DE102008024155A1 - Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers aus Altpapier und/oder Altpappe, Formkörper und Gebäudeteil - Google Patents

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Abstract

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers (1) aus Papier und/oder Pappe, insbesondere aus Altpapier und/oder Altpappe, ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nicht-tragendes sowie imprägniertes oder nicht-imprägniertes Bauelement zur Errichtung von Gebäudeteilen, insbesondere zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden Innen- und Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes, wobei Papier- und/oder Pappenstücke (2) mit den Flachseiten aufeinander zu mehreren Lagen geschichtet und in wenigstens einem Pressvorgang zu dem Formkörper (1) gepresst werden.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers aus Altpapier und/oder Altpappe ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nicht-tragendes sowie imprägniertes oder nicht-imprägniertes Bauelement zur Errichtung von Gebäudeteilen, insbesondere zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden Innen- und Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes. Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung einen Formkörper aus Altpapier und/oder Altpappe ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nicht-tragendes Bauelement zur Errichtung von Gebäudeteilen, insbesondere zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden Innen- und Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes. Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung einen Gebäudeteil, insbesondere eine tragende oder nicht-tragende Innen- oder Außenwand, einen Boden oder eine Decke eines Gebäudes, aufweisend eine Mehrzahl von Formkörpern der vorgenannten Art.
  • Die Verwendung von Altpapier und Altpappe zur Herstellung von multifunktionalen Bauelementen mit guten Dämmeigenschaften für Wärme und Schall ist aus dem Stand der Technik bereits bekannt. So wird in der DE 40 05 719 A1 ein Verfahren zum Herstellen von Bausteinen und Bauelementen zum Errichten von Bauwerksteilen, insbesondere Wänden, beschrieben, wobei unbehandeltes Altpapier in Wasser eingeweicht, anschließend zerkleinert und mit Zement gemischt wird. Das so erhältliche Mischgut wird in Bausteinformen eingefüllt und gepreßt und die so erhaltenen Bausteine werden etwa zwei bis vier Wochen getrocknet. Durch die Zementzugabe wird die Druckfestigkeit der Bauelemente vergrößert. Von Nachteil bei den bekannten Bausteinen ist der notwendige Einsatz von Zement zur Vergrößerung der Druckfestigkeit, was zu einem erhöhten verfahrenstechnischen Aufwand und zu erhöhten Kosten der bekannten Bausteine führt.
  • Aus der DE 195 13 770 C2 ist ein Bauelement bekannt, welches einen mehrschichtigen Aufbau mit mindestens einer Kernschicht und einer allseitig umgebenden Deckschicht besitzt, wobei die Kernschicht aus granulierten Papierkügelchen besteht, die von einer aus Altpapier und/oder Altpappe hergestell ten Deckschicht allseitig umgeben ist. Das bekannte Bauelement der vorgenannten Art weist aufgrund der Kernschicht aus granulierten Papierkügelchen eine nur begrenzte Tragkraft auf. Im übrigen ist die Herstellung dieses Bauelementes ebenfalls verfahrenstechnisch aufwendig und mit erhöhten Kosten verbunden.
  • Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein Bauelement, einschließlich des Herstellungsverfahrens, aus Papier und/oder Pappe, insbesondere aus Altpapier und/oder Altpappe, zu schaffen, welches recyclingfähig und durch seine Formgebung und guten Dämmeigenschaften multifunktional verwendbar und in einfacher Weise bei geringen Kosten herstellbar ist.
  • Die vorgenannte Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß Papier- und/oder Pappenstücke, insbesondere Altpapier- und/oder Altpappenstücke, mit den Flachseiten aufeinander zu mehreren Lagen geschichtet und in wenigstens einem Preßvorgang zu dem Formkörper gepreßt werden. Beim Preßvorgang findet eine Verzahnung der einzelnen Papier- bzw. Pappenstücke statt. Der so erhältliche Formkörper weist einen Verbund aus mehreren Lagen Papier und/oder Pappe auf, wobei in dem Verbund Papier- und/oder Pappenstücke mit den Flachseiten aufeinander geschichtet und miteinander verpreßt sind. Der Erfindung liegt der Grundgedanke zugrunde, Papiere und/oder Pappen, insbesondere Altpapier und/oder Altpappen, unmittelbar nach dem Sammeln des Altmaterials, miteinander zu verpressen, um einen Formkörper als Bauelement zur Verfügung zu stellen. Bei dem Formkörper handelt es sich dabei um einen im wesentlichen massiven, d. h. eine durchgängige Wand aus Papieren und/oder Pappen bildenden Verbundkörper aus mehreren Lagen Papier und/oder Pappe, wobei sich der erfindungsgemäße Formkörper durch ein geringes Gewicht und eine hohe Wärmedämmung auszeichnet. Im übrigen läßt sich der erfindungsgemäße Formkörper in einfacher Weise und bei geringen Kosten herstellen.
  • Vorzugsweise werden die Papiere und/oder Pappen trocken miteinander verpreßt. Grundsätzlich ist es aber auch möglich, daß die Pressung unter Beigabe von Imprägnierungsmitteln erfolgt (Naßpressung). Gegebenenfalls ist auch eine Pressung unter Beigabe von Klebstoffen (Feucht-/Naßpressung) möglich.
  • Die Grundidee der Erfindung besteht aus der Verwendung von Materialien, die der Wertschöpfungskette entnommen, zu einem modularen Bauelement verarbeitet und nach dem Ende einer Nutzung dem Wertstoffkreislauf wieder zu annähernd 100% zugeführt werden können. In der Öko-Bilanz wird damit ein wichtiger Beitrag für ressourcenschonende und energiesparende Bauweise ermöglicht. Darüber hinaus sind die verwendeten Altmaterialien preisgünstig erhältlich, was zu geringen Herstellungskosten beiträgt. Es lassen sich Formkörper mit Wandstärken bis 100 cm, vorzugsweise bis 70 cm, insbesondere bis 50 cm, herstellen, so daß eine sehr hohe Wärmedämmung gewährleistet ist. Angestrebt sind Wandstärken von ca. 10 bis 40 cm aufgrund einer besseren Handhabbarkeit der Formkörper.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Formkörper handelt es sich vorzugsweise um im wesentlichen quaderförmige Bausteine. Grundsätzlich läßt es das erfindungsgemäße Verfahren jedoch zu, Stützen, Profilkörper, Paneele, Platten, Scheiben, Blöcke, Stäbe oder sonstige Träger und Leisten oder dgl. jeweils als Vollkörper herzustellen. Diese können dann zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden Gebäudeteilen, Innen- oder Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes eingesetzt werden.
  • Bei der Sammlung von Altpapier und Altpappe werden die erfaßten Altmaterialien klassifiziert bzw. bestimmten Sorten zugeordnet. Das erfindungsgemäße Verfahren läßt grundsätzlich die Verwendung beliebiger Sorten zu, d. h. auch sogenannter Späne. Vorzugsweise können jedoch nachfolgend angegebene Sorten eingesetzt werden, nämlich
    • – unsortiertes gemischtes Altpapier, wobei unerwünschte Stoffe entfernt worden sind und eine Mischung verschiedener Papier- und Pappensorten ohne Begrenzung der Anteile an kurzfaserigem Material vorgesehen ist,
    • – sortiertes gemischtes Altpapier, wobei eine Mischung verschiedener Papier- und Pappenqualitäten, die maximal 40% an Zeitungen und Illustrierten enthalten, vorgesehen ist,
    • – Graukarton, wobei bedruckter und unbedruckter, weiß gedeckter und ungedeckter grauer Karton oder gemischter Karton, frei von Wellpappe, umfaßt sind,
    • – Kaufhausaltpapier, das aus gebrauchten Papier- und Kartonverpackungen, die mindestens 70% Wellpappe enthalten, und einen Restanteil von Vollpappen und Packpapier, besteht,
    • – alte Wellpappe-Verpackungen, die gebrauchte Verpackungen und Bögen aus Wellpappe verschiedener Qualitäten enthalten,
    • – sortiertes Büroaltpapier,
    • – weiße Akten, holzfrei, wobei weißes Schreib- und Druckpapier, sortiert, holzfrei, aus Büroarchiven, frei von Kassenblocks, Kohlepapier und nicht wasserlöslichen Kleberückständen, umfaßt ist,
    • – weißer mehrlagiger Karton, stark bedruckt (Chromoersatzkarton), wobei Abschnitte von stark bedrucktem, weißen mehrlagigen Karton umfaßt sind und der Karton aus Zellstoff, Holzschliff- oder TMP-Lagen besteht und graue Lagen ausgenommen sind,
    • – weißer mehrlagiger Karton mit leichtem Andruck (Chromoersatzkarton), wobei Abschnitte von weißem, mehrlagigem Karton, mit leichtern Andruck umfaßt sind und der Karton aus Zellstoff, Holzschliff- oder TMP-Lagen besteht,
    • – neue Späne aus Wellpappe mit Decken aus Kraft- oder Testlinern,
    • – unbenutzte Kraftwellpappe, wobei unbenutzte Verpackungen, Bogen und Späne aus Wellpappen, ausschließlich mit Kraftlinern sowie Wellen aus Zellstoff oder Halbzellstoff umfaßt sind,
    • – unbenutzte Wellpappen, wobei unbenutzte Verpackungen, Bogen und Späne aus Wellpappen mit Decken aus Kraft- oder Testlinern umfaßt sind,
    • – gebrauchte Kraftwellpappen, wobei gebrauchte Verpackungen aus Wellpappe, Decken ausschließlich mit Kraftlinern sowie Wellen aus Zellstoff oder Halbzellstoff umfaßt sind,
    • – gebrauchte Kraftpapiersäcke, wobei saubere, gebrauchte Kraftpapiersäcke, naßfest und nicht-naßfest, umfaßt sind,
    • – gebrauchtes Kraftpapier, wobei Kraftpapier und -pappen, gebraucht, naturfarbig oder hell umfaßt sind,
    • – unbenutztes Kraftpapier, wobei Späne und andere Kraftpapiere und -pappen, unbenutzt, naturfarbig, umfaßt sind, und
    • – gemischtes Altpapier, wobei unsortiertes Altpapier, getrennt von anderen Materialien gesammelt, enthalten ist.
  • Es versteht sich, daß die vorgenannte Aufzählung nicht abschließend ist. Grundsätzlich können auch neuwertige Papiere und/oder Pappen, die beispielsweise als Herstellungsabfälle bei der Papier- und/oder Pappenproduktion und/oder -verarbeitung anfallen, eingesetzt werden, Nachfolgend wird der Einfachheit halber von Altpapier und Altpappe gesprochen, was neuwertige Papier- und/oder Pappenabfälle und -reste ebenfalls umfassen soll. Im übrigen versteht es sich, daß auch Mischungen der vorgenannten Sorten das Ausgangsmaterial zur Herstellung des Formkörpers bilden können. Beispielsweise kann eine Mischung aus Altpapier mit ca. 70 bis 80 Gew.-% Wellpappenanteil eingesetzt werden.
  • Der Preßvorgang erfolgt vorzugsweise bei einem Druck von 5 bar bis 250 bar, insbesondere bei mehr als 100 bar, weiter insbesondere bei mehr als 120 bis 140 bar. Die Pressung kann aber auch bei Drücken zwischen 500 bis 1000 bar oder zwischen 1000 bis 2500 bar erfolgen. Bei diesem Preßdruck läßt sich ein Formkörper mit geringem Lückenvolumen zwischen den Papier- bzw. Pappenlagen und hoher Festigkeit herstellen. Je nach Druckniveau der eingesetzten Pressen können die Papier- und Pappenstücke bei einem (handelsüblichen) durchschnittlichen Druck von 120 bis 140 bar zu vergleichsweise großen Formkörpern von beispielsweise 60 × 60 × 120 cm mit einem Gewicht von ca. 500 bis 600 kg verpreßt werden. Durch die vorgenannte Größe der Formkörper von 60 × 60 × 120 cm entsteht ein in Trockenbauweise versetzbares Kleinmodul, welches jederzeit aufgebaut und wieder demontiert werden kann. Bei einer gewählten Breite der Formkörper von 60 cm werden im übrigen sehr gute Wärmedämmeigenschaften sichergestellt. Bei gleichem Druck lassen sich darüber hinaus Formkörper mit einer Wandstärke von ca. 10 bis 30 cm herstellen, die bereits sehr gute Wärmedämmeigenschaften aufweisen und leicht verarbeitbar sind.
  • Um die Altpapier- und/oder Altpappenstücke nach dem Pressen zu fixieren, kann vorgesehen sein, daß diese nach dem Pressen kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden werden. Eine stoffschlüssige Verbindung kann beispielsweise das Verkleben der Altpapier- und/oder Altpappenstücke vorsehen. Vorzugsweise werden die Altpapier- und/oder Altpappenstücke jedoch mit wenigstens einem drahtförmigen und/oder bandförmigen und/oder gitterförmigen Verbindungselement verbunden, wobei durch das Verbindungselement ein Anpreßdruck zumindest auf die Flachseiten der auf beiden Seiten des Formkörpers außenliegenden Papier- und/oder Pappenlagen ausgeübt und somit die gepreßten Papier- und/oder Pappenstücke gegeneinander verspannt werden. Bei einer einfachen Ausführungsform der Erfindung kann eine Drahtbindung vorgesehen sein, um ein Bündel aus einer Mehrzahl von miteinander verbundenen gepreßten Papier- und/oder Pappenlagen zu erhalten. Durch die Drahtbindung werden die gepreßten Lagen gegeneinander fixiert.
  • Bei einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann eine gabionenähnliche Verpackung vorgesehen sein, was es ermöglicht, die Formkörper maßhaltig aneinander zu fügen. Die Formkörper sind dann in einen Drahtkorb eingespannt, wobei Gabionenaussteifungsmatten zwei- bis sechsseitig den Formkörper umgebend vorgesehen sein können. Zur besseren Handhabbarkeit und präziseren Verlegemöglichkeit können die Formkörper eine vierseitige Einfassung mit Gabionenaussteifungsmatten bzw. Drahtgittern erhalten. Zur weiteren Aussteifung bzw. Erhöhung der Stabilität eines aus den Formkörpern errichteten Gebäudeteils kann vorgesehen sein, die Gabionenaussteifungsmatten bzw. Gabionenkörbe miteinander zu verbinden, insbesondere mittels Zugdrähten. Dadurch wird der Gebäudeteil stabilisiert und die Montage der Formkörper erleichtert. Gleiches gilt für die Demontage in Erweiterungs- bzw. Rückbaufällen. Die erfindungsgemäßen Formkörper sind damit insbesondere zum Errichten von temporaren Bauten vorgesehen, deren Haltbarkeit jedoch auch 100 bis 200 Jahre und darüber hinaus betragen kann.
  • Im übrigen kann beim Aufeinanderschichten wenigstens ein Versteifungselement zwischen die Altpapier- und/oder Altpappenstücke eingebracht werden, wobei die Altpapier- und/oder Altpappenstücke zusammen mit dem Versteifungselement gepreßt werden. Hier können Aussteifungsstäbe aus Stahl, Holz, Kunststoff und verdichteter Pappe/Papier horizontal und/oder vertikal im Inneren des Formkörpers verlaufend vorgesehen sein.
  • Zur weiteren Versteifung kann ein gitter- oder stabförmiges Versteifungselement mit einer Außenfläche des Formkörpers verbunden sein, wobei Gabionenaussteifungsmatten oder Aussteifungsstäbe verwendet werden können. Im übrigen können eine Mehrzahl von im und/oder an dem Formkörper vorgesehenen Versteifungselementen auch miteinander verbunden werden, um die Stabilität des Formkörpers noch weiter zu erhöhen.
  • Zur Hydrophobierung und/oder zum Verkleben und/oder zur Erhöhung des Feuerwiderstandes und/oder zur Verbesserung des Brandverhaltens kann der Formkörper auf wenigstens einer Außenseite, vorzugsweise auf allen Außenseiten, imprägniert werden. Im übrigen kann der Formkörper auch durchimprägniert werden, wobei durch die Imprägnierung auch die Festigkeit des Formkörpers erhöht wird.
  • Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist eine mehrstufige Imprägnierung vorgesehen. Um die Oberfläche der Formkörper vor Feuchtigkeit, wie beispielsweise Luftfeuchtigkeit oder Schlagregen, zu schützen, kann ein zweistufiges Imprägnierungsverfahren unter Verwendung von Paraffinwachsen eingesetzt werden. Paraffinwachse haben stark hydrophobe Eigenschaften und sind so zur Imprägnierung von Oberflächen gegen Feuchtigkeit und kondensiertes Wasser kostengünstig einsetzbar. In einer ersten Imprägnierstufe werden die Formkörper mit wenigstens einer Außenseite, vorzugsweise mit einer später bewitterten Seite, mit einem beispielsweise bei Raumtemperatur flüssigem Paraffinwachs getränkt. Dazu wird der Formkörper mit der Außenseite in dem Imprägnierungsmittel gelagert, vorzugsweise über ca. 5 bis 10 min in flüssigem Paraffinwachs bei einer Schichthöhe von ca. 2 bis 3 cm. Das Paraffinwachs durchtränkt dann aufgrund der Saugeigenschaften (Kapillarwirkung) den Formkörper bzw. die Altpapier- und/oder Altpappenstücke ausgehend von der Oberfläche bis in eine Tiefe des Formkörpers von weniger als 20 cm, vorzugsweise von 5 cm bis 15 cm. Insbesondere saugfähige Altmaterialien, wie Wellpappen oder Karton, wiesen eine höhere Durchtränkungstiefe auf als wenig saugende Materialien, wie beispielsweise beschichtete Papiere oder Hochglanzprospekte. Im Ergebnis kommt es damit zu einer unterschied lich tiefen Imprägnierung des Formkörpers auf der Außenseite. In der ersten Imprägnierstufe kann es zudem zum Verkleben der aneinander anliegenden Papier- und/oder Pappenstücke kommen.
  • In einer zweiten Imprägnierungsstufe wird die Oberfläche der Außenseite mit einem Imprägniermittel beschichtet, wobei zur Oberflächenimprägnierung beispielsweise eine Beschichtung der Oberfläche mit einem bei Raum- bzw. Umgebungstemperatur festen Paraffinwachs vorgesehen sein kann. Die Imprägnierung kann beispielsweise durch Aufsprühen erfolgen. Grundsätzlich ist es auch möglich, daß festes Paraffinwachs aufgeschmolzen und der Formkörper in das geschmolzene Paraffinwachs eingetaucht wird. Nachdem der Formkörper wieder aus dem Paraffinwachs entfernt worden ist, erkaltet das Paraffinwachs und bildet so eine Oberflächenversiegelung aus. Dabei werden auch die zwischen den Papier- und Pappenschichten vorhandenen Klüfte bzw. Spalte geschlossen und die seitlichen Öffnungen der Klüfte versiegelt. Dadurch wird auch ein Eindringen von Feuchtigkeit und Wasser in kondensierter Form sicher unterbunden. In diesem Zusammenhang kann vorgesehen sein, daß die Außenseite des Formkörpers in der zweiten Imprägnierstufe bis in eine Tiefe von weniger als 10 cm, vorzugsweise von weniger als 5,0 cm, insbesondere von 2,0 bis 3,0 cm, imprägniert wird.
  • Durch die gewählte zweistufige Imprägnierung wird die Ausbildung einer hydrophoben äußeren Schicht sichergestellt. Im übrigen ist die Imprägnierung einfach und kostengünstig durchzuführen, wobei Paraffinwachse ökotoxikologisch unbedenklich sind. Eine Beeinflussung des Papier- bzw. Pappenrecyclings nach dem Rückbau der Formsteine ist nicht zu erwarten. Im übrigen wird die Farbgebung und Oberflächenstrukturierung der in dem Formkörper miteinander verbundenen Papier- und/oder Pappenlagen vorzugsweise nicht gegenüber dem Ausgangsmaterial verändert. Die Veränderung der Farbgebung der Papiere und/oder Pappen durch Imprägnierung ist unterschiedlich. Bei Paraffinwachsen als Imprägnierungsmittel ist die Veränderung der Farbgebung gering und mit Additiven behebbar, bei Druckimprägnierung kommt es zu eher dunklen Verfärbungen.
  • Die Imprägnierung dient zur Erhöhung der Wasser-/Feuchtebeständigkeit gegen Regen und Luftfeuchtigkeit sowie gegen Drücken des Wassers oder son stiger Flüssigkeiten. Als Imprägnierungsmittel können Paraffinwachse/Flüssigwachse mit einem Schmelzpunkt zwischen 50–120°C, Flüssigwachse in Kombination mit Festwachsen, Harze, insbesondere Epoxidharze, wasserbeständige Leime, Latexmittel, Schichtsilikate (Bentonite), Aquafin, Kieselsäure oder Imprägniercremes zum Einsatz kommen. Kommen Paraffinwachse/Flüssigwachse zum Einsatz, darf es auch bei intensiver Sonneneinstrahlung nicht zu einem Aufschmelzen der Imprägnierung kommen. Klebstoffe können zur Versiegelung der Oberflächen und auch zur Versiegelung von Innenflächen eingesetzt werden. Zur Oberflächenimprägnierung kann der unter dem Handelsnamen ”Ponal” erhältliche Klebstoff der Firma Henkel KGaA oder gleichartige bzw. -wertige Klebstoffe eingesetzt werden. Durch Aufhellzusätze kann einer Verdunkelung der Papier- oder Pappenstücke entgegengewirkt werden. Für einen Brandschutz der Papier- und/oder Pappenstücke kann eine Kohlendioxid-Mantelbeschichtung vorgesehen sein. Als Flammschutzmittel und/oder zum Leimen kann Alaun verwendet werden.
  • Die gewählte Imprägnierungsmethode hängt im wesentlichen von den von dem erfindungsgemäßen Formkörper geforderten Eigenschaften und der Zusammensetzung des Formkörpers ab. Zur Imprägnierung kann eine Kunststoffbeschichtung beispielsweise mit Schrumpffolien oder eine nanoskalige Beschichtung vorgesehen sein. Durch Druck- und/oder Ölimprägnierung läßt sich der Formkörper im wesentlichen vollständig durchimprägnieren.
  • Handelt es sich bei den erfindungsgemäßen Formkörpern um Bausteine, Profile oder Träger sowie Stäbe, kann eine Länge bis zu 10 m und eine Breite bis zu 2 m vorgesehen werden. Bei Paneelen, Platten oder Scheiben kann die Größe 100 cm2 bis 25 m2 betragen, bei einer Seitenlänge von 10 cm bis 5 m und Stärken von 0,5 cm bis 20 cm.
  • Vorzugsweise werden Altpapier- und/oder Altpappenstücke frei von Zuschlagstoffen als Ausgangsmaterial für den Preßvorgang eingesetzt. Zuschlagstoffe im Sinne der Erfindung sind solche Stoffe, die im Altpapier und/oder in Altpappen nach der Sammlung der Altmaterialien nicht vorhanden sind und üblicherweise in Baumaterialien zur Erhöhung der Festigkeit zugegeben werden, wie beispielsweise Zement oder sonstige festigkeitssteigernde Bindematerialien. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, das Altpapier und/oder die Altpappen vor dem Preßvorgang mit Bindemitteln und/oder Imprägniermitteln zu beschichten und/oder zu tränken und anschließend zu pressen, um eine hohe Festigkeit sicherzustellen.
  • Bei der Erfindung werden das Altpapier und/oder die Altpappen so als Ausgangsmaterialien eingesetzt, wie sie bei der Reststoffsammlung anfallen, d. h. es werden vorzugsweise chemisch und/oder mechanisch unbehandelte Altpapiere und/oder unbehandelte Altpappen gepreßt. Gleichwohl ist es möglich, daß das Altpapier und/oder die Altpappen vor dem Pressen mechanisch zerkleinert und auf eine Stückgröße von vorzugsweise mehr als 4 cm2, weiter vorzugsweise von mehr als 50 cm2, insbesondere von mehr als 100 cm2 und weiter insbesondere von mehr als 500 cm2, gebracht werden. Dadurch werden der Preßvorgang vereinfacht und der Zusammenhalt der Schichten im Verbund verbessert. Im Ergebnis werden stückige Altpapiere und/oder Altpappen eingesetzt, wobei eine Zerfaserung und/oder Auflösung der an sich festen Papier- und/oder Pappenstücke, d. h. eine Änderung der physikalischen Konsistenz, nicht vorgesehen ist. Die Dicke der für den Preßvorgang eingesetzten Altpapier- und/oder Altpappenstücke kann vorzugsweise zwischen 0,1 mm bis 5,0 cm betragen.
  • Der Feuchtegehalt der für den Preßvorgang eingesetzten Altpapier- und/oder Altpappenstücke kann weniger als 15 Gew.-%, vorzugsweise maximal 10 Gew.-%, weiter vorzugsweise maximal 5 Gew.-%, betragen. Durch Trocknen des Formkörpers nach dem Preßvorgang und vorzugsweise vor dem Imprägnieren läßt sich der Feuchtegehalt auf einen Wert von kleiner als 3 Gew.-%, insbesondere auf einen Wert von 0,1 bis 2 Gew.-%, verringern. Ist vorgesehen, die Papiere und/oder Pappen zusammen mit einem Imprägnierungsmittel und/oder mit Klebstoffen zu pressen, kann vorzugsweise ebenfalls eine Trocknung vorgesehen sein.
  • Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung exemplarisch erläutert. Es versteht sich, daß die anhand der Zeichnung offenbarten Merkmale mit den vorgenannten Merkmalen kombiniert werden können, auch wenn dies nicht im einzelnen beschrieben ist.
  • In der einzigen Figur der Zeichnung ist ein Formkörper 1 aus Altpapier und/oder Altpappe ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nicht-tragendes Bauelement zur Errichtung von Gebäudeteilen dargestellt. Der Formkörper 1 weist einen Verbund aus Altpapier und/oder Altpappen auf, wobei in dem Verbund Altpapier- und/oder Altpappenstücke 2 mit den Flachseiten aufeinander geschichtet und miteinander verpreßt sind, wobei die Stücke 2 miteinander verzahnt werden. Die Verzahnung der einzelnen Papier- bzw. Pappenstücke 2 erfolgt durch Umknicken der Stücke 2 beim Preßvorgang. Die Papier- und/oder Pappenstücke 2 werden kreuz und quer in den Pressentunnel einer Preßvorrichtung eingefüllt und auch so verdichtet. Der dargestellte Formkörper 1 weist vergleichbare Materialeigenschaften bzw. Kennwerte auf, wie Kalk-Sand-Steine oder Porenbetonsteine.
  • Die gepreßten Altpapier- und/oder Altpappenstücke 2 sind kraftschlüssig mittels einer Mehrzahl von Metallbändern 3 als Verbindungselementen verbunden. Dadurch wird die Formhaltung des Formkörpers 1 gewährleistet. Eine Verklebung kann ebenfalls vorgesehen sein. Nicht dargestellt ist, daß statt einer Verbindung über Metallbänder 3 auch gitterförmige oder drahtförmige Verbindungselemente, beispielsweise Gabionenmatten, vorgesehen sein können.
  • Im übrigen weist der Formkörper eine Imprägnierung 4 auf der Außenseite auf, was lediglich schematisch dargestellt ist. Die Imprägnierung ist zum einen zur Erhöhung der Feuchtebeständigkeit des Formkörpers 1 und zum anderen dazu vorgesehen, die einzelnen Lagen von Altpapier- und/oder Altpappenstücken 2 miteinander zu verkleben. Nicht dargestellt ist im weiteren, daß eine erste Imprägnierungsschicht von der Oberfläche des Formkörpers 1 bis in den Formkörper 1 hineinreichen kann, wobei die erste Imprägnierungsschicht durch Tränken des Formkörpers 1 in einem flüssigen Imprägnierungsmittel erhältlich ist. Eine zweite weniger weit in die Tiefe des Formkörpers hineinreichende Imprägnierungsschicht ist von außen auf den Formkörper 1 aufgebracht, um die Oberfläche des Formkörpers 1 zu versiegeln und Klüfte zwischen den gepreßten Altpapier- und/oder Altpappenstücken 2 zu schließen.
  • Die Altpapier- und/oder Altpappenstücken 2 können lediglich an den Rändern des Formkörpers 1 Umknickungen und/oder Umbiegungen aufweisen, die Folge des Preßvorgangs sind. Vorzugsweise werden die einzelnen Papier- und/oder Pappenstücke 2 kreuz und quer, d. h. ungeordnet, in den Pressentunnel eingefüllt und so verdichtet, was zu einem Umknicken bzw. Umbiegen führt. Der Formkörper 1 weist eine mittlere Druckfestigkeit nach DIN EN 771-4 in Richtung X der Papierflachseiten von 1,0 bis 60,0 N/mm2, vorzugsweise zwischen 2,0 bis 20,0 N/mm2, insbesondere zwischen 2,75 bis 5,5 N/mm2, auf. Der Formkörper 1 läßt sich damit einer Steinfestigkeitsklasse von 2 bis 6 zuordnen. In einer Richtung Y quer zur Papierflachseite liegt die Druckfestigkeit noch über den vorgenannten Werten.
  • Im übrigen weist der Formkörper 1 einen Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl nach DIN EN 1745 von ca. 5 bis 10 auf, wobei die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl wiederum auf die Richtung X in Papierflachseite bezogen ist. In der Richtung Y quer zur Papierflachseite kann die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl auch über dem vorgenannten Wert liegen.
  • Die mittlere Brutto-Trockenrohdichte des Formkörpers 1 nach DIN EN 771-4 kann zwischen 200 bis 800 kg/m3, vorzugsweise zwischen 300 bis 650 kg/m3, insbesondere zwischen 325 bis 600 kg/m3, betragen. Die Dicke d des Formkörpers kann in Richtung der Papierflachseite 5,0 cm bis 1,0 m, vorzugsweise mehr als 20 cm, insbesondere mehr als 50 cm, betragen. Dadurch läßt sich der Formkörper 1 bedarfsweise als Bauelement für vielfältige Anwendungsbereiche einsetzen.
  • Nicht dargestellt ist, daß auf wenigstens einer Außenseite des Formkörpers 1 wenigstens ein Vorsprung und/oder wenigstens eine Ausnehmung zur Ausbildung einer formschlüssigen Verbindung mit einer komplementär ausgebildeten Außenseite eines benachbarten Formkörpers vorgesehen sein kann. In diesem Zusammenhang kann die Verbindung von benachbarten Formkörpern 1 in der Art einer Legostein-Verbindung vorgesehen sein. Dadurch wird eine einfache und sehr stabile Verbindung der Formkörper 1 sichergestellt. Im übrigen können Nut- und Federverbindungen zur gegenseitigen Befestigung der Formkörper 1 vorgesehen sein. Auch eine Befestigung über die Verbindungselemente und/oder über Verklebungsstellen ist möglich.
  • Die Lebensdauer des dargestellten Formkörpers 1 beträgt vorzugsweise zwischen 5 Jahren bis 10 Jahren, kann bei geeigneter Imprägnierung jedoch auch bis mindestens 50 Jahre oder mehr betragen. Dadurch läßt sich der dargestellte Formkörper 1 in einer Vielzahl von Anwendungsbereichen einsetzen, beispielsweise zur Errichtung von Innenwänden, Außenwänden, Böden. Auch kann eine Beschichtung des Formkörpers 1 mit Putz und/oder eine Verschalung, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Dämmung, vorgesehen sein. Weitere Verwendungen betreffen den Einsatz des Formkörpers 1 bei entsprechender Formgebung für Fassadenpaneele, Fensterprofile, Fußleisten, Möbel, Möbelelemente, Schalungen, Trockenbauelemente, Wandkomplettsysteme (inklusive Dämmung), Abhangdecken, Zargen und Fensterbänke.
  • Um eine völlige Recyclingfähigkeit des Formkörpers 1 zu gewährleisten, ist der Formkörper 1 nach DIN EN 13432:2000 desintegrierbar, wobei, vorzugsweise bei aerober Kompostierung nach einer gegenüber der DIN EN 13432:2000 verlängerten Kompostierungsdauer von mehr als 12 Wochen und höchstens 80 Wochen in einer größer 2 mm-Siebfraktion des kompostierten Materials maximal 10% des ursprünglichen Trockengewichtes des Formkörpers auffindbar sind.
  • ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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  • Zitierte Patentliteratur
    • - DE 4005719 A1 [0002]
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    • - DIN EN 13432:2000 [0035]
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Claims (38)

  1. Verfahren zur Herstellung eines Formkörpers (1) aus Papier und/oder Pappe, insbesondere aus Altpapier und/oder Altpappe, ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nicht-tragendes Bauelement zur Errichtung von Gebäudeteilen, insbesondere zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden Innen- und Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes, wobei Papier- und/oder Pappenstücke (2) mit den Flachseiten aufeinander zu mehreren Lagen geschichtet und in wenigstens einem Preßvorgang zu dem Formkörper (1) gepreßt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßvorgang bei einem Druck von 5 bar bis 250 bar erfolgt, vorzugsweise bei mehr als 100 bar, insbesondere bei mehr als 120 bis 140 bar.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die den Formkörper bildenden Papier- und/oder Pappenstücke (2) nach dem Pressen kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden werden.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die gepreßten Papier- und/oder Pappenstücke (2) zur Formhaltung des Formkörpers (1) mit wenigstens einem drahtförmigen und/oder bandförmigen und/oder gitterförmigen Verbindungselement verbunden werden.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beim Aufeinanderschichten wenigstens ein Versteifungselement zwischen die Papier- und/oder Pappenstücke (2) eingebracht wird und daß die Papier- und/oder Pappenstücke (2) zusammen mit dem Versteifungselement gepreßt werden.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper (1) auf wenigstens einer Außenseite mit wenigstens einem Versteifungselement verbunden wird.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von im und/oder an dem Formkörper (1) vorgesehenen Versteifungselementen miteinander verbunden wird.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Außenseite des Formkörpers (1) zur Hydrophobierung und/oder zum Verkleben und/oder zur Erhöhung des Feuerwiderstandes und/oder zur Verbesserung des Brandverhaltens des Formkörpers imprägniert wird.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper (1) im wesentlichen durchimprägniert wird.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine mehrstufige Imprägnierung vorgesehen wird.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Außenseite des Formkörpers (1) in einem flüssigen Imprägnierungsmittel gelagert wird, insbesondere mit einem bei 50 bis 120°C flüssigen Paraffinwachs, wobei der Formkörper (1) durch die Wirkung von Kapillarkräften ausgehend von der Oberfläche der Papier- und/oder Pappenstücke (2) bis in die Tiefe des Formkörpers (1) imprägniert wird.
  12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper (1) bis in eine Tiefe von weniger als 20,0 cm, vorzugsweise zwischen 5,0 cm und 15,0 cm, imprägniert wird.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche von wenigstens einer Außenseite des Formkörpers (1) mit einem Imprägniermittel beschichtet wird, vorzugsweise mit einem bei Raumtemperatur festen Paraffinwachs, wobei, weiter vorzugsweise die Beschichtung durch Besprühen oder Eintauchen erfolgt.
  14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper (1) bei der Beschichtung bis in eine Tiefe von weniger als 10 cm, vor zugsweise von weniger als 5,0 cm, insbesondere von 2,0 bis 3,0 cm, imprägniert wird.
  15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Oberflächenversiegelung des Formkörpers (1) vorgesehen wird.
  16. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Papier- und/oder Pappenstücke (2) frei von Zuschlagstoffen gepreßt werden.
  17. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß chemisch und/oder mechanisch unbehandelte Papier- und/oder Pappenstücke (2) gepreßt werden.
  18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Papier- und/oder Pappenstücke (2) für den Preßvorgang durch mechanische Zerkleinerung von Papier und/oder die Pappen erhalten werden.
  19. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Papier- und/oder Pappenstücke (2) mit einer Flächengröße von mehr als 4,0 cm2, vorzugsweise von mehr als 50 cm2, insbesondere von mehr als 100 cm2 und weiter insbesondere von mehr als 500 cm2, gepreßt werden.
  20. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Papier- und/oder Pappenstücke (2) mit einem Feuchtegehalt von weniger als 15 Gew.-%, vorzugsweise von maximal 10 Gew.-%, weiter vorzugsweise von maximal 5 Gew.-%, gepreßt werden.
  21. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper (1) nach dem Pressen und, vorzugsweise, vor dem Imprägnieren getrocknet wird, weiter vorzugsweise auf einen Feuchtegehalt von kleiner als 3,0 Gew.-%, insbesondere auf einen Feuchtegehalt zwischen 0,01 bis 2,0 Gew.-%.
  22. Formkörper (1) aus Papier und/oder Pappe, insbesondere aus Altpapier und/oder Altpappe, ausgebildet zur Verwendung als tragendes oder nicht-tragendes Bauelement zur Errichtung von Gebäudeteilen, insbesondere zur Errichtung von tragenden oder nicht-tragenden Innen- und Außenwänden, Böden oder Decken eines Gebäudes, weiter insbesondere erhältlich nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 21, aufweisend einen Verbund aus mehreren Lagen Papier und/oder Pappe, wobei in dem Verbund Papier- und/oder Pappenstücke (2) mit den Flachseiten aufeinander geschichtet und miteinander verpreßt sind.
  23. Formkörper nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die gepreßten Papier- und/oder Pappenstücke (2) kraftschlüssig und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
  24. Formkörper nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Versteifungselement im und/oder am Formkörper vorgesehen und mit dem Formkörper verbunden ist.
  25. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Außenseite des Formkörpers imprägniert ist und/oder das eine Durchimprägnierung des Formkörpers vorgesehen ist.
  26. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtegehalt des Formkörpers weniger als 3,0 Gew.-%, insbesondere zwischen 0,1 bis 2,0 Gew.-%, beträgt.
  27. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Papier- und/oder Pappenstücke (2) nicht vollflächig miteinander verklebt sind.
  28. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Papier- und/oder Pappenstücke (2) eine Flächengröße von mehr als 4,0 cm2, vorzugsweise von mehr als 50 cm2, insbesondere von mehr als 100 cm2 und weiter insbesondere von mehr als 500 cm2, aufweisen.
  29. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Papier- und/oder Pappenstücke (2) lediglich an den Rändern des Formkörpers Umknickungen und/oder Umbiegungen aufweisen.
  30. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Druckfestigkeit nach DIN EN 771-4 in Richtung der Papier- bzw. Pappenflachseite 1,0 bis 60,0 N/mm2, vorzugsweise zwischen 2,0 bis 20,0 N/mm2, insbesondere zwischen 2,75 bis 5,5 N/mm2, beträgt.
  31. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfestigkeit einer Steinfestigkeitsklasse von 2 bis 6 entspricht.
  32. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl des Formkörpers nach DIN EN 1745 zwischen 5 bis 10 beträgt.
  33. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die mittlere Brutto-Trockenrohdichte nach DIN EN 771-4 zwischen 200 bis 800 kg/m3, vorzugsweise zwischen 300 bis 650 kg/m3, insbesondere zwischen 325 bis 600 kg/m3, beträgt.
  34. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß auf wenigstens einer Außenseite des Formkörpers wenigstens ein Vorsprung und/oder wenigstens eine Ausnehmung zur Ausbildung einer formschlüssigen Verbindung mit einer komplementär ausgebildeten Außenseite eines benachbarten Formkörpers vorgesehen ist.
  35. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke (d) des Formkörpers in Richtung der Papier- bzw. Pappenflachseite 5,0 cm bis 1,0 m, vorzugsweise mehr als 20,0 cm, insbesondere mehr als 50,0 cm, beträgt.
  36. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper nach DIN EN 13432:2000 desintegrierbar ist und daß, vorzugsweise, bei aerober Kompostierung nach einer gegenüber der DIN EN 13432:2000 verlängerten Kompostierungsdauer von mehr als 12 Wochen und höchstens 80 Wochen in einer größer 2mm-Siebfraktion des kompostierten Materials maximal 10% des ursprünglichen Trockengewichtes des Formkörpers auffindbar sind.
  37. Gebäudeteil, insbesondere tragende oder nicht-tragende Innen- und/oder Außenwand, Boden oder Decke eines Gebäudes, aufweisend eine Mehrzahl von Formkörpern (1) der vorgenannten Art, wobei wenigstens zwei benachbarte Formkörper (1) form- und/oder kraft- und/oder stoffschlüssig miteinander verbunden sind.
  38. Gebäudeteil nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß benachbarte Formkörper (1) über eine Nut-Feder-Verbindung oder eine Steckverbindung miteinander verbunden sind.
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