-
Die Erfindung betrifft eine frequenzselektive Dämpfventileinrichtung gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
-
Die
DE 10 2016 217 113 A1 beschreibt eine frequenzselektive Dämpfventileinrichtung mit einem Steuertopf, der einen Steuerraum bildet, in dem ein Steuerkolben axial beweglich gegen eine Federanordnung verschiebbar gelagert ist. Der Steuerkolben und der Steuertopf begrenzen einen Steuerraum, der über einen Versorgungskanal mit Dämpfmedium aus einem Arbeitsraum gespeist wird. Bei einer hochfrequenten Anregung der Dämpfventileinrichtung kann sich im Steuerraum kein Staudruck aufbauen, der zu einer Axialbewegung des Steuerkolbens gegen die Federanordnung und damit gegen eine Ventilscheibe eines Dämpfventils führt. Folglich liegt bei einer hochfrequenten Anregung eines Schwingungsdämpfers mit einem derartigen Dämpfventileinrichtung, d. h. ein schneller Druckaufbau und ein Druckabbau im Wechsel im Versorgungskanal ein geringeres Druckniveau im Steuerraum an und bei einer niederfrequenten Anströmung liegt ein hohes Druckniveau an, wobei das Druckniveau auch immer direkt mit der Dämpfkraft des Dämpfventils verknüpft ist.
-
Der Steuerkolben übt damit eine zusätzliche Schließkraft auf die Ventilscheibe des Dämpfventils aus. Damit ein Druckabbau im Steuerraum stattfinden kann, verfügt der Steuerkolben über eine Ablaufdrossel, die den Steuerraum mit dem angrenzenden Arbeitsraum verbindet.
-
Dieses Bauprinzip und damit auch die gesamte Dämpfventileinrichtung erreicht seine funktionale Grenze, wenn eine Einströmung in den Steuerraum erfolgt und sich der Steuerkolben schon zumindest nahe der maximalen Verschiebung und damit Vorspannung der Ventilscheibe befindet und ein weiteres Schwingungsereignis eintritt.
-
Dann erreicht die Dämpfkraft der Dämpfventileinrichtung ein Niveau, das als eine massive Komfortbeeinträchtigung in einem Fahrzeug spürbar ist und zudem die Dämpfventileinrichtung hoch belastet.
-
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, für das beim Stand der Technik bekannte Problem eine Verbesserung zu erreichen.
-
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, indem der Steuerraum mit einem Druckbegrenzungsventil ausgeführt ist, das bei Erreichen eines vorbestimmten maximalen Druckniveaus im Steuerraum öffnet.
-
Es wird dadurch eine Spitzenbelastung der Dämpfventileinrichtung vermieden. Vielmehr kann man über den Öffnungspunkt des Rückschlagventils eine noch komfortablere maximale Dämpfkraft der Dämpfventileinrichtung definieren.
-
Bevorzugt ist das Druckbegrenzungsventil mit dem Steuerkolben verbunden. Damit wird das Druckbegrenzungsventil mit den Bauteilen verknüpft, die ursächlich für das zugrundeliegende Problem sind. Folglich müssen an konventionellen Bauteilen der Dämpfventileinrichtung keinerlei Änderungen vorgenommen werden.
-
Bei einer Ausführungsform umfasst das Druckbegrenzungsventil ein Gehäuse, in dem ein Schließkörper und eine Schließfeder angeordnet sind. Das Gehäuse wird beispielsweise in den Ablaufkanal des Steuerkolbens eingesetzt. Der für das Druckbegrenzungsventil notwendige Bauraum ist minimal.
-
Bei einer Alternativlösung wird eine Ausgangsöffnung des Ablasskanals von mindestens einer Ventilscheibe zumindest teilweise abgedeckt. Man kann mit einer Ventilscheibe auch mehrere Ablasskanäle nutzen, so dass die Bandbreite bei der Auslegung des Druckbegrenzungsventils sehr groß ist.
-
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist der Steuerkolben mehrteilig ausgeführt und ein Klemmring bildet einen Anschlag für die Ventilscheibe des Druckbegrenzungsventils. Durch den Einsatz des Klemmrings kann weiterhin ein einfacher Steuerkolben verwendet werden, insbesondere ein Steuerkolben aus einem Kunststoff.
-
Insbesondere bei einem Steuerkolben aus Kunststoff besteht die Aufgabe, wie ein Klemmring zu befestigen ist. Bei einer ausreichend großen Klemmfläche und moderaten Haltekräften kann der Klemmring direkt mit dem Steuerkolben verbunden sein. Wenn diese Bedingungen jedoch nicht vorliegen, dann ist es vorteilhaft, wenn der Steuerkolben einen Trägerring für den Klemmring aufweist. Der Trägerring schafft eine Verbindungsfläche für den Klemmring. Der Trägerring kann z. B. über ein Formschlussprofil mit dem Steuerkolben verbunden sein oder auch eine reine kraftschlüssige Verbindung eingehen.
-
Gemäß einem vorteilhaften Unteranspruch weist der Steuerkolben eine erste Sitzfläche für eine Ventilscheibe einer Federanordnung und eine zweite axial beabstandete Sitzfläche für die mindestens eine Ventilscheibe des Druckbegrenzungsventils auf. Mit der axialen Trennung zwischen den Funktionsbereichen können beide Funktionsbereiche jeweils optimiert ausgestaltet werden. Es besteht beispielsweise keine Abhängigkeit zwischen der Federanordnung und der Ventilfunktion des Druckbegrenzungsventils.
-
Im Hinblick auf eine maximale Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche am Steuerkolben weist die Ventilscheibe Aussparungen auf, in die die Sitzfläche für die Ventilscheibe der Federanordnung eingreift. Folglich kann die Ventilscheibe radial abschnittsweise größer dimensioniert werden, im Vergleich zu einer Ventilscheibe mit einem konstanten Außendurchmesser.
-
Zusätzlich zur Wirkung des Druckbegrenzungsventils kann vorgesehen sein, dass der Steuerkolben von einer Rückstellfeder, die unabhängig ist von der Federanordnung, in Richtung eines Bodens des Steuerraums belastet wird. Der Vorteil besteht darin, dass die Dimensionierung der Rückstellfeder unabhängig ist von dem Betriebspunkt des Druckbegrenzungsventils und der Federcharakteristik der Federanordnung. Die Federanordnung bestimmt das grundsätzliche Betriebsverhalten der Dämpfventileinrichtung. Wenn dann ein gewünschtes Betriebsverhalten der Dämpfventileinrichtung erreicht ist, aber das Rückstellverhalten des Steuerkolbens nicht ausreicht, dann kann die Rückstellfeder den erforderlichen Kraftanteil beisteuern.
-
Grundsätzlich kann diese Dämpfventileinrichtung sowohl als ein Kolbenventil wie auch als Bodenventil eines Schwingungsdämpfers eingesetzt werden.
-
Anhand der folgenden Figurenbeschreibung soll die Erfindung näher erläutert werden.
-
Es zeigt:
- 1 Ausschnitt eines Schwingungsdämpfers
- 2 Steuerkolben nach 1 als Einzelteil
- 3 Druckbegrenzungsventil als Einzelteil
- 4 Schnittdarstellung zur 3
- 5 Alternativvariante zur 1
- 6 Steuerkolben mit Druckbegrenzungsventil
- 7 Steuerkolben nach 5 als Einzelteil
- 8 Ventilscheibe nach 6 als Einzelteil
- 9 - 12 Alternativvariante zur 6
-
Die 1 zeigt einen Ausschnitt eines Schwingungsdämpfers 1, wobei sich der Ausschnitt auf einen Abschnitt eines Zylinderrohres 3 beschränkt. Das Zylinderrohr 3 kann Bestandteil eines Einrohr- oder auch eines an sich bekannten Zweirohr-Schwingungsdämpfers sein. Eine Dämpfventileinrichtung 5 an einer Kolbenstange 7 ist axial beweglich in dem Zylinderrohr 3 angeordnet. Grundsätzlich kann die Dämpfventileinrichtung auch als ein Bodenventil eingesetzt werden.
-
Die Dämpfventileinrichtung 5 umfasst einen Dämpfventilkörper 9 mit mindestens einem Durchtrittskanal 11; 13 pro Bewegungsrichtung der Kolbenstange 7. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Dämpfventilkörper 9 auf einem Kolbenstangenzapfen 15 als Funktionsabschnitt der Kolbenstange 7 aufgefädelt.
-
Eine Austrittsöffnung 17 des mindestens einen Durchtrittskanals 11 wird von mindestens einer Ventilscheibe 19 zumindest teilweise abgedeckt. In diesem Fall wird ein aus mehreren Ventilscheiben 19 bestehendes Scheibenpaket am Innendurchmesser von dem Kolbenstangenzapfen 15 geführt. Ebenfalls ausgehend vom Innendurchmesser erstreckt sich eine kreisringförmige Spannfläche 21, an der eine Spannhülse 23 angreift, die im Zusammenwirken mit einer Kolbenmutter 25 das Scheibenpaket 19 am Dämpfventilkörper 9 fixiert. Die Ventilscheiben 19 des Scheibenpakets sind elastisch ausgeführt. Die Ventilscheibe 19 bildet mit den Austrittsöffnungen 17 der Durchtrittskanäle ein Dämpfventil (26).
-
Auf einer dem Dämpfventilkörper 9 abgewandten Seite der Ventilscheibe 19 ist ein Distanzring 27 angeordnet, der mit einer Federanordnung 29 zusammenwirkt. Die Federanordnung 29 umfasst zwei durch einen Trennring 31 beabstandete Scheibenfedern 33; 35, die ggf. auch als Scheibenfederpakete ausgeführt sein können. Eine erste Scheibenfeder 33 bzw. ein erstes Scheibenfederpaket stützt sich einerseits mit einem Außendurchmesser an dem Distanzring 27 und mit einem Innendurchmesserbereich an dem Trennring 31 ab. Eine zweite Scheibenfeder 35 bzw. ein zweites Scheibenfederpaket liegt ebenfalls mit einem Innendurchmesserbereich an dem Trennring 31 an und mit einem Außendurchmesserbereich auf mindestens einer Sitzfläche 37 eines Steuerkolbens 39 auf.
-
Der Steuerkolben 39, der bevorzugt aus einem Kunststoff gefertigt ist, ist in einem Steuertopf 41 axial beweglich geführt und ist Bestandteil der Dämpfventileinrichtung 5. Der Steuertopf 41 ist zum Dämpfventilkörper 9 ausgerichtet und verfügt über einen kreisringförmigen Boden 43, über den der Steuertopf 41 zwischen der Spannhülse 23 und der Kolbenmutter 25 verspannt ist. Damit bilden der Dämpfventilkörper 9, die mindestens eine Ventilscheibe 19, die Spannhülse 23, der Boden 43 des Steuertopfs 41 und die Kolbenmutter 25 eine Verspannungskette.
-
Der Steuertopf 41, eine in Richtung des Bodens 43 des Steuertopfs 41 ausgerichtete Deckseite des Steuerkolbens 39 und ein variabler Längenabschnitt der Spannhülse 23 begrenzen einen Steuerraum 45, der über eine Ringdichtung 47 in einer äußeren Mantelfläche des Steuerkolbens 39 gegen Leckagen abgedichtet ist.
-
Der Steuerkolben 39 wird optional von mindestens einer Rückstellfeder 47, die sich an einem Absatz 49 der Spannhülse 23 abstützt, unabhängig von der Vorspannung der Federanordnung 29 in Richtung des Bodens 43 belastet. In diesem Fall wird die Rückstellfeder 47 von einer geschirmten Tellerfeder gebildet. Alternative Varianten sind selbstverständlich möglich.
-
In einer Mantelfläche 51 des Kolbenstangenzapfens 15 ist mindestens eine Axialnut als eine Strömungsverbindung 53 zwischen einem Arbeitsraum 55 des Schwingungsdämpfers und dem Steuerraum 45 ausgeführt. Alternativ kann die Strömungsverbindung auch eine Axialbohrung in Kombination mit ggf. Radialkanälen ausgeführt sein. In der Spannhülse 23 sind zwei Durchmessererweiterungen 57; 59 eingearbeitet, die als Sammelräume dienen, um eine definierte Ausrichtung des Steuerkolbens 39 bzw. des Steuerraums 45 zur Strömungsverbindung überflüssig werden zu lassen. In der Strömungsverbindung 53 kann noch eine Zulaufdrossel 61, z. B. in der Form einer stirnseitigen Kerbe in der Spannhülse 23, vorgesehen sein.
-
Im Steuerkolben 39 ist ein Ablaufkanal 63 eingearbeitet, der den Steuerraum 45 mit einem kolbenstangenfernen Arbeitsraum 65 des Zylinderrohres 3 verbindet. Der Ablaufkanal 63 kann eine Ablaufdrossel 67 aufweisen. Zusätzlich ist der Steuerraum 45 mit einem Druckbegrenzungsventil 69 ausgeführt, das bei Erreichen eines vorbestimmten maximalen Druckniveaus im Steuerraum 45 öffnet. In dieser Variante ist das Druckbegrenzungsventil 69 mit dem Steuerkolben 39 verbunden. Dafür umfasst das Druckbegrenzungsventil 69 ein Gehäuse 71, das in einen zusätzlichen Ablaufkanal des Steuerkolbens 39 eingepresst oder auch eingeschraubt ist. In dem Gehäuse 71 sind ein Schließkörper 73 und eine Schließfeder 75 angeordnet. Die 3 zeigt eine äußere Ansicht des Druckbegrenzungsventils 69 und 4 eine Schnittdarstellung des Druckbegrenzungsventils 69.
-
Das Gehäuse 71 des Druckbegrenzungsventils 69 umfasst einen ringförmigen Boden 77 mit einer Durchgangsöffnung 79, die an den Ablaufkanal 72 angeschlossen ist. Innenseitig verfügt der Boden 72 über eine Ventilsitzfläche 81 für den Schließkörper 73, der von einer Schließfeder 75 in Schließrichtung vorgespannt wird. Im Gehäuse 71 ist eine Radialöffnung 83 ausgeführt, die an einen Radialkanal 85 im Steuerkolben 39 angeschlossen ist (1).
-
Wie man aus der Zusammenschau der 1 und 2 erkennen kann, ist das Gehäuse 71 des Druckbegrenzungsventils 69 im Umfangsbereich der erhabenen Stützfläche 37 für die Ventilscheibe 19 der Federanordnung 29 angeordnet. Insgesamt werden mehrerer erhabener Sitzflächen 37 verwendet, um eine gleichmäßige Abstützung der Federanordnung 29 auf dem Steuerkolben 39 zu erreichen. Des Weiteren ist in der 2 die Ablaufdrossel 67 dargestellt, die in einem Radialkanal 87 zwischen den erhabenen Sitzflächen 37 mündet.
-
Bei einer Bewegung des Dämpfventilkörpers 9 in Richtung des kolbenstangenseitigen Arbeitsraums 55 wird Dämpfmedium aus diesem Arbeitsraum in den Durchtrittskanal 11 verdrängt. Der an der Austrittsöffnung 17 anstehende Betriebsdruck übt auf die Ventilscheibe 19 eine Abhubbewegung von einer Ventilsitzfläche 89 des Dämpfventilkörpers 9 aus. Aufgrund der Einspannung in Verbindung mit der Eigenelastizität der Ventilscheibe 19 wirkt eine Schließkraft. Diese Schließkraft wird von einer zweiten Schließkraft, ausgehend von der Federanordnung 29 unterstützt.
-
Die zweite Schließkraft ist abhängig von dem Druckniveau im Steuerraum 45, da der Druck im Steuerraum 45 eine Druckkraft auf den Steuerkolben 39 gegen die Federanordnung 29 ausübt, die dadurch stärker vorgespannt wird. Der Steuerraum 45 wird bei der besagten Bewegung des Dämpfventilkörpers über die Strömungsverbindung 53 ebenfalls befüllt. Die Befüllung ist aber abhängig von der Frequenz der Anregung auf den Dämpfventilkörper 9.
-
Bei einer kurzhubigen hochfrequenten Anregung kann sich aufgrund der Trägheit des Dämpfmediums innerhalb der Strömungsverbindung 53 kein signifikanter Druck im Steuerraum 45 aufbauen. Folglich wird der Steuerkolben 39 nicht gegen die Federanordnung 29 verschoben und kann damit auch keine erhöhte zweite Schließkraft auf die Ventilscheibe 19 bewirken. Es liegt damit eine komfortable Dämpfventilcharakteristik der Dämpfventileinrichtung 5 vor.
-
Im Gegensatz dazu baut sich bei einer niederfrequenten Anregung im Steuerraum 45 ein Druckniveau auf, das eine zweite Schließkraft bewirkt. Die Ablaufdrossel 67 im Ablaufkanal 63 führt zu einer definierten Druckkraftkennlinie des Steuerkolbens 39. Versuche haben jedoch gezeigt, dass die zweite Schließkraft sehr stark anwachsen kann. Wenn man die Ablaufdrossel 67 jedoch einfach nur größer dimensionieren würde, könnte sich kaum eine zweite Schließkraft aufbauen. Um diesen technischen Widerspruch zu lösen, wird das Druckbegrenzungsventil 69 eingesetzt, das den Druck im Steuerraum 45 und damit auch die zweite Schließkraft begrenzt. Des Weiteren setzt die Wirkung der Rückstellfeder 47 auf den Steuerkolben 39 ein, wobei die technischen Elemente der Rückstellfeder 47 und des Druckbegrenzungsventils 69 unabhängig voneinander eingesetzt werden können.
-
Wenn das Druckbegrenzungsventil öffnet, dann kann Dämpfmedium über den Ablaufkanal und das Druckbegrenzungsventil in den Radialkanal und weiter in den kolbenstangenfernen Arbeitsraum fließen.
-
Die 5 bis 8 zeigen eine Dämpfventileinrichtung 5 basierend auf dem Konstruktionsprinzip nach 1. Der Unterschied besteht in der Ausgestaltung des Druckbegrenzungsventils 69.
-
Wie die Zusammenschau der 5 und 6 erklärt, verfügt das Druckbegrenzungsventil 69 über einen Klemmring 91, der einen Anschlag für eine Ventilscheibe 93 des Druckbegrenzungsventils bildet. Die Ventilscheibe 93 weist, wie die 8 zeigt, eine ringförmige Gestalt mit einem konstanten Innendurchmesser und einem konstanten Außendurchmesser auf. Der Außendurchmesser der Ventilscheibe 93 ist kleiner dimensioniert, als ein Innendurchmesser der erhabenen Sitzflächen 37 für die Federanordnung 29.
-
Bis auf die Ablaufdrossel 67, die von der Ventilscheibe 93 nicht abgedeckt wird, verlaufen auch die Ablaufkanäle 63, deren Austrittsöffnungen von der Ventilscheibe 93 abgedeckt werden, alle innerhalb eines von den Ventilsitzflächen 37 bestimmten Sitzflächenbereichs 95. Damit verfügt der Steuerkolben 39 über eine erste Ventilsitzfläche 37 für die Ventilscheibe 35 der Federanordnung 29 und axial beabstandet dazu über eine zweite Ventilsitzfläche 95 für die Ventilscheibe 93 des Druckbegrenzungsventils 69.
-
In dieser Ausführung ist der Klemmring 91 als ein Winkelring ausgeführt, der direkt in eine Stufenöffnung 97 des Steuerkolbens 39 eingreift (7) und mit einem Radialflansch 99 den Anschlag bzw. die Spannfläche für die Ventilscheibe 93 bildet. Eine innere Mantelfläche 101 des Klemmrings 91 weist einen geringfügigen Abstand zur Spannhülse 23 auf, so dass keine Reibkraft zwischen diesen beiden Bauteilen auftreten kann. Ab einem definierten Druckniveau innerhalb des Steuerraums 45 hebt die Ventilscheibe 93 des Rückschlagventils 69 von der Ventilsitzfläche 95 des Steuerkolbens 39 ab, so dass das im Steuerraum 45 befindliche Dämpfmedium über einen relativ großen Querschnitt und über die Radialkanäle 85 zwischen den erhabenen Sitzflächen 37 abströmen kann.
-
Die Figurengruppe mit den 9 bis 12 zeigt eine Weiterentwicklung der Ausführung nach den 5 bis 8. Der wesentliche Unterschied ist insbesondere in den 10 bis 12 erkennbar. So zeigt die 10, dass ein großer Anteil der Fläche der Austrittsöffnungen der Ablaufkanäle 63, und nicht nur die Ablaufdrossel 67 in den Radialkanälen 85 zwischen den erhabenen Sitzflächen 37 angeordnet sind. Dafür verfügt die Ventilscheibe 93 des Druckbegrenzungsventils 69 über Aussparungen 103, in die die erhabenen Sitzflächen 37 für die Ventilscheiben 93 der Federanordnungen 29 eingreifen. In dieser konkreten Ausführung bilden die Aussparungen am Außendurchmesser der Ventilscheibe 93 eine mäanderförmige Geometrie. Aufgrund der radial nach außen versetzten Austrittsöffnungen der Ablaufkanäle 63 verschieben sich auch die hydraulischen Druckpunkte auf die Ventilscheibe 93, so dass mit dem größeren Hebelarm zur Anspannstelle am Klemmring 91 schon bei geringen Druckkräften eine Abhubbewegung einsetzten kann oder umgekehrt für die Ventilscheibe 93 eine größere Materialstärke eingesetzt werden kann, wodurch die Haltbarkeit des Druckbegrenzungsventils 69 zunimmt. Die Funktion des Druckbegrenzungsventils 69 ist identisch zu der Beschreibung nach den 5 bis 8.
-
Des Weiteren soll mit der 9 ein weiteres konstruktives Merkmal erklärt werden, nämlich der Einsatz eines Trägerrings 105 im Steuerkolben 39. Im linken Halbschnitt der 9 ist ein Trägerring 105 dargestellt, der in die Stufenöffnung 97 des Steuerkolbens 39 eingreift. Der Trägerring 105 besteht wie auch der Klemmring 91 aus einem metallischen Werkstoff. Mit dem Trägerring 105 wird die Kontaktfläche mit dem Steuerkolben 39 vergrößert und damit die auftretende Flächenpressung reduziert. Zwischen dem Trägerring 105 und dem Steuerkolben 39 kann eine einfache Pressverbindung aber auch eine Gewindeverbindung vorliegen.
-
Die Funktion des Druckbegrenzungsventils 69 und damit der gesamten Dämpfventileinrichtung 5 entspricht ansonsten der Beschreibung zur Figurengruppe 5 - 8.
-
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Schwingungsdämpfer
- 3
- Zylinderrohr
- 5
- Dämpfventileinrichtung
- 7
- Kolbenstange
- 9
- Dämpfventilkörper
- 11
- Durchtrittskanal
- 13
- Durchtrittskanal
- 15
- Kolbenstangenzapfen
- 17
- Austrittsöffnung
- 19
- Ventilscheibe
- 21
- Spannfläche
- 23
- Spannhülse
- 25
- Kolbenmutter
- 26
- Dämpfventil
- 27
- Distanzring
- 29
- Federanordnung
- 31
- Trennring
- 33
- Scheibenfeder
- 35
- Scheibenfeder
- 37
- Sitzfläche
- 39
- Steuerkolben
- 41
- Steuertopf
- 43
- Boden
- 45
- Steuerraum
- 47
- Rückstellfeder
- 49
- Absatz
- 51
- Mantelfläche
- 53
- Strömungsverbindung
- 55
- Arbeitsraum
- 57
- Durchmessererweiterung
- 59
- Durchmessererweiterung
- 61
- Zulaufdrossel
- 63
- Ablaufkanal
- 65
- Kolbenstangenferner Arbeitsraum
- 67
- Ablaufdrossel
- 69
- Druckbegrenzungsventil
- 71
- Gehäuse
- 72
- Ablaufkanal
- 73
- Schließkörper
- 75
- Schließfeder
- 77
- Boden
- 79
- Durchgangsöffnung
- 81
- Ventilsitzfläche
- 83
- Radialöffnung
- 85
- Radialkanal
- 87
- Radialkanal
- 89
- Ventilsitzfläche
- 91
- Klemmring
- 93
- Ventilscheibe
- 95
- zweite Ventilsitzfläche
- 97
- Stufenöffnung
- 99
- Radialflansch
- 101
- Mantelfläche
- 103
- Aussparung
- 105
- Trägerring
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
-
Zitierte Patentliteratur
-
- DE 102016217113 A1 [0002]