DE10115519A1 - Hohlraum bildende Bodenkonstruktion - Google Patents

Hohlraum bildende Bodenkonstruktion

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Abstract

Der erfindungsgemäße Doppel- oder Hohlraumboden besteht im wesentlichen aus auf einem Rohboden im Abstand voneinander angeordneten Tragelementen (13) und darauf aufliegend angeordneten Bodenplatten (14), wobei erfindungsgemäß die Tragelemente aus Kalksandstein oder einem anderen geeigneten feuerfesten Material bestehen und die Bodenplatten Betonplatten aus bewehrtem Leichtbeton sind, der Zuschläge aus einem Material wie beispielsweise Blähton aufweist, womit die Wärmeleitfähigkeit des Betons spürbar verringert wird. Die erfindungsgemäße Bodenkonstruktion erreicht damit eine besonders gute Widerstandsfähigkeit gegen Feuer im Hohlraum unter dem Hohlraumboden.

Description

Die Erfindung betrifft eine Hohlraum bildende, auf einem Rohbo­ den angeordnete Bodenkonstruktion, insbesondere einen Doppel- bzw. Hohlraumboden mit auf dem Rohboden im Abstand voneinander angeordneten Tragelementen und mit auf den Tragelementen auf­ liegend angeordneten, aneinander angrenzend verlegten Bodenplat­ ten.
Doppelböden bzw. Hohlraumböden kommen häufig dort zum Einsatz, wo es darauf ankommt, unterhalb eines begehbaren Bodens Freiraum für die Installation von Leitungen aller Art zu schaffen. Hohl­ raum- bzw. Doppelböden werden häufig in Büro- und Verwaltungsbe­ reichen als Verkabelungsebene für elektrische Versorgungsleitun­ gen und Telekommunikations- bzw. Datenkabel eingesetzt. Der zwi­ schen dem Rohboden und dem im von den Tragelementen definierten Abstand darüber verlegten Bodenplatten geschaffene Installati­ onsraum kann auch zur Verlegung von Heizungs- und Wasserleitun­ gen oder unmittelbar als Lüftungs- oder Klimatisierboden genutzt werden. Der wesentliche Unterschied zwischen einem Doppelboden und einem Hohlraumboden besteht dabei darin, daß beim Doppelbo­ den die belastete Bodenfläche unmittelbar von den Bodenplatten gebildet wird, wohingegen beim Hohlraumboden auf den Bodenplat­ ten eine Estrichschicht angeordnet wird, auf der sich dann wie­ derum ein Bodenbelag wie Teppichboden befinden kann.
So vorteilhaft die bekannten Doppel- bzw. Hohlraumböden in ihrem täglichen Gebrauch im Hinblick auf die Flexibilität sind, die sie bei der Verlegung von Leitungen aller Art bieten, können sie doch auch Probleme mit sich bringen, wenn über das Mindestmaß hinausgehende Anforderungen an den Brandschutz von mit Doppel- bzw. Hohlraumböden ausgestatteten Gebäuden gestellt werden. Bei der Vielzahl von unter den Bodenplatten der Bodenkonstruktion angeordneten, elektrischen Leitungen kann es bei unachtsamer Verlegung leicht zu einem Brand infolge von verschmorenden Ka­ beln kommen. Die bei einem Brand in dem Hohlraum zwischen Rohbo­ den und Bodenplatten entstehende Hitze schwächt die Bodenplat­ ten, die dann die an sie gestellten Anforderungen hinsichtlich ihrer Festigkeit nur noch über einen begrenzten Zeitraum erfül­ len können.
Sofern für die bekannten Doppel- bzw. Hohlraumböden überhaupt brandschutztechnische Nachweise vorliegen, bieten diese im all­ gemeinen lediglich eine Feuerwiderstandsklasse F30, einige we­ nige Böden noch die Widerstandsklasse F60. Dies bedeutet, daß die bekannten Böden nur bis zu 30 bzw. 60 min einem Feuer wider­ stehen, d. h. während dieser Zeit ihre Trägfähigkeit gewährlei­ sten können. Danach besteht die Gefahr, daß die Bodenplatten durchbrechen bzw. daß Flammen durchschlagen.
Die von den bekannten Böden erreichten Feuerwiderstandsklassen mögen bei Räumen ausreichen, die im Falle eines Feueralarms schnell verlassen werden können. Fluchtwege in Gebäuden jedoch, also Flure, Treppen u. dgl. müssen in einem Brandfall den Flammen möglichst lange standhalten, um die Evakuierung aller Menschen zu gewährleisten, die sich in dem brennenden Gebäude befinden. Dies führt dazu, daß Flure, Treppen und andere Verkehrsflächen von Gebäuden häufig nicht mit einem Doppel- oder Hohlraumboden versehen sein dürfen, da mit den bekannten Bodenkonstruktionen die für solche Verkehrsflächen geforderten Feuerwiderstandswerte bislang nicht erreicht wurden. Die Verlegung von Kabeln, Leitun­ gen u. dgl. zwischen zwei Räumen, die durch einen Flur od. dgl. voneinander getrennt sind, wird dadurch erheblich erschwert, denn es müssen zur Verbindung der unter den Bodenplatten ausge­ bildeten Hohlräume solcher zwei Zimmer Leerrohre im Boden des dazwischen liegenden Flures vorgesehen werden, deren Querschnitt naturgemäß begrenzt ist. Spätere Änderungen der Leitungsführung sind damit häufig nicht oder nur mit Schwierigkeiten möglich. Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bodenkonstruktion der ein­ gangs genannten Art zu schaffen, die einen deutlich verbesserten Feuerwiderstand bietet.
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß die Tragelemente aus feuerfestem Material bestehen und die Boden­ platten Betonplatten aus bewehrtem Beton sind, der Zuschläge aus einem die Wärmeleitfähigkeit des Betons herabsetzende Material aufweist. Die Tragelemente können dabei bevorzugt aus Kalksand­ stein bestehen. Als Beton kommt vorzugsweise Leichtbeton zum Einsatz.
Die Verwendung eines feuerfesten Materials wie zum Beispiel Kalksandstein für die Tragelemente stellt sicher, daß im Falle eines Brandes in dem von der Bodenkonstruktion gebildeten Hohl­ raum die die Bodenplatten unterstützenden Stützelemente nicht wegbrechen und dadurch die ganze Konstruktion zum Einbruch brin­ gen können. Die bewehrten, mit Zuschlägen aus einem Material mit hohem Wärmedämmeffekt versehenen Leichtbetonplatten, denen eine eigenständige erfinderische Bedeutung zukommt, haben infolge der verwendeten Zuschläge eine außergewöhnlich geringe Wärmeleitfä­ higkeit und setzen dem Feuer ihrerseits eine sehr hohe Wider­ standskraft entgegen. Sie halten ihre Festigkeit so lange, daß ein entsprechend ausgestalteter Doppel- bzw. Hohlraumboden ohne weiteres die Feuerwiderstandsklasse F90 erreicht, also minde­ stens 90 min die geforderte Belastbarkeit bietet. Es ist anzu­ nehmen, daß die verwendeten Zuschlagstoffe, bei denen sich bei­ spielsweise um Blähton oder Bims handeln kann, das Wärmeleitver­ mögen des Betons erheblich verringern, also für eine besonders gute Wärmedämmung sorgen, so daß es auch bei langer Beflammung an der Unterseite der Bodenplatten nur zu einer langsamen Erwär­ mung dieser kommt. Infolge der langsamen Erwärmung vermag auch die Bewehrung in der Leichtbetonplatte ihre Aufgabe lange wahrzunehmen und dadurch die geforderte Festigkeit auch noch nach mehr als 90 min zu gewährleisten. Die besondere Ausgestaltung der bei der erfindungsgemäßen Bodenkonstruktion zum Einsatz kommenden Leichtbetonplatte gestattet es damit, nun auch solche Bereiche eines Gebäudes mit Doppel- bzw. Hohlraumböden zu ver­ sehen, die als Fluchtwege ausgewiesen sind und die daher auch über einen längeren Zeitraum als eine Stunde voll belastbar sein müssen.
Die Zuschläge im Beton haben vorzugsweise einen Volumenanteil von 10 bis 50% des Gesamtbetonvolumens. Als besonders vorteil­ haft hat sich ein Volumenanteil von ca. 20% Blähton in dem Leichtbeton erwiesen.
Die Bewehrung der Bodenplatten ist vorzugsweise eine schlaffe Stahlbewehrung und besteht zweckmäßig im wesentlichen aus etwa zentrisch zwischen der Oberseite und der Unterseite der Boden­ platte angeordneten Bewehrungseinlagen, beispielsweise einer Bewehrungsmatte. Es kann aber auch eine vorgespannte Bewehrung zum Einsatz kommen.
Die Tragelemente können aus jeweils mehreren Steinen bis in die gewünschte Höhe der Bodenkonstruktion aufgemauert sein. Hierfür können wie bereits erwähnt in besonders vorteilhafter Ausgestal­ tung der Erfindung Kalksandsteine dienen oder aber auch andere feuerfeste Steine, beispielsweise Ziegelsteine, zum Einsatz kom­ men.
Zur Bildung eines Hohlraumbodens kann die Bodenkonstruktion mit einer auf der Oberseite der Betonplatten angeordneten Estrich- Deckschicht versehen sein. Diese bildet dann eine geschlossene Bodenfläche, auf der ein Bodenbelag wie z. B. Teppichboden ausge­ legt werden kann. Ganz besonders vorteilhaft ist es, wenn die Estrich-Deckschicht aus Gußasphalt besteht. Der Gußasphalt hat gegenüber dem bei den bekannten Hohlraumböden zum Einsatz kom­ menden Anhydrid-Fließestrich den Vorteil, schon kurze Zeit nach seinem Auftrag voll belastbar zu sein. Darüber hinaus reißt der Gußasphalt bei thermischer Beanspruchung durch ein Feuer im da­ runterliegenden Hohlraum nicht auf oder platzt ab. Im Gegenteil kommt es zu einem Erweichen des Gußasphaltes bei einer thermi­ schen Beanspruchung durch Feuer im darunterliegenden Hohlraum, was wiederum dazu führt, daß etwa vorhandene Risse im Estrich oder an dessen Übergang zu Wänden des Raumes sich selbsttätig verschließen, so daß Flammen und/oder Rauch nicht von unten durch den Boden durchschlagen können.
Vorzugsweise ist zwischen den Bodenplatten und der Estrich-Deck­ schicht eine Trennschicht angeordnet, die beispielsweise aus ei­ ner Faservliesmatte bestehen kann, die vor dem Auftrag des Estriches auf der Oberseite der Betonplatten ausgelegt wird. Die Betonplatten sind zweckmäßig kleinformatige Platten mit einer Größe von weniger als einem Quadratmeter, wodurch sie sich beim Verlegen leicht handhaben lassen. Tatsächlich sind kleinforma­ tige Platten auch widerstandsfähiger auch gegenüber der von dem Feuer ausgehenden Wärmebelastung als Platten größerer Abmessun­ gen. Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Bodenplatten eine Dicke zwischen 50 und 100 mm, eine Länge zwischen 500 und 1500 mm und eine Breite zwischen 300 und 700 mm aufweisen. Die Bodenplatten können im Bereich ihrer Ecken mit etwa viertel­ kreisförmigen Ausnehmungen versehen sein, die dann nach dem Ver­ legen an Stellen, an denen vier Platten aufeinanderstoßen, ein kreisförmiges Loch bilden, was sich im allgemeinen oberhalb ei­ nes Tragelementes befindet. Diese Ausnehmungen werden dann zweckmäßig mit auf die Tragelemente aufgebrachtem Mörtel ausge­ füllt, so daß die Platten nach dem Erhärten des Mörtels nicht mehr auf den Tragelementen verrutschen können.
Die Tragelemente sind zweckmäßig mit von ihrer Oberseite zugäng­ lichen Grifflöchern od. dgl. versehen, die vor dem endgültigen Auflegen der Tragplatten mit wärmeisolierendem Material ausge­ stopft sind. Die Grifflöcher, wie sie in Kalksandsteinen regel­ mäßig vorhanden sind, ermöglichen eine leichte Handhabung der Tragelemente, wenn diese auf dem Rohboden montiert werden. Das anschließend in die Grifflöcher gestopfte wärmeisolierende Mate­ rial verhindert wirksam, daß die von einem Feuer im Hohlraum un­ terhalb der Bodenkonstruktion erzeugte Wärme von den Tragelemen­ ten nach oben durch die Stoßfugen der darauf aufliegenden Beton­ platten abgegeben wird. Das wärmeisolierende Material kann bei­ spielsweise Mineralwolle sein.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung, worin eine bevor­ zugte Ausführungsform der Erfindung an einem Beispiel näher er­ läutert wird. Es zeigt:
Fig. 1 einen Ausschnitt eines erfindungsgemäßen Hohlraumbodens vor dem Auftrag von dessen Estrich-Deckschicht in einer Drauf­ sicht; und
Fig. 2 den Hohlraumboden nach Fig. 1 in einem vergrößerten Schnitt längs der Linie II-II einschließlich seiner Estrich- Deckschicht.
In der Zeichnung bezeichnet 10 einen Hohlraumboden, der auf ei­ nem Rohboden 11 eines Gebäudes angeordnet ist, um oberhalb von diesem einen Hohlraum 12 zu schaffen, in dem später Strom-, Da­ ten- und/oder andere Versorgungsleitungen verlegt werden können. Der Hohlraumboden 10 besteht im wesentlichen aus auf dem Rohbo­ den 11 angeordneten Tragelementen 13 und darauf aufgelegten Bo­ denplatten 14, auf denen wiederum unter Zwischenlage einer Fa­ servliesmatte 15 eine Estrich-Deckschicht 16 angeordnet ist. Die Tragelemente 13 bestehen jeweils aus mehreren Kalksandstein-Qua­ dern 17, die mit Mörtel 18 miteinander verbunden sind. Die Kalksandsteine 17 haben durchgehende, oben und unten offene Grifflöcher 19, wobei das Griffloch des jeweils obersten Steins 17a eines jeden Tragelementes 13 mit Mineralwolle 20 ausgefüllt ist.
Auf den jeweils obersten Kalksandsteinquadern 17a ist eine auch die Mineralwolle 20 abdeckende Mörtelschicht 21 aufgetragen, in die die Bodenplatten 14 gelegt sind. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß die Tragelemente 13 die Bodenplatten in deren Eckbereichen unterstützen, wobei bis zu vier Bodenplatten auf ein und demselben Tragelement 13 aufliegen können.
Die Bodenplatten sind Betonplatten aus einem bewehrten Leichtbe­ ton. Bei der Bewehrung handelt es sich um eine schlaffe Stahlbe­ wehrung 22, die in Form von Bewehrungsmatten zentrisch zwischen der Oberseite 23 und der Unterseite 24 der Betonplatte 14 ange­ ordnet ist. In Fig. 1 ist die Bewehrung 22 lediglich in einigen der Platten gestrichelt angedeutet; es versteht sich jedoch, daß alle Bodenplatten 14 des Hohlraumbodens 10 mit solchen Be­ wehrungseinlagen versehen sind.
Der für die Herstellung der Betonplatten 14 verwendete Leichtbe­ ton enthält Zuschläge 25 aus Blähton, der ein hohes Wärmedäm­ mungsvermögen hat und somit die Wärmeleitfähigkeit der Beton­ platten insbesondere in einer Richtung senkrecht zur Platten­ ebene gegenüber herkömmlichem Beton erheblich herabsetzt. Der volumetrische Anteil der Zuschläge am Gesamtvolumen des für die Bodenplatten 14 verwendeten Leichtbetons beträgt ca. 20%. An ihren Eckbereichen 26, mit denen die Bodenplatten 14 auf den Tragelementen 13 aufliegen, sind die Platten mit etwa viertel­ kreisförmigen Ausnehmungen 27 versehen, die nach dem Verlegen der Platten bis in die Höhe ihrer Oberseite 23 mit Mörtel 28 ausgefüllt sind, der nach seinem Erhärten die Platten auf den Tragelementen arretiert und verhindert, daß die Platten seitlich verrutschen können.
Die Bodenplatten haben bei dem gezeigten, bevorzugten Ausfüh­ rungsbeispiel eine Länge von 1000 mm, eine Breite von 500 mm und eine Dicke von 70 mm. Bei diesen Abmessungen haben die Platten ein Gewicht unter 80 kg und sind somit noch vergleichsweise gut handhabbar und können gegebenenfalls auch von Hand auf den Tragelementen 13 genau ausgerichtet werden.
Die nach dem Verlegen der Bodenplatten und Ausmörteln der Aus­ nehmungen auf der Oberseite der Platten angebrachte Estrich- Deckschicht besteht aus Gußasphalt, der im heißen, zähflüssigen Zustand in einer Dicke von ca. 40 mm auf die als Trennschicht wirkende, zuvor ausgelegte Faservliesmatte aufgetragen wird. Nach dem Auftrag der Gußasphaltschicht 16 wird die Oberfläche des noch warmen Gußasphaltes mit feinem Sand in an sich bekann­ ter Weise abgerieben.
Die dargestellte und beschriebene Bodenkonstruktion 10 weist eine ausgezeichnete Widerstandsfähigkeit gegen Feuer auf. Versu­ che in einer Brandkammer zur Durchführung der Brandprüfung nach DIN 4102-2 : 1977-09, bei denen die Betonplatten 14 einer Beflam­ mung von unten durch in dem Hohlraum 12 angeordnete Brenner aus­ gesetzt wurden, haben ergeben, daß die zulässigen Temperaturer­ höhungen auf der dem Feuer abgekehrten Seite, also an der Ober­ seite der Bodenkonstruktion, während eines Zeitraums von mehr als 90 min eingehalten wurden, so daß die Bodenkonstruktion den Anforderungen der Feuerwiderstandsklasse F90 genügt. Dies bedeu­ tet, daß die Bodenkonstruktion während eines Zeitraums von min­ destens 90 min nach Ausbrechen eines Feuers im Hohlraum 12 si­ cher standfest ist und somit auch für Fluchtwege aus Gebäuden eingesetzt werden kann. Die in den Betonplatten 14 eingesetzten Zuschläge verbessern offensichtlich das Wärmedämmvermögen des Betons dramatisch und/oder setzen dessen Wärmedurchgangszahl verglichen mit herkömmlichem Beton erheblich herab, so daß sich die Platte nur langsam erwärmt und dadurch auch die Stahlbeweh­ rung 22 über einen langen Zeitraum ihre Festigkeit behält und die Festigkeit des Betons damit sicherstellt. Die Estrich-Deck­ schicht aus Gußasphalt neigt bei Einwirkung von Wärme durch ein Feuer im Hohlraum nicht etwa zum Aufreißen, wie dies bei zement­ gebundenem Estrich erwartet werden kann, sondern wird vielmehr langsam erweichen und dadurch etwa vorhandene Risse, Löcher od. dgl. selbsttätig wieder verschließen, durch die ansonsten Rauch dringen oder Flammen durchschlagen könnten. Die bituminös gebundene Estrichschicht gewährleistet somit in Kombination mit den darunter angeordneten, bewehrten Betonplatten, daß der Boden außergewöhnlich lange belastbar bleibt und auch die Abdichtung des Hohlraums 12 gegenüber dem darunterliegendem Gebäuderaum lange gewährleistet ist, so daß das Feuer im Hohlraum aus den darüberliegenden Räumlichkeiten praktisch keinen weiteren Sauerstoff erhalten kann.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern es sind viele Änderungen und Ergänzungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu ver­ lassen. So ist es beispielsweise denkbar, die erfindungsgemäße Bodenkonstruktion als Doppelboden auszubilden, bei dem auf die Bodenplatten kein zusätzlicher Estrich aufgebracht ist bzw. die einzelnen Bodenplatten mit einer Estrichschicht versehen werden, bevor die Platten dann aneinander anstoßend auf den Tragelemen­ ten verlegt werden. Anstelle von Tragelementen aus Kalksandstein können auch andere feuerfeste Materialien zum Einsatz kommen, beispielsweise Schamottesteine, Ziegelsteine od. dgl.. Die Zu­ schlagstoffe in den Leichtbetonplatten können außer aus Blähton auch aus Bims oder anderen Werkstoffen bestehen, die gut wärme­ dämmend sind. In Einzelfällen ist es auch denkbar, die Beton­ platte an ihrer Unterseite mit einer Wärmedämmschicht zu ka­ schieren.

Claims (22)

1. Hohlraum bildende, auf einem Rohboden angeordnete Bodenkon­ struktion, insbesondere Doppel- bzw. Hohlraumboden, mit auf dem Rohboden im Abstand voneinander angeordneten Trageelementen und mit auf den Trageelementen aufliegend angeordneten, aneinander angrenzend verlegten Bodenplatten, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragelemente (13) aus feuerfestem Material bestehen und die Bodenplatten (14) Betonplatten aus bewehrtem Beton sind, der Zuschläge (25) aus einem die Wärmeleitfähigkeit des Betons her­ absetzenden Material aufweist.
2. Bodenkonstruktion nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragelemente (13) aus Kalksandstein bestehen.
3. Bodenkonstruktion nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß die Betonplatten aus bewehrtem Leichtbeton beste­ hen.
4. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuschläge (25) aus Blähton und/oder Bims bestehen.
5. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuschläge (25) im Leichtbeton einen Volumenanteil von 10-50% haben.
6. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Bewehrung (22) der Bodenplatten (14) eine Stahlbewehrung ist.
7. Bodenkonstruktion nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stahlbewehrung (22) eine schlaffe Bewehrung ist und im wesentlichen aus etwa zentrisch zwischen der Oberseite (23) und der Unterseite (24) der Betonplatte angeordneten Bewehrungsein­ lagen besteht.
8. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragelemente (13) aus jeweils mehreren Steinen (17) bis in die gewünschte Höhe aufgemauert sind.
9. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 8 gekenn­ zeichnet durch eine auf der Oberseite (23) der Bodenplatten (14) angeordnete Estrich-Deckschicht (16).
10 Bodenkonstruktion nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Estrich-Deckschicht (16) aus Gußasphalt besteht.
11. Bodenkonstruktion nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekenn­ zeichnet, daß zwischen den Bodenplatten (14) und der Estrich- Deckschicht (16) eine Trennschicht (15) angeordnet ist.
12. Bodenkonstruktion nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich­ net, daß die Trennschicht (15) aus einer Faservliesmatte be­ steht.
13. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatten (14) kleinformatige Plat­ ten mit einer Größe von weniger als 1 m2 sind.
14. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatten eine Dicke zwischen 50 und 100 mm, eine Länge zwischen 500 und 1500 mm und eine Breite zwischen 300 und 700 mm aufweisen.
15. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Bodenplatten (14) im Bereich ihrer Ecken (26) mit etwa viertelkreisförmigen Ausnehmungen (27) ver­ sehen sind.
16. Bodenkonstruktion nach Anspruch 15, dadurch gekennzeich­ net, daß die Platten mit ihren Ausnehmungen (27) oberhalb der Tragelemente (13) angeordnet und die Ausnehmungen (27) mit auf die Tragelemente (13) aufgebrachtem Mörtel (28) ausgefüllt sind.
17. Bodenkonstruktion nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragelemente (13) mit von ihrer Ober­ seite zugänglichen Grifflöchern (19) od. dgl. versehen sind, die mit wärmeisolierendem Material (20) ausgestopft sind.
18. Bodenkonstruktion nach Anspruch 17, dadurch gekennzeich­ net, daß das wärmeisolierende Material (20) Mineralwolle od. dgl. ist.
19. Bewehrte, kleinformatige Leichtbetonplatte insbesondere zur Verwendung in einem Doppel- oder Hohlraumboden, gekennzeichnet durch Zuschläge (25) aus einem die Wärmeleitfähigkeit des Betons herabsetzenden Material.
20. Leichtbetonplatte nach Anspruch 19, dadurch gekennzeich­ net, daß die Zuschläge (25) aus Blähton, Bims od. dgl. bestehen.
21. Leichtbetonplatte nach Anspruch 19 oder 20, dadurch ge­ kennzeichnet, daß ihre Bewehrung (22) eine schlaffe, zentrisch angeordnete Stahlbewehrung ist.
22. Leichtbetonplatte nach einem der Ansprüche 19 bis 21, da­ durch gekennzeichnet, daß die Zuschläge einen Volumentanteil von 10-50% vom Gesamtvolumen des für die Betonplatte (14) ver­ wendeten Leichtbetons haben.
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