DE100785C - - Google Patents
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft einen elektrischen Ofen zum Behandeln von metallischen
oder metallhaltigen Substanzen. Der Apparat eignet sich zum Raffiniren, Reinigen oder Abscheiden
von Verunreinigungen', wie z. B. Schwefel, Arsen, Antimon, in einer flüssigen oder halbflüssigen Form, aus Erzen und dergl.,
wobei dann die Erze in reinerem Zustande zurückbleiben.
Der vorliegende Ofen besitzt ein mit einer Schnecke versehenes Rohr, welches in den
Stromkreis eingeschaltet ist und so stark erhitzt werderf .kann, dafs die vorgenannten
Stoffe in flüssiger oder halbflüssiger Form entweichen. Hierbei wird ein Strom" von grofser
Stärke und geringer Spannung benutzt, wodurch es möglich wird, gleichzeitig eine grofse
Menge Erz im Ofen zu behandeln und die im Ofen herrschende Temperatur während eines
jeden der verschiedenen Stadien der Behandlung auf einer vorher bestimmten Höhe zu
halten.
Durch in dem Rohre Und der Schnecke vorgesehene Löcher wird die im Erz enthaltene
Feuchtigkeit abgeführt und so eine Explosion oder sonstige Zerstörung des Ofens verhütet. Durch die Anwendung des durchlöcherten
Schneckenrohres ist auch weniger Neigung zu einer Ausdehnung des Erzes im
Ofen vorhanden, wodurch ein Platzen oder Zerstören des Ofenkörpers eintreten könnte.
Da die Schnecke innerhalb des Ofens eine gleichmäfsige Hitze liefert und von Hand oder
auf mechanischem Wege gedreht werden kann, so ist auch das Festsetzen des Erzes erschwert.
Der nach vorliegender Erfindung verwendete elektrische Ofen ist auf den beiliegenden Zeichnungen
dargestellt worden.
Fig. ι zeigt denselben theils im senkrechten Schnitt und theils in der Ansicht.
Fig. 2 ist ein Schnitt nach der Linie X-X in Fig. i.
Der den Ofenkörper bildende Cylinder A besteht aus geeignetem nicht leitenden Material.
Dieser Cylinder ruht auf einem Ring B, welcher seinerseits von drei Ständern B1 getragen
wird.
Die Bodenplatte C des Ofens hat die in Fig. ι veranschaulichte Form und wird durch
Gleitstücke S2 in ihrer Lage erhalten.
Nach dem Herausziehen der Gleitstücke oder Riegel B2 kann die Bodenplatte gesenkt werden,
um den Inhalt zu entfernen.· In der Bodenplatte C ist eine Bohrung R vorgesehen,
welche zum Abführen etwaiger im Erz enthaltender leicht schmelzbarer Metalle dient.
Am oberen Ende des Ofens ist eine Oeffnung R1 zum Entweichen von Gasen oder
dergl. vorgesehen.
Um irgend welche in den Erzen enthaltenen Stoffe, welche durch die Hitze aus dem Ofen
ausgetrieben werden, zu gewinnen, wird ein Rohr P verwendet. Dieses Rohr wird aus
einzelnen Theilen zusammengesetzt, welche sich leicht aus einander nehmen lassen, um die in
dem Rohr verdichteten Producte herauszunehmen. In dem wagerechten Theil des
Rohres P sind schräge Ansätze P2 und P3 vorgesehen, welche den freien Abzug der Gase
und der von demselben mitgeführten Stoffe
verhindern und die Ablagerung der letzteren innerhalb des Rohres veranlassen. Das Ende
des Rohres P ist in ein Gefä'fs W mit wässeriger Flüssigkeit geführt. Dies hat den
Zweck, irgend welche Rückstände, die noch in dem durch das Rohr austretenden Dampf
enthalten sind, zu verdichten und zu sammeln. Zur Regelung des in dem Rohr herrschenden
Zuges können geeignete Absperrorgane verwendet werden. Ein geeigneter Schieber P4
ist in dem Rohr P vorgesehen, welcher geschlossen werden kann, wenn man die feuchten
Dämpfe etc. direct aus dem Ofen—entweichen
lassen, "und geöffnet, wenn man Schwefel oder andere in den Erzen enthaltene Nebenproducte
gewinnen will. Enthalten die aus den Erzen abgeschiedenen Dämpfe magnetische Metalle,
so bringt man in dem mit oder ohne Ansätze P2 P3 ausgestatteten Rohr eine Reihe von
Magneten an, um eine Trennung von den magnetischen und nicht magnetischen Theilen
herbeizuführen. Diese Einrichtungen sind jedoch nicht Gegenstand des Patentes.
Zum elektrischen Heizen und zum Aufrühren des Ofeninhaltes ist nachstehend beschriebene
Vorrichtung getroffen.
Eine hohle Welle S geht von einem Ventil F aufwärts durch die Mitte des Ofens zu dem
Ventil F2. Ein Stellring S4 sichert die Welle
in ihrer Lage und gestattet ihre freie Drehung bei praktisch luft- und gasdichtem Abschlufs
des oberen Endes vom Ventil F. Die Welle S wird, wenn erforderlich, durch das Handrad
Hs gedreht, welches mittelst seiner
Welle i/2 und der Räder H1 und H auf die
Welle einwirkt. Ein Rohr S5 führt zu dem Ventil F und durch dasselbe zu der hohlen
Welle S. Der Zweck des Rohres S5 ist der,
eine Zufuhr von Luft oder Gas zu dem Ofen durch die Oeffnungen S2 und Sa zu ermöglichen.
Ein Handrad F1 gestattet die richtige Einstellung des Ventils F und ein eben
solches Handrad F3 die Einstellung des Ventils F2.
Die hohle Welle S ist mit einem schraubenartig gewundenen Hohlfiantsch S1 ausgestattet.
Das Innere dieses Spiralflantsches S1 steht mit dem Innern der Welle S in Verbindung, so
dafs die von dem Rohr S6 herkommende Luft bezw. ein Gas aus den seitlichen Oeffnungen S2
austreten kann.
Zum elektrischen Heizen der Welle S und des Spiralflantsches S1 werden zwei äufsere
elektrische Leiter E und F verwendet. Die beiden Leiter E und F sind unter einander
gleich. Der eine ist an den positiven, der andere an den negativen Pol einer Stromquelle
angeschlossen.
Das Kniestück Ei ist an den negativen Pol
der Stromquelle angeschlossen. Auf diesem Kniestück ist die Elektrode E schwingend angeordnet
und wird durch die Schraube i?5 in gutem Contact gehalten. Um auch einen
guten elektrischen Contact zwischen dem Leiter E und der Hohlwelle S zu sichern, ist
eine Klammer E1 durch den Bolzen E'2 an den Leiter E angeschlossen. Diese Klammer
wird durch die Schrauben E3 zusammengehalten. Der positive Leiter F ist in ganz
ähnlicher Weise angeordnet.
In dem Deckel D des Ofens befindet sich ein Mannloch. M, welches durch einen Deckel Ai1
verschlossen ist.
Damit die Wände des Ofens, der aus nicht leitendem Material, z. B. feuerfestem Thon,
hergestellt ist, die aus den Erzen entweichen-,den Stoffe nicht absorbiren, werden dieselben
auf ihren äufseren und inneren Flächen mit einer Glasur versehen. Die Glasur wird hinter
dem Schmelztiegel oder dem entsprechenden Theile des Ofens 'angebracht und dann in
einem Heizofen behandelt, um die Glasur fest zu machen, welche, in dieser Weise hergestellt,
eine grofse Hitze aushalten kann. Der Vortheil der Glasur ist der, dafs dieselbe den
Strom nicht leitet, das Material nicht absorbirt, irgend welches Anhaften metallischer Partikel
an den Wänden des Ofens verhindert und schliefslich den Ofen gegen Bersten und Brechen widerstandsfähiger macht. Der Deckel
und die Bodenplatte des Ofens sind aus gleichem Material und werden dicht auf den
Ofenkörper aufgesetzt.
Eine mit Löchern versehene Rohrschnecke aus einem Gasrohr oder Kohle oder Elektroden
aus einer Legirung von gegen Hitze in sehr hohem Grade widerstandsfähigen Metallen,
z. B. von Kupfer und Antimon, können die Stelle des Spiralflantsches S1 in dem Ofen einnehmen
und an die Pole der Elektricitätsquelle angeschlossen werden.
Dadurch, dafs man das Rohr in Form einer Schnecke oder Spirale anordnet, kann man
eine gleichmäfsige Hitze in der ganzen Erzmasse erzeugen, was bei der erfolgreichen Behandlung
der strengflüssigen Erze von grofser Wichtigkeit ist.
Beim Schmelzen mancher Erze, ζ. Β. Bleiglanz, ist es zweckmäfsig, das Rohr und die
Rohrschnecke aus Kupfer statt aus Eisen oder einem anderen Metalle zu machen. In einem
Rohr von etwa 5 cm Durchmesser macht man zweckmäfsig Oeffnungen von 1Y2 cm, da bei
kleineren Oeffnungen die Wände eine gröfsere Dicke erhalten und somit mehr Heizfläche
haben.
Die Enden des durch die Deckel- und Bodenplatten des Ofens hindurchgehenden
Rohres sind stets dem Arbeiter zugänglich, um die Hitze in den innerhalb des Ofens befindlichen
Leitern zu bestimmen, da die aufserhalb des Ofens befindlichen Leiter stets eine
etwas niedrigere Temperatur haben, als die innerhalb derselben sich befindlichen.
Der Querschnitt des Rohres in der Mitte der Schnecke, welche mit dem einen Ende an
■den positiven und dem anderen Ende an den negativen Pol angeschlossen ist, mufs im Verhältnifs
zu dem Querschnitt des Metalls in der Schnecke stehen, so dafs man eine gleichmä'fsige
Hitze in allen Theilen der Schnecke oder des Rohres erhält. Anderenfalls würden einzelne Theile der Schnecke leicht überhitzt
werden, wodurch sie beschädigt würde. · Die an die Schnecke oder das Rohr an jedem
Ende aufserhalb des Ofens angeschlossenen Leiter bestehen aus Kupferbarren, welche einen
Strom von 800 bis 1200 Ampere und 8 bis 50 Volt aushalten können. Diese Kupferbarren
haben 7 bis 8 cm Durchmesser. Die Stromstärke mufs je nach dem Charakter und der Menge des zu behandelnden Erzes geändert
werden. Der vom Erfinder verwendete Wechselstrom eignet sich am besten. Aufserdem
ergiebt der Wechselstrom da, wo die Partikelchen dicht bei einander liegen, einen
schnelleren Heitzeffect für das Erz.
In demjenigen Theile des Rohres, welcher an den Boden des Ofens angeschlossen ist, ist
ein Ventil oder Hahn V vorgesehen, welcher nach Belieben von dem WTärter geöffnet werden
kann. Durch Zuführung der Wärme zu dem im Ofen befindlichen Erz bei geöffnetem Ventil V2 werden die feuchten Gase abgeschieden,
während nach dem Schliefsen des Ventils V'2 und dem Steigen der. Hitze die
Temperatur erhöht wird. Sollen indefs aus den abziehenden Gasen noch Nebenproducte
gewonnen werden, so leitet man sie durch P in den Behälter W.
Der Behälter W besteht aus Holz oder einem sonst geeigneten Material und enthält einen
zweiten Behälter W'2, der aus Zink, Blei oder Kupfer, besteht. Befindet sich in den Erzen
etwa leichtflüssiges Metall, so kann dasselbe, sobald es genügend erhitzt ist, aus der Masse
abgezogen werden, indem man die Oeffnung R frei macht.
Die Oeffnung R, ebenso wie die Oeffnung R1,
welche in dem oberen Ende des Ofens zum Entweichen von Gasen und dergl. vorgesehen
ist,, werden durch nassen Thon KK1, welcher infolge der Hitze des Ofens rasch erstarrt,
verschlossen. Wird es nothwendig, das Rohr S zu drehen und die Masse im Ofen aufzurühren,
so löst man die Schrauben Ea und Fs
an den Leitern E und F, worauf sich das
Rohr 5 mittelst Handrades H3 drehen läfst.
Die obere Elektrode wird nachgeschoben, um sie stets in gutem Contact mit der Erzmasse
zu halten.
Die untere Elektrode kann so angeordnet werden, dafs sie gehoben werden kann, wenn
das Erz entschwefelt oder behandelt ist, so dafs die beiden Elektroden in Berührung mit
dem im Ofen befindlichen Erz bleiben, wenn das Volumen der Erzmasse durch Ausscheiden
von Gasen, Schwefel u. s. w. verringert wird; denn es ist nöthig, die Elektroden in gutem
Contact mit dem Erz zu erhalten, damit die für eine gute Wirksamkeit erforderliche Hitze
entwickelt werden kann. Ebenso wie bei der oberen kann auch bei der unteren Elektrode
Zahnstange und Trieb zum Verstellen verwendet werden.
Claims (3)
1. Elektrischer Ofen, innerhalb dessen ein ge-' lochtes, in den Stromkreis eingeschaltetes
Rohr angeordnet ist, das durch den Strom so stark erhitzt werden kann, dafs Schwefel,
Arsen u. s. w. in flüssiger oder halbflüssiger Form entweichen.
2. Bei dem Ofen nach Anspruch 1 die Verbindung des gelochten Rohres (S) mit einer
ebenfalls gelochten Rohrschnecke (S^ S3J,
zu dem Zweck, dafs die Hitze nach allen Seiten der Erzmasse dringen, die in dem
Erz enthaltene Feuchtigkeit durch die Löcher entweichen und die Erzmasse erforderlichenfalls
durch Drehen der Rohrschnecke aufgerührt werden kann, damit ein Festbrennen der Beschickung verhütet
wird.
3. Bei dem Ofen nach Anspruch 1 und 2 die Anordnung eines Ventils zur Regelung
des Luft- oder Sauerstoffzuflusses und eines zweiten Ventils zur Regelung des Gasabzuges,
wobei durch Bethätigung der Ventile ein bestimmter Hitzegrad erreicht werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
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Country Status (1)
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