DE10132972C1 - Steuerbare Vorrichtung zur unterirdischen Herstellung von Durchlässen - Google Patents

Steuerbare Vorrichtung zur unterirdischen Herstellung von Durchlässen

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Abstract

Eine steuerbare Vorrichtung zur unterirdischen Herstellung von Durchlässen umfasst ein Mantelrohr (1), eine im Mantelrohr (1) angeordnete Förderschnecke (2) und ein Steuerelement, mit dem die Vortriebsrichtung steuerbar ist. Das Steuerelement weist eine Steuerfläche (23) auf, die zur Längsmittelachse des Mantelrohres (1) geneigt ist und die eine Ablenkung der Vorrichtung beim Vortrieb entsprechend dieser Neigung bewirkt. Es wird vorgeschlagen, diese Steuerfläche (23) an einem Mantelkopfstück (7) vorzusehen, welches am vorderen Ende des Mantelrohres (1) drehbar gelagert ist. Das Mantelkopfstück (7) kann durch eine Bewegung der Förderschnecke (2) gedreht werden. Für die Förderdrehbewegung der Förderschnecke (2) ist das Mantelkopfstück (7) von der Förderschnecke entkoppelbar.

Description

Die Erfindung betrifft eine steuerbare Vorrichtung zur unterirdischen Herstellung von Durchlässen, mit einem Mantelrohr, einer im Mantelrohr angeordneten Förderschnecke und einem Steuerelement zur Steuerung der Vortriebsrichtung, wobei das Steuerele­ ment ein am vorderen Ende der Vorrichtung am Mantelrohr gelagertes Mantelkopfstück ist.
Aus der DE 32 46 933 A1 ist es bekannt, eine derartige Vorrichtung ausgehend von ei­ nem Startschacht in Erdreich einzupressen. Mantelrohr und Förderschnecke bestehen in der Regel aus mehreren Schüssen, die im Startschacht zusammengesetzt werden. Beim Vortrieb der Vorrichtung kann es aufgrund von Inhomogenitäten im Erdreich zu Abweichungen von der Zielrichtung kommen. Derartige Abweichungen können bei­ spielsweise mittels einer Targetscheibe ermittelt werden, die am vorderen Ende der Vorrichtung angeordnet ist und durch das Mantelrohr hindurch beobachtet wird. Zur Korrektur der Vortriebsrichtung ist das Mantelkopfstück am Mantelrohr über Steuerzy­ linder abgestützt, welche die Möglichkeit geben, das Mantelkopfstück relativ zum Man­ telrohr zu verkippen. Hierbei ist es nachteilig, dass zur Steuerung der Steuerzylinder Steuerelemente, wie zum Beispiel eine Hydraulikpumpe mit Druckmittelvorratsbehälter und Steuerventil, vorgesehen sein müssen. Diese Steuerelemente müssen entweder platzraubend im Mantelrohr angeordnet werden, oder Druckmittelleitungen müssen von dem Startschacht bis zum Mantelkopfstück geführt werden, was jedoch bei Hinzufü­ gung weiterer Rohrschüsse problematisch ist.
Des Weiteren ist aus der US 3938597 eine Vorrichtung bekannt, bei der das Mantel­ kopfstück schwenkbar zur Längsmittelachse des Mantelrohres ist. Die Bewegung des Mantelkopfstückes wird über eine Hydraulik und ein Gestänge bewirkt. Diese Mechanik ist komplex und dürfte störungsanfällig sein, da das Gestänge außerhalb des Mantel­ rohres verläuft.
Aus der DE 195 12 123 A1 ist es bekannt, als Steuerelement zur Korrektur der Vor­ triebsrichtung einen Aufsatz am vorderen Ende der Förderschnecke zu verwenden, der eine zur Längsmittelachse des Mantelrohrs geneigte Steuerfläche aufweist. Zur Rich­ tungskorrektur wird die Förderschnecke in einer geeigneten Position angehalten und ohne Drehung vorgepresst. Die Schrägstellung der Steuerfläche zur Vortriebsrichtung bewirkt eine Ablenkung in Richtung auf die vorgegebene Zielrichtung. Hiernach wird der Vortrieb bei sich drehender Förderschnecke fortgesetzt. Die Richtungskorrektur setzt gut verdrängbares Erdreich voraus. Nachteilig ist ferner insbesondere, dass die Förder­ schnecke während der Richtungskorrektur nicht zum Abtransport des Erdreiches einge­ setzt werden kann.
Des Weiteren ist es bekannt (DE 198 42 181 A1) ein Pressbohrgerät ohne Förder­ schnecke einzusetzen, bei dem ein Verdrängerkopf drehfrei auf einem Mantelrohr ab­ gestützt ist und ebenfalls an seinem vorderen Ende eine Steuerfläche aufweist. Zur Einstellung der Ablenkrichtung wird der Verdrängerkopf über ein im Mantelrohr verlau­ fendes Gestänge gedreht. Es ist keine Förderschnecke vorgesehen, so dass sich die­ ses Pressbohrgerät im Wesentlichen zur Erzeugung von Pilot-Durchlässen eignet. Durchlässe größeren Durchmessers können hingegen auf diese Weise in der Regel nicht hergestellt werden.
Es ist nun Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung der eingangs ge­ nannten Art zur Verfügung zu stellen, bei der eine Korrektur der Vortriebsrichtung auch bei sich drehender Förderschnecke möglich ist und die gegenüber dem Stand der Technik einen vereinfachten und robusteren Aufbau aufweist.
Diese Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass das Mantelkopfstück um die Längsmittelachse des Mantelrohres drehbar gelagert ist, eine zu dieser Längsmittelache geneigte Steuerfläche aufweist und für eine Drehung mittels einer Bewegung der Förderschnecke antreibbar ist, wobei die Förderschnecke und das Mantelkopfstück für die Förderdrehbewegung der Förderschnecke voneinander entkoppelbar sind. Da die Steuerfläche am Mantelrohrkopfstück angeordnet ist, ist die Richtungskorrektur unabhängig von der Stellung der Förderschnecke. Diese kann also während der richtungskorrigierenden Vorwärtsbewegung in Betrieb sein. Hierfür ist Voraussetzung, dass die Förderschnecke vom Mantelkopfstück entkoppelt ist. Muss das Mantelkopfstück neu ausgerichtet werden, können die Förderschnecke und das Mantel­ kopfstück gekoppelt werden, um letzteres mit einer Bewegung der Förderschnecke in die gewünschte Richtung zu drehen. Hierdurch erübrigen sich aufwändige weitere An­ triebsmittel. Das Mantelkopfstück kann eine im Wesentlichen zylinderförmige Fortset­ zung des Mantelrohres sein, auf dem auf einem Teil des äußeren Umfanges ein die Steuerfläche aufweisendes Aufsatzelement vorgesehen ist. Die Steuerfläche muss in Vortriebsrichtung in Richtung auf die Längsmittelachse des Mantelrohres geneigt sein. Bei einer unverstellbaren Steuerfläche wird die Vorrichtung stets von der Zielrichtung abgelenkt, so dass in jedem Fall Korrekturen der Vortriebsrichtung notwendig sind. Die Spitze der Vorrichtung bewegt sich somit auf einem zick-zack-ähnlichen Kurs zum Ziel.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann auch so ausgebildet sein, dass die Längsmit­ telachse des Außendurchmessers des Mantelkopfstückes zumindest in einem vorders­ ten Teil gegen die Längsmittelachse des Mantelrohres geneigt ist. Das Mantelkopfstück kann hierfür beispielsweise aus zwei im Außenumfang zueinander geneigten zylindri­ schen Teilstücken bestehen. Die Steuerfläche ist somit durch den in Vortriebsrichtung gesehen zur Längsmittelachse des Mantelrohres hin geneigten Teil des äußeren Um­ fanges des Mantelkopfstückes gegeben.
Es ist möglich, für die Drehung des Mantelkopfstückes die Förderdrehrichtung der För­ derschnecke zu nutzen. Dann wäre es allerdings erforderlich, über einen komplexen Mechanismus mit einem eigenen, z. B. hydraulischen Antrieb Kopplungselemente zur Kopplung und Entkopplung von Förderdrehschnecke und Mantelkopfstück zu steuern.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann aber auch so ausgebildet sein, dass das Mantelkopfstück über eine zur Förderdrehrichtung entgegengesetzte Drehbewegung der Förderschnecke antreibbar ist. Somit können den beiden Drehrichtungen der För­ derschnecke unterschiedliche Funktionen zugeordnet werden. Die Förderdrehrichtung wird allein zur Abraumförderung und die entgegengesetzte Drehrichtung zum Antrieb des Mantelkopfstückes eingesetzt.
Hierfür kann die erfindungsgemäße Vorrichtung so ausgebildet sein, dass mindestens ein die Drehbewegung der Förderschnecke auf das Mantelkopfstück übertragendes Mitnehmerelement vorgesehen ist, welches allein bei einer zur Förderdrehrichtung ent­ gegengesetzten Drehung der Förderschnecke wirksam ist.
Es kann vorteilhaft sein, die erfindungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, dass auf Höhe des Mantelkopfstückes an der Förderschnecke ein koaxial zur Förderschnecke und um diese herum angeordneter Zwischenring fixiert ist und das mindestens ein Mit­ nehmerelement zwischen Mantelkopfstück und Zwischenring wirksam ist.
Das mindestens eine Mitnehmerelement sollte derart angeordnet sein, dass die Stel­ lung der Steuerfläche stets bekannt ist, wenn das Mitnehmerelement greift. Insbesonde­ re kann die erfindungsgemäße Vorrichtung so ausgebildet sein, dass das mindestens eine Mitnehmerelement ein am Mantelkopfstück fixierter und elastisch vorgespannter Mitnehmerbolzen ist, der bei einer der Förderdrehrichtung der Förderschnecke entge­ gengesetzten Drehung des Zwischenrings gegen einen am Zwischenring vorgesehenen Anschlag läuft. Ein derartiger Anschlag ist bei einer Drehung des Zwischenrings in För­ derdrehrichtung der Förderschnecke nicht vorgesehen. Dabei kann der Mitnehmerbol­ zen derartig am Mantelkopfstück fixiert sein, dass er von außen zugänglich ist. Es wäre alternativ denkbar, den Mitnehmerbolzen am Zwischenring oder - unter Vermeidung des Zwischenringes - direkt an der Förderschnecke zu fixieren und den Anschlag am Mantelkopfstück vorzusehen.
Weiterhin kann die erfindungsgemäße Vorrichtung so ausgebildet sein, dass Siche­ rungsmittel zur Sicherung des Mantelkopfstücks gegen eine Drehung in Förderdreh­ richtung der Förderschnecke vorgesehen sind. Hierdurch wird verhindert, dass das Mantelkopfstück aufgrund der Nullreibung zwischen Zwischenring und Mantelkopfstück bei einer Drehung der Förderschnecke in Förderdrehrichtung mitgenommen wird.
Hierfür kann vorgesehen sein, die erfindungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, dass die Sicherungsmittel mindestens drei am Mantelrohr oder am Mantelkopfstück fixierte elastisch vorgespannte Sicherungsbolzen umfassen, die bei Drehung des Mantelkopf­ stückes in Förderdrehrichtung der Förderschnecke jeweils gegen einen am Mantelkopf­ stück bzw. am Mantelrohr vorgesehenen Anschlag laufen.
Schließlich kann es vorteilhaft sein, die erfindungsgemäße Vorrichtung so auszubilden, dass am vorderen Ende der Förderschnecke ein Bohrkopf angeordnet ist. Der Bohrkopf erleichtert die Vorwärtsbewegung und ist insbesondere in Erdreich vorteilhaft, das der Verdrängung einen relativ hohen Widerstand entgegensetzt oder in dem örtlich die Vor­ triebsbewegung hemmende Hindernisse gegeben sind.
Anhand von Figuren wird im Folgenden eine bevorzugte Ausbildungsform der erfin­ dungsgemäßen Vorrichtung beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1: das vordere Ende einer erfindungsgemäßen Vortriebsvorrichtung im seitli­ chen Querschnitt,
Fig. 2: die Vortriebsvorrichtung gemäß Fig. 1 im Schnitt A,
Fig. 3: ein Verschleißstück eines Mantelkopfes mit Anschlägen und
Fig. 4: das Verschleißstück gemäß Fig. 3 im Schnitt B.
Fig. 1 zeigt das vordere Ende einer Vortriebsvorrichtung mit einem Mantelrohr 1 und einer Förderschnecke 2. Das Mantelrohr 1 und die Förderschnecke 2 sind aus einzel­ nen Schüssen zusammengesetzt, von denen hier jeweils lediglich der vorderste zu se­ hen ist. Die Welle 3 der Förderschnecke 2 ist hohl und bildet eine optische Gasse zur Beobachtung einer im Kopf 4 der Förderschnecke 2 angeordneten mit hier nicht darge­ stellten Dioden bestückten Targetscheibe 5. Anhand der Targetscheibe 5 kann ermittelt werden, ob und in welchem Maße die Vortriebsvorrichtung von ihrer Zielrichtung ab­ weicht. Am vorderen Ende der Förderschnecke 2 ist ein Bohrkopf 6 angeordnet.
Am Mantelrohr 1 ist ein Mantelkopfstück 7 drehbar gelagert. Mittels einer umlaufenden Nut 8 im Mantelrohr 1 und einem in diese Nut 8 eingreifenden, hier nicht dargestellten Sicherungselement kann das Mantelkopfstück 7 gegen eine axiale Verschiebung relativ zum Mantelrohr 1 gesichert werden.
An der Förderschnecke 2 ist im Bereich des Mantelkopfstückes 7 ein Zwischenring 9 fixiert, der von von der Welle 3 ausgehenden Stegen 10 gehalten wird, von denen in Fig. 1 und Fig. 2 nur einer gezeigt ist. Die Wendel 11 der Förderschnecke 2 ist im Bereich des Zwischenrings 9 unterbrochen, da es ohne diese Maßnahme aufgrund der Fixierung des Zwischenrings 9 zu einer Stauung des zu fördernden Abraums kommen kann. Die Unterbrechungen der Wendel 11 hingegen sind für den Weitertransport des Abraums nicht schädlich. Das Mantelkopfstück 7 ist aus einem Hauptstück 12 und ei­ nem Innenring 13 zusammengesetzt. Der Innenring 13 besteht aus einem verschleiß­ festen gehärteten Material und ist um den Zwischenring 9 herum angeordnet. Der In­ nenring 13 ist am Hauptstück 12 mittels Sechskantschrauben 14 fixiert.
Fig. 2 zeigt in einem in Fig. 1 mit "A-A" gekennzeichneten Schnitt die Welle 3, den über den Steg 10 an der Welle 3 befestigten Zwischenring 9, das Hauptstück 12 und die Sechskantschrauben 14, mit denen der Innenring 13 am Hauptstück 12 fixiert ist, wobei der Innenring 13 in Fig. 2 der Übersichtlichkeit halber nicht gesondert dargestellt ist.
Der Zwischenring 9 weist auf seiner Außenseite eine Vertiefung 15 auf, die auf einer Seite mit einer radial ausgerichteten Anschlagsfläche 16 begrenzt ist und auf der ande­ ren Seite allmählich zum Außenradius ansteigt. In Fig. 2 greift in die Vertiefung 15 ein Mitnehmerbolzen 17, der am Mantelkopfstück 7 fixiert ist und in Richtung auf den Zwi­ schenring 9 mit der Feder 18 elastisch vorgespannt ist. Dreht sich die Welle 3 und damit der Zwischenring 9 in Förderdrehrichtung der Förderschnecke 2, d. h. in Fig. 2 entge­ gengesetzt dem Uhrzeigersinn, gleitet der Mitnehmerbolzen 17 aus der Vertiefung 15 heraus. Der Zwischenring 9 dreht sich unter dem Mitnehmerbolzen 17 hinweg, der dann regelmäßig in die Vertiefung 15 einschlägt und wieder aus ihr herausgleitet.
Dreht sich hingegen die Welle 3 und damit der Zwischenring 9 entgegengesetzt zur Förderdrehrichtung der Förderschnecke 2, d. h. in Fig. 2 im Uhrzeigersinn, läuft der Mitnehmerbolzen 17 gegen die Anschlagsfläche 16, so dass sich das Mantelkopfstück 7 ebenfalls um die Mittellängsachse der Förderschnecke 2 dreht. Somit kann also das Mantelkopfstück 7 mit einer Drehung entgegengesetzt zur Förderdrehrichtung der För­ derschnecke 2 drehend verstellt und gezielt ausgerichtet werden, während bei einer Drehung der Förderschnecke 2 in Förderdrehrichtung der Mitnehmerbolzen 17 nicht greift. In Fig. 1 sind zwei Mitnehmerbolzen 17 dargestellt, um eine hinreichende Kraft­ übertragung zu gewährleisten. Die Mitnehmerbolzen 17 sind nur auf einer bestimmten Umfangsposition des Mantelkopfstückes 7 vorgesehen, um sicherzustellen, dass die Drehposition des Mantelkopfstückes 7 genau bekannt ist, wenn die Mitnehmerbolzen 17 an den Anschlagsflächen 16 anliegen.
Zwischen dem Zwischenring 9 und dem Innenring 13 sowie zwischen dem geförderten Abraum und dem gesamten Mantelkopfstück 7 treten ungewollte aber nicht vermeidba­ re Reibungskräfte (Nullreibung) auf, die ohne Gegenmaßnahmen bewirken würden, dass auch bei einer Drehung der Förderschnecke 2 in Förderdrehrichtung das Mantel­ kopfstück 7 mitgedreht wird. Um dies zu vermeiden, sind am vorderen Ende des Man­ telrohres 1 fixierte Sicherungsbolzen 19 vorgesehen, die durch Federn 20 in Richtung auf den Innenring 13 vorgespannt sind. Der Innenring 13 ist in Fig. 3 isoliert im Quer­ schnitt sowie in Fig. 4 im Ausschnitt gemäß dem Teilabschnitt B-B (Fig. 3) darge­ stellt. Der Innenring 13 weist Vertiefungen 21 auf, die in einer Umfangsrichtung mit ei­ ner Anschlagsfläche 22 begrenzt sind. Auf der dieser Anschlagsfläche 22 entgegengesetzten Umfangsrichtung läuft die Vertiefung 21 stetig bis zum Kopfende des Innenrings 13 an. Die Vertiefungen 21 sind derart ausgerichtet, dass die Anschlagsflächen 22 bei einer Drehung des Innenrings 13 in Förderdrehrichtung gegen die Sicherungsbolzen 19 stoßen. Hierdurch wird die weitere Drehung des Innenrings 13 und damit des Mantel­ kopfstückes 7 in Förderdrehrichtung unterbunden. Die Vertiefungen 21 sind möglichst dicht auf dem Innenring 13 zu verteilen, damit beim Anlaufen der Förderschnecke 2 in Förderdrehrichtung die Drehposition des Mantelkopfstückes 7 nur minimal verstellt wird.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass der äußere Umfang eines vorderen Mantelkopfstückteils 7a nicht mit dem hinteren Mantelkopfstückteil 7b fluchtet. Sowohl das vordere Mantel­ kopfstückteil 7a als auch das hintere Mantelkopfstückteil 7b sind im Wesentlichen im äußeren Umfang jeweils zylindrisch, ihre Längsmittelachsen sind jedoch zueinander um den Winkel α geneigt. Der Teil des Umfangs des Mantelkopfstückes 7, der in Vortriebs­ richtung gesehen gegen die Längsmittelachse des Mantelrohres 1 geneigt ist, bildet eine Steuerfläche 23. Diese bewirkt, dass die Vortriebsvorrichtung beim Vortrieb in eine der Neigung der Längsmittelachse des vorderen Mantelkopfstückteils 7a entsprechen­ den Richtung abgelenkt wird. Weicht die Vortriebsvorrichtung nun in einem bestimmten Maß von der Zielrichtung ab, wird der Vortrieb, der mit einer Drehung der Förderschne­ cke in Förderdrehrichtung einhergeht, unterbrochen. Durch eine Drehung der Förder­ schnecke 2 entgegen der Förderdrehrichtung wird nun das Mantelkopfstück 7 so ver­ stellt, dass beim weiteren Vortrieb die Vortriebsrichtung zur Zielrichtung hin korrigiert wird. Da aufgrund der Geometrie des Mantelkopfstückes 7 die Vortriebsrichtung stets von der Richtung der Längsmittelachse des Mantelrohres abgelenkt wird, führt das vor­ dere Ende der Vortriebsvorrichtung eine zick-zack-ähnliche Bewegung um die ideale Zielrichtung herum aus. Diese Zick-Zack-Bewegung ist gegenüber dem Stand der Technik nicht von Nachteil, da auch dort ständig Richtungskorrekturen vorzunehmen sind. Zudem kann mit relativ geringen Neigungswinkeln α von 4° bis 8° gearbeitet wer­ den.
Nötigenfalls kann zwischen zwei Schüssen des Mantelrohres 1 und/oder der Förder­ schnecke 2 an einer oder mehreren Stellen eine gelenkige Verbindung vorgesehen sein, so dass bei ungewollten oder gesteuerten Richtungsänderungen das Mantelrohr 1 bzw. die Förderschnecke 2 ohne Verklemmungen folgen kann. 1 Mantelrohr
2 Förderschnecke
3 Welle
4 Kopf
5 Targetscheibe
6 Bohrkopf
7 Mantelkopfstück
7a vorderes Mantelkopfstück
7b hinteres Mantelkopfstück
8 Nut
9 Zwischenring
10 Steg
11 Wendel
12 Hauptstück
13 Innenring
14 Sechskantschrauben
15 Vertiefung
16 Anschlagsfläche
17 Mitnehmerbolzen
18 Feder
19 Sicherungsbolzen
20 Feder
21 Vertiefung
22 Anschlagsfläche
23 Steuerfläche

Claims (9)

1. Steuerbare Vorrichtung zur unterirdischen Herstellung von Durchlässen, mit einem Mantelrohr (1), einer im Mantelrohr (1) angeordneten Förderschnecke (2) und einem Steuerelement zur Steuerung der Vortriebsrichtung, wobei das Steuerelement ein am vorderen Ende der Vorrichtung am Mantelrohr (1) gelagertes Mantelkopfstück (7) ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Mantelkopfstück (7) um die Längsmittelachse des Mantelrohres (1) drehbar gela­ gert ist, eine zu dieser Längsmittelachse geneigte Steuerfläche (22) aufweist und für eine Drehung mittels einer Bewegung der Förderschnecke (2) antreibbar ist, wobei die Förderschnecke (2) und das Mantelkopfstück (7) für die Förderdrehbewegung der För­ derschnecke (2) voneinander entkoppelbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Längs­ mittelachse des Außendurchmessers des Mantelkopfstückes (7) zumindest in einem vordersten Teil gegen die Längsmittelachse des Mantelrohres (1) geneigt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mantelkopfstück (7) über eine zur Förderdrehrichtung entgegengesetzte Drehbewegung der Förderschnecke (2) antreibbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein die Drehbewegung der Förderschnecke (2) auf das Mantelkopfstück (7) übertragen­ des Mitnehmerelement vorgesehen ist, welches allein bei einer zur Förderdrehrichtung entgegengesetzten Drehung der Förderschnecke (2) wirksam ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf Höhe des Mantelkopfstückes (7) an der Förderschnecke (2) ein koaxial zur Förder­ schnecke (2) und um diese herum angeordneter Zwischenring (9) fixiert ist und das mindestens ein Mitnehmerelement zwischen Mantelkopfstück (7) und Zwischenring (9) wirksam ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das min­ destens eine Mitnehmerelement ein am Mantelkopfstück (7) fixierter und elastisch vor­ gespannter Mitnehmerbolzen (17) ist, der bei einer der Förderdrehrichtung der Förder­ schnecke (2) entgegengesetzten Drehung des Zwischenrings (9) gegen einen am Zwi­ schenring (9) vorgesehenen Anschlag (16) läuft.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Sicherungsmittel zur Sicherung des Mantelkopfstücks (7) gegen eine Drehung in Förderdrehrichtung der Förderschnecke (2) vorgesehen sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Siche­ rungsmittel mindestens drei am Mantelrohr (1) oder am Mantelkopfstück (7) fixierte e­ lastisch vorgespannte Sicherungsbolzen (19) umfassen, die bei Drehung des Mantel­ kopfstückes in Förderdrehrichtung der Förderschnecke (2) jeweils gegen einen am Mantelkopfstück (7) bzw. am Mantelrohr (1) vorgesehenen Anschlag (21) laufen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass am vorderen Ende der Förderschnecke (2) ein Bohrkopf (6) angeordnet ist.
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