersagewert der Temperatur des menschlichen Körpers auf der Grundlage der kompensierten Temperatur berechnet, bevor der Sensor (11) die Temperatur des menschlichen Körpers erreicht hat.
eine symmetrisch geformte Prüfspitze (10),
einen im symmetrischen Punkt in der Prüfspitze (10) angeordneten Sen sor (11) zum Erfassen der Temperaturen des menschlichen Körpers und zum Ausgeben der Temperaturen; und
einen Prozessor (21) zum Empfangen der ausgegebenen Temperaturen und Kombinieren der jeweiligen Temperaturen mit einem Kompensationskoef fizienten, um eine kompensierte Temperatur zu erhalten; wobei
das elektronische Thermometer (1) einen Vorhersagewert der Temperatur des menschlichen Körpers auf der Grundlage der kompensierten Temperatur berechnet, bevor der Sensor (11) die Temperatur des menschlichen Körpers erreicht hat.
2. Thermometer (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die vom Sensor (11) erfaßten Temperaturen eine Anfangstemperatur
umfassen.
3. Thermometer (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Anfangstemperatur die Raumtemperatur ist.
4. Thermometer (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient mittels einer Differentialgleichung erster
Ordnung kombiniert wird.
5. Thermometer (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Differentialgleichung erster Ordnung eine erste Ableitung aller erfaß
ten Temperaturen umfaßt.
6. Thermometer (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient eine Steigung der Differentialgleichung
erster Ordnung ist.
7. Thermometer (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient für unterschiedliche Teile des menschlichen
Körpers verschieden ist.
8. Thermometer (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient 0,9 bis 1,1 für die Mundhöhle des
menschlichen Körpers beträgt.
9. Thermometer (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient 0,7 bis 0,9 für die Achselhöhle des
menschlichen Körpers beträgt.
10. Thermometer (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient 0,6 bis 0,8 für den Anus des menschlichen
Körpers beträgt.
11. Verfahren zum Berechnen der Temperatur eines menschlichen Körpers in
einem elektronischen Thermometer (1) mit einer Prüfspitze (10), einem Sensor
(11) zum Erfassen von Temperaturen und einem Prozessor (21),
gekennzeichnet durch die Schritte:
- a) Erhalten mehrerer Temperaturen vom menschlichen Körper;
- b) Durchführen einer ersten Berechnung mit den Temperaturen um einen Anfangsvorhersagewert der Temperatur des menschlichen Körpers zu erhalten;
- c) Addieren eines Kompensationskoeffizienten auf der Grundlage des Teils des menschlichen Körpers;
- d) Erzeugen einer kompensierten Temperatur auf der Grundlage einer Kombination des Anfangsvorhersagewertes der Temperatur des menschlichen Körpers und des Kompensationskoeffizienten; und
- e) Berechnen eines stabilisierten Vorhersagewerts der Temperatur des menschlichen Körpers auf der Grundlage der kompensierten Temperatur, bevor der Sensor (11) die Temperatur des menschlichen Körpers erreicht hat.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die vom Sensor (11) erfaßten Temperaturen eine Anfangstemperatur
umfassen.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Anfangstemperatur die Raumtemperatur ist.
14. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die im Schritt a) erhaltenen Temperaturen zeitlich gleichmäßig beabstan
det sind.
15. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient mittels einer Differentialgleichung erster
Ordnung kombiniert wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Differentialgleichung erster Ordnung eine erste Ableitung der jeweili
gen erfaßten Temperaturen umfaßt.
17. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Kompensationskoeffizient eine Steigung der Differentialgleichung
erster Ordnung ist.
18. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Schritt e) die Berechnung einer stabilisierten Vorhersage der
Temperatur des menschlichen Körpers durchgeführt wird, indem eine Diffe
rentialgleichung zweiter Ordnung berechnet wird.
19. Prüfspitze (10) für ein elektronisches Thermometer (1),
gekennzeichnet durch
einen Körper mit einer Aussparung (14), die in einem zentralen symmetri schen Punkt seiner Längsrichtung angeordnet ist; und
einen Sensor (11), der in der Aussparung (14) des Körpers vorgesehen ist, um Temperaturen zu erfassen.
einen Körper mit einer Aussparung (14), die in einem zentralen symmetri schen Punkt seiner Längsrichtung angeordnet ist; und
einen Sensor (11), der in der Aussparung (14) des Körpers vorgesehen ist, um Temperaturen zu erfassen.
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