DE10025780C2 - Herstellungsoptimierter und gewichtsreduzierter Glastrichter für eine Fernsehbildröhre - Google Patents
Herstellungsoptimierter und gewichtsreduzierter Glastrichter für eine FernsehbildröhreInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Glastrichter einer Fernsehbildröhre zum Anschließen
an einen Fernsehbildschirm.
Beim Pressen von Fernsehglastrichtern fällt der Glastropfen in die Form und wird
anschließend vom herabfahrenden Stempel verformt. Während dieses Vorgangs
steigt das Glas in dem immer kleiner werdenden Zwischenraum zwischen Form
und Stempel, bis der umschlossene Bereich vollständig ausgefüllt ist. Gleichzeitig
kühlt sich das Glas ab, so daß die Kontur des Glases erhalten bleibt, nachdem der
Stempel aus der Form herausgefahren ist. Beim Abkühlen sinkt die Viskosität des
Glases und es wird so fest, daß es die Innenkontur beibehält.
Der Preßdruck, der benötigt wird, um den Bereich zwischen Form und Stempel zu
füllen, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Temperatur des Glases und damit die
Viskosität bestimmt den Widerstand gegenüber einer Formänderung. Je wärmer
das Glas ist, desto besser kann es verformt werden. Gleichzeitig hat die Wanddicke
einen Einfluß, da bei geringer Wandstärke und somit kleiner Wärmekapazität das
Glas schnell abkühlt. Durch das kalte Glas entsteht ein hoher Widerstand, es kann
nur wenig Material an dieser Stelle weiterfließen.
Bisher war die Wanddicke weitgehend proportional zu der Länge der jeweiligen
Schnittachse des Glastrichters, d. h. da die Diagonalschnittachse die größte
Abmessung hat, wies der Fernsehglastrichter entlang dieser Achse die größte
Wanddicke bzw. Wandstärke auf. Es folgte die Wanddicke bzw. Wandstärke
entlang der großen Achse und am geringsten war die. Wanddicke bzw. Wandstärke
entlang der kleinen Achse.
Um Trichter mit reduziertem Gewicht herzustellen, wurden bislang die Wanddicken
auf allen Achsen gleichmäßig verringert. Die Verhältnisse der Wanddicken der
Achsen zueinander blieb gleich.
Glastrichter für Fernsehbildröhren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 sind
aus den Veröffentlichungen JP 59-189 541 A und WO 99/46795 A1 bekannt
geworden.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen gewichtsreduzierten Glastrichter anzugeben,
der mit einem gegenüber den bekannten Verfahren verminderten Preßdruck
hergestellt werden kann.
Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch einen Glastrichter gemäß Anspruch 1.
Die vorliegende Erfindung beschreibt eine neue Reihenfolge der Wanddicken bei
Schnitten entlang der Achsen untereinander. Die Wanddicke bei einem Schnitt
entlang der großen Achse ist jetzt dicker als bei einem Schnitt entlang der
Diagonalen. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung ist anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin ist im einzelnen
folgendes dargestellt:
Fig. 1 zeigt eine Fernsehbildröhre in Seitenansicht in einem Schnitt, gelegt
durch die Bildachse.
Fig. 2 zeigt den Gegenstand von Fig. 1 in einer Draufsicht auf die
Frontfläche des Bildschirmes mit den jeweiligen Schnitten.
Fig. 3a-3c zeigen die Schnitte A-A, B-B, C-C von Fig. 2.
Fig. 4 zeigt den Wanddickenverlauf entlang der Schnitte gemäß Fig. 3a-
3c nach dem Stand der Technik.
Fig. 5 zeigt den Wanddickenverlauf entlang der Schnitte gemäß Fig. 3a-
3c gemäß der Erfindung.
Die in Fig. 1 dargestellte Fernsehbildröhre weist einen Bildschirm 1 sowie einen
Glastrichter 2 auf. Dabei soll auf die elektronischen und elektrischen Einzelheiten
nicht weiter eingegangen werden.
Die beiden genannten Teile Bildschirm 1 und Glastrichter 2 sind entlang einer
Ebene 3, die senkrecht zur Achse 4 der Fernsehbildröhre verläuft,
zusammengefügt. Diese Ebene wird für den Glastrichter 2 auch als Lötrand 6 bzw.
Lötkante 6 bezeichnet. Deutlich zu erkennen auch der Hals 2.1. Der Übergang vom
Trichter 2 zum Hals 2.1 ist mit Bezugsziffer 8 belegt und wird auch als
Parabelbereich des Trichters 2 bezeichnet.
Der Bildschirm 1 weist eine Frontfläche 1.1 auf, ferner Flankenflächen, von denen
hier nur die beiden einander gegenüberliegenden Flankenflächen 1.2, 1.4 zu sehen
sind.
Fig. 2 zeigt die Frontfläche einer erfindungsgemäßen Fernsehbildröhre. Wie man
sieht, ist die Frontfläche annähernd als geometrisches Rechteck gestaltet, gebildet
aus den Kanten 1.10, 1.11, 1.12 und 1.13. An den vier Ecken kann ein
Krümmungsradius vorhanden sein. Dies ist jedoch nicht zwingend der Fall.
In Fig. 2 ebenfalls eingezeichnet sind die Schnitte durch den Trichter 2. Schnitt A-
A bezeichnet den Schnitt entlang der Diagonalen, Schnitt B-B den Schnitt entlang
der sogenannten kleinen Achse und Schnitt C-C den Schnitt entlang der großen
Achse der Frontfläche des Bildschirmes 1.
In den Fig. 3a-3c sind die Dickenverläufe entlang Schnitt A-A gemäß Fig. 2 -
d. h. entlang der sogenannten Diagonalen -, der Schnitt B-B gemäß Fig. 2 - das ist
der Schnitt entlang der sogenannten kleinen Achse - und Schnitt C-C gemäß Fig.
2, das ist der Schnitt entlang der sogenannten großen Achse des Trichters 2
ausgehend vom Lötrand 6 bis in den Halsbereich 2.1 dargestellt.
Erfindungsgemäß nimmt die Dicke von der Lötkante 6 zum Hals 2.1 hin
kontinuierlich ab, beispielsweise von 10 mm auf 4 mm.
Dies gilt für den Verlauf der Dicken entlang sämtlicher Schnitte A-A, B-B, C-C.
In den Fig. 3a bis 3c ist desweiteren ein Koordinatensystem angegeben. Dabei
bezeichnet x den Abstand von der Lötkante 6 und z die sogenannte Höhe über der
Lötkante 6 bzw. dem Lötrand.
Der Dickenverlauf der Wanddicke d entlang der Schnitte A-A, B-B, C-C für einen
nach herkömmlichem Verfahren hergestellten Glastrichter 2 in Abhängigkeit von
der Höhe über dem Lötrand ist in Fig. 4 dargestellt, die Wanddicke d in
Abhängigkeit von der Höhe über dem Lötrand 6 für einen Glastrichter 2, wie er
erfindungsgemäß hergestellt wurde, ist in Fig. 5 gezeigt.
Wie aus Fig. 4 hervorgeht, war die Wanddicke von gemäß dem Stand der Technik
hergestellten Glastrichtern weitgehend proportional zur Länge der jeweiligen Achse
bzw. des jeweiligen Schnittes. Das bedeutete, daß bei der Diagonalen oder entlang
des Schnittes A-A die größte Wanddicke auftrat, es folgte die Wanddicke bei einem
Schnitt entlang der großen Achse, d. h. entlang dem Schnitt C-C und schließlich die
Wanddicke bei einem Schnitt entlang der kleinen Achse, d. h. entlang des Schnittes
B-B. Der Dickenverlauf entlang Schnitt A-A ist in Fig. 4 mit Bezugsziffer 100
bezeichnet, der Verlauf bei einem Schnitt entlang der großen Achse, d. h. des
Schnittes C-C mit 110 und der Verlauf bei einem Schnitt entlang der kleinen Achse,
d. h. des Schnittes B-B mit Bezugsziffer 120.
Um die Wandstärken in Summe zu verringern und so eine Gewichtsreduktion
gemäß der Erfindung zu erreichen, ist gemäß der Erfindung vorgesehen, daß die
größte Wandstärke nicht in einem Schnitt entlang der Diagonalen sondern bei
einem Schnitt entlang der großen Achse, d. h. entlang des Schnittes C-C, auftritt, es
folgt die Wanddicke entlang des Schnittes A-A, d. h. der Diagonalen, und die
geringsten Wandstärken treten entlang der sogenannten kleinen Achse, d. h. des
Schnittes B-B auf. Der Dickenverlauf, beginnend von der Lötkante 6 bis zum
Beginn des Parabelbereiches 8 in Abhängigkeit von der Höhe über dem Lötrand 6,
d. h. entlang der z-Achse gemäß den Fig. 3a bis 3c, ist in Fig. 5 dargestellt.
Wiederum bezeichnet 100 den Dickenverlauf entlang des Schnittes A-A, 110 den
Dickenverlauf entlang des Schnittes C-C und 120 den Dickenverlauf entlang des
Schnittes B-B.
Wie man Fig. 5 entnimmt, nimmt die Dicke d bei einem Schnitt entlang der kleinen
Achse (Schnitt B-B) mit dem Abstand von der Lötkante 6 kontinuierlich ab. Der
Hauptanteil der Dickenänderung findet nahe der Lötkante 6 statt. Im Bereich
oberhalb der Dickenänderung bis zum Anschluß an den Parabelbereich 8 bleibt die
Wandstärke auf diesem niedrigen Wert, um ein geringes Gewicht zu erzielen.
Bei einem Schnitt entlang der großen Achse (Schnitt C-C) wird die Wanddicke d
vom Lötrand 6 ausgehend ebenfalls verringert, die Abnahme verteilt sich
gleichmäßig über die Höhe z.
Die Wanddicke d eines Glastrichters gemäß der Erfindung bei einem Schnitt
entlang der großen Achse (Schnitt C-C) stimmt mit der Wanddicke d eines
Glastrichters mit hohem Gesamtgewicht gemäß dem Stand der Technik
weitgehend überein. Dadurch verbleibt ein breiter Fließkanal. Aufgrund dieses
Fließkanales bleibt die Glasmasse auch bei der erfindungsgemäßen Formgebung
heiß und weich. Das weiche Glas kann leicht weiterfließen und auch die weiter vom
Glastropfen entfernt liegenden Randbereiche, insbesondere den Lötrand 6
vollständig auffüllen. Durch die Mindestdicke entlang Schnitt C-C wird somit
sichergestellt, daß die Viskosität hoch genug ist und somit der Preßdruck gering
bleibt.
Für die Diagonale (Schnitt A-A) ergibt sich eine gleichmäßige Reduzierung der
Wanddicke von der Lötkante 6 bis zum Parabelbereich 8.
Erfindungsgemäß ist die Wanddicke bei einem Schnitt entlang der großen Achse
(Schnitt C-C) auf mehr als 50% der Gesamthöhe z über der Lötkante, die von der
Lötkante 6 bis zum Beginn des Parabelbereiches 8 reicht, größer als die
Wanddicke bei einem Schnitt entlang der Diagonalen (Schnitt A-A).
Durch die Erfindung wird ein Glastrichter einer Fernsehbildröhre geschaffen, der
wegen der reduzierten Wandstärken gegenüber Glastrichtern gemäß dem Stand
der Technik ein reduziertes Gewicht aufweist, wobei gleichzeitig zur Herstellung
eines derartigen Trichters nur ein geringer Preßdruck notwendig ist.
Durch die Gewichtsreduzierung am Glastrichter können Glasmaterial und
Glasschmelzenergie eingespart werden. Die Gewichtsreduktion gegenüber dem
Stand der Technik geht aus einem Vergleich der Summenkurven in den Fig. 4
und 5 hervor. Die Summenkurven in den jeweiligen Fig. 4 und 5 sind gegenüber
den jeweiligen Einzelkurven achsverschoben. Die Koordinatenachse der
Summenkurven ist in den Fig. 4 und 5 am rechten Bildrand eingezeichnet. Wie
aus einem qualitativen Vergleich der Summenkurven von Fig. 4 und 5 hervorgeht,
liegt die Summenkurve gemäß dem Stand der Technik stets über dem der
Erfindung, insbesondere im Bereich der Lötkante, d. h. gemäß der Erfindung wird
eine signifikante Gewichtsreduktion erreicht.
1
Bildschirm
1.1
Frontfläche des Bildschirms
1.2
,
1.4
Flankenflächen des Bildschirms
1.10
,
1.11
,
1.12
,
1.13
Kanten der Frontfläche der Fernsehbildröhre
2
Glastrichter
2.1
Hals
3
Ebene an der Bildschirm und Glastrichter der Fernsehbildröhre
zusammengefügt sind
4
Achse der Fernsehbildröhre
6
Lötrand bzw. Lötkante
8
Parabelbereich
100
Dickenverlauf entlang der Diagonalen (Schnitt A-A)
110
Dickenverlauf entlang der großen Achse (Schnitt C-C)
120
Dickenverlauf entlang der kleinen Achse (Schnitt B-B)
Claims (4)
1. Glastrichter (2) einer Fernsehbildröhre zum Anschließen an einen Bildschirm
(1) mit
- 1. 1.1 einer Lötkante (6) und
- 2. 1.2 einem Parabelbereich (8), wobei
- 3. 1.3 die Wandstärke des Trichters (2) von der Lötkante (6) zum Beginn des Parabelbereiches (8) hin abnimmt,
- 1. 1.4 die Wandstärke entlang eines Schnittes C-C, der durch die Richtung der großen Achse des Bildschirmes (1) und der Mittelachse des Trichters (2) definiert wird, in Abhängigkeit von der Höhe (z) über der Lötkante (6) auf mehr als 50% der Gesamthöhe über der Lötkante, die von der Lötkante (6) bis zum Beginn des Parallelbereiches (8) reicht, größer ist als
- 2. 1.5 die Wandstärke (d) entlang eines Schnittes A-A, der durch die Richtungen der Diagonalen des Bildschirmes (1) und der Mittelachse des Trichters (4) definiert ist.
2. Glastrichter einer Fernsehbildröhre nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Wandstärke entlang des Schnittes B-B, der durch
die kleine Achse des Bildschirmes und die Mittelachse des Trichters (4)
definiert wird, auf mehr als 50% der Gesamthöhe über der Lötkante (6), die
von der Lötkante (6) bis zum Beginn des Parabelbereiches (8) reicht,
geringer ist als die Wandstärke entlang des Schnittes C-C.
3. Glastrichter einer Fernsehbildröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Wandstärke (d) entlang des Schnittes B-B vom Wert am Lötrand (6) auf
weniger als 50% des Wertes am Lötrand (6) innerhalb von 50% der
Gesamthöhe über der Lötkante (6), die von der Lötkante (6) bis zum Beginn
des Parabelbereiches (8) reicht, abnimmt.
4. Glastrichter einer Fernsehbildröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Wandstärke (d) entlang des Schnittes A-A vom Wert am Lötrand auf
weniger als 70% des Wertes am Lötrand innerhalb von 50% der
Gesamthöhe über der Lötkante (6), die von der Lötkante (6) bis zum Beginn
des Parabelbereiches (8) reicht, abnimmt.
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