-
Die Erfindung betrifft ein System zum Auffangen von Flüssigkeit umfassend eine Hauptauffangkammer, einen fluidkommunizierend mit der Hauptauffangkammer verbundenen Hauptkanalabschnitt und eine Nebenauffangkammer.
-
Bei Operationen oder anderen medizinischen Behandlungen ist ein Absauggerät vorgeschrieben, um bei einem Erbrechen der Patienten den Rachen freisaugen zu können. Weiter werden Körperflüssigkeiten, die die Sicht auf die Wunde behindern, abgesaugt und in Auffangbehältern gesammelt. Nach der Operation werden die Auffangbehälter entsorgt. Die Auffangbehälter müssen die Körperflüssigkeiten hygienisch auffangen, d. h., dass die Körperflüssigkeiten nicht nach außen treten dürfen und auch nicht in die Pumpvorrichtung hinein gelangen dürfen.
-
Es ist bekannt, volle Auffangbehälter während der Operation durch leere Auffangbehälter zu ersetzen. Allerdings wird dadurch der Absaug-Vorgang der Körperflüssigkeit unterbrochen. Selbst wenn verschieden große Auffangbehälter zur Verfügung stehen, muss vorher abgeschätzt werden wieviel Körperflüssigkeit austreten wird, die dann aufgefangen werden muss. Sollte diese Abschätzung nicht korrekt sein, ist trotz der vorbereitenden Abschätzung ein Wechsel des Auffangbehälters notwendig. Durch die Unterbrechung beim Wechsel des Auffangbehälters kann der Chirurg die Wunde nicht mehr optimal sehen und die gesamte Operation kann sich verlängern, was nachteilig für den Patienten ist. Wenn der Auffangbehälter zu groß gewählt wurde, wird ineffizient gearbeitet, da ein Auffangbehälter in der Regel aus hygienischen Gründen nicht für mehrere Operationen benutzt wird. Weiter steigt mit größerem Volumen die Evakuierungszeit des Behälters, in der kein Wundsekret abgesaugt werden kann.
-
Dazu ist bekannt, mehrere Auffangbehälter in Reihe oder parallel zu schalten. Dabei sind die Behälter mit Ventilen ausgestattet, die über Schwimmer geöffnet werden, die die Füllstandshöhe in dem gerade befüllten Auffangbehälter anzeigen. Diese Vorrichtung mit der Kombination der Schwimmer und der Ventile ist kompliziert aufgebaut und fehleranfällig, da beispielsweise ein Schwimmer stecken bleiben oder ein Fehler in der Ventilsteuerung auftreten kann und somit das entsprechende Ventil nicht oder nicht rechtzeitig geöffnet wird.
-
Aufgabe der Erfindung ist es damit, eine alternative hygienische Auffangvorrichtung für Flüssigkeit bereitzustellen, die eine kurze Evakuierungszeit und ein flexibles Auffangvolumen ermöglicht.
-
Die Aufgabe wird gelöst durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
-
Bei einem System zum Auffangen von Flüssigkeit umfassend eine Hauptauffangkammer, einen fluidkommunizierend mit der Hauptauffangkammer verbundenen Hauptkanalabschnitt und eine Nebenauffangkammer ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das System einen fluidkommunizierend mit der Nebenauffangkammer verbundenen Nebenkanalabschnitt zum Verbinden mit dem Hauptkanalabschnitt aufweist, wobei der Hauptkanalabschnitt und der Nebenkanalabschnitt einen Kanal bilden, wenn der Hauptkanalabschnitt mit dem Nebenkanalabschnitt verbunden ist, wobei ein wasserlösliches Verschlusselement den Kanal verschließt.
-
Das System umfasst damit eine Hauptauffangkammer, die um eine zusätzliche Nebenauffangkammer ergänzt werden kann. Dazu werden lediglich der Hauptkanalabschnitt und der Nebenkanalabschnitt miteinander verbunden. Diese bilden dann einen Kanal, der die Hauptauffangkammer und die Nebenauffangkammer fluidkommunizierend miteinander verbindet. Aufgrund der fluidkommunizierenden Verbindung kann Flüssigkeit von der Hauptauffangkammer in die Nebenauffangkammer fließen. Damit wird das Volumen der Hauptauffangkammer um das Volumen der Nebenauffangkammer ergänzt. Weiter wird mittels des wasserlöslichen Verschlusselements eine automatische Öffnung des Kanals bewirkt, wenn Flüssigkeit an das wasserlösliche Verschlusselement gelangt. Bei Kontakt mit Flüssigkeit löst sich das wasserlösliche Verschlusselement auf und gibt den Kanal frei. Damit wird eine automatische Öffnung des Kanals bewirkt, ohne dass Ventile betätigt werden müssen. Der Kontakt des wasserlöslichen Verschlusselements mit Flüssigkeit bewirkt direkt die Öffnung des Kanals. Das Volumen der Nebenauffangkammer wird daher nur dann genutzt, wenn es auch wirklich benötigt wird. Damit wird ein flexibles Auffangvolumen bereitgestellt. Weiter erfolgt keine Unterbrechung des Absaug-Vorgangs, beim Hinzufügen des zusätzlichen Volumens der Nebenauffangkammer zu dem Volumen der Hauptauffangkammer. Da das Volumen der Nebenauffangkammer im Vergleich zum Gesamtvolumen relativ klein ist, muss nach dem Öffnen des Kanals lediglich ein kleines Volumen evakuiert werden, bevor Flüssigkeit in die Nebenauffangkammer fließen kann. Das Umschalten geschieht damit schnell, einfach und hygienisch. Weiter ist das System kostengünstiger als bisherige Systeme, da es einfach herzustellen ist und nur eine Größenvariante des Systems bereitgestellt werden muss.
-
Das wasserlösliche Verschlusselement kann als wasserlösliche Folie ausgeführt sein und zum Verschließen des Kanals so in den Kanal eingebracht oder an einer Austritts- oder Eintrittsöffnung zum Kanal angebracht werden, dass – außer nach dem Auflösen des wasserlöslichen Verschlusselements durch Kontakt mit Wasser oder einer Wasser enthaltenden Flüssigkeit – keine Flüssigkeiten und somit auch keine festen Partikel durch den Kanal gelangen können. Selbstverständlich ist es vorzugsweise auch möglich, als wasserlösliches Verschlusselement ein Material, vorzugsweise in Form einer Folie, zu verwenden, das sowohl für nicht wasserhaltige Flüssigkeiten als auch für Gase undurchlässig ist.
-
Insbesondere kann das wasserlösliche Verschlusselement eine Folie aus Polyvinylalkohol (PVAL) sein.
-
Eine Befestigung des wasserlöslichen Verschlusselements an oder im Kanal kann beispielsweise durch Verkleben erfolgen.
-
Vorteilhafterweise ist das wasserlösliche Verschlusselement an dem Hauptkanalabschnitt angeordnet. Das bedeutet, dass das wasserlösliche Verschlusselement den Hauptkanalabschnitt verschließt, solange keine wasserhaltige Flüssigkeit an es gelangt. Ebenso bleibt der Kanal durch das wasserlösliche Verschlusselement verschlossen, auch wenn der Nebenkanalabschnitt mit dem Hauptkanalabschnitt verbunden wird. Dies hat den Vorteil, dass die Nebenauffangkammer einfach aufgebaut sein kann und nur aus wenigen Komponenten kostengünstig hergestellt werden kann.
-
Mit Vorteil ist das wasserlösliche Verschlusselement an dem Nebenkanalabschnitt angeordnet, wobei die Nebenauffangkammer vorzugsweise vorevakuiert ist. Das wasserlösliche Verschlusselement verschließt somit den Nebenkanalabschnitt und dadurch auch die Nebenauffangkammer. Beim Verbinden des Hauptkanalabschnitts mit dem Nebenkanalabschnitt bleibt der Kanal ebenfalls durch das wasserlösliche Verschlusselement verschlossen, solange keine Flüssigkeit in Kontakt mit dem wasserlöslichen Verschlusselement gelangt. Weiter wird durch den Verschluss der Nebenauffangkammer ermöglicht, die Nebenauffangkammer vor dem Verschluss zu evakuieren. Das wasserlösliche Verschlusselement ist dabei so ausgestaltet, dass es dem Druckunterschied zwischen Umgebungsdruck und Evakuierungsdruck standhalten kann, ohne beschädigt zu werden. Die Vorevakuierung hat den Vorteil, dass das Volumen der Nebenauffangkammer gar nicht erst evakuiert werden muss, wenn der Kanal geöffnet wird. Der Absaug-Vorgang kann damit nahtlos fortgesetzt werden, ohne dass eine kurzzeitige Unterbrechung durch eine Evakuierung der Nebenauffangkammer geschieht. Ein weiteres wasserlösliches Verschlusselement am Hauptkanalabschnitt ist nicht erforderlich, kann aber selbstverständlich zusätzlich verwendet werden.
-
Zweckmäßigerweise weist die Hauptauffangkammer einen Saugpumpenanschluss und eine Flüssigkeitseinlassöffnung auf, die fluidkommunizierend mit der Hauptauffangkammer verbunden sind.
-
Weiter ist es zweckmäßig, wenn der Hauptkanalabschnitt ein Sperrelement aufweist, das den Hauptkanalabschnitt verschließt, wenn der Hauptkanalabschnitt und der Nebenkanalabschnitt voneinander getrennt sind, und das geöffnet ist, wenn der Hauptkanalabschnitt und der Nebenkanalabschnitt miteinander verbunden sind.
-
Damit wird sichergestellt, dass der Hauptkanalabschnitt nur dann geöffnet ist, wenn der Hauptkanalabschnitt mit dem Nebenkanalabschnitt verbunden ist. Selbst wenn Flüssigkeit in den Hauptkanalabschnitt gelangt und ein eventuell vorhandenes wasserlösliches Verschlusselement auf diese Weise öffnet, kann keine Flüssigkeit durch den Hauptkanalabschnitt nach draußen gelangen, solange keine Verbindung zwischen dem Hauptkanalabschnitt und einem Nebenkanalabschnitt steht. Die Hauptauffangkammer kann damit auch dann noch mit Flüssigkeit befüllt werden, wenn der Flüssigkeitsspiegel so weit angestiegen ist, dass er den Hauptkanalabschnitt erreicht hat. Ohne das Sperrelement könnte die Hauptauffangkammer nur solange mit Flüssigkeit gefüllt werden, bis der Flüssigkeitsspiegel den Hauptkanalabschnitt erreicht hat, wobei die Flüssigkeit dann noch nicht in den Hauptkanalabschnitt gelangen darf.
-
Dabei kann das Sperrelement beispielsweise in Form einer Membran im Hauptkanalabschnitt angeordnet sein. Die Membran ist dabei aus einem Material, das nicht wasserlöslich ist und undurchlässig für Flüssigkeiten sowie vorzugsweise auch für Gase. Beispielsweise kann die Membran aus PTFE (Polytetrafluorethylen), Naturkautschuk oder Silikonkautschuken bestehen. Letztere können auch mit PTFE beschichtet sein. Derartige Membranen kommen beispielsweise auch als Durchstichgummis bei Stechampullen oder bei Infusionsbeuteln zum Einsatz.
-
Ein als derartige Membran ausgeführtes Sperrelement wird beim Herstellen der Verbindung zwischen Hauptkanalabschnitt und Nebenkanalabschnitt geöffnet, indem es durch den, beispielsweise dornförmig abgeschrägten bzw. wie eine Kanüle ausgeführten, Nebenkanalabschnitt durchstoßen wird. Durch diese Art des Öffnens wird die Membran zwar beschädigt, aber Struktur und Elastizität der Membran können vorzugsweise so ausgebildet sein, dass beim Durchstechen mit dem Nebenkanalabschnitt zur Seite gedrückte Bereiche der Membran nicht nur den Nebenkanalabschnitt dichtend umschließen sondern nach einem Entfernen des Nebenkanalabschnittes wieder ihre ursprüngliche Position einnehmen. Durch eine derartige selbstdichtende Membran kann ein Austritt von Flüssigkeit aus dem Hauptkanalabschnitt auch nach dem Entfernen des Nebenkanalabschnittes behindert oder sogar unterbunden werden.
-
Selbstverständlich sind auch Ausführungsvarianten eines Sperrelements möglich, die ein reversibles Öffnen und Schließen des Sperrelements ermöglichen. Beispielsweise könnte ein Sperrelement auch als in Richtung des Hauptkanalabschnittes öffnende Klappe ausgeführt sein, die in geschlossenen Zustand von einer Dichtlippe umgeben ist. Insbesondere kann eine derartige Klappe über einen Rückstellmechanismus wie zum Beispiel eine Feder verfügen, durch die die Klappe nach dem Entfernen des Nebenkanalabschnittes wieder geschlossen wird, um das Austreten von Flüssigkeit zu verhindern.
-
Am Hauptkanalabschnitt und/oder am Nebenkanalabschnitt kann ein nicht dargestelltes Dichtelement derart angeordnet sein, dass eine Verbindungsstelle zwischen Hauptkanalabschnitt und Nebenkanalabschnitt gegenüber der Umgebung abgedichtet wird. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass nach dem Öffnen des Sperrelementes Flüssigkeit in die Umgebung gelangt.
-
Mit Vorteil ist ein Gel in der Hauptauffangkammer und vorzugsweise in der Nebenauffangkammer angeordnet. Das Gel nimmt die gesammelte Flüssigkeit auf und erhöht damit die Viskosität der Flüssigkeit. Damit können keine große Mengen der Flüssigkeit in der Auffangkammer hin und her schwappen, was die Handhabbarkeit des Systems erhöht. Weiter wird damit vermieden, dass zum Beispiel beim Transport oder bei der Entsorgung durch eventuelle Lecks in den oberen Bereichen des Systems Flüssigkeit austritt.
-
Die Hauptauffangkammer kann mit Vorteil wenigstens zwei Hauptkanalabschnitte aufweisen, wobei das System wenigstens zwei Nebenauffangkammern und wenigstens zwei mit je einer Nebenauffangkammer fluidkommunizierend verbundene Nebenkanalabschnitte zum Verbinden mit je einem der Hauptkanalabschnitte umfasst, wobei die Hauptkanalabschnitte und die Nebenkanalabschnitte jeweils einen Kanal bilden, wenn sie miteinander verbunden sind, wobei jeweils ein wasserlösliches Verschlusselement den Kanal verschließt.
-
Damit können an die Hauptauffangkammer weitere Nebenauffangkammern angefügt werden. Das Volumen der Hauptauffangkammer kann damit flexibel erweitert werden. Die Flexibilität des Systems wird damit vergrößert.
-
Weiter ist es zweckmäßig, wenn die Hauptkanalabschnitte je ein Überlaufkantenelement umfassen, wobei die Überlaufkantenelemente zwischen der Hauptauffangkammer und dem jeweiligen Hauptkanalabschnitt angeordnet sind und jeweils einen unterschiedlichen Abstand zu einem Bodenelement der Hauptauffangkammer aufweisen.
-
Mit dem Überlaufkantenelement kann eine vordefinierte Füllhöhe festgelegt werden, ab der der Hauptkanalabschnitt mit Flüssigkeit benetzt werden kann. Erst wenn der Füllstand der Hauptauffangkammer über der Höhe des Überlaufkantenelements liegt, gelangt Flüssigkeit in den Hauptkanalabschnitt. Vorzugsweise kann das wasserlösliche Verschlusselement an dem Überlaufkantenelement angeordnet sein. Das wasserlösliche Verschlusselement wird damit direkt nach dem Überlaufen der Flüssigkeit über die Überlaufkante mit Flüssigkeit benetzt und damit aufgelöst.
-
Die Erfindung betrifft weiter eine Vorrichtung zum Auffangen von Flüssigkeit umfassend eine Hauptauffangkammer und einen fluidkommunizierend mit der Hauptauffangkammer verbundenen Hauptkanalabschnitt, bei der erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass ein wasserlösliches Verschlusselement den Hauptkanalabschnitt verschließt, wobei die Hauptauffangkammer vorzugsweise gemäß der Merkmale der oben angeführten Beschreibung weitergebildet ist.
-
Weiter betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Auffangen von Flüssigkeit umfassend eine Nebenauffangkammer und einen fluidkommunizierend mit der Nebenauffangkammer verbundenen Nebenkanalabschnitt, bei der erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass ein wasserlösliches Verschlusselement den Nebenkanalabschnitt verschließt, wobei die Nebenauffangkammer vorzugsweise vorevakuiert ist.
-
Im Folgenden wird ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
-
1: eine schematische Darstellung des Systems mit einer Nebenauffangkammer;
-
2a, b: schematische Querschnittsdarstellungen des Systems nach 1;
-
3: eine schematische Darstellung des Systems mit drei Nebenauffangkammern und einer Halterung.
-
Das System zum Auffangen von Flüssigkeit wird in seiner Gesamtheit mit dem Referenzzeichen 1 bezeichnet. Das System 1 umfasst dabei einen Hauptbehälter 2 und mindestens einen Nebenbehälter 3, 4, 5.
-
In 1 sind ein Hauptbehälter 2 und ein erster Nebenbehälter 3 dargestellt. Der Hauptbehälter 2 und der erste Nebenbehälter 3 sind mittels eines ersten Kanals 35 miteinander verbunden. Weiter ist der erste Nebenbehälter 3 mittels eines Befestigungselementes 28 an dem Hauptbehälter 2 befestigt.
-
Der Hauptbehälter 2 weist weiter einen Saugpumpenanschluss 22 und eine Flüssigkeitseinlassöffnung 23 auf. Über den Saugpumpenanschluss 22 ist der Hauptbehälter 2 mit einer nicht dargestellten Saugpumpe verbunden. Die Flüssigkeitseinlassöffnung 23 ist fluidkommunizierend mit einer Wunde verbunden, wobei Flüssigkeit der Wunde durch die Flüssigkeitseinlassöffnung 23 in den Hauptbehälter 2 fließt.
-
Der Hauptbehälter 2 weist weiter eine Hauptauffangkammer 10 auf, wie in 2 dargestellt. Der Saugpumpenanschluss 22 und die Flüssigkeitseinlassöffnung 23 sind dabei fluidkommunizierend mit der Hauptauffangkammer 10 verbunden. Über den Saugpumpenanschluss 22 wird die Hauptauffangkammer 10 evakuiert. Der dabei in der Hauptauffangkammer 10 entstehende Unterdruck wird über die Flüssigkeitseinlassöffnung 23 bis an die Wunde angelegt. Das heißt, dass an der Wunde eine Absaugung von Flüssigkeit erfolgen kann.
-
An dem Hauptbehälter 2 sind weiter ein erster Hauptkanalabschnitt 11, ein zweiter Hauptkanalabschnitt 12 und ein dritter Hauptkanalabschnitt 13 angeordnet, die fluidkommunizierend mit der Hauptauffangkammer 10 verbunden sind. Es kann jedoch auch eine andere Anzahl an Hauptkanalabschnitten 11, 12, 13 in dem System 1 vorhanden sein. Drei Hauptkanalabschnitte 11, 12, 13 ermöglichen, dass der Hauptbehälter 2 vierseitig ausgestaltet werden kann. An drei Seiten des Hauptbehälters 2 kann dann je ein Hauptkanalabschnitt 11, 12, 13 vorgesehen sein. Die vierte Seite kann zur Befestigung des Hauptbehälters 2 genutzt werden.
-
Der erste Hauptkanalabschnitt 11 wird durch ein erstes wasserlösliches Verschlusselement 14, der zweite Hauptkanalabschnitt 12 durch ein zweites wasserlösliches Verschlusselement 15 und der dritte Hauptkanalabschnitt 13 wird durch ein drittes wasserlösliches Verschlusselement 16 verschlossen. Die wasserlöslichen Verschlusselemente 14, 15, 16 sind exemplarisch als wasserlösliche Folien ausgeführt. Dabei teilt eine wasserlösliche Folie 14, 15, 16 den jeweiligen Hauptkanalabschnitt 11, 12, 13 in zwei Teile. Ein Teil des Hauptkanalabschnitts 11, 12, 13 bleibt dabei fluidkommunizierend verbunden mit der Hauptauffangkammer 10. Der andere Teil des Hauptkanalabschnitts 11, 12, 13 ist dabei durch die wasserlösliche Folie 14, 15, 16 von der Hauptauffangkammer 10 getrennt, bis die wasserlösliche Folie 14, 15, 16 durch Flüssigkeitskontakt aufgelöst wird.
-
Dies ist am Beispiel des ersten Hauptkanalabschnitts 11 näher erläutert. Der Teil des ersten Hauptkanalabschnitts 11, der mit der Hauptauffangkammer 10 fluidkommunizierend in Verbindung steht, wenn die erste wasserlösliche Folie 14 noch nicht aufgelöst ist, wird mit dem Referenzzeichen 11a bezeichnet. Der andere Teil, der durch die erste wasserlösliche Folie 14 abgeteilt wird, wird mit dem Referenzzeichen 11b bezeichnet.
-
In 2a ist eine erste Nebenauffangkammer 20 vorgesehen, die in dem ersten Nebenbehälter 3 angeordnet ist. Von der ersten Nebenauffangkammer 20 führt ein erster Nebenkanalabschnitt 21, der fluidkommunizierend mit der ersten Nebenauffangkammer 20 verbunden ist, in den ersten Hauptkanalabschnitt 11 hinein. Erster Nebenkanalabschnitt 21 und erster Hauptkanalabschnitt 11 bilden dabei den ersten Kanal 35. Der Kanal 35 verbindet die Hauptauffangkammer 10 und Nebenauffangkammer 20. Sobald die wasserlösliche Folie 14 aufgelöst ist, entsteht über den ersten Kanal 35 eine fluidkommunizierende Verbindung zwischen der Hauptauffangkammer 10 und der ersten Nebenauffangkammer 20.
-
Alternativ oder zusätzlich kann der erste Nebenkanalabschnitt 21 ein viertes wasserlösliches Verschlusselement 34, nachfolgend exemplarisch in Form einer wasserlöslichen Folie, aufweisen, das den ersten Nebenkanalabschnitt 21 verschließt. In diesem Fall kann die erste wasserlösliche Folie 14 am ersten Hauptkanalabschnitt 11 entfallen. Der erste Kanal 35 verbindet die Hauptauffangkammer 10 mit der ersten Nebenauffangkammer 20 in diesem Fall erst dann fluidkommunizierend, wenn die erste wasserlösliche Folie 34 am Nebenkanalabschnitt 21 aufgelöst wurde.
-
Die vierte wasserlösliche Folie 34 am ersten Nebenkanalabschnitt 21 ermöglicht weiter, dass die erste Nebenauffangkammer 20 vorevakuiert ausgebildet sein kann. In der ersten Nebenauffangkammer 20 herrscht damit bereits beim Anschließen an die Hauptauffangkammer 10 ein Unterdruck, so dass die erste Nebenauffangkammer 20 nicht erst nach dem Anschluss an die Hauptauffangkammer 10 evakuiert zu werden braucht. Damit wird eine Unterbrechung des Absaug-Vorgangs auf Grund des Anschlusses der Nebenauffangkammer 20 vermieden.
-
Der erste Hauptkanalabschnitt 11 kann zusätzlich mittels eines ersten Sperrelements 17, der zweite Hauptkanalabschnitt 12 kann zusätzlich mittels eines zweiten Sperrelements 18 und der dritte Hauptkanalabschnitt 13 kann zusätzlich mittels eines dritten Sperrelements 19 verschlossen werden. Exemplarisch sind die Sperrelemente 17, 18, 19 als selbstschließende Membranen ausgeführt. Das jeweilige Sperrelement 17, 18, 19 wird geöffnet, sobald eine Verbindung zwischen einem Hauptkanalabschnitt 11, 12, 13 und dem jeweiligen Nebenkanalabschnitt 21, 38, 39 hergestellt wird.
-
In 2a wurde das erste Sperrelement 17 geöffnet, indem der, beispielsweise dornförmig abgeschrägte bzw. wie eine Kanüle ausgeführte, erste Nebenkanalabschnitt 21 das Sperrelement 17 durchstoßend in den ersten Hauptkanalabschnitt 11 eingeführt wurde. Durch das Einführen des ersten Nebenkanalabschnitts 21 in den ersten Hauptkanalabschnitt 11 ist eine Verbindung zwischen dem ersten Hauptkanalabschnitt 11 und dem ersten Nebenkanalabschnitt 21 entstanden, sodass der erste Kanal 35 gebildet ist.
-
Das zweite und das dritte Sperrelement 19 sind noch nicht geöffnet und verschließen den zweiten und den dritten Hauptkanalabschnitt 12, 13. Damit kann keine Flüssigkeit aus dem Hauptauffangbehälter 10 durch den zweiten oder den dritten Hauptkanalabschnitt 12, 13 fließen. Die Hauptauffangkammer 10 kann über den zweiten oder den dritten Hauptkanalabschnitt 12, 13 auf diese Weise keine aufgefangene Flüssigkeit verlieren.
-
Am den Hauptkanalabschnitten 11, 12, 13 und/oder an den damit verbundenen Nebenkanalabschnitten 21, 38, 39 kann ein nicht dargestelltes Dichtelement derart angeordnet sein, dass eine Verbindungsstelle zwischen Hauptkanalabschnitt 11, 12, 13 und jeweiligem Nebenkanalabschnitt 21, 38, 39 gegenüber der Umgebung abgedichtet wird. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass nach dem Öffnen eines Sperrelementes 17, 18, 19 Flüssigkeit in die Umgebung gelangt. Der erste Hauptkanalabschnitt 11 umfasst ein erstes Überlaufkantenelement 31, der zweite Hauptkanalabschnitt 12 umfasst ein zweites Überlaufkantenelement 32 und der dritte Hauptkanalabschnitt 13 umfasst ein drittes Überlaufkantenelement 33. Die Überlaufkantenelemente 31, 32, 33 weisen im Vergleich zueinander unterschiedliche Abstände zu einem Boden 7 der Hauptauffangkammer 10 auf. Das heißt, dass bei einem steigenden Flüssigkeitspegel die Überlaufkantenelemente 31, 32, 33 zu unterschiedlichen Zeitpunkten auf gleicher Höhe mit der Flüssigkeitsoberfläche der gesammelten Flüssigkeit in dem Hauptauffangbehälter 10 sind.
-
Gemäß 2a sind in einer ersten bevorzugten Ausführungsform die Hauptkanalabschnitte 11, 12, 13 ebenfalls in verschiedenen Höhen angeordnet.
-
In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform gemäß 2b sind die Hauptkanalabschnitte 11, 12, 13 auf gleicher Höhe angeordnet. Lediglich die Überlaufkantenelemente 31, 32, 33 innerhalb des Hauptbehälters 2 weisen unterschiedliche Abstände zu dem Boden 7 der Hauptauffangkammer 10 auf.
-
Weiter können die wasserlöslichen Folien 14, 15, 16 an den Überlaufkantenelementen 31, 32, 33 angeordnet sein. Gemäß 2a können sie dabei waagrecht angeordnet sein, sodass Flüssigkeit, die über ein Überlaufkantenelement 31, 32, 33 strömt, sich auf der entsprechenden wasserlöslichen Folie 14, 15, 16 sammelt. Dabei verteilt sich die Flüssigkeit auf der Oberfläche der wasserlöslichen Folie 14, 15, 16, sodass die wasserlösliche Folie 14, 15, 16 auf ihrer gesamten nach oben weisenden Oberfläche mit Flüssigkeit benetzt wird und damit vollständig aufgelöst wird. Die Flüssigkeit kann dann weiter in den Hauptkanalabschnitt 11, 12, 13 eindringen und von dort aus weiter über den Nebenkanalabschnitt 21, 38, 39 in die Nebenauffangkammer 20, 30, 40 fließen.
-
4 zeigt ein System 1 mit dem Hauptbehälter 2 und dem ersten Nebenbehälter 3 gemäß 2a. Ein zweiter Nebenbehälter 4 weist eine zweite Nebenauffangkammer 30 auf, die über einen zweiten Nebenkanalabschnitt 38 mit dem zweiten Hauptkanalabschnitt 12 verbunden ist. Zweiter Nebenkanalabschnitt 38 und zweiter Hauptkanalabschnitt 12 bilden dabei einen zweiten Kanal 36. Ein dritter Nebenbehälter 5 weist eine dritte Nebenauffangkammer 40 auf, die über einen dritten Nebenkanalabschnitt 39 mit dem dritten Hauptkanalabschnitt 13 verbunden ist. Dritter Nebenkanalabschnitt 39 und dritter Hauptkanalabschnitt 13 bilden dabei einen dritten Kanal 37. Hinsichtlich der Ausgestaltung des zweiten und dritten Nebenkanalabschnitts 38, 39 und des zweiten und dritten Kanals 36, 37 gelten die zuvor zum ersten Nebenkanalabschnitt 21 und ersten Kanal 35 gemachten Ausführungen entsprechend. Insbesondere können im zweiten und dritten Nebenkanalabschnitt 38, 39, wie zuvor im Zusammenhang mit dem ersten Nebenkanalabschnitt 21 beschrieben, jeweils wasserlösliche Verschlusselemente angeordnet sein. Aufbau und Anschluss der zweiten und dritten Nebenbehälter 4, 5 entsprechen somit jeweils dem des ersten Nebenbehälters 3.
-
Der Hauptbehälter 2 ist über ein Verbindungselement 29 an einem Tragelement 6 befestigt. Das Tragelement 6 kann eine Normschiene sein und dient dazu das System 1 beispielsweise an einer Deckenversorgungseinheit, an einer Wand oder an einem OP-Tisch zu befestigen. Auch andere Befestigungsmöglichkeiten sind natürlich nicht ausgeschlossen.
-
Selbstverständlich kann die in 4 dargestellte Anordnung auch mit einem Hauptbehälter 2 gemäß 2b gebildet werden.
-
In der Hauptauffangkammer 10 und den Nebenauffangkammern 20, 30, 40 kann ein Gel 27 angeordnet sein, das die Flüssigkeit, die durch den Flüssigkeitseinlass 23 strömt aufnimmt. Das Gel 27 quillt dabei mit zunehmender Flüssigkeitsaufnahme auf und füllt auf diese Weise die jeweilige Auffangkammer 10, 20, 30, 40. Da das Gel 27 eine höhere Viskosität als die aufgenommene Flüssigkeit hat, wird ein Umherschwappen von Flüssigkeit durch das Gel 27 vermieden.
-
Falls der Flüssigkeitspegel in der Hauptauffangkammer 10 soweit ansteigt, dass selbst bei Hinzufügen aller Nebenauffangkammern 20, 30, 40 das Volumen nicht ausreicht, um die gesamte Flüssigkeit aufzunehmen, ist an dem Saugpumpenanschluss 22 ein hydrophobes Membranelement 25 angeordnet, das für Gas durchlässig ist, jedoch eine Barriere für Flüssigkeit darstellt. Sobald die Flüssigkeit das hydrophobe Membranelement 25 erreicht, kann keine weitere Flüssigkeit mehr in das System 1 aufgenommen werden, da die Flüssigkeit den Gasdurchfluss durch das hydrophobe Membranelement 25 blockiert.
-
Zum Schutz vor Bakterien und Viren ist an dem Saugpumpenanschluss 22 ein Filterelement 24 vorgesehen, das als Bakterien- und Virenfilter ausgebildet ist. Bakterien und Viren, die losgelöst von der Flüssigkeit von dem Unterdruck der Pumpe in den Saugpumpenanschluss 22 angesaugt werden, werden in dem Bakterien- und Virenfilter 24 herausgefiltert. Damit wird eine Kontamination des Saugpumpenanschlusses 22 und der nachfolgenden Pumpstufen mit Bakterien oder Viren vermieden.
-
Das System 1 kann beispielsweise aus Polypropylen (PP) oder Polyethylen (PE) hergestellt werden. Dies sind hygienische Materialien, die leicht sind und bei Wandstärken von 1 mm bis 2 mm bei einem Absaugdruck von 950 mbar ausreichend stabil sind.
-
Die Nebenbehälter 3, 4, 5 können baugleich ausgeführt werden. Dies vereinfacht die Herstellung und die Bedienung des Systems 1.
-
Die Hauptauffangkammer 10 kann beispielsweise ein Auffangvolumen von 700 ml bis 1000 ml aufweisen. In diesem Bereich der Auffangvolumina sind die Evakuierungszeiten noch kurz und das Gewicht eines vollen Hauptbehälters 2 noch handhabbar.
-
Die Nebenauffangkammern 20, 30, 40 können ein Volumen von 550 ml bis 800 ml aufweisen.
-
Bezugszeichenliste
-
- 1
- System zum Auffangen von Flüssigkeit
- 2
- Hauptbehälter
- 3
- erster Nebenbehälter
- 4
- zweiter Nebenbehälter
- 5
- dritter Nebenbehälter
- 6
- Tragelement
- 7
- Bodenelement der Hauptauffangkammer
- 10
- Hauptauffangkammer
- 11
- erster Hauptkanalabschnitt
- 12
- zweiter Hauptkanalabschnitt
- 13
- dritter Hauptkanalabschnitt
- 14
- erstes wasserlösliches Verschlusselement
- 15
- zweites wasserlösliches Verschlusselement
- 16
- drittes wasserlösliches Verschlusselement
- 17
- erstes Sperrelement
- 18
- zweites Sperrelement
- 19
- drittes Sperrelement
- 20
- erste Nebenauffangkammer
- 21
- erster Nebenkanalabschnitt
- 22
- Saugpumpenanschluss
- 23
- Flüssigkeitseinlassöffnung
- 24
- Viren- und Bakterienfilter
- 25
- hydrophobes Membranelement
- 26
- Halteelement
- 27
- Gel
- 28
- Befestigungselement
- 29
- Verbindungselement
- 30
- zweite Nebenauffangkammer
- 31
- erstes Überlaufkantenelement
- 32
- zweites Überlaufkantenelement
- 33
- drittes Überlaufkantenelement
- 34
- viertes wasserlösliches Verschlusselement
- 35
- erster Kanal
- 36
- zweiter Kanal
- 37
- dritter Kanal
- 38
- zweiter Nebenkanalabschnitt
- 39
- dritter Nebenkanalabschnitt
- 40
- dritte Nebenauffangkammer