DE10133585A1 - Hubgerüst für ein Flurförderzeug - Google Patents

Hubgerüst für ein Flurförderzeug

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Abstract

Gegenstand der Erfindung ist ein Hubgerüst für ein Flurförderzeug mit einem nicht höhenbeweglichen Standmast (1) und mindestens einem entlang des Standmasts (1) anhebbaren Fahrmast (3). An dem Fahrmast (3) ist direkt oder indirekt eine Lastaufnahmevorrichtung (4) befestigt, derart, dass das Gewicht einer mit der Lastaufnahmevorrichtung (4) aufgenommenen Last bei angehobenem Fahrmast (3) ein auf den Standmast (1) wirkendes Biegemoment (9) erzeugt. Erfindungsgemäß ist eine Kompensationsvorrichtung vorgesehen, mit der ein auf den Standmast (1) wirkendes, dem Biegemoment (9) entgegengerichtetes Gegenmoment erzeugbar ist. Die Kompensationsvorrichtung umfasst mindestens einen hydraulischen Kompensationszylinder (6), der ein Kompensationszylinderrohr (14) und einen aus dem Kompensationszylinderrohr (14) ausfahrbaren Kompensationszylinderkolben (15) aufweist, wobei das Kompensationszylinderrohr (14) und der Kompensationszylinderkolben (15) an entgegengesetzten Enden des Standmasts (1) angreifen.

Description

Die Erfindung betrifft ein Hubgerüst für ein Flurförderzeug mit einem nicht höhenbeweglichen Standmast und mindestens einem entlang des Standmasts anhebbaren Fahrmast, wobei an dem Fahrmast direkt oder indirekt eine Lastaufnahmevorrichtung befestigt ist, derart, dass das Gewicht einer mit der Lastaufnahmevorrichtung aufgenommenen Last bei angehobenem Fahrmast ein auf den Standmast wirkendes Biegemoment erzeugt.
Gattungsgemäße Hubgerüste werden üblicherweise in Flurförderzeugen, wie z. B. Gabelstaplern eingesetzt. Der Standmast des Hubgerüsts ist dabei mit einem Rahmen des Flurförderzeugs verbunden. In einer möglichen Ausführung ist der Standmast starr an dem Rahmen befestigt. Ebenfalls bekannt sind Flurförderzeuge, bei denen der Standmast gegenüber dem Rahmen neigbar oder in horizontaler Richtung verschiebbar ist.
Der Fahrmast ist an dem Standmast mittels Rollen geführt und kann nach oben ausgefahren werden. Es ist möglich, an dem Fahrmast einen weiteren teleskopartig ausfahrbaren Mast anzuordnen, der wiederum an dem ersten Fahrmast mittels Rollen geführt ist. An dem Fahrmast, bei mehreren Fahrmasten an dem am weitesten ausfahrbaren Fahrmast, ist eine Lastaufnahmeeinrichtung geführt. Häufig ist diese Lastaufnahmevorrichtung als Lastgabel ausgeführt, mit der z. B. Paletten aufgenommen und transportiert werden können. Die zum Ausfahren des Fahrmasts und zum Anheben der Lastaufnahmevorrichtung und der Last erforderliche Kraft wird in der Regel durch mindestens einen hydraulischen Hubzylinder erzeugt.
Der Massenschwerpunkt der angehobenen Lastaufnahmevorrichtung und der Last befindet sich bei der beschriebenen Anordnung vor dem Hubgerüst. Hieraus folgt, dass die Gewichtskräfte der Lastaufnahmevorrichtung und der Last ein auf das Hubgerüst wirkendes Drehmoment erzeugen, durch welches die Bauteile des Hubgerüsts elastisch verformt werden. Insbesondere dann, wenn mit der Lastaufnahmevorrichtung eine schwere Last angehoben wird, neigt sich das Hubgerüst infolge der elastischen Verformung merklich nach vorne.
Um diese unerwünschte Verformung des Hubgerüsts ausgleichen zu können, sind im Stand der Technik Hubgerüste bekannt, die gelenkig an einem Rahmen des Flurförderzeugs gelagert sind und aktiv nach hinten geneigt werden können. Eine solche Anordnung gestaltet sich jedoch konstruktiv als sehr aufwendig, da neben einem Lager für das Hubgerüst auch hydraulische Neigezylinder und eine Steuervorrichtung für die Neigezylinder vorgesehen werden müssen.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Hubgerüst zur Verfügung zu stellen, bei dem mit einer einfachen Vorrichtung eine elastische Verformung des Hubgerüsts infolge des Lastgewichts ausgeglichen werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass eine Kompensationsvorrichtung vorgesehen ist, mit der ein auf den Standmast wirkendes, dem Biegemoment entgegengerichtetes Gegenmoment erzeugbar ist. Das mit der Kompensationsvorrichtung erzeugte Gegenmoment reduziert oder verhindert eine elastische Verformung des Standmasts, da sich das Gegenmoment und das Biegemoment gegenseitig ausgleichen. Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass die Größe des Gegenmoments in Abhängigkeit von dem Gewicht der Last erzeugt wird. Das Gegenmoment ist dadurch direkt proportional zum dem Biegemoment.
Gemäß der üblichen Anordnung ist zum Anheben des Fahrmasts mindestens ein hydraulischer Hubzylinder vorgesehen, der ein Hubzylinderrohr und einen aus dem Hubzylinderrohr ausfahrbaren Hubzylinderkolben aufweist, die einerseits mit dem Standmast und andererseits mit dem Fahrmast verbunden sind.
Die Kompensationsvorrichtung umfasst mindestens einen hydraulischen Kompensationszylinder, der ein Kompensationszylinderrohr und einen aus dem Kompensationszylinderrohr ausfahrbaren Kompensationszylinderkolben aufweist, wobei das Kompensationszylinderrohr und der Kompensationszylinderkolben an entgegengesetzten Enden des Standmasts angreifen. Der Kompensationszylinder ist parallel zu dem Standmast angeordnet. Gemäß einer bevorzugten Anordnung ist das Kompensationszylinderrohr an dem oberen Ende des Standmasts befestigt, während der Kompensationszylinderkolben mit dem unteren Ende des Standmasts verbunden ist. Möglich ist jedoch auch eine umgekehrte Anordnung, bei der der Kompensationszylinderkolben an dem oberen Ende und das Kompensationszylinderrohr an dem unteren Ende des Standmasts angreifen. Dadurch, dass der Kompensationszylinder versetzt zu dem Flächenschwerpunkt des Standmasts angeordnet ist, kann auf den Standmast durch eine mit dem Kompensationszylinder erzeugte Druckkraft ein Moment ausgeübt werden. Wenn der Kompensationszylinder gegenüber dem Standmast in Richtung der Lastaufnahmevorrichtung versetzt ist, stellt dieses Moment ein Gegenmoment zu dem von dem Lastgewicht erzeugten Biegemoment dar.
Besondere Vorteile ergeben sich, wenn ein Druckraum des Hubzylinders hydraulisch mit einem Druckraum des Kompensationszylinders verbunden ist. Der Kompensationszylinder wird somit stets mit dem im Hubzylinder vorherrschenden Hydraulikdruck beaufschlagt, welcher wiederum direkt von dem Lastgewicht abhängt. Hierdurch wird eine direkte Abhängigkeit des Gegenmoments vom Lastgewicht erreicht.
Eine besonders einfache Anordnung ergibt sich, wenn das Hubzylinderrohr und das Kompensationszylinderrohr starr miteinander verbunden sind. Die hydraulische Verbindung zwischen dem Hubzylinder und dem Kompensationszylinder ist dann ohne die Verwendung von externen Verbindungsleitungen herstellbar. Das Hubzylinderrohr und das Kompensationszylinderrohr können gemeinsam an dem Hubgerüst befestigt werden.
Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung liegt vor, wenn das Hubzylinderrohr mit dem Kompensationszylinderrohr an dem oberen Ende des Standmasts befestigt ist.
Der Hubzylinderkolben ist nach oben aus dem das Hubzylinderrohr ausfahrbar und ist mit dem Fahrmast verbunden. Dies entspricht der bei Hubgerüsten üblichen Anordnung, wenn ein Hubzylinders am Standmast befestigt ist.
Zweckmäßig ist es weiterhin, wenn der Kompensationszylinderkolben nach unten aus dem Kompensationszylinderrohr ausfahrbar ist und sich an dem unteren Ende des Standmasts abstützt. Der Kompensationszylinderkolben ist in dieser Ausführung vorzugsweise koaxial zu dem Hubzylinderkolben angeordnet und steht nach unten aus der von dem Hubzylinderrohr und dem Kompensationszylinderrohr gebildeten Baueinheit vor. Das untere Ende des Kompensationszylinderkolbens stützt sich an einem zum Standmast oder zu dem Rahmen des Flurförderzeugs gehörenden Bauteil ab und erzeugt somit eine zwischen dem unteren Ende des Standmasts und dem oberen Ende des Standmasts wirkende Druckkraft, die durch das Hubzylinderrohr und das Kompensationszylinderrohr übertragen wird.
Vorzugsweise weist der Kompensationszylinderkolben eine größere Querschnittsfläche auf, als der Hubzylinderkolben. Die mit dem Kompensationszylinder erzeugte Kraft ist somit größer als die mit dem Hubzylinder erzeugte Kraft. Hieraus ergibt sich eine Kraftverteilung innerhalb der Zylinderanordnung, die sicherstellt, dass zumindest ein Teil der mit dem Kompensationszylinder erzeugten Kraft als Gegenmoment in den Standmast eingeleitet wird.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand des in den schematischen Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 ein erfindungsgemäßes Hubgerüst in schematischer Darstellung,
Fig. 2 eine mögliche Ausführung der Kompensationsvorrichtung.
Fig. 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Hubgerüst in schematischer Darstellung mit einem Standmast 1, der an einem Rahmen 2 des Flurförderzeugs befestigt ist. Ein Fahrmast 3 ist mit nicht dargestellten Rollen an dem Standmast 1 in vertikaler Richtung verschiebbar geführt. Eine als Lastgabel ausgeführte Lastaufnahmevorrichtung 4 ist ebenfalls mittels Rollen entlang des Fahrmasts 3 verschiebbar, wobei die Position der Lastaufnahmevorrichtung 4 mittels einer nicht dargestellten Lastkette eingestellt wird.
Bei dem dargestellten Hubgerüst ist ein hydraulischer Hubzylinder 5 lastseitig des Standmasts 1 angeordnet, koaxial unterhalb des Hubzylinders 5 befindet sich erfindungsgemäß ein Kompensationszylinder 6. Ein Zylinderrohr des Hubzylinders 5 und ein Zylinderrohr des Kompensationszylinders 6 bilden zusammen ein Bauteil 7. Dieses Bauteil 7 ist am oberen Ende mit dem Standmast 1 verbunden. Nach oben ist aus dem Bauteil 7 ein Kolben 8 des Hubzylinders 5 ausfahrbar, der fest mit dem Fahrmast 3 verbunden ist. Ein Kolben 15 des Kompensationszylinders 6 ist nach unten aus dem Bauteil 7 ausfahrbar und stützt sich an dem Rahmen 2 des Flurförderzeugs ab. Ebenso ist es möglich, den Kompensationszylinderkolben 15 an einem nach vorne abstehenden Teil des Standmasts 1 abzustützen.
Fig. 2 Zeit eine mögliche Ausführung der Kompensationsvorrichtung. Dargestellt ist der Standmast 1. Zu erkennen sind ebenfalls Teile des Fahrmasts 3, der im wesentlichen hinter dem Standmast 1 angeordnet ist. Wenn mit der in dieser Figur nicht dargestellten Lastaufnahmevorrichtung eine Last angehoben wird, übt diese auf den Standmast 1 ein Drehmoment 9 in der mit dem Pfeil angedeuteten Richtung aus.
Der hydraulische Hubzylinder 5 umfasst ein Hubzylinderrohr 10 und einen nach oben ausfahrbaren Hubzylinderkolben 11. Das Hubzylinderrohr 10 ist mit einer Befestigungsvorrichtung 12 an dem oberen Ende des Standmasts 1 derart befestigt, dass zumindest eine nach oben gerichtete Druckkraft von dem Hubzylinderrohr 10 auf den Standmast 1 übertragen werden kann. Der Hubzylinderkolben 11 ist mit einer Befestigungsvorrichtung 13 mit dem Fahrmast 3 verbunden, so dass dieser durch Ausfahren des Hubzylinderkolbens 11 aus dem Hubzylinderrohr 10 angehoben werden kann.
An dem unteren Ende des Hubzylinderrohrs 10 ist ein Zylinderrohr 14 des Kompensationszylinders 6 aufgeschraubt. Das Kompensationszylinderrohr 14 und das Hubzylinderrohr 10 bilden somit eine Baueinheit. Aus dem Kompensationszylinderrohr 14 ist nach unten der Kompensationszylinderkolben 15 ausfahrbar, der sich an einem starr mit dem Standmast 1 verbundenen Bauteil oder an dem Rahmen 2 des Flurförderzeugs abstützt.
Der Hubzylinder 5 und der Kompensationszylinder 6 weisen einen gemeinsamen Druckraum 16 auf, der über einen im Kompensationszylinderkolben 15 angeordneten Kanal 17 und einen Anschlussstutzen 18 mit Hydrauliköl versorgt wird. Bei Druckbeaufschlagung des Druckraums 16 ergibt sich folgende Kraftverteilung:
Die auf den Hubzylinderkolben 11 wirkende Hubkraft ist mit F eingezeichnet. Die Hubkraft F entspricht bei angehobenem Lastaufnahmemittel der Summe der Gewichtskräfte der Last, der Lastaufnahmevorrichtung 4, des Fahrmasts 3 und der übrigen angehobenen Bauteile. Die Größe des Hydraulikdrucks im Druckraum 16 ist somit direkt von dem Lastgewicht abhängig.
Auf den Kompensationszylinderkolben 15 wirkt die Kraft F+F0, wobei der Kraftanteil F0 aufgrund der im Vergleich zum Hubzylinderkolben 11 größeren Kolbenfläche des Kompensationszylinderkolbens 15 entsteht. Die Reaktionskraft des Kraftanteils F0 wird über die im Druckraum 16 befindliche Hydraulikflüssigkeit auf das Kompensationszylinderrohr 14 und von diesem weiter auf das Hubzylinderrohr 10 übertragen, welches die Kraft F0 an der Befestigungsvorrichtung 12 abstützt. Die somit zwischen dem Rahmen 2 und der Befestigungsvorrichtung 12 wirkende Druckkraft F0 bewirkt ein dem Drehmoment 9 entgegengerichtetes Drehmoment, welches der elastischen Verformung des Standmasts 1 infolge des Lastgewichts entgegenwirkt.

Claims (9)

1. Hubgerüst für ein Flurförderzeug mit einem nicht höhenbeweglichen Standmast (1) und mindestens einem entlang des Standmasts (1) anhebbaren Fahrmast (3), wobei an dem Fahrmast (3) direkt oder indirekt eine Lastaufnahmevorrichtung (4) befestigt ist, derart, dass das Gewicht einer mit der Lastaufnahmevorrichtung (4) aufgenommenen Last bei angehobenem Fahrmast (3) ein auf den Standmast (1) wirkendes Biegemoment (9) erzeugt, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kompensationsvorrichtung vorgesehen ist, mit der ein auf den Standmast (1) wirkendes, dem Biegemoment (9) entgegengerichtetes Gegenmoment erzeugbar ist.
2. Hubgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Anheben des Fahrmasts (3) mindestens ein hydraulischer Hubzylinder (5) vorgesehen ist, der ein Hubzylinderrohr (10) und einen aus dem Hubzylinderrohr (10) ausfahrbaren Hubzylinderkolben (11) aufweist, die einerseits mit dem Standmast (1) und andererseits mit dem Fahrmast (3) verbunden sind.
3. Hubgerüst nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kompensationsvorrichtung mindestens einen hydraulischen Kompensationszylinder (6) umfasst, der ein Kompensationszylinderrohr (14) und einen aus dem Kompensationszylinderrohr (14) ausfahrbaren Kompensationszylinderkolben (15) aufweist, wobei das Kompensationszylinderrohr (14) und der Kompensationszylinderkolben (15) an entgegengesetzten Enden des Standmasts (1) angreifen.
4. Hubgerüst nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Druckraum (16) des Hubzylinders (5) hydraulisch mit einem Druckraum (16) des Kompensationszylinders (6) verbunden ist.
5. Hubgerüst nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubzylinderrohr (10) und das Kompensationszylinderrohr (14) starr miteinander verbunden sind.
6. Hubgerüst nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Hubzylinderrohr (10) mit dem Kompensationszylinderrohr (14) an dem oberen Ende des Standmasts (1) befestigt ist.
7. Hubgerüst nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Hubzylinderkolben (11) nach oben aus dem Hubzylinderrohr (10) ausfahrbar ist und mit dem Fahrmast (3) verbunden ist.
8. Hubgerüst nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kompensationszylinderkolben (15) nach unten aus dem Kompensationszylinderrohr (14) ausfahrbar ist und sich an dem unteren Ende des Standmasts (1) abstützt.
9. Hubgerüst nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kompensationszylinderkolben (15) eine größere Querschnittsfläche aufweist, als der Hubzylinderkolben (11).
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