DE1032076B - Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Daermen aus Tierhaut und anderer tierischer Fasermasse - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Daermen aus Tierhaut und anderer tierischer FasermasseInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung bezieht sich auf künstliche Därme aus Tierhaut oder anderen tierischen Fasermassen.
Sie betrifft ein Verfahren zur Herstellung der Därme aus diesen Rohstoffen, worauf aus jenen durch Quellen
und Zerfasern die Formmasse in an sich bekannter Weise gewonnen wird. Erfindungswesentlich ist
dann, daß der Darm unmittelbar in das entwässernde Salze, wie Kochsalz, und Härtungsmittel, wie Formaldehyd,
sowie eiweißaffine Gruppen enthaltende organische Stoffe enthaltende Fällbad geformt wird, in
diesem bis zur jeweils gewünschten Verfestigung behandelt und hierauf, so wie er ist, gelagert und seiner
Verwendung zugeführt wird, ohne Zwischenschaltung eines Trocknungsprozesses.
Es ist bekannt, tierische, faserige Ausgangsstoffe, wie Haut, in hochgequollene Fasermassen überzuführen,
diese Massen zu formen und die erhaltenen Formgebilde durch anschließendes Trocknen, Härten und
Gerben in einen mehr oder weniger wasserbeständigen Zustand überzuführen. Man war der Ansicht, daß eine
Überführung in als Kunstdarm verwendbare Hüllen aus der tierische Fasern enthaltenden Formmasse nur
möglich ist, wenn das Fasergefüge der Formmasse nach seiner Formgebung durch einen Trocknungvorgang
verfestigt, hierauf gehärtet oder gegerbt wird.
Es war überraschend, daß es möglich ist, durch unmittelbare
Verformung der Fasermasse ins Fällbad eine genügende Härtung zu erzielen, ohne daß eine
nachträgliche Trocknung erforderlich wäre, um als Wursthüllen verwendbare, genügend stabile Formhüllen
zu gewinnen.
Die bekannten Arbeitsweisen konnten auf die Dauer nicht befriedigen: Zunächst erfolgt durch die Trocknung
der geformten Fasermasse eine irreversible Zustandsänderung der Fasern, die auch bei nachträglichem
Wässern und Refeuchten nicht rückgängig gemacht werden kann, was zur Folge hat, daß derartige
Därme nur beschränkt einsatzfähig sind. Es tritt eine Verhornung der Darmhaut ein. durch welche ferner
die Porosität zurückgeht und ein Schlauchgefüge entsteht,
welches nach dem Kochen der Wurst auch erheblich an Festigkeit verliert, neben der schon
erwähnten mangelnden Elastizität und geringen Schrumpffähigkeit. Es darf daran erinnert werden,
daß Wurst im Wege ihrer Herstellung beim Schwitzen und Räuchern der mannigfaltigsten Volumenänderung
unterworfen ist. Voraussetzung für eine brauchbare Wursthülle aber ist, daß sie jeder Änderung
des Wurstbräts im Zuge der Wurstherstellung willig folgt und nicht Hohlräume bildet oder andererseits
platzt. Da die erfindungsgemäß gewonnenen Därme aber über eine ausgezeichnete Elastizität verfügen,
weil ihre Fasergrundmasse nicht irreversibel entquollen ist, folgen die neuen Wursthüllen willig
Verfahren zur Herstellung
von künstlichen Därmen aus Tierhaut
und anderer tierischer Fasermasse
Anmelder:
Wilhelm Müller,
Schwelm (Westf.), Brunnenstr. 7
Wilhelm Müller, Schwelm (Westf.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
sämtlichen Zustandsänderungen, welchen die Wurst im Zuge ihrer Verarbeitung unterworfen wird. Dazu
kommt weiter, daß die ins Fällbad geformten Wursthüllen aus diesem genügend Mengen Härte- und
Konservierungsmittel entnehmen, daß sie genügend Lager- und Verarbeitungsbeständigkeit aufweisen.
Zur praktischen Durchführung des neuen Verfahrens sei bemerkt, daß durch verschieden hohe Konzentration
des Fällbades an wasserentziehenden Salzen und härtenden Zusatzstoffen die Behandlungsdauer
nach Wunsch gesteuert werden kann. Je höher die Konzentration ist, desto kürzere Verweilzeit wird für
die Fixierung des Fasergefüges in der Darmhaut benötigt. Tm allgemeinen beträgt der Salzgehalt 15 bis
35 Gewichtsprozent der für die Zubereitung des Fällbades erforderlichen Wassermenge. Vorteilhaft werden
solche Salze oder Mischungen von Salzen angewendet, die beim Trocknen keine Ausblühungen ergeben.
Der Darm kann je nach dem gewünschten Festigkeitsgrad etwa 5 bis 120 Minuten in dem Fällbad
belassen werden. Eine längere Belassung hat keine nachteilige Wirkung. Als wasserenthaltendes Elektroiyt
wird man im allgemeinen Kochsalz verwenden. Is eben dem wasserentziehenden Elektrolyt müssen im
Fällbad aber auch eiweißaffine Gruppen enthaltende organische Stoffe in Mengen von 0,1 bis etwa 30A;
vorhanden sein, beispielsweise Oxy-, Mercapto-, Oxo-, Amino- oder Ketogruppen enthaltende Stoffe,
wie Phenole, Polyphenole, Thiophenole, Kresole, Naphthole, Pyridine, Chinone, Harnstoff, Thioharnstoff,
Melamin u. dgl. Als Beispiele solcher Stoffe seien Resorcin, Pyrogallol, Brenzkatechin, Dioxy-
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naphthalin, Hydrochinon genannt. Außer solchen Stoffen können dem Fällbad zweckmäßig freie
Aldehyde, wie Formaldehyd, Benzaldehyd, Furfural, Glyoxal u. dgl., zugesetzt werden, und zwar in einem
M öl verhältnis von etwa 1 : 1 bis 6:1 zu den vorgenannten
Stoffen. Die vorgenannten Zusatzstoffe bewirken, daß die in dem Fällbad vollzogene Entwässerung
des Darmes stabilisiert wird, der Darm also nach dem λ^εΓ^βεη des Fällbades nicht mehr hydro [ihil
ist, d. h. sich in Wasser nicht auflöst und auch nicht wesentlich quillt.
Die organischen Zusatzstoffe zum Fällbad können außer diesem Bad auch teilweise in die Fasermasse
gegeben oder ausschließlich der Fasennasse zugesetzt werden, bevor diese der Ausformung in der Ringdüse
unterworfen wird.
Da die Därme die Ringdüse in der Regel mit einer gewissen Luftfüllung verlassen, schwimmen diese auf
dem Fällbad. Es ist daher zweckmäßig, daß die Kunstdärme während ihres Aufenthaltes in diesem
Bad ständig mit der Fällbadflüssigkeit berieselt werden. Die Temperatur des Fällbades entspricht im allgemeinen
der Raumtemperatur, jedoch können auch erwärmte Fällbäder angewendet werden, wobei Temperaturen
bis zu 60° C auch möglich sind.
Infolge der raschen Fixierung des frisch ausgeformten
Darmes in dem erfindungsgemäß angewendeten Fällbad besteht die Möglichkeit, Kunstdärnie in besonderen
Formgebungen herzustellen, z. B. Kranzdärme, Hörnchen, einseitig verschlossene Hüllen usw.
Die besondere Formgebung erfolgt unmittelbar nach Verlassen der Düse, wobei eingeschlossene Luft oder
Tiase als flexibler Dorn wirken. Hierdurch können die
sonst erforderlichen kostspieligen Anlagen für die Herstellung besonders geformter Kunstdärme ganzlieh
eingespart werden.
Man erzieh erfindungsgemäß künstliche Wursthüllen, die im gesamten Fleischergewerbe eingesetzt werden
können, sei es für Rohwurst, Bratwurst, Brühi:nd
Kochwurst. Es ist nämlich überraschend, daß die nach dem neuen Verfahren gewonnenen künstlichen
Därme durch Kochen eine Erhöhung ihrer Festigkeit und Elastizität auf ein Vielfaches erreichen. Erfindungsgemäß
ist es möglich, auch Saitlinge bis zu den geringsten in der Technik vorkommenden Durchmessern·
in einwandfreier Weise herzustellen.
In bekannter Weise aus Hautteilen gewonnene Fasermasse wird durch Ringdüsen unmittelbar in
einem Koagulationsbad ausgeformt, das nachstehende Zusammensetzung aufweist: 25% Kochsalz, 0,5 bis
1% Formaldehyd (4O<Voig).
Der Kunstdarm bleibt 3 bis 5 Minuten in diesem Bad und wird hierauf durch ein Walzenpaar geführt,
die Luft aus seinem Innern tritt aus und die überschüssige Feuchtigkeit wird abgepreßt. Er kann dann
sofort wasserdicht verpackt, gelagert und seiner Verwendung zugeführt werden.
B e i s ρ i e 1 2
Für Roh-, Trocken- und Räucherwurst geeignete Kunstdärme können zweckmäßig so gewonnen werden,
daß die im Beispiel 1 benutzte Formmasse während 5 Minuten in einem Koagulationsbad behandelt wird,
das aus einer kalt gesättigten Kochsalzlösung mit 0,25 °/o Formaldehyd und 0,05 % Resorcin besteht.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von künstlichen Därmen aus Tierhaut und anderer tierischer
Fasermasse unter Formung des Kunstdarmes aus einer Fasermasse, die durch Quellen und Zerfasern
des Ausgangsmaterials in bekannter Weise gewonnen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Darm
in einem entwässernde Salze, wie Kochsalz, Aldehyde, wie Formaldehyd, und gegebenenfalls
eiweißaffine Gruppen enthaltende organische Stoffe, wie Oxy-, Mercapto-, Oxo, Amino- oder Ketogruppen
enthaltende Phenole. Polyphenole, Thio1 phenole, Kresole, Naphthole, Pyridine, Chinone,
Harnstoff. Thioharnstoff, Melamin u. dgl., enthaltenden Fällbad geformt, in diesem Bad bis zur
jeweils gewünschten Verfestigung des Darmes behandelt und nach dem Verlassen des Fällbades
gegebenenfalls gespült, aber in feuchtem Zustand belassen und der bestimmungsgemäßen Verwendung
zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die eiweißaffine Gruppen enthaltenden Stoffe vor der \'erformung der Formmasse
zugesetzt werden.
3. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunstdärme
während ihres Aufenthaltes in dem Fällbad mit der Fällbadflüssigkeit berieselt werden.
4. Verfahren nach den vorhergehenden An-. Sprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der Darm
nach dem Verlassen des Fällbades entweder gespült oder, ohne Spülung in feuchtem Zustand,
gegebenenfalls unter Zusatz von Salz, verpackt und in einer wasserdichten Verpackungshülle, wie
Cellulosehydratglashaut, bis zum Verbrauch aufbewahrt wird.
5. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen,
dadurch gekennzeichnet, daß der frisch ausgeformte Darm vor seinem Eintritt in das
Fällbad eine von dv>r geraden bzw. zylindrischen Form abweichende Gestalt erhält und bis zur
Fixierung im Fällbad in dieser Gestalt erhalten wird.
6. Verfahren nach den vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, daß der frisch
ausgeformte Darm absatzweise verschlossen wird, bevor er in das Fällbad eintritt.
In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentschriften Nr. 663 704, 707 867,
936, 875 389, 897196.
© 809 530/219 S.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| BE560431D BE560431A (de) | 1956-09-01 | ||
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| AT535957A AT209697B (de) | 1956-09-01 | 1957-08-14 | Verfahren zur Herstellung von künstlichen Wursthüllen |
| FR1184690D FR1184690A (fr) | 1956-09-01 | 1957-08-30 | Procédé de fabrication d'articles sous forme d'enveloppes tubulaires, en particulier de boyaux artificiels de saucisson, en matière fibreuse |
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| Publication Number | Publication Date |
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| DE1032076B true DE1032076B (de) | 1958-06-12 |
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| DEM31612A Pending DE1032076B (de) | 1956-09-01 | 1956-09-01 | Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Daermen aus Tierhaut und anderer tierischer Fasermasse |
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| FR (1) | FR1184690A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1145003B (de) * | 1958-10-24 | 1963-03-07 | Cutisin Vyroba Umelych Strev N | Verfahren zur Haertung auf der Basis von Eiweissstoffen aufgebauter kuenstlicher Huellen fuer Selchwaren |
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| DE855936C (de) * | 1950-05-05 | 1952-11-17 | Unda Anstalt | Verfahren zum Haerten von Kunstdaermen und aehnlichen durch Verarbeitung von Fasermassen aus Hautsubstanz hergestellten Gebilden |
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- BE BE560431D patent/BE560431A/fr unknown
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1956
- 1956-09-01 DE DEM31612A patent/DE1032076B/de active Pending
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1957
- 1957-08-14 AT AT535957A patent/AT209697B/de active
- 1957-08-30 FR FR1184690D patent/FR1184690A/fr not_active Expired
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT209697B (de) | 1960-06-25 |
| FR1184690A (fr) | 1959-07-24 |
| BE560431A (de) |
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