Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur
Betätigung einer Brennelement-Lademaschine, mit der ein Bren
nelement z. B. innerhalb einer kerntechnischen Anlage trans
portiert wird. Sie betrifft weiter eine Brennelement-
Lademaschine.
Eine Brennelement-Lademaschine, die mit einem Teleskopmast
ausgestattet ist, ist z. B. aus der DE 86 11 164 U1 bekannt.
Weiterhin ist aus der DE 77 38 547 U1 ein Verfahrn zur Betä
tigung einer Brennelement-Lademaschine bekannt, bei dem ein
Steuerelementgreifer und ein Brennelementgreifer über einen
ausfahrbaren Mitnehmer zur Verkürzung des Hubweges koppelbar
sind.
Brennelement-Lademaschinen, kurz Lademaschinen, sind bevor
zugt im Sicherheitsbehälter einer kerntechnischen Anlage an
geordnet, beispielsweise in einer Druckwasser- oder einer
Siedewasser-Reaktoranlage. Mit Hilfe der Lademaschine werden
Brennelemente zwischen dem Reaktor der Anlage und einem Bren
nelement-Lagerbecken transportiert. Bei einem Brennele
mentwechsel werden so die verbrauchten Brennelemente aus dem
Reaktor in das Lagerbecken transportiert, und gleichzeitig
wird der Reaktor mit neuen Brennelementen bestückt. Mit der
Lademaschine können auch Brennelemente innerhalb des Reaktors
umgesetzt werden.
Die Lademaschine ist in der Regel als eine kranartige Hebe
vorrichtung ausgestaltet, die entlang eines vorgegebenen
Fahrwegs, beispielsweise entlang von Schienen, bewegbar ist.
Die Lademaschine weist als Hebemechanismus in der Regel meh
rere ineinander teleskopartig verschiebbare Teleskopelemente
auf. Sie werden beispielsweise mittels eines Seilzugs nach
unten ausgefahren und nach oben eingefahren. Diese Teleskop
elemente sind insbesondere ein feststehender Führungsmast,
eine Zentrierglocke, ein Brennelementgreifer und ein Steu
erelementgreifer, die in dieser Reihenfolge von außen nach
innen ineinander angeordnet und gegeneinander verschieblich
sind. Bis auf den Steuerelementgreifer ist jedes der Tele
skopelemente als Hohlkörper ausgebildet. Im Inneren der Hohl
körper verläuft der Seilzug, an dessen unterem Ende der Steu
erelementgreifer angeordnet ist. Beim Hochfahren des Seilzugs
werden von dem Steuerelementgreifer nacheinander zunächst der
Brennelementgreifer und dann die Zentrierglocke nach oben
mitgenommen, bis letztere am oberen Ende des Führungsmasts
angelangt ist. Alle Teleskopelemente werden also vollständig
bis zumindest an das obere Ende des Führungsmasts hochgefah
ren. Erst wenn diese Stellung, die so genannte Fahrstellung,
erreicht ist, kann die Lademaschine verfahren werden. Damit
wird gewährleistet, daß beim Transport eines Brennelements
dieses auf alle Fälle vollständig angehoben ist, um zu ver
meiden, daß das Brennelement beim Transport beispielsweise an
einer Barriere zwischen Reaktor und Brennelement-Lagerbecken
hängen bleibt und Beschädigungen hervorruft.
Beim Brennelementwechsel ist der Reaktor abgeschaltet. Um den
Produktionsausfall an erzeugter Energie während des Brennele
mentwechsels möglichst gering zu halten, ist man bestrebt,
den Brennelementwechsel in einer möglichst kurzen Zeitspanne
durchzuführen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine
Brennelement-Lademaschine und ein Verfahren und eine Einrich
tung zur Betätigung einer Brennelement-Lademaschine anzuge
ben, mit denen im Vergleich zur herkömmlichen Technik eine
Verkürzung der für den Brennelementwechsel notwendigen Zeit
erreicht wird.
Die Aufgabe, ein geeignetes Verfahren anzugeben, wird gemäß
der Erfindung gelöst durch ein Verfahren zur Betätigung einer
Brennelement-Lademaschine, die eine Zentrierglocke mit einem
oberen Anschlag, einen Brennelementgreifer und einen Steuer
elementgreifer als Teleskopelemente aufweist, bei denen die
Zentrierglocke den Brennelementgreifer und dieser wiederum
den Steuerelementgreifer umschließt. Bei dem Verfahren werden
zur Handhabung eines Brennelements oder eines Steuerstabs aus
einem Brennelement die Teleskopelemente nach unten ausgefahren
oder nach oben eingefahren, und beim Hochfahren wird die
Zentrierglocke gemeinsam mit dem Brennelementgreifer hochge
fahren, bevor der Brennelementgreifer an den oberen Anschlag
gelangt ist (Anspruch 1).
Dies bedeutet, daß der Brennelementgreifer sich im unteren
Bereich der Zentrierglocke befindet, wenn diese ihre obere
Position im Führungsmast erreicht. Der Brennelementgreifer
wird also nicht bis zum oberen Anschlag der Zentrierglocke,
und damit nicht bis zum oberen Ende des Führungsmasts, mitge
führt. Diese sogenannte "vorzeitige Mitnahme" der Zentrier
glocke beim Greifen eines Brennelements war bisher aufgrund
einer mechanischen Sperre nicht möglich, die aus sicherheits
technischen Überlegungen heraus das komplette Hochfahren al
ler Teleskopelemente erforderlich machte. Mit dem vorgeschla
genen Verfahren wird daher eine vorteilhafte Anpassung der
Verfahrensabläufe bei der Betätigung der Lademaschine an die
jeweilige Betriebssituation erreicht.
Die "vorzeitige Mitnahme führt zu einer Einsparung des zu
rückzulegenden Hubwegs und damit zu einer Zeitersparnis. Denn
in bestimmten Betriebssituationen ist es ausreichend, wenn
der Brennelementgreifer nicht bis zum oberen Anschlag der
Zentrierglocke mitgeführt wird, um ein sicheres Verfahren der
Lademaschine zu erlauben. Da während eines Brennelementwech
sels typischerweise mehrere hundert Hubvorgänge anfallen,
lassen sich mit diesem Verfahren einige Stunden bei dem
Brennelementwechsel einsparen.
Die "vorzeitige Mitnahme" der Zentrierglocke wird bevorzugt
beim lastfreien Hochfahren eingesetzt, wenn kein Brennelement
transportiert werden soll. Bei einem Brennelementwechsel tre
ten gewöhnlich sehr viele solcher Leerfahrten der Ladema
schine auf. Beim lastfreien Betrieb hängt also am Hebemecha
nismus der Lademaschine keine Last, so daß die Teleskopele
mente nicht vollständig eingefahren zu werden brauchen, um
Beschädigungen zu vermeiden.
Die "vorzeitige Mitnahme" wird bevorzugt auch bei einem Ver
setzen von Brennelementen oder von Kerneinbauten innerhalb
eines Reaktors eingesetzt, wenn eine Last, beispielsweise ein
Brennelement, an der Lademaschine hängt.
Die Aufgabe, eine geeignete Brennelement-Lademaschine anzuge
ben, wird gemäß der Erfindung gelöst mit einer Zentrierglocke
mit einem oberen Anschlag, mit einem Brennelementgreifer und
mit einem Steuerelementgreifer als Teleskopelemente, bei de
nen die Zentrierglocke den Brennelementgreifer und dieser
wiederum den Steuerelementgreifer umschließt, wobei zur Hand
habung eines Brennelements die Teleskopelemente nach unten
ausfahrbar oder nach oben einfahrbar sind, wobei am oberen
Ende des Steuerelementgreifers ein ausklappbarer Mitnehmer
angeordnet ist, der nur im ausgeklappten Zustand das Hin
durchführen des Steuerelementgreifers durch den oberen An
schlag der Zentrierglocke verhindert (Anspruch 9).
Die "vorzeitige Mitnahme" wird also durch den Mitnehmer be
wirkt. Der Mitnehmer ist beispielsweise als ein ausklappbarer
Spreizhebel ausgestaltet, der am oberen Ende des Steuerele
mentgreifers befestigt ist. Dieser umfaßt neben dem Mitnehmer
eine Verbindung, beispielsweise eine starre Stange, über die
der Mitnehmer mit einem am unteren Ende des Steuerelement
greifers angeordneten Greifelement verbunden ist. Der Steuer
elementgreifer ist mit seiner Stange durch die Zentrierglocke
und den Brennelementgreifer geführt. Bei ausgeklapptem
Spreizhebel bleibt der Mitnehmer beim Hochfahren am oberen
Anschlag der Zentrierglocke hängen und nimmt diese nach oben
mit.
Aus sicherheitstechnischen Gründen ist der Mitnehmer bevor
zugt in Abhängigkeit von erkennbaren Zuständen betätigbar,
z. B. nur dann, wenn eine vorgegebene Sicherheitsbedingung er
füllt ist. Damit wird gewährleistet, daß die "vorzeitige Mit
nahme" nur dann eingesetzt wird, wenn dies zu keiner sicher
heitstechnischen Beeinträchtigung des Verfahrensablaufs, beispielsweise
zur Beschädigung an Anlagenteilen, führen kann.
Der Mitnehmer ist insbesondere nur dann aus- oder einfahrbar,
wenn der Brennelementgreifer, insbesondere seine Greifvor
richtung, auf bzw. zu ist. Der Mitnehmer ist demnach nur dann
zur Aktivierung der "vorzeitigen Mitnahme" ausfahrbar, wenn
der Brennelementgreifer auf ist, d. h. wenn kein Brennelement
transportiert, wird.
Als Sicherheitsbedingung muß insbesondere erfüllt sein, daß
der Brennelementgreifer auf einem Brennelement aufsitzt, oder
daß der Steuerelementgreifer in seiner obersten Position ist,
oder daß kein Steuerelement am Steuerelementgreifer hängt,
oder daß der vom Steuerelementgreifer zurückgelegte Hubweg
innerhalb eines zulässigen Bereichs liegt. Bevorzugt sind
alle Sicherheitsbedingungen gleichzeitig erfüllt. Diese Si
cherheitsbedingungen gewährleisten, daß der Mitnehmer nur in
eitler bestimmten Stellung der Lademaschine betätigt werden
kann. Dies ist insbesondere die Stellung, in der ein Brenn
element abgesetzt oder aufgenommen wird.
In einer besonders bevorzugten Ausführung des Verfahrens wird
der Mitnehmer in Abhängigkeit der Vorgabe, ob ein Brennele
ment aufgenommen werden soll oder nicht, automatisch ein-
bzw. ausgefahren.
Das Bedienpersonal braucht also nur noch anzugeben, ob ein
Brennelement transportiert werden soll, oder ob mit der
Brennelement-Lademaschine eine lastfreie Leerfahrt durchge
führt werden soll. Das Betriebspersonal selbst kann den Mit
nehmer nicht aktivieren. Dies übernimmt eine Steuerung, die
insbesondere die genannten Sicherheitsbedingungen überprüft
und anhand der Vorgabe des Betriebspersonals entscheidet, ob
der Mitnehmer ausgefahren wird oder nicht. Nach der Eingabe
des Befehls "Brennelement transportieren" oder "lastfreie
Leerfahrt" wird die Lademaschine also automatisch gesteuert.
Im Hinblick auf den Steuerelementgreifer ist es zweckdien
lich, wenn das Betätigen eines Greifelements des Steuerele
mentgreifers durch eine elektrisch angesteuerte Sperre ver
hindert wird, sobald eine Sperrbedingung erfüllt ist. Dies
ist aus sicherheitstechnischen Überlegungen heraus zweckdien
lich, da damit ein versehentliches Öffnen des Greifelements
beim Transport eines Steuerelements verhindert ist.
Das Betätigen wird bevorzugt dann verhindert, wenn als Sperr
bedingung ein vorgegebener Hubweg unterschritten und/oder
eine Maximallast überschritten wird. Diese Sperrbedingungen
erlauben ein Öffnen oder Schließen des Greifelements nur,
wenn der Steuerelementgreifer sich in seiner unteren ausge
fahrenen Position befindet, in der er ein Steuerelement auf
nehmen bzw. absetzen kann.
Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens und der
Einrichtung nach der Erfindung sind den Unteransprüchen zu
entnehmen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Figuren
im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische ausschnittsweise Darstellung ei
ner Brennelement-Lademaschine mit ausgefahrener
Zentrierglocke und mit ausgefahrenem Brennelement
greifer beim Absetzen oder Aufnehmen eines Brenn
elements,
Fig. 2 die Brennelement-Lademaschine in der oberen Fahr
stellung und
Fig. 3 die Brennelement-Lademaschine in der unteren Fahr
stellung.
In den Figuren sind gleichwirkende Teile mit den gleichen Be
zugszeichen versehen.
Gemäß den Fig. 1 bis 3 weist die nur ausschnittsweise
skizzierte Brennelement-Lademaschine 2 (kurz: Lademaschine)
an ihrer Unterseite als Hebemechanismus mehrere Teleskopele
mente auf. Dies sind ein bevorzugt feststehender Führungs
mast 4, eine Zentrierglocke 6, ein Brennelementgreifer 8 und
ein Steuerelementgreifer 10. Der Steuerelementgreifer 10 um
faßt an seinem oberen Ende ein Kopfteil 16 mit einem Mitneh
mer 18 und an seinem unteren Ende ein Greifelement 20 sowie
ein insbesondere starres Verbindungselement 22, beispiels
weise eine Stange. Dieses verbindet das Kopfstück 16 mit dem
Greifelement 20. Die Lademaschine 2 kann entlang eines nicht
näher dargestellten Fahrwegs, beispielsweise entlang von Füh
rungsschienen, in der Horizontalen bewegt werden. Sie ist bei
einem Druckwasserreaktor innerhalb des Sicherheitsbehälters
oberhalb des eigentlichen Reaktors angeordnet und dient zum
Versetzen von Brennelementen 12 oder von Kerneinbauten inner
halb des Reaktors und innerhalb eines nicht näher dargestell
ten Brennelement-Lagerbeckens. Die Lademaschine 2 wird auch
zum Transport von Brennelementen 12 zwischen dem Reaktor und
dem Brennelement-Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente 12
eingesetzt. Bei einem Brennelementwechsel ist der Sicher
heitsbehälter zumindest zwischen dem Lagerbecken und dem Re
aktor bis zu einer Füllstandshöhe F mit Wasser geflutet. Die
Brennelemente 12 dürfen aus strahlungstechnischen Gründen nur
unterhalb dieses Wasserpegels transportiert werden.
Bis auf den Steuerelementgreifer 10 sind die Teleskopelemente
bevorzugt als Hohlkörper mit einer quadratischen Quer
schnittsfläche ausgestaltet. Der Führungsmast 4, der auch
eine runde Querschnittsfläche aufweisen kann, umgibt dabei
die Zentrierglocke 6, diese wiederum den Brennelementgrei
fer 8, welcher schließlich den Steuerelementgreifer 10 um
gibt. Der Innenraum der Zentrierglocke 6 ist derart bemessen,
daß der Brennelementgreifer 8 zusammen mit einem an ihm hän
genden Brennelement 12 von der Zentrierglocke 6 aufgenommen
werden kann. Im ausgefahrenen Zustand (Fig. 1) sitzt die
Zentrierglocke 6 auf einem unteren Anschlag 13 des Führungsmasts
4 auf. Der Brennelementgreifer 8 ist zur Aufnahme eines
Steuerelements in seinem Innenraum ausgelegt. Das Steuerele
ment besitzt in der Regel etwa die gleiche Länge wie das
Brennelement 12.
Zentral im Führungsmast 4 verläuft ein Seilzug 14, der mit
seinem unteren Ende am Kopfteil 16 des Steuerelementgrei
fers 10 befestigt ist. Der Mitnehmer 18 ist aus- bzw. ein
fahrbar. Im Ausführungsbeispiel der Fig. 1 bis 3 ist der
Mitnehmer 18 nach Art eines Knickhebels ausgebildet, der in
seiner eingefahrenen Position eine V-förmige Stellung ein
nimmt, wie sie in Fig. 1 dargestellt ist. In seiner ausge
fahrenen oder gespreizten Stellung liegen die beiden Hebel
arme des Mitnehmers 18 in einer Ebene (Fig. 3).
Der Seilzug 14 kann zusammen mit dem Kopfteil 16 zentral
durch einen oberen Anschlag 24 der Zentrierglocke 6 hindurch
geführt werden, sofern sich der Mitnehmer 18 in seiner einge
fahrenen Position befindet. Das Verbindungselement 22 ist zu
sätzlich durch einen weiteren Anschlag 26 des Brennelement
greifers 8 zentral hindurchgeführt. Die zentrale Öffnung in
diesem weiteren Anschlag 26 ist derart bemessen, daß sie ein
Durchgleiten des Greifelements 20 verhindert.
Zum Absetzen des Brennelements 12 wird der Seilzug 14 nach
unten ausgefahren. Durch das Eigengewicht der Teleskopele
mente fahren diese automatisch teleskopartig nach unten aus.
Und zwar wird erst die Zentrierglocke 6, anschließend der
Brennelementgreifer 8 und, falls notwendig, der Steuerele
mentgreifer 10 nach unten aus dem Führungsmast 4 ausgefahren,
bis die Zentrierglocke 6 auf dem unteren Anschlag 13 auf
setzt. Der Brennelementgreifer 8 wird weiter abgelassen, bis
er auf dem Brennelement 12 aufsitzt. In dieser Position hat
der Steuerelementgreifer 10 einen Hubweg H, ausgehend vom
oberen Ende des Führungsmasts 4, zurückgelegt. Zum Greifen
des Brennelements 12 besitzt der Brennelementgreifer 8 eine
nicht näher dargestellte Greifvorrichtung. Falls ein Steuerelement
gegriffen werden soll, welches innerhalb des Brenn
elements 12 angeordnet ist, wird der Steuerelementgreifer 10
weiter abgelassen, bis dessen Greifelement 20 auf dem betref
fenden Steuerstab (nicht näher dargestellt) aufsitzt und die
ses greift.
Beim Hochfahren werden die einzelnen Teleskopelemente in um
gekehrter Reihenfolge wie beim Herunterfahren nach oben gezo
gen. D. h. zunächst wird der Steuerelementgreifer 10 nach oben
gezogen, bis das Greifelement 20 am weiteren Anschlag 26 an
gelangt ist, um den Brennelementgreifer 8 mitzunehmen. Bei
dem bisher bekannten Verfahren wurde beim Transport eines
Brennelements (12) oder bei einer Leerfahrt die Zentrierglo
cke 6 erst dann nach oben mitgenommen, wenn der Brennelement
greifer 8 den oberen Anschlag 24 der Zentrierglocke 6 er
reicht hatte. Dieser Ablauf war bisher unabhängig davon, ob
an dem Brennelementgreifer 8 ein Brennelement 12 hängt. Es
war stets erforderlich, daß der dargestellte Hubweg H voll
ständig zurückgelegt wurde, und daß die einzelnen Teleskop
elemente bis in die in Fig. 2 dargestellte obere Fahrstel
lung gezogen wurden. In der oberen Fahrstellung sind Zent
rierglocke 6, Brennelementgreifer 8 und Steuerelementgrei
fer 10 vollständig in den oberen Bereich des Führungsmasts 4
eingezogen.
Das hier beschriebene Verfahren geht von der Idee aus, daß
ein vollständiges Hochfahren nicht für alle Betriebssituatio
nen, wie z. B. lastfreie Leerfahrten zwischen dem Brennele
ment-Lagerbecken und dem Reaktorkern oder Fahrten innerhalb
des Reaktorkerns, erforderlich ist. In solchen Betriebssitua
tionen wird beim Hochfahren des Seilzugs 14 der Mitnehmer 18
ausgefahren, so daß die Zentrierglocke 6 vorzeitig nach oben
von dem Seilzug 14 mitgenommen wird. Durch das Ausfahren des
Mitnehmers 18 stößt dieser beim Hochfahren gegen den oberen
Anschlag 24. Die vorzeitige Mitnahme erlaubt, daß die Ladema
schine 2 in einer unteren Fahrposition, wie sie in Fig. 3
dargestellt ist, verfahren wird. In dieser unteren Fahrposition
ist die Zentrierglocke 6 ebenso wie in der oberen Fahr
position (vergl. Fig. 2) vollständig in den Führungsmast 4
eingefahren, jedoch befindet sich der Brennelementgreifer 8
im unteren Bereich der Zentrierglocke 6. Im Vergleich zu der
oberen Fahrstellung ist daher ein um die Hubwegdifferenz ΔH
kürzerer Hubweg H erforderlich.
Um zu gewährleisten, daß der Mitnehmer 18 ausschließlich dann
betätigt wird, wenn es die jeweilige Betriebssituation der
Lademaschine 2 erlaubt, ist das Betätigen des Mitnehmers 18
von einer oder mehreren Sicherheitsbedingungen abhängig. Um
Fehler des Bedienungspersonals auszuschließen, wird die Betä
tigung des Mitnehmers 18 bevorzugt automatisch veranlaßt. Wie
bereits ausgeführt, sollte die "vorzeitige Mitnahme" der Zen
trierglocke 6 durch das Ausfahren des Mitnehmers 18 nur dann
aktiviert werden, wenn beispielsweise eine Leerfahrt vorgese
hen ist. Ein Betätigen des Mitnehmers 18 ist in diesem Fall
nur erlaubt, wenn bevorzugt alle der folgenden Sicherheitsbe
dingungen erfüllt sind:
- a) Die Teleskopelemente der Lademaschine 2 befinden sich in
einer ausgefahrenen Position, in der das Brennelement 12
abgesetzt bzw. aufgenommen werden kann. Dieses Kriterium
macht erforderlich, daß der Brennelementgreifer 8 auf dem
Brennelement 12 aufsitzt. Diese Position kann zusätzlich
dadurch überprüft werden, daß der Hubweg H des Seilzugs 14
sich innerhalb eines vorgegebenen Intervalls, das bei
spielsweise wenige Zentimeter beträgt, liegt. Die Vorgabe
des Intervalls für den Hubweg H hängt dabei von der Posi
tion der Brennelement-Lademaschine 2 ab, nämlich ob sie
sich über dem Lagerbecken oder über dem Reaktor befindet,
da diese in der Regel auf unterschiedlichen Ebenen ange
ordnet sind.
- b) Der Steuerelementgreifer 10 befindet sich in seiner oberen
Position am weiteren Anschlag 26 des Brennelementgrei
fers 8.
- c) Als zusätzliches Kriterium kann herangezogen werden, daß
am Steuerelementgreifer 10 kein Steuerelement hängt. Dies
kann beispielsweise durch einen (nicht gezeigten) Ge
wichtssensor überprüft werden.
- d) Soll die vorzeitige Mitnahme aktiviert werden, so muß zu
dem gewährleistet sein, daß die Greifvorrichtung des
Brennelementgreifers 8 auf ist, d. h. daß kein Brennelement
transportiert werden kann.
Durch diese Sicherheitsbedingungen ist gewährleistet, daß der
Mitnehmer 18 nur dann ausfahrbar ist, wenn kein Brennele
ment 12 transportiert wird, und daß ein Betätigen des Mitneh
mers 18 während des Verfahrens der Lademaschine 2 ausge
schlossen ist.
Die automatische Steuerung ist beispielsweise derart ausge
staltet, daß je nach Vorgabe, ob das Brennelement 12 aufge
nommen werden soll oder nicht, die "vorzeitige Mitnahme" ab
geschaltet bzw. aktiviert wird. Im Falle der Vorgabe einer
Leerfahrt werden zunächst die genannten Sicherheitsbedingun
gen automatisch überprüft. Wenn sämtliche Vorraussetzungen
für ein Ausfahren des Mitnehmers 18 erfüllt sind, wird ein
Schalter aktiviert, so daß die Stellung der Greifvorrichtung
des Brennelementgreifers 8 auf "offen" gesetzt wird. Weiter
hin wird der Mitnehmer 18 automatisch ausgefahren und durch
einen weiteren Schalter auf die Position "ausgefahren" ge
setzt. Solange die beiden Schalter gesetzt sind, ist die Po
sition der Greifvorrichtung (ob offen oder geschlossen) und
die des Mitnehmers nicht veränderbar. Die gesetzten Positio
nen können nur durch einen "Reset"-Befehl zurückgesetzt wer
den. Der "Reset"-Befehl kann dabei ebenfalls nur dann gegeben
werden, wenn die genannten Sicherheitsbedingungen erfüllt
sind, und wenn sich die Vorgabe geändert hat. Durch das Fest
legen einer bestimmten Position durch Setzen eines Schalters
ist die Position des Greifelements des Brennelementgreifers 8
und die Position des Mitnehmers 18 verriegelt. Sie können
nicht versehentlich verändert werden.
Bevorzugt ist ein ähnlicher Verriegelungsmechanismus eben
falls für das Greifelement 20 des Steuerelementgreifers 10
vorgesehen, so daß dieser ebenfalls nur in einer bestimmten
Position betätigt werden kann. Das Greifelement 20 ist insbe
sondere nur dann betätigbar, wenn es auf dem Brennelement 12
aufsitzt, da es nur in dieser Position ein Steuerelement auf
nehmen bzw. absetzen kann. Durch das Aufsetzen des Steuerele
mentgreifers 10 auf dem Brennelement 12 wird der Seilzug 14
entlastet. Es ist vorgesehen, daß das Greifelement 20 nur
dann betätigbar ist, wenn der Hubweg H innerhalb eines vorge
gebenen Intervalls liegt und der Seilzug 14 entlastet ist,
d. h. wenn die am Seilzug 14 hängende Last beispielsweise ei
nen vorgegebenen Wert unterschreitet. Mit anderen Worten: Ein
Betätigen des Greifelements 20 ist ausgeschlossen, wenn zu
mindest eine der beiden Sperrbedingungen erfüllt ist, nämlich
daß eine Maximallast überschritten oder daß ein vorgegebener
Hubweg H unterschritten wird. Die Maximallast ist bevorzugt
geringer als das Gewicht des Steuerelementgreifers 10. Der
Zustand, ob das Greifelement 20 geschlossen oder offen ist,
kann ebenfalls durch einen Schalter gesetzt werden. Dies
wirkt als eine elektrische Sperre, um ein ungewolltes Betäti
gen zu verhindern.