DE10033191C2 - Spundwand zur Gewässerbegrenzung mit einer Stoßpanzerung und Verfahren zum Einbau einer solchen Spundwand - Google Patents

Spundwand zur Gewässerbegrenzung mit einer Stoßpanzerung und Verfahren zum Einbau einer solchen Spundwand

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Description

Die Erfindung betrifft eine Spundwand zur Gewässerbegrenzung, bestehend aus länglichen, im horizontalen Querschnitt trogförmigen Spundbohlen, die an ihren Seitenrändern derart mittels Schlössern miteinander verbunden sind, daß der horizontale Querschnitt der Spundwand eine Spundwandtäler aufweisende, wellenartige Form hat, mit jeweils einer gewässerseitig ein Spundwandtal im wesentlichen abdeckenden, plattenartigen Stoßpanzerung.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Einbau einer solchen Spundwand.
Spundwände zur Gewässerbegrenzung weisen in der Regel in ihrem horizontalen Querschnitt eine wellenartige Form auf. Bei diesen Spundwänden besteht grundsätzlich die Gefahr, daß sie durch eine Stoßbelastung von Schiffen, die die Spundwand im Winkel anfahren und mit einer Ecke des Schiffskörpers in ein Spundwandtal eingreifen, beschädigt und verformt werden. Dabei besteht insbesondere die Gefahr, daß die die Spundbohlen verbindenden Schlösser beschädigt werden und die Spundwand damit undicht wird.
Aus diesem Grund weisen Spundwände insbesondere im Uferbereich von Häfen und an stark frequentierten Punkten von Wasserstraßen und Schleuseneinfahrten Stoßpanzerungen auf, wie sie beispielsweise in der DE 25 26 771 A1 beschrieben werden. Diese Stoßpanzerungen sind plattenförmige Bauelemente, die das jeweilige Spundwandtal im wesentlichen abdecken, so daß ein Eingreifen einer Ecke eines Schiffs in das Spundwandtal verhindert wird. Gemäß der genannten Druckschrift werden pro Spundwandtal mehrere plattenförmige Bauelemente mittels einer im oberen Bereich an der gewässerabgewandten Seite des Bauelementes angebrachten Aufhängevorrichtung derart in zwischen gegenüberliegenden Seitenwänden eines Spundwandtals und übereinander angeordneten Querleisten eingehängt, daß sie in ihrer Gesamtheit das Spundwandtal im wesentlichen abdecken, wobei das jeweils oberhalb aufgehängte Bauelement auf dem jeweils unteren Bauelement derart abgestützt ist, daß es in einer horizontalen Einbaulage gehalten wird.
Die bekannte Stoßpanzerung weist jedoch den Nachteil auf, daß sie aufwendig herzustellen und einzubauen ist. Insbesondere wird durch die in einem separaten Herstellungsschritt anzubringenden Querleisten ein erhöhter Fertigungsaufwand verursacht. Ferner ist das Einhängen der einzelnen Bauelemente der Stoßpanzerung in die Querleisten aufwendig.
Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfach herzustellende und einbaubare Spundwand zu schaffen, die zuverlässig gegen Beschädigungen durch Schiffsstöße geschützt ist. Ferner soll ein einfaches Verfahren zum Einbau einer derartigen Spundwand geschaffen werden.
Diese Aufgabe wird zum einen durch eine Spundwand der eingangs näher beschriebenen Art gelöst, bei der die Stoßpanzerung an der Oberkante der Spundwand aufgehängt und an ihrer dem Gewässer abgewandten Seite im Bereich ihres unteren Endes mit einer an der Stoßpanzerung befestigten und im wesentlichen der Form des Spundwandtals entsprechenden Stützplatte an der Spundwand abgestützt ist.
Die erfindungsgemäße Spundwand setzt sich aus herkömmlichen trogförmigen Spundbohlen zusammen, die unverändert verbaut werden können und bei der die Stoßpanzerung in einem einzigen Arbeitsschritt in der gewünschten Einbaulage fixiert werden kann. Dabei wird die Einbaulage der Stoßpanzerung ausreichend genau durch die hängende Abstützung an der Oberkante der Spundwand und die rückseitige horizontale Abstützung der Stoßpanzerung in deren unteren Bereich vorgegeben.
Die Stoßpanzerung ist als ein einziges, längliches plattenförmiges Bauteil ausgestaltet, das den ganzen abzudeckenden Bereich des Spundwandtals überdeckt. Hierdurch wird ein einfacher Einbau der Spundwand gewährleistet, da pro Spundwandtal lediglich ein Bauteil als Stoßpanzerung aufgehängt werden muß.
Für die hängende Halterung der Stoßpanzerung an der Oberkante der Spundwand sind verschiedene Konstruktionen denkbar, denen allen gemeinsam ist, daß sie die Stoßpanzerung in ihrer vertikalen Lage halten und eine Schwenkachse bilden, um die die längliche Stoßpanzerung in ihre am unteren Ende rückseitig horizontal abgestützte Lage schwenken kann. Als besonders zweckmäßig hat es sich jedoch erwiesen, daß die Stoßpanzerung mittels eines hakenförmig ausgebildeten, an ihr befestigten Hängeelements an der Oberkante der das Spundwandtal bildenden Spundbohle aufgehängt ist.
Für die horizontale Abstützung der plattenförmigen Stoßpanzerung ist es in der Regel ausreichend, daß sie sich mittels ihrer beiden Seitenränder zumindest in ihrem unteren Bereich an den Seitenwänden der trogförmigen Spundbohlen abstützt.
Zur genaueren Positionierung und besseren Abstützung der Stoßpanzerung ist es zweckmäßig, daß die Stoßpanzerung wenigstens an einem ihrer Seitenränder einen zum Spundwandtal zurückweisenden Kragen aufweist, der formschlüssig an einer Seitenwand einer der Stoßpanzerung benachbarten Spundbohle anliegt. Insbesondere wenn dieser Kragen über die ganze Länge des Seitenrandes der Stoßpanzerung verläuft, wird hierdurch ein horizontale Abstützung der Spundwand geschaffen, die ein Tordieren der Stoßpanzerung um eine in ihrer Ebene liegende horizontale Achse verhindert und damit eine stabile Abstützung der Stoßpanzerung schafft.
Die Fähigkeit der Stoßpanzerung, Stöße aufzunehmen und auch bei Belastung in ihrer eingehängten Position zu verbleiben, ohne angehoben zu werden, wird dadurch erhöht, daß der Raum zwischen den Spundbohlen und der Stoßpanzerung ausbetoniert ist. Dadurch gewinnt die Stoßpanzerung an Formsteifigkeit und wird zudem schwerer und somit schwerer zu verschieben.
Das Ausbetonieren des Raums zwischen den Spundbohlen und der Stoßpanzerung wird dadurch vereinfacht, daß im Bereich des unteren Endes der Stoßpanzerung eine im wesentlichen der Form des Spundwandtals entsprechende, horizontal angeordnete Stützplatte vorgesehen ist. Diese schließt den auszubetonierenden Raum nach unten hin ab, so daß das Einbringen des Betons auf einfache Weise kontrolliert erfolgen kann. Eine derartige Stützplatte kann auch in Fällen, in denen der Raum nicht ausbetoniert wird als weitere Abstützung der Stoßpanzerung dienen.
Der Halt des Betons an der Stoßpanzerung, bzw. den Spundbohlen wird dadurch verbessert, daß an der Stoßpanzerung an der Seite des Spundwandtals und/oder an der das Spundwandtal bildenden Spundbohle eine Armierung vorgesehen ist. Diese Armierung kann beispielsweise aus mit ihren Enden an den jeweiligen Elementen angeschweißten, gebogenen Drähten bestehen. Sind sowohl an der Spundbohle als auch an der Stoßpanzerung Armierungen vorgesehen, so werden Spundbohle und Stoßpanzerung durch den die Armierungen einschließenden Beton miteinander verbunden, wodurch ein guter Halt der Stoßpanzerung an der Spundbohle gewährleistet wird.
Die oben genannte Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zum Einbau der erfindungsgemäßen Spundwand gelöst, bei dem eine die das Spundwandtal bildende Spundbohle und die Stoßpanzerung in ihrer Einbaulage umfassende Zange auf die Spundwand aufgesetzt wird und anschließenden Beton in den Raum zwischen den Spundbohle und der Stoßpanzerung eingebracht wird, um die Stoßpanzerung durch die Zange entgegen des auf sie wirkenden hydrostatischen Drucks des Betons in ihrer horizontal an der Spundwand abgestützten Einbaulage zu halten. Die Zange verhindert, daß beim Einfüllen des Betons die Stoßpanzerung durch den auf sie wirkenden hydrostatischen Druck aus ihrer horizontal abgestützen Lage abgedrückt wird. Dabei wird die Stoßpanzerung so lange durch die Zange in ihrer Einbaulage gehalten, bis der Beton ausgehärtet ist und die Stoßpanzerung nicht mehr horizontal belastet.
Für den Einsatz dieses Verfahrens bei unterschiedlichen Lagen der Stoßpanzerung und unterschiedlichen Fertigungstoleranzen der einzelnen Bauelemente ist es besonders zweckmäßig, wenn die Zange die Spundbohle und die Stoßpanzerung umgreifende Greiferarme aufweist, deren als Klemmelemente ausgebildete Enden relativ zu den Greiferarmen selbst horizontal verstellbar sind. So können die Klemmelemente auf den gewünschten Abstand zwischen der Spundbohle und der Stoßpanzerung eingestellt werden und diesen halten, bzw. eine Klemmwirkung bewirken.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel zeigenden Zeichnung dargestellt. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Spundwand in einer perspektivischen Darstellung,
Fig. 2 die Spundwand gemäß Fig. 1 in einer vertikalen Schnittansicht,
Fig. 3 die Spundwand gemäß Fig. 1 in einer Draufsicht und
Fig. 4 die Spundwand gemäß Fig. 1 mit einer aufgesetzten Zange in einer vertikalen Schnittansicht.
Die in Fig. 1 dargestellte Spundwand 1 ist aus Spundbohlen 2, 3 und einer Stoßpanzerung 4 aufgebaut. Die Spundbohlen 2, 3 weisen einen trogförmigen horizontalen Querschnitt auf und sind an ihren Seitenrändern mittels Schlössern 5 derart miteinander verbunden, daß der horizontale Querschnitt der Spundwand 1 eine wellenartige Form hat. Dabei bilden die Spundbohlen 2 gewässerseitig, also zur Stoßpanzerung 4 hin, ein Spundwandtal, während die Spundbohlen 3 gewässerseitig eine Spundwanderhebung bilden. Im einzelnen weist die trogförmige Spundwand 2 einen Mittelteil 6 auf, der den Grund des Spundwandtals bildet und Seitenwände 7, 8, die mit den Seitenrändern 9, 10 der Spundbohlen 3 über die an ihren Seitenrändern vorgesehenen Schlösser 5 miteinander verbunden sind.
Die Stoßpanzerung 4 ist im wesentlichen plattenförmig aufgebaut und weist an ihrem oberen Ende ein Hängeelement 11 auf, mit dem sie an der Oberkante des Mittelteils 6 der Spundbohle 2 aufgehängt ist. Im Bereich des unteren Endes der Stoßpanzerung 4 ist eine Stützplatte 12 angebracht, die horizontal angeordnet ist und im wesentlichen die Form des Spundwandtals hat. Entlang ihres in Fig. 3 linken Seitenrands 13 ist die Stoßpanzerung 4 an ihrer dem Gewässer abgewandten Seite an der Spundbohle 3 horizontal abgestützt, und zwar am knickartigen Übergang von dem die Spundwanderhebung bildenden Mittelteil der Spundbohle 3 und der Seitenwand 9 dieser Spundbohle. An dem in Fig. 3 rechten Seitenrand 14 weist die Stoßpanzerung 4 einen Kragen 15 auf, der formschlüssig an der Seitenwand 10 der ihm benachbarten Spundbohle 3 anliegt.
An der gewässerabgewandten Seite der Stoßpanzerung 4 und am Mittelstück 6 der Spundbohle 2 sind als gebogene, an ihren Enden angeschweißte Drähte ausgestaltete Armierungen 16 vorgesehen. Diese sind in in den Raum zwischen Spundbohle 2, 3, der Stoßpanzerung 4 und der Stützplatte 12 eingebrachtem, nicht dargestelltem Beton verankert.
Fig. 4 zeigt die Spundwand 1 mit einer auf ihr aufgesetzten Zange 17, die dazu verwendet wird, die Stoßpanzerung 4 während des Einbringens des Betons in der horizontalen, auf den Seitenrändern der Spundbohlen 2, 3 abgestützten Einbaulage zu halten. Die Zange 17 weist Greiferarme 18, 19 auf, die die Stoßpanzerung 4, bzw. die Spundbohle 2 umgreifen. Die Enden der Greiferarme 18, 19 sind derart ausgestaltet, daß sie horizontal einstellbare Klemmelemente 20, 21 aufweisen, deren Position relativ zu den Greiferarmen 18, 19 horizontal verstellbar ist. Durch diese Einstellbarkeit der Klemmelemente 20, 21 kann die Zange 17 zum einen auf die unterschiedlichen Einbaulagen der Stoßpanzerung 4 eingestellt werden, zum anderen ist es möglich, bei aufgesetzter Zange 17 durch Einstellen der Klemmelemente 20, 21 eine Klemmwirkung zu erzeugen.
Zum Einbau der Spundwand 1 werden die Spundbohlen 2, 3 in herkömmlicher Weise eingerammt. Anschließend wird die Stoßpanzerung 4 mit dem Hängeelement 11 derart an die Oberkante der Spundbohle 2 aufgehängt, daß sie das Spundwandtal im wesentlichen abdeckt, und wie in Fig. 3 ersichtlich mit den Spundwanderhebungen im wesentlichen eine ebene Fläche bildet. Daraufhin wird die Zange 17 auf die Spundwand 1 aufgesetzt, so daß sie die Spundbohle 2 und die Stoßpanzerung 4 umgreift. Bei Bedarf kann über die horizontal einstellbaren Klemmelemente 20, 21 der Greiferarme 18, 19 eine Klemmwirkung zwischen der Zange 17 und der Spundbohle 2, bzw. der Stoßpanzerung 4 erzeugt werden. Anschließend wird Beton in den von den Spundbohlen 2, 3, der Stoßpanzerung 4 und der Stützplatte 12 gebildeten Raum eingebracht. Dieser Beton härtet unter Einbindung der Armierungen 16 aus und bildet über diese einen festen Verbund zwischen der Stoßpanzerung 4 und der Spundbohle 2.

Claims (8)

1. Spundwand zur Gewässerbegrenzung, bestehend aus länglichen, im horizontalen Querschnitt trogförmigen Spundbohlen (2, 3), die an ihren Seitenrändern derart mittels Schlössern (5) miteinander verbunden sind, daß der horizontale Querschnitt der Spundwand (1) eine Spundwandtäler aufweisende, wellenartige Form hat, mit jeweils einer gewässerseitig ein Spundwandtal im wesentlichen abdeckenden, plattenartigen Stoßpanzerung (4), dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßpanzerung (4) an der Oberkante der Spundwand (1) aufgehängt und an ihrer dem Gewässer abgewandten Seite im Bereich ihres unteren Endes mit einer an der Stoßpanzerung (4) befestigten und im wesentlichen der Form des Spundwandtals entsprechenden Stützplatte (12) an der Spundwand (1) abgestützt ist.
2. Spundwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßpanzerung (4) mittels eines hakenförmig ausgebildeten, an ihr befestigten Hängeelements (11) an der Oberkante der das Spundwandtal bildenden Spundbohle (2) aufgehängt ist.
3. Spundwand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßpanzerung (4) sich mittels ihrer beiden Seitenränder (13, 14) zumindest in ihrem unteren Bereich an den Seitenwänden (9, 10) der trogförmigen Spundbohlen (3) abstützt.
4. Spundwand nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stoßpanzerung (4) wenigstens an einem ihrer Seitenränder (14) einen zum Spundwandtal zurückweisenden Kragen (15) aufweist, der formschlüssig an einer Seitenwand (10) einer der Stoßpanzerung (4) benachbarten Spundbohle (3) anliegt.
5. Spundwand nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Raum zwischen den Spundbohlen (2, 3) und der Stoßpanzerung (4) ausbetoniert ist.
6. Spundwand nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Stoßpanzerung (4) an der Seite des Spundwandtals und/oder an der das Spundwandtal bildenden Spundbohle eine Armierung (16) vorgesehen ist.
7. Verfahren zum Einbau einer Spundwand nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine die das Spundwandtal bildende Spundbohle (2) und die Stoßpanzerung (4) in ihrer Einbaulage umfassende Zange (17) auf die Spundwand (1) aufgesetzt wird und anschließend Beton in den Raum zwischen den Spundbohlen (2, 3) und der Stoßpanzerung (4) eingebracht wird, um die Stoßpanzerung (4) durch die Zange (17) entgegen des auf sie wirkenden hydrostatischen Drucks des Betons in ihrer horizontal an der Spundwand (1) abgestützten Einbaulage zu halten.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zange (17) die Spundbohle (2) und die Stoßpanzerung (4) umgreifende Greiferarme (18, 19) aufweist, deren als Klemmelemente (20, 21) ausgebildete Enden relativ zu den Greiferarmen (18, 19) selbst horizontal verstellbar sind.
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