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Die
Erfindung betrifft ein Kettenglied für eine Energieführungskette
bestehend aus zwei durch Querstege verbundenen Kettenlaschen, wobei
mindestens einer der Querstege an den Kettenlaschen mit Schrauben
befestigt ist, die in stirnseitige Bohrungen des Querstegs eingedreht
sind, und wobei die Schrauben zur Befestigung des Querstegs in Öffnungen
der Kettenlaschen versenkt angeordnet sind, die einen Abschnitt
mit einem großen
Querschnitt für
die Aufnahme des Schraubenkopfes und einen sich bis zur Innenseite
der Kettenlasche erstreckenden Abschnitt mit einem kleineren Querschnitt
für den Schraubenschaft
aufweisen.
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Eine
Energieführungskette
dient der Führung
von Leitungen zwischen einem festen Anschluss und einem beweglichen
Maschinenteil. Ihre Kettenglieder müssen mehrere Anforderungen
erfüllen.
Beim Einlegen von Leitungen sollen sie sich auf möglichst
einfache Weise öffnen
und schließen
lassen. Zwischen den Querstegen und den Kettenlaschen ist eine feste
Verbindung erforderlich, die großen Kräften stand hält, welche
bei dynamischen Bewegungen der Energieführungskette durch die einliegenden
Leitungen von innen auf die Querstege ausgeübt werden. Schließlich sollen
die Kettenglieder verwindungssteif sein, damit auch bei einer langen Energieführungskette
eine ausreichende Kettenstabilität
für einen
störungsfreien
Lauf der Kette gewährleistet
ist.
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Kettenglieder
mit den eingangs beschriebenen Merkmalen sind aus EP-A 1 015 793
bekannt. Die Querstege bestehen aus formsteifen Kunststoff- oder Metallprofilleisten,
die an ihren Stirnflächen
mit den Kettenlaschen verschraubt sind. Durch die Schraubverbindungen
wird ein fester Verbund zwischen Kettenlaschen und Querstegen hergestellt. Die
Kettenglieder zeichnen sich durch eine große Verwindungssteifigkeit aus
und halten großen
Beanspruchungen beim Betrieb einer Energieführungskette stand. Das Öffnen und
Schließen
der Kettenglieder zum Einlegen von Leitungen ist allerdings aufwändig, da
beim Öffnen
des Kettengliedes auf beiden Seiten des Quersteges die Schrauben
entfernt und der Quersteg vollständig
herausgenommen werden muss. Zum Schließen des Kettengliedes muss
der entfernte Quersteg an der richtigen Stelle wieder eingesetzt
und an beiden Seiten mit den Laschen verschraubt werden.
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Es
sind ferner Kettenglieder für
Energieführungsketten
bekannt, die einen vertikal verschwenkbaren Klappsteg als Quersteg
aufweisen. Der verschwenkbare Quersteg und die Kettenlaschen sind als
Kunststoffformteile ausgebildet und weisen angeformte Scharnierelemente
auf, die bei der Montage miteinander verrastet werden. Kettenglieder
mit verschwenkbarem Quersteg sind beispielsweise in DE-A 196 45
403,
DE 697 15 352 und
DE-U 297 01 598 in unterschiedlichen konstruktiven Ausführungen beschrieben.
Sie lassen sich zum Einlegen von Leitungen leicht öffnen und
wieder schließen.
Konstruktionsbedingt ist ihre Verriegelungssicherheit und Verwindungssteifigkeit
jedoch häufig
geringer als diejenige von Kettengliedern, deren Querstege mit den Kettenlaschen
verschraubt sind. Hinzu kommt, dass Rast- und Schwenkverbindungen
zwischen Klappsteg und Kettenlaschen konstruktiv aufwändig sind, was
eine rationelle Kettenfertigung in unterschiedlichen Kettenbreiten
erschwert, denn für
jede Kettenbreite müssen
Kunststoffformteile mit aufwändig
geformten Endabschnitten als Quersteg bereitgestellt werden.
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Vor
diesem technologischen Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe
zu Grunde, ein Kettenglied für
eine Energieführungskette
anzugeben, welches die Vorteile von Ausführungen mit angeschraubten
Querstegen und von Ausführungen
mit Schwenkstegen verbindet.
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Ausgehend
von einem Kettenglied mit den eingangs beschriebenen Merkmalen wird
die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst,
dass die Öffnungen
für die Schrauben
durch Schlitze in den Kettenlaschen bis zum Rand der Kettenlaschen
offen sind und dass die Schraubenköpfe eine sphärisch gekrümmte Außenkontur
aufweisen,
wobei die Schlitze sich von der Innenseite der Kettenlaschen
ausgehend mindestens bis zu den versenkt angeordneten Schraubenköpfen erstrecken
und ihre Breite so bemessen ist, dass der Schaft der in den Quersteg
eingedrehten Schrauben innerhalb des zugeordneten Schlitzes verschwenkbar
ist, und
wobei der Durchmesser der Schraubenköpfe größer ist
als die Breite der Schlitze.
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Die
Schraubenköpfe
der im Folgenden auch als Kugelkopfschrauben bezeichneten Schrauben bilden
innerhalb der zugeordneten Öffnung
ein Kugelgelenk. Nachdem die Schraubverbindungen an einem Ende des
Querstegs gelöst
worden sind, kann der Quersteg zum Öffnen der Energieführungskette aufgeschwenkt
werden. Dabei kann der Quersteg wahlweise an der einen oder anderen
Kettenlasche geöffnet
werden. Wenn beide Querstege erfindungsgemäß mit den Kettenlaschen verbunden
sind, kann das Kettenglied allseitig geöffnet werden. Die erfindungsgemäß an den
Kettenlaschen befestigten Querstege sind wie Klappstege handhabbar
und verbleiben auch beim Verschwenken an der Kettenlasche. Nach
dem Schließen
des Kettengliedes werden die Schraubverbindungen fest angezogen.
Dabei entsteht ein fester und verwindungssteifer Verbund bestehend
aus Kettenlaschen und Querstegen. Die erfindungsgemäße Lehre
ermöglicht
eine rationelle Kettenfertigung für unterschiedliche Kettenbreiten,
denn die Querstege können
in beliebiger Länge aus
Kunststoff- oder Metallprofilen zugeschnitten werden und müssen lediglich
an ihren Stirnflächen mit
Bohrungen oder Gewindebohrungen für die Schrauben versehen werden.
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Der
von dem Schraubenschaft durchfasste Abschnitt der Öffnungen
ist zweckmäßig länger als der
Abstand zwischen der Mittelachse der den Schraubenkopf aufnehmenden Öffnung und
dem Rand der Kettenlasche. Vorteilhaft ist es ferner, wenn die Kettenlaschen
an der Innenseite im Bereich der Querstege oberhalb der Öffnungen
eine Abschrägung
oder Rundung aufweisen. Bei dieser Gestaltung müssen die das Schwenkgelenk
bildenden Kugelkopfschrauben nicht oder nur wenig gelockert werden,
um den Quersteg nach Lösen
der Schraubverbindungen an dem gegenüberliegenden Ende aufschwenken
zu können.
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Insbesondere
bei dickwandigen Kettenlaschen aus Kunststoff können die Schlitze in den Ränder der
Kettenlasche sich jeweils von der Innenseite der Kettenlasche durchgehend
bis zur Außenseite der
Kettenlasche erstrecken. Dabei ist der den Schraubenkopf aufnehmende
Abschnitt der Öffnungen
bei dickwandigen Kettenlaschen zweckmäßig so tief ausgebildet, dass
der aufgeklappte Quersteg bei einem Öffnungswinkel von mehr als
90° an der
Kettenlasche anschlägt
und dadurch in der so geöffneten
Position lagestabil an der Kettenlasche verbleibt.
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Bei
dünnwandigen
Kettenlaschen ist es vorteilhafter, wenn die Schlitze in den Rändern der
Kettenlaschen sich nicht von der Innenseite durchgehend bis zur
Außenseite
erstrecken, sondern eine Länge
aufweisen, die sich in Summe aus der Länge des von dem Schraubenschaft
durchsetzten Abschnitts der Öffnungen
und den Abmessungen des Schraubenkopfes ergibt. Zwischen dem Ende
der Schlitze und einer die Laschenaußenseite begrenzenden Kante
verbleiben Stege, welche die Öffnungen für die Kugelkopfschrauben überbrücken und
das von dem Schraubenkopf gebildete Gelenk bei aufgeklapptem Quersteg
gegen ein Herausrutschen aus der Öffnung sichern. Auf diese Weise
kann auch bei dünnwandigen
Kettenlaschen gewährleistet
werden, dass der Quersteg beim Hochschwenken unverlierbar an der
Kettenlasche angeordnet ist.
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Bei
allen beschriebenen Ausführungen
ist der Quersteg zweckmäßig an beiden
Stirnseiten mit jeweils zwei Schrauben erfindungsgemäß an den Kettenlaschen
befestigt.
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Im
Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung erläutert.
Es zeigen schematisch
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1 eine
Draufsicht auf zwei miteinander verbundene Kettenglieder einer Energieführungskette,
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2 eine
Seitenansicht des Kettengliedes,
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3 eine
stirnseitige Ansicht des Kettengliedes,
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4 eine
weitere Ausgestaltung des Kettengliedes.
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Aus
den in den Figuren dargestellten Kettengliedern werden Energieführungsketten
gebildet, in die Leitungen, z. B. elektrische Leitungen, Pneumatikleitungen
und dergleichen, eingelegt werden. Die Energieführungskette stellt eine Verbindung
zwischen einem festen Anschluss und einem beweglichen Maschinenteil
her und dient dem Schutz der das Maschinenteil versorgenden Leitungen.
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Das
der Erfindung zu Grunde liegende Kettenglied besteht aus zwei durch
Querstege 1 verbundene Kettenlaschen 2, wobei
mindestens einer der Querstege an den Kettenlaschen mit Schrauben 3, 3' befestigt ist,
die in stirnseitigen Bohrungen 4 des Querstegs 1 eingedreht
sind. Im Ausführungsbeispiel und gemäß einer
bevorzugten Ausführung
der Erfindung sind beide Querstege 1 entsprechend befestigt. Die
Schrauben 3, 3' zur
Befestigung des Querstegs 1 sind in Öffnungen 5 der Kettenlaschen 2 versenkt
angeordnet, die einen Abschnitt 6 mit einem großen Querschnitt
für die
Aufnahme des Schraubenkopfes 7 und einen sich bis zur Innenseite
der Kettenlasche erstreckenden Abschnitt 8 mit einem kleineren
Querschnitt für
den Schraubenschaft 9 aufweisen.
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Einer
vergleichenden Betrachtung der 1 bis 3 entnimmt
man, dass die Öffnungen 5 für die Schrauben 3 durch
Schlitze 10 in den Kettenlaschen 2 bis zum Rand 11 der
Kettenlaschen 2 offen sind und dass als Schrauben 3, 3' Kugelkopfschrauben verwendet
werden, deren Schraubenköpfe 7 eine sphärische Außenkontur
aufweisen. Die Schlitze 10 erstrecken sich von der Innenseite
der Kettenlaschen 2 ausgehend mindestens bis zu den versenkt
angeordneten Schraubenköpfen 7 und
ihre Breite s ist so bemessen, dass der Schaft 9 der in
den Quersteg 1 eingedrehten Schrauben 3, 3' innerhalb des
zugeordneten Schlitzes 10 verschwenkbar ist. Die Schraubenköpfe 7 weisen
einen Durchmesser auf, der größer ist
als die Breite s der Schlitze 10, und bilden innerhalb
der zugeordneten Öffnungen 5 ein
Kugelgelenk. Nachdem die Kugelkopfschrauben 3' an einem Ende
des Querstegs 1 gelöst
worden sind, kann der Quersteg 1 zum Öffnen der Energieführungskette aufgeschwenkt
werden, wie dies in 3 dargestellt ist.
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Der 3 entnimmt
man auch, dass der von dem Schraubenschaft 9 durchfasste
Abschnitt 8 der Öffnungen
länger
ist als der Abstand zwischen der Mittelachse 12 der den
Schraubenkopf 7 aufnehmenden Öffnung 6 und dem Rand 11 der
Kettenlasche. Die Kettenlaschen 2 weisen ferner an der
Innenseite im Bereich der Querstege 1 oberhalb der Öffnungen 5 eine
Abschrägung
oder Rundung 13 auf. Bei dieser Ausgestaltung kann der
Quersteg 1 ohne Gefahr eines Verklemmens oder Verkantens
aufgeschwenkt werden, und zwar ohne dass zuvor die das Gelenk bildenden
Kugelkopfschrauben 3 gelockert werden müssen. Lediglich die an dem
gegenüberliegenden Ende
der Querstege 1 eingedrehten Schrauben 3' müssen so
weit herausgedreht werden, bis der Schraubenkopf 7 außerhalb
der Aufnahmeöffnung 6 frei
liegt.
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Bei
der in 3 dargestellten Ausführung erstrecken sich die Schlitze 10 in
den Rändern 11 der Kettenlaschen 2 jeweils
von der Innenseite der Kettenlasche durchgehend bis zur Außenseite
der Kettenlasche. Der 3 entnimmt man auch, dass der den
Schraubenkopf 7 aufnehmende Abschnitt 6 der Öffnungen 5 so
tief ausgebildet ist, dass der aufgeklappte Quersteg 1 bei
einem Öffnungswinkel
von mehr als 90° an
der Kettenlasche 2 anschlägt und dadurch in der so geöffneten
Position lagestabil an der Kettenlasche 2 verbleibt. Der
Schraubenkopf 7 innerhalb der Öffnung 6 nimmt das
Kippmoment auf.
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Die
in 3 dargestellte Ausführung eignet sich besonders
für Kettenglieder,
die dickwandige Kettenlaschen aus Kunststoff aufweisen. Bei Kettengliedern
mit dünnwandigen
Kettenlaschen wird die in 4 dargestellte
Ausführung
bevorzugt. Die Schlitze 10 erstrecken sich bei der in 4 dargestellten Ausführung nicht
durchgehend von der Innenseite der Kettenlasche bis zur Laschenaußenseite,
sondern weisen eine Länge
L auf, die sich in Summe aus der Länge des von dem Schraubenschaft
durchsetzende Abschnitts 8 der Öffnung und den Abmessungen
des Schraubenkopfes 7 ergibt. Zwischen dem Ende der Schlitze 10 und
einer die Laschenaußenseite
begrenzenden Kante verbleiben Stege 14, welche die Öffnungen überbrücken und
das von dem Schraubenkopf 7 gebildete Gelenk bei aufgeklapptem
Quersteg 1 gegen ein Herausrutschen aus der Öffnung sichern.
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Bei
allen Ausführungen
ist der Quersteg 1 an beiden Stirnseiten mit jeweils zwei
Schrauben 3 bzw. 3' an
den Kettenlaschen 2 befestigt.