DE104870A - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 42: Instrumente.
Immerwährender Schaltkalender.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 19. Juni 1898 ab.
Vorliegende Erfindung betrifft einen sogenannten immerwährenden Kalender zum Aufhängen
oder Aufstellen im Zimmer, bei welchem bei Bethätigung der die Namen der Wochentage tragenden Scheibe durch einen
nach aufsen ragenden Knopf gleichzeitig in den der Wirklichkeit entsprechenden Abstufungen
die Namen der Monate und die Datumszahl verstellt werden.
Der Gegenstand der Erfindung ist auf den beiliegenden Zeichnungen dargestellt worden,
und zwar veranschaulicht
Fig. ι eine Hinteransicht des gesammten Kalenders.
Fig. 2 ist eine Seitenansicht des Monatswechselrades mit der daran sitzenden Monatsscheibe,
Fig. 3 eine zu Fig. 2 gehörige Aufsicht, wobei der oberste Theil des Monatswechselrades
nach der Linie A-B der Fig. 2 weggeschnitten gedacht ist,
Fig. 4 eine Seitenansicht des Tagewechselrades mit der daran befestigten, die Tagesnamen
tragenden Scheibe,
Fig. 5 eine Einzelansicht der Antriebsvorrichtung für das Tagesrad in Fig. 1,
Fig. 6 eine Seitenansicht der Geradführungen/ für die Schaltklinken und
Fig. 7 eine vergröfserte Oberansicht der Schaltklinken f1, f2 und/3 mit den ihren Hub
begrenzenden Anschlägen.
Der ganze Apparat ist in einem Gehäuse A untergebracht. Der Betrieb geschieht bei der
gezeichneten Ausführungsform durch einen an der einen Seite des Kastens in einem Schlitz
gehenden Stift mit Knopf a, welcher an einer sich in senkrechter Richtung bewegenden und
in den Führungen a1 und a? gehenden Schubstange
a3 befestigt ist.
Durch die am Stift ab befestigte Feder a*
wird die Schubstange as in ihrer oberen Lage
gehalten und schnellt daher nach Aufhören des auf den Knopf α ausgeübten Druckes von
selbst wieder nach oben.
Das Hinabdrücken des Knopfes α bewirkt nun einerseits die Weiterschaltung einer (im
oberen Theile der Zeichnung dargestellten) Mondscheibe, auf die, als mit der Erfindung
nicht in unmittelbarer Beziehung stehend, hier nicht näher eingegangen werden soll, andererseits
die Weiterschaltung der Wochentagsscheibe, und zwar in folgender Weise:
Zwischen den beiden Führungen a1 und a1
ist auf der Schubstange a3 ein Bolzen d angebracht,
auf welchem, wie aus den Fig. 1 und 5 hervorgeht, neben einander drei an
ihrem Ende mit Verbreiterungen versehene Nocken d3 sitzen. Durch Federn d1 werden
diese Nocken leicht gegen den gemeinsamen Anschlag d% angezogen, so dafs sie, da die
Anschlagsfläche von d2 eine gerade Linie bildet,
im gewöhnlichen Zustande in einer Ebene liegen.
Diese der Bewegung der Schubstange a3
folgenden Nocken dienen zum Antriebe des Tagesrades und hierdurch unter Vermittelung
einer Schaltvorrichtung zum Antriebe des Monatsrades.
Diese Schaltvorrichtung besteht aus drei um die Achse e schwingenden, den Nocken d3
entsprechenden Schalthebeln e1, e2 und e3,
von denen in Fig. 2 nur e1 und e2 zu sehen
sind, während e3 durch e1 verborgen wird.
Der Stift bezw. die Achse e wird durch den Steg e4 getragen, welcher gleichzeitig mit seiner
unteren Seite als Führung für das dünne Tageszahlenrad dient und auf der Vorderwand
des Kastens festgeschraubt ist.
Mit ihren freien Enden sind die Schalthebel e1, e2 und e3 in einer mit drei Schlitzen
versehenen und ebenfalls auf der Vorderwand des Apparatkastens festgeschraubten Geradführungjf
(Fig. 6) geführt und ihre Entfernung von einander sowie ihre Stellung zu den federnden Nocken ds ist durch' die Schlitze
der Führung f so geregelt, dafs die umgebogenen Ansätze d* der Nocken die Schalthebel
bei ihrem Niedergange mitnehmen können, sobald diese nur um ein gewisses Mafs durch
eine später zu erläuternde Einrückvorrichtung aus ihrer obersten, durch die Länge der Schlitze
geregelten Lage herausgedrängt sind, wie es in Fig. 2 am Hebel e2 dargestellt ist.
Auf den Schalthebeln e\ e2 und e3 sitzen
die Schaltklinken/1, f1 und f3, von denen fs
gleichfalls verborgen ist; diese Schaltklinken sind um schwache, auf den Schalthebeln sitzende
Stifte drehbar und werden durch Federn /*, f5 und f6 gegen einen Anschlag in einer bestimmten
Lage festgehalten (Fig. 7). Nach der anderen Seite ist der Ausschlag der Schaltklinken
gleichfalls durch einen Anschlag begrenzt.
Durch die Federn g-1, g1 und g3 werden
die Schalthebel nach oben, d. h. gegen das obere Ende der in der Geradführung f befindlichen
Schlitze angedrückt.
Von den Schalthebeln kommt nun immer einer, in den Figuren e2, mit den Nocken d3
in Eingriff, und zwar richtet sich dies nach der Länge des Monats.
In den Figuren ist die gesammte Kalenderstellung für den 1. Januar, also für einen
Monat mit 31 Tagen, dargestellt.
Die Einrückung der Schalthebel geschieht durch ein auf einem Monatsrad M sitzendes
und mit ihm fest verbundenes Schaltrad m, dessen Construction aus den Fig. 1, 2 und 3
hervorgeht.
Das Schaltrad m besitzt drei verschiedene
neben einander liegende Theilungen, deren Ebenen mit den Schwingungsebenen der Hebel
e1, e'2 und e3 zusammenfallen, die erste,
d. h. die am weitesten von M abliegende, ist bei dem gezeichneten Kalender für 30 Tage,
die mittlere für 31 und die innerste für 28 Tage eingerichtet. D. h. es giebt auf der
Theilung für 30 Tage nur so viel der aus Fig. 3 ersichtlichen Ansätze s, als es Monate
mit 30 Tagen im Jahre giebt, und auf der Theilung für 28 Tage nur einen einzigen Ansatz,
während der Rest auf die Theilung für 31 Tage vertheilt ist.
Dabei ist die Stellung dieser einzelnen Zähne zu einander genau so gewählt, dafs, wie im
gewöhnlichen Kalender, die 31, 30 und 28Tage enthaltenden Monate mit einander abwechseln
und genau in der richtigen Weise auf einander folgen. Aufserdem sitzt am Rade M
noch ein vierter Kranz von Ansätzen r, deren Bedeutung später erläutert werden soll.
Den Ansätzen s entsprechend besitzen die Schalthebel e1, e1 und e3 an ihrer oberen Seite
die Nasen h\ h2 und h3, und es werden daher
bei dem Drehen des Monatsrades M bezw. des Schaltrades m in der aus Fig. 2 ersichtlichen
Richtung die Hebel abwechselnd und je nach der Folge der Monate durch die
entsprechenden Ansätze s des Schaltrades m heruntergedrückt und so dem Angriff der
Nocken d3 ausgesetzt. Wenn nach dem Verlaufe eines Monats der nächste Monat eintrifft
bezw. eingeschaltet wird, so wird der entsprechende Schalthebel für diesen Monat hernieder
in die Eingriffsstellung gedrückt, zu gleicher Zeit zieht aber die entsprechende der
Federn g den bisher in Wirksamkeit befindlichen der Schalthebel wieder nach oben und
damit aufserhalb des Wirkungskreises der Nocken d3.
Entsprechend den drei Theilungen auf dem Schaltrade m besitzt auch die den drei Schaltklinken
e1, e2 und e3 ausgesetzte ■ Antriebstrommel
i drei verschiedene, nach der Anzahl der Tage in den einzelnen Monaten sich
richtende Theilungen. Dieselben sind in Fig. 4 dargestellt, und es besitzt wiederum die äufsere
Theilung 30, die mittlere 31 und die innere 28 Ansätze oder kleine Nocken, welche so
construirt sind, dafs bei einer entsprechenden Bewegung die gerade eingeschaltete der drei
Sperrklinken fl, f* und f3 in sie eingreift und
dadurch die Trommel, welche um die Achse i1 drehbar ist, weiterschaltet. Im Vorliegenden
Falle würde der wirksame Hebel e2 sein und mit seiner Schaltklinke f'2 in den mittleren
Theilungskranz der Trommel i eingreifen.
Es ist zu beachten, dafs je nach der Anzahl der Monatstage auch die Theilungslänge auf
der Trommel i verschieden ist, so dafs bei entsprechender Anzahl von Fortbewegungen
dennoch die Trommel i eine volle Umdrehung macht; nur die Anzahl der zu dieser ganzen
Umdrehung nöthigen Hübe ist verschieden und entspricht der Anzahl der Tage in dem
betreffenden Monat. Die Verschiedenheit der Gröfse in der Theilung geht auch aus Fig. 5
klar hervor.
Die Art und Weise, in der die Theilung sichtbar gemacht ist, soll, da sie den Gegenstand
einer besonderen Erfindung bildet, an dieser Stelle nicht beschrieben werden.
Der Zusammenhang der Monatsscheibe M und der Tagesscheibe T mit ihren Schalttrom-
mein, d.h. die Fortschaltung der Monatsscheibe, wird in bekannter Weise dadurch vermittelt,
dafs sich an der Trommel i des Tagesrades T eine Nase q befindet, welche am Schlufs jeder
vollen Umdrehung von T in einen der Zähne r des Monatsrades eingreift und das Monatsrad
hierdurch um einen Zahn weiter auf den nächsten Monat rückt.
Gleichzeitig mit der Veränderung des Monatsnamens in der Schauöffnung des Apparates
wird das Schaltrad m gedreht, wodurch zugleich je nach der Anzahl der Tage des betreffenden
Monats vermöge des zugehörigen Ansatzes s ein entsprechender Schalthebel e\
e2 oder e3 nach unten gedrückt und so der
Einwirkung seines Nockens d3 ausgesetzt wird, während der Schalthebel des vorigen Monats,
sobald dieser eine andere Tageszahl hatte, durch die entsprechende Feder g in seine
obere, unerreichbare Länge zurückgeschnellt wird. Da hierbei der Fall eintreten kann, dafs
der zuletzt wirksam gewesene Schalthebel noch von der zugehörigen Nocke d3 heruntergedrückt
ist, während der für den nächsten Monat in Betracht kommende bereits durch den zugehörigen Ansatz s in den Bereich der
Nocken da gebracht ist, dem Zurückgehen der Stange d also Widerstand entgegensetzen würde,
so sind die Nocken d3, wie bereits erwähnt, federnd gestaltet, um beim Hochgehen ausweichen
zu können.
Die Fortschaltung der Scheibe mit den Namen der Wochentage unterscheidet sich nicht wesentlich
von den üblichen Constructionen.
Bei dem dargestellten Kalender ist es eine Scheibe*W, die auf derselben Achse i1 wie die
Datumscheibe, aber unabhängig von dieser sitzt, und auch unabhängig von ihr beim Niederdrücken
des Knopfes α unter Vermittelung der Hebelübertragung ks durch die Sperrklinke I1
in Verbindung mit dem siebenzähnigen Stufenrad / weitergeschaltet wird.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:An einem immerwährenden Schaltkalender, bei dem durch eine einzige Schaltbewegung die Fortschaltung der Tagesscheibe wie die der Datumscheibe erfolgt, während die Monatsscheibe durch einen Eingriff mit der Datumscheibe fortgeschaltet wird, eine Einrichtung zur Berücksichtigung der verschiedenen Längen der einzelnen Monate, dadurch gekennzeichnet, dafs die Uebertragung der Schaltbewegung auf die Datumscheibe durch Vermittelung von drei Schalthebeln (e1 e2 e3) erfolgt, die entsprechend in drei mit der Datumscheibe verbundene Kränze von 28, 30 und 31 Zähnen eingreifen, und · von denen immer der dem jeweiligen Monat entsprechende durch einen Eingriff mit der Monatsscheibe im Bereich der Schaltbewegung gehalten wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Family
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