DE10014833A1 - Verfahren zur Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser - Google Patents

Verfahren zur Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser) durch intensive Behandlung des Wassers mit Luft als Oxidationsmittel. DOLLAR A Die Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser) durch intensive Behandlung des Wassers mit Luft als Oxidationsmittel wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß DOLLAR A - das Rohwasser über Filter in einen Reaktor geleitet, DOLLAR A - die in einem Ionisator durch elektrostatische Aufladung von Luft mit positiven und negativen Sauerstoffionen aktivierte Luft DOLLAR A - unter einem Durck von 1,2 bis 3,5 bar über Fritten mehrere Minuten durch den mit dem Rohwasser gefüllten Reaktor geleitet und DOLLAR A - das so behandelte Wasser abschließend durch Nachfilter gereinigt wird. DOLLAR A Die Erfindung beschreibt die einzelnen Verfahrensstufen und Vorrichtungen.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser) durch intensive Behandlung des Wasser mit Luft als Oxidationsmittel.
Die Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser ist ein wichtiges Problem des Umweltschutzes und der Wassergewinnung. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Wasseraufbereitungsmethoden.
Viele Wasseraufbereitungsverfahren beruhen auf der Zugabe von Chlor und Chlorgas, Wasserstoffperoxid oder anderen Oxidationsmitteln. Bekannt sind auch Elektroverfahren nach Zugabe von Natriumchlorid.
Alle bisherigen Verfahren haben jedoch den Nachteil der Zugabe von chemisch wirkenden Zusätzen oder des Verbrauchs beträchtlicher Mengen von Elektro­ energie. Gerade die Zugabe von speziellen Chemikalien kann nachteilige Wirkun­ gen mit einschließen.
Die Aufgabe der Erfindung bestand deshalb darin, ein Wasseraufbereitungsverfahren zu entwickeln, bei dem diese Nachteile bei Einwirkung von besonderen Oxidations­ mitteln und hohem Energieeinsatz vermieden werden.
Die Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser) durch intensive Behandlung des Wassers mit Luft als Oxida­ tionsmittel wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
  • - das Rohwasser über Filter in einen Reaktor geleitet,
  • - die in einem Ionisator durch elektrostatische Aufladung von Luft mit positiven und negativen Sauerstoffionen aktivierte Luft
  • - unter einem Druck von 1,2 bis 3,5 bar über Fritten mehrere Minuten durch den mit dem Rohwasser gefüllten Reaktor geleitet und
  • - das so behandelte Wasser abschließend durch Nachfilter gereinigt wird.
Durch die Entladung der in der Luft vorhandenen Sauerstoffmoleküle erzeugt man positiv und negativ geladene Luftionen. Die geladenen Luftionen haben die Eigen­ schaft, ihre Ladung schnell mit einem oxidierbaren Partner (anorganische oder organische Substanzen) im Wasser zu neutralisieren.
Der Arbeitsbereich des Verfahrens ist dabei auf einen Ionenbereich des oxidierten Potentials auf ionisierten Sauerstoff beschränkt:
Der Übergang von aktiven Luftionen zu Ozon erfolgt bei Einfluß von hohen Energie­ mengen sehr schnell. Da die Abbaueffekte und damit die Reinigungswirkung durch Ozon wesentlich geringer sind als durch ionisierte Sauerstoffmoleküle, kommt es beim Verfahren darauf an, genau den schmalen Bereich der ionisierten Sauerstoff­ moleküle durch die Bedingungen der Ionisation zu erreichen. Dies werden durch ein optimal konzipiertes Regelungssystem für den Ionisator und ein sensibilisierter Arbeitsbereich der Spannungsversorgung 3-6 kV gewährleistet.
Jede auch noch so geringe Menge an erzeugtem Ozon bedeutet den Verlust an aktiv erzeugten Sauerstoffionen. Der primär zur Verfügung stehende Sauerstoffanteil in der Luft muß bestmöglich für die Erzeugung von Luftionen genutzt werden.
Vor dem Einsatz des Verfahrens zur Aufbereitung des Rohwassers sollte eine umfassende Rohwasseranalyse erfolgen. Entsprechend dem hierdurch gewonnenen Ergebnis werden die speziellen Verfahrensbedingungen festgelegt. Das führt auch dazu, daß je nach Anwendungsfall vor dem eigentlichen Verfahren das Rohwasser durch verschiedenen Filter läuft, nämlich Rohwassergrobfilter, Kiesbettfilter und/oder Aktivkohlefilter.
Bei sehr stark verunreinigtem Rohwasser werden durch einen Patronenfilter grobe, flockige und schwebende Verunreinigungen des Wassers herausgefiltert. Nach­ folgend entfernt ein Kies- und Sandbettfilter feine Verunreinigungen des Rohwassers. Dieser sollte über eine spezielle Rückspülautomatik verfügen, die individuell nach Verschmutzungsgrad des Rohwassers den Kies-Sandbettfilter zeitabhängig zurückspült. Eine abschließende Aktivkohlefilterstufe entzieht bereits erste chemische Verunreinigungen.
Die Erzeugung von positiven und negativen Luftionen, je nach Erfordernis der chemisch oder biologisch abzubauenden Substanz, wird durch eine Gleichspannung von 3 bis 6 Kilo Volt (kV) erreicht. Die Verweildauer der Luft im Ionisationsmodul beträgt dann etwa 0.5 bis 6 s, vorzugsweise 1 bis 3 s.
Eine bevorzugte Spannungsvariante besteht darin, mit einer 12 V-Niederspannungs­ versorgung zu arbeiten. Dabei kann die erforderliche Energiemenge aus Sonnen- und Tageslicht erzeugt werden. Aus der 12 V-Niederspannung wird über 220 V dann über eine elektronische Regelung die Betriebsspannung von 3 bis 6 kV erzeugt (Fig. 4).
Auf diese Art wird ein Ionisationsgrad der Sauerstoffmoleküle von etwa 90 bis 96 Vol.% erreicht.
Die Reaktoren zur Umsetzung der ionisierten Luft mit dem Rohwasser sind in einem Reaktorblock zusammengefaßt. Sie sind so gestaltet, daß die Luft mit den geladenen Ionen durch Kompressoren von unten in das Rohwasser geleitet werden. Diese dispergieren mit dem Rohwasser und lassen hierdurch die natürliche Oxidation stattfinden.
Um eine intensive Einwirkung der mit Sauerstoffionen aktivierten Luft auf das Rohwasser zu erreichen, erfolgt der Eintritt in den Reaktor breitflächig durch Glas­ fritten bei einem Druck von 2,0 bis 2,5 bar. Bewährt hat sich hierbei ein Duran-Glas- Perlator.
Je nach Anwendungsfall sollte das Verhältnis von Porenöffnungen der Glasfritten zum angewandten Druck so gewählt werden, daß die entstehenden Luftbläschen einen Durchmesser von 0,1 bis 2,0 mm, vorzugsweise von 0,1 bis 0,9 mm, haben.
Die Vorrichtung (Anlageschema gemäß Fig. 1) zur Aufbereitung von mechanisch, organisch oder biologisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser) besteht aus
  • - Kombination verschiedener Filteranordnungen (2, 4 und 5),
  • - Füllpumpen (3),
  • - Ionisator (7) mit großflächigen Kathoden und Anoden und Ein- und Ausgängen für Luft zur teilweisen Ionisation von Luft,
  • - Reaktoren (8) mit Ein- und Ausläufen für Wasser und die ionisierte Luft, wobei die Luft unter Druck breitflächig über Glasfritten (9) eingeführt wird,
  • - einem Nachfilter (11) und einem Fertigwassertank (12),
wobei die einzelnen Module durch Rohrleitungen verbunden und die Stoffströme über Ventile (V1 bis V5) und Sensoren (S1 und 2) gesteuert werden.
Wichtig für ein effektives Arbeiten der Anlage ist der Ionisator, bestehend aus
  • a) einem luftdurchströmten Ionisationselement (Fig. 2) mit je einem großflächigen Anodengeflecht (3) und Kathodengeflecht (4) in einem Gehäuse (2) mit Spannungszuführungen (1) und Luftein- und -ausleitungen und
  • b) einem Differenziator (Fig. 5), bei dem in einem Gehäuserahmen (1) mit Spannungszuführungen (5) ein Kathodengeflecht (2) unter zwei Glasplatten (4) eingeschlossen ist und sich auf beiden Seiten der Glasplatte ein Anodengeflecht befindet.
Durch die Anordnung von mehreren hintereinander liegenden Ionisationselementen, bestehend aus einem Edelstahlgitter und einer Edelstahlfolie, wird eine große Oberfläche zur gezielten Ladung von Luftionen erzeugt. Somit werden durch eine langsame Strömung der Luft die vorhandenen Sauerstoffmoleküle bestmöglich geladen. Bedeutend ist dabei eine mehr als 5fache Reaktionsfläche gegenüber der normalen Oberfläche in den Außenabmaßen.
Dadurch beträgt die Ionisationsleistung des neuen Ionisators mit dem Differenziator (Fig. 5) bei einer Maschenweite von etwa 0,8 mm, Maschendurchmesser 0,63 mm, gegenüber den bisher bekannten Ionisatoren, die lediglich die Außenoberfläche eines Glasrohres oder die freie Querschnittsfläche zur Ionisation besitzen, die mehr als 5-fache Leistung gegenüber herkömmlichen Verfahren. Der Differenziator erzeugt je nach Erfordernissen der Wasserqualität das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Luftionen.
Die einzelnen Reaktoren (s. Fig. 3) bestehen
  • - aus einem äußeren Reaktormantel 2
  • - einem Reaktor-Innenrohr 5 mit Durchflußbohrungen 6 und einer Glasfritte 8 am unteren Ende,
  • - unterem Stutzen 8 zur Luftzufuhr und oberen Stutzen 1 zur Luftableitung,
  • - seitlich angeordnetem Wassereinlaß 10 und Wasserauslaßstutzen 3 und
  • - Verschraubungen 4 und Dichtungen 9.
Als Glasfritte wird zweckmäßig ein Duran-Glas-Perlator eingesetzt.
Verfahren und Vorrichtung ergeben sich aus dem beispielhaft in Fig. 1 dargestellten Anlagenschema. Darin bedeuten:
1 Rohwasser-Saugkorb
2 Rohwassergrobfilter
3 Reaktoren-Füllpumpen
4 Kiesbettfilter mit Rückspülautomatik
5 Aktivkohlefilter
6 Verdichterblock
7 Ionisator
8 Reaktorsäulen
9 Fritten, Duran-Glas-Perlator
10 Zirkulationspumpe
11 Aktivkohleendfilter
12 Fertigwassertank
V.1 Zulaufventil vor Grobfilter
V.2 Reaktoren-Füllventil
V.3 Reaktorzuluftventil
V.4 Reaktorenablaufventil
V.5 Überdruck-Entspannungsventil
S.1 Reaktor-Füllstandssensor
S.2 Speicherstandssensor
Anhand dieses Schemas kann das Verfahren wie folgt beispielhaft beschrieben werden.
Das Rohwasser, welches mit mechanischen, bakteriologischen und organischen Stoffen verunreinigt ist, wird über Saugkorb (1) und Zulaufventil (V.1) in den Grobfilter (2) durch die Befüllungspumpen (3) geleitet. Dabei hat der Grobfilter eine Durchlässig­ keit von 0,1 mm. Hat das Rohwasser die Befüllungspumpen (3) passiert, wird dieses durch ein Kiesbettfilter mit Rückspülautomatik (4), Filtergrad 80 Mm, und anschließen­ den Aktivkohlefilter (5) in die Reaktorenkolonne (8) über das Reaktorenfüllventil (V.2) geführt. Im Aktivkohlefilter werden erste chemische Verunreinigungen des Wassers absorbiert.
Nach erfolgter Befüllung der Reaktorenkolonne (8) werden die Befüllungspumpen (3) durch den Füllstandssensor (S.1) abgeschaltet. Das Reaktorenfüllventil (V.2) wird geschlossen. Der Verdichterblock (6) baut im Ionisator (7) mit Ionisationselement und Differenziator einen Druck von ca. 2,5 bar auf. Der Differenziator beeinflußt dabei die zielgerichtete Ladung von Sauerstoffmolekülen und ergänzt die Erzeugung von positiven und negativen Luftionen je nach Qualität des Wassers. Der PH-Wert wird ebenfalls konstant zum Ausgangswert gehalten.
Nachdem der genannte Druck anliegt, öffnet das Reaktorzuluftventil (V.3) und leitet den Luftstrom mit ionisierten Sauerstoffmolekülen über die Fritte (9) (Duran-Glas- Perlator) in die Reaktorenkolonne (8). Dabei wird durch den zugeleiteten ionisierten Luftstrom ein Druck von ca. 2,2 bar erzeugt.
Durch die Duran-Glasfritte (9) und durch den stetig ansteigenden Druck in den Reaktorkolonnen (8), wird ein äußerst feines Verteilungsbild erreicht. Somit disper­ gieren die vorhandenen Luftionen gut im Rohwasser und lösen eine natürliche Oxi­ dation aus. Durch die Gegenstromkonstruktion der Reaktorkolonne (8) wird auch im kontinuierlichen Betrieb der Anlage eine sehr lange Verweildauer mit höchst möglicher Reaktionsintensität erreicht. Um einen konstanten Anlagendruck zu gewährleisten, wird über das Entspannungsventil (V.5) ab einem Druckanstieg über 2,2 bar der Überdruck entspannt. Die entweichende Reaktionsluft kann problemlos an die Um­ gebung abgegeben werden. Zur Unterstützung der gleichmäßigen Reaktion in allen Reaktorkolonnen (8) wird eine Zirkulationspumpe (10) zugeschaltet.
Nach erfolgter Reaktionszeit wird das Reaktorentleerungsventil (V.4) geöffnet. Gleichzeitig wird das Entspannungsventil (V.5) geschlossen. Die Zirkulationspumpe (10) schaltet nach Beendigung der eingestellten Reaktionszeit ab. Durch den bereits anliegenden Druck und die weitere Einleitung des Luftionenstromes, wird die Reaktorenkolonne schnell entleert. Das behandelte Wasser wird durch die Aktiv­ kohleendfilter-Patrone (11) geleitet. Anschließend wird das Fertigwasser in den Speichertank (12) geführt. Im Speichertank (12) befindet sich der Grenzwertsensor (S.2), der bei Maximalbefüllung des Speichertanks die gesamte Anlage abschaltet.
Wird eine beliebige Menge an Wasser entnommen, schaltet die Anlage bis zur Maximalbefüllung der Anlage wieder zu.
Fig. 4 zeigt ein Regelungsschema zur Erzeugung der Spannung von 3 bis 6 kV; darin bedeuten
1 Triac (elektronisches Lastrelais)
2 Optokoppler
3 Ausgabemodul
4 Lastteil mit Stufenschaltung
5 Eingabemodul (Wechselrichter)
6 Frequenzumformer
7 Einpulsmittelpunktschalter
9 Stufenschalter
10 Fototransistor
11 Fotobugristor
Kurzbeschreibung
  • 1. Im Eingang wird von dem Eingabemodul (5) (einem Sinus-Wechselrichter 12 V-/220 V) ein Netztrafo 220/400 V eingespeist. Die Spannungsstufe 400 V wird zur Ansteuerung des Optokopplers (2) und Triacs (1) genutzt. Die Spannungsstufe 220 V geht bis zur Einspeisung des Lastteil mit Stufenschaltung (4) 220 V/3-6 kV.
  • 2. Der Triac (1) (Lastrelais) wird über einen Optokoppler (2) (Signalübertragungs­ glied) Parallel von einem Einpulsmittelpunktschalter (7) angesteuert. Der Einpulsmittelpunktschalter ist für den Dauerbetrieb zuständig. Über eine Takt­ frequenz des Frequenzumformers (6) vom Fototransistor (10), Lichtsendereingang und Fotobugristor (11), Lichtempfängerausgang wird eine Rampenspannung geliefert. Wenn die Rampenspannung und die Steuerspannung gleich sind, ist eine Ansteuerung für den Triac gegeben. Der Impulstakt beträgt:
    fmax ≦ 30 s-1
    Imax ≦ 1 A
Die Impulsdauer kann durch einen Stufenschalter (9) geändert werden. Der Triac steuert im Ausgang einen Transformator 220/3-6 kV an.
Fig. 2 zeigt den beispielsweisen Bau des Ionisationselements. Hierin bedeuten:
1 elektrische Anschlüsse (200-240 Volt) Gleichspannung
2 Gehäuserahmen
3 Anodengeflecht
4 Kathodengeflecht
5 Einrichtung zur mechanischen Spannung des Anoden- und Kathodengeflechtes
6 Luftrichtung
Durch die geringe Distanz von Anodengeflecht und Kathodengeflecht erfolgt ein schneller Ladungsaustausch. Dadurch werden die vorbeiströmenden Sauerstoff­ moleküle schnell geladen. Bestmöglicher Ladungstrenner ist bekanntlich Luft. Somit wird ein Optimum an Ladungsübergang zum Sauerstoffmolekül erreicht. Der Vorteil dieses Ioinisationselements liegt bei:
  • - optimaler Ladungsübergang zum Sauerstoffmolekül
  • - äußerst geringer Wartungsaufwand
  • - bestmögliche Energieausnutzung der Spannungsversorgung
  • - äußerst geringer Koronarenentladungs-Verschleiß
  • - großflächiger Ladungsübergang mit hoher Effizenz
  • - sehr lange Standdauer
Fig. 5 zeigt den beispielsweisen Bau des Differenziators. Der obere Teil zeigt den Gehäuserahmen mit der Platte in der Draufsicht, der untere Teil einen Querschnitt. Hierin bedeuten:
1 Gehäuserahmen aus Aramidfaser-Epoxy
2 Kathodengeflecht aus Edelstahl mit einer Maschenweite von 0,6 bis 0,8 mm
3 Anodengeflecht aus Edelstahl mit einer Maschenweite von 0,5 bis 0,63 mm
4 Duran-Silikat-Glasplatte 1,2 bis 1,7 mm
5 Spannungspole zur Energieversorgung des Differenziators
Funktionsweise
Die Luft fließt an dem Differenziator vorbei.
Durch gezielte Polung der An- und Kathode werden die Ladungsrichtung der Sauer­ stoffmoleküle in positive oder negative Luftionen gesteuert. Somit wird der Ladungs­ zustand welcher primär vom Ionisationsmodul erzeugt wird, sensibilisiert in Richtung vorwiegend positiv oder negativ, je nach Notwendigkeit des Oxidationspotentials im Rohwasser. Dies garantiert ein Höchstmaß an Ausnutzung der Erzeugungsenergie und optimale Anpassung des Oxidationsprozesses.
Fig. 3 zeigt als Beispiel einen Schnitt durch eine Reaktorsäule mit folgenden Bezugszeichen
1 Abluftstutzen/Fortluftauslaß
2 Reaktormantel PN 10
3 Fertigwasserauslaß
4 Verschraubung PN 10
5 Reaktor-Innenrohr
6 Durchlaßbohrungen
7 Fritte, Duran-Glas-Perlator
8 Reaktorzuluftstutzen
9 Dichtungssatz für Reaktorinnenrohr
10 Zulaufstutzen für Rohwasser
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Kohlenwasserstoffe und deren chemisch artverwandte Verbindungen schnell und wirkungsvoll oxidiert. Durch das hohe Oxidationspotential der geladenen Luftionen werden auch Bakterienhüllen gespalten und somit nachhaltig vernichtet. In Wasser gelöste Huminstoffe gehören zu den schwer abbaubaren Substanzen in der Trinkwasseraufbereitung. Auch hier werden gute Ergebnisse erzielt.
Im Gegensatz zum Verfahren unter Einsatz von Ozon benötigt das erfindungs­ gemäße Verfahren wesentlich geringere Energiemengen. Der Gesamtenergiebedarf liegt bei ca. 1,2 Watt/l mittelschwer belastetem Rohwasser.
Durch das entwickelte Verfahren wird eine hohe Oxidationsintensität erreicht. Bisher wurde Ozon als bestmöglicher Oxidator angesehen. Jedoch ist die Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens (durch Ionisation) entschieden höher. Dies ergibt sich aus folgender Tabelle der Abbaueffekte (in %):
Erfindungsgemäß gelingt auch die Trinkwasseraufbereitung von Rohwasser, das von Herbiziden verseucht ist. Einer der Hauptvertreter dieser schwer abbaubaren Triazin­ herbizide ist das Atrazin. Das Abbauvermögen in der Natur beträgt faktisch Null. Nach­ folgende Tabelle zeigt die guten Ergebnisse beim Abbau solcher Triazinherbizide:
Bei der Aufbereitung von Bad- und Poolwasser, die durch erhebliche Chlorzugabe zu weiteren Verunreinigungen wie Chlorphenolen führen, ist das Verfahren ebenfalls erfolgreich. Hier werden sehr geringe Abbauzeiten ermittelt, wie sich aus nach­ folgender Tabelle ergibt (Konzentration in mg/l):

Claims (10)

1. Verfahren zur Aufbereitung von mechanisch, organisch und/oder biologisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser) durch intensive Behandlung des Wassers mit Luft als Oxidationsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß
  • - das Rohwasser über Filter in einen Reaktor geleitet,
  • - die in einem Ionisator durch elektrostatische Aufladung von Luft mit positiven und negativen Sauerstoffionen aktivierte Luft
  • - unter einem Druck von 1,2 bis 3,5 bar über Fritten mehrere Minuten durch den mit dem Rohwasser gefüllten Reaktor geleitet und
  • - das so behandelte Wasser abschließend durch Nachfilter gereinigt wird.
2. Verfahren zur Aufbereitung von Rohwasser nach Anspruch 1, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Filter je nach Anwendungsfall Rohwassergrobfilter, Kiesbett­ filter und/oder Aktivkohlefilter sind.
3. Verfahren zur Aufbereitung von Rohwasser nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ionisation von Sauerstoffmolekülen bei einer Nenn­ spannung von 3 bis 6 Kilo-Volt (kV) und einer Verweildauer von 0,5 bis 6 s erfolgt.
4. Verfahren zur Aufbereitung von Rohwasser nach Anspruch 3, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die 3 bis 6 kV aus einer 12 V Niederspannung über 220 V und dann über eine elektronische Regelung erzeugt werden.
5. Verfahren zur Aufbereitung von Rohwasser nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung der mit Sauer­ stoffionen aktivierten Luft in den Reaktor durch Glasfritten (Duran-Glas-Perlator) bei einem Druck von 2,0 bis 2,5 bar erfolgt.
6. Verfahren zur Aufbereitung von Rohwasser nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis von Poren­ öffnungen der Glasfritten zum Druck so gewählt wird, daß die entstehenden Luft­ bläschen einen Durchmesser von 0,1 bis 2,0 mm haben.
7. Vorrichtung (Anlage) zur Aufbereitung von mechanisch, organisch oder bio­ logisch verunreinigtem Wasser (Rohwasser), bestehend aus
  • - Kombinationen verschiedener Filteranordnungen 2, 4 und 5,
  • - Füllpumpen 3,
  • - Ionisator 7 mit großflächtigen Kathoden und Anoden und Ein- und Ausgängen für Luft zur Ionisation von Luft,
  • - Reaktoren 8 mit Ein- und Ausläufen für Wasser und die ionisierte Luft, wobei die Luft unter Druck breitflächig über Glasfritten 9 eingeführt wird,
  • - einem Nachfilter 11 und Fertigwassertank 12,
wobei die einzelnen Merkmale durch Rohrleitungen verbunden und die Stoffströme über Ventile (V1 bis V5) und Sensoren (S1 und S2) gesteuert werden (Fig. 1).
8. Vorrichtung (Anlage) zur Aufbereitung von Rohwasser nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Ionisator aus
  • a) einem luftdurchströmten Ionisationselement (Fig. 2) mit je einem großflächigen Anodengeflecht 3 und Kathodengeflecht 4 in einem Gehäuse 2 mit Spannungszuführungen 1 und Luftein- und -ausleitungen und
  • b) einem Differenziator (Fig. 5), bei dem in einem Gehäuserahmen 1 mit Spannungszuführungen 5 ein Kathodengeflecht 2 unter zwei Glasplatten 4 eingeschlossen ist und sich auf beiden Seiten der Glasplatte ein Anodengeflecht befindet,
besteht.
9. Vorrichtung (Anlage) zur Aufbereitung von Rohwasser nach Anspruch 7 und Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Reaktoren
  • - aus einem äußeren Reaktormantel 2
  • - einem Reaktor-Innenrohr 5 mit Durchflußbohrungen 6 und einer Glasfritte 8 am unteren Ende,
  • - unterem Stutzen 8 zur Luftzufuhr und oberen Stutzen 1 zur Luftableitung,
  • - seitlich angeordnetem Wassereinlaß 10 und Wasserauslaßstutzen 3 und
  • - Verschraubungen 4 und Dichtungen 9
bestehen (Fig. 3).
10. Vorrichtung (Anlage) zur Aufbereitung von Rohwasser nach einen oder mehreren der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasfritte den inwandigen Reaktorboden unten abschließt und aus Duran-Glas besteht.
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