DE108511C - - Google Patents
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Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01F—CHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
- D01F2/00—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof
- D01F2/06—Monocomponent artificial filaments or the like of cellulose or cellulose derivatives; Manufacture thereof from viscose
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 18. Oktober 1898 ab.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Verarbeitung des im Handel unter dem
Namen »Viscoid« oder »Viscose« erhältlichen wasserlöslichen Cellulosederivates zu Fäden,
Bogen, endlosen Längen u. s. w. für verschiedenartige Verwendung, z. B. als Bogen
für Druck- und Schreibzwecke, als Films für photographische und kinematographische Zwecke,,
als Garn zur Herstellung von Geweben u. a. m. Zu diesem Zwecke wird die Viscoselösung,
welche durch sorgfältige Bereitung und schliefsliche Filtration möglichst homogen gestaltet
ist, in bekannter Weise durch ein Fällbad pas.sirt, welches aus Ammonsalzen, insbesondere
Chlorammonium, bereitet ist.
In der Anwendung eines Fällbades aus Ammonsalzen, insbesondere Chlorammonium,
besteht das Wesen der vorliegenden Erfindung.
Die Darstellung des wasserlöslichen Cellulosederivates »Viscoid« (Viscose) ist durch die
PatentschriftNr.70999 bekannt geworden; ebenso die Möglichkeit, das Derivat vermittelst Kochsalzlauge
oder starken Alkohols aus seiner Lösung zu fällen. Die Patentschrift beschreibt die zur Reinigung der Viscose ausgeführte
Fällung mit Alkohol.
Es wurde festgestellt, dafs, wenn man zur angegebenen Verarbeitung des Viscoids ein
Fällbad aus Kochsalz, Alkohol bezw. den übrigen für die Fällung von Cellulose bekannten
Reagentien benutzt, die geformte (fadenförmige, bogenförmige u. s. w.) Ausfällung
noch längere Zeit einen klebrigen Zustand beibehält, aufserdem das Ausziehen der Viscoselösung
aus der Formöffnung (Loch, Schlitz) langsam erfolgen mufs. Es wurde dann gefunden,
dafs diese und andere die technische. Verwendung zum vorliegenden Zwecke beeinträchtigende
Uebelstände wirksamst behoben werden, wenn man zur Fällung Ammonsalze,
insbesondereChlorammonium, anwendet. Durch die Behandlung mit diesen Mitteln verschwindet'
sofort die Klebrigkeit, derart, dafs die Fäden sofort verzwirnt und aufgespult, die Films
u. s. w. sogleich aufgebäumt werden können. Zugleich besitzt das gefällte Material eine solche
Festigkeit, dafs die Bildung einer nur oberflächlichen Haut schon gestattet; die Fäden
sehr rasch auszuziehen. Es wird hierdurch ermöglicht, die Erfindung so auszuführen, dafs
man durch sehr rasche Passage die Form giebt und dann die Vervollständigung der Umwandlung
bis in den innersten Kern durch eine Nachbehandlung mit Ammonsalzlösung bezw.
Chlorammonium bewirkt. Es wurde sehr zweckmäfsig gefunden, die Nachbehandlung in
der Art auszuführen, dafs man anfangs mit kalter, dann mit kochender Lösung behandelt.
Der Erfinder schreibt den ganz wesentlichen technischen Fortschritt, der im Obigen dargelegt
ist, der stattfindenden eigentümlichen Reaction zu: es bildet sich nämlich durch die
Einwirkung des Ammonsalzes bezw. Chlorammoniums ein absolut alkalifreies Thioproduct
(10 bis 17 pCt. Schwefelgehalt auf Cellulose berechnet), welches als Celluloseester der Cellulosexanthogensäure
angesprochen wird.
In Ausführung der Erfindung wird am zweckmäfsigsten in der nachstehenden Weise
verfahren:
Zur Bereitung der Viscose wird reinste gebleichte Cellulose von möglichst lockerer
Structur genommen und die wässerige Lösung des durch die Alkali- und Schwefelkohlenstoffbehandlung
erhaltenen Pröductes nach längerem, unter Kühlung vorgenommenem Rühren sorgfältig
filtrirt, wonach man die Lösung noch vermittelst Luftpumpe entlüften kann.
Die filtrirte Lösung, welche man sehr zweckmäfsig
mit einem Gehalt von 9,5 bis 10 pCt. an Cellulose herstellt, wird nun in der bekannten
Weise zur Herstellung von Fäden durch ein feines Loch, zur Herstellung von Bogen, Films u. s. w. durch einen feinen Schlitz
in das Chlorammoniumbad gespritzt und der Faden bezw. der Film im Bade aufgespult
oder aufgebäumt, oder man läfst das Gebilde sich lose auf dem Boden des Bades anhäufen.
Zur Herstellung längerer Bahnen bezw. Films breitet man zweckmäfsig die Celluloselösung
auf eine durch das Bad sich bewegende Unterlage aus, indem man sie aufserhalb des Bades
auf letztere auffliefsen läfst und von dieser das
Product innerhalb des Bades beständig durch Aufbäumen ablöst.
Am zweckdienlichsten hat sich die Anwendung eines Chlorammoniumbades von 1,050 bis 1,060
spec. Gew. ergeben.
Das Product wird nunmehr etwa 6 bis 12 Stunden lang in ein kaltes, frisches Chlorammoniumbad
gelegt und hiernach einige Minuten lang mit Chlorammonium gekocht. Schliefslich befreit man durch Kochen mit
Wasser von anhaftendem Chlorammonium.
Es empfiehlt sich, das Product der folgenden Nachbehandlung zu unterziehen: Man taucht
einige Zeit in eine kochende Lösung von Natriumcarbonat (Waschsoda), wäscht mit Wasser, behandelt mit einem Bleichbad (z. B.
einer Lösung von unterchlorigsaurem Natrium), bis die Färbung weggenommen ist, wäscht
gründlich mit Wasser, behandelt mit verdünnter Säure, wäscht wieder und trocknet unter Gespannthalten.
Die erhaltenen Producte sind durchaus ebenmäfsig und von befriedigender Stärke; sie ertragen
die Behandlung mit einer heifsen, starken Sodalösung (Seifenlösung) und sind zu einem
äufserst billigen Preise herstellbar.
Claims (2)
1. Ein Verfahren, Fäden, Films und dergl.
herzustellen durch Passiren einer Viscoselösung in oder durch ein Fällbad, dadurch
gekennzeichnet, dafs man die filtrirte Viscoselösung in bezw. durch ein aus Ammoniumsalzen,
insbesondere Chlorammonium, bereitetes Bad leitet.
2. Eine Ausführungsform des unter 1. geschützten Verfahrens, bei welcher das im
Passirbad erhaltene Product einer Nachbehandlung , zunächst während mehrerer Stunden, in einem kalten, schliefslich für
einige Minuten in einem kochenden Bade aus Ammonsalzenj insbesondere Chlorammonium,
unterzogen wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE108511C true DE108511C (de) |
Family
ID=378484
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
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