DE10704C - Apparat zur Gewinnung von Ammoniak aus Dünger und Harn - Google Patents

Apparat zur Gewinnung von Ammoniak aus Dünger und Harn

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DE10704C
DE10704C DENDAT10704D DE10704DA DE10704C DE 10704 C DE10704 C DE 10704C DE NDAT10704 D DENDAT10704 D DE NDAT10704D DE 10704D A DE10704D A DE 10704DA DE 10704 C DE10704 C DE 10704C
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\V. F. NAST in Paris
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Classifications

    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01C—AMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
    • C01C1/00—Ammonia; Compounds thereof
    • C01C1/02—Preparation, purification or separation of ammonia
    • C01C1/08—Preparation of ammonia from nitrogenous organic substances

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  • Fertilizers (AREA)

Description

1880.
PATENTSCHRIFT
K-lasse 75. __ I
WILLIAM FREDERICK NAST in PARIS. Apparat zur Gewinnung von Ammoniak aus Dünger und Harn.
Patentirt im Deutschen Reiche vom II. Januar 1880 ab.
Dünger und Harn enthalten eine grofse Menge von Ammoniaksalzen und Harnstoff, welche Stoffe einen grofsen Handelswerth darstellen. Es ist bekannt, dafs die Ammoniaksälze in der Wärme oder in Berührung mit einem nicht flüchtigen Alkali sich verflüchtigen, wobei das Ammoniak frei wird, ferner dafs der Harnstoff und dessen Verbindungen bei einer Temperatur von ungefähr 140 bis 145 ° C. sich in kohlensaures Ammoniak zersetzen.
Die Temperatur zur Zersetzung der harnsauren Salze und zur Gewinnung der Ammoniaksalze wird bei diesem Verfahren durch die Anwendung überhitzten oder gesättigten Wasserdampfes erhalten.
Man verwandelt auf diese Weise den viel Raum einnehmenden und beträchtliches Gewicht besitzenden Dünger in Ammoniaksalze von nur kleinem Volumen, welche dieselben Eigenschaften bezüglich ihrer Umwandlung in stickstoffhaltige Producte besitzen.
Ebenso kann man das Ammoniak des Düngers und Strohes nach ihrer Auslaugüng durch eine Lösung von kaustischem Alkali gewinnen.
Fig. ι zeigt den zur Gewinnung der Ammoniaksalze aus Pferde- oder anderem Dünger und aus Harn jeder Art dienenden Apparat in Vorderansicht, theilweise im Schnitt;
Fig. 2 ist eine Seitenansicht im Schnitt;
Fig. 3 stellt den Appa?at dar, welcher bei der Behandlung des Düngers mit Lauge zur Anwendung kommt.
Der Apparat besteht aus einem Eisenblechkessel A und ist durch zwei Röhren a a mit einem Dampfkessel verbunden. Die beiden Röhren α α sind mit Hähnen versehen, welche je nach Bedürfnifs gleichzeitig geöffnet oder geschlossen werden können. An den Seiten des Kessels A sind zwei Axen b b angebracht, so dafs derselbe vermittelst des Getriebes c und des Zahnrades c', dessen Welle die lose Scheibe d und feste Scheibe d' trägt, umgedreht werden kann.
Die beiden Axen bb sind hohl, um den Dampfröhren α α den Durchgang zu gestatten, die mittelst Stopfbüchsen dampfdicht gemacht sind.
Der Kessel ist durch einen Deckel B geschlossen, den man beliebig abheben kann. Zu diesem Zweck ist der Deckel mit dem Ring e versehen, in den eine Kette eingehängt wird, die man vermittelst eines Krahnes oder anderen Hebevorrichtung aufziehen kann.
Der Kessel ist mit zwei durchlöcherten Boden //' versehen, auf welchen der zu behandelnde Stoff liegt, und zwar auf dem einen oder andern je nach der Lage des Apparates.
Zum Entleeren dient der Hahn r. Gegenüber der Seite, von welcher der vom Dampfkessel kommende Dampf eintritt, befinden sich zwei Röhren gg, die ebenfalls zwei Hähne besitzen, welche man nach Bedürfnifs gleichzeitig öffnen oder schliefsen kann. Durch die Röhren gg entweichen die Gase durch die Röhre i und von da in einen Kalkmilch enthaltenden Behälter h.
Der vorher oder im Kessel selbst mit Urin begossene (oder nicht begossene) Dünger wird auf die Pritsche /, Fig. 2, gebracht und von da in die Kammer, wo man ihn einschlägt. Man begiefst ihn dabei von Zeit zu Zeit mit irgend einer alkalischen Lösung oder mit Kalkmilch, die in dem Behälter k, Fig. 1, enthalten ist. Ist der Kessel ungefähr bis zur Höhe ο ο gefüllt, so legt man den Deckel B auf, schraubt ihn fest und läfst den aus dem Dampfkessel kommenden, nachher überhitzten Dampf durch die Röhren α α einströmen, während dessen man den Kessel um seine Welle dreht. Der Dampf durchdringt die, durch die Drehung fortwährend gegen den einen oder den andern der doppelten Böden //' geworfene Masse leicht und vollständig und tritt, die Ammoniaksalze mit sich führend, durch die Röhren gg aus in die Röhre i und von da in den, eine alkalische Lösung oder Kalkmilch enthaltenden Behälter h. Die ammoniakalischen Dämpfe entweichen dann aus diesem Behälter durch die Röhre m, wenn nöthig, in einen Verdichter L. Von da gelangen sie zum Abdampfen in ein mit Blei ausgeschlagenes, eine verdünnte Säure . oder angesäuertes Wasser enthaltendes Gefäfs N, wo sich je nach der angewendeten Säure schwefelsaure, salzsaure oder andere Ammoniaksalze bilden.
Ist die Operation beendet, so hebt man den Deckel des Kessels ab, kehrt letzteren um seine Axen b b um, und der nun vollständig von Ammoniak befreite Dünger fällt in einen Wagen W, um abgeführt zu werden. Vorher trägt man Sorge, durch Oeffhen des Hahns r
das schmutzige Kalkwasser, überhaupt die Flüssigkeit, welche sich am Boden des Kessels gesammelt hat, zu entfernen, damit letzterer zu einer neuen Operation rein sei.
Will man das Stroh oder den Dünger zur Fabrikation von Papier verwenden, so kann man das Ammoniak aus demselben auch noch nach ihrer Behandlung mit den alkalischen oder kaustischen Flüssigkeiten gewinnen.
Der Apparat, welchen der Erfinder zu diesem Zweck anwendet, ist in der Fig. 3 der beiliegenden Zeichnung dargestellt.
A ist der Laugenkessel, in welchem der Strohdünger der Behandlung mit Aetznatronlauge unterworfen wird. Die entweichenden Dämpfe. durchstreichen die in dem Behälter B befindliche Schlange JS. Man benutzt diese Dämpfe zum Erhitzen der Laugen, welche zu einer späteren Operation dienen sollen und welche man zu diesem Zweck in den Behälter E giebt. C ist ein mit Blei ausgeschlagener Holzbottich (oder Eisenbehälter), in welchen die von der Schlange .Z? kommenden Dämpfe aus den an der Röhre D befindlichen Löchern treten, woselbst das Ammoniak sich mit der im Bottich enthaltenen Säure, z. B. Schwefelsäure, verbindet und schwefelsaures Ammoniak bildet.
Ist die Säureflüssigkeit bis zu dem Grad mit Ammoniak gesättigt, dafs sich die Krystallisation des Ammoniaksalzes vollziehen kann, so bringt man sie in ein Krystallisationsgefäfs und ersetzt sie durch eine neue Säurelösung.
Stroh und der Dünger können bis zur Sättigung mit reinem oder verdünntem Urin irgend welchen Herkommens getränkt werden.
, Die Dämpfe können auch, anstatt einfach zu, entweichen, durch einen Aspirator oder eine Pumpe angesaugt und einem mit Röhren versehenen Verdichter zugeführt werden, in welchem kaltes Wasser circulirt. ,
Diese Dämpfe lösen, indem sie sich verdichten, alles freie Ammoniak auf, so dafs man aus dem Verdichter ein so stark ammoniakhaltiges Wasser erhält, dafs dessen Neutralisation mit Schwefelsäure oder.einer andern Säure genügt, um durch nachheriges Abdampfen schwefelsaures Ammoniak in Form von Krystallen zu erhalten.
Durch Anwendung jeder andern Säure kann man natürlich auch jedes andere Ammoniaksalz erhalten.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Der revolvirende Dämpfapparat mit zwei falschen Böden, zur Gewinnung des Ammoniaks aus Dünger und Urin unter Anwendung überhitzten Wasserdampfes in Gegenwart von Alkalien, in Verbindung mit einem Dampferzeuger, einem Ueberhitzungsapparat, einem Condensator und einem Säuregefäfs zur Umwandlung des Ammoniaks in feste Ammoniaksalze.
2. Den beschriebenen Apparat zur Gewinnung des Ammoniaks aus Mist, welcher behufs Verarbeitung zu Papiermasse mit Alkalien gekocht wird, bestehend aus der Combination eines Laugenkessels, einer Kühlschlange und eines Säurebottichs zur Umwandlung des Ammoniaks in nicht flüchtige Ammoniaksalze.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
DENDAT10704D Apparat zur Gewinnung von Ammoniak aus Dünger und Harn Active DE10704C (de)

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