DE1062C - Vorrichtungen an Vacuura-Bremsen für Eisenbahnfahrzeuge - Google Patents
Vorrichtungen an Vacuura-Bremsen für EisenbahnfahrzeugeInfo
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- B60T13/00—Transmitting braking action from initiating means to ultimate brake actuator with power assistance or drive; Brake systems incorporating such transmitting means, e.g. air-pressure brake systems
- B60T13/10—Transmitting braking action from initiating means to ultimate brake actuator with power assistance or drive; Brake systems incorporating such transmitting means, e.g. air-pressure brake systems with fluid assistance, drive, or release
- B60T13/24—Transmitting braking action from initiating means to ultimate brake actuator with power assistance or drive; Brake systems incorporating such transmitting means, e.g. air-pressure brake systems with fluid assistance, drive, or release the fluid being gaseous
- B60T13/46—Vacuum systems
- B60T13/465—Vacuum systems for railway vehicles
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- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Mechanical Engineering (AREA)
- Valves And Accessory Devices For Braking Systems (AREA)
Description
1877.
Klasse 20.
SMITH VACUUM BRAKE COMPANY Limited LONDON. Vorrichtungen an Vacuum-Bremsen für Eisenbahnfahrzeuge.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. Juli 1877 ab.
Längste Dauer: 30. December 1889.
Diese Erfindung bezieht sich auf jene Klasse von Bremsen für Eisenbahn-Locomotiven und
Wagen, bei welchen die die Bremse in Thätigkeit setzende Kraft aus dem Drucke der atmosphärischen
Luft gezogen wird, welcher auf die Köpfe von dehnbaren Kammern oder Cylindern
wirkt, in deren Innern ein theilweises Vacuum erzeugt wird.
Gleiche Buchstaben bezeichnen, soweit dies praktisch thunlich, gleiche Theile in den verschiedenen
Figuren.
In Fig. 8, Blatt II der Zeichnungen, ist bei A die von mir vorgezugsweise angewendete Form der
dehnbaren Luftkammer gezeigt. Dieselbe ist unter dem Tender und auch unter einem Theil der Wagen
des Zuges oder unter jedem der Wagen des ' letzteren angebracht. Dieselbe besteht aus einer
Röhre von Kautschuktuch, welche sich, wenn verkürzt, wie die Blasbälge eines Accordeons zusammenfaltet
und an den Winkeln oder Falten durch Ringe aus starkem Draht verstärkt ist. Die Enden sind mittelst Metallköpfen oder Böden
verschlossen, welche innerhalb der Kammer, wie in Fig. 5, Blatt I der Zeichnungen gezeigt,
durch eine Kette verbunden sind, um die auf das biegsame Material der Seiten ausgeübte
Spannung zu begrenzen. Einer der Köpfe oder Böden ist in' gewöhnlicher Weise an dem Gestell
des Wagens befestigt, während der andere Kopf seine Unterstützung an der denselben mit
den Bremsen oder Bremshebeln verbindenden Stange erhält, welche ihre Stützen in an dem
Wagen befestigten Bügeln hat.
Eine andere Anordnung ist die, die Eisen* köpfe auf Frictionsrädern, welche auf Bahnen
laufen, die zwischen zwei parallelen Stangen a a,
Fig. 7, gebildet sind, oder aber durch eine Stange zu unterstützen, welche an der inneren Fläche
des manchmal benutzten Schildes a3 angebracht ist, welcher an dem Wagenboden angebolzt ist
und die dehnbare Luftkammer umschliefst, um sie vor Beschädigung zu bewahren. Die Luft
aus der Kammer A wird durch ein, dieselbe mit dem Rohr B, Fig. 1, Blatt I, verbindendes
Zweigrohr ausgesogen.
Eine andere, in Fig. 5, Blatt I der Zeichnungen gezeigte, Form der dehnbaren Luftkammer
besteht aus zwei teleskopartig ineinander gleitenden Büchsen, die durch einen zwischen zwei
Flantschen zusammengeprefsten Packungsring von Kautschuk oder anderem passenden Material
gedichtet werden.
Noch eine andere Form der dehnbaren Luftkammer ist in Fig. 3 und 4, Blatt I der
Zeichnungen gezeigt. Dieselbe ist aus zwei elastischen Metallplatten, vorzugsweise von dünnem
Federstahl, mit Flantschen an den Rändern, gemacht, welche mittelst Bolzen und Muttern
gegen einen Kautschukring zusammengeprefst werden, um die Verbindungsfuge zu schliefsen.
Um den nöthigen Wirkungsgrad zu erzielen, können mehrere dieser Kammern durch röhrenförmige
Bolzen mit einander verbunden werden, wie in Fig. 3, Blatt I der Zeichnungen gezeigt.
Wie oben angegeben, ziehe ich jedoch die dehnbare röhrenförmige Kammer vor, welche in
Fig. ι o, Blatt III der Zeichnungen mit A bezeichnet ist, während die anderen mit Ax und A"1
bezeichnet sind (Blatt I).
Durch den festen Kopf oder Boden der dehnbaren Luftkammer tritt ein Zweigrohr der
Röhre B in die Kammer. Sollte es vorgezogen werden, beide Köpfe beweglich zu machen, so
kann die Communication zwischen der Kammer A und dem Rohre B mittelst eines biegsamen
Schlauches hergestellt werden, wie in Fig. 5, Blatt I der Zeichnungen bei b gezeigt.
Die Röhren B sind von Schmiedeisen, gleich den als Gasröhren verwendeten und sollten zu
beiden Seiten des Wagens angebracht werden, so dafs im Falle des Unbrauchbarwerdens des
einen, das andere noch in Thätigkeit bleiben kann. Diese Röhren sind gewöhnlich in Abtheilungen
von einem Ende der Wagen zum anderen laufend, permanent an denselben befestigt. An jedem Ende der Röhren befindet
sich ein Stück biegsamen Kautschukschlauches.
Diese Kautschukschlauchstücke sind mittelst ineinander zu schiebender Kupplungen (slip
couplings) mit Federklinken an der Aufsenseite miteinander verbunden, um sie, wie bei B\
Fig. 2, Blatt I, oder noch besser bei C in Fig. 9, Blatt II der Zeichnungen gezeigt, jedoch nicht
fest zusammenzuhalten, sondern so, dafs sie beim Ablösen der Wagen leicht auseinandergezogen
werden, ohne dafs der Schlauch zerrissen
wird. Wenn blos ein Rohr unter einem Wagen benutzt wird, so sollte es gegabelt werden
und an jedem Zweige ein positives und negatives Kupplungsstück angebracht werden.
Sie sollten an jedem Wagen mit den positiven und ebenso mit den negativen Kupplungsstücken an den Enden einander gegenüberliegend
angeordnet werden, so dafs irgend ein Wagen leicht mit irgend einem anderen Wagen verbunden werden kann, indem dann
immer beim Zusammenkommen der Wagen die positiven und negativen Kupplungen einander
gegenüber sein werden.
Diese Kupplungen sind manchmal mit Ventilen construirt, welche aufgedrückt werden, wenn
die Wagen aneinander gekuppelt werden und durch den Druck der Luft oder durch die
Schwere augenblicklich geschlossen werden, wenn die Wagen absichtlich oder durch Zufall
voneinander abgelöst oder entkuppelt werden.
Eine andere Art der Anordnung der Röhren B ist die Theilung derselben in drei Abtheilungen,
wie in Fig. io, Blatt III der Zeichnungen gezeigt, wobei die mittlere Abtheilung permanent
an dem Wagenkörper befestigt ist, während die Endabtheilungen an kurzen Ketten aufgehängt
sind, um frei schwingen und dadurch sich den erforderlichen Längsveränderungen accomodiren
zu können, so dafs bei der Bewegung der Wagen kein Zug auf dieselben übertragen wird. Zwischen den Abtheilungen der Wagen
befinden sich kurze Schlauchstücke B 3, innerhalb welchen Drahtwindungen angebracht
sein sollten, um ein Zusammenklappen derselben beim Ausziehen der Luft zu verhindern. Wenn
diese Röhrenabtheilungen benutzt werden, so wird die erforderliche Kupplung zwischen den
Wagen ohne die Anwendung eines biegsamen Schlauches zwischen den Wagen an den äufseren
Enden der Röhren befestigt.
Damit im Falle eines Bruches einer der Röhrenlinien B die Bremsen in Thätigkeit
bleiben, so sollten die zwei Röhren durch Zusammenfügung der Schläuche am Ende des
letzten Wagens des. Zuges in der Weise, wie bei C in Fig. 9, Blatt II gezeigt, oder durch
Kreuzung von biegsamen Röhrenabtheilungen unter.jedem Wagen verbunden werden. Wenn
derartig verbunden, so sollten besagte Röhren B vom hinteren Ende des Zuges in zwei Linien
zur Locomotive gehen, so dafs unter Controle des Zugführers die Luft aus den biegsamen
Kammern ausgezogen werden kann, so oft es erforderlich ist, die Geschwindigkeit des
Zuges zu mäfsigen oder denselben anzuhalten.
Zum Ausziehen der Luft aus dem Rohre B und der dehnbaren Luftkammer A, Fig. 1,
Blatt I, sind drei Methoden praktisch anwendbar, welche unabhängig von einander oder vereinigt
angewendet werden können. Nach der einen Methode erstreckt sich das Rohr B bis
in den Schieberkasten der Locomotive, so dafs, wenn der Dampf abgesperrt wird, durch Oefifnung
eines Ventils im Rohr B der Kolben des Cylinders, bei seinem Hin- und Hergehen von
einem Ende zum anderen, als Luftpumpe zum Ausziehen der Luft aus dem Rohre dienen
kann. Nach der zweiten Methode ist das Rohr B, wie bei B\ Fig. .1, Blatt I, gezeigt,
mit einem Saugeventilator oder einer Rotationspumpe zum Ausziehen der Luft aus dem Rohre
und den Kammern verbunden. Die dritte und zwar diejenige Methode, welche ich vorziehe,
besteht darin, an besagtem Rohre B bequem innerhalb des Bereiches des Locomotivführers,
wie bei D, Fig. 1, Blatt I der Zeichnungen gezeigt, einen Dampfejector anzubringen, .um durch
einen nach Belieben vom Locomotivführer mittelst eines Ventils im Dampfrohre £>2, Fig. 14,
Blatt IV, zugelassenen Dampfstrahles die Luft aus dem Rohre B und der Kammer auszuziehen.
Es giebt viele Formen dieses Ejectors, welche benutzt werden könnten; hier will ich jedoch
diejenige beschreiben, welche von mir für diesen besonderen Zweck angeordnet wurde und von
mir vorgezogen wird. Dieser Ejector ist bei D, Fig. 14, Blatt IV, und in Fig. 15 im Schnitte
(und zwar in letzterer Figur einfach, in ersterer doppelt) gezeigt. Ich werde blos den in Fig. 15
gezeigten beschreiben, da der doppelte eine blofse Wiederholung des einfachen ist.
Der Dampf wird durch das Zuführungsrohr D'1
eingelassen, welches vom Dampfdome der Locomotive ausgeht und durch ein mittelst des
Hebels D'3 regulirtes Ventil controlirt wird. Der Dampf tritt in eine ringförmige Kammer,
welche das Luftzulassungsrohr £>ä umgiebt;
dasselbe ist das Ende der durch den Zug gehenden Röhre B. Das Ende des Rohres D3
ist geformt, wie in den Zeichnungen gezeigt und von einem ringförmigen Räume, durch
welchen Dampf strömt, wenn das Ventil durch den Hebel £>* geöffnet wird, umgeben; dieser
Dampf zieht die Luft aus dem Rohre B und den dehnbaren Luftkammern A mit sich. £>A
ist ein Stofsventil (check valve), welches zwischen dem Dampfzuleitungsrohre 'D'x und dem
Ventil D5 angebracht ist, welches letztere Ventil
mittelst des Hebels D'0 zu dem Zwecke in Thätigkeit gesetzt wird, um Luft einzulassen· und
die Röhren B und die dehnsamen Luftkammern A wieder zu füllen, wenn die Bremsen abgezogen
werden sollen. Ein Doppelejector wird durch doppelte Anordnung obiger Theile gebildet.
Die Köpfe oder Böden der ausdehnbaren Luftkammern werden durch Federn zurückgezogen,
welche benutzt werden, um die Bremsschuhe zurückzuziehen und es werden beim Zurückziehen
derselben die Kammern durch die Ventile D 5 wieder mit Luft gefüllt. Es ist klar,
dafs Luftpressungsapparate benutzt werden könnten, um die zurückkehrende Luft hineinzupressen.
Die in Fig. 14 gezeigten doppelten Ejectorröhren sind an den bezw. Röhren B B
befestigt, welche an beiden Seiten der Wagen entlang laufen; jede der Ejectorröhren ist von
gröfserer Wirkung, als dies für das zugehörige
Rohr nothwendig wäre, um dadurch die Undichtigkeiten in den Röhren auszugleichen.
Die Ejectorröhren können sich in die freie Luft entleeren oder mit einer Kappe bedeckt
sein, welche ähnlich ist den bei Funkenfängern benutzten. Die gekrümmten Platten dieser
Kappe -Dc leiten den ausströmenden Dampf in
das Gehäuse D''', um das Condensationswasser aufzufangen, welches durch das AbzugsrohrZ>8 abfiiefst.
Eine bessere Einrichtung ist für die meisten Fälle die, den entweichenden Dampf in den
Rauchkasten der Locomotive oder in das Tenderreservoir zu entleeren. Ich schlage vor, wenn
es gelegen ist, dies zu thun, denselben Ejector zu benutzen, um Wasser durch ein Verbindungsrohr in den Tender der Maschine oder Locomotive
zu heben. ·
In Fig. 16 habe ich eine Modification des
Ejectors gezeigt, in welcher d das Dampfzuleitungsrohr ist, welches den Dampf central
durch die divergirende Düse des Rohres d3, rund um ein konisches Ventil d~ herum einführt,
welches letztere durch eine Schraube und eine Kurbel d* justirt oder verstellt werden
kann, während die Luft durch das Rohr d\ welches eine Verlängerung des Hauptsaugerohres
B ist, zugelassen wird.
Meine Einrichtung von Kraftbremsen umschliefst die Anbringung von Bremsen an den
Treibrädern der Locomotive sowohl, als an den Rädern der Wagen, so dafs es beim Anhalten
nicht nothwendig sein wird, die Locomotive zu reversiren.
Ich werde zuerst die Art und Weise der Anbringung der Bremsen an den Rädern einer
Locomotive und eines Tenders beschreiben. Dieselbe ist in Fig. 8 und 9, Blatt II, der
Zeichnungen gezeigt. Die ausdehnbaren Luftkammern A A sind unter dem Tender angebracht
und mit einem System von Luftaussaugerohren BB verbunden. Wenn die Köpfe oder
Böden, infolge der Aussaugung der Luft, durch die Röhren BB einwärts gezogen werden, so
führen sie die Stangen EE mit sich, welche an den bezw. Ketten E1E' befestigt sind,
welche um Rollen an den Enden des schwebenden Hebels E3 gehen, der lose in Bügeln
Ei angebracht ist. Die Ketten £' sind
an Stangen E'' angebracht, welche mit einer einzelnen Zugstange F verbunden sind, die die
Tenderbremsen in Thätigkeit setzt. Auch die Stangen G G, Fig. 9, welche die Bremsen der
Treib räder in Thätigkeit setzen, sind an dem schwebenden Hebel E3 befestigt, welcher als
Ausgleicher dient, um einen gleichförmigen Druck auf alle Räder der Locomotive und des
Tenders auszuüben.
Die Bremsen E1 an den Tenderrädern werden durch die Stange F bewegt, welche den
langen Arm des Hebels F3, Fig. 8, in Thätigkeit
setzt, dessen Drehpunkt sich am Schafte (shank) der Bremsschuhe befindet, während
dessen kürzerer Arm an der Stange FA angebracht ist, welche nach den anderen Rädern
hin führt und ein ähnliches Hebelpaar zum Anrücken der Bremsen an diese Räder in Bewegung
setzt.
Die Bremsen sind an Gliedern F'1 aufgehängt
und mit (hier nicht gezeigten) Federn verbunden, wie sie gewöhnlich zum Lösen der Bremsen
benutzt werden.
Die Kraft wird durch die Stangen G G nach der Locomotive übertragen. Diese Stangen
sind mit einem Ende an dem schwebenden Hebel E3 und mit dem anderen Ende an dem
langen Arme eines Hebels G1 befestigt, welcher in der Mitte mit Drehzapfen versehen
ist, um zu beiden Seiten seines Drehungspunktes und in gleichen Distanzen von demselben
die Stangen G1 G1 aufzunehmen. Es ist von gröfster Wichtigkeit, dafs der Druck
auf die Treibräder ein gleichförmiger ist, und wird dies durch die Benutzung eines schwingenden
Drehungspunktes am Gliede Ga erreicht, welches frei an einem an dem Gestell oder den
Rahmen der Locomotive befestigten Theile aufgehängt ist, um den Druck auf jeden der
Treiber (driver) auszugleichen. Die Schuhe G\ sind Rahmen (skeleton frames), welche an
der Vorderfläche mit hohlliegenden Stahlstücken versehen sind, um sich nicht zu erhitzen, wie
dies schwere massive Schuhe thun würden.
An dem Ejector sollte ein Vacuummesser angebracht sein, so dafs der Locomotivführer
im Stande ist, eine bemessene oder bestimmte Kraft auf die Bremsen auszuüben. In
keinem Falle sollte der Druck hinreichen, um das Gleiten der Locomotivräder auf den Schienen
zu bewirken, da dieselben bald dadurch ruinirt wurden. Aus dieser Ursache ist es
praktisch unmöglich befunden worden, die unbestimmte und unregelmäfsige Kraft anderer
Bremssysteme mit Vortheil auf die Triebräder von Locomotiven anzuwenden, bei meinem
System wird jedoch, da die Kraft nie die des atmosphärischen Druckes übersteigen wird, dieselbe
niemals hinreichend sein, das Gleiten der Treibräder zu bewirken und ist dieselbe durch
die Anzeigen des Vacuummessers bis zu ihrer äufsersten Grenze vollkommen unter der Controle
des Locomotivführers.
Die Bremsen sind sowohl an den Rädern eines achträderigen Wagens, als auch an vierräderigen
Wagen angebracht gezeigt, wobei das Betriebsprincip in beiden Fällen dasselbe ist.
Bei der Anwendung der Kraft der dehnbaren Luftkammern auf die Bremsen können, wie in
Fig. ι ο und 11 gezeigt, die gewöhnlichen Bremshebel
benutzt werden, oder ich kann, wie in Fig. 3, Blatt, I gezeigt, folgende Einrichtung
treffen. H ist eine Stange, an einer Seite mit einer Verzahnung versehen, welche sich bei
Ausdehnung oder Zusammenziehung der dehnsamen Luftkammern A der Länge nach frei
in passenden Führungen bewegt.
Die Zähne besagter Zahnstange greifen in die Räder des Getriebes H1, welches an seinen
Seiten Stifte oder Zapfen trägt,, um welche herum,
wie gezeigt, eine Kette ff2 gelegt ist. Stangen H3 verbinden die Enden dieser Kette mit
den Bremsbäumen oder einem Hebelsystem, je nachdem dies vorgezogen wird. Bei Zusammenziehung
der dehnsamen Luftkammer wird die Kette H" verkürzt, wodurch die Bremsen angezogen
werden. Sollte die Kette FP so weit unten angebracht werden, als die Stange F4
in Fig. 8, Blatt II, so kann anstatt des horizontalen Betriebes eine verticale Stange zum Aufwinden
der Kette benutzt werden.
Nach einer anderen Art des Betriebes der Bremsen ist, wie in Fig. 5, Blatt I der Zeichnungen,
die Kette H" um Rollenscheiben am kürzeren Arme und Drehpunkte der Hebel //
gewunden, welche an den zwei beweglichen Köpfen der teleskopartigen Luftkammer A- befestigt
sind. Bei Annäherung der Köpfe werden die Ketten zusammengezogen und die Bremsen angezogen.
Ich construire einen verbesserten Bremsschuh, indem ich denselben an seiner Vorderfläche mit
einer Anzahl Abtheilungen forme und in diesen Abtheilungen Stoffe von verschiedenen Härtegraden
anbringe, um eine Compensation für die verschiedenen Abnutzungsgrade an den äufseren
und Zwischentheilen der Laufflächen des Rades zu bewirken, d. h. ich fülle jene Abtheilungen
des Schuhes, welche sich gegen die äufseren Theile des Rades stützen, welche letztere sich
weniger abnutzen als die Zwischentheile desselben mit kieseligem oder anderem harten
Material, während die Abtheilungen in den mittleren Theilen des Schuhes theilweise mit
Kupfer und theilweise mit Holz oder ähnlichem Material ausgefüllt werden.
Ein anderer Theil meiner Erfindung bezieht sich auf eine Methode zur Verbindung der
dehnsamen Luftkammer mit zwei Paar Bremsschuhen an den Vorder- und Hinterrädern einer
Locomotive oder eines Wagens, wie in Fig. 17 und 18 gezeigt, so dafs, wenn ein Paar Bremsen
oder die Bremsen an einer Seite der Locomotive oder des Wagens unbrauchbar werden sollten,
dieses beschädigte oder unbrauchbare Paar aufser Verbindung gesetzt werden kann und das andere
Paar wirksam bleiben wird. Bei dieser Einrichtung geht eine Stange F von dem beweglichen
Kopf der dehnsamen Luftkammer A direct nach vorn und führen von dem Ende dieser Stange zwei Ketten F^ diagonal jede
nach einer anderen Seite des Wagens und gehen, über Rollen F" laufend, abwärts, wo sie
an Bremsschuhhebeln F7 an den Bremsblöcken F1
befestigt und so verbunden sind, dafs eine Bewegung des Kopfes der dehnsamen Kammer A
bewirken wird, dafs die Bremsen gleichzeitig gegen alle Räder drücken werden. Auch kann
ich zwei dehnsame Luftkammern in Verbindung mit dieser Einrichtung von Bremsschuhhebeln
benutzen.
Ich habe oben ausführlich den Mechanismus beschrieben, durch welchen die Bremsen unter
gewöhnlichen Bedingungen in Thätigkeit gesetzt werden. Es bleibt noch Vorsorge dafür zu
treffen, dafs im Falle der Trennung eines Zuges durch Unglücksfall der von der Locomotive abgetrennte
Theil des Zuges prompt angehalten werde. Dieser Zweck kann durch Benutzung eines Handrades K, Fig. 10 und 11, Blatt III
der Zeichnungen, erreicht werden, dessen Ketten an dem Ende eines der Bremshebel befestigt
sind, wie dies bei gewöhnlichen Handbremsen der Fall ist, oder es kann im hinteren Wagen
ein gewöhnlicher Saugventilator angebracht und durch Handkraft betrieben oder eine Riemscheibe
an seiner "Welle angebracht werden und durch einen Riemen in Thätigkeit gesetzt
werden, der über eine correspondirende Riemscheibe an der Axe geht und mit einem
Riemenspanner irgend einer · Art versehen ist, damit, wenn der Zug zufällig getheilt würde,
der Ruck oder Zug einer zur Locomotive führenden Schnur den Riemen verschieben und die Luftpumpe oder den Ventilator in Betrieb
setzen wird, wodurch die Bremsen an dem so abgelösten Wagen an die Räder gedrückt und
dieser Theil des Zuges angehalten wird.
Ich benutze auch eine automatisch wirkende Vorrichtung zur Ansetzung der Bremse bei zufälligem
Abtrennen oder Zertheilen des Zuges. Bei einer Form dieser automatischen Vorrichtung
sind, wie in Fig. 11 und 12, Blatt III der
Zeichnungen gezeigt, die Vacuumkammern A durch Zweigröhren mit den Saugröhren BB
und diese Saugröhren untereinander durch ein elastisches Schlauchstück M" verbunden. Ventile
M% in passenden Kammern in besagten Zweigröhren werden unter normalen Umständen
gewöhnlich offen gehalten, um den freien Abflufs oder Zuflufs der Luft von den dehnsamen
Luftkammern A durch die Röhren M5 M'" nicht
zu stören. Eine metallene Kammer M ist ferner durch ein Rohr Af1 mit dem Innern des
Schlauches verbunden und hat ein Ventil M°, welches gestatten wird, dafs die Luft aus der
Kammer M ausgezogen, aber nicht in dieselbe eingelassen wird. Dieses Ventil ist mittelst
einer Stange und eines Excenters mit einer Welle M'' verbunden, welche sich durch das
Rohr AP erstreckt und abgeschrägte Enden hat, die mit den abgeschrägten Enden der
Stangen obengenannter Ventile correspondiren, so dafs, wenn die Welle gedreht wird, dieselbe
diese Ventile gegen ihre Sitze drücken und alle Verbindung zwischen den dehnsamen
Luftkammern A A und den Saugröhren B B abschneiden wird. Innerhalb besagten biegsamen
Schlauches ist ein cylindrischer durchbrochener Pfropf AP, welcher aufserhalb des Schlauches
durch einen Kragen oder Ring festgeklemmt wird; derselbe wird an einem Arm AP befestigt, von
welchem eine Schnur oder ein Seil Mxa
der ganzen Länge des Zuges entlang läuft. Wenn sich der Zug zertheilt, so wird dieses
Seil zerreifsen, die Stärke des hierbei erfolgenden Ruckes wird jedoch genügen, den auf die
Welle M* gekeilten Arm M* und Pfropf AP
Claims (28)
1. In Combination mit Wagenbremsen massiv cylindrische Köpfe und ein Rohr von dehnsamem,
luftdichtem Materiale, welches zwei solche Köpfe verbindet und die erforderliche
Bewegung der Köpfe zuläfst, um die Bremsen in Thätigkeit zu setzen.
2. In Combination mit den beweglichen Köpfen, Ketten oder deren Aequivalente, um den
aus der Ausdehnung der Federn, welche die Bremsen zurückziehen, entstehenden Zug
auszuhalten oder demselben entgegen zu wirken.
3. In Combination mit der, wie oben beschrieben, gebildeten dehnsamen Luftkammer ein
in dem Luftrohre angebrachter und sich in der Richtung des Luftausflusses entleerender
Ejector.
4. Eine durch die Räder eines Wagens betriebene Hülfsluftpumpe in Combination mit
Vorrichtungen, wesentlich wie beschrieben, um die Pumpe in Eingriff zu setzen, wenn der
Zug getheilt werden sollte und mit Ventilen, welche automatisch beide Enden des Rohres
verschliefsen, wenn die Kupplungen auseinandergezogen werden.
5. In Combination mit den Bremsen die verstellbaren
Hebel und Stangen zur Regulirung des Druckes der Bremsen.
6. Das Zahnstangengetriebe und die Kette zum Betriebe der Bremsen durch die Zusammendrückung
der Querwände (Diaphragmen), wie oben beschrieben.
7. Die doppelten dehnsamen Luftkammern so verbunden, um zusammen zu wirken, welche
jedoch mit unabhängigen Saugröhren versehen sind, wie mit Bezug auf Fig. 14,
Blatt IV der Zeichnungen gezeigt.
8. Die aus zwei ineinander gleitenden und durch ein biegsames Rohr verbundenen oder
mit Packungsringen versehenen Kammern, wie in Fig. 5 gezeigt.
9. Der in Fig. 15, Blatt IV der Zeichnungen gezeigte Ejector.
10. Das konische Ventil und der Ventilsitz in dem in Fig. 16, Blatt IV gezeigten verstellbaren
Injector und die Vorrichtung zum Reguliren des Einströmens von Dampf.
11. Der in Fig. 14, Blatt IV gezeigte Doppelejector,
welcher die zwei Ejectoren von derselben oder verschiedenen Gröfsen vereinigt, wie oben beschrieben und zu den
beschriebenen Zwecken.
12. Die Kappe in Combination mit einem Ejector,
wie in Fig. 15, Blatt IV der Zeichnungen gezeigt.
13. Die Vorrichtung zum automatischen Ansetzen der Bremsen bei Trennung des Zuges, wie
in Fig. 11 und 12, Blatt III der Zeichnungen
gezeigt.
14. Die Vorrichtung zum automatischen Ansetzen
der Bremsen bei Trennung des Zuges, wie in Fig. 10, Blatt III der Zeichnungen gezeigt.
15.1η Combination mit der dehnbaren Luftkammer
und dem Bremsmechanismus, der an einem Hinterwagen angebrachte, unabhängige, rotirende Saugventilator, wie in
Fig. 2, Blatt I der Zeichnungen gezeigt.
16. Das Rohr B in Combination mit dem Locomotivcylinder
zur Nutzbarmachung des letzteren als eine Luftpumpe zur Aussaugung der Luft aus den dehnbaren Luftkammern
bei Inthätigkeitsetzung der Bremsen.
17. Der rotirende Saugventilator B* an der Locomotive
in Combination mit dem Rohre B zum Aussaugen der Luft aus den dehnbaren Luftkammern, um die Bremsen anzusetzen.
18. In Combination mit einem zum Aussaugen der Luft aus den dehnsamen Luftkammern
zum Betriebe von Bremsen benutzten Ejector, eine Einrichtung zum AVasserheben und Einleiten
desselben durch das Ausflufsrohr des Ejectors in das Reservoir der Locomotive.
19.1η Combination mit einer dehnsamen Luftkammer und einem Ejector ein Rohr, welches den ausströmenden Dampf des Ejectors in den Rauchkasten oder Schornstein der Locomotive führt.
19.1η Combination mit einer dehnsamen Luftkammer und einem Ejector ein Rohr, welches den ausströmenden Dampf des Ejectors in den Rauchkasten oder Schornstein der Locomotive führt.
20. Eine oder mehrere dehnbare Luftkammern in Combination mit zwei Paar Bremsschuhen
und Bremshebeln an den zwei Seiten der Wagen, wie oben beschrieben, mit Bezug auf Fig. 17 und 18, Blatt V der Zeichnungen.
21. Die Combination der dehnsamen Luftkammern,
Zwischenstangen und Hebel mit den Bremsen an den Treibrädern einer Locomotive, um dieselben durch die Wirkung
einer begrenzten Kraft zu hemmen.
22. Die Art und Weise der Anwendung von Kraft auf die Bremsen einer Locomotive
oder eines Wagens durch einen sich auf einem schwebenden Stützpunkt drehenden Hebel, wodurch der Druck auf die entgegengesetzten
Bremsen ausgeglichen wird.
23. Die Art und Weise der Ausgleichung der auf die Bremsen des Tenders und der Locomotive
ausgeübten Kraft durch den schwebenden Hebel ΕΆ, durch welchen die
Bremsstangen in Thätigkeit gesetzt werden.
24. Die an den Vorderflächen mit Stahlplatten versehenen Skelettbremsschuhe zur Verhinderung
einer zu grofsen Erhitzung.'
5. Die Combination der dehnbaren Luftkammer und der Zahnstange H des Getriebes H1
und der Kette H-, wie in Fig. 3, Blatt I der Zeichnungen gezeigt.
26. Die Combination der Vacuumkammer, welche
zwei freie Köpfe hat, mit den Hebeln // und der Kette ZT2, wie in Fig. 5,: Blatt I
der Zeichnungen gezeigt.
27. Die Art und Weise der Verbindung der Röhren BB durch biegsame, gekreuzte
Schläuche, wie in Fig. 10, Blatt III der Zeichnungen gezeigt.
28. Das freie Aufhängen in biegsamen Hängstücken von Abtheilungen continuirlicher
Röhren BB in Verbindung mit Bremsapparaten, wie in Fig. 13, Blatt III der
Zeichnungen gezeigt.
Hierzu 5 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1062T | 1877-07-23 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1062C true DE1062C (de) |
Family
ID=70977168
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1062DA Expired - Lifetime DE1062C (de) | 1877-07-23 | 1877-07-23 | Vorrichtungen an Vacuura-Bremsen für Eisenbahnfahrzeuge |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1062C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1153081B (de) * | 1960-05-21 | 1963-08-22 | Philips Nv | UEbertragungsgabel mit einem Transformator |
-
1877
- 1877-07-23 DE DE1062DA patent/DE1062C/de not_active Expired - Lifetime
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1153081B (de) * | 1960-05-21 | 1963-08-22 | Philips Nv | UEbertragungsgabel mit einem Transformator |
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