DE10036596A1 - Verwendung einer Dehnschraube - Google Patents
Verwendung einer DehnschraubeInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Schraube mit einer Drehmomenteinleitung durch Innenvielkant, bei der zur Vermeidung von Torsionsspannungen nach dem Anziehen die Drehmomenteinleitung durch einen hohlen Abschnitt hindurch axial an der Stelle erfolgt, an der die elastischen verdrillungen von der Drehmomenteinleitungsstelle bis zur Kopfauflage und die elastischen Verdrillungen von der Drehmomenteinleitungsstelle bis zur axialen Mitte des tragenden Gewindes im wesentlichen gleich sind.
Description
Die Erfindung betrifft eine Schraube gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
Befestigungsschrauben werden durch Vorspann- und gegebenenfalls Betriebskräfte
auf Zug beansprucht. Zusätzlich verbleiben in herkömmlichen Schrauben nach dem
Anziehen Torsionsspannungen, deren Ursache in der Gewindesteigung und der
Reibung sowohl im Gewinde, als auch unter der Kopfauflage liegt. Somit entsteht in
der Schraube eine zusammengesetzte Beanspruchung aus Zug- und Torsions
spannungen. Gelingt es, die Schraube so anzuziehen, dass keine Torsions
spannungen auftreten, so kann die Schraube nach dem Anziehvorgang höhere
Betriebskräfte ertragen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schraube der gattungsgemäßen Art vorzu
schlagen, mit der mit fertigungstechnisch einfachen Mitteln höhere Betriebskräfte
aufnehmbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den
weiteren Patentansprüchen entnehmbar. Ferner wird eine vorteilhafte Verwendung
derartiger Schrauben vorgeschlagen.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass der Einleitungspunkt für das Anzugs
moment im Inneren des Schraubenschaftes liegt. Die axiale Lage dieses Punktes
sollte so bemessen sein, dass die torsionsbedingten Verdrehwinkel auf beiden
Seiten im wesentlichen gleich groß sind. Unter dieser Voraussetzung wird die
Schraubenur für die Dauer des Anziehvorgangs auf Torsion belastet und ist nach
dem Wegfall des Anzugsmomentes torsionsspannungsfrei. Die Schraube unterliegt
somit nur noch den anzugsbedingten Zugspannungen und ist somit im Stande,
höhere Zugspannungen bzw. zusätzliche dynamische Betriebsbeanspruchungen zu
ertragen.
Bevorzugt kann die Schraube als Dehnschraube mit einem hohlen Schaftabschnitt
ausgebildet sein, wobei der Außendurchmesser des Schaftabschnittes mit dem
Nenndurchmesser der Schraube übereinstimmen kann oder zur Erzielung gleich
mäßiger Bauteilbeanspruchung eine Längen-Durchmesser-Abstimmung stattfinden
kann. Im ersteren Falle können an vorhandenen Bauteilen problemlos übliche
Dehnschrauben mit erfindungsgemäßen Dehnschrauben ersetzt werden.
Ggf. kann es vorteilhaft sein, die Länge der Drehmomenteinleitungsstelle bzw. den
entsprechenden Werkzeugangriff zu verlängern, um höhere Anzugsmomente durch
den hohlen Abschnitt der Schraube einleiten zu können. Die Drehmomenteinleitung
erfolgt dabei herstellungstechnisch günstig nach Torx.
Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Schraube ergibt sich bei der
Anwendung des streckgrenzgesteuerten Anziehens. Hierbei wird die Schraube bis
zur Streckgrenze angezogen. Nach dem Anziehen fällt die Spannung in der
Schraube unter die Streckgrenze zurück, da der Torsionsspannungsanteil entfällt.
Dadurch kann die Schraube vermehrt Betriebskräfte aufnehmen, ohne sich plastisch
zu verformen. Bei einer herkömmlichen Schraube würde die zusätzliche Betriebskraft
zu einer Überschreitung der Streckgrenze und damit zu einer plastischen
Verformung und einem Vorspannungsverlust führen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden mit weiteren Einzelheiten
näher beschrieben. Die schematische Zeichnung zeigt in einem teilweisen
Längsschnitt eine Schraube mit innenliegender Drehmomenteinleitungsstelle zur
Befestigung zweier Bauteile aneinander.
In der Zeichnung ist mit 1 eine Schraube (z. B. M 20) bezeichnet, mit einem Nenn
durchmesser d, die zur Befestigung zweier Bauteile 2 und 3 aneinander dient.
Die Schraube 1 weist einen Gewindeabschnitt 4 auf, der über eine definierte
Einschraubtiefe in das korrespondierende Innengewinde des Bauteiles 3
eingeschraubt ist.
Über die restliche Länge weist die Schraube 1 einen Schaftabschnitt 5 auf, der
andererseits an einem zylindrischen Schraubenkopf 6 endet.
Über eine Teillänge des Schraubenschaftes 5 und durch den Schraubenkopf 6
hindurch ist eine Innenbohrung 7 mit einem Durchmesser d2 vorgesehen, wobei d2 =
0,7d beträgt. Die Innenbohrung endet an einer Drehmomenteinleitungsstelle bzw. mit
einem Vielkant 8 (z. B. einem Innensechskant nach DIN 912), bevorzugt nach Torx
(z. B. nach 150/DIS 14579). Die Torx-Ausbildung (= Werkzeugangriffsfläche)
erstreckt sich über eine Länge t, die größer als nach der angegebenen Torx-Norm
ausgeführt ist. Durch die Innenbohrung 7 wirkt der Schaftabschnitt 5 bzw. die
Schraube 1 zugleich als Dehnschraube.
Ausgehend von dem Vielkant 8 definiert sich eine Verdrillungslänge l1, gerechnet bis
zur halben Einschraubtiefe des Gewindeabschnittes 4, und eine Verdrillungslänge l2,
gerechnet bis zum Schraubenkopf 6. Es versteht sich, dass bei der Berechnung der
Verdrillungslänge l1 die konstruktiv vorgesehene Einschraubtiefe bekannt sein muß,
weil diese ja den Grad der Verdrillung über l1 mitbestimmt.
Durch entsprechende Berechnungen können die Verdrillungslängen abhängig von
den konstruktiven Gegebenheiten (Schraubengeometrie) so abgestimmt werden,
dass über l1 und l2 gleiche oder zumindest annähernd gleiche Verdrillungen
auftreten. Nach dem Anziehen der Schraube 1 mit Innenangriff über das Vielkant 8
mittels eines entsprechenden Werkzeuges (nicht dargestellt) können die Schrauben
abschnitte 4 und 5 zurückfedern, wodurch die aus den Reibungsanteilen am
Schraubenkopf und im Gewinde verursachten Torsionsspannungen sich gegen 0
abbauen.
Besonders vorteilhaft ist dabei die Anwendung des streckgrenzgesteuerten
Anziehens der Schraube 1. Die Schraube 1 wird dabei in an sich bekannter Weise
bis an ihre Streckgrenze angezogen. Durch den nachfolgend sich einstellenden
Abbau der Torsionsspannungen erhöht sich vorteilhaft die Zugspannungsreserve bis
zur Streckgrenze, wodurch ggf. auftretende dynamische Betriebsbelastungen in
größerem Maße abgesichert werden können.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel begrenzt. So kann
aufgrund der Innenbohrung 7 der Außendurchmesser d des Schaftabschnittes 5
zumindest im Bereich der Innenbohrung 7 auch größer als der Gewindeabschnitt 4
ausgeführt sein; die Auslegung kann dabei so sein, dass im Querschnitt betrachtet
gleiche Normalspannungen im Werkstoff der Schraube 1 vorliegen.
Claims (7)
1. Schraube mit einer Drehmomenteinleitung durch Innenvielkant, gekennzeichnet
durch einen hohlen Abschnitt (5, 7), durch den hindurch die Drehmomenteinleitung axial
an der Stelle erfolgt, an der die elastischen Verdrillungen von der Drehmomentein
leitungsstelle bis zur Kopfauflage (12) und die elastischen Verdrillungen von der
Drehmomenteinleitungsstelle bis zur axialen Mitte des tragenden Gewindes (11) im
wesentlichen gleich sind.
2. Schraube nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser
(d) des Schaftabschnittes (5) mit dem Nenndurchmesser übereinstimmt.
3. Schraube nach Anpruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der
Drehmomenteinleitungsstelle (t) länger als nach herkömmlicher Norm ist.
4. Schraube nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, dass der Innendurchmesser (d2) des hohlen Schaftabschnittes (5) 0,7d
beträgt.
5. Schraube nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Längen (l2 und l1) mit den Durchmessern (d2) und (d) so abgestimmt
sind, dass im Querschnitt betrachtet gleiche Normalspannungen auftreten.
6. Schraube nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, dass die Drehmomenteinleitung durch Torx (z. B. nach ISO/DIS 14579) erfolgt.
7. Verwendung einer Schraube nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche an einer Schraubverbindung mit streckgrenzgesteuertem Anziehen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000136596 DE10036596C2 (de) | 2000-07-27 | 2000-07-27 | Verwendung einer Dehnschraube |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE2000136596 DE10036596C2 (de) | 2000-07-27 | 2000-07-27 | Verwendung einer Dehnschraube |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10036596A1 true DE10036596A1 (de) | 2002-02-14 |
| DE10036596C2 DE10036596C2 (de) | 2002-09-26 |
Family
ID=7650400
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000136596 Expired - Lifetime DE10036596C2 (de) | 2000-07-27 | 2000-07-27 | Verwendung einer Dehnschraube |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10036596C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE10312147A1 (de) * | 2003-03-17 | 2004-10-07 | Pfisterer Kontaktsysteme Gmbh & Co. Kg | Befestigungsmittel, insbesondere Abreißschraube, und zugehörige Schraubverbindungsklemme |
| WO2007138061A1 (de) * | 2006-05-26 | 2007-12-06 | Abc Umformtechnik Gmbh & Co. Kg | Befestigungsanordnung für dynamisch belastete bauteile |
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- 2000-07-27 DE DE2000136596 patent/DE10036596C2/de not_active Expired - Lifetime
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE10036596C2 (de) | 2002-09-26 |
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