DE10038480C2 - Fräser zum Abtragen von Gewebe - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Fräser zum Abtragen von Gewebe, mit
einem Fräserkopf, einem den Fräserkopf tragenden Fräserschaft, mit dem der
Fräserkopf drehfest verbunden ist, und einem den Fräserschaft antreibenden
Antrieb.
Fräser dieser Art werden in der Chirurgie eingesetzt, um knöchernes oder
knorpeliges Gewebe abzutragen. Dabei kann eine mit Fräselementen besetzte,
über ein Gestänge ein- und ausschwenkbare Lamelle im Betrieb exzentrisch zum
Fräserschaft angeordnet sein bzw. in diese Position ausgeschwenkt werden (DE 38 40 466 A1).
Damit wird erreicht, dass die Lamelle bei jedem Umlauf über
eine definierte Winkelstrecke radial nach außen vorstehend wirksam wird und
Gewebe abtragen kann. Bei derartigen Fräsern entsteht jedoch eine nicht un
erhebliche Unwucht, die die Bearbeitungsgenauigkeit beeinträchtigt. Ferner sind
die effektiven Wirkbereiche des Fräsers nur schwer genau festzulegen, so dass
auch insofern die Genauigkeit des Gewebeabtrags begrenzt ist. Das gilt sinn
gemäß auch für Knochenfräsen (DE 38 08 410 C2), bei denen Messer in einer
Führung radial mittels einer Nockenscheibe unterschiedlich weit verstellt
werden können, so dass auch eine nicht rotationssymetrische Ausnehmung in
einen Knochen eingearbeitet werden kann. Allerdings sind solche Knochen
fräsen nicht dazu geeignet, nur Gewebe von der Knochenoberfläche zu entfer
nen.
Aus der WO 93/09731 A1 ist ein chirurgisches Werkzeug zum Abrunden der
Kante eines in einen Knochen gebohrten Loches beschrieben. Dieses Werkzeug
weist einen Fräserkopf auf, der konzentrisch auf einem Schaft angeordnet ist.
Dieser ist von einer ersten Hülse umgeben. Das Werkzeug hat außerdem eine
zweite Hülse, die parallel zu ihrer Längsachse eine Nut aufweist, in welcher die
erste Hülse beim Betrieb aufgenommen wird, so dass der Fräserkopf in eine in
Bezug zu der bereits vorhandenen Bohrung exzentrische Lage kommt.
Bei einem solchen Werkzeug bzw. Fräser müssen die zweite Hülse und die im
Knochen befindliche Bohrung in Bezug auf ihren jeweiligen Durchmesser
aufeinander abgestimmt sein, um einen in sich geschlossenen Führungskanal für
die erste Hülse bilden zu können. Hieraus folgt. dass dieses bekannte Werkzeug
im Hinblick auf seinen Anwendungsbereich eingeschränkt ist, da man insofern
auf eine vorab im Knochen geschaffene Bohrung angewiesen ist. Deshalb läßt
sich dieses Werkzeug nicht allgemein zum Abtragen von Gewebe in einer
Körperhöhle, wie beispielsweise einem Gelenkraum, verwenden, die bzw. der
keine mit der vorerwähnten Bohrung vergleichbare zylindrische Öffnung dar
stellt. Jedenfalls ist ein seitlich über seine gesamte Länge offener Führungskanal
nicht geeignet, um ein Werkzeug sicher zu führen. Ein unbeabsichtigtes Aus
treten des Werkzeugs aus der seitlich offenen Führung könnte nämlich bei
Anwendung in einer Körperhöhle nicht wirksam verhindert werden und zu
Verletzungen führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fräser der eingangs genannten
Art derart weiterzuentwickeln, dass die Sicherheit und Genauigkeit bei seiner
Anwendung erhöht werden und der Gewebeabtrag mit hoher Präzision erfolgen
kann. Ferner soll die Effizienz des Abtrags verbessert werden sowie der Arbeits
bereich des Fräsers genau einstellt werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist der Fräser erfindungsgemäß gekennzeichnet
durch eine erste verdrehbare Hülse, die eine Innenbohrung aufweist, die exzen
trisch zur Mittelachse dieser Hülse angeordnet ist, und durch eine zweite fest
stehende Hülse, die in der Innenbohrung der ersten Hülse angeordnet ist und die
für den Durchtritt des Fräserschaftes eine Innenbohrung aufweist, die exzen
trisch zur Mittelachse der zweiten Hülse angeordnet ist.
Durch die Anordnung zweier Hülsen mit jeweils exzentrischer Bohrung für die
radiale Lagerung des Fräserschaftes wird in einfacher Weise erreicht, dass durch
Verdrehung der beiden Hülsen relativ zueinander der Fräserkopf hinsichtlich
seines radialen Überstandes über den Außenumfang der äußeren Hülse hinaus
einfach und genau stufenlos eingestellt werden kann. Die effektive Wirkung des
Fräserkopfes beim Gewebeabtrag ist damit genau einstellbar.
Die Handhabung des Fräsers vereinfacht sich dadurch, dass die zweite Hülse
drehfest mit dem Antrieb bzw. dessen Gehäuse verbunden ist. Weiterhin wird
die erste Hülse bevorzugt mit einer verdrehbaren Handhabe drehfest verbunden;
mit letzterer kann die wirksame Exzentrizität des Fräserkopfes einfach einge
stellt werden.
Weiterhin sind die Exzentrizität der Innenbohrung der ersten Hülse und die
Exzentrizität der Innenbohrung der zweiten Hülse gleich groß. Damit wird
erreicht, dass durch entsprechende Verdrehung der beiden Hülsen zueinander
bzw. der ersten Hülse relativ zur feststehenden zweiten Hülse der exzentrische
Überstand des Fräserkopfes von Null bis zu einem Maximalwert eingestellt
werden kann.
Bevorzugt ist die zweite Hülse mit ihrem Außendurchmesser mit Spielpassung
in der Innenbohrung der ersten Hülse angeordnet. Weiterhin kann zwischen dem
Außendurchmesser der zweiten Hülse und der Innenbohrung der ersten Hülse
eine Gleitlagerung angeordnet oder dieser Bereich als Gleitlagerung ausgebildet
sein.
Fertigungs- und montagetechnisch ergibt sich eine einfache Ausgestaltung, wenn
Fräserkopf und Fräserschaft einteilig ausgebildet sind. Ferner kann der Fräser
schaft mit der Antriebswelle mittels einer formschlüssigen Verbindung verbun
den sein. Schließlich kann der Fräserschaft mit der Antriebswelle außerdem
mittels einer Schnappverbindung verbunden werden.
Zur Verringerung des Gewichts des Fräsers wird die erste und/oder zweite Hülse
im Wesentlichen nur in dem dem Fräserkopf benachbarten Bereich als massives
Bauteil ausgebildet sein und in dem dem Antrieb benachbarten Bereich als
hohles Bauteil.
In der Zeichnung ist ein nachfolgend beschriebenes Ausführungsbeispiel der
Erfindung dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 den Fräser ohne eingestellte Exzentrizität und
Fig. 2 den Fräser mit eingestellter Maximalexzentrizität des Fräser
kopfes gegenüber der Außenhülse.
In Fig. 1 ist ein Fräser 1 zu sehen, der einen Antrieb 4 aufweist, der über einen
Fräserschaft 3 den Fräserkopf 2 antreibt. Der Fräserschaft 3 wird in einem
System zweier Hülsen 5 und 8 geführt. Die erste Hülse 5 weist dabei eine
Innenbohrung 6 auf, in der die zweite Hülse 8 aufgenommen ist. Die zweite
Hülse 8 wiederum hat eine Innenbohrung 9, die für den Durchtritt und die
Lagerung des Fräserschaftes 3 dient.
Sowohl die erste Hülse 5 als auch die zweite Hülse 8 tragen ihre jeweilige
Innenbohrung 6 bzw. 9 exzentrisch, das heißt, die Bohrungsachsen sind nicht
identisch mit der Mittelachse 7 bzw. 10 der jeweiligen Hülse 5 und 8. In Fig. 2
ist zu erkennen, dass die Innenbohrung 6 in der ersten Hülse 5 mit der Exzen
trizität e1 eingebracht ist, während die zweite Hülse 8 ihre Innenbohrung 9 mit
der Exzentrizität e2 trägt.
In der in Fig. 2 dargestellten Position der beiden Hülsen 5 und 8 zueinander
ergibt sich damit als Gesamtexzentrizität der Achse des Fräserkopfes 2 bzw.
Fräserschaftes 3 gegenüber der Mittelachse 7 der ersten Hülse 5 ein Wert von e
= e1 + e2.
Dem gegenüber ist in Fig. 1 die erste Hülse 5 relativ zur zweiten Hülse 8 so
verdreht bzw. eingestellt, dass sich keine Exzentrizität des Fräserkopfes 2 relativ
zur Mittelachse 7 der ersten Hülse 7 ergibt. Dies wird dadurch erreicht, dass
beide Exzentrizitäten e1, e2 gleich groß sind, die Hülsen 5 und 8 zueinander
jedoch so verdreht sind, dass sich beide Exzentrizitäten aufheben und die
Mittelachse des Fräserschaftes 3 identisch mit der Mittelachse 7 der ersten Hülse
5 ist. Damit ergibt sich kein exzentrischer Lauf des Fräserkopfes 2 relativ zur
ersten Hülse 5.
Durch Drehung der Handhabe 11, die mit der ersten Hülse 5 drehfest verbunden
ist, kann somit stufenlos eine Exzentrizität zwischen Null und e eingestellt
werden, womit der Fräser 1 an die jeweiligen Arbeitsbedingungen angepasst
werden kann.
Der Fräser 1 eignet sich bevorzugt, um knorpeliges oder knöchernes Gewebe im
Bereich der Wirbelsäule abzutragen. Dies gilt besonders für den endoskopischen
Einsatz des Fräsers. Hier kommt es speziell auf einen genauen Abtrag an. Es
liegt ein unwuchtfreier Lauf des Fräsers vor, und die Einstellung der benötigen
Arbeitsexzentrizität bzw. Arbeitstiefe kann stufenlos, exakt und auf einfache Art
und Weise erfolgen.
Claims (10)
1. Fräser (1) zum Abtragen von Gewebe, mit einem Fräserkopf (2), einem
den Fräserkopf (2) tragenden Fräserschaft (3), mit dem der Fräserkopf (2)
drehfest verbunden ist, und einem den Fräserschaft (3) antreibenden Antrieb (4),
gekennzeichnet durch eine erste verdrehbare Hülse (5), die eine Innenbohrung
(6) aufweist, die exzentrisch (e1) zur Mittelachse (7) dieser Hülse (5) angeordnet
ist, und eine zweite feststehende Hülse (8), die in der Innenbohrung (6) der
ersten Hülse (5) angeordnet ist und die für den Durchtritt des Fräserschaftes (3)
eine Innenbohrung (9) aufweist, die exzentrisch (e2) zur Mittelachse (10) der
zweiten Hülse (8) angeordnet ist.
2. Fräser nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Hülse
(8) drehfest mit dem Gehäuse des Antriebs (4) verbunden ist.
3. Fräser nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste
Hülse (5) mit einer verdrehbaren Handhabe (11) fest verbunden ist.
4. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Exzentrizität (e1) der Innenbohrung (6) der ersten Hülse (5) und die Exzen
trizität (e2) der Innenbohrung (9) der zweiten Hülse (8) gleich groß sind.
5. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Hülse (8) mit ihrem Außendurchmesser mit Spielpassung in der
Innenbohrung (6) der ersten Hülse (5) angeordnet ist.
6. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Außendurchmesser der zweiten Hülse (8) und der Innenbohrung
(6) der ersten Hülse (5) eine Gleitlagerung vorgesehen ist.
7. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass
Fräserkopf (2) und Fräserschaft (3) einteilig ausgebildet sind.
8. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
der Fräserschaft (3) mit der Welle des Antriebs (4) mittels einer formschlüssigen
Verbindung verbunden ist.
9. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
der Fräserschaft (3) mit der Welle des Antriebs (4) mittels einer Schnapp
verbindung verbunden ist.
10. Fräser nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Hülse (5) und die zweite (8) Hülse im Wesentlichen nur in dem dem
Fräserkopf (2) benachbarten Bereich als massives Bauteil ausgebildet sind und
in dem dem Antrieb (4) benachbarten Bereich als hohles Bauteil.
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