DE10041989A1 - Fehlertolerante Sensorik - Google Patents
Fehlertolerante SensorikInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine fehlertolerante Sensorik (1), umfassend einen n-fach-Sensor (2), mindestens eine redundante Auswerteelektronik (6-8) und mindestens zwei unabhängige Spannungsversorgungen (12, 13), wobei jeder Sensor (3-5) des n-fach-Sensors (2) eine redundante Spannungsversorgung aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft eine fehlertolerante Sensorik mit einer redundanten
Spannungsversorgung.
In sicherheitsrelevanten Systemen wie beispielsweise brake- oder steer-by-wire Systemen
in Kraftfahrzeugen werden eine Vielzahl von Komponenten redundant ausgebildet, um
auch bei einfachen Ausfällen zumindest das System in einem sicheren Zustand zu
überführen.
Aus der DE 198 32 167 ist ein elektromechanisches Bremssystem, insbesondere für
Kraftfahrzeuge, bekannt, mit einem Pedalmodul zum redundanten Erfassen einer
Fahrerbetätigung eines Bremspedals mittels einer geeigneten Sensorik, einer Einrichtung
zum Ermitteln eines Bremssollwertes, basierend auf Ausgangssignalen der Sensorik,
zumindest einem Bremsmodul zum Ansteuern von zumindest einer Radbremse, basierend
auf dem Bremssollwert, und einer Datenübertragungseinheit, die redundant ausgeführt ist
und eine Datenverbindung zwischen dem Pedalmodul, der Einrichtung und dem
Bremsmodul herstellt, wobei die Einrichtung eine Fehlererkennungsschaltung aufweist, die
einen Fehler bei der Ermittlung des Bremssollwertes erkennt. Die Sensorik umfasst dabei
drei Sensoren, die gegebenenfalls auf unterschiedlichen Prinzipien beruhen. So wird
beispielsweise vorgeschlagen, zwei Wegsensoren und einen Kraftsensor zu verwenden.
Die Ausgangssignale der drei Sensoren werden dann entweder auf zwei redundante A/D-
Wandler gegeben oder aber jedem Sensor wird ein eigner A/D-Wandler zugeordnet. Weiter
umfasst das System zwei unabhängige Spannungsversorgungen. Bei der Ausführung mit
zwei A/D-Wandlern wird jedem A/D-Wandler eine Spannungsversorgung zugeordnet. Die
Spannungsversorgung der drei unabhängigen Sensoren wird nicht näher beschrieben.
Nachteilig an den bekannten Sensorik-Systemen ist, dass sie aufgrund der Redundanzen
relativ teuer sind und relativ viel Bauraum benötigen.
Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, eine fehlertolerante Sensorik
zu schaffen, die bei vergleichbarer Auflösung kostengünstiger und kompakter aufbaubar ist.
Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch den Gegenstand mit den
Merkmalen des Patentanspruchs 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Hierzu umfasst die fehlertolerante Sensorik einen n-fach-Sensor, wobei dem n-fach-Sensor
mindestens eine redundante Auswerteelektronik zugeordnet ist. Des weiteren umfasst die
fehlertolerante Sensorik mindestens zwei unabhängige Spannungsversorgungen, wobei
jeder Sensor des n-fach-Sensors eine redundante Spannungsversorgung aufweist. Dabei
wird unter einem n-fach-Sensor eine Sensorik mit n gleichen Sensoren verstanden, die im
äquidistanten Abstand zueinander angeordnet sind. Die unabhängig voneinander erfassten
Sensorsignale werden zu einem Gesamtsignal kombiniert, wobei die Auflösung eines
einzelnen Sensors um den Faktor n erhöht wird. Derartigen-fach-Sensoren sind
beispielsweise zur genaueren Winkellagebestimmung bei rotierenden Geräten bekannt.
Daher kann die Auflösung eines Sensors des n-fach-Sensors auf 1/n-tel der Auflösung der
Sensoren gemäß dem Stand der Technik reduziert werden, ohne dass insgesamt ein
Verlust an Auflösung auftritt. Bei Ausfall eines Sensors des n-fach-Sensors kommt es zwar
zu einem Auflösungsverlust, jedoch nicht zu einem Totalausfall. Derartige kurzzeitige
Auflösungsverluste sind jedoch auch bei sicherheitsrelevanten Systemen hinnehmbar,
solange nur gewährleistet ist, dass das System in einen sicheren Zustand kontrolliert
überführbar ist. Im Gegensatz zum Stand der Technik muss jedoch der n-fach-Sensor eine
redundante Spannungsversorgung aufweisen, da ansonsten der Ausfall der
Betriebsspannung zum Totalausfall der Sensorik führen würde. Die redundante
Auswerteelektronik wird dabei entweder durch zwei zentrale Auswerteelektroniken gebildet,
die jeweils mit allen Sensoren verbunden sind oder aber jedem Sensor wird seine eigene
Auswerteelektronik zugeordnet, die dann untereinander kommunizieren. Die
zusammengefaßten Daten der Auswerteelektroniken werden dann an Aktuatoren oder
Steuergeräte übertragen, wobei diese Übertragungsstrecken vorzugsweise ebenfalls
redundant ausgebildet sind.
Die redundante Spannungsversorgung der Sensoren des n-fach-Sensors ist auf vielfältige
Art und Weise realisierbar.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform umfasst jede Auswerteelektronik eine
redundante Spannungsversorgung, wobei dann jede Auswerteelektronik ihren
zugeordneten Sensor mit Spannung versorgt. Dabei können die Spannungsversorgungen
der Auswerteelektroniken von einander unabhängig ausgebildet sein oder aber die zwei
Spannungsversorgungen versorgen redundant alle Auswerteelektroniken.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die erste Spannungsversorgung mit
allen Sensoren über eine dem jeweiligen Sensor zugeordnete erste Diode und die zweite
Spannungsversorgung mit allen Sensoren über eine dem jeweiligen Sensor zugeordnete
zweite Diode verbunden, wobei die Kathoden der jeweils ersten und zweiten Dioden
miteinander verbunden sind. Die Dioden verhindern, dass bei Auftreten eines
Kurzschlusses in einer Spannungsversorgung die andere Spannungsversorgung
kurzgeschlossen wird.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist zwischen den Anoden der ersten Dioden
und der ersten Spannungsversorgung und den Anoden der zweiten Dioden und der zweiten
Spannungsversorgung jeweils eine Sicherung angeordnet. Diese Sicherungen verhindern
bei Kurzschluss eines Sensors den Kurzschluss zwischen der ersten und zweiten
Spannungsversorgung.
Die erste und zweite Spannungsversorgung sind vorzugsweise als externe Batterien
ausgebildet.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die erste Spannungsversorgung als
externe Batterie und die zweite Spannungsversorgung als lokaler Energiespeicher im
n-fach-Sensor ausgebildet, die über eine Diode miteinander verbunden sind. Dabei bewirkt
die Diode eine Ladestrecke zwischen der externen Batterie und dem lokalen
Energiespeicher, der vorzugsweise als Kondensator oder Akkumulator ausgebildet ist. Bei
einem starken Spannungsabfall bzw. einem Kurzschluss der ersten Spannungsversorgung
sperrt die Diode und entkoppelt so die erste Spannungsversorgung von dem lokalen
Energiespeicher.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher
erläutert. Die Figur zeigen:
Fig. 1 ein Prinzipschaltbild einer fehlertoleranten Sensorik mit einem n-fach-Sensor
und einer redundanten Spannungsversorgung,
Fig. 2 ein Prinzipschaltbild eines n-fach-Sensors mit zwei externen
Spannungsversorgungen und
Fig. 3 ein Prinzipschaltbild eines n-fach-Sensors mit einer externen
Spannungsversorgung und einem internen lokalen Energiespeicher.
Die fehlertolerante Sensorik 1 umfasst einen n-fach-Sensor 2 mit drei Sensoren 3-5. Jedem
Sensor 3-5 ist eine Auswerteelektronik 6-8 zugeordnet, die über eine Datenleitung 9
Signale von dem zugeordneten Sensor erhält. Die Datenleitungen 9 können dabei auch
redundant ausgebildet sein. Zwischen den Auswerteelektroniken 6-8 sind Datenleitungen
10, 11 angeordnet, über die die Auswerteelektroniken 6-8 die empfangenen Sensordaten
austauschen können. Die Datenleitungen 10, 11 können auch durch ein Bussystem ersetzt
werden, an dem alle Auswerteelektroniken 6-8 angeschlossen sind. Das Bussystem kann
dabei ebenfalls redundant ausgebildet sein. Den Auswerteelektroniken 6-8 sind jeweils zwei
unabhängige Spannungsversorgungen 12, 13 zugeordnet, die die Auswerteelektroniken
6-8 redundant mit Spannung versorgen. Dabei können zwei unabhängige
Spannungsversorgungen 12, 13 jeweils für alle Auswerteelektroniken 6-8 verwendet
werden oder aber jeder Auswerteelektronik 6-8 jeweils zwei unabhängige
Spannungsversorgungen zugeordnet werden. Jede Auswerteelektronik 6-8 versorgt dann
den ihr zugeordneten Sensor 3-5 redundant mit Spannung. Dies kann konkret auf
verschiedene Arten realisiert werden. Hat der jeweilige Sensor 3-5 zwei Eingänge für eine
Spannungsversorgung, so kann von den Spannungsversorgungen 12, 13 jeweils eine
Zuleitung zu den Eingängen des Sensors 3-5 geführt sein. Alternativ können die beiden
Versorgungsleitungen in der Auswerteelektronik oder in dem Sensor 3-5 bzw. im n-fach-
Sensor zusammengefasst werden. Letzteres wird später anhand der Fig. 2 näher erläutert.
Zunächst soll die prinzipielle Wirkungsweise des n-fach-Sensors 2 am Beispiel eines
optischen Längenmesssystems erklärt werden. Das Längenmesssystem umfasst ein
Maßband 14, das Markierungen 15 im äquidistanten Abstand a zueinander aufweist. Die
Sensoren 3-5 sind beispielsweise als optische Detektoren zur Erfassung der Markierungen
15 ausgebildet und in einem äquidistanten Abstand von aln-tel zueinander angeordnet,
wobei a der Abstand zwischen zwei Markierungen 15 und n die Gesamtzahl der Sensoren
3-5 des n-fach-Sensors 2 ist. Dabei sei weiter angenommen, dass zwischen Maßband 14
und dem n-fach-Sensor 2 eine Relativbewegung stattfindet. Dabei ist die Auflösung jedes
Sensors 3-5 gleich dem Abstand a zwischen zwei Markierungen 15. Da jedoch die
Sensoren 3-5 räumlich versetzt zueinander angeordnet sind, erfassen diese versetzt
zueinander die Markierungen 15, nämlich jeweils nach aln-tel. Werden nun die Signale der
Sensoren 3-5 kombiniert, so ergibt sich eine n-fache Vergrößerung der Gesamtauflösung
gegenüber dem einzelnen Sensor 3-5. Die Kombination der Signale kann dabei entweder
über den Datenaustausch über die Datenleitungen 10, 11 erfolgen bzw. das erwähnte
Bussystem, oder aber indem jede Auswerteelektronik 6-8 von jedem Sensor 3-5 Signale
erhält. Dabei kann weiter vorgesehen sein, dass nur eine einzige redundant ausgebildete
Auswerteeinheit vorhanden ist, die die Signale aller Sensoren 3-5 auswertet.
Wird nun diese fehlertolerante Sensorik 1 in einem sicherheitsrelevanten System wie
beispielsweise zur Lageregelung eines Kraftfahrzeuges oder einer elektromechanischen
Bremsanlage in einem Kraftfahrzeug eingesetzt, so führt der Ausfall eines oder mehrerer
Sensoren 3-5 zwar zu einem Verlust an Auflösung, jedoch nicht zu einem Totalausfall. Bei
einer Lageregelung würde beispielsweise der Ausfall eines Sensors 3-5 zu einem
Brummen, Vibrieren und schließlich zum Schlackern führen, dennoch könnte das
Kraftfahrzeug noch in einem sicheren Zustand überführt werden. Aufgrund der redundanten
Spannungsversorgung 12, 13 ist dabei gewährleistet, dass jeweils ein Einzel-Ausfall nicht
zu einem Totalausfall der fehlertoleranten Sensorik 1 führen kann.
In der Fig. 2 ist ein n-fach-Sensor mit zwei unabhängigen Spannungsversorgungen 12, 13
dargestellt. Zwischen der ersten Spannungsversorgung 12 und den Sensoren 3-5 sind
jeweils erste Sicherungen 16-18 und erste Dioden 19-21 angeordnet. Zwischen der zweiten
Spannungsversorgung 13 und den Sensoren 3-5 sind jeweils zweite Sicherungen 22-24
und zweite Dioden 25-27 angeordnet. Die Anoden der ersten und zweiten Dioden jedes
Sensors 3-5 sind miteinander verbunden und versorgen den Sensor 3-5 mit Spannung. Die
ersten und zweiten Dioden 19-21, 25-27 bewirken eine Entkopplung der ersten und zweiten
Spannungsversorgung 12, 13 voneinander, so dass ein Kurzschluss der einen
Spannungsversorgung keinen Einfluss auf die andere Spannungsversorgung hat. Die
ersten und zweiten Sicherungen 16-18, 22-24 verhindern dass ein Kurzschluss in einem
Sensor 3-5 zu keinem Kurzschluss in den Spannungsversorgungen 12, 13 führt. Weist
beispielsweise der Sensor 3 einen Kurzschluss auf, so müsste die gesamte
Betriebsspannung über die Sicherung und Diode 16, 19 bzw. 22, 25 anfallen. Dies ist
jedoch durch die maximale Flussspannung der Dioden 19, 25 begrenzt, so dass die
Spannung auf 0,7-0,8 V zusammenbrechen würde. Zuvor sprechen dann die Sicherungen
16, 22 an, so dass der Sensor 3 abgetrennt wird.
In der Fig. 3 ist eine alternative Ausführungsform dargestellt, wobei die zweite externe
Spannungsversorgung 13 gemäß Fig. 2 durch einen internen lokalen Kondensator 28
ersetzt wird, der über eine Diode 29 mit der ersten Spannungsversorgung 12 verbunden ist.
1
fehlertolerante Sensorik
2
n-fach-Sensor
3-5
Sensor
6-8
Auswerteelektronik
9-11
Datenleitungen
12
,
13
Spannungsversorgungen
14
Maßband
15
Markierungen
16-18
Sicherungen
19-21
Dioden
22-24
Sicherungen
25-27
Dioden
28
Kondensator
29
Diode
Claims (7)
1. Fehlertolerante Sensorik (1), umfassend einen n-fach-Sensor (2), mindestens eine
redundante Auswerteelektronik (6-8) und mindestens zwei unabhängige
Spannungsversorgungen (12, 13), wobei jeder Sensor (3-5) des n-fach-Sensors (2)
eine redundante Spannungsversorgung aufweist.
2. Fehlertolerante Sensorik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jede
Auswerteelektronik (6-8) mit einer redundanten Spannungsversorgung (12, 13)
ausgebildet ist, über die der jeweils zugeordnete Sensor (3-5) mit Spannung
versorgbar ist.
3. Fehlertolerante Sensorik nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste
Spannungsversorgung (12) mit allen Sensoren (3-5) über eine dem jeweiligen
Sensor (3-5) zugeordnete erste Diode (19-21) und die zweite Spannungsversorgung
(13) mit allen Sensoren (3-5) über eine dem jeweiligen Sensor (3-5) zugeordnete
zweite Diode (25-27) verbunden sind, wobei die Kathoden der jeweils ersten und
zweiten Diode (19-21, 25-27) mit dem Eingang der Spannungsversorgung der
Sensoren (3-5) verbunden sind.
4. Fehlertolerante Sensorik nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
den Anoden der ersten und zweiten Dioden (19-21, 25-27) und der ersten und
zweiten Spannungsversorgung (12, 13) jeweils eine Sicherung (16-19, 22-24)
angeordnet ist.
5. Fehlertolerante Sensorik nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste und zweite Spannungsversorgung (12, 13) als externe Batterien
ausgebildet sind.
6. Fehlertolerante Sensorik nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Spannungsversorgung als lokaler Energiespeicher im n-fach-Sensor (2)
ausgebildet sind, die über eine Diode (29) miteinander verbunden sind.
7. Fehlertolerante Sensorik nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der lokale
Energiespeicher als Kondensator (28) ausgebildet ist.
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