DE10006830A1 - Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen, insbesondere automatische Eisenbahnkupplung - Google Patents
Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen, insbesondere automatische EisenbahnkupplungInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen beim mechanischen Ankuppeln eines ersten Teils an ein zweites Teil eines insbesondere schienengebundenen Verkehrsmittels, insbesondere automatische Eisenbahnkupplung, mit einem dem ersten Teil zugeordneten ersten Verbindungselement (1), das ein erstes elektrisch leitfähiges Kontaktelement (12a, 12b, 12c) aufweist, das mit einem zweiten elektrisch leitfähigen Kontaktelement (32a, 32b, 32c) eines dem zweiten Teil zugeordneten zweiten Verbindungselements elektrisch verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und zweite Verbindungselement (1) derart ausgestaltet ist, daß das erste und zweite Kontaktelement (12a bis 12c; 32a bis 32c) beim mechanischen Ankuppeln automatisch elektrisch miteinander verbindbar sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verbinden elektrischer
Leitungen, insbesondere eine automatische Eisenbahnkupplung, gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei den bekannten Vorrichtungen zum Verbinden elektrischer Leitungen
beim Ankuppeln eines ersten Teils an ein zweites Teil eines insbesondere
schienengebundenen Verkehrsmittels mit einem dem ersten Teil
zugeordneten Verbindungselement, das ein erstes elektrisch leitfähiges
Kontaktelement aufweist, das mit einem zweiten elektrisch leitfähigen
Kontaktelement eines dem zweiten Teil zugeordneten zweiten
Verbindungselement elektrisch verbindbar ist, werden spezielle
Steckverbinder eingesetzt. Die Steckverbinderteile werden in der Regel
nach einem mechanischen Ankuppeln eines ersten Eisenbahnwagens an
einen zweiten Eisenbahnwagen oder an eine Lokomotive manuell
ineinander gesteckt. Dies erfordert einen hohen Personaleinsatz, häufig
unter erschwerten oder gefährlichen Bedingungen. Verunreinigungen
und/oder Vibrationen beeinträchtigen häufig die Kontaktsicherheit und
die Stromtragfähigkeit der Kontakte.
Der Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, eine gattungsgemäße
Vorrichtung bereitzustellen, welche die Nachteile des Standes der Technik
überwindet. Insbesondere soll eine Vorrichtung bereitgestellt werden,
die ein elektrisches Ankuppeln vereinfacht und dennoch eine hohe
Kontaktsicherheit und Stromtragfähigkeit gewährleistet. Darüber hinaus soll
die Vorrichtung kostengünstig herstellbar und einfach in der Wartung sein.
Das Problem ist durch die im Anspruch 1 bestimmte Vorrichtung gelöst.
Besondere Ausführungsarten der Erfindung sind in den Unteransprüchen
bestimmt.
Das Problem ist dadurch gelöst, daß das erste Kontaktelement mit dem
zweiten Kontaktelement beim mechanischen Ankuppeln automatisch,
das heißt zwangsläufig beim mechanischen Ankuppeln, verbindbar ist.
Das erste und zweite Verbindungselement ist dabei insbesondere in seiner
zur Ankuppelrichtung schrägen Längsrichtung bewegbar am ersten bzw.
zweiten Teil festgelegt. Die elektrische Verbindung ist im wesentlichen
gleichzeitig mit der mechanischen Verbindung der beiden
Verbindungselemente herstellbar. Dadurch entfällt das manuelle Verbinden
einander zugeordneter Steckverbinder. Darüber hinaus sind große
Kontaktkräfte erzielbar, die eine hohe Kontaktsicherheit und hohe
Stromtragfähigkeit gewährleisten.
Dadurch, daß das erste und das zweite Verbindungselement im
wesentlichen identisch sind und daß das zweite Verbindungselement
gegenüber dem ersten Verbindungselement um eine Achse gedreht,
insbesondere um 180° um eine Längsachse des zweiten Teils gedreht
angeordnet ist, sind die Kosten insbesondere für die Herstellung und
Lagerung reduziert. Jedes der Verbindungselemente enthält vorzugsweise
mehrere zueinander komplementäre erste und zweite Kontaktelemente. Je
nach deren Anordnung, beispielsweise linear oder kreisumfänglich verteilt,
vorzugsweise äquidistant, ist das zweite Verbindungselement gegenüber
dem ersten Verbindungselement um einen vorgebbaren Betrag achsparallel
versetzt bzw. um einen vorgebbaren Winkelbetrag verdreht.
Dadurch, daß jedes Verbindungselement ein Führungsmittel aufweist,
das so ausgestaltet ist, daß beim Ankuppeln die Kontakte zunächst
achsparallel zueinander versetzt sind und beim weiteren Ankuppeln
gegeneinander bewegbar sind, ist ein Selbstreinigungseffekt der elektrischen
Kontaktflächen gewährleistet. Hierzu wird vorzugsweise mittels
Anlaufschrägen an den Führungsmitteln der achsparallele Versatz
gewährleistet oder bei Bedarf herbeigeführt und anschließend durch
die teilweise eben ausgestalteten Führungsmittel die Bewegung der
Verbindungselemente beim weiteren mechanischen Ankuppeln aus der
Ankuppelrichtung umgelenkt, wobei die Umlenkung vorzugsweise um
einen Betrag von 15 bis 75°, vorzugsweise 30 bis 60°, erfolgt. Damit
verbunden ist auch eine Vor-Ausrichtung der einander zugeordneten
Kontaktelemente auf den beiden Verbindungselementen bis auf wenige
Millimeter oder sogar darunter gewährleistet. Die Führungsmittel weisen
beispielsweise eine schräg zur Ankuppelrichtung ausgerichtete
Führungsplatte auf, die metallisch ist und bei der es sich um Gußteil
handeln kann.
Dadurch, daß jedes Verbindungselement einen die Kontaktelemente
tragenden Kontaktelementträger aufweist und der Kontaktelementträger
Ausrichtmittel aufweist, durch welche die einander zugeordneten
Kontaktelemente des ersten und zweiten Verbindungselements beim
Ankuppeln zueinander ausrichtbar sind, ist eine die Kontaktsicherheit und
Stromtragfähigkeit beeinträchtigende übermäßige mechanische
Beanspruchung der metallischen Kontaktelemente zuverlässig verhindert.
Vorzugsweise erfolgt diese Ausrichtung noch vor dem Zustandekommen
der elektrischen Verbindung. Die Ausrichtmittel können insbesondere
einstückig von dem Kontaktelementträger ausgebildet sein, beispielsweise
in Form von Ausformungen am zweiten Kontaktelement, die über
entsprechende Ausrichtflanken mit Aufnahmen des ersten Kontaktelements
zusammenwirken. Die Ausformungen und Aufnahmen bestehen dabei
vorzugsweise aus einem elektrisch isolierenden Werkstoff.
Dadurch, daß der Kontaktelementträger federnd, vorzugsweise sowohl axial
als auch radial in Bezug auf die Ankuppelrichtung, an dem
Verbindungselement festgelegt ist, ist die Ausrichtung ohne mechanische
Beanspruchung der metallischen Kontaktelemente erreichbar. Darüber
hinaus erhöht sich durch die federnde Festlegung auch
die Kontaktsicherheit beim Auftreten von Stößen und/oder Vibrationen.
Vorzugsweise ist der Kontaktelementträger einstückig aus einem elastisch
verformbaren Werkstoff hergestellt, insbesondere aus einem
Siliconkautschuk, dessen Oberfläche vorzugsweise verglast ist und dadurch
schmutzabweisend wirkt und einen geringen Reibungskoeffizienten
aufweist. Dadurch sind die erforderlichen Verbindungskräfte weiter
reduziert. Zur Abdichtung gegen Umwelteinflüsse, insbesondere
Feuchtigkeit und Verschmutzung, weist der Kontaktelementträger
vorzugsweise eine die Kontaktelemente abdichtende Dichtlippe auf.
Dadurch, daß jedes Verbindungselement mehrere erste und zweite
Kontaktelemente aufweist und daß durch die einander zugeordneten
Kontaktelemente des ersten und zweiten Verbindungselements sowohl
Energieleitungen, insbesondere mit Spannungen bis 400 V und Strömen bis
20A, als auch Signal- oder Datenleitungen, insbesondere auch für digitale
Signale, verbindbar sind, lassen sich mit einer einzigen
Verbindungsvorrichtung alle erforderlichen elektrischen Verbindungen
bereitstellen. Die Stromtragfähigkeit und Spannungsfestigkeit läßt sich durch
entsprechende Ausgestaltung insbesondere der Kontaktelemente nahezu
beliebig erhöhen. Soweit über die miteinander zu verbindenden Leitungen
keine masse- bzw. erdbezogenen Signale geführt werden, sind an jedem
Verbindungselement für jeden Stromkreis zwei Kontaktelemente (Hin- und
Rückleitung) vorzusehen, insbesondere jeweils ein erstes und ein zweites
Kontaktelement. Entsprechendes gilt für die zu verbindenden
Energieleitungen. Dabei ist sicherzustellen, daß das spannungsführende
Kontaktelement abschaltbar und/oder gegen Berührung geschützt
angeordnet ist. Insbesondere bei schienengebundenen Verkehrsmitteln
besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die über die mechanische
Ankopplung zustande kommende Verbindung oder die Verbindung über
die Räder zur gemeinsamen Schiene als Rückleitung einzusetzen.
Dadurch, daß das erste Kontaktelement als Kontaktmesser ausgebildet ist,
das zum Verbinden in eine vom zweiten Kontaktelement ausgebildete
Messeraufnahme einführbar ist, und daß in der Messeraufnahme eine
Kontaktspange gegen Berührung geschützt angeordnet ist, sind mit einer
bewährten Technologie stromtragfähige und kontaktsichere Verbindungen
gewährleistet. Zudem erlauben derartige Messerkontakte auf einfache
Weise das Zusammenführen der einander zugeordneten elektrischen
Kontakte und somit das Herstellen der elektrischen Verbindung dadurch,
daß die Einführrichtung in die Messeraufnahme im wesentlichen parallel
zur umgelenkten Bewegung des die Kontaktelemente tragenden
Führungsmittels ist. Zur Erhöhung und/oder dauerhaften Bereitstellung der
Kontaktkraft kann die Kontaktspange eine Fremdfederung aufweisen.
Dadurch, daß die Kontaktspange im wesentlichen U-förmig gebogen ist mit
zwei parallelen Kontaktschenkeln und im Bereich der Biegung eine
Anschlußleitung anschließbar ist, ist eine elektrische Kontaktierung der
Messeraufnahme in einfacher und zuverlässiger Weise gewährleistet.
Der Kontaktschenkel weist vorzugsweise einen punkt- oder linienförmigen
Kontaktbereich für den elektrischen Kontakt mit dem zugehörigen
Kontaktmesser auf. Das zweite Kontaktelement kann auch als sogenannter
Lyra- oder Lamellen-Kontakt ausgebildet sein. Die Kontaktmesser bestehen
vorzugsweise aus einem hochfesten und korrosionsbeständigen Werkstoff,
der einen möglichst geringen Kontaktwiderstand aufweist. Entsprechendes
gilt für den Werkstoff der Kontaktschenkel bzw. Kontaktbereiche, wobei
außerdem günstige Federeigenschaften vorteilhaft sind. In Frage kommen
beispielsweise Edelstahl, Aluminium, Kupfer und Kupferlegierungen, wobei
bei Bedarf die Oberfläche zusätzlich mit einer hochleitfähigen Schicht mit
geringem Kontaktwiderstand versehen sein kann, beispielsweise mit Silber.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung, in der
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel im
einzelnen beschrieben ist. Dabei können die in den Ansprüchen und in der
Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in
beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.
Fig. 1 zeigt ein Verbindungselement einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
Fig. 2 zeigt einen Kontaktelementträger,
Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch den Kontaktelementträger,
Fig. 4 zeigt einen um 90° gegenüber der Fig. 3 versetzten
Querschnitt durch den Kontaktelementträger, und
Fig. 5A bis 5C zeigen verschiedene Stadien eines Ankuppelvorganges mit
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die Fig. 1 zeigt ein Verbindungselement 1 einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung, das an einem (nicht dargestellten) ersten Teil eines
schienengebundenen Verkehrsmittels festzulegen ist, beispielsweise einem
Eisenbahnwagen, der an ein zweites Teil, beispielsweise eine Lokomotive,
anzukuppeln ist. Die Ankuppelrichtung ist dabei durch den Pfeil 2
angedeutet. Das zugehörige zweite Verbindungselement ist identisch
aufgebaut und an dem zweiten Teil derart festgelegt, daß sich seine
Ausrichtung aus einer Drehung des ersten Verbindungselements 1 um
die Ankuppelrichtung 2 und um die Längsachse 4 um jeweils 180° ergibt.
Die Längsachse 4 ist dabei schräg zur Ankuppelrichtung 2 und beide liegen
im wesentlichen in der Horizontalen.
Das Verbindungselement 1 weist Führungsmittel 6 in Form einer
Führungsplatte und einen Kontaktelementträger 20 auf. Die Führungsplatte
bildet einstückig Führungsstege 8a, 8b aus, die ihrerseits Anlaufschrägen
10a, 10b aufweisen, durch welche die sich beim mechanischen Ankuppeln
in Ankuppelrichtung 2 aufeinander zu bewegenden Verbindungselemente 1
- soweit erforderlich - achsparallel zueinander ausrichtbar sind. Beim
weiteren mechanischen Ankuppeln kommt es durch die planparallele
Ausrichtung der Führungsplatten der beiden Verbindungselemente 1 zu
einer Umlenkung der Ankuppelbewegung in Richtung der Längsachse 4
und damit zum Einführen der insgesamt drei Kontaktmesser 12a, 12b, 12c
in die jeweils zugehörigen, am zweiten Verbindungselement bzw.
Kontaktelementträger vorhandenen Messeraufnahmen 14a, 14b, 14c.
Die von der Führungsplatte einstückig ausgebildete abgewinkelte
Auskragung 16 umgreift beim Ankuppeln den Steg 18 des zugehörigen
zweiten Verbindungselements und sorgt damit für eine mechanische
Ankupplung.
Die Fig. 2 zeigt einen Kontaktelementträger 20 in detaillierterer Darstellung,
der an einer Umfangsseite eine Nut 22 aufweist, in die der in der Fig. 1
dargestellte Sicherungshaken 24 einführbar ist und der
Kontaktelementträger 20 dadurch in einer von der Führungsplatte
vorzugsweise einstückig ausgebildeten Aufnahme festlegbar ist. Aufgrund
der elastischen Ausgestaltung des Kontaktelementträgers 20 ergibt sich eine
federnde Festlegung in der Führungsplatte. Die drei metallischen
Kontaktmesser 12a, 12b, 12c sind in jeweils einer zugehörigen Aufnahme
26a, 26b, 26c angeordnet, die vorzugsweise einstückig von dem
Kontaktelementträger 20 ausgebildet sind, und stehen aus dieser in
Ankuppelrichtung 2 hervor. Das in der Darstellung der Fig. 2 links
angeordnete Kontaktmesser 12a ist dabei im montierten Zustand oberhalb
des mittleren Kontaktmessers 12b und des unteren Kontaktmessers 12c
angeordnet. Für die Ausrichtung des zugehörigen zweiten
Verbindungselements sind vom Kontaktelementträger 20 vorzugsweise
einstückig im wesentlichen zylindrische Ausrichtmittel 28a, 28b, 28c, 28d
ausgebildet, die Ausrichtflächen 28a', 28b', 28b", 28c', 28c", 28d' zur
Ausrichtung des jeweils zugeordneten Kontaktmessers bzw. dessen
Aufnahme bilden. Durch die Ausrichtmittel 28a bis 28d sind Einführkanäle
für die zugehörigen Kontaktmesser gebildet. Durch Öffnungen an den
Seitenflächen der Ausrichtmittel 28a bis 28d treten metallische
Kontaktbereiche 30a, 30b, 30c hindurch und in den jeweiligen
Einführkanal hinein. Die Kontaktbereiche 30a, 30b, 30c sind in den
Ausrichtmitteln 28a bis 28d so angeordnet, daß ein Berührungsschutz
gewährleistet ist, insbesondere daß sie mit einem Prüffinger gemäß VDE (Verband
deutscher Elektrotechniker) nicht kontaktiert werden können.
Der in der Fig. 2 dargestellte Kontaktelementträger 20 weist insgesamt drei
Kontaktpaare bestehend aus jeweils einem Kontaktmesser 12a, 12b, 12c
und einer Messeraufnahme 14a, 14b, 14c auf. Eines dieser Kontaktpaare,
beispielsweise das mittlere, ist für die Verbindung von Energieleitungen
einsetzbar. Dabei kann in dem Kontaktelement der Messeraufnahme 14b
die spannungsführende Phase angelegt sein, und das Kontaktmesser 12b
übernimmt die Verbindung der vorzugsweise spannungslosen Rückleitung.
Die äußeren Kontaktpaare 12a, 14a; 12c, 14c können in diesem Beispiel
die Verbindung von Signalleitungen übernehmen, die eine ungefährliche
Niederspannung, beispielsweise von 12 V, führen. Dabei können
die beiden ersten und/oder die beiden zweiten Kontaktelemente oder
jeweils das erste mit dem zweiten Kontaktelement der äußeren
Kontaktpaare in dem Kontaktelementträger 20 miteinander elektrisch
verbunden sein und eines der so gebildeten Kontaktelementpaare
die Hinleitung und ein anderes Kontaktelementpaar die Rückleitung des
Signals übernehmen. Dadurch ist für die beispielsweise aufgrund des
geringen Spannungspegels störanfällige Signalleitung eine doppelte
Kontaktsicherheit gewährleistet. In der letztgenannten Verbindungsvariante
ergibt sich ein Verpolschutz auch bei umgekehrt anzukuppelnden
Eisenbahnwagen, da die Zuordnung oben/unten erhalten bleibt. Je nach
Anwendungsfall kann eine entsprechende Anzahl von Kontaktelementen
bzw. Kontaktpaaren vorgesehen sein.
Insbesondere für die zu verbindenden Energieleitungen kann es erforderlich
sein, eine eindeutige Zuordnung hinsichtlich des spannungsführenden
(Phase) bzw. spannungslosen (Erde) Kontaktelements vorzusehen.
Beispielsweise kann bei einer Eisenbahnkupplung von der Lokomotive aus
betrachtet immer auf einer Seite, beispielsweise rechts, die Phase zum
Wagen hin angeschlossen sein und auf dem Kontaktelement der anderen
Seite die Rückleitung erfolgen. In diesem Fall muß beim Ankuppeln einer
zweiten Lokomotive am anderen Ende des Zuges über einen Datenkanal
ermittelt werden, ob bereits eine Lokomotive angekuppelt ist und
das entsprechende Kontaktelement Spannung führt. Ist dies der Fall, darf
die zweite Lokomotive keine Spannung anlegen, bzw. die zweite
Lokomotive darf die Spannung erst anlegen, wenn das Kontaktelement
spannungsfrei geschaltet worden ist. Diese Sicherheitseinrichtung zur
Vermeidung eines Kurzschlusses kann durch entsprechende Schaltmittel,
die entweder zentral in der Lokomotive oder dezentral in jedem Wagen
vorzusehen ist, automatisiert werden.
Der Kontaktelementträger 20 ist vorzugsweise aus einem elastisch
verformbaren Werkstoff hergestellt, insbesondere aus einem
Siliconkautschuk. Die Oberfläche ist vorzugsweise verglast, was
beispielsweise durch eine Plasmabehandlung des Siliconkörpers erreichbar
ist. Dadurch ergibt sich eine glattere Oberfläche, die unter anderem
schmutzabweisend wirkt und insbesondere gegenüber einer zweiten
verglasten Oberfläche einen geringeren Reibungskoeffizienten aufweist.
Die Anordnung der Kontaktelemente in einem schwingungsdämpfenden
Kontaktelementträger 20 führt zu einer erhöhten Kontaktsicherheit und
damit auch zu einer höheren Stromtragfähigkeit und Spannungsfestigkeit.
Die Fig. 3 zeigt einen Querschnitt durch den Kontaktelementträger 20 im
Bereich der Ausrichtmittel 28a bis 28d. Zur Kontaktierung der
Kontaktmesser 12a bis 12c ist als zweites Kontaktelement jeweils eine im
wesentlichen U-förmig gebogene und zwei annähernd parallele, federnde
Kontaktschenkel aufweisende Kontaktspange 32a bis 32c vorgesehen. Im
Bereich der Biegung ist an jede Kontaktspange 32a bis 32c eine
Anschlußleitung mittels Kabelendösen 34a bis 34c anschließbar.
Die Kontaktspangen 32a bis 32c und auch die Kontaktmesser 12a bis 12c
sind auf einer Grundplatte 36 montierbar, die beispielsweise aus einem
glasfaserverstärkten Kunststoff besteht. Eine axial gegenüber angeordnete
Abschlußplatte 38 schließt den Anschlußraum für die Kontaktspangen 32a
bis 32c und die Kontaktmesser 12a bis 12c ab, der insbesondere zur
Erhöhung der Betriebssicherheit ausgießbar ist, beispielsweise ebenfalls mit
einem Siliconkautschuk. Die Kontaktspangen 32a bis 32c weisen an ihren
Schenkeln die sphärisch ausgebildeten und durch entsprechende
Öffnungen der Ausrichtmittel 28a bis 28d hindurchtretenden
Kontaktbereiche 30a bis 30c auf, die den elektrischen Kontakt mit den
zugehörigen Kontaktmessern 12a bis 12c bereitstellen. Die Kontaktbereiche
30a bis 30c können jeweils einstückig von den zugehörigen
Kontaktspangen 32a bis 32c ausgebildet sein, beispielsweise durch
entsprechende Biegung, oder können wie im dargestellten
Ausführungsbeispiel durch auf die Kontaktschenkel aufgebrachte
Kontaktbereichelemente gebildet sein. Anstelle der sphärischen Ausbildung
sind auch stegförmige Ausbildungen denkbar, die mit dem flächigen
Kontaktmesser 12a bis 12c linienförmige Kontakte ergeben.
Die Fig. 4 zeigt einen um 90° gegenüber der Fig. 3 versetzten Querschnitt
durch den Kontaktelementträger 20. Im gebogenen Bereich der
Kontaktspange 32a ist eine Klemmschraube 42a angeordnet, durch
die die Kabelendöse 34a festlegbar ist, in die die Anschlußleitung 44a
klemmbar ist. Entsprechendes gilt für den Anschluß der Anschlußleitung
44d über eine Kabelendöse 34d, die mit der Klemmschraube 42d ebenfalls
in einem gebogenen Bereich des Kontaktmessers 12a anschließbar ist.
Die Anschlußleitungen 44a, 44d sind in einem gemeinsamen
Anschlußkabel 46 aus dem Kontaktelementträger 20 herausgeführt. Eine an
der Abschlußplatte 38 angreifende Zugentlastung 48 schützt
die Verbindung zwischen den Anschlußleitungen 44a, 44d und den
Kontaktelementen 12a, 32a vor mechanischer Beanspruchung. Alternativ
hierzu kann an dem Kontaktelementträger 20 auch eine Anschlußbuchse für
das Anschlußkabel 46 vorgesehen sein. Vorzugsweise ist diese
Anschlußbuchse so ausgebildet, daß die Stecker von miteinander zu
verbindenden Anschlußkabeln 46 zweier Teile auch unmittelbar ineinander
einsteckbar sind, so daß im Störfall die beiden Anschlußkabel 46 unter
Umgehung der Verbindungsvorrichtung 1 miteinander verbindbar sind.
Das Kontaktmesser 12a und die Kontaktspange 32a bilden in Richtung ihrer
Längserstreckung Absätze 12a' bzw. 32a' aus, die bei der Montage in
die Grundplatte 36 Anschläge für das Einstecken bereitstellen.
Die Fig. 5A bis 5C zeigen verschiedene Stadien eines Ankuppelvorganges
mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung. Die Fig. 5A zeigt eine Ansicht
von oben auf zwei erfindungsgemäße Verbindungselemente 1, 101, die in
Ankuppelrichtung 2, 102 aufeinander zu bewegt werden. Die Längsachsen
4, 104 der Verbindungselemente 1, 101 sind dabei im wesentlichen
parallel zueinander und schließen mit der Ankuppelrichtung 2, 102 jeweils
einen spitzen Winkel von beispielsweise 30° ein. Im weiteren Verlauf der
Ankuppelbewegung erreichen die beiden Verbindungselemente 1, 101
die in der Fig. 5B dargestellte Position, in der sich die beiden
Führungsmittel 6, 106 berühren und zuvor gegebenenfalls mit den in der
Fig. 1 dargestellten Anlaufschrägen 10a, 10b in planparallele Ausrichtung
gebracht wurden. Der Übergang aus der in der Fig. 5A dargestellten
Position in die in der Fig. 5B dargestellte Position erfolgt im wesentlichen
durch eine Bewegung in Ankuppelrichtung 2, 102. In der in der Fig. 5B
dargestellten Position sind die einander zugeordneten Kontaktelemente
12a, 32a; 12b, 32b; 12c, 32c noch nicht in elektrischem Kontakt
miteinander. Die elektrische Kontaktierung erfolgt beim Übergang in die in
der Fig. 5C dargestellte Position, bei der sich die beiden
Verbindungselemente 1, 101 durch Umlenkung der Bewegung in
Ankuppelrichtung 2, 102 in eine Kontaktbewegung parallel zu den
Längsachsen 4, 104 der Verbindungselemente 1, 101 aufeinander zu
bewegen und dabei die Kontaktmesser 12a bis 12c des ersten
Verbindungselements 1 jeweils in die Kontaktspangen 32a bis 32c des
zweiten Verbindungselements 101 eingeführt werden und umgekehrt. Bei
der Bewegung in Längsrichtung 4, 104 kommt es außerdem zu einem
Einhaken der Auskragung 16 des ersten Verbindungselements 1 in den Steg
18 des zweiten Verbindungselements 101 und umgekehrt und damit zu
einem mechanischen Ankuppeln.
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen beim
mechanischen Ankuppeln eines ersten Teils an ein zweites Teil eines
insbesondere schienengebundenen Verkehrsmittels, insbesondere
automatische Eisenbahnkupplung, mit einem dem ersten Teil
zugeordneten ersten Verbindungselement (1), das ein erstes elektrisch
leitfähiges Kontaktelement (12a, 12b, 12c) aufweist, das mit einem
zweiten elektrisch leitfähigen Kontaktelement (32a, 32b, 32c) eines
dem zweiten Teil zugeordneten zweiten Verbindungselements
elektrisch verbindbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das erste und
zweite Verbindungselement (1) derart ausgestaltet ist, daß das erste
und zweite Kontaktelement (12a bis 12c; 32a bis 32c) beim
mechanischen Ankuppeln automatisch elektrisch miteinander
verbindbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das erste
Verbindungselement (1) im wesentlichen identisch ist mit dem
zweiten Verbindungselement und daß das zweite
Verbindungselement gegenüber dem ersten Verbindungselement (1)
um eine Achse gedreht, insbesondere um 180° um eine Längsachse
des zweiten Teils gedreht, an dem zweiten Teil angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
jedes Verbindungselement (1) ein Führungsmittel (6) aufweist, das so
ausgestaltet ist, daß beim mechanischen Ankuppeln das erste und
zweite Kontaktelement (12a bis 12c; 32a bis 32c) mindestens
teilweise schräg zur Ankuppelrichtung (2) aufeinander zu bewegbar
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Führungsmittel (6) Anlaufschrägen (10a, 10b) aufweist, durch
welche die sich beim mechanischen Ankuppeln in Ankuppelrichtung
(2) aufeinander zu bewegenden Verbindungselemente (1) umlenkbar
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß jedes Verbindungselement (1) einen
Kontaktelementträger (20) aufweist und der Kontaktelementträger (20)
Ausrichtmittel (28a bis 28d) aufweist, durch welche die einander
zugeordneten Kontaktelemente (12a, 32a; 12b, 32b; 12c, 32c) des
ersten und zweiten Verbindungselements (1) beim mechanischen
Ankuppeln automatisch zueinander ausrichtbar sind, vorzugsweise
noch vor einem Zustandekommen der elektrischen Verbindung.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
Kontaktelementträger (20) federnd an dem Verbindungselement (1)
festgelegt ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kontaktelementträger (20) aus einem elastisch verformbaren
Werkstoff hergestellt ist, insbesondere aus einem Silikonkautschuk,
dessen Oberfläche vorzugsweise verglast ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß der Kontaktelementträger (20) eine
die Kontaktelemente (12a bis 12c; 32a bis 32c) abdichtende
Dichtlippe aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß jedes Verbindungselement (1) mehrere erste und
zweite Kontaktelemente (12a bis 12c; 32a bis 32c) aufweist und daß
durch die einander zugeordneten Kontaktelemente (12a, 32a; 12b,
32b; 12c, 32c) des ersten und zweiten Verbindungselements (1)
Energieleitungen, insbesondere mit Spannungen bis 400 V und
Strömen bis 20A, und/oder Signal- oder Datenleitungen,
insbesondere auch für digitale Signale, verbindbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das erste Kontaktelement (12a bis 12c) als
Kontaktmesser ausgebildet ist, das zum Verbinden in eine vom
zweiten Verbindungselement ausgebildete, vorzugsweise elektrisch
isolierende Messeraufnahme (14a bis 14c) einführbar ist, und daß in
der Messeraufnahme (14a bis 14c) als zweites Kontaktelement (32a bis
32c) eine elektrisch leitfähige Kontaktspange, insbesondere gegen
Berührung geschützt, angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kontaktspange im wesentlichen U-förmig gebogen ist mit zwei
parallelen Kontaktschenkeln und im Bereich der Biegung eine
Anschlußleitung (44a) anschließbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kontaktschenkel einen punkt- oder linienförmigen Kontaktbereich
(30a bis 30c) für den elektrischen Kontakt mit dem zugehörigen
Kontaktmesser ausbildet.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10006830A DE10006830A1 (de) | 2000-02-16 | 2000-02-16 | Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen, insbesondere automatische Eisenbahnkupplung |
| PCT/EP2001/002207 WO2001061788A2 (de) | 2000-02-16 | 2001-02-16 | Vorrichtung zum verbinden elektrischer leitungen, insbesondere automatische eisenbahnkupplung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10006830A DE10006830A1 (de) | 2000-02-16 | 2000-02-16 | Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen, insbesondere automatische Eisenbahnkupplung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10006830A1 true DE10006830A1 (de) | 2001-09-06 |
Family
ID=7631055
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10006830A Withdrawn DE10006830A1 (de) | 2000-02-16 | 2000-02-16 | Vorrichtung zum Verbinden elektrischer Leitungen, insbesondere automatische Eisenbahnkupplung |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10006830A1 (de) |
| WO (1) | WO2001061788A2 (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE1530193A1 (de) * | 1964-09-24 | 1969-10-02 | Midland Ross Corp | Rohrleitungskupplung |
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2000
- 2000-02-16 DE DE10006830A patent/DE10006830A1/de not_active Withdrawn
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2001
- 2001-02-16 WO PCT/EP2001/002207 patent/WO2001061788A2/de not_active Ceased
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1530193A1 (de) * | 1964-09-24 | 1969-10-02 | Midland Ross Corp | Rohrleitungskupplung |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO2001061788A2 (de) | 2001-08-23 |
| WO2001061788A3 (de) | 2002-01-31 |
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