Feuchtwerke für Druckmaschinen sind in verschiedenen
Ausführungen
bekannt. So finden beispielsweise Filmfeuchtwerke Anwendung, bei
denen die Feucht-Aufnahmewalze (die so genannte Tauchwalze) in eine
Wanne eintaucht, das Feuchtmittel aufnimmt und direkt oder indirekt
an die Feucht-Auftragwalze, die ihrerseits mit dem Plattenzylinder
in Wirkverbindung steht, überträgt. Damit
die Feuchtmittelzufuhr ordnungsgemäß erfolgen kann, ist es notwendig,
die Wanne mit einem relativ großen
Volumen an Feuchtmittel zu befüllen.
Um z.B. ein Überlaufen
der Wanne zu vermeiden, darf der Zulauf an frischem/ regeneriertem
Feuchtmittel nur langsam erfolgen, so dass der Austausch des Feuchtmittels
insgesamt sehr lange dauert. Nachteilig bei diesen Verfahren ist
insbesondere auch, dass Verschmutzungen, die aus Farbpartikeln und/oder
Schmiere und/oder Papierstaub bestehen, welche von der Druckplatte
des Plattenzylinders (an dem eine Farbspaltung erfolgt) über die
Feucht-Auftragwalze
auf die Feucht-Aufnahmewalze übertragen
und in das Feuchtmittel geführt/eingespeist
werden. Diese Verunreinigungen haben zur Folge, dass sie, ausgehend von
dem Feuchtmittel, wieder in den Druckprozess eingeführt werden
könnten
oder auch zu Verstopfungen der Wannenableitung führen können.
Ferner ist auch aus der
EP 0 517 462 A ein Feuchtwerk
für Druckmaschinen
bekannt, bei dem seitlich an der Feucht-Aufnahmewalze eine entlang dieser
verlaufende Schiene angeordnet ist mit einem gekurvten Schienen-Bereich,
dessen Radius im Wesentlichen dem Radius der Feucht-Aufnahmewalze entspricht,
und an den sich ein weiterer, nach schräg oben in Drehrichtung der
Aufnahmewalze gerichteter ebener Schienen-Bereich anschließt und diese Schienen-Bereiche
(bzw. Abschnitte) gemeinsam mit der Feucht-Aufnahmewalze eine Rinne
ausbilden, in der, während
die Feucht-Aufnahmewalze mit einer vorbestimmten Geschwindigkeit
rotiert, Feuchtmittel geführt
wird. Oberhalb der Feucht-Aufnahmewalze ist eine weitere Walze wie
z.B. eine Feucht-Auftragwalze oder eine Feucht-Übertragungswalze bzw. eine
Feucht-Dosierwalze angeordnet, wobei die beiden aneinander angrenzenden
Walzen zwischen sich einen Dosierspalt ausbilden, durch den hindurch das
an der Walze anhaftende Feuchtmittel dosiert geführt wird. Infolge Drehens der
beiden aneinander angrenzenden Walzen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
bildet sich in bzw. vor dem Dosierspalt eine Feuchtmittel-Flotte.
Zwischen der Feucht-Auftragwalze und der an dieser verlaufenden Schiene
ist eine im Querschnitt trichterförmige Rinne gebildet, in die
das Feuchtmittel gesteuert eingebracht wird. In Abhängigkeit
von der Füllstandsmenge
des Feuchtmittels in der Rinne wird eine ermittelte Menge an Feuchtmittel
der Rinne zugeführt.
Die Abmessungen hinsichtlich der
Länge der Schiene
und der Breite des Spaltes zwischen der Schiene und der Walze müssen jeweils
in genau vorbestimmter Relation zueinander stehen, damit einerseits
das Feuchtmittel nicht aus dem Spalt entweicht/abfließt und andererseits
der Spalt aber nicht verstopft. Ferner gestaltet sich als besonders
nachteilig bei dieser Lösung,
dass eine aufwändige
Messtechnik eingesetzt werden muss, um die optimale Befeuchtung
des Plattenzylinders zu gewährleisten bzw.
die optimale Menge an Feuchtmittel dem Feuchtwerk zuführen zu
können.
Neben diesen Feuchtwerken sind auch Sprühfeuchtwerke
bekannt. So ist beispielsweise aus der
DE 196 16 198 A1 eine Anordnung
bekannt mit einer Feucht-Auftragwalze, mit einer Feucht-Aufnahmewalze,
mit einer sich über
die Länge
derselben erstreckenden Feuchtmittel-Zufuhrleitung, die ihrerseits Öffnungen
zum Austreten des Feuchtmittels aus dieser und damit zum Bilden
eines Wasservorhangs aufweist, der auf die Feucht-Aufnahmewalze aufgetragen
wird. Ferner ist die Anordnung mit einer Auffangwanne ausgebildet,
in der das überschüssige, von
der Feucht-Aufnahmewalze abtropfende Feuchtmittel hineinlaufen kann.
Nachteilig bei dieser Anordnung ist
insbesondere, dass die beim Feuchtmittel-Auftrag am Farbe führenden
Plattenzylinder auftretenden Farb-Spaltvorgänge zu Ablagerungen der abgespalteten
Farbpartikel auf den Feucht-Walzen führen. Da das nur leicht abtropfende
Feuchtmittel/Wasser nicht alle diese Farbpartikel von der Feucht-Aufnahmewalze
abführt/abspült, kann
sich das aufgesprühte Feuchtmittel,
das an der Feucht-Aufnahmewalze haften bleibt, mit den auf der Walze
verbliebenen Farbpartikeln vermischen/anreichern und damit nachfolgend
auf den Plattenzylinder gelangen. Somit können diese Farbpartikel zurück in den
Druckprozess gelangen, die bei zu hoher Anreicherung im Feuchtmittel
dazu führen,
dass es keinen gleichmäßigen druckformabhängigen Farbübertrag
mehr gibt.
Aus der
EP 0 638 417 A ist ebenfalls
ein Feuchtwerk bekannt mit einer Feucht-Auftragwalze, mit einer
Feucht-Aufnahmewalze, mit einem unter dieser angeordneten Feuchtmittel-Auffangbehälter sowie
einer Feuchtmittel-Sprüheinrichtung,
mittels der das Feuchtmittel im Wesentlichen senkrecht bzw. radial
auf die Feucht-Aufnahmewalze aufgesprüht wird. Das Zuführen der
Feuchtmittelmenge wird hierbei auf der Basis der Wassermenge in
einem (in seinen Abmessungen möglichst
minimal ausgebildeten) Wasserlachenbereich ermittelt, welcher von
einem Spalt gebildet wird, der zwischen der Feucht-Aufnahmewalze
und einer angrenzenden/ zugeordneten Profilbarre entsteht. In dem
Wasserlachenbereich wird das Befeuchtungswasser durch Aufsprühen ständig erneuert.
Auch bei dieser Lösung
kann nicht in ausreichendem Maße
gewährleistet
werden, dass von der Feucht-Auftragwalze Rückstände der abgespaltenen Farbpartikel
an die Feucht-Aufnahme-walze übertragen
werden und damit zurück
in den Druckprozess gelangen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein
Feuchtwerk zu schaffen, bei dem die Anreicherungen von Schmutz-
und Farbpartikeln im Feuchtwasser wesentlich verringert werden.
Diese Aufgabe wird gelöst mit einem
Feuchtwerk der eingangs genannten Art, bei dem die Sprühleiste
relativ zu der Feucht-Aufnahmewalze derart angeordnet ist, dass
ein mittels Druck aus Feuchtmittel erzeugbarer Sprühvorhang
auf einen unteren, dem Feuchtmittel-Auffangbehälter zugewandten Umfangsbereich
der Feucht-Aufnahmewalze gerichtet ist und im Wesentlichen tangential
auf die Feucht-Aufnahmewalze auftrifft, und bei dem der Sprühvorhang
einen Überschuss
an Feuchtmittel aufweist.
Bei dem erfindungsgemäßen Feuchtwerk kann
die Feucht-Aufnahmewalze entweder direkt mit der Feucht-Auftragwalze
in Wirkverbindung stehen oder es können zwischen der Feucht-Aufnahmewalze und
der Feucht-Auftragwalze eine oder auch mehrere Feuchtdosierwalzen
oder Feuchtreibzylinder zwischengeordnet sein. Zwischen zwei benachbarten,
miteinander in Wirkverbindung stehenden Feuchtwerks-Walzen entsteht,
insbesondere dann, wenn die z.B. Dosierwalze mit einer geringeren
Geschwindigkeit gedreht wird als die Feucht-Aufnahmewalze, in dem
Dosierspalt eine Feuchtmittelflotte, die spätestens beim Anhalten der Walzen
nach unten an der Feucht-Aufnahmewalze entlang in den Auffangbehälter rinnt
und abläuft.
Der Feucht-Aufnahmewalze, der Dosierwalze bzw. dem Feuchtreibzylinder und/oder
der Feucht-Auftragwalze kann eine oder können mehrere der Vergleichmäßigung des
Feuchtmittelfilms dienende Reiterwalzen zugeordnet sein.
Da das Feuchtwasser/Feuchtmittel
unter vorbestimmten Druck tangential auf die Feucht-Aufnahmewalze aufgesprüht wird,
löst der
entstehende Sprühvorhang
aus Feuchtmittel bzw. Feuchtmittelschleier in vorteilhafter Weise
die möglicherweise
an der Feucht-Aufnahmewalze anhaftenden Farb-, Staub- oder Papierpartikel
von der Walzenoberfläche ab,
indem der Sprühvorhang
aufgrund des Drucks und seiner Ausrichtung bezüglich der Walze diese Partikel
abschält
bzw. aufspleißt
und abspült.
Der Sprühvorhang
besteht abhängig
von dem angelegten Druck und der Ausgestaltung der Sprühleiste
aus einem zusammenhängenden
Feuchtmittelfilm oder aus mehr oder weniger stark verteilten und
damit unterschiedlich großen
Feuchtmitteltropfen. Letztere weisen in Bezug auf die Farb-, Staub-
oder Papierpartikel eine solche Größe und Geschwindigkeit auf, dass
sie die Partikel mit sich reißen
und von der Walzenoberfläche
abführen
können.
Ferner weist der Sprühvorhang
wesentlich höhere
Mengen Feuchtmittel auf, als die Feucht-Aufnahmewalze aufnehmen und weiterleiten/transportieren
kann. Das bedeutet, dass im Verhältnis
zu der benötigten
Feuchtmittelmenge, die letztendlich an die Feucht-Auftragwalze abgegeben
wird, der wesentlich größere Teil
des Feuchtmittels zum Reinigen und Abspülen der Feucht-Aufnahmewalze
verwendet wird, wobei der Überschuss
an Feuchtmittel von der Feucht-Aufnahmewalze abläuft und in dem Feuchtmittel-Auffangbehälter aufgenommen
wird.
Die Sprühleiste kann ein im Wesentlichen
an sich aus dem Stand der Technik bekanntes Rohr mit entsprechenden
runden, länglichen
oder ähnlich
gestalteten Sprühöffnungen
sein, das mit einer Feuchtmittel-Zufuhrleitung verbunden ist, durch
die das Feuchtmittel in die Sprühleiste
eingetragen wird. Die Sprühleiste
selbst ist relativ zu der Feucht-Aufnahmewalze derart angeordnet,
dass die durch die Sprühöffnungen
austretende Flüssigkeit
(Feuchtmittel) zumindest mit ihrem Mittelstrahl tangential an der Feucht-Aufnahmewalze
angreift.
Unterhalb der Feucht-Aufnahmewalze
ist ein im Querschnitt trichterförmiger
bzw. wannenförmiger Feuchtmittel-Auffangbehälter angeordnet,
der sich entlang des gesamten Feuchtwerkes, das heißt über die
gesamte Länge
der Walzen, erstreckt. Der Feuchtmittel-Auffangbehälter umgreift die Feucht-Aufnahmewalze
derart, dass diese nur mit etwa einem Drittel ihrer Umfangsfläche über den
oberen Rand des Feuchtmittel-Auffangbehälters hinaus steht, das heißt der Feuchtmittel-Auffangbehälter steht
nach oben hin einen Betrag über
die Querschnittsmitte der Feucht-Aufnahmewalze hinaus. Darüber hinaus
ist gleichfalls die Sprühleiste
von dem Feuchtmittel-Auffangbehälter
umgriffen, so dass das Feuchtmittel, wenn es auf einen unteren,
dem Feuchtmittel-Auffangbehälter
zugewandten Umfangsbereich der Feucht-Aufnahmewalze aufgesprüht/ aufgespritzt
wird, nicht über
den Feuchtmittel-Auffangbehälter hinaus
verspritzt wird.
Im Bereich des Behältergrundes
des Feuchtmittel-Auffangbehälters
ist wenigstens ein Ablaufanschluss für das Abführen des von der Feucht-Auftragwalze
ablaufenden und eventuell mit Verunreinigungen versetzten Feuchtmittels
ausgebildet, durch den hindurch der Überschuss an Feuchtmittel abgeleitet
wird. Als Alternative dazu können
auch eine Vielzahl derartiger Feuchtmittelableitungen vorgesehen
sein, die selbstredend nicht unbedingt im Behältergrund für einen genau senkrechten Abfluss
des Gebraucht-Feuchtmittels vorge-sehen sein müssen.
Gemäß einer besonderen Ausgestaltung
der Erfindung ist die Sprühleiste
relativ zu der Feucht-Aufnahmewalze derart angeordnet, dass der aus
der Sprühleiste
austretende Sprühvorhang
im Wesentlichen horizontal verläuft
und in Drehrichtung der Feucht-Aufnahmewalze auf diese aufgesprüht wird.
Dies bedeutet, das die Austrittsöffnungen
für das
Feuchtmittel sich etwa auf der gleichen Höhe befinden wie der untere
Scheitelpunkt der Feucht-Aufnahmewalze,
so dass der Sprühvorhang
tangential an der Feucht-Aufnahme-walze angreift. Besonders vorteilhaft
ist hierbei, dass das an der Feucht-Aufnahmewalze rücklaufende
Feuchtmittel, das überwiegend
aus der Wasserflotte zwischen der Feucht-Aufnahmewalze und der Dosierwalze
stammt, sowie Verunreinigungen, insbesondere auch abgetragen von
der Dosierwalze, mittels des Sprühvorhangs
von der Feucht-Aufnahmewalze regelrecht abgerakelt (abgetragen)
werden, wobei die Feucht-Aufnahmewalze gleichzeitig mit frischem
Feuchtmittel angefeuchtet wird.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung sind die Feucht-Aufnahmewalze und die Sprühleiste
derart miteinander gekoppelt, dass beim Verschwenken der Feucht-Aufnahmewalze
um eine bestimmte Achse die Sprühleiste
mit verschwenkbar ist. Dies hat den Vorzug, dass in dem Fall, wenn
die Feucht-Aufnahmewalze in ihrer Lage verändert wird, sei es nun relativ
zu einer angrenzenden Dosierwalze oder relativ zu der Feucht-Auftragwalze,
die Sprühleiste
relativ zu der Feucht-Aufnahmewalze jedenfalls so angeordnet bleibt,
dass der Sprühvorhang gemäß z.B. einer
Voreinstellung immer tangential auf die Feucht-Aufnahmewalze ausgerichtet
ist.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung
des Feuchtwerks ist ein Feuchtmittelkreislaufsystem ausgebildet,
mittels dem das aus dem Auffangbehälter aufgefangene und abgeführte Feuchtmittel
regenerierbar und über
die Feuchtmittel-Zufuhrleitung der Sprühleiste wieder zuführbar ist.
Dieses Kreislaufsystem macht es auf
einfachste technische Weise möglich,
dass bei Bedarf ständig
Feuchtmittel an der Feucht-Aufnahmewalze anliegt. Vereinfacht dargestellt
wird das Feuchtmittel über
die Feuchtmittel-Zufuhrleitung unter Druck direkt in die Sprühleiste
eingespeist.
Das von der Feucht-Aufnahmewalze
ablaufende Feuchtmittel wird in dem Feuchtmittel-Auffangbehälter aufgefangen und über eine
an diesem angeordnete Feuchtmittel-Ableitung einer Wiederaufbereitungsanlage
zugeführt.
Aus dieser Wiederaufbereitungsanlage wird das Feuchtmittel z.B.
einem Feuchtmitteltank zugeführt
und von da aus wieder in die Feuchtmittel-Zufuhrleitung eingespeist.
Selbstredend sind zusätzlich
Ventile, Pumpe(n) u.ä.
in diesem Kreislauf vorgesehen, auf die an dieser Stelle nicht weiter
eingegangen werden muss.
Gemäß einer besonderen Ausgestaltung
des Feuchtwerks ist bei einem technischen Ausfall der Sprühleiste
der Feuchtmittel-Auffangbehälter
als an sich übliches
Tauchbecken verwendbar, in dem das Feuchtmittel aufgenommen wird
und die Feucht-Aufnahmewalze als Tauchwalze arbeiten kann. Hierfür ist es
möglich,
beispielsweise die Feuchtmittel-Zufuhrleitung
vorzugsweise innerhalb des Feucht-Auffangbehälters mit z.B. einem Mehrwege-Ventil
oder mittels eines Bypasses derart umzuschalten, dass das Feuchtmittel
nicht in die Sprühleiste,
sondern direkt in den Auffangbehälter
geleitet/gefüllt
wird, sozusagen die Feuchtmittel-Zufuhrleitung direkt in den Auffangbehälter einbindbar
ist. Vorzugsweise ist bei dieser Ausgestaltung an dem Feuchtmittel-Auffangbehälter ferner
ein Feuchtmittel-Überlauf
ausgebildet, so dass der Druckbetrieb notfalls auch bei ausgefallenem
Sprüh-Feuchtwerk
fortgesetzt werden kann, indem die Feuchtwerkswalzenanordnung samt Feuchtmittel-Auffangbehälter zu
einem Filmfeuchtwerk umfunktioniert werden kann.
Ferner beinhaltet die Erfindung eine
Druckmaschine, bei der die Feucht-Aufnahmewalze und die Sprühleiste
derart angeordnet sind, dass die Sprühleiste selbst sowie der Sprühvorhang
von außerhalb
der Maschinen sichtbar sind. Auf diese Weise ist es dem Drucker
gestattet, allein mittels Sichtkontakt überprüfen zu können, ob die Sprühleiste ordnungsgemäß arbeitet.