Viele
dieser Vorrichtungen weisen nun, unabhängig vom Verwendungszweck,
folgenden allgemeinen Schichtaufbau auf, der für die einzelnen Anwendungen
entsprechend angepasst wird:
- (1) Substrat
- (2) Kontaktierung: leitfähige
Substanz, Elektrode; häufig
metallisch oder anorganisch, aber auch aus organischen bzw. polymeren
leitfähigen
Materialien
- (3) Eventuell Ladungsinjektionsschicht bzw. Zwischenschicht
zum Ausgleich von Unebenheiten der Elektrode („Planarisation Layer"), häufig aus
einem leitfähigen,
dotierten Polymer
- (4) Organischer Halbleiter
- (5) Eventuell Isolierschicht
- (6) Zweite Kontaktierung: wie (2); zweite Elektrode, Materialien
wie unter (2) genannt
- (7) Verschaltung
- (8) Verkapselung.
Ein
Vorteil, den viele dieser organischen Vorrichtungen, v. a. solche,
welche auf polymeren bzw. dendrimeren oder oligomeren Halbleitern
basieren, besitzen, ist, dass diese aus Lösung hergestellt werden können, was
mit geringerem technischen und Kostenaufwand verbunden ist als Vakuumprozesse,
wie sie im Allgemeinen für niedermolekulare
Verbindungen durchgeführt
werden. So können
beispielsweise einfarbige elektrolumineszierende Vorrichtungen vergleichsweise
einfach erzeugt werden, indem die Materialien durch Flächenbeschichtung
aus Lösung
(wie z. B. durch Spin-Coating, Rackel-Techniken, etc.) verarbeitet
werden. Üblicherweise
wird hier die Strukturierung, d. h. die Ansteuerung der einzelnen
Bildpunkte, bei den "Zuleitungen", d. h. beispielsweise
bei den Elektroden, durchgeführt.
Dies kann z. B. durch Schattenmasken nach Art einer Schablone erfolgen. Ähnlich kann
auch die Strukturierung organischer Schaltkreise und teilweise organischer Solarzellen-Panels bzw. Laser-Arrays
erfolgen. Für
die industrielle Massenfertigung ergeben sich hieraus jedoch deutliche
Nachteile: Die Masken sind nach ein- oder mehrmaliger Benutzung
unbrauchbar durch Belagbildung und müssen aufwändig regeneriert werden. Für die Produktion
wäre es
daher wünschenswert,
einen Prozess zur Verfügung
zu haben, für
den keine Schattenmasken benötigt
werden. Flächenbeschichtungen
und Strukturierung durch Schattenmasken können außerdem nicht ohne Weiteres
angewandt werden, wenn beispielsweise Vollfarbdisplays oder organische
Schaltkreise mit unterschiedlichen Schaltelementen erzeugt werden
sollen. Für
Vollfarbdisplays müssen
die drei Grundfarben (ROT, GRÜN,
BLAU) in einzelnen Pixels (Bildpunkten) mit hoher Auflösung nebeneinander
aufgebracht werden. Analoges gilt für elektronische Schaltkreise mit
unterschiedlichen Schaltelementen. Während bei niedermolekularen
aufdampfbaren Molekülen
die einzelnen Bildpunkte durch das Aufdampfen der einzelnen Farben
durch Schattenmasken erzeugt werden können (mit den oben bereits
erwähnten
damit verbundenen Schwierigkeiten), ist dies für polymere und aus Lösung verarbeitete
Materialien nicht möglich,
und die Strukturierung kann nicht mehr alleinig durch Strukturierung
der Elektroden erfolgen. Hier besteht ein Ausweg darin, die aktive
Schicht (beispielsweise: die Licht emittierende Schicht in OLEDs/PLEDs;
Analoges gilt für
Laser bzw. Ladungstransportschichten in allen Anwendungen) direkt
strukturiert aufzubringen. Dass dies erhebliche Probleme bereitet,
ist alleine schon aus den Dimensionen verständlich: Es müssen Strukturen
im Bereich von einigen 10 um bei Schichtdicken im Bereich von weniger als
100 nm bis zu wenigen μm
geschaffen werden. In letzter Zeit wurden hierfür insbesondere verschiedene Drucktechniken
in Erwägung
gezogen, wie beispielsweise Tintenstrahldrucken, Off-Set-Drucken,
etc.. Jedoch hat jede dieser Drucktechniken ihre eigenen Probleme,
und keine ist bislang soweit ausgereift, dass sie für einen
Massenfertigungsprozess anwendbar wäre. Außerdem wird hier (im Bereich
der OLEDs) für
die Elektroden die oben bereits geschilderte Maskentechnologie verwendet.
Diese bringt jedoch auch hier die oben geschilderten Probleme der
Belagbildung mit sich. Deshalb muss die Strukturierbarkeit durch
Drucktechniken derzeit noch als ungelöstes Problem angesehen werden.
Ein
anderer Ansatz zur Strukturierbarkeit wurde in WO 02/10129 und Nature
2003, 421, 829 vorgeschlagen. Dort werden strukturierbare Materialien
beschrieben, die zur Verwendung in strukturierten Vorrichtungen,
wie OLEDs, PLEDs, organischen Lasern, organischen Schaltelementen
oder organischen Solarzellen geeignet sind. Es handelt sich dabei
um organische Materialien, insbesondere elektrolumineszierende Materialien,
die mindestens eine zur Vernetzung befähigte Oxetangruppe enthalten,
deren Vernetzungsreaktion gezielt ausgelöst und gesteuert werden kann.
In Macromol. Rapid Commun. 1999, 20, 225 sind mit Oxetangruppen
funktionalisierte N,N,N',N'-Tetraphenylbenzidine
beschrieben, die photoinduziert vernetzbar sind. Diese Verbindungsklasse
wird als strukturierbarer Lochleiter direkt auf der Anode der organischen
elektronischen Vorrichtungen eingesetzt. Dabei wird den Materialien
zur Vernetzung mindestens ein Photoinitiator zugemischt. Durch Bestrahlung
mit aktinischer Strahlung wird eine Säure erzeugt, die durch kationische,
ringöffnende
Polymerisation eine Vernetzungsreaktion auslöst. Durch strukturierte Bestrahlung
kann so ein Muster von Bereichen mit vernetztem und Bereichen mit
unvernetztem Material erhalten werden. Durch geeignete Operationen
(z. B. Spülen
mit geeigneten Lösemitteln)
können
dann die Bereiche mit unvernetztem Material entfernt werden. Dies
führt zu
der gewünschten
Strukturierung. So kann das nachfolgende Aufbringen der verschiedenen
Schichten (bzw. anderer Materialien, die in Nachbarschaft zum ersten
Material aufgebracht werden sollen) nach erfolgter Vernetzung durchgeführt werden.
Die Bestrahlung, wie sie zur Strukturierung angewandt wird, ist
ein Standardprozess der heutigen Elektronik und kann z. B. mit Lasern
oder durch flächige
Bestrahlung durch eine entsprechende Photomaske erfolgen. Diese
Maske birgt hier keine Gefahr der Belegung, da hier ja nur Strahlung
und kein Materialfluss durch die Maske zu verzeichnen ist. In ChemPhysChem
2000, 207 wird eine solche vernetzte Triarylamin-Schicht als Zwischenschicht
zwischen einem leitfähigen
dotierten Polymer und einem organischen lumineszierenden Halbleiter
eingebracht. Dabei wird eine höhere
Effizienz erhalten. Auch hier wird für die Vernetzung eine Photosäure verwendet.
Dies scheint notwendig zu sein für
die vollständige
Vernetzung der Triarylaminschicht. Jedoch verbleiben die Photosäure bzw.
deren Reaktionsprodukte nach der Vernetzung als Verunreinigung in
der elektronischen Vorrichtung. Es ist allgemein anerkannt, dass
sowohl organische wie auch anorganische Verunreinigungen den Betrieb
organischer elektronischer Vorrichtungen stören können. Deshalb wäre es wünschenswert,
die Verwendung der Photosäure
weitestmöglich reduzieren
zu können.
In
EP 0637899 werden elektrolumineszierende
Anordnungen mit ein oder mehreren Schichten vorgeschlagen, in denen
mindestens eine Schicht durch thermische oder strahlungsinduzierte
Vernetzung erhalten wird, die außerdem mindestens eine Emitterschicht
enthalten und pro Schicht mindestens eine Ladungstransporteinheit.
Dabei kann die Vernetzung radikalisch, anionisch, kationisch oder über eine
photoinduzierte Ringschlussreaktion ablaufen. Als Vorteil wird genannt,
dass dadurch mehrere Schichten übereinander
aufgebaut werden können
oder auch, dass die Schichten strahlungsinduziert strukturiert werden
können.
Es wird jedoch keine Lehre erteilt, durch welche der vielfältigen Vernetzungsreaktionen
ein taugliches Device hergestellt werden kann und wie die Vernetzungsreaktion
am besten durchgeführt
wird. Es wird lediglich erwähnt,
dass radikalisch vernetzbare Einheiten bzw. zur Photocycloaddition
befähigte
Gruppen bevorzugt sind, dass Hilfsstoffe verschiedener Art, wie
beispielsweise auch Initiatoren, enthalten sein können und
dass der Film bevorzugt mittels aktinischer Strahlung und nicht
thermisch vernetzt wird. Auch geeignete Device-Konfigurationen sind
nicht beschrieben. So ist nicht klar, wie viele Schichten das Device
bevorzugt aufweist, wie dick diese sein sollen, welche Materialklassen
bevorzugt involviert sind und welche davon vernetzt werden sollen.
Daher ist es auch für
den Fachmann nicht offensichtlich, wie die beschriebene Erfindung
erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann.
In
Vorrichtungen für
die organische Elektronik wird häufig
zwischen die Elektrode (insbesondere die Anode) und das Funktionsmaterial
eine Zwischenschicht aus einem leitfähigen, dotierten Polymer eingebracht, die
als Ladungsinjektionsschicht fungiert (Appl. Phys. Lett. 1997, 70,
2067–2069).
Alternativ kann auch ein leitfähiges,
dotiertes Polymer direkt als Anode (oder je nach Anwendung auch
als Kathode) verwendet werden. Die geläufigsten dieser Polymere sind
Polythiophenderivate (z. B. Poly-ethylendioxythiophen, PEDOT) und Polyanilin
(PANI), die in der Regel mit Polystryrolsulfonsäure oder anderen polymergebundenen Brönstedt-Säuren dotiert
und so in einen leitfähigen
Zustand gebracht werden. Ohne in der nachfolgenden Erfindung an
die Richtigkeit dieser speziellen Theorie gebunden sein zu wollen,
vermuten wir, dass aus den sauren Gruppen bei Betreiben der Vorrichtung
Protonen oder andere Verunreinigungen in die funktionelle Schicht diffundieren,
die im Verdacht stehen, dort die Funktionalität der Vorrichtung bedeutend
zu stören.
So wird vermutet, dass diese Verunreinigungen die Effizienz wie
auch die Lebensdauer der Vorrichtungen reduzieren. Insbesondere
negativ wirken sich Protonen oder kationische Verunreinigungen dann
aus, wenn die auf diese Schicht aufgebrachte funktionelle Halbleiterschicht
kationisch vernetzbar ist und, wie oben beschrieben, strukturiert
werden soll. Wir vermuten, dass durch die Anwesenheit von Protonen
die funktionelle Schicht bereits teilweise oder vollständig vernetzt
wird, ohne dass die Möglichkeit
zur kontrollierten Vernetzung, beispielsweise durch aktinische Strahlung,
gegeben ist. Damit geht der Vorteil der gezielten Strukturierbarkeit
verloren. So bieten kationisch vernetzbare Materialien zwar prinzipiell
die Möglichkeit
zur Strukturierung und somit eine Alternative zu Drucktechniken.
Jedoch ist die technische Anwendung dieser Materialien bislang nicht
möglich, da
das Problem der unkontrollierten Vernetzung noch nicht gelöst ist.
Überraschend
wurde nun gefunden, dass die elektronischen Eigenschaften der Vorrichtungen
deutlich verbessert werden können,
wenn zwischen die dotierte Zwischenschicht und die funktionelle
organischen Halbleiterschicht mindestens eine Pufferschicht eingebracht
wird, die kationisch vernetzbar ist. Besonders gute Eigenschaften
werden erhalten bei einer Pufferschicht, deren kationische Vernetzung
thermisch induziert wird, d. h. durch Temperaturerhöhung auf
50–250°C, bevorzugt
auf 80–200°C und der
keine Photosäure
zugesetzt wird. Ein weiterer Vorteil dieser Pufferschicht besteht
darin, dass die nicht kontrollierbare Vernetzung eines kationisch
vernetzbaren Halbleiters durch Verwendung der Pufferschicht vermieden
werden kann.
Gegenstand
der Erfindung sind daher elektronische Vorrichtungen, enthaltend
mindestens eine Schicht eines leitfähigen, dotierten Polymers und
eine Schicht eines organischen Halbleiters, dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen diese beiden Schichten mindestens eine leitende oder
halbleitende organische Pufferschicht eingebracht ist, welche kationisch
polymerisierbar ist und der weniger als 0,5% einer Photosäure zugemischt
ist.
Bevorzugt
ist dabei, wenn der halbleitenden organischen Pufferschicht keine
Photosäure
zugemischt ist.
Weiterhin
bevorzugt ist eine organische Pufferschicht, deren Vernetzung in
der entsprechenden Device-Anordnung thermisch, d. h. durch Temperaturerhöhung auf
50–250°C, bevorzugt
auf 80–200°C, ohne Zusatz
weiterer Hilfsstoffe, wie beispielsweise Photosäuren, induziert werden kann.
Eine
Photosäure
ist eine Verbindung, die bei Bestrahlung mit aktinischer Strahlung
durch photochemische Reaktion eine protische Säure freisetzt. Beispiele für Photosäuren sind
4-(Thio-phenoxyphenyl)-diphenylsulfonium hexafluoroantimonat oder
{4-[(2-Hydroxytetradecyl)-oxyl]-phenyl}-phenyliodonium hexafluoroantimonat
und andere, wie in
EP 1308781 beschrieben.
Die Photosäure
kann für
die Vernetzungsreaktion zugesetzt werden, wobei bevorzugt ein Anteil
von ca. 0,5 bis 3 Gew.% gewählt
wird.
Elektronische
Vorrichtungen im Sinne dieser Erfindung sind organische oder polymere
Leuchtdioden (OLEDs, PLEDs, vgl. z. B.
EP-A-0 676 461 , WO 98/27136),
organische Solarzellen (O-SC, vgl. z. B. WO 98/48433, WO 94/05045),
organische Feld-Effekt-Transistoren (O-FET, vgl. z. B.
US 5705826 ,
US 5596208 , WO 00/42668), organische
Schaltelemente (O-IC, vgl. z. B. WO 95131833, WO 99/10939), organische
optische Verstärker
oder organische Laserdioden (O-Laser, vgl. z. B. WO 98/03566). Organisch
im Sinne dieser Erfindung bedeutet, dass mindestens eine Schicht
eines organischen leitfähigen
dotierten Polymers, mindestens eine leitende oder halbleitende organische
Pufferschicht und mindestens eine Schicht bestehend aus einem organischen
Halbleiter vorhanden sind; es können
aber außer
diesen auch weitere organische Schichten (beispielsweise Elektroden,
etc.) vorhanden sein. Es können
aber durchaus auch Schichten vorhanden sein, die nicht auf organischen
Materialien basieren, wie beispielsweise weitere Zwischenschichten
oder Elektroden. Der Begriff „organisch" leitet sich vom
Begriff „organische
Chemie" ab, dem
historischen Begriff für
die Chemie der Kohlenstoff-Verbindungen.
Die
elektronische Vorrichtung ist im einfachsten Fall aufgebaut aus
Substrat (üblicherweise
Glas oder eine Kunststofffolie), Elektrode, Zwischenschicht aus
einem leitfähigen,
dotierten Polymer, erfindungsgemäße kationisch
vernetzbare Pufferschicht, organischer Halbleiter und Gegenelektrode.
Diese Vorrichtung wird entsprechend (je nach Anwendung) strukturiert,
kontaktiert und schließlich
hermetisch versiegelt, da sich die Lebensdauer derartiger Vorrichtungen
bei Anwesenheit von Wasser und/oder Luft drastisch verkürzt. Dabei
kann es auch bevorzugt sein, als Elektrodenmaterial für eine oder
beide Elektroden direkt ein leitfähiges, dotiertes Polymer zu
verwenden und dann keine Zwischenschicht aus leitfähigem, dotiertem
Polymer einzubringen. Für Anwendungen
in O-FETs ist es außerdem
nötig,
dass der Aufbau außer
Elektrode und Gegenelektrode (Source und Drain) noch eine weitere
Elektrode (Gate) enthält,
die durch eine Isolatorschicht mit einer in der Regel hohen Dielektrizitätskonstante
vom organischen Halbleiter abgetrennt ist. Außerdem kann es sinnvoll sein,
in die Vorrichtung noch weitere Schichten einzubringen.
Die
Elektroden werden so gewählt,
dass ihr Potential möglichst
gut mit dem Potential der angrenzenden organischen Schicht übereinstimmt,
um eine möglichst
effiziente Elektronen- bzw. Lochinjektion zu gewährleisten. Soll die Kathode
Elektronen injizieren, wie dies beispielsweise in OLEDs/PLEDs oder
n-leitenden O-FETs
der Fall ist, oder Löcher
aufnehmen, wie dies beispielsweise in O-SCs der Fall ist, sind als
Kathode Metalle mit geringer Austrittsarbeit, Metalllegierungen
oder mehrlagige Strukturen mit verschiedenen Metallen bevorzugt,
wie beispielsweise Erdalkalimetalle, Alkalimetalle, Hauptgruppenmetalle
oder Lanthanide (z. B. Ca, Ba, Mg, Al, In, Mg, Yb, Sm etc.). Bei
mehrlagigen Strukturen können
auch zusätzlich
zu den vorgenannten Metallen weitere Metalle verwendet werden, die
eine relativ hohe Austrittsarbeit aufweisen, wie z. B. Ag, wobei dann
in der Regel Kombinationen der Metalle, wie beispielsweise Ca/Ag
oder Ba/Ag verwendet werden. Die Kathoden sind üblicherweise zwischen 10 und
10000 nm, bevorzugt zwischen 20 und 1000 nm, dick.
Es
kann auch bevorzugt sein, zwischen einer metallischen Kathode und
dem organischen Halbleiter (bzw. anderen funktionellen Schichten,
die gegebenenfalls anwesend sind) eine dünne Zwischenschicht eines Materials
mit einer hohen Dielektrizitätskonstanten
einzubringen. Hierfür
kommen beispielsweise Alkalimetall- oder Erdalkalimetallfluoride, aber
auch die entsprechenden -oxide in Frage (z. B. LiF, Li2O,
BaF2, MgO, NaF, etc.). Die Schichtdicke
dieser dielektrischen Schicht beträgt bevorzugt zwischen 1 und
10 nm. Wenn das Potential der Kathode keine entscheidende Rolle
in der Funktion der Vorrichtung spielt, wie beispielsweise bei p-leitenden O-FETs,
kommen auch andere Kathodenmaterialen in Frage, wie beispielsweise
solche, die unten als Anodenmaterialien näher ausgeführt werden.
Als
Anode sind Materialien mit hoher Austrittsarbeit bevorzugt, wenn
an der Anode Löcher
injiziert (wie beispielsweise in OLEDs/PLEDs, p-leitenden O-FETs)
bzw. Elektronen aufgenommen (wie beispielsweise O-SCs) werden sollen.
Bevorzugt weist die Anode ein Potential größer 4,5 eV vs. Vakuum auf.
Hierfür
sind einerseits Metalle mit hohem Redoxpotential geeignet, wie beispielsweise
Ag, Pt oder Au. Es können
auch Metall/Metalloxid-Elektroden (z. B. Al/Ni/NiOx,
Al/Pt/PtOx) bevorzugt sein. Die Anode kann
auch aus einem leitfähigen,
dotierten organischen Material (z. B. ein leitfähiges, dotiertes Polymer) bestehen.
Für manche
Anwendungen muss mindestens eine der Elektroden transparent sein,
um entweder die Bestrahlung des organischen Materials (O-SC) oder
die Auskopplung von Licht (OLED/PLED, O-LASER, organischer optischer
Verstärker)
zu ermöglichen.
Ein bevorzugter Aufbau verwendet eine transparente Anode. Bevorzugte
Anodenmaterialien sind hier leitfähige gemischte Metalloxide.
Besonders bevorzugt sind Indium-Zinn-Oxid (ITO) oder Indium-Zink-Oxid
(IZO). Bevorzugt sind weiterhin leitfähige, dotierte organische Materialien,
insbesondere leitfähige
dotierte Polymere.
Ein ähnlicher
Aufbau gilt auch für
invertierte Strukturen, bei denen das Licht aus der Kathode ausgekoppelt
bzw. an der Kathode eingestrahlt wird. Die Kathode besteht dann
bevorzugt aus den oben beschriebenen Materialien mit dem Unterschied,
dass das Metall sehr dünn
und damit transparent ist. Die Schichtdicke der Kathode liegt bevorzugt
unter 50 nm, besonders bevorzugt unter 30 nm, insbesondere unter
10 nm. Darauf wird noch ein weiteres transparentes, leitfähiges Material
aufgebracht, wie beispielsweise Indium-Zinn-Oxid (ITO), Indium-Zink-Oxid
(IZO), etc..
Als
leitfähiges,
dotiertes Polymer (entweder als Elektrode oder als zusätzliche
Ladungsinjektionsschicht oder „Planarisation
Layer", um Unebenheiten
der Elektrode auszugleichen und so Kurzschlüsse zu minimieren) kommen verschiedene
organische, dotierte leitfähige
Polymere in Frage. Bevorzugt sind hier Polymere, die je nach Anwendung
eine Leitfähigkeit
von > 10–8 S/cm
aufweisen. In einer bevorzugten Ausführungsform dieser Erfindung
ist das leitfähige,
dotierte Polymer auf die Anode aufgebracht oder fungiert direkt
als Anode (oder ist in p-leitenden
O-FETs auch auf die Kathode aufgebracht oder fungiert als Kathode).
Hier beträgt das
Potential der Schicht bevorzugt 4 bis 6 eV vs. Vakuum. Die Schichtdicke
der Schicht beträgt
bevorzugt zwischen 10–500
nm, besonders bevorzugt zwischen 20–250 nm. Ist das leitfähige, dotierte
Polymer selbst die Elektrode, sind die Schichten im Allgemeinen
dicker, um eine gute elektrische Verbindung nach außen und
einen geringen kapazitiven Widerstand zu gewährleisten. Besonders bevorzugt
werden Derivate von Polythiophen (besonders bevorzugt Polyethylendioxythiophen,
PEDOT) und Polyanilin (PANI) verwendet. Die Dotierung erfolgt in
der Regel durch Säuren
oder durch Oxidationsmittel. Bevorzugt erfolgt die Dotierung durch
polymergebundene Brönsted-Säuren. Besonders
bevorzugt sind hierfür
allgemein polymergebundene Sulfonsäuren, insbesondere Poly(styrolsulfonsäure), Poly(vinylsulfonsäure) und
PAMPSA (Poly(2-acrylamido-2-methyl-propansulfonsäure)). Das
leitfähige
Polymer wird in der Regel aus einer wässrigen Lösung oder Dispersion aufgetragen
und ist unlöslich
in organischen Lösungsmitteln.
Dadurch kann die Folgeschicht aus organischen Lösungsmitteln problemlos aufgebracht
werden.
Als
organische Halbleiter kommen prinzipiell niedermolekulare, oligomere,
dendrimere oder polymere halbleitende Materialien in Frage. Unter
einem organischen Material im Sinne dieser Erfindung sollen nicht
nur rein organische Materialien, sondern auch metallorganische Materialien
und Metallkoordinationsverbindungen mit organischen Liganden verstanden
werden. Dabei können
die oligomeren, dendrimeren oder polymeren Materialien konjugiert,
nicht-konjugiert oder auch teilkonjugiert sein. Konjugierte Polymere
im Sinne dieser Erfindung sind Polymere, die in der Hauptkette hauptsächlich sp2-hybridisierte Kohlenstoffatome enthalten,
die auch durch entsprechende Heteroatome ersetzt sein können. Dies
bedeutet im einfachsten Fall abwechselndes Vorliegen von Doppel-
und Einfachbindungen in der Hauptkette. Hauptsächlich meint, dass natürlich auftretende
Defekte, die zu Konjugationsunterbrechungen führen, den Begriff "konjugiertes Polymer" nicht entwerten.
Es sind jedoch keine Polymere gemeint, welche absichtlich eingefügte größere Mengen
an nicht-konjugierten Segmenten enthalten. Des Weiteren wird in
diesem Anmeldetext ebenfalls als konjugiert bezeichnet, wenn sich
in der Hauptkette beispielsweise Arylamineinheiten und/oder bestimmte
Heterocyclen (d. h. Konjugation über
N-, O-, oder S-Atome) und/oder metallorganische Komplexe (d. h.
Konjugation über
das Metallatom) befinden. Hingegen würden Einheiten wie beispielsweise
einfache (Thio)Etherbrücken,
Esterverknüpfungen,
Amid- oder Imidverknüpfungen
eindeutig als nicht-konjugierte Segmente definiert. Außerdem sollen
unter einem konjugierten organischen Material auch π-konjugierte
Polysilane, -germylene und Analoga verstanden werden, die organische
Seitengruppen tragen und dadurch aus organischen Lösungsmitteln
aufgebracht werden können,
wie beispielsweise Poly(phenylmethylsilan). Nicht-konjugierte Materialien
sind Materialien, in denen keine längeren konjugierten Einheiten
in der Hauptkette bzw. im Dendrimergerüst auftreten. Unter teilkonjugierten
Materialien sollen Materialien verstanden werden, die längere konjugierte
Abschnitte in der Hauptkette bzw. im Dendrimergrundgerüst aufweisen,
die durch nicht-konjugierte Einheiten überbrückt sind, oder die längere konjugierte
Einheiten in der Seitenkette enthalten. Typische Vertreter konjugierter
Polymere, wie sie beispielsweise in PLEDs oder O-SCs verwendet werden
können,
sind Poly-para-phenylenvinylen (PPV) oder Systeme, die im weitesten
Sinne auf Poly-p-phenylen (PPP) basieren, und Derivate dieser Strukturen.
Für die Verwendung
in O-FETs sind vor allem Materialien mit hoher Ladungsträgermobilität von Interesse.
Materialien mit hoher Lochmobilität sind beispielsweise Oligo-
oder Poly(triarylamine), Oligo- oder Poly(thiophene) und Copolymere,
die einen hohen Anteil dieser Einheiten enthalten.
Die
Schichtdicke des organischen Halbleiters beträgt je nach Anwendung bevorzugt
10–500
nm, besonders bevorzugt 20–250
nm.
Unter
Dendrimer soll hier eine hochverzweigte Verbindung verstanden werden,
die aus einem multifunktionellen Zentrum (core) aufgebaut ist, an
das in einem regelmäßigen Aufbau
verzweigte Monomere gebunden werden, so dass eine baumartige Struktur
erhalten wird. Dabei können
sowohl das Zentrum, als auch die Monomere beliebige verzweigte Strukturen
annehmen, die sowohl aus rein organischen Einheiten, als auch Organometallverbindungen
oder Koordinationsverbindungen bestehen. Dendrimer soll hier allgemein
so verstanden werden, wie dies beispielsweise in M. Fischer, F.
Vögtle,
Angewandte Chemie, Int. Ed. 1999, 38, 885–905 beschrieben ist.
Um
mehrere organische Halbleiter aus Lösung übereinander aufbringen zu können, was
für viele
optoelektronische Anwendungen (z. B. PLEDs) von Vorteil ist, wurden
vernetzbare organische Schichten entwickelt (WO 02/10129). Diese
sind nach der Vernetzungsreaktion unlöslich und können daher durch Lösungsmittel
beim Aufbringen weiterer Schichten nicht mehr angegriffen werden.
Vernetzbare organische Halbleiter haben auch zur Strukturierung
mehrfarbiger PLEDs oder organischer elektronischer Devices (z. B.
O-FETs) Vorteile. Bevorzugt ist also weiterhin die Verwendung vernetzbarer
organischer Halbleiter. Bevorzugte Vernetzungsreaktionen sind kationische
Polymerisationen, basierend auf elektronenreichen Olefinderivaten,
heteronuklearen Mehrfachbindungen mit Heteroatomen oder Heterogruppierungen
oder Ringen mit Heteroatomen (z. B. O, S, N, P, Si etc.). Besonders
bevorzugte Vernetzungsreaktionen sind kationische Polymerisationen, basierend
auf Ringen mit Heteroatomen. Solche besonders bevorzugten Vernetzungsreaktionen
sind unten für die
erfindungsgemäße Pufferschicht
ausführlich
beschrieben.
Halbleitende
lumineszierende Polymere, die chemisch vernetzt werden können, werden
in WO 96/20253 offenbart. Als besonders geeignet haben sich Oxetanhaltige
halbleitende Polymere erwiesen, wie sie in WO 02/10129 beschrieben
sind. Diese können
durch Zusatz einer Photosäure
(Verbindung, die nach Bestrahlung mit Licht geeigneter Energie,
im Allgemeinen UV-Licht, saure Einheiten, z. B. Protonen, freisetzt) gezielt
und kontrolliert vernetzt werden. Es kommen aber auch vernetzbare
niedermolekulare Verbindungen in Frage, wie beispielsweise kationisch
vernetzbare Triarylamine (M. S. Bayer, T. Braig, O. Nuyken, D. C.
Müller, M.
Groß,
K. Meerholz, Macromol. Rapid Commun. 1999, 20, 224–228; D.
C. Müller,
T. Braig, H.-G. Nothofer, M. Arnoldi, M. Groß, U. Scherf, O. Nuyken, K.
Meerholz, ChemPhysChem 2000, 207–211). Diese Beschreibungen
sind via Zitat Bestandteil der vorliegenden Erfindung.
Ohne
damit an eine bestimmte Theorie gebunden sein zu wollen, vermuten
wir, dass die in dem leitfähigen
dotierten Polymer enthaltenen Protonen oder andere kationische Verunreinigungen
bereits eine kationische Polymerisation auslösen können, wenn darauf ein kationisch
vernetzbarer Halbleiter aufgebracht wird, und damit deren Strukturierung
unmöglich
machen. Aber auch Schichten organischer Halbleiter, die nicht kationisch
versetzbar sind, auf leitfähigen,
dotierten Polymeren sind problematisch, da Verunreinigungen und
deren Diffusion aus den dotierten Polymeren im Verdacht stehen,
begrenzend für
die Lebensdauer der elektronischen Vorrichtung zu sein.
Erfindungsgemäß ist daher
die Einführung
einer Pufferschicht, die zwischen dem leitfähigen, dotierten Polymer und
dem organischen Halbleiter eingebracht wird und die kationisch versetzbare
Einheiten trägt,
so dass sie niedermolekulare, kationische Spezies sowie intrinsische
kationische Ladungsträger
aufnehmen kann, die aus dem leitfähigen, dotierten Polymer diffundieren
können.
Diese Pufferschicht kann vor der Vernetzung sowohl niedermolekular
als auch oligomer, dendrimer oder polymer sein. Die Schichtdicke
liegt bevorzugt im Bereich von 5–300 nm, besonders bevorzugt
im Bereich von 10–200
nm. Bevorzugt liegt das Potential der Schicht zwischen dem Potential
des leitfähigen,
dotierten Polymers und dem des organischen Halbleiters, damit die
Ladungsinjektion nicht behindert wird, d. h. dass sowohl die Ladungsinjektion
aus dem leitfähigen, dotierten
Polymer in die Pufferschicht, wie auch aus der Pufferschicht in
den organischen Halbleiter begünstigt ist.
Dies kann erreicht werden durch geeignete Wahl der Materialien für die Pufferschicht
sowie geeignete Substitution der Materialien.
Bevorzugte
Materialien für
die Pufferschicht leiten sich ab von lochleitenden Materialien,
wie sie auch in anderen Anwendungen als Lochleiter verwendet werden.
Besonders bevorzugt eignen sich hierfür kationisch versetzbare Materialien
auf Triarylamin-Basis, auf Thiophen-Basis, auf Triarylphosphin-Basis
oder Kombinationen dieser Systeme. Durch geeignete Substitution
können
die Potentiale dieser Verbindungen eingestellt werden. So erhält man durch
Einführung
elektronenziehender Substituenten (z. B. F, Cl, CN, etc.) Verbindungen
mit einem niedrigeren HOMO (= höchstes
besetztes Molekülorbital),
während
durch Einführung
elektronenschiebender Substituenten (z. B. Alkoxygruppen, Aminogruppen,
etc.) ein höheres
HOMO erreicht wird.
Bei
der erfindungsgemäßen Pufferschicht
kann es sich um niedermolekulare Verbindungen handeln, die in der
Schicht vernetzt und so unlöslich
gemacht werden. Ebenfalls kommen oligomere, dendrimere oder polymere
lösliche
Verbindungen in Frage, die durch anschließende kationische Vernetzung
unlöslich
gemacht werden.
Ohne
bei dieser Erfindung an eine spezielle Theorie gebunden sein zu
wollen, sind kationische Spezies, die aus dem leitfähigen, dotierten
Polymer diffundieren können,
an erster Stelle Protonen, die ursprünglich aus dem verwendeten
Dotiermittel (häufig
polymergebundene Sulfonsäuren)
stammen können,
aber auch aus ubiquitärem
Wasser. Kationische Spezies, wie beispielsweise Metallionen, können auch
als (ungewollte) Verunreinigungen im leitfähigen Polymer vorhanden sein.
Eine weitere mögliche
Quelle kationischer Spezies ist die Elektrode, auf die das leitfähige Polymer
aufgetragen ist. So können
beispielsweise aus einer ITO-Anode Indiumlonen austreten und in
die aktiven Schichten des Devices diffundieren. Weitere, möglicherweise vorhandene,
niedermolekulare kationische Spezies sind monomere oder oligomere
Bestandteile des leitfähigen
Polymers, die durch Protonierung oder andere Dotierung in einen
kationischen Zustand überführt werden. Es
ist weiterhin möglich,
dass durch oxidative Dotierung eingebrachte Ladungsträger in die
Halbleiterschicht diffundieren.
Die
kationisch vernetzbare Pufferschicht kann diffundierende kationische
Spezies aufnehmen, indem dadurch die Vernetzungsreaktion initiiert
wird; andererseits wird durch die Vernetzung gleichzeitig die Pufferschicht
unlöslich
gemacht, so dass das anschließende
Auftragen des organischen Halbleiters aus den üblichen organischen Lösungsmitteln
keine Probleme bereitet. Die vernetzte Pufferschicht stellt eine
weitere Barriere gegen Diffusion dar.
Bevorzugte
kationisch polymerisierbare Gruppen sind folgende funktionelle Gruppen:
- 1) elektronenreiche Olefinderivate,
- 2) heteronukleare Mehrfachbindungen mit Heteroatomen oder Heterogruppierungen
oder
- 3) Ringe mit Heteroatomen (z. B. O, S, N, P, Si, etc.), die
durch kationische ringöffnende
Polymerisation (cationic ring-opening polymerisation) reagieren.
Bevorzugt
sind organische Materialien, bei denen mindestens ein H-Atom durch
eine Gruppe ersetzt ist, die durch kationische ringöffnende
Polymerisation reagiert. Einen allgemeinen Überblick über die kationische ringöffnende
Polymerisation gibt beispielsweise E. J. Goethals et al., „Cationic
Ring Opening Polymerization" (New
Methods Polym. Synth. 1992, 67–109).
Allgemein
eignen sich hierfür
nicht-aromatische cyclische Systeme, in denen ein oder mehrere Ringatome
gleich oder verschieden O, S, N, P, Si etc. sind. Bevorzugt sind
hier cyclische Systeme mit 3 bis 7 Ringatomen, in denen 1–3 Ringatome
gleich oder verschieden O, S oder N sind. Beispiele für solche
Systeme sind unsubstituierte oder substituierte cyclische Amine
(z. B. Aziridin, Azeticin, Tetrahydropyrrol, Piperidin), cyclische
Ether (z. B. Oxiran, Oxetan, Tetrahydrofuran, Pyran, Dioxan), ebenso
wie die entsprechenden Schwefelderivate, cyclische Acetate (z. B.
1,3-Dioxolan, 1,3-Dioxepan, Trioxan), Lactone, cyclische Carbonate,
aber auch cyclische Strukturen, die unterschiedliche Heteroatome
im Cyclus enthalten, wie beispielsweise Oxazoline, Dihydrooxazine
oder Oxazolone. Bevorzugt sind weiterhin cyclische Siloxane mit
4 bis 8 Ringatomen.
Ganz
besonders bevorzugt sind hierbei niedermolekulare, oligomere oder
polymere organische Materialien, bei denen mindestens ein H-Atom
durch eine Gruppe der Formel (I), Formel (II) oder Formel (III)
ersetzt ist;
dabei
gilt
R
1 ist bei jedem Auftreten gleich
oder verschieden eine geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkyl-,
Alkoxyalkyl, Alkoxy- oder Thioalkoxy-Gruppe mit 1 bis 20 C-Atomen, eine Aryl-
oder Heteroaryl-Gruppe mit 4 bis 18 aromatischen Ringatomen oder
eine Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome
durch Halogen, wie Cl und F, oder CN ersetzt sein können und
ein oder mehrere nicht benachbarte C-Atome durch -O-, -S-, -CO-,
-COO-, -O-CO-, ersetzt sein können,
R
2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden
eine geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkylgruppe mit 1 bis
20 C-Atomen, eine Aryl- oder
Heteroaryl-Gruppe mit 4 bis 18 aromatischen Ringatomen oder eine Alkenylgruppe
mit 2 bis 10 C-Atomen, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome
durch Halogen, wie Cl und F, oder CN ersetzt sein können und
ein oder mehrere nicht benachbarte C-Atome durch -O-, -S-, -CO-, -COO-,
-O-CO-, ersetzt sein können,
X
ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden -O-, -S-, -CO-,
-COO-, -O-CO- oder eine bivalente Gruppe -(CR
3R
4)
n-,
Z ist
bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine bivalente Gruppe
-(CR
3R
4)
n-,
R
3, R
4 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden
Wasserstoff, eine geradkettige, verzweigte oder cyclische Alkyl-,
Alkoxy-, Alkoxyalkyl- oder Thioalkoxy-Gruppe mit 1 bis 20 C-Atomen,
eine Aryl- oder Heteroaryl-Gruppe
mit 4 bis 20 aromatischen Ringatomen oder eine Alkenyl-Gruppe mit
2 bis 10 C-Atomen, bei denen ein oder mehrere Wasserstoffatome auch
durch Halogen, wie Cl oder F, oder CN ersetzt sein können; dabei können auch
zwei oder mehr Reste R
3 bzw. R
4 miteinander
ein Ringsystem bilden,
n ist bei jedem Auftreten gleich oder
verschieden eine ganze Zahl zwischen 0 und 20, vorzugsweise zwischen 1
und 10, insbesondere zwischen 1 und 6,
mit der Maßgabe, dass
die Anzahl dieser Gruppen gemäß Formel
(I) bzw. Formel (II) bzw. Formel (III) durch die maximal verfügbaren,
d. h. substituierbaren H-Atome begrenzt ist.
Die
Vernetzung dieser Einheiten kann beispielsweise durch thermisches
Behandeln der Vorrichtung in diesem Stadium durchgeführt werden.
Es ist nicht nötig
und auch nicht wünschenswert,
für die
Vernetzung eine Photosäure
zuzusetzen, da dadurch Verunreinigungen in den organischen Halbleiter
eingebracht werden. Ohne an eine spezielle Theorie gebunden sein
zu wollen, vermuten wir, dass durch die aus der leitfähigen, dotierten
Polymerschicht austretenden Protonen die Vernetzung der Pufferschicht
ausgelöst
wird. Bevorzugt findet diese Vernetzung bei einer Temperatur von
120 bis 240 °C
und einer Dauer von 10 bis 60 Minuten in einer inerten Atmosphäre statt.
Besonders bevorzugt findet diese Vernetzung bei einer Temperatur
von 160 bis 200 °C
und einer Dauer von 20 bis 40 Minuten in einer inerten Atmosphäre statt.
Für die Herstellung
der Vorrichtungen wird in der Regel folgendes allgemeine Verfahren
angewandt, das entsprechend ohne weiteres erfinderisches Zutun für den Einzelfall
anzupassen ist:
- • Ein Substrat (z. B. Glas oder
auch ein Kunststoff) wird mit der Anode beschichtet (beispielsweise
Indium-Zinn-Oxid, ITO, etc.). Anschließend wird die Anode (z. B.
photolithografisch) der gewünschten
Anwendung gemäß strukturiert
und verschaltet. Es kann hier auch sein, dass das ganze Substrat
und die entsprechende Verschaltung zunächst über einen recht aufwändigen Prozess
erzeugt wird, um dadurch eine sogenannte Aktiv-Matrix-Steuerung
zu ermöglichen.
Das mit der Anode beschichtete vorgereinigte Substrat wird entweder
mit Ozon oder mit Sauerstoffplasma behandelt oder kurze Zeit mit
einer Excimer-Lampe bestrahlt.
- • Anschließend wird
zunächst
ein leitfähiges
Polymer, z. B. ein dotiertes Polythiophen- (PEDOT) oder Polyanilinderivat
(PANI) in einer dünnen
Schicht zwischen 10 und 500 nm, bevorzugt zwischen 20 und 300 nm Schichtdicke,
auf das ITO-Substrat durch Spincoaten oder andere Beschichtungsverfahren
aufgebracht.
- • Auf
diese Schicht wird die erfindungsgemäße kationisch vernetzbare Pufferschicht
aufgebracht. Die entsprechende Verbindung wird dazu zunächst in
einem Lösemittel
oder Lösemittelgemisch
gelöst
und schließlich
filtriert. Da organische Halbleiter und v. a. die Oberflächen der
Schichten teilweise extrem durch Sauerstoff oder andere Luftbestandteile
beeinflusst werden, empfiehlt es sich, diese Operation unter Schutzgas
durchzuführen.
Als Lösemittel
für polymere
Verbindungen eignen sich aromatische Flüssigkeiten wie beispielsweise
Toluol, Xylole, Anisol, Chlorbenzol, aber auch andere, wie beispielsweise
cyclische Ether (z. B. Dioxan, Methyldioxan, THF) oder auch Amide,
wie beispielsweise NMP oder DMF, aber auch Lösemittelgemische, wie in der
Anmeldeschrift WO 02/072714 beschrieben. Für niedermolekulare Verbindungen
eignen sich auch weitere organische Lösemittel, die abhängig von
der verwendeten Verbindungsklasse gewählt werden. Mit diesen Lösungen können die
vorher beschriebenen Träger
ganzflächig
beschichtet bzw. lackiert werden, z. B. durch Spin-Coat-Verfahren,
Schwall- und Wellenbeschichtung oder Rackel-Techniken. Die Vernetzung
kann dann erfolgen, indem das Device in diesem Stadium in einer
inerten Atmosphäre
erhitzt wird. Es ist hier nicht nötig und auch nicht wünschenswert,
eine Photosäure
zuzusetzen, um Verunreinigung des Materials zu vermeiden; die thermische
Behandlung der Pufferschicht auf dem dotierten Polymer reicht aus,
um die Vernetzungsreaktion zu starten. Optional kann anschließend mit
einem Lösungsmittel,
wie beispielsweise THF, gespült
werden. Abschließend
wird getrocknet.
- • Darauf
bringt man dann eine Lösung
eines organischen Halbleiters auf. Die Wahl des Halbleiters hängt von
der gewünschten
Anwendung ab. Wird ein vernetzbarer organischer Halbleiter verwendet,
wird dieser entsprechend der gewünschten
Anwendung durch gezielte Vernetzung strukturiert. Dies kann bei kationisch
vernetzbaren Halbleitern beispielsweise durch Zusatz einer Photosäure, Bestrahlung
durch eine Schattenmaske und anschließende thermische Behandlung
erfolgen. Da die darunter liegende Pufferschicht nicht sauer ist,
sollte an dieser Stelle nicht auf die Verwendung einer Photosäure verzichtet
werden. Der nicht-vernetzte Anteil des Halbleiters kann anschließend mit
einem organischen Lösemittel,
in dem der Halbleiter löslich
ist, abgewaschen werden. Dieser Prozess kann für unterschiedliche Materialien
wiederholt werden, um auf diese Weise strukturiert mehrere Materialien
nebeneinander aufzubringen. So können beispielsweise
elektrolumineszierende Polymere unterschiedlicher Emissionsfarbe
strukturiert nebeneinander für
ein Vollfarbdisplay oder organische Feldeffekttransistoren verschiedener
Funktion nebeneinander für
organische Schaltungen aufgebracht werden. Es können dabei auch mehrere vernetzbare
Schichten übereinander
aufgebracht werden.
- • Auf
diese Polymerschichten können
optional weitere funktionelle Schichten, wie beispielsweise Ladungsinjektions-
oder -transportschichten oder Lochblockierschichten aufgebracht
werden, z. B. aus Lösung durch
Methoden, wie diese für
die Pufferschicht beschrieben wurden, aber auch durch Aufdampfen.
- • Anschließend wird
eine Kathode aufgebracht. Dies erfolgt nach dem Stand der Technik
durch einen Vakuumprozess und kann beispielsweise sowohl durch thermisches
Bedampfen als auch durch Plasmaspritzen (Sputtern) geschehen. Die
Kathode kann dabei vollflächig
oder auch durch eine Maske strukturiert aufgebracht werden. Geeignete
Kathodenmaterialien wurden bereits oben ausführlich beschrieben.
- • Da
viele der Anwendungen empfindlich auf Wasser, Sauerstoff oder sonstige
Bestandteile der Atmosphäre
reagieren, ist eine effektive Einkapselung des Devices unerlässlich.
Wie diese Einkapselung durchgeführt
werden kann, ist beispielsweise ausführlich beschrieben in der nicht
offen gelegten Anmeldeschrift DE 10261545.4 .
- • Der
oben beschriebene Aufbau wird für
die einzelnen Anwendungen entsprechend angepasst und optimiert und
kann allgemein für
verschiedene Anwendungen, wie organische und polymere Leuchtdioden,
organische Solarzellen, organische Feldeffektransitoren, organische
Schaltelemente, organische optische Verstärker oder organische Laserdioden
verwendet werden.
Überraschend
bietet diese vernetzbare Pufferschicht, die zwischen das leitfähige, dotierte
Polymer und den organischen Halbleiter eingebracht wird, nun folgende
Vorteile:
- 1) Niedermolekulare Spezies, insbesondere
geladene, stehen im Verdacht, sich negativ auf die Lebensdauer der
elektronischen Vorrichtung auszuwirken. Durch Einbringen der erfindungsgemäßen vernetzbaren Pufferschicht
verbessern sich die optoelektronischen Eigenschaften der elektronischen
Vorrichtung. So beobachtet man eine höhere Effizienz und höhere Lebensdauer
bei verringerter Betriebsspannung. Dabei fällt insbesondere auf, dass
dieser Effekt, insbesondere auf die Lebensdauer, besonders ausgeprägt ist,
wenn die Vernetzung der Pufferschicht thermisch initiiert wird.
Wird der Pufferschicht zur Vernetzung eine Photosäure zugesetzt,
wie es in der Literatur beschrieben ist, bleibt die Lebensdauer
praktisch unverändert.
- 2) Da die Pufferschicht vermutlich kationische Spezies abfängt, die
aus dem leitfähigen,
dotierten Polymer austreten, werden diese an der Diffusion in den
organischen, Halbleiter gehindert. Handelt es sich bei dem organischen
Halbleiter nun um eine kationisch vernetzbare Verbindung, wird so
eine ungewollte Vernetzung des Halbleiters wird vermieden. Dadurch
wird die kontrollierte Strukturierung des Halbleiters erst ermöglicht,
die bislang so nicht möglich
war.
Die
vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert, ohne
sie darauf einschränken
zu wollen. In diesen Beispielen wird nur auf organische und polymere
Leuchtdioden eingegangen. Der Fachmann kann jedoch aus den aufgeführten Beispielen
ohne erfinderisches Zutun weitere elektronische Vorrichtungen darstellen,
wie beispielsweise O-SC, O-FETs, O-ICs, optische Verstärker und
O-Laser, um nur einige weitere Anwendungen zu nennen.
Beispiele:
Beispiel 1: Synthese eines
kationisch vernetzbaren Polymers P1 für die Verwendung als Pufferschicht
a) Synthese literaturbekannter
Vorstufen
3-Ethyl-3-(iodmethyl)oxetan
(WO 9621657), 11-(4-Bromphenoxy)-1-undecanol (M. Trollsaas et al., Macromol.
Chem. Phys. 1996, 197, 767–779)
und N,N'-Diphenylbenzidin
(K. Wiechert et al., Zeitschriff Chem. 1975, 15, 49–50) wurden
gemäß der Literatur
synthetisiert.
b)
Synthese von N,N'-Bis-(4-bromphenyl)-N,N'-bis-(4-tert-butylphenyl)-biphenyl-4,4'-diamin (Monomer M1)
Die
Synthese von Monomer M1 ist beschrieben in WO 02/077060.
c)
Synthese von N,N'-Bis-(4-boronsäurepinakolester)phenyl-N,N'-bis-(4-tert-butylphenyl)-biphenyl-4,4'-diamin (Monomer
M2)
Die
Synthese von Monomer M2 ist beschrieben in der nicht offen gelegten
Anmeldung
DE 10337077.3 .
d)
Synthese von 3-(11-(4-Bromphenoxy)-undecan-1-oxy)methylen-3-ethyl-oxetan
1,6
g (30 mmol) NaH wurden in 70 mL trockenem DMF suspendiert und unter
Schutzgas gerührt.
Dazu wurde bei 40 °C
eine Lösung
aus 6,8 g (20 mmol) 11-(4-Bromphenoxy)-1-undecanol
in 25 ml DMF gegeben. Nach 1h wurden 2,96 g (22 mmol) 3-Ethyl-3-(iodmethyl)oxetan
und 0,166g (1,0 mmol) Kl zugegeben und 24 h bei 40 °C gerührt. Nach
Abkühlen
auf Raumtemperatur wurde die Reaktionsmischung mit 200 mL Wasser
und 200 mL CH2Cl2 versetzt,
die organische Phase wurde abgetrennt, über Mg2SO4 getrocknet und das Lösungsmittel im Vakuum entfernt.
Das Produkt wurde chromatographisch gereinigt (Silica, Laufmittel
Hexan). Die Ausbeute betrug 3,2 g (89 % d. Th.), die Reinheit 98%
(nach HPLC).
1H-NMR (CDCl3,
500 MHz): 1,45 (t, J = 7,3 Hz, 3H), 1,45 (m, 14H), 1,55 (m, 2H),
1,75 (m, 4H), 3,42 (t, J = 6,3 Hz, 2H), 3,46 (s, 2,H), 3,85 (t,
J = 6,3 Hz, 2H), 4,39 (d, J = 5,9 Hz, 2H), 4,44 (d, J = 5,9 Hz,
2H), 6,75 (d, J = 9 Hz, 2H), 7,35 (d, J = 9 Hz, 2H).
e) Synthese von Oxetan-substituiertem
N,N,N',N'-Tetraphenylbenzidin
Eine
entgaste Lösung
von 5,1 g (9,7 mmol) N,N'-Diphenylbenzidin
und 14 g (21,4 mmol) 3-(11-(4-Bromphenoxy)-undecan-1-oxy)methylen-3-ethyl-oxetan
in 250 mL
Toluol
wurde 1 h mit N2 gesättigt. Dann wurde die Lösung zunächst mit
0,12 g (0,39 mmol) P(tBu)3, dann
mit 69 mg (0,19 mmol) Pd(OAc)2 versetzt.
Anschließend
wurden 3,8 g (50,4 mmol) festes NaOtBu zugegeben.
Die Reaktionsmischung wurde 5 h unter Rückfluss erhitzt. Nach Abkühlen auf
Raumtemperatur wurden 0,85 g NaCN und 10 mL Wasser zugesetzt. Die
organische Phase wurde mit 4 × 50
mL H2O gewaschen, über MgSO4 getrocknet
und die Lösungsmittel
in Vakuum entfernt. Das reine Produkt erhielt man durch Umkristallisation
aus Dioxan in einer Reinheit von 99,2% (gemäß HPLC). Die Ausbeute betrug
12 g (75% d. Th.).
1H-NMR (CDCl3, 500 MHz): 0,81 (t, J = 7,3 Hz, 6H), 1,17
(t, J = 7,0 Hz, 12H), 1,23-1,35
(m, 28H), 3,94 (t, J = 6,3 Hz, 4H), 4,03 (t, J = 6,3 Hz, 8H), 4,21
(d, J = 5,9 Hz, 4H), 4,29 (d, J = 5,9 Hz, 4H), 6,91-7,01 (m, 14H),
7,04 (d, J = 9 Hz, 4H), 7,27 (d, J = 8 Hz, 4H), 7,49 (d, J = 8,7
Hz, 4H).
f)
Synthese von Oxetan-substituiertem, bromierten N,N,N',N'-Tetraphenylbenzidin
(Monomer M3)
45,72
g (43,7 mmol) Oxetan-substituiertes N,N,N',N'-Tetraphenylbenzidin
wurden in 500 mL THF vorgelegt. Dazu wurde bei 0°C unter Lichtausschluss eine
Lösung
aus 15,15 g (84,4 mmol) NBS in 300 mL THF getropft. Man ließ auf RT
kommen und rührte
4 h weiter. Es wurden 500 mL Wasser zugesetzt, und die Mischung
wurde mit CH2Cl2 extrahiert.
Die organische Phase wurde über
MgSO4 getrocknet und die Lösungsmittel
in Vakuum entfernt. Das Produkt wurde mit Hexan heiß ausgerührt und
abgesaugt. Nach wiederholter chromatographischer Aufreinigung (Silica,
Hexan/Ethylacetat 4:1) erhielt man das Produkt in einer Ausbeute von
44 g (85 % d. Th.) als blassbraunes Öl, welches eine Reinheit von
99,2 % (gemäß HPLC)
aufwies.
1H-NMR (DMSO-d6,
500 MHz): 0,81 (t, J = 7,3 Hz, 6H), 1,17 (t, J = 7,0 Hz, 12H), 1,23-1,35
(m, 28H), 3,94 (t, J = 6,3 Hz, 4H), 4,03 (t, J = 6,3 Hz, 8H), 4,21
(d, J = 5,9 Hz, 4H), 4,29 (d, J = 5,9 Hz, 4H), 6,91-7,02 (m, 12H), 7,04
(d, J = 9 Hz, 4H), 7,29 (d, J = 8 Hz, 4H), 7,51 (d, J = 8,7 Hz,
4H).
g) Polymersynthese: Synthese
von Polymer P1
1,7056
g (2 mmol) Monomer M2, 0,9104 g (1,2 mmol) Monomer M1, 0,9723 g
(0,8 mmol) Monomer M3 und 2,03 g (4,4 mmol) Kaliumphosphat-Hydrat
wurden in 12,5 mL Toluol, 12,5 mL Dioxan und 12 mL Wasser (alle
Lösungsmittel
sauerstofffrei) gelöst
und bei 40 °C
30 Minuten mit einem Argonstrom entgast. Dann wurden 0,90 mg Pd(OAc)2 und 6,30 mg P(o-tol)3 als
Katalysator zugegeben, und die Reaktionsmischung wurde 3 h unter
Rückfluss
erhitzt. Es wurden 20 mL Toluol und als Endcapper 12 mg (0,04 mmol)
3,4-Bispentoxybenzolboronsäure
zugegeben, 1 h unter Rückfluss
erhitzt, dann wurden 20 mg (0,06 mmol) 3,4-Bispentoxybenzolbromid zugegeben und
1 h unter Rückfluss
erhitzt. Die Reaktionslösung
wurde auf 65°C
abgekühlt
und 4 h mit 10 mL 5%iger wässriger
Natrium-N,N,Diethyldithiocarbamat-Lösung ausgerührt. Die organische Phase wurde
mit 3 × 80
mL Wasser gewaschen und durch Zugabe in das doppelte Volumen Methanol
ausgefällt.
Das Rohpolymer wurde in Chlorbenzol gelöst, über Celit filtriert und durch
Zugabe des doppelten Volumens Methanol gefällt. Man erhielt 2,24 g (78
d. Th.) des Polymers P1.
Beispiel 2: Synthese eines
kationisch vernetzbaren Polymers P2 für die Verwendung als Pufferschicht
a)
Synthese von Bis-(4-bromphenyl)-(4-
secbutylphenyl)-amin
(Monomer M4)
Die
Synthese von Monomer M4 wurde in Analogie zur Synthese in
DE 19981010 durchgeführt.
b)
Synthese von Bis-((4-boronsäurepinakolester)phenyl)-(4-
secbutylphenyl)-amin (Monomer M5)
Die
Synthese von Monomer M5 ist beschrieben in der nicht offen gelegten
Anmeldung
DE 10337077.3 .
c)
Synthese von 2,7-Dibrom-(2,5-dimethylphenyl)-9-(3,4-di(3-ethyl(oxetan-3-ethyloxy)-hexyloxyphenyl))-fluoren
(Monomer M6)
Die
Synthese von Monomer M6 ist beschrieben in C. D. Müller et
al., Nature 2003, 421, 829.
d) Polymersynthese: Synthese
von Polymer P2
1,4695
g (3,2 mmol) Monomer M4, 2,2134 g (4 mmol) Monomer M5, 0,7463 g
(0,8 mmol) Monomer M6 und 4,05 g (8,8 mmol) Kaliumphosphat-Hydrat
wurden in 25 mL Toluol, 25 mL Dioxan und 25 mL Wasser (alle Lösungsmittel
sauerstofffrei) gelöst
und bei 40°C
30 Minuten mit einem Argonstrom entgast. Dann wurden 1,80 mg Pd(OAc)2 und 14,61 mg P(o-tol)3 als
Katalysator zugegeben, und die Reaktionsmischung wurde 10 h unter
Rückfluss
erhitzt. Dabei wurden nach 4 h, nach 5,5 h und nach 8,5 h jeweils
die Ausgangsmenge an Pd(OAc)2 und P(o-tol)3 zugegeben. Nach 8 h Reaktionszeit wurden
2 mL Toluol zugegeben. Als Endcapper wurden 24 mg (0,08 mmol) 3,4-Bispentoxybenzolboronsäure zugegeben,
2 h unter Rückfluss
erhitzt, dann wurden 40 mg (0,12 mmol) 3,4-Bispentoxybenzolbromid
zugegeben und 1 h unter Rückfluss
erhitzt. Die Reaktionslösung
wurde auf 65 °C
abgekühlt
und 4 h mit 20 mL 5 %iger wässriger
Lösung
von Natrium-N,N-Diethyldithiocarbamat
ausgerührt.
Die Phasen wurden getrennt und der Vorgang wurde noch einmal mit
40 mL der Dithiocarbamat-Lösung
wiederholt. Die Phasen wurden getrennt, die organische Phase mit
3 × 150
mL Wasser gewaschen und durch Zugabe in das doppelte Volumen Methanol
ausgefällt.
Das Rohpolymer wurde in Chlorbenzol gelöst, über Celit filtriert und durch
Zugabe des doppelten Volumens Methanol gefällt. Man erhielt 1,84 g (64%
d. Th.) des Polymers P2, das in Chlorbenzol löslich, jedoch in Toluol, THF
oder Chloroform unlöslich
ist.
Beispiel
3: Synthese eines kationisch vernetzbaren Moleküls V1 für die Verwendung als Pufferschicht
Die
Synthese des kationisch vernetzbaren Moleküls V1 ist beschrieben in M.
S. Bayer et al., Macromol. Rapid Commun. 1999, 20, 224–228.
Die
Deviceergebnisse, die bei Verwendung des Polymers P1 und P2 bzw.
des Moleküls
V1 als Pufferschicht erhalten wurden, sind in Beispiel 6–8 zusammengefasst.
Beispiel 4: Herstellung
von LEDs mit einer zusätzlichen
Pufferschicht
Die
Herstellung von LEDs erfolgte nach einem allgemeinen Verfahren,
welches im Einzelfall auf die jeweiligen Gegebenheiten (z. B. Lösungsviskosität und optimale
Schichtdicke der funktionellen Schichten im Device) angepasst wurde.
Die im Nachfolgenden beschriebenen LEDs waren jeweils Dreischichtsysteme,
d. h. Substrat//ITO//PEDOT//Pufferschicht//Polymer//Kathode. PEDOT
ist ein Polythiophen-Derivat (Baytron P4083 von H. C. Stark, Goslar).
Als Kathode wurde in allen Fällen
Ba von der Firma Aldrich und Ag von der Firma Aldrich verwendet.
Wie PLEDs allgemein dargestellt werden können, ist bereits in
DE 10249723.0 und der
darin zitierten Literatur ausführlich
beschrieben.
Davon
abweichend wurde hier auf die PEDOT-Schicht ein kationisch vernetzbarer
Halbleiter als Pufferschicht aufgebracht. Als Materialien für die Pufferschicht
wurden hier die vernetzbaren Polymere P1 und P2 bzw. die vernetzbare
niedermolekulare Verbindung V1 verwendet. Von dem vernetzbaren Material
wird eine Lösung
(in der Regel mit einer Konzentration von 4–25 mg/ml in beispielsweise
Toluol, Chlorbenzol, Xylol etc.) angesetzt und durch Rühren bei
Raumtemperatur gelöst.
Je nach Material kann es auch vorteilhaft sein, für einige
Zeit bei 50–70 °C zu rühren. Hat
sich die Verbindung vollständig
gelöst,
wird sie durch einen 5 μm
Filter filtriert. Dann wird die Pufferschicht bei variablen Geschwindigkeiten
(400–6000
rpm) mit einem Spincoater in einer inerten Atmosphäre aufgeschleudert.
Die Schichtdicken können
dadurch im Bereich von ca. 20 und 300 nm variiert werden. Anschließend erfolgt
die Vernetzung durch Erhitzen des Devices auf 180°C für 30 Minuten auf
einer Heizplatte in einer iterten Atmosphäre. Auf die Pufferschicht werden
nun der organische Halbleiter und die Kathode aufgebracht, wie in
DE 10249723.0 und der
darin zitierten Literatur beschrieben.
Beispiel 5: Herstellung
von strukturierten LEDs mit einer zusätzlichen Pufferschicht
Die
Herstellung der strukturierten LEDs erfolgt zunächst analog zu Beispiel 4 bis
einschließlich
zum Schritt der Vernetzung der Pufferschicht. Abweichend dazu werden
als organische Halbleiter mehrere kationisch vernetzbare Halbleiter
verwendet. Als kationisch vernetzbare Halbleiter wurden rot, grün und blau
emittierende konjugierte Polymere auf Basis von Poly-Spirobifluoren
verwendet, die mit Oxetangruppen funktionalisiert wurden. Diese
Materialien und deren Synthese wurden bereits in der Literatur beschrieben
(Nature 2003, 421, 829). Von den kationisch vernetzbaren Halbleitern
wird eine Lösung
(in der Regel mit einer Konzentration von 4–25 mg/ml in beispielsweise
Toluol, Chlorbenzol, Xylol:Cyclohexanon (4:1)) angesetzt und durch
Rühren bei
Raumtemperatur gelöst.
Je nach Verbindung kann es auch vorteilhaft sein, für einige
Zeit bei 50–70°C zu rühren. Dabei
werden den Lösungen
des kationisch vernetzbaren Halbleiters noch ca. 0,5 Gew.% (bezogen auf
das Polymer) einer Photosäure
(hier: {4-[(2-hydroxytetradecyl)-oxyl]-phenyl}-phenyliodonium
hexafluoroantimonat) zugesetzt. Auf die vernetzte Pufferschicht
wird nun durch Spincoating unter vergleichbaren Bedingungen wie
für die
Pufferschicht die Lösung
des ersten kationisch vernetzbaren Halbleiters und der Photosäure aufgebracht.
Nach Trocknen des Films wird durch Bestrahlung mit einer UV Lampe
(10 W, 302 nm, 5 Min.) durch eine Maske strukturiert vernetzt. Der
Film wird dann unter einer interten Atmosphäre 3 Minuten bei 130°C getempert,
anschließend
mit einer 10–4-molaren
LiAlH4-Lösung
in THF behandelt und mit THF nachgespült. Dadurch werden die nicht-vernetzten
Stellen im Film abgewaschen. Dieser Vorgang wird mit den weiteren
Lösungen
der vernetzbaren organischen Halbleiter wiederholt, und auf diese
Weise werden die drei Grundfarben strukturiert nebeneinander aufgebracht.
Das Aufdampfen der Elektroden und die Kontaktierung erfolgen dann,
wie oben beschrieben.
Beispiel 6: Lebensdauermessung
einer LED mit einer zusätzlichen
Pufferschicht P1
Die
LED wurde hergestellt, wie in Beispiel 4 beschrieben. Dabei wurden
20 nm PEDOT verwendet. Als Pufferschicht wurde eine 20 nm dicke
Schicht von Polymer P1 aufgebracht, die wie in Beispiel 4 beschrieben thermisch
vernetzt wurde. Als halbleitendes Polymer wurde ein blau emittierendes
Polymer verwendet, das 50 mol% Monomer M7, 30 mol% Monomer M8, 10
mol% Monomer M1 und 10 mol% Monomer M9 enthielt. Die Monomere sind
unten abgebildet, ihre Synthese ist beschrieben in WO 03/020790.
Das Polymer zeigte in der Elektrolumineszenz eine Lebensdauer (=
Helligkeitsabfall auf die Hälfte
der Anfangshelligkeit) von ca. 1600 h bei Raumtemperatur und einer
Anfangshelligkeit von 300 cd/m2. In einer
Vergleichs-LED ohne
die Pufferschicht zeigte das Polymer unter ansonsten gleichen Bedingungen
eine Lebensdauer von ca. 500 h. Es wurde außerdem eine LED hergestellt,
deren Pufferschicht unter Zusatz von 0,5 Gew.% {4-[(2-hydroxytetradecyl)-oxyl]-phenyl}-phenyliodonium
hexafluoroantimonat photochemisch durch UV-Bestrahlung (3 s, 302
nm) und anschließendes
Erhitzen auf 90°C
für 30
Sekunden vernetzt wurde. Die Pufferschicht wurde anschließend mit
THF gespült
und 5 Minuten auf 180°C
erhitzt. Diese LED hatte unter ansonsten gleichen Bedingungen eine Lebensdauer
von ca. 630 h.
Beispiel 7: Lebensdauermessung
einer LED mit einer zusätzlichen
Pufferschicht P2
Die
Messung wurde wiederholt mit Polymer P2 als Pufferschicht, wie in
Beispiel 6 beschrieben unter ansonsten identischen Bedingungen.
Das Polymer zeigte eine Lebensdauer von ca. 1500 h ohne Zusatz von Photosäure zur
Pufferschicht und von ca. 600 h mit Zusatz von Photosäure.
Beispiel 8: Lebensdauermessung
einer LED mit einer zusätzlichen
Pufferschicht V1
Die
Messung wurde wiederholt mit Verbindung V1 als Pufferschicht, wie
in Beispiel 6 beschrieben unter ansonsten identischen Bedingungen.
Das Polymer zeigte eine Lebensdauer von ca. 1350 h ohne Zusatz von
Photosäure
zur Pufferschicht und von ca. 550 h mit Zusatz von Photosäure.