DE1003444B - Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen, stickstoffhaltigen, haertbaren Kondensationsprodukten - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen, stickstoffhaltigen, haertbaren Kondensationsprodukten

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DE1003444B
DE1003444B DEB33847A DEB0033847A DE1003444B DE 1003444 B DE1003444 B DE 1003444B DE B33847 A DEB33847 A DE B33847A DE B0033847 A DEB0033847 A DE B0033847A DE 1003444 B DE1003444 B DE 1003444B
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Dr Hans Wedell
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Boehme Fettchemie GmbH
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08G—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G12/00—Condensation polymers of aldehydes or ketones with only compounds containing hydrogen attached to nitrogen
    • C08G12/46—Block or graft polymers prepared by polycondensation of aldehydes or ketones on to macromolecular compounds

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  • Medicinal Chemistry (AREA)
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Description

  • Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen, stickstoffhaltigen, härtbaren Kondensationsprodukten Es ist bekannt, wasserlösliche, härtbare Harzvorkondensate aus Oxoverbindungen, z. B. Formaldehyd, und Arnino- bzw. Iminogruppen enthaltenden organischen Stickstoffverbindungen, z. B. Harnstoff, Melamin, herzustellen, die in der Technik für verschiedenartigste Zwecke, z. B. als Gießharze, für die Sperrholzverleimung oder zur Textilveredlung Verwendung gefunden haben. Es ist ferner bekannt, derartige Kondensationsprodukte unter Zusatz von wasserlöslichen Sulfiten oder von wasserlöslichen höherrnolekularen Polyhydroxy- oder Polyamidverbindungen herzustellen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man wasserlösliche, härtbare Kondensationsprodukte mit erheblich verbesserten Eigenschaften aus Amino- oder Iminogruppen enthaltenden kondensationsfähigen Verbindungen, Oxoverbindungen und wasserlöslichen Salzen der schwefligen Säure durch Einkondensation von wasserlöslichen, hochmolekularen Polyhydroxy- und/oder Polyamidverbindungen herstellen kann.
  • Als kondensationsfähige Amino- oder Iminogruppen enthaltende organische Stickstoffverbindungen können für dieses Verfahren in erster Linie Harnstoff, Thioharnstoff, Methylendiharnstoff, Acetylendiharnstoff, Cyanamid, Guanidin, Alkylguanidine, Dicyandiamid, Dicyandiamidin und Melamin Verwendung finden.
  • Als Oxoverbindungen kommen für das erfindungsgemäße Verfahren in erster Linie Formaldehyd und Acetaldehyd in Betracht bzw. entsprechende Aldehyd abgebende Verbindungen, ferner Acrolein, Glyoxal, Furfurol und Methyläthylketon.
  • Unter wasserlöslichen Salzen der schwefligen Säure sind vor allem die Alkali- und Ammoniumsulfite zu verstehen, ferner die entsprechenden Bisulfite und Pyrosulfite.
  • An wasserlöslichen, hochmolekularen Poly hydroxylverbindungen sind in erster Linie Polysaccharide und ihre Derivate zu nennen, z. B. Stärke, Dextrin, Pektine, alginsaure Salze, Alkylcellulosen, insbesondere Methylcellulose, Oxäthylcellulose, Carboxymethylcellulose,ferner Polyvinylalkohol.
  • Als wasserlösliche, hochmolekulare Polyamidverbindungen kommen in Betracht Leim, Gelatine, Casein, Albumin und andere Eiweißstoffe, ferner Eiweißspaltprodukte und Eiweißabbauprodukte der verschiedensten Abbaustufen. Weiterhin können Kondensationsprodukte verwendet werden, wie sie aus Eiweiß oder Eiweißspaltprodukten durch Reaktion mit Fettsäurechloriden oder höhenmolekularen Sulfochloriden darstellbar sind.
  • Die neuen Kondensationsprodukte werden aus den beschriebenen Ausgangsstoffen entweder in der Weise erhalten, daß man die Ausgangsstoffe gemeinsam bei Temperaturen von etwa 50 bis 110° und bei einem pH-Wert zwischen 4 und 10 kondensiert, oder indem man zunächst Vorkondensate aus zwei oder drei der beschriebenen Komponenten herstellt und diese sodann mit den restlichen Komponenten weiterkondensiert.
  • Durch Variation der einzelnen Komponenten und durch Änderung des Mengenverhältnisses lassen sich die Eigenschaften der erfindungsgemäß herzustellenden Vorkondensate und der daraus durch Härtung erhältlichen Harze hinsichtlich ihrer Eigenschaften, wie Geschmeidigkeit, Wasserlöslichkeit, Härte, Klebkraft, in weiten Grenzen variieren, so daß für die verschiedensten Zwecke Produkte mit optimal angepaßten Eigenschaften hergestellt werden können.
  • Eine weitere für manche Zwecke sehr vorteilhafte Verbesserung der Eigenschaften dieser Kondensate ist durch Zusatz von Stoffen möglich, welche höhermolekulare, lipophile Reste enthalten. Diese Stoffe können, soweit sie kondensationsfähige Gruppen, z. B. Hydroxy-oder Aminogruppen, enthalten, in die Produkte mit einkondensiert werden. Es können aber auch solche Stoffe eingearbeitet werden, die unter den angewandten Bedingungen nicht reagieren, wie z. B. Fette, Wachse oder Kohlenwasserstoffe, insbesondere Paraffin. Auf diese Art kann man die Eigenschaften der erhaltenen Kondensate in der verschiedensten Weise abändern.
  • Die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellten neuartigen Vorkondensate sind gut wasserlöslich. Dies war nicht ohne weiteres vorauszusehen, da z. B. Casein mit Formaldehyd unter Bildung von völlig wasserunlöslichen Produkten reagiert und da ferner wäßrige Lösungen von Stärke oder Methylcellulose bei Zusatz von Formaldehyd oder von Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensaten sehr schnell wasserunlösliche Ausscheidungen zeigen.
  • Die erfindungsgemäß hergestellten wasserlöslichen Kondensate lassen sich in üblicher Weise durch Wärmebehandlung oder auch durch saure Kondensationsmittel in wasserunlösliche Harze verwandeln. Die erfindungsgemäß hergestellten Kondensationsprodukte weisen gegenüber- den bekannten Kondensaten erhebliche Vorteile auf. Besonders ist die außerordentlich gute Stabilität der erfindungsgemäßen Produkte hervorzuheben, so daß daraus >lagerbeständige Pulver und Lösungen hergestellt werden können, ohne daß dabei chemische Veränderungen eintreten. Weiterhin erhält man bei der Behandlung von Textilmaterialien aller Art mit den vorliegenden Kondenstiönsprodukten ausgezeichnete Steif- und Füllappreturen v-on hoher Wasserbeständigkeit. Gleichzeitig erteilen sie .den Geweben schmutzabweisende Eigenschaften.
  • Beispiel 1 430 ccm 400/,ige wäßrige Formaldehydlösung werden mit einer konzentrierten -heißen Lösung von Na, SO, auf ein pa von 8,2 bis 8,4 eingestellt. Man fügt 170 g Melamin hinzu und erhitzt das Gemisch unter gutem Rühren 25 Minuten auf 80°. Es entsteht eine klare Lösung von Methylolmelamin. Hierzu gibt man einen homogenen heißen Sirup, der durch Auflösen von 75 g Natriumsulfit und 30 g alginsaurem Natrium in 275 ccm Wasser hergestellt wurde. Das Reaktionsgemisch wird mit Glykolsäure auf einen pH-Wert von 8 gebracht und 90 Minuten bei 85 bis 90° gerührt. Es entsteht eine durchscheinende, in Wasser gut lösliche Paste.
  • Beispiel 2 205 ccm 40°/oige wäßrige Formaldehydlösung werden mit Natronlauge auf einen pH-Wert von 7,5 eingestellt. Man fügt 80 g Harnstoff und eine Paste, die aus 15 g Methylcellulose und 100 ccm Wasser bereitet wurde, hinzu. Das Gemisch wird unter Rühren auf 75° erwärmt, und 10 Minuten bei dieser Temperatur gerührt. Dann gibt man 20 g Natriummetabisulfit hinzu, rührt bei 75° bis zur völligen Auflösung dieses Salzes weiter, stellt den pH-Wert der Reaktionslösung auf 5,9 bis 6,1 ein und rührt 1 Stunde bei 95 bis 98°. Die Lösung wird dann neutralisiert. Nach dem Abkühlen bildet das Reaktionsprodukt eine gut lagerfähige schmalzartige Paste.
  • Beispiel 3 540 ccm 40 % wäßrige Formaldehydlösung werden mit konzentrierter Natriumsulfitlösung auf einen pH-Wert von 8 eingestellt. Man gibt 100 g Harnstoff und 100 g Thioharnstoff hinzu und erhitzt die Lösung für 5 Minuten auf 75°. Dann gibt man die Aufschlämmung von 200 g abgebauter Stärke in einer Lösung von 60 g Natriumpyrosulfit in 260 ccm Wasser hinzu. Das Gemisch zeigt einen pH-Wert von 7 und wird nun 30 Minuten auf 90° erwärmt. Dann erniedrigt man den pH-Wert mittels Glykolsäure auf 6,2 und rührt 60 Minuten bei 95 bis 98°. Zum Schluß wird ein pH-Wert von 7,2 eingestellt. Nach dem Abkühlen bildet das Produkt eine hochviskose Paste, die in heißem Wasser gut löslich ist.
  • Beispiel 4 In 600 ccm 400/,ige Formaldehydlösung (auf p$ 9 eingestellt) werden allmählich 60 g Polyvinylalkohol eingerührt. Das Gemisch wird eine 1/2 Stunde gerührt, mit 300 g Harnstoff versetzt und weitere 15 Minuten ohne Wärmezufuhr gerührt. Dann erwärmt man die Lösung innerhalb 20 Minuten auf 80° und gibt schließlich eine Lösung von 60 g Natriumpyrosulfit und 15 g Natriumsulfit in 100 ccm Wasser hinzu. Der pH-Wert der Harzlösung wird auf 6 eingestellt und die Temperatur auf 95 bis 98° gesteigert. Man rührt 1 Stunde, neutralisiert dann mit Natronlauge und läßt abkühlen. Das Reaktionsprodukt bildet einen klaren, in Wasser leichtlöslichen Sirup.
  • Beispiel s 350 g Dextrin werden mit 210 ccm Wasser verrührt und heiß gelöst (= Lösung 1). Ferner erhitzt man eine Lösung von 200 g Dicyandiamid in 580 ccm 40°/oigem Formaldehyd (p$ 7,5) 30 Minuten auf 80° (= Lösung 2). Dann gibt man Lösung 1 zu Lösung 2, fügt 60 g Natriumpyrosulfit hinzu und stellt den pH-Wert des Reaktionsgemisches auf 6 ein. Man rührt 1 Stunde bei 90°, neutralisiert und läßt abkühlen. Das Reaktionsprodukt bildet einen gelbbraunen Sirup, der in Wasser leicht löslich ist.
  • Beispiel 6 Ein Gemisch aus 80 g Dextrin, 10 g alginsaurem Natrium, 60 g abgebauter Stärke, 30 g Triäthanolaminsalz eines Phosphorsäureoctadecylesters wird mit 300 ccm Wasser 1 Stunde bei 80° verrührt (= Lösung 1).
  • Ein Gemisch von 142 g Acetylendiharnstoff und 300 ccm 30°/Qige Formaldehydlösung (auf pH 9 eingestellt) wird eine '-/2 Stunde auf 70° erhitzt und dann mit 45 g Natriumpyrosulfit versetzt. Man fügt Lösung 1 hinzu, stellt dann den pH-Wert des Gemisches auf 6,8 bis 7,2 und rührt 1 Stunde bei 90°. Nach dem Abkühlen erhält man eine schmalzartige Paste, die in Wasser leicht gelöst werden kann.
  • Beispiel 7 In eine heiße Lösung von 150 g Harnstoff und 50 g Natriumsulfit in 200 ccm Wasser, deren pH-Wert mit Essigsäure auf 8 eingestellt wird, werden unter kräftigem Rühren allmählich 120 g Säurecasein eingetragen. Wenn das Gemisch eine trübe homogene Lösung bildet, fügt man 400 g 400/,ige Formaldehydlösung (auf p$ 7,4 eingestellt) hinzu, stellt den pH-Wert der Reaktionsmischung auf 7,8 ein und rührt 1 Stunde bei 90°. Dann gibt man 100 g festes Paraffin (Schmelzpunkt 40°) hinzu und rührt eine weitere 1/2 Stunde bei 90°. Anschließend wird unter weiterem Rühren bis auf Zimmertemperatur abgekühlt. Das Reaktionsprodukt bildet eine dickflüssige Emulsion, die sich mit warmem Wasser leicht verdünnen läßt.

Claims (6)

  1. PATENTA NS PR ÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung von wasserlöslichen, stickstoffhaltigen, härtbaren Kondensationsprodukten aus Amino- bzw. Iminogruppen enthaltenden kondensationsfähigen Verbindungen, Oxoverbindungen und wasserlöslichen Salzen der schwefligen Säure, dadurch gekennzeichnet, daß man wasserlösliche, hochmolekulare Polyhydroxy- und/oder Polyamidverbindungen einkondensiert.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Amino- bzw. Iminogruppen enthaltende kondensationsfähige Verbindungen Harnstoff, Melamin und/oder Dicyandiamid verwendet werden.
  3. 3. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Oxoverbindungen Formaldehyd oder Formaldehyd abgebende Substanzen verwendet werden.
  4. 4. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als wasserlösliche hochmolekulare Polyhydroxyverbindungen Polysaccharide bzw. deren Abkömmlinge und/oder Polyvinylalkohol verwendet werden.
  5. 5. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als wasserlösliche hochmolekulare Polyamidverbindungen Eiweißstoffe oder Eiweißabbauprodukte verwendet werden.
  6. 6. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich Substanzen einkondensiert oder zugesetzt werden, die einen höhenmolekularen, lipophilen Rest enthalten. In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 889 224, 712 561; USA.-Patentschriften Nr. 2 332 519, 2 332 801.
DEB33847A 1954-12-22 1954-12-22 Verfahren zur Herstellung von wasserloeslichen, stickstoffhaltigen, haertbaren Kondensationsprodukten Pending DE1003444B (de)

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