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Stativanordnung, insbesondere für Röntgeneinrichtungen Für Röntgenzwecke
werden Stative benutzt, um Röntgen röhren oder Hilfsgeräte, z. B. Szhilrmbi;ldtuben,
derart zu haltern, daß die Röntgenröhre oder der Sch.i'rml>i4dtubus im Raum vertikal
und horizontal verstellt werden können. Manchmal sind solche Stative auch mit einem
fahrbaren Fuß und eventuell mit einer zusätzlichen Deckenführung versehen, um sie
noch in einer Richtung längs Laufschienen verschiebbar zu machen. Um eine mühelose
Vertikalbewegung der Last zu ermöglichen, ist ein Ausgleich der zu bewegenden Massen
vorgesehen, entweder durch Gegengewichte oder durch einen Federzugausgleich.
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Ein Beispiel eines solchen bekannten Stativs zur Halterung einer
Röntgenröhre mittels Gegengewichtes ist in Fig. 1 gezeigt. Das Stativ besteht aus
dem fahrbaren Fuß 1, einer hohlen Stativsäule 2, einem längs dieser Säule 2 verschiebbaren
Stativwagen 3 und dem dem Vertikalausgleich dienenden Gegengewicht 4, welches innerhalb
der Säule 2 läuft. Die Verbindung zwischen 3 und 4 wird mittels eines Seiles oder
einer Kette 5 hergestellt, die in dem Stativkopf umgelenkt wirdl. Dieser Stativkopf
besteht aus einer Halterungsplatte 6 mit Lagerböcken 7 und Umlenkrolle 8, die mittels
der Achse 9 in den Lagerböcken 7 gehalten wird. Diese Anordnung ist noch durch eine
Kappe 10 abgedeckt.
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Am Stativwagen 3 ist die zu bewegende Last angebradlit, im dargestellten
Beispiel über ein quer verschiebbares Tragrohr 11 eine Röntgenröhre 12. Diese ist
mit einer Klemmschelle 13 am Tragrohr 11 befestigt.
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Fig. 2 zeigt eine äquivalente Ausführungsform mit einem Federzugausgleich.
Auf der Säule 2 läuft wieder ein Stativwagen 3, der diesmal mit Hilfe der Feder
14 ausbalanciert ist. Die Anordnung ist so getroffen, daß die Feder 14 an einem
Halter 15, der im unteren Ende des Rohres 2 befestigt ist, angehängt ist, während
ihr anderes Ende in einen Bügel 16 eingehängt ist, der mittels der Achse 17 die
Umlenkrolle 18 trägt. Im Stativkopf ist die Anordnung so getroffen, daß die variable
Federzugkraft in ein konstantes Drehmoment umgeformt wird. Die Halterungsplatte
6 ist hier so ausgebildet, daß sie eine Seiltrommel 19 trägt. Die Feder 14 arbeitet
über den Seilzug 20 auf den kegelförmigen Teil der Trommel während die Belastung
3 über den Seilzug 21 an dem zylindrischen Teil der Trommel angreift.
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Man hat den Federzugausgleich eingeführt, um bei großen zu bewegenden
Lasten die Bewegungskräfte so klein wie möglich zu halten. Prinzipiell gesehen braucht
man bei einem Federzugausglei,cb nur die halbe Massenbeschleunigung bei der Bewegung
aufzubringen gegenüber einer Anordnung mit Gegengewichtsausgleich. In der Praxis
ist das Verhältnis
nicht so günstig, weil natürlich auch der Federausgleich nicht
masselos ausgeführt werden kann. Bei großen zu bewegenden Massen ist trotz dieser
Maßnahmen und trotz größter Sorgfalt bei der AusscdDeidung aller unnötigen Reibungen
die Beanspruchung des Bedienenden immer noch sehr hoch.
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Die Erfindung zeigt einen Weg, auf dem es möglich ist, die Bedienung
des Gerätes praktisch mühelos durchzuführen.
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Es ist bereits eine Stativanordnung für Röntgeneinrichtungen bekannt,
bei der die Bewegung der Last, z. B. der Röntgenrölhre oder der Hilfsgeräte, mittels
eines möglichst unmittelbar an die kraftschlüssige Verbindung zwischen Stativwagen
und Gegengewicht bzw. Federzugausgleich angreifenden Servoaggregates erfolgt, während
der Kommandogeber sich an der Bedienungsstelle des Gerätes befindet.
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Gemäß der Erfindung ist bei einer derartigen Anordnung der Servomechanismus
im leicht lösbar befestigten Stativkopf untergebracht mid in den von der Halterungsplatte
des Stativkopfes getragenen Lagerböcken ist die Achse einer Rolle, z. B. einer über
die Kette mit dem Gegengewicht bzw. einer Zugfeder verbundenen Zahnrolle gelagert,
welche Achse an ihren Enden je eine elektromagnetische Kupplung aufweist, die bei
Erregung vorzugsweise über Zwischenglieder die kraftschlüssige Verbindung mit dem
Antriebsmotor herstellt.
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Die Anordnung wird zweckmäßig so getroffen, daß ein Stativ gegebener
Art wahlweise in der bisherigen Ausführung mit dem dazugehörigen Stativkopf oder
mit Servoantrieb und dem wiederum dazugehörenden Stativkopf geliefert werden kann;
das bedeutet also,
daß man die Konstruktion darauf richten wird,
daß das Stativ mit austauschbaren Stativköpfen der eben geschilderten Art ohne weiteres
bestückt werden kann.
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Im folgenden wird beispielsweise an Hand von Fig. 3 eine derartige
Lösung für eine Stativausführung gemäß Fig. 1 beschrieben. Die zugehörige Seitenansicht
des Kopfes in Richtung des Pfeiles A zeigt Fig. 4, die Seitenansicht in Richtung
des Pfeiles B zeigt Fig. 5.
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Die Halterungsplatte 6 trägt neben den Lagerböcken 7 noch zwei weitere
Lagerungsböcke 22 und 23.
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Die Kette 5 läuft über die Zahnrolle 8, welche mit der Achse 9 verbunden
ist. Die Achse 9 ist in den Lagerhacken 7 gelagert und trägt links und rechts je
eine elektromagnetilsche Kupplung 24 und 25. Diese Kupplungen stellen, wenn sie
erregt sind, die kraftschlüssige Verbindung zu den Zahnrädern 26 und 27 her.
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Ein auf der Tragplatte 6 angebrachter Elektromotor 28 treibt über
das Ritzel 29 und das Zahnrad 30 eine Vorgelegewelle 31 an. die in 22 und 23 gelagert
ist.
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Diese Vorgelegewelle trägt ein Ritzel 32, das mit dem Zahnrad 26 in
Verbindung steht, während auf der anderen Seite der Welle das Ritzel 33 aufgesetzt
ist, das über das Zwischenrad 34 mit dem Zahnrad 27 arbeitet.
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Diese Anordnung gestattet es, bei dauernd in einem belstimmten Drehsinn
laufen dem Motor 28 durch wa.hlweises Erregen der Magnetkupplungen 24 und 25 das
Kettenrad 8 entweder in Links- oder Rechtslauf anzutreiben, wie es für ein kraftunterstütztes
Heben oder Senken der Last notwendig ist.
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Das wechlseltveise Einschalten der Magnetkupplungen 24 und 25 sowie
gegebenenfalls das Einschalten des Motors 28 erfolgt in bekannter, einfacher Weise
durch Steuerdruckknopfe oder sonstige Kommando schalter von einer zweckmäßig gewählten
Bedienungsstelle aus.
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Die beschriebene Anordnung gestattet es, mit dauernd in einem bestimmten
Drehsinn laufendem Motor arbeit;en zu können. Man erhält dann beim Einschalten einer
der Kupplungen 24 oder 25 aus der im Läufer aufgespeicherten Energie des Motors
die notwendige Beschleunigungsenergie für die Last. Eine solche Anordnung ist besonders
vorteilhaft, wenn die Dauerleistung des Motors nur begrenzt sein soll, z. B. mit
Rücksicht auf Größe und Gewicht.
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Bei Verwelldung eines stärkeren Motors kann man anders verfahren.
Man kal dann mit wechselnder Drehrichtung des Motors arbeiten und diesen jeweils
erst durch den Kommandogeber einschalten, wenn man eine Bewegung am Stativ ausführen
will. In einem solchen Falle kann man den Motor ohne irgendwelche Kupplungen über
ein geeignetes Vorgelege direkt auf die Achse 9 arbeiten lassen. Man muß dann allerdings.
wenn man die Laslt von Hand vertikal verschieben will, ohne Zuhilfenahme des Servomotors
28 dessen Läufer jedesmal mit in Bewegung setzen.
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Um eine gewisse Freizügigkeit in der Bedienung zu haben und dem Motor
leichtere Anfahrbedingungen zu schaffen, kann es deshalb - wie es bereits bei anderen
Anwendun,gsgebieten bekanntgeworden ist -zweckmäßig sein, trotzdem noch eine Kupplung
beizu-
behalten. Eine solche Anordnung würde sich aus der in den Fig. 3 bis 5 gezeigten
in einfacher Weise dadurch ergeben, daß man nur die Kupplung 24 und das Zahnrad
26 benutzt und über die Zwischenübersetzung30, 32 antreibt, während die zweite Magnetkupplungsanordnung
mitsamt den zugehörigen Zahnrädern weggelassen würde.
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Bei einer Stativkonstruktion mit Federzugausgleich gemäß Fig. 2 gelten
die Ausführungen zu Fig. 3 bis 5 sinngemäß. An die Stelle des Kettenrades 8 muß
die Seiltrommel 19 treten.
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Bei Stativkonstruktionen der in Fig. 1 gezeigten Art gibt es Variationen
in der konstruktiven Ausführung, z. B. kennt man auch Stativarten, bei denen der
Wagen 3 nicht auf einer hohlen Säule läuft, in der das Gegengewicht untergebracht
werden kann. sondern die Anordnung ist mehr nach Art eines Fahrstuhls ausgebildet,
derart. daß an einer vertikalen Führungsbahn auf der einen Seite der Wagen 3, auf
der anderen Seite das Gegengewicht 4 läuft. Dabei kann es zweckmäßig sein, die Kette
5 als endlose Kette auszubilden und über eine weitere T.wmLnkrolle im Fuß des Stativs
zu führen.
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In bezug auf Fig. 2 ist noch zu hemerkell. daß auch Stativkonstruktionen
bekannt sind, bei denen der gesamte Federzugausgleich im oder am Kopf des Stativs
angebracht ist. Auch hei solchen Konstruktionen ist die Erfindung anwendbar; der
in den Fig. 3 bis 5 an einem Beispiel erläuterte Lösungsweg kann dann ohne Schwierigkeiten
konstruktiv in entsprechender Form abgewandelt werden.