DE10151119C2 - Verfahren zum Erfassen von mehreren Feldgeräten in einer Gerätekonfiguration - Google Patents
Verfahren zum Erfassen von mehreren Feldgeräten in einer GerätekonfigurationInfo
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Description
Die Erfindung liegt auf dem Gebiet des ferngesteuerten
Betreibens von Feldgeräten, insbesondere zum Zweck des Beo
bachtens und Bedienens von Feldgeräten.
Feldgeräte werden im Rahmen der Automatisierung von verschie
densten technischen Prozessen genutzt, beispielsweise zum Ü
berwachen eines Produktions- bzw. Herstellungsprozesses oder
eines Verarbeitungsprozesses. Bei den Feldgeräten kann es
sich um die Produktionsanlagen selbst oder um Geräte zum Ü
berwachen, vorzugsweise zum Steuern und/oder zum Regeln in
Abhängigkeit von erfassten Felddaten, der eingesetzten, tech
nischen Produktionsmittel bzw. -anlagen handeln.
Die Feldgeräte werden hierbei häufig in Sternkoppler-Konfi
gurationen angeordnet, in denen Übertragungsprotokolle auf
der Basis einer Master-Slave-Architektur genutzt werden. Zum
Betreiben der Feldgeräte in der Sternkoppler-Konfiguration
müssen die Feldgeräte, welche als Slave-Geräte an eine Mas
ter-Gerät angeschlossen sind, erkannt werden, so dass die
Feldgeräte über eine jeweilige Adresse von dem Master-Gerät
elektronisch angesteuert werden können.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 197 33 906 A1 ist
beispielsweise bekannt, in einem Bussystem eine automatische
Adressvergabe an seriell angeordnete Kommunikationsteilnehmer
(Slaves) durchzuführen. Dazu wird von einem Mastergerät eine
so genannte Präambel ausgesendet, die von den an den Master
angeschlossenen Slaves empfangen wird. Jedes Slave-Gerät sen
det daraufhin eine Antwort aus. Dasjenige Slave-Gerät, das
selbst keine Antwort von den übrigen Slave-Geräten empfängt,
ist das letzte in der seriellen Anordnung und wird zum Ad
resserhalt aktiviert. Während darauffolgender, weiterer
Adressvergaben nimmt das solchermaßen getaufte Gerät nicht
mehr teil.
Ferner ist aus der DE 693 19 059 T2 ein Verfahren zur Adress
vergabe an Endgeräte, insbesondere Kabelfernsehgeräte, be
kannt, bei dem von einem Server kontinuierlich eine zu verge
bende, provisorische Adresse rundgesendet wird. Detektiert ein
neu angeschlossenes Endgerät diese provisorische Adresse,
sendet es eine Bestätigung an den Server zurück.
Außerdem ist in der japanischen Patentschrift JP 07 231329 A
ein Verfahren beschrieben, bei dem ein in einem Sternnetzwerk
neu hinzukommender Slave vom Master eine unbesetzte Adresse
aus einer Adresstabelle zugewiesen bekommt.
Bei bekannten Sternkoppler-Konfigurationen werden auf der
Master-Slave-Architektur basierende Übertragungsprotokolle
genutzt. Adresskollisionen sind bei diesen Protokollen ver
hindert.
Praktisch alle bekannten Protokolle zur seriellen Ankopplung
von Schutz- bzw. Feldgeräten basieren auf einer im Norment
wurf E DIN 19244 festgelegten Linkschicht. Dieser Norment
wurf wurde zur europäischen Norm IEC 870-5 weiterentwickelt.
Die europäische Norm definiert neben der Linkschicht auch die
Protokolle zur Feldgeräteankopplung bzw. -erkennung in Verbindung
mit einer Stationsleittechnik oder einem Fernwirksys
tem.
Der Funktionsweise eines Master-Slave-Protokolls entsprechend
wird vom Master bzw. Master-Gerät eine Anforderung an ein be
stimmtes der Slave-Geräte erzeugt. Auf die Anforderung ant
wortet nur das bestimmte Slave-Gerät. Alle anderen an das
Master-Gerät angeschlossenen Slave-Geräte verhalten sich
still. Da an den Sternkoppler i. d. R. nur ein Master-Gerät
angeschlossen ist, kann auf diese Weise erreicht werden, dass
ein serieller Übertragungskanal zwischen dem Sternkoppler und
den Slave-Geräten immer nur von einem der Slave-Geräte belegt
wird. Zusätzliche Schaltungskomponenten für die Arbitrierung
der Verbindung sind nicht erforderlich.
Um das Master-Gerät in die Lage zu versetzen, alle vom Mas
ter-Gerät zu verwaltenden Slave-Geräte ansprechen zu können,
benötigt das Master-Gerät eine Liste der angeschlossenen Sla
ve-Geräte. Dem Master-Gerät müssen also alle angeschlossenen
Slave-Geräte bekannt sein. Nur wenn diese Voraussetzung er
füllt ist, können die Slave-Geräte über ihre Adresse ange
sprochen werden. Da die Parametrierung der Fernwirk- bzw.
Stationsleittechnik-Master zeitaufwendig und komplex ist,
entstehen durch diese Tätigkeiten ein erheblicher Zeitaufwand
und Kosten.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren zum
Erkennen von angeschlossenen Feldgeräten zu schaffen, welches
auch im Zusammenhang mit einer hohen Anzahl von Adressabfra
gemöglichkeiten ein Zeit- und kostengünstiges Arbeiten ermög
licht.
Diese Aufgabe wird durch das Verfahren nach Anspruch 1 ge
löst.
Ein wesentlicher Gedanke der Erfindung besteht darin, Teilbe
reiche eines Gesamtadressbereichs mit einer einzigen Anfrage
nach dem Vorhandensein von Feldgeräten in dem jeweiligen
Teilbereich abzufragen. Hierbei ist es zunächst nicht notwen
dig, die Feldgeräte mit ihrer jeweiligen Adresse anzusprechen.
Es können auch mehrere Feldgeräte auf eine Anfrage antworten.
Dieses wird bewusst in Kauf genommen. Mit der sukzessiven,
gezielten Verminderung der abgefragten Teilbereiche werden
dann die Adressen der angeschlossenen Feldgeräte im weiteren
Verlauf des Verfahrens automatisch erkannt.
Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 195 44 027 A1 ist
zwar ein Bussystem, insbesondere für die Hausinstallation,
bekannt, bei dem zur Vereinfachung des Aufbaus bewusst eine
Kommunikations-Kollision mehrerer Busteilnehmer in Kauf ge
nommen wird; allerdings findet hier in keiner Weise eine Ad
resserkennung oder -zuweisung statt.
Ferner ist aus "Algorithmen und Datenstrukturen mit Modula-2"
(Wirth, N.; B. G. Teubner-Verlag, Stuttgart, 4. Auflage, 1986,
Seiten 56-58) ein binäres Suchverfahren bekannt, bei dem zur
Ermittlung eines Objektes aus einem Suchbereich im optimalen
Fall die Mitte des Bereichs gewählt wird und eine Aussage
darüber getroffen wird, ob sich das Objekt in der oberen oder
unteren Hälfte befindet. Mit diesem Verfahren kann jedoch nur
jeweils ein einzelnes Objekt ermittelt werden; eine Erfassung
mehrer Adressen in einer Gerätekonfiguration kann mit diesem
Verfahren nicht erfolgen.
Bei einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vor
gesehen, dass die jeweilige elektronische Adresse der Feldge
räte eine Binär-Adresse ist, so dass die Hälfte des Adressab
fragebereichs und die verbleibende Hälfte des Adressabfrage
bereichs mit Hilfe des Festlegens eines Messbits auf einen
Wert 0 bzw. 1 gebildet werden, wodurch die Aufteilung des Ge
samtadressbereichs auf einfache Weise und mit geringem Zeit
aufwand möglich ist.
Wenn die Adressen als Binär-Adressen ausgebildet sind, werden
beim elektronischen Abfragen jeweils das Messbit und eine
Bit-Maske an die Feldgeräte übermittelt werden, wobei die
Bit-Maske Bits umfasst, die von den Feldgeräten nicht ausge
wertet werden, d. h. unbeachtet bleiben.
Zum Auffinden der Adresse der Feldgeräte wird die Bit-Maske
beim n-maligen Wiederholen der elektronischen Abfrage in auf
einanderfolgenden Wiederholungen stets um ein Bit verkürzt.
Das n-malige Wiederholen wird abgebrochen, wenn die Bit-Maske
keine Bits mehr umfasst, d. h. die elektronische Abfrage um
fasst die genaue Adresse des angesprochenen Feldgeräts.
Ein zweckmäßige Fortbildung der Erfindung sieht vor, dass die
erfassten, elektronischen Antworten bzw. die anderen elektro
nischen Antworten in dem Zentral-Gerät mittels eines ODER-
Gatters elektronisch verarbeitet werden, wodurch mit geringem
Schaltungsaufwand erkannt werden kann, ob in einem Abfragead
ressbereich Feldgeräte anliegen.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
vorgesehen, dass elektronische und/oder andere elektronische
Antworten erfasst werden, die zeitlich kollidieren, derart,
dass sie im wesentlichen gleichzeitig bei dem Zentral-Gerät
eingehen. Eine Erkennung der zeitlichen Kollision von Ant
worten der Feldgeräte ist deshalb nicht notwendig, wodurch
der schaltungstechnische Aufwand möglichst gering gehalten
werden kann. Es ist ausreichend, zu erkennen, ob überhaupt
eine Antwort vorlag.
Um das Verfahren zum Erkennen der angeschlossenen Feldgeräte
hinsichtlich der benötigten Zeit möglichst effizient zu ges
talten, kann bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfin
dung vorgesehen sein, dass das Erfassen der elektronischen
Antwort von dem wenigstens einen der Feldgeräte aus der Hälf
te des Adressabfragebereichs und das Erfassen der anderen e
lektronischen Antwort von dem wenigstens einen anderen der
Feldgeräte aus der verbleibenden Hälfte des Adressabfragebe
reichs mittels des Zentral-Geräts auf einen vorbestimmten
Zeitraum nach einem Absenden der einzelnen elektronischen
bzw. nach einem Absenden der weiteren einzelnen, elektroni
schen Anfrage begrenzt werden.
Das Verfahren kann vorteilhaft in Verbindung Steuerungs-
/Fernwirksystemen von energietechnischen Anlagen verwendet
werden.
Das Verfahren und/oder die Vorrichtung können vorteilhaft zum
Überwachen energietechnischer Anlagen verwendet werden.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbei
spielen unter Bezugnahme auf eine Zeichnung näher erläutert.
Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung mit einem Gerätenetzwerk
und einem Firmen-Intranet, die über einen Proxyserver
verbunden sind;
Fig. 2 eine Oberflächengestaltung einer Browser-
Einrichtung mit grafischen Darstellungen für mehre
re Feldgeräte;
Fig. 3 eine andere Oberflächengestaltung der Browser-
Einrichtung mit einer grafischen Darstellung einer
Frontansicht eines Feldgeräts;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Feldgeräts und
eines Nutzer-Personalcomputers;
Fig. 5 ein. Ablaufdiagramm für ein Herunterladen von HTML-
Seiten im Rahmen eines Beobachtungs- und Bediensys
tems;
Fig. 6 ein Blockdiagramm zum Erläutern eines RPC-Aufrufs;
Fig. 7 eine Darstellung der Anordnung mit dem Gerätenetz
werk und dem Firmen-Intranet nach Fig. 1, wobei
einzelne Elemente des Proxyservers schematisch ge
zeigt sind;
Fig. 8 eine schematische Blockdarstellung des Proxyser
vers;
Fig. 9 eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer
Client/Server-Interaktion;
Fig. 10 eine schematische Darstellung zur Erläuterung einer
Geräteerkennung in einer Master/Slave-Anordnung;
Fig. 11 ein Nassi-Schneidermann-Diagramm;
Fig. 12 eine schematische Baumdarstellung eines Verfahrens
zur Geräteerkennung;
Fig. 13 eine schematische Darstellung einer Master/Slave-
Anordnung zur Erläuterung einer Konfigurationsab
frage;
Fig. 14 ein schematische Blockdarstellung einer Gerätver
waltung im Proxyserver;
Fig. 15 eine schematische Blockdarstellung zur Erläuterung
der funktionellen Einbindung eines XSL-Parsers in
dem Proxyserver (XSL - "EXtended Stylesheet Langua
ge"), und
Fig. 16 eine schematische Blockdarstellung zur Erläuterung
eines XSLT-Prozessors (XSLT - "EXtended Stylesheet
Language Transformations").
Im folgenden wird ein in Verbindung mit Feldgeräten nutzbares,
sogenanntes Beobachtungs- und Bediensystem (BuB-System) be
schrieben.
Fig. 1 zeigt eine schematische Architektur von zwei Netzwer
ken, ein Gerätenetzwerk mit mehreren Feldgeräten FG1 . . . FGN
und ein Firmen-Intranet mit mehreren Nutzereinrichtungen
N1 . . . NN, vorzugsweise Personalcomputer (PC). Das Gerätenetz
werk und das Firmen-Intranet sind über einen Proxyserver 1
verbunden. Der Proxyserver 1 ist Bestandteil des Beobach
tungs- und Bediensystems und dient als ein Gateway zwischen
dem Gerätenetzwerk und dem Firmen-Intranet. Mit Hilfe des
BuB-Systems werden einerseits Informationen, beispielsweise
Mess- und/oder Zustandsdaten, von den Feldgeräten FG1 . . . FGN
erfasst und an die Nutzereinrichtungen N1 . . . NN übermittelt,
um einen Benutzer der Nutzereinrichtungen N1 . . . NN über den
Betriebszustand der Feldgeräte FG1 . . . FGN zu informieren. An
dererseits dient das BuB-System zum Erfassen von Bedien-
bzw. Steuereingaben des Benutzers mit Hilfe der Nutzerein
richtungen N1 . . . NN und zum Umsetzen der Eingaben des Benut
zers in den Feldgeräten FG1 . . . FGN. Bei den Feldgeräten
FG1 . . . FGN kann es sich um beliebige Geräte zum Beobachten,
zum Messen, zum Steuern und/oder zum Regeln verschiedenster
physikalischer Größen in unterschiedlichen, technischen Pro
zessen handeln, beispielsweise zum Überwachen und/oder Steu
ern energietechnischer Anlagen, beispielsweise eines Umspann
werks.
Das Gerätenetzwerk umfasst einzelne PPP-Verbindungen 2 (PPP -
"Point to Point Protocol"), die über einen Sternkoppler 3
mit dem Proxyserver 1 verbindbar sind, oder ein separates E
thernet-Segment. Der Proxyserver 1 stellt eine eigene Home
page in Form von HTML-Daten (HTML - "HyperText Markup-Langua
ge") zur Verfügung, die eine Übersicht über die in dem Gerä
tenetzwerk erreichbaren Feldgeräte FG1 . . . FGN zeigt (vgl.
Fig. 2); die Homepage kann mit Hilfe eines Standard-Browsers
in den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN dargestellt werden.
Gemäß Fig. 1 sind die Feldgeräte FG1 . . . FGN nur mit dem
Sternkoppler 3 und einem daran angeschlossenen Modem 4 aus
gestattet. In diesem Fall sind die Feldgeräte FG1 . . . FGN über
eine asynchrone, serielle Schnittstelle direkt über den Stern
koppler 3 mit dem Modem 4 verbunden. Es sind verschiedene
Formen der Ankopplung über aktive und passive Sternkoppler
möglich. Als Protokoll für den Zugriff auf die Feldgeräte
FG1 . . . FGN wird ein IP-Protokoll (IP - "Internet Protocol")
über eine PPP-Linkschicht verwendet.
Wenn die Feldgeräte FG1 . . . FGN mit einem Ethernet-Anschluss
ausgestattet sind, sind die Ethernet-Anschlüsse mit einem
Switch oder einem Hub verbunden. Besitzt dieser Switch oder
dieser Hub neben Ethernet-Ports auch einen PPP-Port, dann
spricht man von einem Router. Dieser PPP-Port kann dann e
benfalls direkt mit dem Modem 4 verbunden werden.
Im Firmen-Intranet haben die an das lokale Netz angeschlosse
nen Nutzereinrichtungen N1 . . . NN Zugang zu einem Modem 5, wel
ches über ein Telekommunikationsnetz 6, beispielsweise ein
Telefonnetz auf Basis eines ISDN- oder eines Mobilfunk-
Netzes, mit dem Modem 4 des Gerätenetzwerk verbindbar ist.
Wird in den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN jeweils eine DFÜ-
Verbindung (DFÜ - Datenfernübertragung) eingerichtet, kann
von den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN aus jeweils ein Zugriff
auf die Feldgeräte FG1 . . . FGN erfolgen. Wird nun der Proxy
server 1 von den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN angesprochen,
kann von jeder der an das Firmen-Intranet angeschlossenen
Nutzereinrichtungen N1 . . . NN auf die Feldgeräte FG1 . . . FGN zum
Beobachten und Bedienen zugegriffen werden. Der Proxyserver
1 "spiegelt" alle Feldgeräte FG1 . . . FGN, d. h. Informationen
über die Feldgeräte FG1 . . . FGN, ins Firmen-Intranet. Dazu
werden vom Proxyserver 1 die folgenden Protokolle verarbei
tet: HTTP-Protokoll (HTTP - "Hypertext Transfer Protocol" und
RPC-Protokoll (RPC - "Remote Procedure Call"). Das HTTP-
Protokoll dient zur Übertragung statischer Daten. Hierbei
handelt es sich um Daten, die nur einmalig an den Proxyserver
1 übertragen werden und anschließend dort in einem Dateispei
cher für spätere Abrufe durch die Nutzereinrichtungen N1 . . . NN
abgelegt werden. Das RPC-Protokoll, welches ebenfalls ein
IP-basiertes Protokoll ist, wird zum Übertragen dynamischer
Daten genutzt. Bei den dynamischen Daten handelt es sich
insbesondere um in den Feldgeräten FG1 . . . FGN erfasste Mess
werte und/oder Ereignislisten, betreffend Informationen über
Ereignisse in den Feldgeräten FG1 . . . FGN.
Das HTTP-Protokoll gestattet den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN
den Zugriff auf die Feldgeräte FG1 . . . FGN. Bei einem Zugriff
im Rahmen des BuB-Systems werden zunächst mittels der Anwahl
der zugehörigen IP-Adresse des zu bedienenden/beobachtenden
Feldgeräts HTML-Daten von dem Feldgerät an die in diesem An
wendungsfall genutzte Nutzereinrichtung übermittelt, wobei
die HTML-Daten Daten umfassen, mit deren Hilfe in der Brow
ser-Einrichtung der abrufenden Nutzereinrichtung eine Darstellung
des Feldgeräts erzeugt werden kann, wie dies bei
spielhaft in Fig. 3 dargestellt ist. Der Abruf der HTML-
Daten zum Erzeugen der Darstellung gemäß Fig. 3 kann mit
Hilfe einer Auswahl eines der in Fig. 2 in der Übersicht
dargestellten Feldgeräte durch den Benutzer ausgelöst werden,
beispielsweise mittels der Betätigung einer Maus oder einer
Tastatur der Nutzereinrichtung.
Gemäß Fig. 3 sind auf der Oberfläche 20 der Browser-
Einrichtung die folgenden Informationen dargestellt (vgl.
linke Seite in Fig. 3): Feldgerätefamilie (z. B. SIPROTEC4),
Feldgeräteart und Feldgerätetyp 21, ein Bedienbaum 22, die
Version des BuB-Tools 23 (Version und Datum) und Angaben zur
Verbindung 24 mit dem Feldgerät (MLFB - "Maschinenlesbare
Fabrikationsbezeichnung", BF-Nummer, Verbindungsstatus und
IP-Adresse). Auf der Oberfläche ist weiterhin die einem Link
bzw. Zweig im Bedienbaum 22 zugeordnete HTML-Seite 25 ange
zeigt. In Abhängigkeit von dem im Bedienbaum 22 ausgewählten
Link wird die zugehörige HTML-Seite 25 auf der Oberfläche 20
der Browser-Einrichtung dargestellt.
Die in den Feldgeräten FG1 . . . FGN abgelegten HTML-Seiten, d. h.
auch die zur Erzeugung der in Fig. 3 gezeigten Darstellung
genutzte HTML-Seite 25, können Java-Code umfassen, der die
Browser-Einrichtung der jeweiligen Nutzereinrichtung N1 . . . NN
dazu veranlasst, parallel zu der bestehenden HTTP-Verbindung
zur Darstellung der aus den Feldgeräten FG1 . . . FGN geladenen
HTML-Seite eine weitere Verbindung mit den Feldgeräten
FG1 . . . FGN aufzubauen. Diese zweite Verbindung benutzt das
RPC-Protokoll, um dynamische Daten, wie Ereignislisten oder
Messwerte, aus den Feldgeräten FG1 . . . FGN besonders schnell
und effektiv für die Darstellung in den Nutzereinrichtungen
N1 . . . NN innerhalb einer angewählten HTML-Seite, beispielswei
se der in Fig. 3 gezeigten HTML-Seite 25, zu übertragen.
Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung zur näheren Er
läuterung des Abrufens der Informationen im Rahmen des BuB-
Systems von den Feldgeräten FG1 . . . FGN in die Nutzereinrich
tungen N1 . . . NN.
Gemäß Fig. 4 ist auf einem Nutzer-Personalcomputer 30, der
eine beispielhafte Ausbildung der Nutzereinrichtungen N1 . . . NN
darstellt, eine Browser-Einrichtung 31 installiert. Der Nut
zer-Personalcomputer 30 ist über ein IP-Netzwerk 32, welches
den Proxyserver 1, den Sternkoppler 3, das Modem 4, das Modem
5 sowie das Telekommunikationsnetzwerk 6 umfassen kann, mit
einem Feldgerät 33 verbunden. Das Feldgerät 33 weist einen
HTTP-Server 34 auf. In dem Feldgerät 33 sind HTML-Seiten 35
gespeichert, die für dieses Feldgerät 33 spezifische Informa
tionen umfassen. Die HTML-Seiten 35 enthalten beispielsweise
eine HTML-Darstellung der Frontansicht des Feldgeräts 33. Die
HTML-Seiten 35 sind speziell auf das Feldgerät 33 abgestimmt
und können mittels eines HTTP-Herunterladens vom HTTP-Server
34 des Feldgeräts 33 durch den Nutzer-Personalcomputer 30 ab
gerufen werden. Die Anforderung der HTML-Seiten 35 aus dem
Feldgerät 33 kann mittels der Eingabe einer URL (URL - "Uni
form Resource Locator") in der Browser-Einrichtung 31 oder
mittels der Referenz aus einer anderen HTML-Seite heraus
("Link") ausgelöst werden. Neben den HTML-Seiten 35 werden
vom Feldgerät 33 eine Reihe von Rohdaten 36 (Messwerte, Para
meter, etc.) in Form von Dateien bereitgestellt. In den
HTML-Seiten 35 befinden sich Referenzen auf die im Feldgerät
33 verfügbaren Rohdaten 36. Sollen die Rohdaten 36 ausgewer
tet oder in sonstiger Weise verändert werden, wird ein Pro
gramm benötigt, welches nach bestimmten Algorithmen hochwer
tige Datenformate erzeugen kann. Diese Datenformate können
dann von dem Programm beispielsweise zur Bildschirmanzeige in
Verbindung mit Analysemöglichkeiten verwendet werden. Die
hierfür notwendige Rechenleistung steht in dem Feldgerät 33
in der Regel nicht zur Verfügung. Mit Hilfe der Browser-
Einrichtung 31 besteht für den Anwender die Möglichkeit, un
ter Nutzung des IP-Netzwerks 32 über Kommunikationsverbindungen
(Modem, Telefonnetze, LAN - "Local Area Network", WAN -
"Wide Area Network") auf die HTML-Seiten 35 aus dem Feldgerät
33 und damit auch auf die hierin referenzierten Rohdaten 36
des Feldgeräts 33 zuzugreifen. Gemäß Fig. 5 wird (werden)
zu diesem Zweck mit Hilfe der Browser-Einrichtung 31 zunächst
die HTML-Seite(n) 35 von dem Nutzer-Personalcomputer 30 ange
fordert. Nachdem der HTTP-Server 34 des Feldgeräts 33 die
HTML-Seite(n) 35, einschließlich der hierin enthaltenen Refe
renzen auf die Rohdaten 36, bereitgestellt hat, werden die
HTML-Seite 35 und die Rohdaten 36 an den Nutzer-Personal
computer 30 übertragen. Hierbei werden die HTML-Seite 35 und
die Rohdaten 36 mittels getrennter Protokolle zwischen dem
Feldgerät 33 und dem Nutzer-Personalcomputer 30 übertragen,
vorzugsweise HTTP- bzw. RPC-Protokoll. In dem Nutzer-
Personalcomputer 30 können die Rohdaten 36 dann mit geeigne
ten Programmen verarbeitet werden. Zum Ausführen des RPC-
Protokolls umfasst das Feldgerät 33 zusätzlich einen RPC-
Server 34a.
Beim Herunterladen der HTML-Seite 35 vom HTTP-Server 34 kön
nen die referenzierten Dateien der Rohdaten 36 automatisch
mit geladen werden. Der Aufruf aus der HTML-Seite 35 kann
wie folgt aussehen: <EMBED SRC="rawdata.ext"<. Mit dem Para
meter "SRC" wird die Datei mit den Rohdaten 36 des Feldgeräts
33 referenziert. Außerdem kann das Herunterladen der Rohdaten
36 auch über einen vom Benutzer zu aktivierenden Link auf der
HTML-Seite 35 ausgelöst werden. Für diesen Fall könnte der
Aufruf in der HTML-Seite 35 wie folgt aussehen:
<a href="rawdata.ext" type="mime type"<link</a<.
Damit die Browser-Einrichtung 31 das richtige Programm zur
Weiterverarbeitung der Rohdaten 36 starten kann, muss der
Browser-Einrichtung 31 der Inhaltstyp der Rohdaten 36 mitge
teilt werden. Hierfür gibt es je nach verwendetem Betriebs
system des Nutzer-Personalcomputers 30 und genutzter Browser-
Einrichtung 31 unterschiedliche Vorgehensweisen. Es kann so
wohl die Dateierweiterung (beispielsweise "*.ext") als auch
der vom HTTP-Server 34 mitgelieferte MIME-Typ (MIME - "Multi
purpose Internet Mail Extension") ausgewertet werden. Das
von der Browser-Einrichtung 31 gestartete Programm zur Rohda
tenverarbeitung übernimmt die Konvertierung der heruntergela
denen Rohdaten 36. Das Programm zur Rohdatenverarbeitung
kann als Browser-PlugIn, als Active X-Komponente oder als ex
ternes Programm realisiert werden.
Hierbei ist zwischen verschiedenen Typen von Rohdaten zu un
terscheiden. Die Verarbeitung von sporadisch entstehenden
Rohdaten 36 wird vorzugsweise mit Hilfe eines Browser-
PlugIn's oder einer Active X-Komponente vorgenommen. In die
sem Zusammenhang erfolgt der Zugriff auf die Daten mit Hilfe
des TCP-Protokolls. Sollen sich ständig aktualisierende Roh
daten 36 in Form eines Endlos-Datenstroms verarbeitet werden,
dann ist es sinnvoll, ein effektiveres Protokoll für die Ü
bertragung an den Nutzer-Personalcomputer 30 (den Nutzerein
richtungen N1 . . . NN) zu verwenden. Mit Hilfe des zusätzlichen
RPC-Protokolls wird eine Auftrennung der in den Nutzerein
richtungen N1 . . . NN (bzw. dem Nutzer-Personalcomputer 30) dar
zustellenden Informationen über das (die) Feldgerät(e)
FG1 . . . FGN bzw. 33 in statische und dynamische Informationen
ermöglicht. Die statischen Informationen werden mit dem HTTP-
Standardprotokoll übertragen, während die dynamischen, also
veränderlichen Daten über das effektivere RPC-Protokoll über
tragen werden. Der Aufwand, der beim Senden der dynamischen
Daten mittels des HTTP-Protokolls durch Verbindungsaufbau/-
abbau und Verbindungsüberwachung entstehen würde, würde den
des ereignisabhängigen, wiederholten Sendens der dynamischen
Daten mittels des RPC-Protokolls übersteigen. Da in der Re
gel nur wenige Daten schnell übermittelt werden sollen (Mess
werte, Meldelisten, . . .), ist der Einsatz eines verbindungs
losen Protokolls, insbesondere des RPC-Protokolls, für die
dynamischen Daten vorteilhaft. Bei einem Aufruf entfernter
Prozeduren (RPC - "Remote Procedure Call") ruft ein lokales
Programm eine Prozedur auf einem entfernten System auf. Das
Konzept des entfernten Prozeduraufrufs sorgt dafür, dass der
gesamte Netzcode in der RPC-Schnittstelle und in den Netzrou
tinen verborgen bleibt. Damit wird vermieden, dass sich die
Applikationsprogramme (Client und Server) um Details, wie
z. B. Konvertierung EBCDIC <---< ASCII, Zahlenkonvertierung,
Socket, Session etc., kümmern müssen. Ein Ziel von RPC ist
die Vereinfachung der Implementierung von verteilten Anwen
dungen. UDP (UDP - "User Defined Protocol") wird von einigen
Anwendungen, die nur kurze Nachrichten senden und diese wie
derholen können, verwendet. UDP ist daher ein ideales Proto
koll zur Verteilung von Informationen, die sich ständig än
dern, wie beispielsweise Börsenkurse. Statt die Daten in einen
TCP-Umschlag zu packen und dann in den IP-Umschlag, wandern
sie jetzt in einen UDP-Umschlag, bevor sie in den IP-Umschlag
kommen. Obwohl UDP in der gleichen Schicht wie das verbin
dungsorientierte TCP beheimatet ist, handelt es sich um ein
verbindungsloses Protokoll. Der Einsatz des UDP-Protokolls
erscheint immer dann sinnvoll, wenn nur wenige Daten schnell
übermittelt werden sollen. So gibt es in Anwendungsprogrammen
zwischen Client und Server einen Austausch von kurzen Anfra
gen und Antworten. Hier würde der Aufwand der durch Verbin
dungsaufbau/-abbau und Verbindungsüberwachung entsteht, den
des erneuten Sendens der Daten übersteigen. Das getrennte Ü
bertragen von statischen und dynamischen Daten zwischen den
Feldgeräten FG1 . . . FGN im Gerätenetzwerk und den Nutzerein
richtungen N1 . . . NN im Firmen-Intranet mit Hilfe unterschied
licher Protokolle wird durch das Vorsehen und die spezifische
Ausbildung des später im Detail beschriebenen Proxyservers 1
optimiert.
Im folgenden wird die Nutzung des RPC-Protokolls zum Abrufen
der dynamischen Daten in einer Client/Server-Anordnung (Nut
zereinrichtungen N1 . . . NN/Feldgeräte FG1 . . . FGN) anhand der
schematischen Darstellung in Fig. 6 beschrieben.
Ein RPC-Aufruf läuft beispielsweise wie folgt ab:
- a) Ein innerhalb des Browsers 31 (vgl. Fig. 4) ablaufender Client-Prozess 100 ruft eine RPC-Schnittstelle 101 auf. Dieser Client-Prozess 100 kann z. B. ein in eine HTML- Seite eingebettetes Java-Applet sein. Die RPC- Schnittstelle 101 hat die Aufgabe, den Unterprogrammein sprung zu spezifizieren. Die Spezifikation enthält den Namen der Funktion sowie Anzahl und Typen der Parameter. Hiermit wird ein logischer Einsprung definiert. Die RPC- Schnittstelle 101 ermöglicht das Starten der entfernt liegenden Prozedur 102.
- b) Die Parameter des Client-Prozesses 100 werden von der RPC-Schnittstelle 101 gelesen. Der Zweck der RPC- Schnittstelle 101 liegt in der Verpackung und Konvertie rung der Parameter für das Serverprogramm.
- c) Die Netzroutinen versenden die Nachrichten an einen Ser ver-Prozess 103, der im RPC-Server 34a abläuft.
- d) Eine RPC-Schnittstelle 104 des Server-Prozesses 103 baut die Parameter aus den Nachrichtenpaketen wieder auf.
- e) Im nächsten Schritt wird das Serverprogramm aufgerufen. Dazu wird ein Serverstub definiert. Dieser Stub ist der eigentliche Einsprung in die auf dem Server-Prozess 103 liegende Prozedur.
- f) Nach Abarbeitung der Prozedur wird die Kontrolle wieder an die RPC-Schnittstelle 104 gegeben.
- g) Die Schnittstelle 104 verpackt die Rückgabeparameter und transportiert die Daten anschließend zu den Netzroutinen.
- h) Die Netzroutinen transportieren die Daten über netzwerk abhängige Aufrufe auf den Client-Prozess 100.
- i) Die RPC-Schnittstelle 101 des Client-Prozesses 100 ent packt die Parameter und versorgt die angegebenen Parame ter mit den neuen Daten.
- j) Die Kontrolle wird an den Client-Prozess 100 zurückgege ben, der die erhaltenen Daten weiterverarbeiten kann.
Das Konzept des entfernten Prozeduraufrufs sorgt dafür, dass
der gesamte Netzcode in der RPC-Schnittstelle und in den
Netzroutinen verborgen bleibt. Damit wird vermieden, dass
sich die Applikationsprogramme (Client und Server) um De
tails, wie z. B. Konvertierung EBCDIC <---< ASCII, Zahlenkonvertierung,
Socket, Session etc., kümmern müssen. Ein Vor
teil der Nutzung des RPC-Protokolls für die dynamischen Daten
ist die Vereinfachung der Implementierung von verteilten An
wendungen.
Der in Verbindung mit Fig. 4 beschriebene Abruf von Informa
tion von dem Feldgerät 33, welches den HTTP-Server 34 um
fasst, kann auch in Verbindung mit Handlungen im Rahmen des
Beobachtungs- und Bediensystems genutzt werden, die zum Zweck
des Bedienens des Feldgeräts 33 ausgeführt werden. Hierdurch
ist es ermöglicht, das Feldgerät 33 mit Hilfe der Browser-
Einrichtung 31 zu bedienen. Dieses wird im folgenden näher
beschrieben.
Das Feldgerät 33 enthält eine Speichereinrichtung 35a, in
welcher Bediensoftware in Form von HTML-Seiten 35 gespeichert
ist, und ein Java-Archiv oder Daten, aus denen HTML-Seiten
erzeugbar sind. Die Bediensoftware ist speziell auf das
Feldgerät 33 zugeschnitten. Mittels der Eingabe der URL-
Adresse des Feldgeräts 33 durch den Nutzer startet ein HTTP-
Herunterladen, was zum Herunterladen der Bediensoftware vom
HTTP-Server 34 des Feldgeräts 33 in den Nutzer-Personal
computer 30 führt. Nach dem Herunterladen der Bediensoftware
von dem Feldgerät 33 auf den Benutzer-Personalcomputer 30 in
Form der HTML-Seite(n) 35 wird die Vorderansicht des Feldge
räts 33 mit allen Bedien- und Anzeige-Elementen innerhalb der
Browser-Einrichtung dargestellt (vgl. Fig. 3). Der Benutzer
kann dann bestimmte Bedienfunktionen des Feldgeräts 33 mit
Hilfe eines Mausklicks auf dem Bildschirm des Benutzer-
Personalcomputers 30 auslösen. Die Übermittlung der Benut
zerhandlung zum Feldgerät 33 erfolgt mittels eines schnellen
und effektiven Protokolls, das einerseits die genannten Be
dienanforderungen vom Benutzer-Personalcomputer 30 zum Feld
gerät 33 überträgt und andererseits Reaktionen des Feldgeräts
33 zurückliest. Zu diesem Zweck werden die internen Bedien-
und Anzeigefunktionen des Feldgeräts 33 zur Schnittstelle der
Browser-Einrichtung 31 hin veröffentlicht, z. B. Tastaturpuf
fer, Displaypuffer, LED-Status.
Im Rahmen der Bedienung durch den Benutzer gibt es zwischen
Benutzer-Personalcomputer 30 und dem Feldgerät 33 einen Aus
tausch von kurzen Anfragen und Antworten im Rahmen eines
Client-Server-Verhältnisses. Hierbei würde der Aufwand, der
im Zusammenhang mit dem Aufbau/Abbau und der Überwachung der
HTTP-Verbindung zwischen dem Benutzer-Personalcomputer 30 und
dem Feldgerät 33 entsteht, den Aufwand übersteigen, der beim
erneuten Senden und Empfangen der Daten gemäß eines verbin
dungslosen Protokolls entsteht. Da in der Regel nur wenige
Daten schnell übermittelt werden sollen (z. B. Tastendruck,
Displayinhalt, LED-Status), ist der Einsatz eines schnellen,
effektiven, verbindungslosen Protokolls sinnvoll, beispiels
weise des oben beschriebenen RPC-Protokolls. Zur Reduktion
der ausgetauschten Datenmenge (z. B. Displayinhalt) zwischen
dem Benutzer-Personalcomputer 30 und dem Feldgerät 33 werden
Verfahren zur Komprimierung von Daten eingesetzt.
Internet-Protokolle, wie TCP/IP und HTTP, bieten keinerlei
Sicherheitsmechanismen. Es sind zusätzliche Protokolle not
wendig, um eine sichere Kommunikation zu ermöglichen. Die
Mechanismen zum Schutz sicherheitsrelevanter Aktionen am
Feldgerät 33 über TCP/IP-Kommunikation sind von besonderer
Bedeutung. Hinsichtlich des Schutzes gegen unbefugte Zugriffe
lassen sich die Bedienhandlungen am Feldgerät 33 klassifizie
ren (vgl. Tabelle 1).
Missbräuchliche Handlungen beim Bedienen des Feldgeräts 33
können mittels der folgenden Maßnahmen im wesentlichen ausge
schlossen werden:
- - Mit Hilfe einer Firewall (z. B. Proxyserver) kann das interne Netz (Firmen-Intranet/LAN) eine geschützte Verbindung mit ei nem anderen Netz (z. B. Internet) aufnehmen.
- - Das Feldgerät 33 ist im Lieferzustand so eingestellt, dass Tasten, die die vollständige Eingabe von Kundenpasswörtern er möglichen, gesperrt sind. Diese Sperre muss vom Kunden am Feldgerät 33 selbst bzw. mit dem Bedienprogramm in der Brow ser-Einrichtung 31 auf dem Nutzer-Personalcomputer 30 aufgeho ben werden (Passworteingabe erforderlich). Im Lieferzustand sind damit nur einfache Bedienhandlungen über die Browser- Einrichtung 31 möglich: Navigation im Bedienmenü, Anzeige von Messwerten, Parametern und Meldungslisten.
- - Die Parametrierung des Feldgeräts 33 in der Frontansicht- Emulation ist mit Kenntnis der Passwörter wie am Feldgerät 33 möglich, wenn die Sperrung der dazu benötigten Tasten gelöst ist.
- - Sicherheitsrelevante Aktionen am Feldgerät 33 (Schalten, Steuern, Löschen von Puffern, . . .) werden durch Authenti fikationsprotokolle geschützt, z. B. mittels Hash-Funktion und eines vom Feldgerät 33 generierten Schlüssels. Damit können aus dem Verbindungsprotokoll keine Rückschlüsse auf eingegebene Passwörter erfolgen. Mit diesem Verfah ren wird aus einer beliebig langen Nachricht eine 128 Bit lange Information, der sogenannte "Message Digest", ge bildet, der an die originäre Nachricht angehängt wird. Der Empfänger (Feldgerät 33) vergleicht den "Message Di gest" mit dem vom Feldgerät 33 aus der Information ermit telten. Dadurch werden Feldgerätepasswörter nicht über die Kommunikationsverbindung übertragen.
- - Die im Feldgerät 33 generierten Schlüssel verfallen nach kurzer Zeit und können nur einmal für eine Übertragung verwendet werden. Damit ist die Aufzeichnung von sicher heitsrelevanten Protokollen und eine spätere Wiederholung dieser aufgezeichneten Protokolle wirkungslos.
Ein Element zur optimierten Umsetzung des beschriebenen, funk
tionellen Zusammenwirkens der Elemente des Beobachtungs- und
Bediensystems, beispielsweise der Nutzung des RPC-Protokolls,
des Abrufs der Rohdaten aus den Feldgeräten FG1 . . . FGN und der
Bedienung der Feldgeräte mittels Browser auf den Nutzerein
richtungen N1 . . . NN, ist der Proxyserver 1. Bekannte Stan
dard-HTTP-Proxyserver unterstützen ausschließlich das HTTP-
Protokoll und sind somit nicht in der Lage, als Gateway zwi
schen dem Gerätenetzwerk und dem Firmen-Intranet zu dienen.
Aus diesem Grund wurde ein spezifischer, für das BuB-System
konzipierter Proxyserver 1 geschaffen, der beide von den
Feldgeräten FG1 . . . FGN verwendeten Protokolle (HTTP, RPC) un
terstützt.
Ein wesentlicher Vorteil, der bei der Nutzung des Proxyser
vers 1 gegenüber der Ankopplung des Gerätenetzwerks an das
Firmen-Intranet mittels Routers oder, wenn keine WAN-
Verbindung (WAN - "Wide Area Network") zwischen dem Geräte
netzwerk und dem Intranet besteht, einer direkten Ankopplung
des Geräte-Netzsegments über einen Hub oder einen Switch be
steht in der Nutzung des sogenannten "Cachings".
Das diesem Verfahren ("Caching") zugrunde liegende Prinzip
wird im folgenden allgemein, ohne Bezugnahme auf die oben ge
nannten Figuren, kurz beschrieben.
Stellt ein Client eine Anfrage nach einem Objekt an eine Ser
vereinrichtung, so läuft diese Anfrage zunächst über eine so
genannte Proxy-Einrichtung. Die Proxy-Einrichtung schaut
nach, ob sich das betreffende Objekt bereits in einem lokalen
Speicher (Cache) der Proxy-Einrichtung befindet, welcher in
der Regel auf einer Festplatte ausgebildet ist. Wird hierbei
festgestellt, dass das Objekt nicht lokal im Speicher vor
liegt, reicht die Proxy-Einrichtung die Anfrage weiter zu ei
ner eigentlichen Zielserver-Einrichtung. Von dort erhält die
Proxy-Einrichtung das Objekt und speichert eine Kopie des Ob
jekts für weitere Anfragen nach diesem Objekt in dem lokalen
Speicher, bevor die Proxy-Einrichtung das Objekt an den an
fragenden Client weitergibt. Wird das Objekt jedoch im loka
len Speicher der Proxy-Einrichtung gefunden, so wird die An
frage des Clients nicht an die Zielserver-Einrichtung durch
gestellt, sondern der Client bekommt das gewünschte Objekt
direkt von der Proxy-Einrichtung übermittelt. Voraussetzung
für optimales Ausführen des beschriebenen Verfahrens ist ein
genügend großer Speicher-Bereich in der Proxy-Einrichtung,
d. h. in der Größenordnung von mehreren Hundert MB bis mehre
ren GByte. Ansonsten läuft der lokale Speicher in der Proxy-
Einrichtung über und es muss ein "Garbage Collector" (ein sogenannter
Aufräumdienst) gestartet werden, der veraltete Ob
jekte aus dem Speicher heraus filtert, um dort Platz für neue
Objekte zu schaffen.
Vorteile des beschriebenen Verfahrens ("Caching") sind: eine
Verbesserung der Leistungsfähigkeit (schnellerer Datentrans
port als extern); eine Einsparung von externer Bandbreite
(mehr Platz für andere Dienste bleibt frei); eine Verminde
rung der Antwortzeiten;
Entlastung der Zielserver-Einrichtung; beim Transport des Ob
jekts von der Proxy-Einrichtung zum Client entstehen keine
bzw. geringere Übertragungskosten, und die Trefferquoten im
lokalen Speicher der Proxy-Einrichtung können je nach Nutzung
sehr hoch sein.
Der zum Verbinden des Gerätenetzwerks und des Firmen-
Intranets (vgl. Fig. 1) genutzte Proxyserver 1 basiert auf
dem beschriebenen Grundprinzip und hat aufgrund der spezifi
schen Ausbildung, welche im Detail später beschrieben wird,
darüber hinaus die im folgenden genannten Vorteile.
Durch den Einsatz des Proxyservers 1 (vgl. Fig. 1) ergeben
sich deutliche Geschwindigkeitsvorteile beim Zugriff auf das
Gerätenetzwerk. Der Proxyserver 1 umfasst einen für die An
wendung im BuB-System optimierten Dateispeicher bzw. Dateica
che, der alle aus den Feldgeräten FG1 . . . FGN abgerufenen Da
teien mit statischen Daten im Proxyserver 1 puffert. Wird
auf eine solche Datei das erste Mal zugegriffen, dann muss
diese Datei direkt aus einem der Feldgeräte FG1 . . . FGN geholt
werden. Bei einem wiederholten Zugriff auf diese Datei kann
diese dann jedoch direkt aus dem Dateicache des Proxyservers
1 geliefert werden. Da das lokale Firmen-Intranet im allge
meinen viel schneller als eine Modemverbindung zu den Feldge
räten FG1 . . . FGN ist, ergeben sich hier signifikante Geschwin
digkeitsvorteile beim Zugriff auf das Gerätenetzwerk, da im
laufenden Betrieb nur noch die gegenüber den HTML-Seiten und
den Java-Archiven deutlich kleineren dynamischen Daten über
die langsame Modemverbindung übertragen werden.
Der Proxyserver 1 erhöht darüber hinaus die Sicherheit im
Netzwerk. Der Proxyserver 1 schottet die beiden Netzwerke,
Gerätenetzwerk und Firmen-Intranet, gegeneinander ab und ü
berträgt nur die im Proxyserver 1 verarbeiteten Protokolle.
Dies bedeutet, dass aus dem Firmen-Intranet nur die von einem
Browser auf den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN an die Feldgeräte
FG1 . . . FGN generierten Anforderungen übertragen werden. In
die Gegenrichtung werden nur die von den Feldgeräten
FG1 . . . FGN generierten Antworten übertragen. Damit werden al
le anderen im Firmen-Intranet kursierenden Datenpakete vom
Gerätenetzwerk ferngehalten und beeinflussen somit nicht den
Durchsatz im Gerätenetzwerk. Des weiteren kann ein im Gerä
tenetzwerk auftretendes, hohes Datenaufkommen aufgrund von
Querkommunikation zwischen den Feldgeräten FG1 . . . FGN die
Netzlast im Firmen-Intranet nicht erhöhen.
Die Nutzung des RPC-Protokolls mittels des Proxyservers 1
hat den Vorteil, dass sichergestellt ist, dass die Zugriffs
möglichkeit auf die Feldgeräte FG1 . . . FGN auf das an den Pro
xyserver 1 angeschlossene Firmen-Intranet beschränkt bleibt.
Ein Firmen-Intranet ist heute üblicherweise über ein HTTP-
Gateway mit dem Internet verbunden. Dieses Gateway übernimmt
hier eine Firewall-Funktion (vgl. Fig. 7), indem es die Ü
bertragung des RPC-Protokolls blockiert. Hierdurch kann au
ßerhalb des Firmen-Intranets nicht mehr auf die Daten der
Feldgeräte FG1 . . . FGN zugegriffen werden, da alle dynamischen
Daten der Feldgeräte FG1 . . . FGN über das RPC-Protokoll über
tragen werden.
Der Proxyserver 1 ermöglicht vielfältige Funktionen, die bei
dem bisher üblichen, direkten Zugang zu den Feldgeräten
FG1 . . . FGN nicht zur Verfügung stehen. Die folgende Zusammen
stellung listet weitere wesentliche Funktionen auf, die sich
in Verbindung mit der nachfolgenden, detaillierten Beschrei
bung des Proxyservers 1 ergeben:
- - Es wird eine eigene Homepage zur Verfügung gestellt, über die alle angeschlossenen Feldgeräte FG1 . . . FGN erreichbar sind.
- - Die angeschlossenen Feldgeräte FG1 . . . FGN werden automa tisch adressiert und erkannt; Darstellung dieser Feldgerä te FG1 . . . FGN in der Homepage als Startseite auf den Nut zereinrichtungen N1 . . . NN für einen direkten Gerätezugriff.
- - Es wird der Zugriff über Gerätenamen der Feldgeräte FG1 . . . FGN ermöglicht; dies ist gegenüber dem Zugriff über die IP-Adresse nutzerfreundlicher.
- - Der Proxyserver 1 kann mittels Browser auf den Nutzerein richtungen N1 . . . NN konfiguriert werden (E-Mail-Adressen, Telefon-Nummern, Gerätenamen, . . .)
- - Der Proxyserver 1 definiert die möglichen Zugriffswege ("Firewall-Funktion").
- - Der Proxyserver 1 kann Daten aus den Feldgeräte FG1 . . . FGN zwischenspeichern. Diese Funktion eignet sich z. B. für die Protokollierung der Störfallinformationen oder der Be triebsmesswerte. Diese Daten werden intern in einer XML- Datenbank (XML - "Extended Markup Language") abgelegt.
- - Der Proxyserver kann die aus den Feldgeräten FG1 . . . FGN ü ber das RPC-Protokoll übertragenen Daten im XML-Format zur Verfügung stellen. Hierdurch können beispielsweise nut zerspezifische Erweiterungen der im Proxyserver 1 verfüg baren Darstellungen vorgenommen werden. Hierzu steht ein im Proxyserver 1 integrierter XSL-Parser (XSL - "Extended Stylesheet Language") zur Verfügung.
- - Durch die mit Hilfe des XSL-Parsers realisierbaren Filter auf die XML-Datenbank kann der Proxyserver 1 ebenfalls als Client für weitere Applikationen genutzt werden.
- - Signalisierung von Ereignissen im LAN (LAN - "Local Area Network") via e-mail ist möglich. Der Proxyserver 1 stellt eigene e-mail-Postfächer zu Verfügung, die mittels eines POP3-Clients (POP3 - "Post Office Protocol Stepping 3"), wie z. B. Outlook, abgerufen werden können. Weiterhin ist eine Weiterleitung von e-mails an ein anderes Postfach mittels eines im Proxyserver 1 integrierten SMTP-Servers (STMP - "Simple Message Transfer Protocol") möglich.
Im folgenden wird die Ausbildung des Proxyservers 1 näher be
schrieben.
Fig. 7 zeigt eine Anordnung mit dem Gerätenetzwerk und dem
Firmen-Intranet gemäß Fig. 1, wobei Elemente des Proxyser
vers 1 schematisch gezeigt sind. Fig. 8 zeigt Funktionsblö
cke des Proxyservers 1 in einem Blockschaltbild.
Gemäß Fig. 7 weist jedes der Feldgeräte FG1 . . . FGN einen je
weiligen HTTP-Server HS1 . . . HSN auf, die dem jeweiligen HTTP-
Server 34 (vgl. Fig. 4) entsprechen und mit einem Sternkopp
ler 39 verbunden sind. Der Proxyserver 1 verfügt ebenfalls
über einen HTTP-Server 40. Im folgenden wird die Arbeitswei
se des Proxyservers 1 unter Bezugnahme auf Fig. 8 beschrie
ben.
Der Zugriff auf den Proxyserver 1 geschieht immer aus dem lo
kalen Netz des Firmen-Intranets heraus, in dem sich die Nut
zereinrichtungen N1 . . . NN mit der jeweiligen Modemverbindung
in das die Feldgeräte umfassende Gerätenetzwerk befinden, das
ein Umspannwerk oder mehreren Unterwerken umfassen kann. Wird
eine der Nutzereinrichtungen N1 . . . NN über die zugehörige, lo
kale IP-Adresse als Server angesprochen, wird dieser Zugriff
über einen TCP/IP-Stack 41 (TCP - "Transfer Control Proto
col") an den HTTP-Server 40 weitergeleitet.
Der HTTP-Server 40 liefert die angeforderten Dateien in das
Firmen-Intranet. Zu diesem Zweck wendet sich der HTTP-Server
40 über einen Dateifilter 42 an eine Cacheverwaltung 43. Der
Dateifilter 42 leitet die Anforderung normalerweise an die
Cacheverwaltung 43 weiter. Nur bestimmte Anforderungen wer
den anhand des angeforderten Dateityps erkannt und einem an
deren Verarbeitungsweg zugeführt. Diese Ausnahmen werden
später beschrieben. Die Cacheverwaltung 43 versucht als ers
tes, die angeforderte Datei in den lokalen Dateien 44 oder in
einem Dateicache 45 zu finden. Ist die angeforderte Datei
weder eine lokale Datei des Proxyservers 1 noch im Dateicache
45 vorhanden, wird die Dateianforderung an einen HTTP-Client
46 weitergeleitet. Dieser baut über einen weiteren TCP/IP-
Stack 47 eine Verbindung zum HTTP-Server HS1, . . . bzw. HSN
des angesprochenen Feldgeräts FG1, . . . bzw. FGN im Geräte
netzwerk auf, um die angeforderte Datei von dort zu beziehen.
Als Verbindung zum Gerätenetzwerk wird vorzugsweise eine Mo
demverbindung mit dem PPP-Protokoll genutzt (vgl. Fig. 1).
Da der Proxyserver 1 über diese Modemverbindung jedoch
gleichzeitig mehrere Verbindungen zu verschiedenen Feldgerä
ten FG1 . . . FGN halten kann, ist eine Arbitrierung dieser Modem
verbindung erforderlich, da das PPP-Protokoll nur eine Punkt-
zu-Punkt-Verbindung verwalten kann. Hierzu dient ein Block
Slot-Protokoll 48. Dieses Protokoll teilt den einzelnen PPP-
Verbindungen Zeitscheiben auf der Modem-Kommunikationsstrecke
zu und verhindert so Kollisionen zwischen den einzelnen Ver
bindungen. Der Block Slot-Protokoll 48 ist weiterhin dafür
zuständig, alle im Gerätenetzwerk aktiven Feldgeräte
FG1 . . . FGN zu erkennen. Dazu wird das Gerätenetzwerk zyklisch
nach aktiven Feldgeräten abgesucht. Die erkannten, aktiven
Feldgeräte werden von einer Geräteverwaltung 49 in eine XML-
Datenbank 50 des Proxyservers 1 eingetragen.
Bei der XML-Datenbank 50 handelt es sich um einen nach dem
standardisierten "Document Object Model" abgelegten Daten
baum. Enthält nun eine über den HTTP-Server 40 in den Brow
ser einer mit dem Proxyserver 1 verbundene Nutzungseinrichtung
N1, . . . bzw. NN geladene HTML-Seite Java-Code, der eine pa
rallele UDP-Verbindung (UDP - "User Defined Protocol") für
das RPC-Protokoll aufbaut, dann wird über diesen Weg ein
RPC-Server 51 aus dem Firmen-Intranet heraus angesprochen.
Da das RPC-Protokoll aus Leistungsgründen auf das standardi
sierte UDP/IP-Protokoll aufsetzt, muss hier im Proxyserver 1
eine Verbindungsverwaltung 52 enthalten sein, da das UDP-
Protokoll nicht verbindungsorientiert arbeitet. Die Verbin
dungsverwaltung 52 stellt sicher, dass für jede Nutzungsein
richtung N1 . . . NN aus dem Firmen-Intranet ein eigener Kommuni
kationsport für einen RPC-Client 53 des Proxyservers 1 in das
Gerätenetzwerk reserviert wird. Die RPC-Anforderungen aus
dem Firmen-Intranet werden dann über den RPC-Client 53 des
Proxyservers 1 direkt in das Gerätenetzwerk weitergeleitet.
Die Antworten der Feldgeräte FG1 . . . FGN auf RPC-Anforderungen
werden an den RPC-Server 51 weitergeleitet. Dieser gibt die
Antwort des jeweiligen Feldgeräts FG1, . . . bzw. FGN an die
Nutzereinrichtungen über das Firmen-Intranet weiter. Paral
lel hierzu werden die aktuell im RPC-Protokoll übertragenen,
dynamischen Daten aus dem jeweiligen Feldgerät FG1, . . . bzw.
FGN in der XML-Datenbank 50 im Proxyserver 1 abgelegt.
Die in der XML-Datenbank 50 gespeicherten Daten können mit
Hilfe eines im Proxyserver 1 integrierten XSL-Parsers 54 in
beliebige andere Datenformate konvertiert werden. Die dazu
notwendigen Transformationsanweisungen müssen als XSL-
Scriptdatei lokal im Proxyserver 1 abgelegt werden. Um einen
solchen Transformationsprozess auszulösen, muss am HTTP-
Server 40 eine *.XML-Datei angefordert werden. Eine solche
Anforderung wird von dem am HTTP-Server 40 angeschlossenen
Dateifilter 42 aus dem normalen Zugriffsweg auf die Cachever
waltung 43 herausgefiltert und an den XSL-Parser 54 weiterge
leitet. Dieser liest aus den im Proxyserver 1 lokal abgeleg
ten Dateien neben der angeforderten XML-Datei eine gleichna
mige XSL-Datei und startet den Transformationsprozess. Das
Ergebnis dieser Transformation wird vom HTTP-Server 40 an den
anfordernden Nutzer gesendet. Auf diese Weise können z. B.
HTML-Dateien dynamisch aus einer XSL-Vorlage mit den aktuel
len Daten der Feldgeräte FG1 . . . FGN aus der XML-Datenbank 50
erzeugt oder einfach ein Teilbaum der Datenbank als XML-Datei
übertragen werden.
Der Dateifilter 42, die Cache-Verwaltung 43, die lokalen Da
teien 44, der Dateicache 45, der XSL-Parser 54 sowie die XML-
Datenbank 50 bilden ein Dateisystem des Proxyservers 1.
Im folgenden werden einzelne Funktionsblöcke des Proxyservers
1 näher beschrieben.
Zunächst wird die grundsätzliche Arbeitsweise des im Proxy
server 1 ausgebildeten HTTP-Servers 40 (vgl. Fig. 8) erläu
tert, wobei zum besseren Verständnis einige wesentliche
Grundlagen des HTTP's beschrieben werden.
Wie bei anderen Applikationsprotokollen im Internet handelt
es sich bei HTTP (HTTP - "Hypertext Transfer Protocol") um
ein ASCII-Protokoll, das für den Datenaustausch eine abgesi
cherte TCP-Verbindung zwischen einem Client (Computer des In
ternetnutzers) und einem Server (Servereinrichtung, auf wel
cher abrufbare Internetinhalte - Daten - zur Verfügung ste
hen) benötigt. Als Anknüpfungspunkt ist dabei der Port 80
definiert, d. h., ein HTTP-Server lauscht an diesem Port auf
neue Client-Verbindungen. Alternativ kann die überwiegende
Anzahl von HTTP-Server-Software über einen entsprechenden
Konfigurationsdialog auch angewiesen werden, einen anderen
Port für die Kontaktaufnahme heranzuziehen.
Anders als bei anderen Protokollen, z. B. FTP (FTP - "File
Transfer Protocol") und POP3, ist eine Verbindung zwischen
einem HTTP-Client und einem HTTP-Server sehr kurzlebig. Der
HTTP-Client baut eine TCP-Verbindung zum gewünschten HTTP-
Server über den Port 80 auf und setzt eine Anfrage nach einem
gewünschten Dokument an den HTTP-Server ab. Der HTTP-Server
erhält die Anfrage, wertet sie aus und sendet - im Erfolgs
fall - das gewünschte Dokument an den HTTP-Client zurück.
Der HTTP-Server schließt die TCP-Verbindung automatisch,
nachdem er dem HTTP-Client das geforderte Dokument oder eine
Fehlermeldung als Antwort auf dessen Anfrage zugesandt hat.
Eine wichtige Funktionalität von HTTP ist es, dass der HTTP-
Client dem HTTP-Server mitteilen kann, welche Art von Daten
dieser verstehen kann. Es muss also bei jeder Anfrage eine
Kommunikation zwischen dem HTTP-Client und dem HTTP-Server
darüber stattfinden, wie die Daten übertragen werden sollen.
Diese Kommunikation erzeugt einen sogenannten Überschuss bzw.
Überhang ("overhead"); HTTP wird deshalb auch als statusloses
Protokoll ("stateless protocol") bezeichnet, weil die Verbin
dung nicht mehrere Phasen durchläuft, vom Einloggen, über den
Datenaustausch bis hin zum Ausloggen durch den HTTP-Client.
Dieses erleichtert einerseits die Entwicklung von HTTP-
Client-/HTTP-Server-Software, ist aber im Hinblick auf die
Nutzung der zur Verfügung stehenden Bandbreite nicht sehr ef
fizient.
Das HTTP-Protokoll wird verwendet, um Zugriff auf Quellen im
URL-Format (URL - "Uniform Resource Locator") zu erlangen.
Der HTTP-Client, meistens ein Web-Browser auf dem Computer
des Internet-Benutzers. Er verlangt eine HTML-Seite und gene
riert danach eine Sequenz von Anfragen bezüglich der Datei
verweise in dieser HTML-Seite. Danach wird der Benutzer
wahrscheinlich einen Link in der angefragten HTML-Seite an
klicken, und der HTTP-Client schickt eine Anfrage, bezüglich
der mit diesem Link verknüpften HTML-Seiten, an den gleichen
oder einen weiteren HTTP-Server. Diese weiteren Kommunikati
onsverbindungen haben keine Informationen mehr über eine vor
hergegangene Verbindung. Dieses funktioniert bei einfachen
Client/Server-Umgebungen. Bei umfangreicheren Kommunikatio
nen kann diese Arbeitsweise allerdings zum Problem werden,
denn für jede noch so kleine Datenmenge, die übertragen wer
den soll, fällt dieser Überschuss ("Overhead") an, was die
Effizienz mindert.
Fig. 9 zeigt eine schematische Darstellung der Syntax einer
Anfrage in Verbindung mit einer HTTP-Client/Server-
Interaktion.
Die HTTP-Client/Server-Interaktion besteht aus einer einzigen
Anfrage/Antwort-Kommunikation. Sie umfasst eine "request li
ne", ein oder mehrere optionale "request header fields" und
einen optionalen "entity body". Von der HTTP-Client-Seite
60, also in der Regel vom Internet-Browser aus, wird eine
TCP-Verbindung zum HTTP-Server 61 geöffnet 62. Anschließend
sendet der HTTP-Client 60 einen Kommandostring an den HTTP-
Server 61. Der HTTP-Server 61 antwortet über die vom HTTP-
Client 60 geöffnete TCP-Verbindung mit einem Kopf, der neben
der vom HTTP-Server 61 unterstützten HTTP-Version auch den
MIME-Type und die Kodierung der angeforderten Datei enthält.
An diesen Kopf im ASCII-Format wird vom HTTP-Server 61 der
Inhalt der angeforderten Datei angefügt. Nachdem der HTTP-
Server 61 die komplette Datei gesendet hat, schließt dieser
die vom HTTP-Client 60 geöffnete TCP-Verbindung wieder 63.
Dieser Vorgang kann sich beliebig oft wiederholen.
Die folgende Zusammenstellung zeigt den Ablauf eines typi
schen HTTP-Zugriffs:
- 1. "connection" (Verbindungsaufbau)
- - WWW-Client baut eine TCP/IP-Verbindung zum WWW-Server auf
- 2. "request" (Anforderung)
- - Angabe einer Zugriffsmethode (GET, HEADER, POST . . .)
- - Spezifikation des gewünschten Dokumentes mittels URL
- - Zusatzinformationen in Form von MIME-Header
- - Daten (bei POST)
- 3. "response" (Antwort)
- - Header mit Statuscode
- - Zusatzinformationen in Form von MIME-Header
- - Dokument in HTML-Format
- - Daten in sonstigen Formaten (Bilder, Sound . . .)
- 4. "close" (Verbindungsabbau)
- - Im Normalfall vom HTTP-Server aus, nach Datenübertra gung
- - Im Spezialfall vom HTTP-Client aus (Übertragungszeit, Speicherplatz)
Hierbei besteht die "request line" aus drei Textfeldern, wel
che durch Leerzeichen getrennt sind. Das erste Feld spezifi
ziert die Methode (oder das Kommando). Das zweite Feld spe
zifiziert den Namen der Quelle (ist die URL ohne die Angabe
des Protokolls und des Hosts). Das letzte Feld spezifiziert
die verwendete Protokollversion des HTTP-Clients 60, bei
spielsweise HTTP/1.0. Die "request header fields" übergeben
zusätzliche Informationen über die Anfrage und den HTTP-
Client 60. Die Felder werden als eine Art RPC-Parameter be
nutzt. Jedes Feld besteht aus einem Namen, gefolgt von eine
Doppelpunkt und dem Feldwert. Die Reihenfolge der "header
fields" ist hierbei nicht wichtig. Der "entity body" wird
manchmal von HTTP-Clients 60 verwendet, um größere Informati
onspakete an den HTTP-Server 61 zu senden.
Um eine möglichst effiziente Arbeit der Cacheverwaltung 43 zu
ermöglichen, arbeitet der Dateicache 45 nicht wie üblich mit
der URL, dem Datum und der Lebensdauer der zu verwaltenden
Dateien, sondern nutzt weitere Kriterien zur Identifizierung
einer Datei. Würden nur die drei genannten Kriterien für den
Entscheid verwendet werden, ob eine lokal im Dateicache vor
handene Datei mit der im Feldgerät verfügbaren Datei iden
tisch ist, dann wäre für die Durchführung dieses Tests ein
Vergleich der genannten Dateimerkmale erforderlich. Dazu
müsste für jede Datei der Kopf aus dem Feldgerät angefordert
werden. Da das Dateisystem der Feldgeräte FG1 . . . FGN jedoch
nur als Einheit in Form eines KON-Dateien (konvertierte Da
teien - Format der in die Nutzereinrichtungen N1 . . . NN ladba
ren Dateien) geladen werden kann, ist ein solcher Vergleich
nicht für jede Datei erforderlich. Eine Ausnahme bilden hier
die dynamisch in den Feldgeräten FG1 . . . FGN erzeugten Dateien,
beispielsweise die Datei MLFB.TXT (MLFB-Maschinenlesbare
Fabrikantenbezeichnung), die nicht aus dem Dateisystem der
Feldgeräte FG1 . . . FGN ausgelesen, sondern aus der im jeweili
gen Feldgerät FG1, . . . bzw. FGN eingestellten MLFB generiert
wird.
Als Unterscheidungsmerkmal zwischen diesen beiden Dateifor
men, nämlich den statischen Dateien und den Dateien mit dyna
mischen Daten, dient ein Eintrag in einer Datei "noca
che.txt". Alle dynamisch in den Feldgeräten FG1 . . . FGN er
zeugten Dateien müssen in dieser Datei aufgeführt sein. Sta
tische Dateien werden vom HTTP-Server HS1 . . . HSN der Feldgerä
te FG1 . . . FGN mit einer unendlichen Lebensdauer gekennzeich
net. Im folgenden ist ein Beispiel für den Inhalt der Datei
"nocache.txt" gezeigt:
/mlfb.txt: MLFB, BF-Nr., Displaytyp
/textpool.zip: gerätespezifische Texte für Applets (mehrsprachig)
/ver.txt: Version, Datum
/chartab.jar: Gerätezeichensatz
/textpool.zip: gerätespezifische Texte für Applets (mehrsprachig)
/ver.txt: Version, Datum
/chartab.jar: Gerätezeichensatz
Die Datei "ver.txt" kann hierbei den folgenden Inhalt aufwei
sen/anzeigen:
V01.01.01
Tue, 24 Oct 2000 07:50:00 GMT
Tue, 24 Oct 2000 07:50:00 GMT
Das Slot-Protokoll 48 (vgl. Fig. 8) dient der Anbindung des
Proxyservers 1 an die Feldgeräte FG1 . . . FGN in einer Anordnung
mit Sternkoppler nach Fig. 7. Das Slot-Protokoll 48 glie
dert sich in die beiden Bereiche (i) Geräteerkennung und (ii)
Arbitrierung der Sternkoppleranordnung. Die Geräteerkennung
dient der automatischen Erkennung aller an den Sternkoppler
39 angeschlossenen Feldgeräte FG1 . . . FGN. Die Arbitrierung
muss Kollisionen von Datagrammen unterschiedlicher Feldgeräte
FG1 . . . FGN auf der Kommunikationsverbindung zwischen dem Pro
xyserver 1 und den einzelnen Feldgeräten FG1 . . . FGN verhin
dern.
Im folgenden wird die Geräteerkennung bei Nutzung der Stern
koppleranordnung 39 beschrieben.
Die Geräteerkennung stellt einen Bestandteil des Slot-
Protokolls 48 dar. Dieser Protokollteil belegt die serielle
Verbindung exklusiv, d. h. während der Geräteerkennung darf
keine andere Kommunikation auf der Modemstrecke aktiv sein.
Deshalb wird die Geräteerkennung nur beim Aufbau der Modem
verbindung aktiviert. Im laufenden Betrieb des Beobachtungs-
und Bediensystems ist dieser Protokollteil inaktiv. Die Ge
räteerkennung kann jedoch bei Bedarf aktiviert werden.
Fig. 10 zeigt eine Master-Slave-Anordnung mit Sternkoppler
zur Erläuterung der Geräteerkennung.
Das Slot-Protokoll 48 arbeitet nach dem Master-Slave-Prinzip.
Ein Master 70 befindet sich am oberen Anschluss in Fig. 10.
Die unteren Anschlüsse eines Sternkopplers 71, welcher dem
Sternkoppler 3 in Fig. 1 entspricht, werden von jeweils ei
nem Slave S1 . . . SN belegt, welche den Feldgeräten FG1 . . . FGN
gemäß Fig. 1 entsprechen. Der Master 70 könnte jede mögli
che Adresse der angeschlossenen Slaves S1 . . . SN abfragen und
bei einer Antwort auf diese Anfrage den gefundenen Slave S1,
. . . bzw. SN in die Liste der Geräte aufnehmen, die dem Master
70 bekannt sind. Diese Vorgehensweise ist jedoch bei einem
Adressbereich von 32 Bits nicht mehr durchführbar. Hier wären
2^32 Abfragen erforderlich. Diese Zahl ist jedoch nicht mehr
durchführbar, da hier die für diese Abfrage erforderliche
Zeit die Lebensdauer der Anlage überschreiten würde. Um den
noch die an den Master 70 angeschlossenen Geräte automatisch
erkennen zu können, wird das Problem erfindungsgemäß in der
folgenden Weise gelöst:
Bei einem Adressierungsschema mit einer Binär kodierten Ad resse mit einer fest vorgegebenen Adresslänge wird bei einer Anfrage immer ein Adressbereich abgefragt. Auf diese Anfrage antworten nur die Slaves, die sich in dem abgefragten Adress bereich befinden. Da sich hier mehrere Feldgeräte (Slaves) im gleichen abgefragten Adressbereich befinden können, kommt es bei einer gleichzeitigen Antwort von mehreren der Slaves S1 . . . SN in diesem Fall zwangsläufig zu einer Kollision. Die se Kollision wird bewusst in Kauf genommen und ist Bestand teil des vorgeschlagenen Verfahrens. Aus diesem Grund prüft der Master 70 nur, ob innerhalb eines definierten Zeitraums überhaupt eine Antwort auf seine Anfrage eingegangen ist.
Bei einem Adressierungsschema mit einer Binär kodierten Ad resse mit einer fest vorgegebenen Adresslänge wird bei einer Anfrage immer ein Adressbereich abgefragt. Auf diese Anfrage antworten nur die Slaves, die sich in dem abgefragten Adress bereich befinden. Da sich hier mehrere Feldgeräte (Slaves) im gleichen abgefragten Adressbereich befinden können, kommt es bei einer gleichzeitigen Antwort von mehreren der Slaves S1 . . . SN in diesem Fall zwangsläufig zu einer Kollision. Die se Kollision wird bewusst in Kauf genommen und ist Bestand teil des vorgeschlagenen Verfahrens. Aus diesem Grund prüft der Master 70 nur, ob innerhalb eines definierten Zeitraums überhaupt eine Antwort auf seine Anfrage eingegangen ist.
Beträgt der Adressraum der adressierbaren Slaves S1 . . . SN n
Bits, sendet der Master 70 jeweils eine Anfrage mit einem
feststehenden Bit der Adresse und einer Maske für die anderen
Adressbits aus. Mit zwei Abfragen kann getestet werden, ob
sich in dem durch das feststehende Bit vorgegebenen Adressbe
reich Slaves befinden. Wurde auf eine Anfrage für einen Ad
ressbereich eine Antwort erhalten, dann wird die Maske um ein
Bit verkleinert und für das nächste feststehende Bit mit wie
derum zwei Abfragen getestet, ob sich in dem nun kleineren
Adressbereich Slaves befinden. Kommt auf die Anfrage für den
nun kleineren Adressbereich eine Antwort, dann ist das nächs
te Bit des Adressbereichs gefunden, in dem sich Slaves befin
den. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis die Maske
für den Adressbereich sich auf 0 Bits reduziert hat. Dann
ist einer der Slaves S1 . . . SN am Bus eindeutig identifiziert.
Kommen bei einer Abfrage auf beide Zustände des gerade getes
teten Bits Antworten, dann werden beide Zweige in der nächs
ten Iteration weiter verfolgt. Da bei einer Maskengröße von
0 Bits nur das Gerät bzw. der Slave mit der angefragten, nun
vollständig feststehenden Adresse auf die gestellte Anfrage
antworten kann, können bei der letzten Anfrage auch keine
Kollisionen mehr auftreten, und das Antworttelegramm der zu
detektierenden Slaves kann spontane Informationen über den
Zustand der angeschlossenen Slaves enthalten. Fig. 12 erläu
tert das beschriebene Verfahren noch einmal anhand eines ein
fachen Adressierungsschemas mit einer 4-Bit-Adresse, also für
einen Adressraum vom 0 bis 15. Es wird vorausgesetzt, dass
sich die Geräte mit den Adressen 3, 4 und 7 in der Anordnung
befinden. Es wird mit der Abfrage vom höchstwertigen Bit be
gonnen. Es wird also zum einen der Adressraum 0 bis 7 und in
einer zweiten Abfrage der Adressraum 8 bis 15 mit einer Ab
frage getestet. Auf diese zweite Abfrage antwortet kein Ge
rät. Auf die erste Abfrage erhält der Master eine oder mehre
re Antworten. Deshalb wird im Adressraum 0 bis 7 die Maske um
ein weiteres Bit verkleinert. Es werden also nun die Adress
bereiche 0 bis 3 mit einer dritten Abfrage und 4 bis 7 mit
einer vierten Abfrage geprüft. Dieser Vorgang wiederholt sich
entsprechend der Darstellung in Fig. 12 so lange, bis die Ad
ressen vollständig aufgelöst und damit alle Geräte gefunden
sind.
In dem beschriebenen Beispiel werden die Slaves S1 . . . Sn bzw.
die Feldgeräte FG1 . . . FGN mittels eines IP-basierten Proto
kolls an den Master 70 angeschlossen. Beim IP-Protokoll ha
ben alle Busteilnehmer eine 32-Bit-Adresse. Die Adresse wird
in Oktette aufgeteilt und jedes Oktett dezimal dargestellt.
Die hexadezimale 32-Bit-Zahl 0×8D8D8000 entspricht also der
IP-Adresse 141.141.128.0. Für den eigentlichen Vorgang zur
Geräteerkennung/-abfrage wird eine rekursive Variante des im
vorhergehenden Absatz beschriebenen Verfahrens verwendet.
Fig. 11 zeigt das Ablaufdiagramm des Verfahrens als Nassi-
Schneidermann-Diagramm.
Im Rahmen des beschriebenen Verfahrens wird der Test, ob ein
Feldgerät (Slave) im verfügbaren Adressbereich ansprechbar
ist, vorzugsweise mit Hilfe eines als solchen bekannten Re
quest-Datagramms vom Master 70 ausgelöst. Im Unterschied zu
herkömmlichen Verfahren wird jedoch bewusst in Kauf genommen,
dass auf ein vom Master 70 ausgesandtes Request-Datagramm
mehrere der Slaves S1 . . . SN gleichzeitig antworten. Dadurch,
dass im Sternkoppler 71 alle von den Slaves S1 . . . SN empfange
nen Signale über ein logisches ODER-Gatter verknüpft werden
und dieses Summensignal an den Master 70 weitergeleitet wird,
kann sichergestellt werden, dass im Master 70 eine Antwort
eines der Slaves S1 . . . SN in jedem Fall erkannt wird. Wenn
sich die Antwort-Datagramme mehrerer der Slaves S1 . . . SN zeit
lich überlappen, wird im Master 70 ein fehlerhaftes Datagramm
empfangen. Auch dieser Fall wird als Antwort erkannt.
Mit Hilfe der Vorgabe einer maximalen Antwortzeit für die
Slaves S1 . . . SN auf ein Request-Datagramm des Masters 70 und
der Datagramm-Übertragungszeit kann eine Überwachungszeit für
den Master 70 definiert werden. Erhält der Master 70 inner
halb dieser Überwachungszeit eine Antwort, dann befinden sich
im angefragten Adressbereich Slaves bzw. Feldgeräte. Im Um
kehrschluss befinden sich im angefragten Adressbereich keine
Feldgeräte, wenn vom Master 70 innerhalb der Überwachungszeit
keine Antwort auf den Request empfangen wurde.
Da bei einer vollständigen Auflösung der Adresse im Request
des Masters 70 (d. h. die Maske wird leer) nur noch einer der
Slaves S1 . . . SN antworten darf, kann in diesem Fall auch keine
Kollision mehr auftreten. Damit kann in diesem Fall die Feh
lersicherung des empfangenen Datagramms benutzt werden, um
eine Leitungsstörung und damit eine mögliche Fehlerkennung
eines angeschlossenen Slaves auszuschließen. Tritt während
der Überwachungszeit nach einem Request des Masters eine Leitungsstörung
auf, die einen nicht vorhandenen Slave vor
täuscht, führt das nur zu einer Verlängerung des Vorgangs zum
Abfragen, aber nicht zu einer falschen Erkennung von ange
schlossenen Slaves, da diese Leitungsstörung spätestens bei
der vollständigen Auflösung der Maske erkannt wird.
Der folgende Absatz zeigt anhand eines Beispiels die Funktion
des Verfahrens:
Test: 141.141.128.0; Mask: 255.255.128.0;
Test: 141.141.0.0; Mask: 255.255.128.0;
Test: 141.141.64.0; Mask: 255.255.192.0;
Test: 141.141.96.0; Mask: 255.255.224.0;
Test: 141.141.64.0; Mask: 255.255.224.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.240.0;
Test: 141.141.88.0; Mask: 255.255.248.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.248.0;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.252.0;
Test: 141.141.86.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.85.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.84.128; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.84.64; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.84.32; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.84.16; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.84.8; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.84.4; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.84.2; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.84.3; Mask: 255.255.255.255;
Test: 141.141.84.2; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.84.2;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.252.0;
Test: 141.141.82.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.81.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.80.128; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.80.192; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.80.128; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.80.176; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.80.168; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.80.164; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.80.166; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.164; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.165; Mask: 255.255.255.255;
Test: 141.141.80.164; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.164;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.80.162; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.163; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.163;
Test: 141.141.80.162; Mask: 255.255.255.255;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.161; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.161;
Test: 141.141.80.160 Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.160;
Test: 141.141.80.128; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.64.0; Mask: 255.255.240.0;
Test: 141.141.0.0; Mask: 255.255.192.0.
58 Abfragen . . .
Test: 141.141.0.0; Mask: 255.255.128.0;
Test: 141.141.64.0; Mask: 255.255.192.0;
Test: 141.141.96.0; Mask: 255.255.224.0;
Test: 141.141.64.0; Mask: 255.255.224.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.240.0;
Test: 141.141.88.0; Mask: 255.255.248.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.248.0;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.252.0;
Test: 141.141.86.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.85.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.84.128; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.84.64; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.84.32; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.84.16; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.84.8; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.84.4; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.84.2; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.84.3; Mask: 255.255.255.255;
Test: 141.141.84.2; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.84.2;
Test: 141.141.84.0; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.252.0;
Test: 141.141.82.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.254.0;
Test: 141.141.81.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.255.0;
Test: 141.141.80.128; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.80.192; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.80.128; Mask: 255.255.255.192;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.80.176; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.240;
Test: 141.141.80.168; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.248;
Test: 141.141.80.164; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.80.166; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.164; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.165; Mask: 255.255.255.255;
Test: 141.141.80.164; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.164;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.252;
Test: 141.141.80.162; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.163; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.163;
Test: 141.141.80.162; Mask: 255.255.255.255;
Test: 141.141.80.160; Mask: 255.255.255.254;
Test: 141.141.80.161; Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.161;
Test: 141.141.80.160 Mask: 255.255.255.255;
Found: 141.141.80.160;
Test: 141.141.80.128; Mask: 255.255.255.224;
Test: 141.141.80.0; Mask: 255.255.255.128;
Test: 141.141.64.0; Mask: 255.255.240.0;
Test: 141.141.0.0; Mask: 255.255.192.0.
58 Abfragen . . .
Die Abfragen schlossen den Adressraum 141.141.0.0 bis
141.141.255.255 ein. Es wurden die Geräte mit den folgenden
Adressen gefunden:
141.141.84.2
141.141.80.164
141.141.80.163
141.141.80.161
141.141.80.160
141.141.80.164
141.141.80.163
141.141.80.161
141.141.80.160
Fig. 12 illustriert den dargestellten Vorgang in Form einer
Baumdarstellung, wobei die fett umrandeten Felder die Abfra
gen kennzeichnen, die von einem oder mehreren Slaves S1 . . . SN
bzw. Feldgeräten beantwortet wurden.
Für die Anbindung des Proxyservers 1 an die Feldgeräte
FG1 . . . FGN kann anstelle der einfachen Architektur mit Stern
koppler 39 ein IP-basiertes Netzwerk genutzt werden. In die
sem Fall ist eine Arbitrierung dieses Netzwerks durch ein Pro
tokoll, beispielsweise das Slot-Protokoll 48, nicht erforder
lich. Diese Funktion übernimmt das Netzwerk selbst. Für die
Geräteerkennung können bei dieser Ausführungsform ebenfalls
Funktionen des Netzwerks genutzt werden. Bei einer Netzwerk
verbindung zwischen dem Proxyserver 1 und den Feldgeräten
FG1 . . . FGN wird zur Selbstkonfigurierung des Beobachtungs- und
Bediensystems ein Broadcast-Dienst benutzt.
In beiden Fällen des Erkennens der angeschlossenen Feldgeräte
FG1 . . . FGN, d. h. bei der Ausführungsform mit Sternkoppleran
ordnung und bei Nutzung eines Netzwerks, insbesondere eines
LANs, wird das Erkennen bei Inbetriebsetzung des Beobach
tungs- und Bediensystems automatisch ausgeführt und erfolgt
ohne vorherige Parametrierung der am System beteiligten Kom
ponenten.
Der Broadcast-Dienst dient zum Erkennen der an das IP-
basierte Netzwerk (z. B. LAN) angeschlossenen Feldgeräte, die
einen Server für ihre eigene Bedienung enthalten. Weiterhin
dient der Broadcast-Dienst zum Einsammeln von in den ange
schlossenen Feldgeräten aufgetretenen, spontanen Ereignissen.
Der Broadcast-Dienst ist eine IP-Applikation und basiert so
mit auf den Funktionen des IP-Stacks und setzt auf dem UDP-
Protokoll auf. Für diesen Dienst wird Serverseitig z. B. ein
fest vorgegebener Port 0 × D000 reserviert. Clientseitig wird
dynamisch ein freier Port ausgewählt. Durch den Einsatz des
Standard-UDP/IP-Protokolls kann hier auf den IP-Programmier
schnittstellen von üblichen Betriebssystemen, wie z. B. MS-
Windows oder Linux, aufgesetzt werden. Damit kann der Proxy
server 1 problemlos auf klassische Büroserver portiert wer
den.
Der Broadcast-Dienst ist sowohl im Proxyserver 1 als auch in
den einzelnen Feldgeräten aktiv. Für den Broadcast-Dienst
wird der Proxyserver 1 als Master festgelegt. Eine Konfigu
rationsabfrage ist ein vom Master abgesendetes UDP-Telegramm.
Dieses Telegramm richtet sich je nach Konfiguration an eine
Broadcast- oder eine Multicast-IP-Adresse. Eine Beschreibung
von Broadcast- oder Multicast-IP-Adressen findet sich bei
spielsweise in Karanjit S. Siyan: "Inside TCP/IP", Third Editi
on, New Riders Publishing, Indianapolis, 1997, ISBN 1-56205-
714-6, Seite 187 ff.
Alle Feldgeräte werden anschließend auf die Konfigurationsab
frage des Masters mit einem UDP-Telegramm antworten, welches
die wichtigsten Konfigurationsdaten des Feldgeräts enthält.
Da jetzt alle an dem IP-basierten Netzwerk angeschlossenen
Feldgeräte theoretisch gleichzeitig Antworten möchten, wird
es zunächst zu einigen Kollisionen auf dem genutzten Bus kom
men, die durch das CSMA/CD-Verfahren (CSAM - "carrier sense,
multiple access/collision detect") aufgelöst werden. Eine
Beschreibung dieses Verfahrens ist ebenfalls in Karanjit S.
Siyan: "Inside TCP/IP", Third Edition, New Riders Publishing,
Indianapolis, 1997, ISBN 1-56205-714-6, Seite 97 ff, zu fin
den. Die UDP-Antworttelegramme aller aktiven Feldgeräte wer
den also beim abfragenden Master innerhalb einer gewissen
Zeit ankommen. Somit ist der Abfragende in der Lage festzu
stellen, wie viele und welche Feldgeräte sich im Netzwerk be
finden und kann anschließend von den Feldgeräten weitere In
formationen über das HTTP-Protokoll oder andere IP-basierte
Protokolle anfordern.
Der Broadcast-Dienst hat außerdem noch die Aufgabe, ein spon
tan in einem der Feldgeräte auflaufendes Ereignis im IP-
basierten Netzwerk an die Teilnehmer des Broadcast-Dienstes
zu verteilen. Da die Feldgeräte einerseits keine Information
darüber besitzen, welcher Master für dieses Signal zuständig
ist und es andererseits möglich sein kann, das im IP-
basierten Netzwerk mehrere Master mit verteilten Aufgaben e
xistieren, wird das Ereignistelegramm als Broadcast an alle
Netzwerkteilnehmer gesendet. Die Master können dieses Signal
je nach Ereignistyp und Sender ignorieren oder eine Aktion
auslösen, welche über ein weiteres Protokoll, z. B. HTTP, zu
sätzliche Informationen von dem Feldgerät abruft. Dieses Ab
rufen zusätzlicher Informationen am das Ereignis aussendenden
Feldgerät durch den zuständigen Master dient gleichzeitig als
Empfangsbestätigung des Masters. Wird ein Ereignistelegramm
nicht bestätigt, dann wird es so lange in regelmäßigen Abstän
den (beispielsweise etwa 10 s oder mit einer logarithmisch
wachsenden Zeit) wiederholt, bis eine Bestätigung von einem
Master stattfindet.
Fig. 13 zeigt eine schematische Darstellung zur Erläuterung
des Verfahrens im Rahmen der Konfigurationsabfrage.
Der Proxyserver 1 sendet als Master eine Konfigurationsanfra
ge 72 als Broadcast an alle Teilnehmer im Netzwerk. Alle
Feldgeräte FG1 . . . FGN antworten mit einem UDP-Datagramm an die
IP-Adresse des Masters, der die Konfigurationsanfrage ausge
sandt hat. Dieses UDP-Datagramm enthält, wie bereits dargestellt,
die wichtigsten Informationen über die angeschlossenen
Geräte.
Die Verwaltung der mit Hilfe der Geräteerkennung bei Nutzung
des Sternkopplers 39 oder des Broadcast-Dienstes erkannten
Feldgeräte bzw. Slaves erfolgt im Proxyserver 1 mit Hilfe der
Geräteverwaltung 49 (vgl. Fig. 8). Fig. 14 zeigt ein sche
matisches Blockdiagramm der Anbindung der Geräteverwaltung 49
im Proxyserver 1.
Die Geräteverwaltung 49 stellt der Cacheverwaltung 43 und der
XML-Datenbank 50 Informationen über die im Gerätenetzwerk er
kannten Feldgeräte FG1 . . . FGN zur Verfügung. Dazu bezieht die
Geräteverwaltung 49 ihre Informationen über die angeschlosse
nen Feldgeräte FG1 . . . FGN aus dem im Rahmen des Slot-
Protokolls 48 ablaufenden Verfahrens. Auf diese Weise werden
die IP-Adressen der angeschlossenen Feldgeräte FG1 . . . FGN be
reitgestellt. Die Geräteverwaltung 49 wird vom Slot-
Protokoll 48 mit den Informationen über die erkannten Feldge
räte FG1 . . . FGN versorgt. Das Slot-Protokoll 48 liefert der
Geräteverwaltung 49 nur die IP-Adressen der erkannten Feldge
räte FG1 . . . FGN. Alle weiteren Informationen über die Feldge
räte FG1 . . . FGN, die durch die Geräteverwaltung 49 im Proxy
server 1 bereitzustellen sind, werden mit dem Herunterladen
von HTTP-Daten in festgelegten Dateien aus den Feldgeräten
FG1 . . . FGN beschafft. Die Geräteverwaltung 49 stellt mit Hil
fe der bekannten IP-Adressen aller erkannten Feldgeräte
FG1 . . . FGN der Cacheverwaltung 43 die folgenden Informationen
über die Feldgeräte FG1 . . . FGN zur Verfügung: Feldgeräte-Typ,
Feldgeräte-Version und Version des Dateiblocks für das Beo
bachtungs- und Bediensystem.
Im Dateicache 45 (vgl. Fig. 8) sind diese Informationen für
die dort bereits gespeicherten Dateien ebenfalls vorhanden.
Damit kann bei einer Anforderung einer Datei von einem bestimmten
der Feldgeräte FG1 . . . FGN anhand dieser Informationen
entschieden werden, ob die im Dateicache 45 vorliegende Datei
mit der in dem Feldgerät verfügbaren Datei identisch ist, oh
ne den Dateikopf der angeforderten Datei aus dem bestimmten
Feldgerät zu lesen. Es müssen nur die im Dateicache 45 vor
liegenden Versionsinformationen für die Datei mit den Infor
mationen aus der Geräteverwaltung 49 für die IP-Adresse des
bestimmten Feldgeräts verglichen werden.
Die Anbindung der Geräteverwaltung 49 an die XML-Datenbank 50
dient der Bereitstellung von Informationen aus den Feldgerä
ten FG1 . . . FGN. Diese Informationen werden in Form einer XML-
Datei aus den Feldgeräten FG1 . . . FGN geladen. Die folgende
Tabelle zeigt eine Übersicht über die Inhalte dieser Datei:
Alle diese Informationen werden in einer Datei "DevData.xml"
gespeichert. Die Geräteverwaltung 49 veranlasst ein HTTP-
Herunterladen dieser Datei, wenn eines der Feldgeräte
FG1 . . . FGN vom Slot-Protokoll 48 gefunden wurde. Alle weite
ren Dateien werden von der Geräteverwaltung 49 nur dann aus
dem Feldgerät geladen, wenn deren Dateipfad in dieser XML-
Datei enthalten ist, d. h. es werden alle mit einem
<DEV_PATH<-Tag gekapselten Dateien geladen.
Die Datei "DevData.xml" wird im Proxyserver 1 nach dem Herun
terladen mit Hilfe des XSL-Parsers 54 in das interne Format
des Proxyservers 1 transformiert und anschließend in der XML-
Datenbank 50 des Proxyservers 1 eingetragen.
Der XSL-Parser 54 (vgl. Fig. 8) dient der Erzeugung von dy
namisch generierten HTML-Dateien aus der zentralen XML-
Datenbank 50 des Proxyservers 1. Dazu werden lokal im Proxy
server 1 abgelegte XSL-Scripte benutzt. Die XSL-Scripte kön
nen mit Hilfe einer Admin-Seite in den Proxyserver 1 einge
spielt werden.
Fig. 15 zeigt die Einbindung des XSL-Parsers 54 in dem Pro
xyserver 1.
Wird über den HTTP-Server 40 eine XMl-Datei von den Nutzer
einrichtungen N1 . . . NN aus dem Intranet angefordert, dann wird
diese Anforderung vom Datei-Filter 42 ausgefiltert und an das
XML-Front-end HTTP 55 weitergeleitet. Dieses Front-end sucht
eine zur angeforderten XML-Datei gehöriges XSL-
Transformationsscript und startet den XSL-Parser 54 mit die
sen beiden Dateien.
Da dynamisch generierte HTML-Seiten die verwendeten Daten im
mer aus der lokal im Proxyserver 1 liegenden XML-Datenbank 50
verwenden, muss der Inhalt dieser Datenbank mit den in den
Geräten vorhandenen Daten abgeglichen werden. Dieser Ab
gleichprozess ist deshalb erforderlich, da viele in der XML-
Datenbank 50 abgelegen Daten wie z. B. Messwerte zeitverän
derlich sind. Diesen Abgleich übernimmt der Block XML-Front-
end RPC-Cache 57. Bei einem Zugriff vom XSL-Parser 54 auf die
XML-Datenbank 50 wird vom zwischengeschalteten XML-Front-end
57 die Gültigkeitsdauer der angeforderten Information über
prüft. Ist die angeforderte Information bereits ungültig ge
worden, dann wird sie von der Verbindungsverwaltung 52 neu
aus dem RPC-Client 53 aus dem Gerät angefordert, in der XML-
Datenbank 50 aktualisiert und an den XSL-Parser 54 weiterge
leitet.
Die Geräteverwaltung 49 überwacht fortlaufend den Status der
am Gerätenetzwerk angeschlossenen Geräte und aktualisiert
diese Informationen mittels des XML-Front-end Gerätedaten 56
in der XML-Datenbank 50.
Der XSL-Parser 54 ist das Hauptbindeglied bei der Darstellung
der aktuellen, von den Feldgeräten FG1 . . . FGN empfangenen Da
ten aus der XML-Datenbank 50. Jedes XSL-Script gibt Trans
formationsregeln vor, die festlegen, in welcher Weise be
stimmte Daten aus der XML-Datenbank 50 in Form von HTML-
Seiten in den Nutzereinrichtungen N1 . . . NN anzuzeigen sind.
Eines der Grundprinzipien von XML ist die Trennung von Inhalt
und Präsentation. Ein XML-Dokument enthält nur "Inhalt"; sei
ne Präsentation muss, in Form eines Stylesheets, gesondert
definiert werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Dar
stellungsinformation zu einem XML-Dokument hinzuzufügen. Die
se beruhen auf zwei Grundverfahren: Entweder wird das Doku
ment gemäß eines Stylesheets in eine darstellbare Form ge
bracht, oder das Stylesheet leitet den Darstellungsmechanismus
dabei an, wie die einzelnen Elemente des Dokuments darzustel
len sind. Diese beiden Grundverfahren können in verschiedener
Weise variiert werden:
CSS-Stylesheet + XML-Dokument → XML-fähiger Browser
Der Browser verarbeitet das Dokument und die Darstellungs
informationen in Form eines CSS-Stylesheets und erzeugt
eine Präsentation.
XSL-Stylesheet + XML-Dokument → XSL-fähiges Darstellungs
programm
Ein Darstellungsprogramm, das XSL-Stylesheets verarbeiten
kann, erhält neben dem Dokument die Präsen
tationsinformation in Form eines XSL-Stylesheets.
XSL-Stylesheet + XML-Dokument → XSL-Transformator → HTML-
Dokument
Das XML-Dokument wird entsprechend der Transformationsre
geln eines XSL-Stylesheets von einem XSL-Transformator in
ein (X)HTML-Dokument transformiert, das dann von einem
Browser dargestellt werden kann.
Fig. 16 zeigt ein schematisches Blockschaltbild eines XSLT-
Prozessors (XSL - "Extended Stylesheet Language Transformati
on").
Das in Fig. 16 dargestellte Blockschaltbild verdeutlicht
noch einmal den Datenfluss, wenn eine XML-Datei angefordert
wird. Die vom Client angeforderte Datei Xview.XML wird vom
HTTP-Server an den XSLT-Prozessor 54 weitergeleitet. Dieser
sucht die zur angeforderten Datei Xview.XSL gehörige Datei
Xview.XSL und startet den XSLT-Prozessor 54 mit diesen beiden
Dateien. Soll in dem über die angeforderte Datei Xview.XML
gestarteten Transformationsprozess Prozessdaten aus der XML-
Datenbank 50 des Proxyservers verwendet werden, dann muss das
Transformationsscript Xview.XSL einen Verweis auf diese Da
tenbank enthalten. In dem in Fig. 16 dargestellten Beispiel
hat diese XML-Datenbank 50 den Namen Siprogate.XML.
Da alle mit Hilfe der Nutzereinrichtungen N1 . . . NN angezeigten
Informationen bei ihrer Anforderung einen XSLT-Prozessor
durchlaufen, ist es zweckmäßig, die hierbei angeforderten In
formationen, wie bereits beschrieben, mit Hilfe des XML-Front-
ends RPC-Cache 57 auf ihre Gültigkeit zu prüfen und das Resultat
für einen Aktualisierungsmechanismus zu verwenden.
Hierzu muss der XSLT-Parser so manipuliert werden, dass fest
gestellt werden kann, welche Daten aus den einzelnen Daten
banken bei der Gestaltung der zu erzeugenden HTML-Seite be
teiligt sind. Anhand dieser Information wird dann in einem
zweiten Schritt festgestellt, ob diese Daten aktuell sind.
Daraufhin werden die dazu erforderlichen Aktualisierungsme
chanismen angestoßen, sofern dies notwendig ist, und im An
schluss der Parservorgang noch einmal gestartet, wobei immer
nur jene Daten aktualisiert werden, die gegenwärtig in jegli
cher Form einem Benutzer mit Hilfe einer oder mehrerer der
Nutzereinrichtungen N1 . . . NN angezeigt werden. Das wird da
durch erreicht, dass nur die angeforderten Daten in der XML-
Datenbank aktualisiert werden. Aufgrund der möglicherweise
erheblichen Gesamtgröße der XML-Datenbank 50 ergibt sich mit
Hilfe dieses Mechanismus eine Reduzierung der zwischen den
Feldgeräten FG1 . . . FGN und dem Proxyserver 1 übertragenen Da
ten, da einerseits nur auf Anforderung und andererseits immer
nur die für die jeweilige Darstellung erforderlichen Daten
geholt werden.
Claims (8)
1. Verfahren zum Erfassen von mehreren Feldgeräten (FG1,
. . ., FGN), die in einer Gerätekonfiguration, insbesonde
re einer Sternkoppler-Konfiguration, an ein Zentral-
Gerät angeschlossen sind, wobei die mehreren Feldgeräte
(FG1, . . . , FGN) in der Gerätekonfiguration mit Hilfe ei
ner jeweiligen elektronischen Adresse aus einem Gesamtad
ressbereich von dem Zentral-Gerät elektronisch ansprech
bar sind, das Verfahren die folgenden Verfahrensschritte
aufweisend:
- a) elektronisches Abfragen einer Hälfte eines Adressab fragebereichs mit Hilfe einer einzelnen, elektroni schen Anfrage von dem Zentral-Gerät an die Feldgeräte (FG1, . . ., FGN);
- b) elektronisches Abfragen einer verbleibenden Hälfte des Adressabfragebereichs mit Hilfe einer weiteren einzelnen, elektronischen Anfrage von dem Zentral- Gerät an die Feldgeräte (FG1, . . ., FGN);
- c) Erfassen einer elektronischen Antwort von wenigstens einem der Feldgeräte (FG1, . . ., FGN) aus der Hälfte des Adressabfragebereichs auf die einzelne elektroni sche Anfrage und/oder einer anderen elektronischen Antwort von wenigstens einem anderen der Feldgeräte (FG1, . . ., FGN) aus der verbleibenden Hälfte des Ad ressabfragebereichs auf die weitere einzelne, elektro nische Anfrage mit Hilfe des Zentral-Geräts;
- d) n-maliges (n ≧ 1) Wiederholen der Verfahrensschritte a), b) und c) für die Hälfte des Adressabfragebe reichs, wenn im Verfahrensschritt c) eine Antwort aus der Hälfte des Adressabfragebereichs erfasst wird, und/oder für die verbleibende Hälfte des Adressabfra gebereichs, wenn im Verfahrensschritt c) eine Antwort aus der verbleibenden Hälfte des Adressabfragebe reichs erfasst wird; und
- e) Abbrechen des n-maligen Wiederholens nach Verfahrens schritt d), wenn der Adressabfragebereich genau eine elektronische Adresse aus dem Gesamtadressbereich um fasst;
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die jeweilige, elektronische Adresse der Feldgeräte (FG1,
. . ., FGN) eine Binär-Adresse ist, so dass die Hälfte des
Adressabfragebereichs und die verbleibende Hälfte des
Adressabfragebereichs mit Hilfe des Festlegens eines
Messbits auf einen Wert 0 oder 1 gebildet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
beim elektronischen Abfragen gemäß den Verfahrensschrit
ten a) und b) jeweils das Messbit und eine Bit-Maske an
die Feldgeräte (FG1, . . ., FGN) übermittelt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bit-Maske beim n-maligen Wiederholen gemäß Verfah
rensschritt d) in aufeinanderfolgenden Wiederholungen
stets um ein Bit verkürzt wird und das n-malige Wieder
holen abgebrochen wird, wenn die Bit-Maske keine Bits
mehr umfasst.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die im Rahmen des Verfahrensschritts c) erfassten, elekt
ronischen Antworten und/oder die anderen elektronischen Antworten
in dem Zentral-Gerät mittels eines ODER-Gatters
elektronisch verarbeitet werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
elektronische und/oder andere elektronische Antworten
erfasst werden, die zeitlich kollidieren, derart, dass
sie im wesentlichen gleichzeitig bei dem Zentral-Gerät
eingehen.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Erfassen der elektronischen Antwort von dem wenigs
tens einen der Feldgeräte (FG1, . . ., FGN) aus der Hälfte
des Adressabfragebereichs und das Erfassen der anderen
elektronischen Antwort von dem wenigstens einen anderen
der Feldgeräte (FG1, . . ., FGN) aus der verbleibenden
Hälfte des Adressabfragebereichs mittels des Zentral-
Geräts auf einen vorbestimmten Zeitraum nach einem Ab
senden der entsprechenden
elektronischen Anfrage be
grenzt werden.
8. Verwendung eines Verfahrens nach den Ansprüche 1 bis 7
in Steuerungs-/Fernwirksystemen von energietechnischen
Anlagen verwendet werden.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE10151119A DE10151119C2 (de) | 2001-10-15 | 2001-10-15 | Verfahren zum Erfassen von mehreren Feldgeräten in einer Gerätekonfiguration |
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10151119A DE10151119C2 (de) | 2001-10-15 | 2001-10-15 | Verfahren zum Erfassen von mehreren Feldgeräten in einer Gerätekonfiguration |
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