DE105007C - - Google Patents
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf Verfahren, bei welchen eine' gewünschte Verbindung
erhalten wird durch Elektrolyse einer Lösung, welche ein oder mehrere der die Verbindung bildenden Elemente enthält unter
Zuhülfenahme von Elektroden, welche bei der Elektrolyse die übrigen zur Entstehung der
Verbindung notwendigen Elemente liefern, wobei die entstehende Verbindung im Elektrolyten
unlöslich ist. Die Verfahren beruhen auf der Anwendung von Wechselstrom unter den angegebenen Umständen.
Die Erfindung wird im Nachstehenden an der Hand eines Verfahrens zur elektrolytischen
Darstellung von Schwefelmetallen beschrieben, bei welchem als Anode das Metall benutzt
wird, dessen Schwefelverbindung dargestellt werden soll und als Elektrolyt eine Hyposulfitlösung
dient; das Schwefelmetall entsteht dabei an der Anode und fallt zu Boden.
Bei der Darstellung von Schwefelcadmium z. B. verwendet man Elektroden aus Cadmium
und als Elektrolyt eine etwa ioprocentige Natriumhyposulfitlösung. Durch die Lösung
sendet man mittelst der Elektroden einen Wechselstrom. Dabei wird an jeder Elektrode,
so lange sie Anode ist, unlösliches Schwefelcadmium gebildet, während an derselben
Elektrode, so lange sie Kathode ist, Wasserstoff frei wird.
Durch das vorliegende Verfahren werden wichtige Vortheile erreicht. Die abwechselnde
Bildung des unlöslichen Niederschlages und Entwickelung von Wasserstoff an den Elektroden
erleichtert die- Ablösung des Niederschlages von den. metallenen Elektroden durch
die mechanische Wirkung der Wasserstoffbläschen, so dafs das Schwefelmetall abgelöst
wird, wie es entsteht und auf den Boden der Wanne fällt, und demnach die Elektroden
dem Elektrolyten stets eine blanke metallische Oberfläche darbieten. Ein anderer Vortheil
ist der im Wesentlichen gleichmäfsige Verbrauch der beiden Elektroden und damit die
Vermeidung eines unnöthigen Widerstandes, welcher sich bei ungleichmäfsigem oder einseitigem
Verbrauch einstellen kann. Unter Wechselstrom wird Hierbei ein elektrischer Strom verstanden, der in kurzen regelmäfsigen
Zeiträumen seine Richtung wechselt.
Das Verfahren ist nothwendigerweise dadurch beschränkt, dafs es nur dann angewendet
werden kann, wenn durch die Elektrolyse an der einen Elektrode ein Element
frei wird oder eine Verbindung entsteht, welche unter den angegebenen Bedingungen
gegenüber dem an der anderen Elektrode frei werdenden Element oder der daselbst gebildeten
Verbindung indifferent ist. Diese Bedingung ist gewöhnlich erfüllt, wenn an
einem Pol Gase frei gemacht oder unlösliche Verbindungen niedergeschlagen werden. Der
beim Durchgang des Stromes in der einen Richtung gebildete Niederschlag wird dann
nicht zersetzt oder gelöst, sondern einfach mechanisch verschoben, wenn der Strom in
der entgegengesetzten Richtung hindurchgeht. Unter Einhaltung dieser Bedingung ist die
vorliegende Erfindung auf alle Verfahren zur elektrolytischen Darstellung von gefällten Verbindungen
anwendbar, die durch Verbindung eines oder mehrerer Elemente des Elektrolyten mit einem oder mehreren Elementen der Elektroden
entstehen.
Soweit das Verfahren bisher beschrieben wurde, ist es auf die Darstellung einfacher
Verbindungen durch Anwendung von Elektroden gleicher Art anwendbar, wodurch das gleiche Product an beiden Elektroden erhalten
wird. Die vorliegende Erfindung ist aber noch einer weiteren Anwendung fähig, bei welcher
eine Doppelverbindung oder ein Gemisch von Verbindungen erhalten werden kann, indem
man zweckmä'fsig gewählte verschiedenartige Elektroden benutzt. Wenn z. B. von den
beiden Elektroden die eine aus Zink und die andere aus Cadmium besteht und als Elektrolyt
die bereits erwähnte Natriumhyposulfitlösung verwendet wird, so bildet sich an der
Cadmiumelektrode, wenn sie als Anode dient, Schwefelcadmium, an der Zinkelektrode unter
gleichen Umständen Schwefelzink. Der entstehende Niederschlag ist dann ein Gemenge
der beiden Salze. In allen anderen Hinsichten ist die Wirkung des Verfahrens die gleiche, auch
die erzielten Vortheile bleiben die gleichen mit dem weiteren Vortheil jedoch, dafs durch
Aenderung des Wechselstromes in der Weise, dafs die Zeiträume, während welcher die
Cadmiumelektrode als Anode wirkt, gegenüber jenen, während welcher die Zinkelektrode als
Anode wirkt, entsprechend geregelt werden, eine entsprechende Aenderung der Zusammensetzung
des resultirenden Gemenges erhalten werden kann.
In Erdmann's Journal für praktische Chemie 1882, B. 26, S. 257 u. f. wurde über
Versuche von Drechsel und Gerdes berichtet , bei welchen durch Elektrolyse von Ammoniumcarbonat mit Wechselstrom unter
Benutzung von Platinelektroden gleichfalls ein im Elektrolyten unlösliches Platin enthaltendes
Salz [Pt(NH3J6 (C O3)%\ ausgeschieden wurde.
Die einzig zulässige, von Gerdes selbst gegebene Erklärung der Bildung dieser Verbindung,
welche, wie ersichtlich, beide Jonen des Elektrolyten (NHJ2CO3, nämlich NH1
und CO3, enthält, ist die, dafs an der Platinelektrode
zunächst ein Jon (NHJ frei wird und mit Platin Platinammonium bildet, worauf
bei Umkehrung des Stromes an derselben Elektrode das andere Jon (C O3) frei wird
und sich mit dem Platinammonium zu unlöslichem Carbonat verbindet. Der allgemein
aufgefafste elektrolytische Vorgang bei diesen Versuchen ist sonach der, dafs die durch den
in einer Richtung durch den Elektrolyten gehenden Strom aus eisSeni" Jon und dem
Elektrodenmaterial gebildete.AVerbindung bei
darauf folgender Umkehrung, -»»'des,, Stromes
durch Hinzutritt des anderen Jo'ri^/in eine im Elektrolyten unlösliche Verbindung ujjjgewqndelt
wird, so dafs diese letztere sich ausscheidende Verbindung nebst dem Elektrodenmaterial nothwendig
beide Jonen enthalten mufs.
Diesem gegenüber unterscheidet sich das vorliegende Verfahren dadurch, dafs aus einem
Jon und dem Elektrodenmaterial eine im Elektrolyten unlösliche Verbindung gebildet
wird und nach der Bildung zu Boden fällt und sich somit der weiteren elektrolytischen
Einwirkung entzieht.
Es wird noch bemerkt, dafs die beschriebene Darstellung von Schwefelmetallen durch Elektrolyse
eines Hyposulfite nur als ein geeignetes Beispiel angeführt wurde, und dafs das Verfahren
nicht auf die Darstellung von Schwefelmetallen beschränkt ist, sondern zur Darstellung
aller unlöslichen gefällten Verbindungen geeignet ist, bei denen die vorstehend erwähnten
beschränkenden Bedingungen erfüllt sind.
Claims (2)
1. Verfahren zur elektrolytischen Darstellung chemischer Verbindungen, darin bestehend,
dafs man einen Wechselstrom mittelst Elektroden durch einen Elektrolyten leitet, von
dem ein Bestandtheil auf die Elektroden elektrolytisch und abwechselnd wirkend mit
dem Elektrodenmaterial eine Verbindung eingeht, die im Elektrolyten und den gleichzeitig
an der anderen Elektrode gebildeten Producten unlöslich ist und von den Elektroden
zu Boden fällt.
2. Eine Ausführung des durch Patent - Anspruch ι gekennzeichneten Verfahrens, bei
welcher, während an einer Elektrode die durch Anspruch 1 gekennzeichnete Verbindung
elektrolytisch gebildet wird, an der anderen Elektrode ein Gas in Freiheit gesetzt
wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE105007C true DE105007C (de) |
Family
ID=375322
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT105007D Active DE105007C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE105007C (de) |
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