DE10009847C2 - Wetterschutzgehäuse für Mikrofone - Google Patents
Wetterschutzgehäuse für MikrofoneInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Wetterschutz für Mikrofone und insbeson
dere einen Regen- und Wetterschutz.
Wenn Mikrofone außerhalb von geschlossenen Räumen oder in geschlossenen
Räumen mit einer extremen Atmosphäre verwendet werden sollen, muß das
Mikrofon gegen die Umwelteinflüsse geschützt werden, die zu einer Beeinträchti
gung des Mikrofons oder seiner Eigenschaften führen können.
Ein bekanntes Problem ist die Auswirkung von Störgeräuschen und insbesondere
von Windgeräuschen auf die Aufnahmequalität eines Mikrofons. Zur Vermeidung
von niederfrequenten Windgeräuschen und zur Dämpfung von hochfrequenten
Knistergeräuschen und Zischlauten sind Schaumstoffmäntel für Mikrofone all
gemein bekannt. Im übrigen Spektralbereich weisen diese schaumstoffummäntelten
Mikrofone jedoch eine recht geringe Dämpfung auf, so daß durch sie eine hohe
Qualität der aufzunehmenden Klänge und der gesprochenen Sprache erreicht wird.
Die Richtwirkung der schaumstoffummäntelten Mikrofone wird durch die allseitige
Ummantelung mit Schaumstoff nur wenig beeinflußt. Derartige Schaumstoffmäntel
für Mikrofone weisen zwar einen hinreichenden Schutz vor Windgeräuschen auf,
sind aber hinsichtlich des Schutzes vor Regen- oder Spritzwasser nicht geeignet.
Ferner ist die Schaumstoffummantelung wegen der raschen Materialalterung nicht
für einen Langzeiteinsatz außerhalb von geschlossenen Räumen geeignet.
Aus der Offenlegungsschrift DE 24 04 943 ist ein elektroakustischer Wandler
bekannt, in dessen Schallweg eine das Wandlerelement vor Spritzwasser schützen
de Platte angeordnet ist, die aus zwei starren Gittern besteht, zwischen denen sich
ein Kunststoffgeflecht befindet. Um eine geringe frequenzabhängige Dämpfung in
dem zu übertragenden Frequenzbereich zu erreichen, müssen die Gitter und das
Kunststoffgeflecht auf besondere Art dimensioniert werden, damit der Schall an
ihnen praktisch nicht reflektiert wird. Da der Spritzwasserschutz lediglich aus zwei
Gitter und ein Kunststoffgeflecht besteht, kann sie nur in einem geringen Umfang
als Spritzwasserschutz dienen.
Ferner ist aus der Offenlegungsschrift DE 26 52 039 ein Handmikrofon bekannt,
das einen akustischen Wandler vor großen Wassermengen und Windgeräuschen
schützt. Dazu ist eine wasserundurchlässige Membran zwischen dem Wandler und
den äußeren Teilen des Gehäuses und eine offenporige geschäumte Kunststoff
ummantelung des Mikrofons vorgesehen. Durch die wasserundurchlässige Mem
bran wird auf das Mikrofon tropfende Wasser abgestoßen, wodurch sich das
Wasser in der offenzelligen Ummantelung des Mikrofons ansammelt. Durch Wen
den und durch leichtes Klopfen gegen das Mikrofongehäuses kann das sich in der
offenzelligen Ummantelung befindende Wasser leicht entfernt werden. Ein Nachteil
dieser Erfindung liegt darin begründet, daß der Bediener immer wieder das sich in
der Ummantelung gesammelte Wasser durch Wenden und leichtes Klopfen entfer
nen muß. Somit ist dieses Handmikrofon nicht für einen Langzeiteinsatz ohne
ständige Kontrolle durch eine Bedienperson geeignet. Ferner eignet sich ein offen
poriger geschäumter Kunststoff nicht, um extremen Umgebungseigenschaften auf
Dauer zu trotzen.
Aus DE 199 34 260 ist ein Wind-Wetterschutz für ein Mikrofon bekannt, der
rotationssymmetrisch ausgebildet ist und an einem Ende im Wesentlichen senk
recht zur Rotationsachse abgeflacht ist. Der Windschutz besteht aus einem fein
porigen Schaumstoff und ist somit schalldurchlässig.
Aus EP-A-0 543 087 ist eine Schutzvorrichtung für einen elektroakustischen
Wandler bekannt. Hierbei besteht der Schutzkörper aus einem gesinterten Material,
nämlich aus feinkörnigem, gesintertem Kunststoff.
Aus US-A-4,363,937 ist ein Mikrofonschutz bekannt, mit dem ein bestimmter
Schalllärm, insbesondere von schallartigen Lärmimpulsen, unterdrückt werden
kann.
Der vorliegenden Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Wetterschutz für ein
Mikrofon vorzusehen, das auch den Einsatz des Mikrofons unter extremen Umge
bungsbedingungen ermöglicht, ohne daß dabei die Richtcharakteristik und die
Aufnahmequalität auch bei einem Langzeiteinsatz beeinträchtigt wird.
Dieses Problem wird durch einen Wetterschutz mit den Merkmalen nach An
spruch 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen be
schrieben.
Die aus der Erfindung resultierenden Vorteile bestehen insbesondere darin, daß ein
äußerst robuster Regen- und Windschutz für Mikrofone erhalten wird, ohne daß
dabei die Kugelcharakteristik des Mikrofons beeinträchtigt wird.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Wetterschutz aus
zwei getrennten Abschnitten besteht. Der erste Abschnitt ist an einem Ende
abgeflacht und weist am gegenüberliegenden Ende eine trichterförmige Ausneh
mung auf und der zweite Abschnitt ist an einem Ende trichterförmig ausgestaltet
und weist am gegenüberliegenden Ende einen Kugelabschnitt mit einer Bohrung
entlang der Rotationsachse auf. Dabei paßt das trichterförmige Ende des zweiten
Abschnittes im wesentlichen in die trichterförmige Ausnehmung des ersten Ab
schnittes. Durch die zweiteilige Anordnung des Wetterschutzes sowie durch den
Kugelabschnitt weist das Mikrofon eine Kugelcharakteristik auch im höher frequen
ten Bereich auf.
Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der erste und
der zweite Abschnitt des Wetterschutzes durch mindestens ein Halteelement
zusammengehalten. Dabei befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Ab
schnitt eine ringförmige Schaumstoffeinlage. Ferner wird eine Durchbohrung durch
den zweiten Abschnitt entlang der Rotationsachse vorgesehen, um den Schal
laufnehmer aufzunehmen. Die Positionierung des Schallaufnehmers in der Durch
bohrung ermöglicht eine Verbesserung der Aufnahmequalität, da der Schall im
wesentlichen ungedämpft durch den Zwischenraum zwischen dem ersten und dem
zweiten Abschnitt an den Schallaufnehmer gelangen kann. Zur Reduktion der
Windgeräusche sowie der Störgeräusche wird eine ringförmige Schaumstoffeinlage
in den Zwischenraum zwischen den beiden Abschnitten gelegt.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der zweite
Abschnitt derart dimensioniert ist, daß der Mittelpunkt der dem Kugelabschnitt
zugrundeliegenden Kugel sich auf der Rotationsachse im Bereich der Durchbohrung
befindet. Diese exakte Dimensionierung des zweiten Abschnittes führt zu einer
weiteren Verbesserung der Kugelcharakteristik des Mikrofons auch für hochfrequente
Geräusche.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Wetter
schutz aus Delrin besteht. Durch die Auswahl dieses Materials, ist auch ein Lang
zeiteinsatz des Wetterschutzes außerhalb von geschlossenen Räumen gewähr
leistet.
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß eine Bohrung
entlang der Rotationsachse am abgeflachten Ende des Wetterschutzes vorgesehen
ist. Mit Hilfe der Bohrung ist der Wetterschutz an einer Befestigungseinrichtung
anbringbar, wobei der erste Abschnitt nach oben zeigt und der zweite Abschnitt
nach unten zeigt. Damit wird verhindert, daß beispielsweise Regenwasser in den
Abschnitt zwischen dem ersten und dem zweiten Abschnitt gelangt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unter
ansprüche.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf die
Zeichnung beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Schnittansicht des Wetterschutzes;
Fig. 2 einen Frequenzgang des Wetterschutzes inklusive einer Schallaufnahme
kapsel bei seitlichem Schalleinfall und ohne Schaumstoffeinlage;
Fig. 3 die Richtcharakteristik des Wetterschutzes mit der Schallaufnahmekapsel
ohne Schaumstoffeinlage; und
Fig. 4 ein Photo eines Prototypes des Wetterschutzes.
Der aus zwei Abschnitten 1, 2 bestehende Wetterschutz wird mittels einer Bohrung
7 in dem ersten Abschnitt 1 an einer Befestigungseinrichtung wie beispielsweise
einer Stange angebracht. Dabei bildet der erste Abschnitt 1 den oberen Teil des
Wetterschutzes und der zweite Abschnitt 2 den unteren Teil des Wetterschutzes.
Der obere und der untere Abschnitt 1, 2 werden von drei Gewindestangen 5 derart
zusammengehalten, daß sich ein Zwischenraum zwischen dem ersten Abschnitt 1
und dem zweiten Abschnitt 2 bildet. In diesen Zwischenraum wird eine ringförmige
Schaumstoffeinlage eingelegt. Eine Schallaufnahmekapsel wird in der Durchbohrung
6 angebracht und die Bohrung 3 kann beispielsweise die Verarbeitungselek
tronik oder einen Teil davon aufnehmen.
Um die sich in der Durchbohrung 6 befindlichen Schallaufnahmekapsel vor Störge
räuschen wie beispielsweise Windgeräusche zu schützen, wird eine ringförmige
Schaumstoffeinlage verwendet.
Durch die Krümmung des Kugelabschnittes und den Krümmungen der Seitenwände
der trichterförmigen Ausnehmung und des Trichters kann der Schall ohne eine
große Dämpfung zu erfahren, zu der Aufnahmekapsel gelangen. Die rotationssyme
trische Ausführung des Wetterschutzes führt ferner zu einer Verbesserung der
Kugelcharakteristik des Mikrofons.
Durch die spezielle Ausgestaltung des ersten und zweiten Abschnittes 1, 2 kann
kein Regenwasser in den Zwischenraum eindringen und so zu einer Beeinträchti
gung der Aufnahmeeigenschaften des Mikrofons führen.
In Fig. 3 sind die Kugelcharakteristika für ein Mikrofon mit dem Wetterschutz für
einige Frequenzen aufgetragen. Dabei zeigt sich für Frequenzen größer als 16 KHz
(Fig. 3f, g, h), daß tatsächlich eine gute Kugelcharakteristik erreicht werden kann.
Bei der akustischen Überwachung von Gasleitungen sind die Frequenzen größer als
16 KHz von besonderem Interesse, da Gasaustrittsgeräusche in diesen Frequenzbe
reich die meiste Energie aufweisen. Für eine automatische Langzeitüberwachung
weitläufiger Außenanlagen wie beispielsweise Gasleitungen ist nicht die naturge
treue Wiedergabe sondern eine automatische Detektion von Sonder- bzw. Störfäl
len erwünscht. Die Kugelcharakteristik des Mikrofons ist insbesondere für eine
weitläufige Überwachung von Nöten, da Störgeräusche aus verschiedenen Richtun
gen kommen können.
Für eine Langzeitüberwachung weitläufiger Außenanlagen werden Mikrofone
benötigt, die durch die klimatischen Bedingungen nicht beeinträchtigt werden. Für
den Einsatz an Außenanlagen ist es daher wichtig, daß das Mikrofon vor Regen
wasser geschützt wird. Dabei dürfen jedoch die Aufnahmeeigenschaften des
Mikrofons nicht beeinträchtigt werden.
Die von dem Mikrofon aufgenommenen Geräusche werden in akustische Muster
umgewandelt und mit Muster aus einer akustischen Datenbank verglichen. Wenn
nun ein aufgenommenes akustisches Muster mit einem in der Datenbank aufge
zeichneten akustischen Muster übereinstimmt, kann gegebenenfalls eine Warnung
ausgegeben werden.
Claims (14)
1. Wetterschutz für ein Mikrofon, insbesondere gegen Regen und Wind, wobei
der Wetterschutz rotationssymetrisch ausgebildet ist und an einem Ende (12) im
wesentlichen senkrecht zur Rotationsachse (8) abgeflacht ist, aus schalldurch
lässigem Material besteht und eine Bohrung (3) zur Aufnahme eines Schallaufneh
mers aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass der Wetterschutz an dem Ende, welches dem im wesentlichen senkrecht zur
Rotationsachse abgeflachten Ende gegenüberliegt, einen Kugelabschnitt aufweist
und der Wetterschutz aus einem schalldurchlässigen, jedoch nicht regendurch
lässigen Material besteht.
2. Wetterschutz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wetterschutz aus einem ersten Abschnitt (1)
und einem zweiten Abschnitt (2) besteht, wobei der erste Abschnitt (1) an einem
Ende abgeflacht und am gegenüberliegenden Ende eine trichterförmige Ausneh
mung aufweist, und der zweite Abschnitt (2) an einem Ende trichterförmig ausge
staltet ist und am gegenüberliegenden Ende einen Kugelabschnitt mit der Bohrung
(3) aufweist.
3. Wetterschutz nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung (3) entlang der Rotationsachse (8)
vorgesehen ist.
4. Wetterschutz nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass das trichterförmige Ende des zweiten Abschnittes
im Wesentlichen in die trichterförmige Ausnehmung des ersten Abschnittes passt.
5. Wetterschutz nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwände (9) des Trichters und der trichter
förmigen Ausnehmung jeweils eine konstante Krümmung aufweisen.
6. Wetterschutz nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Abschnitt (1, 2) des
Wetterschutzes durch mindestens ein Halteelement (5) zusammengehalten werden.
7. Wetterschutz nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen dem ersten und zweiten Abschnitt (1,
2) eine ringförmige Einlage (4) befindet.
8. Wetterschutz nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einlage (4) als Schaumstoffeinlage ausgebildet
ist.
9. Wetterschutz nach einem der Ansprüche 2-8,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Durchbohrung (8) durch den zweiten Abschnitt
(2) entlang der Rotationsachse (8) vorgesehen ist, um den Schallaufnehmer aufzu
nehmen.
10. Wetterschutz nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelpunkt der dem Kugelabschnitt zugrunde
liegenden Kugel auf der Rotationsachse (8) im Bereich der Durchbohrung (6) liegt.
11. Wetterschutz nach einem der Ansprüche 2-10,
dadurch gekennzeichnet, dass der Übergang zwischen dem Kugelabschnitt und
dem trichterförmigen Ende des zweiten Abschnittes abgerundet vorgesehen ist.
12. Wetterschutz nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wetterschutz aus Delrin besteht.
13. Wetterschutz nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass am angeflachten Ende (12) des Wetterschutzes eine
Bohrung (7) vorgesehen ist.
14. Wetterschutz nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung (7) entlang der Rotationsachse (8)
vorgesehen ist.
Priority Applications (4)
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| DE10009847A DE10009847C2 (de) | 2000-03-01 | 2000-03-01 | Wetterschutzgehäuse für Mikrofone |
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