DE10036384A1 - Kippstift-Mechanismus - Google Patents
Kippstift-MechanismusInfo
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Abstract
Es wird ein Kippstift-Mechanismus vorzugsweise für die Klemmvorrichtung einer in ihrer Lage einstellbaren Kfz-Lenksäule zur lösbaren Festlegung eines die Lenksäule aufnehmenden Gehäuses an einer karosserieseitig festgelegten Halterung vorgestellt. Gehäuse und Halterung sind über mindestens eine mittels des Kippstift-Mechanismus aufeinander pressbare zusammenwirkende Reibflächenpaarung arretierbar. Der Kippstift-Mechanismus weist hierbei einen zentral angeordneten in Richtung seiner Mittellängsachse 13 verschieblichen Bolzen 3 und mindestens einen mit seiner Längsachse 14 etwa parallel zur Bolzenmittellängsachse 13 angeordneten Kippstift 6 auf, wobei der Kippstift 6 sich einseitig direkt oder indirekt an einem Bolzenbund 4 abstützt, und an seinem anderen Ende in einer Ausnehmung 10 an der Stirnseite eines Betätigungsringes 5 aufgenommen ist, und wobei der Kippstift 6 durch Verdrehung des Betätigungsringes 5 einerseits in eine über die axiale Strecklage parallel zur Bolzenmittellängsachse 13 hinaus in eine arretierbare Anschlaglage sowie in Gegenrichtung in eine Lösestellung kippbar ist. Erfindungsgemäß weist der Betätigungsring 5 auf der dem ersten Kippstift 6 abgewandten zweiten Stirnseite mindestens eine Ausnehmung 11 für einen weiteren Kippstift 6 auf, wobei sich das andere Ende dieses Kippstiftes 6 in einer in Richtung der Mittelachse des Betätigungsringes 5 axial verschieblichen Druckscheibe 7 abstützt.
Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Kippstift-Mechanismus für die
Klemmvorrichtung einer in ihrer Lage einstellbaren KFZ-Lenksäule mit den im
Oberbegriff des Patentanspruches 1 genannten Merkmalen.
Ein derartiger Kippstift-Mechanismus ist beispielsweise zum Aufbau der Klemmkräfte
bei einer Klemmvorrichtung entsprechend der DE 44 00 306 A1 vorhanden. In der
angegebenen Schrift ist eine Klemmvorrichtung offenbart, durch die ein die Lenksäule
aufnehmendes Gehäuse mit einem an der Karosserie festen Halter in geklemmtem
Zustand mit korrespondierenden Reibflächen aneinander liegen. Der Aufbau der
Klemmkräfte erfolgt mittels mehrerer Kippstifte, die mit dem einen Ende in einem
Widerlager am Gehäuse und mit ihrem anderen Ende in einem Widerlager an einem
Bolzenbund abgestützt sind. Die Verdrehung des Bolzens in die eine Richtung führt
dazu, dass die Kippstifte über eine aale Strecklage parallel zur Bolzenachse hinaus in
eine arretierende Anschlaglage gebracht werden können, in der die notwendigen
Anpresskräfte für die zwischen karosseriefestem Halter und Gehäuse angeordneten
Reibflächen aufgebracht werden. Bei einer Verdrehung des Bolzens in die
entgegengesetzte Richtung gelangen die Kippstifte in eine die Klemmverbindung
aufhebende Lösestellung, in welcher die Kippstifte unter einem geringen Winkel zur
Bolzenlängsachse geneigt sind.
Die in der oben angeführten Schrift beschriebene Klemmvorrichtung unter
Verwendung eines Kippstift-Mechanismus hat sich prinzipiell bewährt, besitzt jedoch
insbesondere in Bezug auf gestiegene Anforderungen an die Klemmwirkung gewisse
Nachteile. Diese bestehen insbesondere darin, dass der Klemmweg, d. h., der Hub,
den die Kippstifte von ihrer Lösestellung bis in die Arretierungsstellung durchführen,
relativ klein ist. Darüber hinaus geht von dem ohnehin klein bemessenen Klemmweg
durch das Durchlaufen der Kippstiftlage über die aale Strecklage hinaus in eine
Arretierungslage von dem theoretisch vorhandenen Klemmweg wieder etwas dadurch
verloren, dass die Kippstifte in der stabilen Arretierungsstellung gehalten werden. Als
weiterer Nachteil im bestehenden Stand der Technik hat sich herausgestellt, dass für
die angesprochenen Kippstift-Mechanismen ein Gegenlager beispielsweise in Form
eines Axialnadellagers erforderlich ist, welches die Drehbewegung des
Betätigungselementes zum Abkippen der Kippstifte unter Kraft zulässt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Kippstift-Mechanismus der
eingangs beschriebenen gattungsgemäßen Art so weiter zu entwickeln, dass größere
Klemmwege realisiert werden können. Darüber hinaus soll der erfindungsgemäße
Mechanismus kompakte Maße aufweisen und in seinem Aufbau einfach und
kostengünstig sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß in Zusammenschau mit den gattungsbildenden
Merkmalen durch die technische Lehre des Anspruches 1 gelöst.
Gemäß dieser technischen Lehre weist der Betätigungsring, der durch Verdrehung ein
Abkippen der zwischen Betätigungsring und einem Bolzenbund eingepassten
Kippstifte herbeiführt, auf der diesen Kippstiften abgewandten zweiten Stirnseite
mindestens eine Ausnehmung für einen weiteren Kippstift aufweist, wobei sich das
andere Ende dieses Kippstiftes in einer in Richtung der Mittelachse des
Betätigungsringes axial verschieblichen Druckscheibe abstützt.
Durch diesen erfindungsgemäßen Aufbau wird durch eine Verdrehung des
Betätigungsringes eine beidseitige Hubbewegung der in den Stirnseiten des
Betätigungsringes gelagerten Kippstifte herbeigeführt. Gegenüber den aus dem Stand
der Technik bekannten Kippstift-Mechanismen lässt sich auf diese Weise eine
Verdoppelung des Hubweges herbeiführen. Da die Ausnehmungen für den oder die
jeweils in beiden Stirnseiten angeordneten Kippstifte versetzt zueinander angeordnet
sind, weist der erfindungsgemäße Mechanismus trotz der Verdoppelung des
Hubweges äußerst kompakte Abmaße auf.
Spezielle Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich zusammen
mit der technischen Lehre des Anspruches 1 aus den Merkmalen der Unteransprüche.
Es hat sich insbesondere als zweckmäßig erwiesen, an jeder der beiden Stirnseiten des
Betätigungsringes zwei um 180 Grad versetzt zueinander angeordnete Aufnahmen für
je einen Kippstift anzuordnen. Die Aufnahmen an der einen Stirnseite sind hierbei zu
derjenigen der anderen Stirnseite um 90 Grad versetzt angeordnet. Die beidseitig
versetzte Anordnung der Nadelpaare stabilisiert den mittleren Betätigungsring,
wodurch eine üblicherweise vorhandene Anzahl von 3 Kippstiften reduziert werden
kann, was Herstellung und Montage vereinfacht.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes sieht darüber
hinaus vor, dass nur zwei der vorhandenen Kippstifte in der arretierbaren
Anschlaglage des Betätigungsringes sich in der "Über-Totpunktlage", d. h., in der
über die axiale Strecklage parallel zur Bolzenmittellängsachse hinaus befinden,
während die beiden übrigen Kippstifte genau in der axialen Strecklage angeordnet
sind. Durch die unterschiedliche Anordnung der Kippstifte in der
Arretierungsposition lässt sich der Klemmweg zusätzlich vergrößern, und somit die
Klemmwirkung des gesamten Mechanismus zusätzlich steigern.
Die Verdrehung des Betätigungsringes lässt sich dadurch realisieren, dass dieser mit
einem Handhebel gekoppelt wird.
Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Erfindung anhand
der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1: eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Kippstift-Mechanismus,
Fig. 2: eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemäßen Mechanismus
entsprechend der Schnittlinie A-A aus Fig. 1,
Fig. 3: eine Schnittdarstellung durch den Kippstift-Mechanismus entsprechend
der Schnittlinie B-B aus Fig. 1 und
Fig. 4: eine Schnittdarstellung entsprechend der Schnittlinie C-C aus Fig. 2.
Bei der Darstellung des Kippstift-Mechanismus in den einzelnen Zeichnungen wurde
aus Gründen der Übersichtlichkeit auf angrenzende Bauteile des Lenksäulen-
Kippstift-Mechanismus verzichtet. In der Fig. 1 ist der in seiner Gesamtheit mit 1
bezeichnete Kippstift-Mechanismus zusammen mit einem an den Kippstift-
Mechanismus 1 gekoppelten Handhebel 2 dargestellt. Der Handhebel 2 dient zur
Betätigung des Kippstift-Mechanismus, dessen detaillierter Aufbau anhand der
Fig. 2 bis 4 veranschaulicht wird.
Der gesamte Mechanismus besteht im Wesentlichen aus einem mittig angeordneten
Bolzen 3 mit einem endseitigen Bolzenbund 4, einen Betätigungsring 5, an dem der
Handhebel 2 befestigt ist, insgesamt vier Kippstiften 6 sowie zwei seitlich des
Betätigungsringes 5 angeordneten Druckscheiben 7 und 8. Die Druckscheibe 8 liegt
mit ihrer den Kippstiften abgewandten Außenseite am Bolzenbund 4 an. In der
Druckscheibe 8 befinden sich kugelförmig ausgebildete Ausnehmungen 9, die in ihrer
Kontur den Enden der Kippstifte 6 angepasst sind. Mit ihrem der Druckscheibe 8
abgewandten Ende sind die Kippstifte 6 in korrespondierenden als Kugelpfannen
ausgebildeten Ausnehmungen 10 des Betätigungsringes 5 angeordnet. Im
dargestellten Ausführungsbeispiel dient die Druckscheibe 8 als Anlagefläche für zwei
Kippstifte, wobei die Kippstifte auf einem gemeinsamen Radius um 180 Grad versetzt
angeordnet sind.
Aus der Darstellung der Fig. 3 wird deutlich, dass der Betätigungsring 5 darüber
hinaus an derjenigen Stirnseite, die der Druckscheibe 8 abgewandt ist, ebenfalls zwei
Ausnehmungen 11 besitzt, in die wiederum Kippstifte 6 aufgenommen sind. Diese
Kippstifte stützen sich zum einen am Boden der Ausnehmung 11 ab, welche analog
den Ausnehmungen 10 als Kugelpfannen ausgebildet sind. Das andere Ende der
Kippstifte 6 stützt sich an der Druckscheibe 7 ab, die analog der Druckscheibe 8
ebenfalls Ausnehmungen 12 ausweist, die halbkugelförmig korrespondierend dem
Ende der Kippstifte 6 ausgebildet sind. Die Durchmessermaße der Ausnehmungen 10
und 11 sind so gewählt, dass die Kippstifte in den Bohrungen mit einem leichten
Winkelversatz, aber doch im Wesentlichen parallel zur Mittellängsachse 13 des
Bolzens 3 angeordnet sind. Eine Verdrehung des Betätigungsringes 5 mittels des
Handhebels 2 bewirkt, dass die leicht schräg stehenden Bolzen 3 zunächst in eine
Lage gebracht werden, in der ihre Längsachse 14 mit der Mittellängsachse 13 des
Bolzen 3 parallel ausgerichtet sind. Eine weitere Drehung des Betätigungsringes 5
bewirkt danach, dass die Kippstifte über die angesprochene parallele Ausrichtung
hinaus in eine entsprechend stabile Anschlaglage gebracht werden. Durch die
Tatsache, dass eine Drehung des Betätigungsringes 5 eine Lageänderung und daraus
resultierend eine Hubbewegung der durch den Betätigungsring 5 bewegten Kippstifte
6 bewirkt, ergibt sich gegenüber herkömmlichen Kippstift-Mechanismen ein
verdoppelter Hubweg und daraus resultierend eine wesentliche Vergrößerung der
aufgrund des Kippstift-Mechanismus hervorgerufenen möglichen Klemmkräfte für die
lösbare Befestigung einer verstellbaren Lenksäule.
Aus der Darstellung der Fig. 4 wird noch einmal deutlich, dass jeweils 2 aus einer
Stirnseite des Betätigungsringes hervorstehenden Kippstifte auf einem gemeinsamen
Umfangsradius um 180 Grad versetzt, angeordnet sind, wobei die Kippstifte der
gegenüber liegenden Stirnseite zu Ersteren um 90 Grad versetzt angeordnet sind.
Diese Anordnung führt zu einer Selbststabilisierung des Kippstift-Mechanismus, so
dass auf die bislang übliche Ausbildung mit 3 Kippstiften auf einem gemeinsamen
Umfangsradius verzichtet werden kann.
Die Hubbewegung der Kippstifte 6 bewirkt eine axiale Verlagerung der
Druckscheiben 7 und 8, wodurch in hier nicht dargestellter Art und Weise, innerhalb
des Klemmechanismus für eine Kfz.-Längssäule innerhalb der dort vorhandenen
Reibpaarungen Haltekräfte aufgebaut werden können.
Eine besondere Ausgestaltung des Erfindungsgegenstandes sieht vor, dass für die
Arretierung der Kippstifte in der Klemmposition nur zwei der vorhandenen vier
Kippstifte 6 verwendet werden. Dies bedeutet, dass in der Arretierungslage des
Kippstift-Mechanismus sich zwei Kippstifte 6 in der über Totpunkt-Position befinden,
wohingegen die zwei weiteren Kippstifte mit ihrer Längsachse 14 parallel zur
Mittellängsachse 13 des Bolzens 3 ausgerichtet sind. Auf diese Weise wird der
Hubweg dieser Kippstifte 6 nicht durch die Über-Totpunktlage infolge der
Arretierung wieder reduziert, so dass sich eine, wenn auch geringfügige,
Hubvergrößerung gegenüber dem zuerst beschriebenen Ausführungsbeispiel ergibt.
1
Kippstift-Mechanismus
2
Handhebel
3
Bolzen
4
Bolzenbund
5
Betätigungsring
6
Kippstifte
7
Druckscheibe
8
Druckscheibe
9
Ausnehmung
10
Ausnehmung
11
Ausnehmung
12
Ausnehmung
13
Mittellängsachse
14
Längsachse
Claims (7)
1. Kippstift-Mechanismus vorzugsweise für die Klemmvorrichtung einer in ihrer
Lage einstellbaren Kraftfahrzeuglenksäule zur lösbaren Festlegung eines die
Lenksäule aufnehmenden Gehäuses an einer karosserieseitig festgelegten
Halterung, wobei Gehäuse und Halterung über mindestens eine mittels des
Kippstift-Mechanismus aufeinander pressbare, zusammenwirkende
Reibflächenpaarung aufweisen, mit einem zentral angeordneten in Richtung
seiner Mittellängsachse (13) verschieblichen Bolzen (3) und mindestens einem
mit seiner Längsachse (14) etwa parallel zur Bolzenmittellängsachse (13)
angeordneten Kippstift (6), wobei der Kippstift (6) sich einseitig direkt oder
indirekt an einem Bolzenbund (4) abstützt und an seinem anderen Ende in
einer Ausnehmung (10) an der Stirnseite eines Betätigungsringes (5)
aufgenommen ist und wobei der Kippstift (6) durch Verdrehung des
Betätigungsringes (5) einerseits über die axiale Strecklage parallel zur
Bolzenmittellängsachse (13) hinaus in eine arretierbare Anschlaglage sowie in
Gegenrichtung in eine Lösestellung kippbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Betätigungsring (5) auf der dem ersten Kippstift (6) abgewandten zweiten
Stirnseite mindestens eine Ausnehmung (11) für einen weiteren Kippstift (6)
aufweist, wobei sich das andere Ende dieses Kippstiftes (6) in einer in
Richtung der Mittelachse des Betätigungsringes (5) axial verschieblichen
Druckscheibe (7) abstützt.
2. Kippstift-Mechanismus nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
an jeder der beiden Stirnseiten des Betätigungsringes (5) zwei um 180°
versetzt zueinander angeordnete Aufnahmen (10, 11) für je einen Kippstift (6)
angeordnet sind.
3. Kippstift-Mechanismus nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Aufnahmen (10) an einer Stirnseite zu denjenigen (11) der anderen
Stirnseite um 90° versetzt angeordnet sind.
4. Kippstift-Mechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens einer der Kippstifte (6) in der arretierbaren Anschlaglage des
Betätigungsringes (5) sich in der axialen Strecklage parallel zur
Bolzenmittellängsachse (13) befindet.
5. Kippstift-Mechanismus nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die an einer Stirnseite angeordneten Kippstifte (6) in der arretierbaren
Anschlaglage des Betätigungsringes (5) sich in der axialen Strecklage parallel
zur Bolzenmittellängsachse (13) befinden.
6. Kippstift-Mechanismus nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
jeweils einer der an einer Stirnseite angeordneten Kippstifte (6) in der
arretierbaren Anschlaglage des Betätigungsringes (5) sich in der axialen
Strecklage parallel zur Bolzenmittellängsachse (13) befindet.
7. Kippstift-Mechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Betätigungsring (5) mit einem Handhebel (2) zur Durchführung der
Verdrehbewegung gekoppelt ist.
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