DE10058331A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Abwasser - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von AbwasserInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Behandlung von Abwasser in einem Belebungsbecken unter Einsatz mindestens eines im Abwasser fortwährend bewegten, Ausströmöffnungen aufweisenden, länglichen Schlauchausströmers, durch den ein sauerstoffhaltiger Gasstrom in das zu behandelnde Abwasser eingeleitet wird. Erfindungsgemäß wird dadurch, daß der Schlauchausströmer (1) mittels des in das Abwasser einzutragenden sauerstoffhaltigen Gasstroms bewegt wird, ein ohne Fremdenergie erfolgender Sauerstoffeintrag in das Abwasser und damit eine kostengünstige Abwasserreinigung ermöglicht.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Behandlung von
Abwasser in einem Belebungsbecken unter Einsatz mindestens eines im Abwasser
fortwährend bewegten, länglichen Schlauchausströmers, durch den ein
sauerstoffhaltiger Gasstrom in das zu behandelnde Abwasser eingeleitet wird.
Bei der Erfindung geht es um die biochemische Reinigung von Abwässern durch
aerobe Mikroorganismen. Dabei werden im Abwasser suspendierte Stoffe und
kolloidal sowie echt gelöste organische und anorganische Substanzen hauptsächlich
durch mikrobielle Stoffwechselprozesse eliminiert oder in unschädliche
Verbindungen umgewandelt. Für diese biologischen Abbauprozesse wird Sauerstoff
benötigt, der den Mikroorganismen künstlich zugeführt werden muß.
Die Abwasserbehandlung durch aerobe Mikroorganismen erfolgt in verschieden
artigen Becken, die im folgenden insgesamt als "Belebungsbecken" bezeichnet
werden. Für die Belüftung der Belebungsbecken werden vor allem Druck- und
Oberflächenbelüfter eingesetzt. Bei den Oberflächenbelüftern wird in der Höhe des
Abwasserspiegels Wasser aufgewirbelt, wodurch Luft mitgerissen und Sauerstoff
vom Wasser aufgenommen wird. Bei der Druckbelüftung wird Luft meist in der Nähe
des Beckenbodens durch poröses Material feinblasig, durch gelochte Rohre mittel-
oder grobblasig oder durch offene Rohre grobblasig eingeblasen.
Ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung sind in der
Firmenzeitschrift "gas aktuell 35" (1988), Seite 23 bis 27, unter dem Titel "Das Biox®-
Verfahren - rasche Hilfe für Oberflächengewässer" beschrieben. Dabei werden für
eine besonders intensive Sauerstoff-Begasung und eine feine Verteilung des
Sauerstoffs in Gewässern sogenannte "Begasungsmatten" eingesetzt, die aus flächig
ausgelegten "Schlauchausströmern" bestehen. Derartige Begasungsmatten werden
auch für die Behandlung industrieller und kommunaler Abwässer eingesetzt. Bei den
Schlauchausströmern handelt es sich um dickwandige Schläuche mit vielen, sehr
feinen Poren, die sich bei erhöhtem Innendruck öffnen und aus denen dann sauer
stoffhaltiges Gas in Form fein verteilter Blasen in das Abwasser austritt. Da sich die
feinen Poren der Schlauchausströmer erst unter einem erhöhten Druck öffnen,
wirken sie ähnlich wie Rückschlagventile und lassen kein Abwasser eindringen.
Die sich einstellende Blasengröße hängt von der Porengröße, vom Material und der
Beschaffenheit der Oberfläche des Schlauchs, vom Gasdurchsatz pro Zeit durch die
einzelnen Poren sowie von der sich einstellenden Oberflächenspannung ab. In der
Regel bilden sich bei hohem Gasdurchsatz große Blasen und bei geringem
Gasdurchsatz kleine Blasen. Je kleiner die Blasen sind, um so größer ist der
Grenzflächenaustausch zwischen dem sauerstoffhaltigen Gas und um so besser ist
die Ausnutzung des eingesetzten Sauerstoffes.
Die Sauerstoffausnutzung ist entscheidend für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens.
Vor dem Verlegen der Schlauchausströmer werden Porengröße und Schlauchlänge
in Abhängigkeit von einem erforderlichen, vorgegebenen Gasdurchsatz an die
konkreten Bedingungen mit dem Ziel einer optimalen Sauerstoffausnutzung
angepaßt. Nach Verlegung der Schlauchausströmer kann die Blasengröße jedoch
nicht mehr verändert werden, ohne gleichzeitig den Gasdurchsatz zu verändern. Und
umgekehrt, kann auch der Gasdurchsatz nicht verändert werden, ohne die optimierte
Blasengröße zu beeinflussen. Besonders in Klärwerken schwankt der Sauerstoff
bedarf entsprechend den Zehrungsraten im Belebungsbecken jedoch sehr stark.
In der deutschen Patentanmeldung P 199 59 103.2 (intern: MG2299) ist ein
Verfahren und eine Vorrichtung mit verbesserter Sauerstoffausnutzung einer
derartigen Schlauchbegasung durch eine nachträgliche Optimierung von
Blasengröße und Gasdurchsatz beschrieben. Dabei wird mindestens ein der auf
einer flächigen, horizontalen und rotierenden Stützkörper angeordneten
Schlauchausströmer mittels einer mit der Rotationsanordnung über eine Welle
verbundenen und mit einem Antrieb ausgerüsteten Bewegungseinrichtung im
Abwasser fortwährend bewegt, wodurch ein vorzeitiges Abscheren der Blasen
ermöglicht wird. Bei einer derartigen biologischen Abwasserreinigung ist für die
fortwährende Bewegung des Begasungsschlauches zusätzliche Kosten
verursachende Fremdenergie erforderlich.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
der eingangs beschriebenen Art zur Verfügung zu stellen, mittels denen ein
kostengünstiger Sauerstoffeintrag in das Abwasser ermöglicht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren und mit einer Vorrichtung
mit den Merkmalen von Anspruch 1 und 3 gelöst.
Durch den erfindungsgemäßen Einsatz einer die Strömungsenergie des in das
Abwasser mittels des Schlauchausströmers einzutragenden sauerstoffhaltigen
Gasstromes unmittelbar in Rotationsenergie umsetzenden Turbine wird der auf einen
Schlauchstützkörper angeordnete Schlauchausströmer über die mit der Turbine und
dem Schlauchstützkörper verbundenen Welle mit regelbarer Umdrehungs
geschwindigkeit und vorgegebener Geschwindigkeit im Abwasser transversal hin-
und herbewegt, auf- und abbewegt oder einer Rüttelbewegung unterzogen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfaßt die Bewegungseinrichtung
eine mit der Turbine verbundenen Welle zur Erzeugung einer Rotation des
Schlauchausströmers.
Durch die mittels der als Antrieb eingesetzten Turbine erfolgende Schlauchrotation
läßt sich eine hohe Strömungsgeschwindigkeit an der Mantelfläche des
Schlauchausströmers und damit im Bereich seiner Austrittsöffnungen ohne Einsatz
von Fremdenergie erzeugen.
Weitere Verfahrens- und Vorrichtungsmerkmale sind der deutschen Patentan
meldung 199 59 103.2 zu entnehmen.
Der erfindungsgemäße Einsatz der die Strömungsenergie des in das Abwasser
einzutragenden sauerstoffhaltigen Gasstroms als mechanische Antriebsenergie
bereitstellenden Turbine zur fortwährenden Bewegung des Schlauchausströmers im
Abwasser ermöglicht eine Optimierung des Sauerstoffeintrags ohne Einsatz von
Fremdenergie und damit eine bessere Reinigungsleistung bei reduziertem Kosten
aufwand bei einer derartigen biologischen Abwasserreinigung.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und einer
Zeichnung näher erläutert.
In der einzigen Figur der Zeichnung ist in dreidimensionaler Ansicht schematisch
eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Behandlung von Abwasser in einem
Belebungsbecken dargestellt. In dieser Vorrichtung ist ein Schlauchausströmer 1 in
Spiralform auf einer kreisförmigen, horizontal angeordneten Stahlscheibe 2
ausgelegt. Im Zentrum der Stahlscheibe 2 greift eine vertikal angeordnete Hohlwelle
3 an, die mittels einer Drehkupplung 9 mit einer Turbine 4 verbunden ist. Mittels der
als Antrieb eingesetzten Turbine 4 ist die Stahlscheibe 2 um die koaxial zur
Hohlwelle 3 verlaufenden Rotationsachse 5 rotierbar. Im Bereich des unteren Endes
der Hohlwelle 3 ist eine Schlauchtülle 6 vorgesehen, über die die Hohlwelle 3 mit
dem Schlauchausströmer 1 verbunden ist.
Bei dem Schlauchausströmer 1 handelt es sich um einen Schlauch aus Gummi
(EPDM) mit einem Innendurchmesser von 18 mm, einer Wandstärke von 4,5 mm und
einer Länge von 60 m. Der Schlauchausströmer 1 ist perforiert mit einer Vielzahl
feiner Poren, die sich erst bei Innenüberdruck öffnen. Der Außendurchmesser der
Schlauchspirale liegt bei etwa 3 m.
Der Durchmesser der Stahlscheibe 2 ist nur geringfügig größer als der Durchmesser
des auf der Stahlscheibe 2 spiralförmig aufgerollten Schlauchausströmers 1 und in
der Fig. 1 lediglich aus Gründen einer besseren Erkennbarkeit mit einem deutlich
größeren Durchmesser dargestellt. Das eine Ende 7 des Schlauchausströmers 1 ist
über die Schlauchtülle 6 mit der Hohlwelle 3 verbunden, das andere Ende 8 ist
verschlossen.
Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren anhand eines Ausführungs
beispiels und der Fig. 1 näher erläutert:
Der Schlauchausströmer 1 wird in ein Belebungsbecken einer Kläranlage bis nahe an den Beckenboden abgesenkt. Die als Antrieb eingesetzte Turbine 4 befindet sich dabei oberhalb des Abwasserspiegels. In Pfeilrichtung 10 wird durch die Turbine 4 über die Drehkupplung 9, durch die Hohlwelle 3 dem Schlauchausströmer 1 technischer Sauerstoff in einer Rate von 20 m3/h zugeführt. Der dadurch entstehende Innendruck innerhalb des Schlauchausströmers 1 führt dazu, daß sich die feinen Poren öffnen, so daß Sauerstoff in Form von feinen Blasen in das Abwasser entweichen kann.
Der Schlauchausströmer 1 wird in ein Belebungsbecken einer Kläranlage bis nahe an den Beckenboden abgesenkt. Die als Antrieb eingesetzte Turbine 4 befindet sich dabei oberhalb des Abwasserspiegels. In Pfeilrichtung 10 wird durch die Turbine 4 über die Drehkupplung 9, durch die Hohlwelle 3 dem Schlauchausströmer 1 technischer Sauerstoff in einer Rate von 20 m3/h zugeführt. Der dadurch entstehende Innendruck innerhalb des Schlauchausströmers 1 führt dazu, daß sich die feinen Poren öffnen, so daß Sauerstoff in Form von feinen Blasen in das Abwasser entweichen kann.
Die beim Durchströmen der Turbine 4 aus dem Strömungsenergie des technischen
Sauerstoffs erzeugte Antriebsenergie wird über die Drehkupplung 9 mittels der Welle
3 auf die Stahlscheibe 2 übertragen, sodass der auf der Stahlscheibe 2 angeordnete
Schlauchausströmer 1 um die Rotationsachse 5 rotiert. Die Rotationsgeschwindigkeit
beträgt 20 U/min. Durch die Relativbewegung zwischen Poren und träger Flüssigkeit
werden die Blasen abgeschert. Es stellt sich dabei im Außenbereich der
Schlauchspirale eine Blasengröße im Bereich von 0,3 bis 0,7 mm ein.
Claims (3)
1. Verfahren zur Behandlung von Abwasser in einem Belebungsbecken unter
Einsatz mindestens eines im Abwasser fortwährend bewegten,
Ausströmöffnungen aufweisenden, länglichen Schlauchausströmers, durch den
ein sauerstoffhaltiger Gasstrom in das zu behandelnde Abwasser eingeleitet
wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlauchausströmer (1) mittels des in
das Abwasser einzutragenden sauerstoffhaltigen Gasstromes bewegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der sauerstoffhaltige
Gasstrom dem auf einem rotierenden Stützkörper (2) angeordneten
Schlauchausströmer (1) über eine Turbine (4) durch eine Drehkupplung (9) und
eine über koaxial zur Rotationsachse (5) verlaufenden Zufuhrleitung (3)
zugeführt wird.
3. Vorrichtung zur Behandlung von Abwasser in einem Belebungsbecken, mit
einem durch eine aus Antrieb, Welle und Schlauchstützkörper bestehenden
Bewegungseinrichtung im Abwasser fortwährend bewegten, Ausströmöffnungen
aufweisenden, länglichen Schlauchausströmer zur Einleitung eines sauerstoff
haltigen Gasstroms in das zu behandelnde Abwasser, wobei die als
Zufuhrleitung ausgebildete Welle mit dem Schlauchausströmer zur Zufuhr des
sauerstoffhaltigen Gasstroms in das Abwasser verbunden ist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Antrieb eine von dem sauerstoffhaltigen Gas
durchströmte Turbine (4) ist.
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