DE10102452C2 - Vorrichtung zum dichten Verschließen von druckmittelbeaufschlagten Bohrungen - Google Patents
Vorrichtung zum dichten Verschließen von druckmittelbeaufschlagten BohrungenInfo
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Abstract
Infolge der Wirkung der in den Zylinder 12 geleiteten Druckluft wird der Kolben 13 schlagartig ausgefahren und bewegt über die Kolbenstange 11 und den Stempel 10 den Schlagbolzen 4 gegen den in den Bereich 2b der Bohrung 2 eingelegten Stopfen 3. Der Stopfen 3 wird aufgrund der schlagartig einwirkenden Energie der in Bewegung gesetzten Elemente des Systems Kolben - Kolbenstange - Stempel sowohl in den Bereich 2a der Bohrung 2 eingeschlagen als auch an die Wandung des Bereichs 2b der Bohrung 2 gepreßt. Die beim Schlag reflektierten Energieanteile, d. h. der Rückschlag, werden über den Schlitten 14 in die Feder 16 geleitet und von dieser durch elastische Verformung abgefangen. Es entsteht kurzzeitig ein Abstand zwischen dem Schlitten 14 und dem Anschlag 17. Durch die über die Stellmutter 18 einstellbare Spannung der Feder 16 wird die Größe des Betrages der Rückschlagenergie festgelegt, der von der Feder aufgenommen wird und so nicht für die Verformung des Stopfens 3 zur Verfügung steht. Bei geringer Federspannung ist der Anteil der Energie, die nicht auf den Stopfen 3 einwirkt, größer als bei hoher Federspannung. Auf diese Weise wird die auf den Stopfen 3 einwirkende Schlagarbeit fein dosiert.
Description
Es ist eine Vielzahl von Vorrichtungen und Konstruktionen zur
Verhinderung oder Verminderung des Aus- und Überströmens von
gasförmigen, flüssigen oder körnigen Stoffen aus Behältern
oder Rohren durch Spalte bekannt.
Zur Verhinderung einer Strömung von Räumen höheren Drucks in
solche niederen Drucks bei zueinander ruhenden Teilen ist es
bekannt, die Teile der Dichtungskonstruktion durch Flach-
(Weichdichtungen bzw. Metall-Weichstoffdichtungen) oder
Profildichtungen (Weichdichtungen oder Hartdichtungen) zuein
ander abzudichten.
Weiterhin ist es bekannt, ruhende Teile direkt ohne Zwi
schenglied abzudichten. Dazu müssen entweder die Unebenheiten
der Dichtflächen durch das Auf- oder Einschleifen mit
Schleifpasten weitgehend beseitigt werden, oder es muß eine
die Dichtung ergebende plastische Verformung des Grundwerk
stoffs erfolgen.
Es sind auch Expansionselemente bekannt, die in die dicht zu
verschließende Öffnung eingebracht und in dieser zum Expan
dieren gebracht werden, wodurch ein dichter Verschluß der
Öffnung erreicht wird.
Expansionselemente der oben genannten Art bestehen aus einer
Hülse und einem in der Hülse geführten Stift. Die Hülse hat
die Form eines Zylinders und ist an der gesamten Mantelfläche
mit rillenartigen Einschnitten versehen, so daß sich im
Schnitt eine gezackte Oberfläche ergibt. Die Innenfläche der
Hülse ist eben und an der Stirnseite, die vom Kopf des Stif
tes weg weist, mit einem umlaufenden Wulst versehen. Der
Stift besteht aus einem Schaft und einem Kopf der aus einem
sich erweiternden Konus besteht, wobei der schlanke Bereich
des Konus dem Innendurchmesser der Hülse entspricht. Im
Bereich des größten Durchmessers wird der konische Kopf durch
einen umlaufenden Wulst beendet. Die Länge der Hülse bis zum
Wulst entspricht der Länge des Kopfes bis zum Wulst. Zum
Abdichten wird in einem ersten Schritt die Hülse, in der sich
der Kopf des Stiftes in der Ausgangslage befindet, in die
abzudichtende Bohrung eingeführt. Der Außendurchmesser der
Hülse entspricht dabei in etwa dem Durchmesser der Bohrung (0
-0,12 mm größer). In einem zweiten Schritt wird der konische
Kopf durch das Einwirken einer Zugkraft auf den Schaft in
Richtung der Wulst der Hülse verschoben, wodurch die abge
stützte Hülse expandiert und sich mit ihrer gerillten Ober
fläche an die Bohrung anlegt. Der Kopf wird soweit verscho
ben, bis er sich an den Wulst der Hülse anlegt bzw. bis der
Wulst des Kopfes sich an die Hülse anlegt. Nach dem Anlegen
an die Wülste kommt es zu einem Kraftanstieg, der das Abtren
nen des Schaftes vom Kopf an der vor dem Kopf befindlichen
Sollbruchstelle zur Folge hat.
Dieses Dichtstopfensystem ist sehr gut geeignet, einen dich
ten Verschluß von druckmittelbeaufschlagten Hohlräumen zu
erreichen. Von Nachteil sind aber der hohe fertigungstechni
sche Aufwand und die hohe Präzision, mit denen sowohl die
Hülse als auch der Stift und auch die abzudichtende Bohrung
herzustellen sind. Das drückt sich im Preis des Dichtstopfensystems
aus. Daher ist der Einsatz dieses Systems relativ
teuer und dessen Verwendung in der Massenproduktion hat einen
deutlichen Einfluß auf den Stückpreis. Weiterhin wird dieses
System erst für Verschlüsse ab einem Bohrungsdurchmesser von
4 mm angeboten. Für kleinere Durchmesser ist das System
offenbar nicht mit vertretbarem Aufwand herstellbar.
Mittels plastischer Verformung, z. B. mittels eines plastisch
verformbaren Stopfens aus Aluminium, ist ein dichter Ver
schluß einer Bohrung eines druckmittelbeaufschlagten Hohl
raums möglich. Allerdings ist, da der Durchmesser des Stop
fens größer als der Durchmesser der Bohrung ist, die Erzeu
gung der die Dichtung ergebenden plastischen Verformung nicht
ohne Belastung des Werkstücks zu erreichen, was insbesondere
bei dünnwandigen und langen Werkstücken zu nicht tolerierba
ren Verformungen (ausbauchen bzw. ausknicken) führen kann,
die deren Brauchbarkeit negativ beeinträchtigen.
Es ist auch schon vorgeschlagen worden, Bohrungen eines
druckmittelbeaufschlagten Hohlraumes mittels eines Stopfens
aus Aluminium zu verschließen, der gegenüber der zu schlie
ßenden Bohrung ein Einlegespiel aufweist. Der Stopfen wird
bei dieser Lösung nach dem Einlegen in die Bohrung mittels
eines Stempels, der den Stopfen mit langsam steigender Kraft
gegen einen Absatz in der Bohrung drückt, so verformt, daß er
sich an die Wandung der Bohrung anlegt. Der auf diese Weise
hergestellte Verschluß bietet bei geringem Innendruck eine
brauchbare Lösung. Hohlräume mit höheren Drücken sind mit
diesem Verschluß nicht sicher abzudichten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine konstruktiv
und fertigungstechnisch einfache Lösung für die Abdichtung
von druckmittelbeaufschlagten Bohrungen vorzuschlagen, mit
der eine sichere Abdichtung zwischen Bohrung und Stopfen auch
bei hohem Innendruck realisiert wird.
Nachfolgen wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spiels erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Einrichtung in der
Ausgangsposition im Schnitt,
Fig. 2 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in der
Endposition im Schnitt,
Fig. 1 zeigt ein Werkstück 1, das eine Bohrung 2 aufweist,
deren Durchmesser sich stufenförmig verjüngt, wobei der
Bereich 2b den größeren Durchmesser gegenüber dem Bereich 2a
aufweist. In den Bereich 2b der Bohrung 2 ist ein Stopfen 3
eingelegt. Der Durchmesser des Stopfens 3, der aus Aluminium
bestehen kann, ist etwa 10% kleiner als der Durchmesser der
Bohrung 2 im Bereich 2a und etwa 1,5-4,5% kleiner als der
Durchmesser der Bohrung 2 im Bereich 2b. Vor dem Stopfen 3
steht mit einem Abstand X ein Schlagbolzen 4. Der Durchmesser
des Schlagbolzens 4 an seiner dem Stopfen 3 zugewandten Seite
liegt bei etwa 80-90%, vorzugsweise 85%, des Durchmessers
des Stopfens 3. Der Schlagbolzen 4 ist in einem Element 5
verschiebbar geführt. In der Ausgangsposition wird der
Schlagbolzen 4 mittels einer Feder 6, die zwischen einem
Kragen 7 und einem Lager 8 angeordnet ist, mit dem Kragen 7
gegen einen Anschlag 9 gedrückt, wodurch der Abstand x zwi
schen Schlagbolzen 4 und Stopfen 3 entsteht.
Der Schlagbolzen 4 ragt teilweise durch den Anschlag 9 hin
durch. Vor dem durch den Anschlag 9 ragenden Ende des Schlagbolzens
4 steht mit Abstand y ein Stempel 10, der das Ende
einer Kolbenstange 11 bildet, an deren anderem Ende ein in
einem Zylinder 12 geführter Kolben 13 angeordnet ist. Der
Zylinder 12 wird über eine Zuleitung 20 schlagartig mit
Druckluft versorgt. In der Ausgangsposition wird die Position
des Stempels 10 durch einen Anschlag 19 fixiert.
Der Zylinder 12 ist fest mit einem Schlitten 14 verbunden,
der seinerseits auf einer Führung 15 angeordnet ist. In der
Ausgangsposition wird der Schlitten 14 mittels einer Feder 16
gegen einen Anschlag 17 gedrückt. Die Spannung der Feder 16
kann mittels einer Stellmutter 18 verändert werden.
Fig. 2 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung in der Endpo
sition im Schnitt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung funktioniert wie folgt:
Infolge der Wirkung der in den Zylinder 12 geleiteten Druckluft wird der Kolben 13 schlagartig ausgefahren und bewegt über die Kolbenstange 11 und den Stempel 10 den Schlagbolzen 4 gegen den in den Bereich 2b der Bohrung 2 eingelegten Stopfen 3. Der Stopfen 3 wird aufgrund der schlagartig einwirkenden Energie der in Bewegung gesetz ten Elemente des Systems Kolben - Kolbenstange - Stempel sowohl in den Bereich 2a der Bohrung 2 eingeschlagen als auch an die Wandung des Bereichs 2b der Bohrung 2 ge preßt. Die beim Schlag reflektierten Energieanteile, d. h. der Rückschlag, werden über den Schlitten 14 in die Feder 16 geleitet und von dieser durch elastische Ver formung abgefangen. Es entsteht kurzzeitig ein Abstand z zwischen dem Schlitten 14 und dem Anschlag 17 (Fig. 2). Durch die über die Stellmutter 18 einstellbare Spannung der Feder 16 wird die Größe des Betrages der Rückschlagenergie festgelegt, der von der Feder aufgenommen wird und so nicht für die Verformung des Stopfens 3 zur Ver fügung steht. Bei geringer Federspannung ist der Anteil der Energie, die nicht auf den Stopfen 3 einwirkt, grö ßer als bei hoher Federspannung. Auf diese Weise wird die auf den Stopfen 3 einwirkende Schlagarbeit fein do siert.
Infolge der Wirkung der in den Zylinder 12 geleiteten Druckluft wird der Kolben 13 schlagartig ausgefahren und bewegt über die Kolbenstange 11 und den Stempel 10 den Schlagbolzen 4 gegen den in den Bereich 2b der Bohrung 2 eingelegten Stopfen 3. Der Stopfen 3 wird aufgrund der schlagartig einwirkenden Energie der in Bewegung gesetz ten Elemente des Systems Kolben - Kolbenstange - Stempel sowohl in den Bereich 2a der Bohrung 2 eingeschlagen als auch an die Wandung des Bereichs 2b der Bohrung 2 ge preßt. Die beim Schlag reflektierten Energieanteile, d. h. der Rückschlag, werden über den Schlitten 14 in die Feder 16 geleitet und von dieser durch elastische Ver formung abgefangen. Es entsteht kurzzeitig ein Abstand z zwischen dem Schlitten 14 und dem Anschlag 17 (Fig. 2). Durch die über die Stellmutter 18 einstellbare Spannung der Feder 16 wird die Größe des Betrages der Rückschlagenergie festgelegt, der von der Feder aufgenommen wird und so nicht für die Verformung des Stopfens 3 zur Ver fügung steht. Bei geringer Federspannung ist der Anteil der Energie, die nicht auf den Stopfen 3 einwirkt, grö ßer als bei hoher Federspannung. Auf diese Weise wird die auf den Stopfen 3 einwirkende Schlagarbeit fein do siert.
Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Bestandteile der
Vorrichtung wird gewährleistet, daß die Bewegungsenergie des
Systems Kolben - Kolbenstange - Stempel schlagartig auf den
Stopfen 3 einwirkt, wobei die Schlagwirkung fein dosiert ist.
Der Schlag auf den Stopfen 3 führt dazu, daß der Stopfen 3
zum Teil in den Bereich 2a der Bohrung 2 fließt und sich im
Bereich 2a der Bohrung 2 intensiv an die Wand anlegt.
Es hat sich gezeigt, daß auf diese Weise hergestellte Ver
schlüsse von Bohrung deutlich höheren Drücken standhalten als
Verschlüsse, die durch langsames Eindrücken der Stopfen in
die Bohrung hergestellt sind.
Mir der Dosierung der Schlagwirkung wird gewährleistet, daß
die für das Herstellen des dichten Verschlusses erforderliche
Umformarbeit in den Stopfen eingeleitet wird, ohne das es zu
ungewollten Deformierungen des zu verschließenden Werkstücks
kommt.
1
Werkstück
2
Bohrung (Bereich
2
a; Bereich
2
b)
3
stopfen
4
Schlagbolzen
5
Element
6
Feder
7
Kragen
8
Lager
9
Anschlag
10
Stempel
11
Kolbenstange
12
Zylinder
13
Kolben
14
Schlitten
15
Führung
16
Feder
17
Anschlag
18
Stellmutter
19
Anschlag
20
Zuleitung
Claims (6)
1. Vorrichtung zum dichten Verschließen von druckmittelbeauf
schlagten Bohrungen, bei der ein Stopfen (3) in den größe
ren Bereich (2b) einer abgestuften Bohrung (2) eingelegt
ist, dadurch gekennzeichnet, daß
- a) vor dem Stopfen (3), der aus Aluminium besteht, mit ei nem Abstand X ein verschiebbar geführter Schlagbolzen (4) steht,
- b) vor dem Ende des Schlagbolzens (4) mit Abstand y ein Stempel (10) steht, der das Ende einer Kolbenstange (11) bildet, an deren anderem Ende ein in einem Zylinder (12) geführter Kolben (13) angeordnet ist, wobei der Zylinder (12) mit einer Zuleitung (20) für eine schlagartige Zu leitung von Druckluft verbunden ist,
- c) der Zylinder (12) fest mit einem Schlitten (14) verbun den ist, der seinerseits auf einer Führung (15) angeord net ist und in der Ausgangsposition mittels einer Feder (16) gegen einen Anschlag (17) gedrückt wird, wobei die Spannung der Feder (16) veränderbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser des Stopfens (3) etwa 10% kleiner als der
Durchmesser der Bohrung (2) im Bereich (2a) und etwa 1,5-
4,5% kleiner als der Durchmesser der Bohrung (2) im Be
reich (2b) ist.
3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Durchmesser des Schlagbolzens (4) an
seiner dem Stopfen (3) zugewandten Seite bei etwa 80-
90%, vorzugsweise 85%, des Durchmessers des Stopfens (3)
liegt.
4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schlagbolzen (4) in einem Element (5)
verschiebbar geführt ist und in der Ausgangsposition mit
tels einer Feder (6), die zwischen einem Kragen (7) und
einem Lager (8) angeordnet ist, mit dem Kragen (7) gegen
einen Anschlag (9) gedrückt wird.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Position des Stempels (10) in der Aus
gangsposition durch einen Anschlag (19) fixiert ist.
6. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Spannung der Feder (16) mittels einer
Stellmutter (18) verändert wird.
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