DE10052013A1 - Vorrichtung und Verfahren zum Verhindern von Wicklern in einer Rollenrotationsdruckmaschine - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Verhindern von Wicklern in einer RollenrotationsdruckmaschineInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern (50, 150, 250, 350) in einer einen Zylinder (22) mit einer Mantelfläche aufweisenden Rollenrotationsdruckmaschine, welche sich durch einen Sensor (120, 121, 122, 123, 124) zum Erfassen eines Bahnrisses in der Rollenrotationsdruckmaschine und ein Rakelmesser (52) auszeichnet, das von dem Sensor (120, 121, 122, 123, 124) gesteuert wird, wobei das Rakelmesser (52) im Normalbetrieb eine erste Position einnimmt, in der es von der Mantelfläche des Zylinders (22) abgestellt ist, und im Falle eines Bahnrisses eine zweite Position einnimmt, in der es an die Mantelfläche des Zylinders (22) angestellt ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Verhindern eines Wicklers in einer einen Zylinder (22) aufweisenden Rollenrotationsdruckmaschine, dass sich durch die Verfahrensschritte Erfassen eines Bahnrisses und Bewegen eines Rakelmessers in eine Anstell-Position an den Zylinder (22) im Falle eines Bahnrisses auszeichnet.
Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Verhindern
von Wicklern einer gerissenen Materialbahn um einen Zylinder einer
Rollenrotationsdruckmaschine, gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 und 14.
In Rollenrotationsdruckmaschinen werden kontinuierliche Materialbahnen, beispielsweise
Papierbahnen bedruckt. In US 5,429,048 ist eine Rollenrotations-Offsetdruckmaschine mit
einer Reihe von Druckwerken beschrieben, durch welche eine zu bedruckende
Materialbahn läuft. Jedes der Druckwerke umfasst einen Plattenzylinder, einen
Gummituchzylinder und einen Gegendruckzylinder, der ein zweiter Gummituchzylinder
sein kann. Eine bebilderte Druckplatte ist auf dem Plattenzylinder befestigt und ein
spaltloses, hülsenförmiges Gummituch ist auf den Gummituchzylinder aufgeschoben.
Während des Druckens bewegt sich die Bahn zwischen dem Gummituchzylinder und dem
Gegendruckzylinder und anschließend durch einen Trockner hindurch, bevor sie weiter
verarbeitet wird.
Beim Betrieb von Rollenrotationsdruckmaschinen kann es aufgrund von
Unvollkommenheiten in der Bahn zu Bahnrissen kommen. Bevor dann die Druckmaschine
gestoppt werden kann, hat sich die gerissene Bahn möglicherweise bereits um einen oder
mehrere Zylinder gewickelt und somit einen sogenannten Wickler erzeugt. Wickler
bedeuten enorme Maschinenstillstandszeiten und somit verlorene Produktionszeit, denn die
auf den Zylinder gewickelte Bahn muss entfernt werden, was oft ein zeitraubender
Vorgang ist. Außerdem kann ein Bahnriss in Rollenrotations-Offsetdruckmaschinen zur
Beschädigung des Gummituchs und auch der Maschine selbst führen.
Insbesondere in Hochgeschwindigkeits-Rollenrotationsdruckmaschinen, die beispielsweise
ca. 610 m (2000 ft) pro Minute drucken, kann sich eine gerissene Bahn schnell um den
Gummituchzylinder wickeln und beträchtlichen Schaden und damit Stillstandszeit
verursachen.
US 5,678,484 offenbart eine Vorrichtung zur Verhinderung von Wicklern für eine
Rollenrotationsdruckmaschine. Diese Vorrichtung ist eine separate Einheit, die hinter
einem letzten Druckwerk und vor einem Trockner platziert ist und einen Bahnriss-Sensor
und Walzen umfasst, um die gerissene Bahn aufzunehmen und zu spannen. Somit wird
vermieden, dass sich die Bahn um den Gummituchzylinder des letzten Druckwerks
wickelt. Die in diesem Patent beschriebene Vorrichtung kann auch als Bahnfänger
bezeichnet werden, weil diese die Bahn nach einem Riss auffängt und somit einen Wickler
um den Gummituchzylinder verhindert.
Bahnfangvorrichtungen haben im allgemeinen den Nachteil, dass sie teuer und kompliziert
sind, anspruchsvolle Elektronik und Wartung erfordern und ihre Zuverlässigkeit
unterschiedlich sein kann. Außerdem können solche Bahnfangvorrichtungen wegen ihrer
Größe normalerweise nur hinter dem letzten Druckwerk und nicht zwischen den
Druckwerken platziert werden und können somit die sich vor dem letzten Druckwerk
befindlichen Druckwerke nicht vor einem Bahnbruch oder mangelnder Bahnspannung
schützen. Bahnfangvorrichtungen können normalerweise auch nicht an einer oberen Bahn
einer Zwei-Bahnen-Inline-Druckmaschine verwendet werden.
US 4,676,159 offenbart eine in eine Papiertransport- oder Führungswalze integrierte
Papierschneidvorrichtung. Während des normalen Druckbetriebs befindet sich die
Papierschneidvorrichtung in einem eingefahrenen Zustand und beeinflusst den Betrieb der
Transport- oder Führungswalze nicht. Wenn ein Bahnriss festgestellt ist, wird die
Papierschneidvorrichtung über den Umfang der Walze hinaus in eine Schneidposition
bewegt, so dass die Bahn geschnitten werden kann. Diese Vorrichtung hat den Nachteil,
dass im Falle einer Fehlfunktion derselben die Bahn während des Druckbetriebs
geschnitten wird. Auch kann es wünschenswert sein, die Bahn nicht an der Stelle zu
schneiden, an welcher diese Vorrichtung die Bahn schneidet. Außerdem hat diese
Vorrichtung den Nachteil, dass sie nicht für einen normalen Gummituch- oder
Plattenzylinder, sondern nur auf einer separaten Transport- oder Führungswalze verwendet
werden kann.
EP 0 442 824 A2 offenbart einen Gummituch-Wickler-Detektor mit einer gezackten Kante,
um die Bahn zu schneiden, falls die Bahn beginnen sollte, sich um das Gummituch zu
wickeln. Mittels einer Schiebestange kann die Bahn gegen die gezackte Kante geschoben
werden. Diese Vorrichtung ist separat von den Druckwerken angeordnet und hat den
Nachteil, dass, wenn die gezackte Kante die Bahn nicht trennen kann, sich der
Gummituchwickler doch vollzieht. Außerdem kann es wünschenswert sein, die Bahn nicht
an der Stelle zu schneiden, an welcher diese Vorrichtung die Bahn schneidet.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine einfache und zuverlässige Vorrichtung
zu schaffen, die zum Verhindern von Wicklern in einer Rollenrotationsdruckmaschine
dient.
Die vorliegende Erfindung sieht eine Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern vor, die
einen Sensor zur Erfassung eines Bahnrisses in einer Rollenrotationsdruckmaschine und
ein von dem Sensor gesteuertes Rakelmesser umfasst, wobei das Rakelmesser eine erste
Position einnimmt, in der es nicht in Kontakt mit der Mantelfläche eines Zylinders der
Druckmaschine steht, und eine zweite Position einnimmt, in der es in Kontakt mit der
Mantelfläche des Zylinders steht. Während des normalen Betriebs befindet sich das
Rakelmesser in seiner ersten Position. Wenn durch den Sensor ein Bahnriss festgestellt
wird, wird das Rakelmesser in seine zweite Position bewegt, in der es an die Mantelfläche
des Zylinders angestellt ist, so dass, wenn die Bahn beginnt, sich um den Zylinder zu
wickeln, diese weg vom Zylinder abgelenkt und somit ein Wickler verhindert wird.
Die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung ermöglicht ein zuverlässiges und leichtes
Verhindern eines Wicklers mittels einer Komponente, die klein genug ist, um neben jedem
Druckwerk innerhalb der Druckmaschine platziert werden zu können. Selbst wenn sich ein
Bahnriss innerhalb eines Druckwerks ereignet, kann ein Wickler vermieden werden. Es ist
weiterhin von Vorteil, dass durch die Vorrichtung gemäß vorliegender Erfindung die Bahn
nicht geschnitten wird.
Das Rakelmesser kann zwischen seiner ersten und zweiten Position durch einen Kolben,
der elektrisch, hydraulisch oder pneumatisch aktiviert werden kann, bewegt werden. Auch
kann das Rakelmesser an der einen Seite eines Dreharms angebracht sein, wobei die andere
Seite des Arms mit zwei Anschlägen versehen ist, um die Bewegung des Arms zu
begrenzen. Für die jeweiligen Anschläge können Stellschrauben vorgesehen sein, so dass
die erste und die zweite Position des Rakelmessers feineingestellt werden können. Die
Einstellung der zweiten Position kann helfen, eine Beschädigung des Gummituchs zu
verhindern.
Die Vorrichtung kann in vorteilhafter Weise in einer Rollenrotations-Offsetdruckmaschine
eingesetzt werden, in welcher diese mit einem Gummituchzylinder, der ein Gummituch
trägt, zusammenwirkt. Es ist besonders vorteilhaft, wenn die Vorrichtung mit einem
spaltlosen Gummituch verwendet wird, da sich dann das Rakelmesser nicht über einen
Spalt bewegen muss, was das Rakelmesser potentiell, jedoch nicht notwendigerweise
beschädigen könnte. Jedoch die Vorrichtung kann auch mit Gummitüchern verwendet
werden, die einen Spalt aufweisen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist auch in besonders vorteilhafter Weise in
Hochgeschwindigkeits-Rollenrotationsdruckmaschinen, z. B. in mit über 610 m/min.
(2000 feet/min.) laufenden Maschinen, verwendbar.
Das Rakelmesser kann vorzugsweise aus Kunststoff hergestellt sein.
In vorteilhafter Weise kann das Rakelmesser auswechselbar in einem Messerhalter
gehalten werden. Der Messerhalter kann eine erste und eine zweite Leiste umfassen, wobei
sich die erste Leiste an einer vom Zylinder entfernten Seite des Rakelmessers befindet.
Vorzugsweise funktioniert der Messerhalter als eine Klemme, die ein Auswechseln des
Rakelmessers ermöglicht. Die zweite Leiste kann eine Breite haben, die sich nahezu über
die gesamte Breite des Rakelmessers erstreckt, um das Rakelmesser zu stützen, wenn
dieses den Zylinder kontaktiert. Die erste und zweite Leiste bestehen vorzugsweise aus
einem harten Material, z. B. aus Metall oder einem harten Polymermaterial. Eine dritte
Leiste des Messerhalters kann als Stütze entlang einer Kante des Rakelmessers vorgesehen
sein und aus dem gleichen Material wie die erste und zweite Leiste bestehen.
Das Rakelmesser kontaktiert in seiner zweiten Position vorzugsweise den
Gummituchzylinder derart, dass sich zwischen dem Rakelmesser und einer Tangente zur
Mantelfläche des Gummituchzylinders ein stumpfer Winkel bildet. Dieser Winkel
begünstigt die Ablenkung der Bahn nach einem Riss.
Das Rakelmesser kann sich in vorteilhafter Weise stromabwärts des Zylinders befinden,
d. h. auf einer Seite des Zylinders platziert sein, wo sich die Bahn durch einen Walzenspalt
bewegt hat, während der Sensor an einer beliebigen Stelle entlang der Bahn angebracht
sein kann.
Ein Rakelmesser-Gehäuse ist vorzugsweise am antriebsseitigen Rahmen eines Druckwerks
angebracht oder integriert, so dass das Gehäuse fest mit dem Rahmen verbunden ist.
Die vorliegende Erfindung sieht auch ein Verfahren zum Verhindern eines Wicklers in
einer Rollenrotationsdruckmaschine vor, welches sich durch das Erfassen, nämlich das
Feststellen eines Bahnrisses und das Bewegen eines Rakelmessers in eine Anstellposition
an einen Zylinder der Rollenrotationsdruckmaschine auszeichnet. Auf diese Weise kann
die gerissene Bahn vom Zylinder abgelenkt werden.
Die Erfindung wird in der folgenden Beschreibung eines bevorzugten
Ausführungsbeispiels im Zusammenhang mit den beigefügten, nachstehend aufgeführten
Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Druckwerks einer Rollenrotations-Offsetdruckmaschine
und eine Ausführungsform einer Vorrichtung zum Verhindern eines Wicklers
gemäß der vorliegenden Erfindung, wobei sich die Vorrichtung in einer
abgestellten Position befindet;
Fig. 2 eine Ansicht gemäß Fig. 1, jedoch mit der Vorrichtung zum Verhindern eines
Wicklers in einer angestellten Position;
Fig. 3 eine Vorderansicht der in Fig. 1 gezeigten erfindungsgemäßen Ausführungsform,
und zwar an dem antriebsseitigen Rahmen eines Druckwerks befestigt; und
Fig. 4 eine Vierfarben-Rollenrotations-Offsetdruckmaschine mit vier Druckwerken,
wobei jedes Druckwerk eine zugeordnete Vorrichtung zum Verhindern eines
Wicklers aufweist.
Fig. 1 und 2 zeigen eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung. Schematisch dargestellt ist ein Druckwerk 1 einer
Offsetdruckmaschine mit einer zugeordneten Vorrichtung 50 zum Verhindern eines
Wicklers. Das Druckwerk 1 umfasst einen oberen Plattenzylinder 10, einen oberen
Gummituchzylinder 12, einen unteren Gummituchzylinder 22 und einen unteren
Plattenzylinder 20. Während des Druckbetriebs des Druckwerks 1 bewegt sich eine
Materialbahn, wie z. B. Papier, durch einen von dem oberen Gummituchzylinder 12 und
dem unteren Gummituchzylinder 22 gebildeten Spalt und folgt einem
Weiterbearbeitungspfad 8.
Während des Druckbetriebs wird Farbe auf die Plattenzylinder 10 und 20 aufgetragen,
welche die Farbe in Entsprechung des zu druckenden Bildes auf die jeweiligen
Gummituchzylinder 12 und 22 übertragen wird. Das Bild wird dann auf die Bahn gedruckt,
während diese sich durch den Walzenspalt bewegt. Fig. 1 zeigt ein Offset-Druckwerk für
zweiseitiges Bedrucken der Bahn. Die Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern der
vorliegenden Erfindung kann jedoch z. B. auch in Druckwerken für einseitiges Drucken
oder in Non-Offset-Druckwerken verwendet werden.
Die Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern umfasst ein Rakelmesser 52, das fest in
einem Halter 60 gehalten wird, der eine Hinterleiste 62, eine Vorderleiste 64 und eine
Bodenleiste 66 aufweist. Der Halter funktioniert vorzugsweise als eine Klemme, die das
Rakelmesser 52 zwischen der Hinterleiste 62 und der Vorderleiste 64 klemmt, wobei die
Hinterleiste 62 und die Vorderleiste 64 bezüglich einander bewegbar sind, so dass das
Rakelmesser 52 mühelos entfernt und ersetzt werden kann.
Der Halter 60 ist auf der einen Seite, nämlich auf der Halterseite 72 eines drehbaren
Arms 70 befestigt oder in diesen integriert, und der drehbare Arm 70 ist um eine
feststehende Drehachse 78 drehbar. Auf seiner anderen, nämlich auf der
bewegungsbeschränkten Seite 74 des Arms 70 ist dieser zwischen einem Abstell-
Anschlag 80 und einem Anstell-Anschlag 82 beschränkt bewegbar. Der Abstell-
Anschlag 80 kann durch das Ende einer verstellbaren Schraube 84, die in einem Ansatz 85
verstellbar ist, gebildet sein. Der Ansatz 85 kann an einem Gehäuse 90 der Vorrichtung 50
befestigt oder in dieses integriert sein. Das Gehäuse 90 kann mit dem Rahmen des
Druckwerks 1 verbunden oder in dieses integriert sein. Der Anstell-Anschlag 82 kann
durch eine verstellbare Schraube 86, die in einem Ansatz 88 verstellbar ist, gebildet sein.
Ein Kolben 100 ist an seinem einen Ende mit einer Seite des Arms 70 drehbar verbunden,
so dass der Kolben 100 den Arm 70 um die Drehachse 78 bewegen kann. Das andere Ende
des Kolbens 100 ist vorzugsweise an dem Gehäuse 90 drehbar angebracht. Somit kann der
Kolben 100 den Arm 70 auf seiner bewegungsbeschränkten Seite 74 zwischen dem
Abstell-Anschlag 80 und dem Anstell-Anschlag 82 bewegen. Diese zwei Positionen
entsprechen einer abgestellten Position der Vorrichtung 50, in der das Rakelmesser 52 um
einen Spalt 105 vom unteren Gummituchzylinder 22 getrennt ist, wie dies in Fig. 1 gezeigt
ist, und einer angestellten Position, in der das Rakelmesser 52 den Gummituchzylinder 22
an einer Stelle 23 kontaktiert, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist. Der Kolben 100 kann, z. B.
pneumatisch, hydraulisch oder elektrisch betätigt werden. Es ist jedoch auch möglich,
andere Aktivierungsvorrichtungen einzusetzen.
Fig. 3 ist eine schematische Draufsicht der Vorrichtung der Fig. 1, jedoch der
Übersichtlichkeit wegen ohne den Anstell- und Abstell-Anschlag dargestellt. Das
Rakelmesser 52 wird in dem Halter 60 gehalten, der in freischwebender Anordnung mit
dem drehbaren Arm 70 verbunden oder in diesen integriert ist. Die Drehachse 78 kann
unmittelbar mit dem Gehäuse 90 verbunden sein. Ein drehbarer Bolzen 110 verbindet den
Arm 70 mit dem einen Ende des Kolben 100, der mit seinem anderen Ende durch einen
Bolzen 112 an dem Gehäuse 90 drehbar befestigt ist. Der Kolben 100 kann z. B. mit einer
pneumatischen, hydraulischen oder elektrischen Kraftquelle verbunden sein. Anstelle der
freischwebenden Anordnung kann ein gleicher Satz Aktivierungselemente auf der anderen
Seite des Rakelmessers 52 und Halters 60 vorgesehen sein, um eine zusätzliche Stütze zu
schaffen.
Das Rakelmesser ist von einer Länge 130, die mindestens über der Hälfte der Länge,
vorzugsweise der gesamten Länge des zugeordneten Zylinders entspricht.
Fig. 4 zeigt eine Vierfarben-Rollenrotations-Offsetdruckmaschine mit vier Druckwerken 1,
2, 3 und 4. Jedes Druckwerk besitzt in vorteilhafter Weise, jedoch nicht notwendigerweise
eine zugeordnete Vorrichtung 50, 150, 250, 350 zum Verhindern von Wicklern. Ein
Trockner 140 kann hinter dem letzten Druckwerk 4 angeordnet sein.
Ein oder mehrere Bahnriss-Sensoren können an beliebiger Stelle entlang der Bahn
angebracht sein, die einen Bahnriss z. B. durch Verlust an Bahnspannung feststellen
können. Die Sensoren können auf fotoelektrischer Basis funktionieren, z. B. unter Einsatz
von Laser und Fotodetektor. Sie können jedoch auch Kontakt-Sensoren sein oder auf der
Basis anderer Techniken, z. B. unter Einsatz von Infrarotstrahlen einen Bahnriss erfassen.
Wie in Fig. 4 gezeigt ist, sind die Bahnriss-Sensoren 120, 121, 122, 123 und 124 an
verschiedenen Stellen entlang der Bahn vorgesehen. Vorzugsweise ist jeder der Bahnriss-
Sensoren 120, 121, 122, 123 und 124, z. B. elektrisch mit einem jeweiligen
Aktivierungsmechanismus für die Rakelmesser der Vorrichtungen 50, 150, 250 und 350
verbunden. Alle Vorrichtungen sind von gleicher Beschaffenheit wie die im
Zusammenhang mit den Fig. 1, 2 und 3 beschriebene Vorrichtung 50. Falls einer oder
mehrere der Bahnriss-Sensoren 120, 121, 122, 123 oder 124 einen Bahnriss feststellen,
werden alle Aktivierungsvorrichtungen aktiviert, und das Rakelmesser einer jeden
Vorrichtung bewegt sich von der Abstell-Position in die Anstell-Position, wodurch jedes
Gummituch in jedem Druckwerk vor einem Wickler geschützt wird. Alternativ können
eine einzige oder weniger als alle Vorrichtungen zum Verhindern von Wicklern aktiviert
werden, je nach dem an welcher Stelle der Bahnrisses stattfindet, d. h. je nach dem welcher
der Sensoren den Bahnriss feststellt. Wenn z. B. nur vom Bahnriss-Sensor 124 am
Trockner ein Bahnriss festgestellt wird, dann können z. B. nur die Vorrichtung 350 oder
die Vorrichtungen 250 und 350 aktiviert werden.
Wie in Fig. 1 gezeigt ist, folgt die Bahn während des normalen Fortdruckbetriebs einem
Pfad 8, wobei sich die Bahn durch den Spalt, der zwischen dem oberen
Gummituchzylinder 12 und dem unteren Gummituchzylinder 22 gebildet ist, hindurch
bewegt. Sollte von einem Sensor ein Bahnriss z. B. aufgrund mangelnder Bahnspannung
festgestellt werden, wird der Kolben 100 aktiviert und dieser bewegt das Rakelmesser 52 in
den Kontakt mit dem Gummituch 22 an einer Stelle 23, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist. Falls
die Bahn beginnt, sich aufgrund des Bahnrisses um den Zylinder 22 zu wickeln, dann folgt
die Bahn einem alternativen Pfad 9 weg vom Zylinder 22, so dass ein Wickler vermieden
wird. Die Maschine kann dann gestoppt und schnell wieder angefahren werden, sobald die
Bahn erneut gespannt ist.
Die Bezeichnung "Gummituchzylinder" in dieser Beschreibung kann beides bedeuten,
nämlich einen Gummituchzylinderkörper und das eigentliche sich auf dem
Gummituchzylinder befindliche Gummituch. Vorzugsweise sind die Gummitücher des
Druckwerks spaltlose, abnehmbare Gummitücher, welche axial auf den jeweiligen
Gummituchzylinderkörper aufgebracht werden. Solche axial abnehmbaren Gummitücher
und die zugeordneten Gummituchzylinder sind z. B. in US-Patent No. 5,429,048 offenbart.
Die vorliegende Erfindung kann auch für konventionelle, nicht hülsenförmige
Gummitücher angewandt werden, vorausgesetzt, dass das für das Rakelmesser verwendete
Material geeignet ist und die Dimension und Art des zwischen den Enden des flachen
Gummituchs geformten Spalts dies zulassen.
Die Bezeichnung "Plattenzylinder" in dieser Beschreibung bedeutet eine beliebige Art
Druckzylinder, z. B. einen digital bebilderbaren Druckzylinder oder einen einen spaltlosen
Bildträger aufnehmenden Druckzylinder, vorzugsweise nimmt der Plattenzylinder jedoch
eine flache Offsetdruckplatte auf.
Die Bezeichnung "Rollenrotationsdruckmaschine" in dieser Beschreibung umfasst alle
Rollenrotationsdruckmaschinen jeglicher Größe und Art. Der hier erwähnte Kontakt mit
einem Zylinder bedeutet sowohl den eigentlichen physischen Kontakt als auch die
unmittelbare Nähe zum Zylinder, d. h. weniger Abstand vom Zylinder als die Dicke des
verwendeten Bahnmaterials.
Die Bezeichnung "Rakelmesser" in dieser Beschreibung bedeutet eine beliebige längliche
Konstruktion, die geeignet ist, um die Bahn vom Zylinder abzulenken, wenn sich erstere in
Kontakt mit dem Zylinder befindet. Diese Konstruktion umfasst z. B. sowohl ein dünnes
schmales Messer als auch dickere Strukturen mit einer spitz zulaufenden oder einer U-
förmigen Kante.
1
,
2
,
3
,
4
Druckwerke
8
Weiterbearbeitungspfad der Bahn
9
alternativer Pfad der Bahn
10
oberer Plattenzylinder
12
oberer Gummituchzylinder
20
unterer Plattenzylinder
22
unterer Gummituchzylinder
23
Kontaktstelle des Gummituchzylinders
22
50
Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern
52
Rakelmesser
60
Halter
62
Hinterleiste des Halters
60
64
Vorderleiste des Halters
60
66
Bodenleiste des Halters
60
70
Arm
72
Halterseite des Arms
70
74
bewegungsbeschränkte Seite des Arms
70
78
Drehachse des Arms
70
80
Abstell-Anschlag
82
Anstell-Anschlag
84
verstellbare Schraube (Abstell-Anschlag)
85
Ansatz
86
verstellbare Schraube (Anstell-Anschlag)
88
Ansatz
90
Gehäuse der Vorrichtung
50
100
Kolben
105
Spalt
110
Bolzen
112
Bolzen
120
Bahnriss-Sensor für die Vorrichtung
50
121
Bahnriss-Sensor für die Vorrichtung
150
122
Bahnriss-Sensor für die Vorrichtung
250
123
Bahnriss-Sensor für die Vorrichtung
350
124
Bahnriss-Sensor für den Trockner
140
130
Länge des Rakelmessers
140
Trockner
150
Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern
250
Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern
350
Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern
Claims (16)
1. Vorrichtung zum Verhindern von Wicklern (50, 150, 250, 350) in einer einen
Zylinder (22) mit einer Mantelfläche aufweisenden Rollenrotationsdruckmaschine,
gekennzeichnet durch
einen Sensor (120, 121, 122, 123, 124) zum Erfassen eines Bahnrisses in der Rollenrotationsdruckmaschine; und
ein Rakelmesser (52), das von dem Sensor (120, 121, 122, 123, 124) gesteuert wird, wobei das Rakelmesser (52) im Normalbetrieb eine erste Position einnimmt, in der es von der Mantelfläche des Zylinders (22) abgestellt ist, und im Falle eines Bahnrisses
eine zweite Position einnimmt, in der es an die Mantelfläche des Zylinders (22) angestellt ist.
einen Sensor (120, 121, 122, 123, 124) zum Erfassen eines Bahnrisses in der Rollenrotationsdruckmaschine; und
ein Rakelmesser (52), das von dem Sensor (120, 121, 122, 123, 124) gesteuert wird, wobei das Rakelmesser (52) im Normalbetrieb eine erste Position einnimmt, in der es von der Mantelfläche des Zylinders (22) abgestellt ist, und im Falle eines Bahnrisses
eine zweite Position einnimmt, in der es an die Mantelfläche des Zylinders (22) angestellt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass ferner ein mit dem Rakelmesser verbundener Kolben (100) vorgesehen ist, der
von dem Sensor (120, 121, 122, 123, 124) gesteuert wird und das Rakelmesser (52)
zwischen seiner ersten und zweiten Position bewegt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass ferner ein drehbarer Arm (70) vorgesehen ist, der mit dem Rakelmesser (52)
verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und die zweite Position des Rakelmessers (52) von einem Anstell-
Anschlag (82) und einem Abstell-Anschlag (80) bestimmt sind, welche die
Bewegung des Rakelmessers (52) beschränken.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anstell-Anschlag und der Abstell-Anschlag verstellbar sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ferner ein Halter (60) für das Rakelmesser (52) vorgesehen ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Halter (60) als eine Klemme funktioniert.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Länge des Rakelmessers (52) der Länge des Zylinders (22) entspricht.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rakelmesser (52) in seiner zweiten Position an die Mantelfläche des
Gummituchzylinders (22) in einem stumpfen Winkel angestellt ist.
10. Rollenrotationsdruckmaschine mit einem ersten Plattenzylinder (20) und mit einem
ersten eine Mantelfläche aufweisenden Gummituchzylinder (22),
gekennzeichnet durch
eine Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
11. Rollenrotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Gummituchzylinder (22) ein spaltloses Gummituch umfasst, welches
die Mantelfläche des Gummituchzylinders (22) bildet.
12. Rollenrotations-Offsetdruckmaschine nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass ferner ein zweiter Gummituchzylinder (12) vorgesehen ist, der mit dem ersten
Gummituchzylinder (22) einen Spalt bildet, und dass die Vorrichtung zum
Verhindern von Wicklern stromabwärts des Spalts angeordnet ist.
13. Rollenrotations-Offsetdruckmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass diese mindestens zwei Druckwerke (1, 2, 3, 4) umfasst, wobei jedes Druckwerk
(1, 2, 3, 4) eine Vorrichtung zur Verhinderung von Wicklern (50, 150, 250, 350, 120,
121, 122, 123) aufweist.
14. Verfahren zum Verhindern eines Wicklers in einer einen Zylinder (22) aufweisenden
Rollenrotationsdruckmaschine,
gekennzeichnet durch
folgende Verfahrensschritte:
Erfassen eines Bahnrisses; und
Bewegen eines Rakelmessers in eine Anstell-Position an den Zylinder (22) im Falle eines Bahnrisses.
folgende Verfahrensschritte:
Erfassen eines Bahnrisses; und
Bewegen eines Rakelmessers in eine Anstell-Position an den Zylinder (22) im Falle eines Bahnrisses.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
welches ferner den Schritt des Ablenkens der Bahn weg vom Zylinder umfasst.
16. Verfahren nach Anspruch 16,
welches ferner den Schritt des Bedruckens der Bahn bei einer Geschwindigkeit von
610 m/min. (2000 ft/min.) oder mehr umfasst.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US43680999A | 1999-11-09 | 1999-11-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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ID=23733910
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000152013 Withdrawn DE10052013A1 (de) | 1999-11-09 | 2000-10-20 | Vorrichtung und Verfahren zum Verhindern von Wicklern in einer Rollenrotationsdruckmaschine |
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| Country | Link |
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| JP (1) | JP2001171077A (de) |
| DE (1) | DE10052013A1 (de) |
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| DE102015102695A1 (de) * | 2015-02-25 | 2016-08-25 | Manroland Web Systems Gmbh | Strangfangvorrichtung |
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| DE4039108C1 (de) * | 1990-12-07 | 1992-04-16 | Man Roland Druckmaschinen Ag, 6050 Offenbach, De | |
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-
2000
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- 2000-10-20 EP EP00122294A patent/EP1099553A3/de not_active Withdrawn
- 2000-11-06 JP JP2000337388A patent/JP2001171077A/ja active Pending
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| DE102015102695A1 (de) * | 2015-02-25 | 2016-08-25 | Manroland Web Systems Gmbh | Strangfangvorrichtung |
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| EP1099553A2 (de) | 2001-05-16 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |