DE10021187C1 - Ultraschallwellenleiter - Google Patents
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Abstract
Dargestellt und beschrieben ist ein Ultraschallwellenleiter zum Führen eines in einem vorbestimmten Frequenzbereich liegenden Ultraschallsignals. DOLLAR A Der erfindungsgemäße Ultraschallwellenleiter zeichnet sich dadurch aus, daß er eine zusammengerollte Folie (1) aufweist, deren Schichtdicke wesentlich geringer als die geringste Wellenlänge des in dem vorbestimmten Frequenzbereich liegenden Ultraschallsignals in dem Folienmaterial ist. Dadurch wird erreicht, daß Störungen und Dämpfungen des Ultraschallsignals in dem Ultraschallwellenleiter aufgrund von Streuung und Dispersion weitgehend vermieden werden.
Description
Die Erfindung betrifft einen Ultraschallwellenleiter zum Führen eines in einem vorbe
stimmten Frequenzbereich liegenden Ultraschallsignals. Solche Ultraschallwellenleiter
werden z. B. in Ultraschalldurchflußmeßgeräten verwendet. In diesen Ultraschall
durchflußmeßgeräten wird typischerweise für einen Ultraschallwandler ein Piezokri
stall verwendet, mit dem Ultraschallsignale erzeugt bzw. Ultraschallsignale detektiert
werden.
Piezokristalle können oberhalb einer bestimmten Temperatur, der sogenannten Curie-
Temperatur (Tc), nicht mehr verwendet werden, da oberhalb von Tc keine ferroelektri
sche bzw. ferromagnetische Phase des Kristalls existiert, die Voraussetzung für dessen
piezoelektrische Eigenschaft ist. Ist jedoch das strömende Medium, dessen Durchfluß
mit dem Ultraschalldurchflußmeßgrät gemessen werden soll, sehr heiß, so daß dessen
Temperatur über der Curie-Temperatur des Piezokristalls liegt, so ist für einen verläßli
chen Betrieb das Ultraschalldurchflußmeßgeräts eine gewisse thermische Isolierung
des Ultraschallwandlers von dem heißen Medium erforderlich. Eingesetzt werden für
eine solche thermische Isolierung Ultraschallwellenleiter, die einerseits eine möglichst
gute Wärmeisolation des Ultraschallwandlers von dem heißen Medium und
andererseits eine möglichst verlustfreie und ungestörte Übertragung des Ultraschall
signals gewährleisten sollen. Mit einem solchen Ultraschallwellenleiter kann dann das
von einem Ultraschallwandler erzeugte Ultraschallsignal in das strömende Medium
einkgekoppelt werden, während der eigentliche Ultraschallwandler von dem heißen
Medium räumlich entfernt und thermisch von diesem isoliert ist.
In herkömmlichen Ultraschalldurchflußmeßgeräten werden als Ultraschallwellenleiter
z. B. Konstruktionen verwendet, wie sie in der WO 96/41157 beschrieben sind. Dabei
wird als Ultraschallwellenleiter z. B. eine Mehrzahl von zueinander parallelen, sehr
dünnen Stäben verwendet, wobei die einzelnen Stabdurchmesser jeweils wesentlich
geringer als die Wellenlänge des zu führenden Ultraschallsignals sind. Typischerweise
werden dabei die Stäbe eng aneinander anliegend in eine Röhre eingepaßt, die den
Stäben seitlich Halt bietet und somit einen kompakten Ultraschallwellenleiter liefert.
Diese herkömmliche Konstruktion ist jedoch insofern problematisch, als daß für das
Führen von Ultraschallsignalen mit sehr hohen Frequenzen von über 1 MHz
Durchmesser der Stäbe von deutlich unter 0,1 mm erforderlich sind. Die Herstellung
solcher dünnen Stäbe ist jedoch sehr kompliziert, aufwendig und kostspielig. Ferner
ist in der WO 96/41157 beschrieben, zur Bildung eines Ultraschallwellenleiters
röhrenförmige Körper konzentrisch zueinander ineinanderzuschachteln, wobei einan
der benachbarte Körper jeweils voneinander beabstandet angeordnet sind.
Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, einen einfach herstellbaren und preisgünstigen
Ultraschallwellenleiter anzugeben, mit dem auch hochfrequente Ultraschallsignale mit
einer Frequenz bis zu 20 MHz mit geringer Dämpfung und geringen Störungen über
tragbar sind.
Erfindungsgemäß ist die zuvor hergeleitet und aufgezeigte Aufgabe durch einen Ul
traschallwellenleiter gelöst, der dadurch gekennzeichnet ist, daß der Ultraschallwel
lenleiter eine zusammengerollte Folie aufweist, deren Schichtdicke wesentlich gerin
ger als die geringste Wellenlänge des in dem vorbestimmten Frequenzbereich liegen
den Ultraschallsignals in dem Folienmaterial ist. Somit wird erfindungsgemäß die Tat
sache ausgenutzt, daß die Dämpfungen und Störungen eines Ultraschallsignals in ei
nem Ultraschallwellenleiter abhängig von dessen Abmessungen sind. Dämpfungen
und Störungen des Ultraschallsignals in dem Ultraschallwellenleiter rühren im we
sentlichen von Streuung und Dispersion des Ultraschallsignals her. Diese Effekte tre
ten jedoch dann deutlich m den Hintergrund, wenn die geometrischen Abmessungen,
d. h. die Breite und die Höhe, des Ultraschallwellenleiters wesentlich geringer als die
Wellenlänge des Ultraschallsignals in dem Material des Ultraschallwellenleiters wird.
Keine Streuung und keine Dispersion des Ultraschallsignals sind ebenfalls dann zu
erwarten, wenn der Ultraschallwellenleiter praktisch unendlich weit ausgedehnt ist.
Bei einer Folie, die in ihrer Ausbreitungsebene quasi als unendlich weit ausgedehnt
angesehen werden kann, ist dementsprechend die maßgebliche Abmessung die
Schichtdicke der Folie, die somit entsprechend klein gewählt werden muß. Wird eine
solche Folie zusammengerollt, erhält man einen stabförmigen Ultraschallwellenleiter,
der die Anforderungen an eine praktisch streuungs- und dispersionsfreie Ultraschall
leitung erfüllt. Obwohl bei einer zusammengerollten Folie einander benachbarte Fo
lienschichten direkt aufeinanderliegen, entsprechen die Ultraschalleitungseigenschaf
ten einer solchen zusammengerollten Folie nicht denen eines entsprechenden Stabes
aus einem Vollmaterial. Aufgrund der Grenzflächen zwischen den einzelnen Schich
ten kann für die Ultraschalleitungseigenschaften einer solchen zusammengerollten
Folie jede Schicht der Folie einzeln betrachtet werden; zwischen den aufeinanderlie
genden Schichten findet ein Impedanzsprung statt, der die einzelnen Schichten für
die Ultraschalleitung somit betreffend die Leitung des Ultraschallsignals voneinander
"isoliert". Insofern ist es für eine annähernd streuungs- und dispersionsfreie Leitung
des Ultraschallsignals in dem Ultraschallwellenleiter ausreichend, wenn jede Schicht
für sich genommen die oben angegebenen geometrischen Anforderungen erfüllt, im
wesentlichen also, daß ihre Schichtdicke wesentlich geringer als die Wellenlänge des
zu übertragenden Ultraschallsignals in dem Material des Ultraschallwellenleiters ist.
Bei der Dimensionierung des erfindungsgemäßen Ultraschallwellenleiters mit einer
zusammengerollten Folie ist somit zuerst zu prüfen, welche maximale Frequenz ein
durch den Ultraschallwellenleiter zu führendes Ultraschallsignal aufweist, so daß die
Schichtdicke der zu verwendenden Folie entsprechend gering gewählt werden kann,
so daß Streuung und Dispersion des Ultraschallsignals in dem Ultraschallwellenleiter
weitgehend unterdrückt werden.
Der erfindungsgemäße Ultraschallwellenleiter kann in allen Wellenlängenbereichen
vom hörbaren Spektrum bis zu Frequenzen über 20 MHz verwendet werden. Vor
zugsweise ist jedoch vorgesehen, den erfindungsgemäßen Ultraschallwellenleiter in
einem Frequenzbereich von 15 kHz bis 20 MHz einzusetzen, wobei dann die
Schichtdicke der Folie weniger als 0,1 mm beträgt.
Als Materialien für die zusammengerollte Folie des erfindungsgemäßen Ultraschall
wellenleiters ist eine Vielzahl von Materialien verwendbar, vorzugsweise besteht die
Folie jedoch aus Metall und/oder Keramik und/oder Kunststoff.
Mit einer zusammengerollten Folie alleine kann schon ein erfindungsgemäßer Ultra
schallwellenleiter mit den angegebenen guten Leitungseigenschaften erzielt werden.
Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, daß die Folie - bevorzugt mit Paßsitz - in eine
Röhre eingesteckt ist. Die Röhre stabilisiert dabei den Ultraschallwellenleiter und er
leichtert dessen Einbau in z. B. eine Vorrichtung eines Ultraschalldurchflußmeßgeräts.
Für die Röhre selbst ist wiederum eine Vielzahl von Materialien verwendbar, vor
zugsweise besteht die Röhre jedoch aus Metall.
An einem Ende der zusammengerollten Folie ist typischerweise ein Ultraschallwand
ler vorgesehen, so daß Ultraschallsignale in den Ultraschallwellenleiter einkoppelbar
sind bzw. Ultraschallsignale aus dem Ultraschallwellenleiter empfangbar sind. Der
Ultraschallwandler, der im allgemeinen einen Piezokristall aufweist, kann dazu direkt
auf eine unbearbeitete Endfläche der Folienschichten aufgebracht sein. Vor
zugsweise ist jedoch vorgesehen, daß die Enden des die zusammengerollte Folie auf
weisenden Ultraschallwellenleiters verschweißt sind. Besonders bevorzugt ist eine
Verschweißung mit einem TIG-Verfahren (Tungsten Inert Gas), also durch Wolfram-
Inertgas-Schweißen. Eine besonders glatte Fläche und somit eine optimale Einkop
pelbarkeit des Ultraschallsignals in den erfindungsgemäßen Ultraschallwellenleiter
wird dann erzielt, wenn die verschweißten Enden nach dem Verschweißen plange
dreht werden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß sich die
Schichtdicke der Folie von innen nach außen verändert. Es kann jedoch auch vorge
sehen sein, daß der Ultraschallwellenleiter mehrere zusammengerollte Folien mit un
terschiedlichen Schichten und/oder unterschiedlichen Materialien aufweist. Mit die
sen Maßnahmen wird erreicht, daß das von dem Ultraschallwellenleiter abgegebene
Ultraschallsignal auf eine vorbestimmte Weise geformt und somit z. B. bestimmten
Anwendungen entsprechend geleitet bzw. fokussiert werden kann. Diese Möglich
keit beruht darauf, daß die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Ultraschallsignals in
dem Ultraschallwellenleiter von der jeweiligen Impedanz und somit unter anderem
von der Schichtdicke der jeweiligen Folienschicht abhängt, in dem der entsprechende
Anteil des Ultraschallsignals geführt wird. Entsprechendes gilt für die verschiedenen
Ausbreitungsgeschwindigkeiten des Ultraschallsignals in unterschiedlichen Materia
lien.
Der erfindungsgemäße Ultraschallwellenleiter ist vielseitig verwendbar. Bevorzugt
findet jedoch ein Einbau des erfindungsgemäßen Ultraschallwellenleiters in ein Ultra
schalldurchflußmeßgerät statt, mit dem der Durchfluß eines Mediums mit hoher Tem
peratur bestimmt werden soll.
Im einzelnen gibt es nun eine Vielzahl von Möglichkeiten, den erfindungsgemäßen
Ultraschallwellenleiter auszugestalten und weiterzubilden. Dazu wird einerseits auf
die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche und andererseits auf die
folgende detaillierte Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Er
findung in Verbindung mit der Zeichnung verwiesen. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 schematisch einen Ultraschallwellenleiter gemäß einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung und
Fig. 2 schematisch einen Ultraschallwellenleiter gemäß einem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung mit angekoppeltem Ultraschall
wandler im Schnitt.
Aus Fig. 1 ist schematisch ein Ultraschallwellenleiter gemäß einem bevorzugten Aus
führungsbeispiel der Erfindung ersichtlich, der eine zusammengerollte Folie 1 auf
weist, die in eine Röhre 2 mit Paßsitz eingesteckt wird. Gemäß dem in Fig. 1 darge
stellten bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung bestehen sowohl die Folie 1
als auch die Röhre 2 aus Edelstahl. Die Darstellung des Ultraschallwellenleiters in der
Fig. 1 ist nicht maßstabsgemäß. Die Schichtdicke der Folie 1 beträgt vorliegend näm
lich 0,1 mm, so daß auch Ultraschallsignale mit einer Frequenz, die 1 MHz deutlich
übersteigt, noch ohne gravierende Streuungs- und Dispersionseffekte geführt werden
können. Die Länge des Ultraschallwellenleiters gemäß dem ersten bevorzugten Aus
führungsbeispiel der Erfindung beträgt 0,6 m, und die Röhre 2 weist eine Wandstärke
von 1 mm bei einem Innendurchmesser von 14 mm auf. Mit diesem Ultraschallwellen
leiter läßt sich bei einem Ultraschallsignal mit einer Frequenz von 1 MHz eine Dämp
fung von weniger als 5 dB/m erreichen.
Aus Fig. 2 ist ein Ultraschallwellenleiter gemäß einem bevorzugten Ausführungsbei
spiel der Erfindung mit verschweißten und plangedrehten Enden 3 sowie einem an ei
nem dieser Enden 3 angekoppelten Ultraschallwandler 4 ersichtlich. Durch TIG-
Verschweißen und nachfolgendes Plandrehen der Enden des Ultraschallwellenleiters
wird eine äußerst glatte Oberfläche erzielt, so daß eine optimale Übertragung der im
Ultraschallwandler 4 erzeugten Ultraschallsignale in den Ultraschallwellenleiter bzw.
ein ungestörtes Empfangen von Ultraschallsignalen aus dem Ultraschallwellenleiter
mit dem Ultraschallwandler 4 möglich ist.
Claims (11)
1. Ultraschallwellenleiter zum Führen eines in einem vorbestimmten Frequenzbereich
liegenden Ultraschallsignals, dadurch gekennzeichnet, daß der Ultraschallwellenleiter
eine zusammengerollte Folie (1) aufweist, deren Schichtdicke wesentlich geringer als
die geringste Wellenlänge des in dem vorbestimmten Frequenzbereich liegenden Ul
traschallsignals in dem Folienmaterial ist.
2. Ultraschallwellenleiter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht
dicke der Folie (1) derart gering gewählt ist, daß beim Führen des Ultraschallsignals in
dem Ultraschallwellenleiter Streuung und Dispersion des Ultraschallsignals weitge
hend unterdrückt werden.
3. Ultraschallwellenleiter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Frequenzbereich 15 kHz bis 20 MHz beträgt.
4. Ultraschallwellenleiter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht
dicke der Folie (1) weniger als 0,1 mm beträgt.
5. Ultraschallwellenleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Folie (1) aus Metall und/oder Keramik und/oder Kunststoff besteht.
6. Ultraschallwellenleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Folie (1) - vorzugsweise mit Paßsitz - in eine - vorzugsweise metallische - Röh
re (2) eingesteckt ist.
7. Ultraschallwellenleiter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden
des Ultraschallwellenleiters verschweißt - vorzugsweise TIG-verschweißt - und plan
gedreht sind.
8. Ultraschallwellenleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Schichtdicke der Folie (1) von innen nach außen ändert.
9. Ultraschallwellenleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ultraschallwellenleiter mehrere zusammengerollte Folien (1) mit unterschiedli
chen Schichtdicken und/oder unterschiedlichen Materialien aufweist.
10. Ultraschallwellenleiter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeich
net, daß an einem der beiden Enden der zusammgenrollten Folie (1) ein Ultraschall
wandler (4) derart vorgesehen ist, daß mit diesem Ultraschallsignale in den Ultraschall
wellenleiter einkoppelbar und/oder aus dem Ultraschallwellenleiter empfangbar sind.
11. Ultraschalldurchflußmeßgerät mit einem Ultraschallwellenleiter nach einem der An
sprüche 1 bis 10.
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