DE102017220249A1 - Vorrichtung und Verfahren zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahls, sowie eine Telematikeinheit - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahls, sowie eine Telematikeinheit Download PDFInfo
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Abstract
Vorrichtung (1) zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahles, mit einer Steuereinheit (15), einer ersten Kommunikationseinheit (10), welche Daten mit mindestens einem mit dem Bussystem verbundenen Steuergerät (14, 15, 16) über das Bussystems (12) eines Fahrzeuges (2) austauschen kann, und einer zweiten Kommunikationseinheit (20), welche Daten mit einer externen Recheneinheit (22) austauschen kann. Die erste Kommunikationseinheit (10) hält das Bussystem und/oder die Steuergeräte (14, 15, 16) wach, wenn ein Fahrzeugdiebstahl detektiert wurde.
Description
- Stand der Technik
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahls, sowie eine Telematikeinheit nach dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche 1, 5 und 6.
- Aus der
DE 10 2014 204 762 A1 ist eine Telematiksystem mit einer Telematikeinheit bekannt, die zur Nachrüstung in einem Fahrzeug, beispielsweise mittels einer OBD-Schnittstelle, vorgesehen ist. Das Telematiksystem dient zur Fernsteuerung und zur Beeinflussung von Fahrzeugfunktionen wenigstens eines Fahrzeugs und zur Erfassung von Fahrzeugdaten des wenigstens einen Fahrzeugs durch ein drahtloses Kommunikationsnetz, umfassend eine Telematikzentrale und wenigstens ein mit einer solchen Telematikeinheit nachgerüstetes Fahrzeug. - Der Einsatz von Telematikeinheiten im Fahrzeug bietet die Möglichkeit fahrzeugrelevante Daten auszulesen und verschiedene Funktionen (z.B. Infos zum Kilometerstand, anstehenden Service, Fahrzeugprobleme) für den Betreiber z.B. Flottenmanager oder Versicherungen zu ermöglichen.
- Offenbarung der Erfindung
- Vorteile der Erfindung
- Die erfindungsgemäße Vorrichtung, das Verfahren, sowie die Telematikeinheit zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahls mit den Merkmalen gemäß der unabhängigen Ansprüche hat den Vorteil, dass im Falle eines gestohlenen Fahrzeuges die Nutzung des Fahrzeuges dadurch erschwert wird, die Vorrichtung oder die Telematikeinheit so betrieben wird, dass das Bussystem im Fahrzeug und vor allem die am Bussystem angeschlossenen Steuergeräte ständig wach gehalten werden. Dadurch wird permanent Strom aus der Batterie gezogen und es kommt zu einer forcierten Entladung der Batterie. Ein Starten des Fahrzeuges zu Beispiel nach einer Übernachtung ist nicht mehr ohne fremde Hilfe möglich. So wird die Flucht eines möglichen Diebes erschwert.
- In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens angegeben.
- Es ist von Vorteil, wenn eine erste Kommunikationseinheit das Bussystem wach hält, indem in einem erhöhten Maß Daten mit dem am Bussystem angeschlossenen Steuergeräten ausgetauscht werden, da dies einen permanenten Strombedarf erzeugt. Ein Austausch von Daten im erhöhten Maß findet statt, wenn mehr Daten ausgetauscht werden, als im Standardbetrieb der Vorrichtung oder Telematikeinheit benötigt werden. Im Standardbetrieb der Vorrichtung werden fahrzeugrelevante Daten ausgelesen, wie zum Beispiel Informationen zum Kilometerstand, anstehende Servicetermine oder Fahrzeugprobleme. Ein Austausch von Daten im erhöhten Maß bewirkt einen signifikant höheren Stromverbrauch. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Stromverbrauch sogar etwa 30-mal so hoch ist, wie der Stromverbrauch im Standardbetrieb der Vorrichtung.
- Eine Trackingeinheit, welche Informationen über einen Aufenthaltsort liefern, ist vorteilhaft, da über diese Trackingeinheit der Zustand des Fahrzeugdiebstahls detektierbar ist. Liefert die Trackingeinheit Informationen über einen Aufenthaltsort des Fahrzeuges, welcher nicht mit einem vorgegebenen Aufenthaltsort bzw. vom Fahrer gewünschten Aufenthaltsort übereinstimmt, kann von einem Fahrzeugdiebstahl ausgegangen werden. Der Fahrer kann so Informationen zum Aufenthaltsort seines Fahrzeuges erhalten.
- Es ist von Vorteil, wenn die Vorrichtung ein eigenständiges Bauteil ist, welches an eine Schnittstelle es Fahrzeuges, insbesondere eine OBD-Buchse, anschließbar ist, da dies die Möglichkeit eröffnet auch ältere Fahrzeuge nachträglich mit dieser Funktionalität bzw. Vorrichtung auszurüsten. Ein weiterer Vorteil ergibt sich, wenn die Telematikeinheit nicht sofort als installiertes Zusatzgerät erkennbar ist (z.B. Installation versteckt hinter Armarturbrett etc.)
- Ausführungsbeispiele
- Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
- Es zeigen:
-
1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung und -
2 ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens. - Ausführungsformen der Erfindung
- Die
1 zeigt eine Vorrichtung1 zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahles, mit einer Steuereinheit15 , einer Trackingeinheit5 und einer ersten Kommunikationseinheit10 . Die erste Kommunikationseinheit10 kann Daten mit mindestens einem Bussystem12 eines Fahrzeuges2 austauschen. - Das Bussystem
12 befindet sich innerhalb des Fahrzeuges2 und ist mit mehreren Steuergeräten14 ,15 ,16 verbunden. Die Steuergeräte14 ,15 ,16 können Daten vom Bussystem12 empfangen und Daten an das Bussystem12 senden. Die Steuergeräte14 ,15 ,16 werden z.B. zur Motorsteuerung benötigt, können aber auch Komfortsysteme wie Fahrerassistenzsysteme ansteuern. Über Diagnosefunktionen, welche über das Bussystem12 an die Steuergeräte14 ,15 ,16 gesendet werden, kann eine Diagnose einzelner oder mehrerer Fahrzeugkomponenten durchgeführt werden. - Mit Hilfe der Daten, die auf das Bussystem
12 gesendet werden, können die Steuergeräte14 ,15 ,16 untereinander oder mit Geräten, die an das Bussystem12 angeschlossen sind, kommunizieren. - Die Vorrichtung
1 kann ein eigenständiges Bauteil sein, welches an eine Schnittstelle21 des Fahrzeuges2 , insbesondere eine OBD-Buchse des Fahrzeuges2 anschließbar ist. Das eigenständige Bauteil kann ein OBD-Dongel oder eine Telematikeinheit30 sein, welche an die OBD-Buchse des Fahrzeuges2 angeschlossen wird. - Um eine Kommunikation mit einer externen Recheneinheiten
22 zu ermöglichen, weist die Vorrichtung1 eine zweite Kommunikationseinheit20 auf, welche für eine kabellose oder eine kabelgebundene Kommunikation mit einer externen Recheneinheit22 ausgebildet ist. Dies ermöglicht der externen Recheneinheit22 Daten aus dem Fahrzeug2 auszulesen oder einzuspeisen und für Diagnosezwecke, die Ansteuerung von Steuergeräten14 ,15 ,16 , oder beispielsweise ein Flottenmanagement zu nutzen. - Die Vorrichtung
1 kann einen Fahrzeugdiebstahl erschweren, indem die erste Kommunikationseinheit10 das Bussystem12 wach hält, wenn ein Fahrzeugdiebstahl detektiert wurde. Eine Möglichkeit das Bussystem12 wach zu halten ist ein Austausch von Daten in einem erhöhten Maß. Hierbei können Informationen und Abfragen durch die Vorrichtung an das Bussystem12 gesendet werden, welche logisch keinerlei Sinn machen, aber die Steuergeräten14 ,15 ,16 so stark beschäftigen, dass ein erhöhter Strombedarf vorliegt. - Die Trackingeinheit
5 liefert Informationen über einen Aufenthaltsort der Vorrichtung1 oder der Telematikeinheit30 , so dass auch indirekt der Aufenthaltsort des Fahrzeuges2 bestimmt wird in dem die Vorrichtung eingebaut ist. - Die Informationen über den Aufenthaltsort können beispielsweise GPS-Daten oder anderer Sensoren/Signale (Inertialsensorik/Umfeldsensorik) liefern. Ein Benutzer kann einen vorher bestimmten Bereich definieren, in dem sich das Fahrzeug
2 aufhalten darf. Findet eine Überschreitung des vorher bestimmten Bereiches statt, welches beispielsweise anhand der GPS-Daten bestimmt werden kann, so kann der Zustand des Fahrzeugdiebstahls detektiert werden. - Über die zweite Kommunikationseinheit
20 können auch Daten empfangen werden, welche über den Zustand des Fahrzeugdiebstahls informieren, so dass durch die Steuereinheit15 die erste Kommunikationseinheit10 zum erhöhten Datenaustausch angesteuert wird. -
2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahls. - Im Verfahrensschritt
30 empfängt die zweite Kommunikationseinheit20 Daten. Diese Daten können entweder kabellos oder kabelgebunden an durch eine Recheneinheit22 die zweite Kommunikationseinheit20 gesendet werden. Diese Daten enthalten Informationen, ob ein Fahrzeugdiebstahl stattgefunden. Die Recheneinheit22 kann zu einem Rechner eines Rechenzentrums gehören, welches durch Fahrzeugbesitzer über Diebstähle informiert wird oder eine mobile Recheneinheit22 eines Fahrzeugbesitzers sein, welche direkten Kontakt mit der zweiten Kommunikationseinheit20 aufnimmt. - Im Verfahrensschritt
50 werden durch eine Trackingeinheit5 Informationen über einen Aufenthaltsort der Vorrichtung1 bzw. der Telematikeinheit30 und damit indirekt über das Fahrzeug2 bereitgestellt. - Die im Verfahrensschritt
30 oder50 empfangenen Daten werden weiter an die Steuereinheit15 geleitet, welche im Verfahrensschritt100 entscheidet, ob ein Fahrzeugdiebstahl stattgefunden hat. - Stammen die empfangenen Daten aus dem Verfahrensschritt
50 , so wird berechnet, ob sich das Fahrzeug2 noch innerhalb eines zulässigen Bereiches befindet, ansonsten wird der Zustand eines Fahrzeugdiebstahls detektiert. - Stammen die empfangenen Daten aus dem Verfahrensschritt
30 , so wird geprüft, ob es sich um den Zustand eines Fahrzeugdiebstahls handelt. - Falls ein Fahrzeugdiebstahl vorliegt, wird im Verfahrensschritt
200 die erste Kommunikationseinheit10 so angesteuert, dass das Bussystem12 des Fahrzeuges2 wach gehalten wird. Hierbei werden in einem erhöhten Maß Daten mit dem Bussystem12 ausgetauscht, so dass ein erhöhter Stromverbrauch im Bussystem12 entsteht. Dieser erhöhte Stromverbrauch sollte zu einer vollständigen Entleerung der Batterie führen, wenn das Fahrzeug abgestellt ist und somit die Batterie nicht permanent nachgeladen wird, so dass sich das Fahrzeug2 nichtmehr fortbewegen lässt. - In einem weiteren optionalen Verfahrensschritt
300 können Informationen über den momentanen Aufenthaltsort der Vorrichtung1 bzw. der Telematikeinheit30 und damit indirekt über das Fahrzeug2 über die zweite Kommunikationseinheit20 an die externe Recheneinheit22 gesendet werden. - ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
- Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
- Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102014204762 A1 [0002]
Claims (10)
- Vorrichtung (1) zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahles, mit einer Steuereinheit (15), einer ersten Kommunikationseinheit (10), welche Daten mit mindestens einem Bussystems (12) eines Fahrzeuges (2) austauschen kann, und einer zweiten Kommunikationseinheit (20), welche Daten mit einer externen Recheneinheit austauschen kann, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kommunikationseinheit (10) das Bussystem (12)_und angeschlossene Steuergeräte (14, 15, 16) wach hält, wenn ein Fahrzeugdiebstahl detektiert wurde.
- Vorrichtung (1) nach
Anspruch 1 , wobei die erste Kommunikationseinheit (10) das Bussystem (12) wach hält, indem in einem erhöhten Maß Daten mit dem Bussystem (12) und/oder mit den Steuergeräten (14, 15, 16) ausgetauscht werden. - Vorrichtung (1) nach
Anspruch 1 , wobei durch eine Trackingeinheit (5), welche Informationen über einen Aufenthaltsort liefern, der Zustand des Fahrzeugdiebstahls detektierbar ist. - Vorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Vorrichtung (1) ein eigenständiges Bauteil ist, welches an eine Schnittstelle (21) des Fahrzeuges (2), insbesondere eine OBD-Buchse, anschließbar ist.
- Telematikeinheit (30), dadurch gekennzeichnet, dass die Telematikeinheit (30) eine Vorrichtung (1) nach einem der
Ansprüche 1 bis4 aufweist. - Verfahren zur Erschwerung eines Fahrzeugdiebstahles, mit einer Telematikeinheit (30) nach
Anspruch 5 , dadurch gekennzeichnet, dass die Telematikeinheit (30) ein Bussystem (12) eines Fahrzeuges wach hält, wenn ein Fahrzeugdiebstahl detektiert wurde. - Verfahren nach
Anspruch 6 , wobei die erste Kommunikationseinheit (10) das Bussystem (12) wach hält, indem in einem erhöhten Maß Daten mit dem Bussystem (12) und/oder mit den Steuergeräten (14, 15, 16) ausgetauscht werden. - Verfahren nach
Anspruch 6 oder7 , wobei durch den Datenaustausch zwischen der erster Kommunikationseinheit (10) und dem Bussystem (12) ein erhöhter Stromverbrauch des Bussystems (12) und/oder der Steuergeräte (14, 15, 16) entsteht. - Verfahren nach
Anspruch 6 ,7 oder8 , wobei über die zweite Kommunikationseinheit (20) Daten empfangen werden, welche über den Zustand des Fahrzeugdiebstahls informieren. - Verfahren nach einem der
Ansprüche 6 bis9 , wobei durch Daten einer Trackingeinheit (5), welche Informationen über einen Aufenthaltsort liefern, der Zustand des Fahrzeugdiebstahls detektiert wird.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE102014204762A1 (de) | 2014-03-14 | 2015-09-17 | Sixt Gmbh & Co. Autovermietung Kg | Telematiksystem, Telematikeinheit und Verfahren zur Fernsteuerung oder Beeinflussung von Fahrzeugfunktionen und zur Erfassung von Fahrzeugdaten |
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| DE19944177A1 (de) * | 1999-09-15 | 2001-04-12 | Daimler Chrysler Ag | Fahrzeugdatenbussystem mit Ortungsmitteln |
| DE102016207178A1 (de) * | 2016-04-27 | 2017-11-02 | Robert Bosch Gmbh | Diagnosevorrichtung und Verfahren zur Filterung von Diagnosekommandos |
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2017
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Patent Citations (1)
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| DE102014204762A1 (de) | 2014-03-14 | 2015-09-17 | Sixt Gmbh & Co. Autovermietung Kg | Telematiksystem, Telematikeinheit und Verfahren zur Fernsteuerung oder Beeinflussung von Fahrzeugfunktionen und zur Erfassung von Fahrzeugdaten |
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| WO2019096712A1 (de) | 2019-05-23 |
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