DE1091299B - Mehrscheiben-Isolierglas - Google Patents
Mehrscheiben-IsolierglasInfo
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C08L—COMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
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Description
DEUTSCHES
Jefrt Kl.
Pat. BI. ν.
Heues
Akt;.,
L 31708 IVc/32 b
ANMELDETAG: 13. NOVEMBER 1958
B EKANNTMACHUNG
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 20. OKTOBER 1960
DER ANMELDUNG
UND AUSGABE DER
AUSLEGESCHRIFT: 20. OKTOBER 1960
Die vorliegende Erfindung betrifft im allgemeinen \rerbesserungen an Mehrscheiben-Isoliergläsern und
insbesondere eine neuartige Ausführungsform einer hermetisch verschlossenen Verglasungseinheit aus
mehreren Glasscheiben, in der die Glasscheiben parallel im Abstand zueinander vermittels Trennvorrichtung
aus Metall gehalten werden. Diese Trennvorrichtungen werden vermittels Metallüberzügen mit den
Glasscheiben rings um deren Randteile verbunden.
Die Trenn vor richtungen aus Metall der nur aus Glas und Metall bestehenden Verglasungseinheiten
nach der Erfindung werden mit den Glasscheiben dergestalt verbunden, daß ein luft- und feuchtigkeitsdichter
Zwischenraum zwischen den Glasscheiben gebildet wird. Hierdurch ergibt sich eine Bauart, die
die Wärmeübertragung verringert und eine Kondensation der Feuchtigkeit auf den Glasscheiben in dem
luft- und feuchtigkeitsdichten Zwischenraum verhindert.
Es sind bereits Verglasungseinheiten, die nur aus Glas und Metall bestehen, in allgemeiner Form im
Handel. Es ist bekannt, daß der Erfolg und der Wirkungsgrad derartiger Verglasungseinheiten zum größten
Teil darauf beruhen, daß der Zwischenraum zwischen den beiden Glasscheiben hermetisch verschlossen
ist. Somit wird es möglich, getrocknete Luft oder sogar ein geringes Vakuum in dem Zwischenraum zwischen
den Glasscheiben anzuwenden. Hierdurch werden der Wirkungsgrad und die Isolationseigenschaften
des Mehrscheiben-Isolierglases verbessert, wobei die Trennvorrichtungen aus Metall auf Grund ihrer Verbindung
mit dem Glas einen sehr zufriedenstellenden, wirksamen und lang anhaltenden Abschluß gegenüber
Wasserdampf bilden.
Es wurde jedoch gefunden, daß Mehrscheibenisolierglas, dessen Kanten und Ecken der Glasscheiben
nicht geschützt sind, leicht bricht, wenn diese Glasflächen nicht sorgfältig während des Versandes und
des Einbaues behandelt werden. Des weiteren bedingt ein derartiges Brechen des Glases oft ein Aufheben
des hermetischen Verschlusses und resultiert meistens in einem kostspieligen Ersatz derartigen Mehrscheiben-Isolierglases.
Es ist somit ein Ziel der Erfindung, ein verbessertes Mehrscheiben-Isolierglas in Vorschlag zu bringen, das
alle guten Eigenschaften der zur Zeit im Handel befindlichen hermetisch abgeschlossenen Einheiten aus
Glas und Metall aufweist. Darüber hinaus ist das Mehrscheiben-Isolierglas dergestalt hergestellt, daß es
Stoßen und mechanischen Beanspruchungen durch eine nicht sorgfältige Behandlung und durch den Versand
in jedweder Art von Transportmitteln einen entsprechenden Widerstand entgegensetzt.
Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, eine einheit-Mehrscheiben-Isolierglas
10
Anmelder:
Libbey-Owens-Ford Glass Company,
Toledo, Ohio (V. St. A.)
Toledo, Ohio (V. St. A.)
Vertreter: Dipl.-Ing. B. Wehr,
Dipl.-Ing. H. Seiler, Berlin-Grunewald, Lynarstr. 1,
und Dipl.-Ing. H. Stehmann, Nürnberg 2, Patentanwälte
und Dipl.-Ing. H. Stehmann, Nürnberg 2, Patentanwälte
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 13. November 1957
V. St. v. Amerika vom 13. November 1957
30
35
John Christie Morgan, Roy Wilson Wampler,
Joseph Dennis Ryan und Paul Timothy Mattimoe,
Joseph Dennis Ryan und Paul Timothy Mattimoe,
Toledo, Ohio (V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
liehe Bauweise neuartigen Entwurfes in Vorschlag zu bringen, die dergestalt konstruiert ist, daß die Kanten
der Glasscheiben gepolstert und gegen Beschädigung durch Stoß geschützt sind.
Es ist ein weiteres Ziel der Erfindung, neuartige Vorrichtungen vorzuschlagen, durch die ein hermetischer
Verschluß durch die Trennvorrichtungen aus Metall erreicht wird und die Verbindung zwischen
Metall und Glas praktisch gegen die Korrosion durch Feuchtigkeit und gegen Bruch nach der Installation
auf Grund von Eisbildung in der Einheit geschützt wird.
In den Zeichnungen stellt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Verglasungseinheit aus mehreren Glasscheiben nach der
Erfindung,
Fig. 2 eine senkrechte Längsteilansicht gemäß Linie 2-2 der Fig. 1,
009 628/179
Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Teiles der Schutzschiene der Fig. 1 vor deren Einbau in die
Einheit und Wülste aus Polsterstoff, die in der Schiene angeordnet sind, dar, und
Fig. 4 ist eine Darstellung in auseinandergezogener Anordnung der Schienenteile und eines der Eckenverschlußklammern.
Die Erfindung schlägt ein Mehrscheiben-Isolierglas vor, bestehend aus einer Mehrzahl von parallel im
Abstand zueinander angeordneter und durch Metalltrennvorrichtungen getrennten Glasscheiben, die mit
den Rändern der Glasscheibe vermittels Metallüberzügen verbunden sind, die auf die inneren Oberflächen
der Glasscheiben aufgetragen sind. Die Anordnung ist dadurch gekennzeichnet, daß ein Metallrahmen über
die Kantenteile der äußersten Glasscheiben angeordnet wird und eine Schicht eines federnden Klebstoffes und
Polsterstoffes zwischen dem Rahmen und den Kanten der Glasscheiben angeordnet wird.
Bezüglich der Zeichnungen und insbesondere der Fig. 1 und 2 wird durch die Zahl 4 ein Mehrscheibenisolierglas
bezeichnet. Dasselbe besteht aus zwei Glasscheiben oder Glasplatten 5 und 6, die praktisch parallel
im Abstand zueinander angeordnet sind unter Bildung des Zwischenraumes 7 zwischen denselben.
Dieser Zwischenraum ist verschlossen und wird des weiteren durch einen abtrennenden Metallstreifen 8
begrenzt, der zwischen den Glasscheiben innerhalb der Kanten derselben rings um die Einheit verläuft und
mit der inneren Oberfläche der Glasscheiben 5 und 6 vermittels der Metallüberzüge 9 und 10 an dem Glas
in an sich bekannter Weise befestigt ist. Der abtrennende Metallstreifen ist mit den Metallüberzügen
auf den Glasscheiben vermittels der Aussparungen 11 und 12 für die Lötmasse verbunden.
Um die Kanten und Ecken der Glasscheiben 5 und 6 zu schützen, wird über und um den Umfang des
Mehrscheiben-Isolierglases ein besonderer Metallrahmen 13 angeordnet. Dieser Rahmen besteht aus
einer Mehrzahl von Schienenelementen 14, die mit den Glasscheiben verbunden und gegen diese gepolstert
sind vermittels einer Schicht 15 aus einer organischen polymeren Tonmasse hohen Molekulargewichtes. Die
im Abstand miteinander angeordneten Flansche 16 der Schienenteile 14 schließen mit den äußeren Oberflächen
der Glasscheiben ab. Jedes Schienenteil wird vorgeformt und bildet mit jeder Ecke der Einheit
einen Eckpunkt 17.
Die Schienenteile 14 können, sobald sie auf dem Mehrscheiben-Isolierglas 4 angeordnet sind, wirksam
praktisch fest und bleibend unverrückbar verankert werden, indem man ein Befestigungsteil anordnet, das
die benachbarten gegehrten Enden 18 derselben verbindet. Zu diesem Zweck ist eine Eckenbefestigungsklammer
19 vorgesehen, deren Enden in Schlitzen 20 aufgenommen werden, die in den Stegen der Schienenteile
14 in der Nähe der Enden derselben angeordnet sind. Wie in der Fig. 4 gezeigt, besitzt die Befestigungsklammer
19 Fußteile 21, die praktisch in rechten Winkeln zueinander angeordnet sind und deren jedes
Fußende gebogen und geformt ist, um ein hakenartiges Ende oder Zunge 22 zu bilden. Wenn somit die
Schienenteile dergestalt angeordnet werden, wie es sich aus der Fig. 4 ergibt oder aus der Einheit 4 der
Fig. 1, werden die hakenförmigen Enden oder Zungen 22 der Klammern in die Schlitze 20 eingesetzt und
dadurch fest mit den Enden der benachbarten Schienenteile 14 verbunden.
Vor dem Zusammenbau der Schienenteile 13 wird eine hochmolekulare organische polymere, mikrokristalline
Wachsüberzugsmasse über die Metalltrennvorrichtung 8 und die Aussparungen für die Lötmasse
11 und 12 gestrichen, um so einen feuchtigkeitswiderstandsfähigen Film 23 zu bilden, der das Metall
vor Feuchtigkeit schützt, die sich ansammeln kann.
Der feuchtigkeitswiderstandsfähige Film 23 ist vorzugsweise ein Wachsgemisch eines mikrokristallinen
Polyisobutylenpolymerisates, in dem das Wachs und das Polymerisat in gleichen Anteilen vorliegen. Es
ίο ist möglich, den Anteil der Wachsbestandteile im
Bereich von-25 bis 75 Teilen pro Gewichtsteile zu verändern
und dabei immer noch den Wirkungsgrad der Masse aufrechtzuerhalten. Das Polyisobutylenpolymerisat
besitzt vorzugsweise ein Molekulargewicht von lOOOO bis 15000. Es hat sich erwiesen, daß diese
Masse als Abdichtung für Wasserdampf besonders zweckmäßig ist, da sie wirkungsvoll die Feuchtigkeitsberührung mit dem Metalltrennstreifen 8 und mit Lötmasse
ausgefüllten Aussparungen 11 und 12 verhindert. Weiterhin läßt sich die Masse leicht auftragen,
da sie beim Erwärmen eine homogene Flüssigkeit bildet.
Das Problem der elektrolytischen Korrosion ergibt sich bei jeder Einheit, die aus verschiedenen Metallen
unterschiedlichen Potentials erstellt ist und wo die Möglichkeit vorliegt, daß Feuchtigkeit mit der Einheit
in Berührung kommt. Der mikrokristalline Wachsfilm 23 aus Polyisobutylenpolymerisat wirkt nicht nur
dadurch, daß er einen Wasserdampfdurchtritt verhindert, auf eine elektrolytische Korrosion verhindernd
ein, sondern besitzt darüber hinaus noch den Vorteil, daß er bei Berührung mit Feuchtigkeit nicht in Säuren
oder Basen zersetzt wird, sondern inert bleibt. Diese Eigenschaft des Wacbsfilmes ist außerordentlieh
vorteilhaft im Gegensatz zu Massen, die in Gegenwart von Feuchtigkeit in Säuren oder Basen zerlegt
werden, da derartige Säuren oder Basen in Gegenwart von Feuchtigkeit eine Korrosion der Befestigungsteile
aus Metall hervorrufen. Obgleich die wesentliche Wirkung dieses Überzuges darin zu erblicken ist, daß
keine Feuchtigkeit mit dem Metalltrennstreifen und den mit Lötmasse versehenen Aussparungen in Berührung
kommt, ist der mikrokristalline Wachs des Polyisobutylenpolymerisates besonders gut für den vorliegenden
Zweck geeignet, da er in Gegenwart von Feuchtigkeit inert ist. Es können gegebenenfalls
andere harzartige Überzugsmassen mit der gewünschten Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeit zur
Anwendung kommen. Man muß jedoch in diesem Falle ihre inerten Eigenschaften in Gegenwart von
Feuchtigkeit und auch ihre Feuchtigkeit abweisenden Eigenschaften in Betracht ziehen.
An jeder Kante der Einheit befindet sich der Raum 24, der durch den Metallrahmen 13, die Glasscheiben S
und 6 begrenzt wird. Der Trennstreifen 8 stellt ein biegsames Polyäthylenrohr 25 dar, das an beiden
Enden verschlossen ist. Die Gesamtlänge des Rohres ist vorzugsweise etwas kürzer als die Länge der entsprechenden
Seite der Einheit.
Es ist der Zweck des verschlossenen Polyäthylenrohres 25, die Einheit gegenüber übermäßigen Drücken
zu schützen, die sich in derselben ergeben könnten, wenn Feuchtigkeit in den Zwischenraum 24 unter
P'rostbedingungen vorhanden ist. Die federnden Eigenschäften
des Rohres wirken dergestalt, daß ein Druckanstieg innerhalb der Einheit durch Eisbildung abgefangen
wird, wodurch die Metalltrennstreifen von diesen Drücken entlastet werden. Es wurde gefunden,
daß das Polyäthylen außer den federnden Eigenschäften besonders gut für die vorliegenden Zwecke
zyy
Verwendung finden kann, da es in Gegenwart von Feuchtigkeit inert ist und während der zu erwartenden
Lebensdauer der Einheit keiner Verschlechterung seiner Eigenschaften unterworfen ist. Das Verschließen
des Rohres an jedem Ende kann dergestalt ausgeführt werden, daß eine fortlaufende Länge desselben an
vorherbestimmten Stellen, im Beispiel etwa alle 5 cm, verschlossen wird, bevor das Rohr in vorherbestimmte
Stücke zerschnitten wird. Obgleich biegsames Polyäthylenrohr bevorzugt ist, könnten andere ähnliche
Stoffe gleichermaßen gut Anwendung finden. So würde z. B. geschäumter Butylkautschuk, der Luft in seinen
Zellen enthält, ein ähnliches Zusammendrücken ergeben, wodurch das Bauteil von übermäßigem Druck
entlastet wird.
In der Fig. 3 wird ein einzelnes Schienenteil 14 perspektivisch gezeigt. Die Wülste 26 eines verbindenden
und polsternden Stoffes sind in der Schiene angeordnet. Wie weiter oben angegeben, bilden die
Schienenteile eine schützende Metallschicht um den Umfang des Mehrscheiben-Isolierglases herum, wodurch
die Kanten der Glasscheiben gegen Springen oder Absplittern während der Handhabung und während
des Versandes desselben geschützt werden. Für die Schienen kann jedes geeignete Metall, wie rostfreier
Stahl oder Aluminium, Verwendung finden. Wie weiter unten angegeben, ist die Verwendung von
Aluminium bevorzugt. Die Schienen werden zunächst in kontinuierlicher Länge mit leicht umgebogenen
Flanschen 16 vorgeformt. Vor der Verwendung derselben zum Herstellen der Einheiten werden sie auf
die gewünschte Länge geschnitten und die Enden 18 derselben gekehlt.
Die Schienenteile werden sodann an einer Aufdrückvorrichtung vorbeigeführt, und die beiden
Wülste 26 aus einem Kunststoff werden, wie in Fig. 3 gezeigt, etwa in einem Abstand von 3,2 mm und parallel
zu den Flanschen 16 auf die Schiene aufgedrückt. Sobald die Schienenteile auf die Kanten der Einheit
angeordnet sind, werden die Wülste 26 zwischen der Schiene und den Kanten der Glasscheiben zusammengedrückt,
wodurch die polsternde und anhaftende Schicht 15 zwischen dem Schienenteil und den Glasscheiben
gebildet wird. Somit sind die Glasscheiben noch weiter geschützt, da die polsternde Schicht
Stöße aufnimmt, die auf den äußeren Metallschienenteil einwirken können. Des weiteren dient die polsternde
Schicht dazu, die Metallschiene in ihrer Lage zu halten.
Der Wulst 26 und somit die polsternde Schicht 15 werden vorzugsweise aus einem Gemisch eines PoIyisobutylenpolymerisates
und einem feinverteilten Tonfüllmittel mit einer geringen Menge Aluminiumoleat
als Stabilisator hergestellt. Massen, die aus 50 Gewichtsteilen Polyisobutylenpolymerisat, 50 Gewichtsteilen
Tonfüllmittel und 2 Gewichtsteilen Aluminiumoleat bestehen, haben sich als außerordentlich zufriedenstellend
erwiesen. Der Anteil an Polyisobutylenpolymerisat in dem Gemisch kann jedoch von 35 bis
65 Gewichtsteilen pro 100 Teile verändert werden. Der Tonanteil kann zwischen 65 und 35 Gewichtsteile
schwanken. Eine wirksame Stabilisierung wird erreicht, wenn zwei Gewichtsteile Aluminiumoleat pro
100 Gewichtsteile zugesetzt werden. Der Zusatz von 5 Gewichtsteilen Aluminiumoleat hat sich auch als
wirksam erwiesen. Außer Aluminiumoleat können andere Metallsalze von Fettsäuren, wie Aluminiumstearat
oder Aluminiumpalmitat, zur Anwendung kommen.
Es können gegebenenfalls an Stelle eines Teiles oder der Gesamtmenge an Ton in der Polster- und Klebmischung
andere feinverteilte anorganische Füllstoffe Verwendung finden. Feinverteilter inerter Tonfüllstoff
wird als bevorzugt angegeben, hauptsächlich auf Grund seiner chemisch inerten Eigenschaft, wenn er zusammen
mit einem Polyisobutylenpolymerisat in Anwendung kommt. Weiterhin zeigt das sich ergebende
Gemisch einen unendlich großen elektrischen Widerstand, wodurch jegliche elektrolytische Korrosion verhindert
wird.
Die Wirkung des Aluminiumoleates in dem Gemisch ist, wie weiter oben angegeben, eine stabilisierende
Wirkung. Es wurde gefunden, daß Gemische aus Polyisobutylenpolymerisat und Tonfüllstoff beim
Stehen über sehr lange Zeiträume, besonders in Berührung mit Feuchtigkeit, eine Zersetzung aufweisen.
Die Zugabe des hier angegebenen Stabilisators verhindert wirksam jegliche Zersetzung.
Das in der Kleb- und Polsterschicht 15 zur Verwendung kommende Polyisobutylenpolymerisat kann
ein Molekulargewicht von 10000 bis 70000 in Abhängigkeit von den Fließeigenschaften des gewünschten
Gemisches aufweisen. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, ein Polyisobutylenpolymerisat mit einem
Molekulargewicht von 20 000 bis 25 000 zu verwenden. Die sich ergebenden Eigenschaften eines Kleb- und
Polstergemisches erwiesen sich als besonders bemerkenswert geeignet für die hier vorliegende besondere
Kombination und den Zweck.
Bei dem Herstellen des oben beschriebenen Mehrscheiben-Isolierglases
werden die Metallüberzüge 9 und 10 zunächst auf die Glasscheiben 5 und 6 aufgetragen
und die Trennvorrichtung 8 aus Metall in der üblichen Weise daran befestigt. Sodann wird der
wasserdampffeste Überzug 23 auf den Metalltrennstreifen 8 und die Lötmasse in den Aussparungen 11
und 12 aufgetragen. Sodann wird ein biegsames, an beiden Enden verschlossenes Polyäthylenrohr 25 längsseits
zwischen die Glasscheiben und den anstoßenden Metalltrennstreifen 8 angeordnet. Die Metallschienenteile
14 mit den in ihnen angeordneten polsternden Wülsten 26 werden sodann über die äußeren Kanten
der Glasscheiben geführt und unter Kraftanwendung in ihre aus der Fig. 1 ersichtliche Endlage gebracht.
Sodann werden die Befestigungsklammern 19 mit den benachbarten Schienenteilen an jeder Ecke der Einheit
verbunden, wie bereits weiter oben beschrieben.
Die Tabelle zeigt die Ergebnisse einer Reihe von Stoßprüfungen, denen eine Reihe von Mehrscheiben-Tsoliergläsern
unterworfen wurden. In diesen Prüfreihen wurde eine pendelartige Prüfvorrichtung verwendet.
Diese Prüfvorrichtung bestand aus einem Hammerkopf, einem damit verbundenen Stiel, der
sich um das dem Kopf entgegengesetzte Ende drehen ließ, und einer Halterungsvorrichtung, um jede zu
prüfende Einheit dergestalt festzuhalten, daß der Hammer die Kante der Einheit bündig an einem Punkt
schlägt, der unmittelbar unter dem Punkt liegt, an dem das entgegengesetzte Ende des Hammers befestigt
worden war.
Die Kraft, mit der der Hammerkopf jede Einheit schlug, wurde aus dem Gewicht des Hammerkopfes,
der Länge und dem Gewicht des Armes sowie der Entfernung, die der Arm zurücklegte, berechnet. Jede
Einheit wurde mit einem solchen Kraftaufwand geschlagen, daß sie splitterte oder daß Glasteile aus den
Glaskanten herausgeschlagen wurden.
Die folgende Tabelle zeigt die Arten der Einheiten, die geprüft wurden, und die notwendige Kraftaufwendung,
um das Glas zum Splittern oder Absplittern der Glaskanten jeder Einheit zu bringen. Die folgenden
Ergebnisse beziehen sich auf einem Durchschnitt von vier Einheiten pro geprüfter Art.
| Art der Einheit |
Masse der Kleb- und Polsterschicht |
Durchschnitts schlagenergie (mkg/sec2) |
| 1 2 3 4 |
keine A B C |
18,7 113,0 105,0 103,0 |
1 = Alle Glas-Metall-Verglasungseinheiten besitzen keinen
Kantenschutz.
2 bis 4 = Alle Glas-Metall-Verglasungseinheiten besitzen den
weiter oben beschriebenen Kantenschutz.
A = 50 Teile Polyisobutylen, 50 Teile feinverteilter Ton, *5
2 Teile Aluminiumoleat.
B = 55 Teile Polyisobutylen, 45 Teile feinverteilter Ton,
B = 55 Teile Polyisobutylen, 45 Teile feinverteilter Ton,
2 Teile Aluminiumoleat.
C = 60 Teile Polyisobutylen, 40 Teile feinverteilter Ton,
C = 60 Teile Polyisobutylen, 40 Teile feinverteilter Ton,
2 Teile Aluminiumoleat.
20
Wie sich offensichtlich aus den Ergebnissen der Taljelle entnehmen läßt, zeigten die mit dem Kantenschutz
nach der Erfindung versehenen Einheiten eine 5V«- bis 6mal größere Widerstandsfähigkeit gegen
Stoßeinwirkung als die bisherigen ungeschützten Einheiten.
Wie weiter oben angegeben, werden die Metallschienenteile vorzugsweise aus Aluminium hergestellt.
Der Grund hierfür ist darin zu suchen, daß das Aluminium einen weiteren Schutz für den Metallverschluß
in Gegenwart von Feuchtigkeit bildet, da Aluminium durch die Feuchtigkeit vorzugsweise angegriffen wird
und hierdurch die Korrosion des Metallverschlusses selbst verzögert wird. Des weiteren ist der Kantenschutz
gegenüber Stoßeinwirkung bei Aluminium größer als bei anderen Metallen, wie rostfreier Stahl
oder mit wenig Chrom legierte Stahllegierungen der gleichen Stärke.
Das neuartige Mehrscheiben-Isolierglas bedingt gegenüber den üblichen hermetisch verschlossenen, im
Handel befindlichen Mehrscheiben-Isoliergläsern, die nur aus Glas bestehen, erhebliche Vorteile. So sind die
Kanten der Glasscheiben doppelt gegen Stoßeinwirkung bei der Handhabung derselben geschützt durch
die Verwendung der Metallschienenteile 14 mit der zwischengeordneten Polsterschicht 15. Des weiteren
sind der Metalltrennstreifen und die Verbindungen zwischen Metall und Glas gegenüber Feuchtigkeit
innerhalb der Einheit geschützt durch den feuchtigkeitsabweisenden Überzug 23. In Gegenwart von Eisbildung
in der Einheit wird auch der aus Metall bestehende Abdeckstreifen gegen Wasserdampfdurchtritt
gegen übermäßigen Druck vermittels des zusammendrückbaren röhrenförmigen Teiles 25, der jeden durch
die Eisbildung bedingten Überdruck aufnimmt, geschützt.
Obgleich Alehrscheiben-Isoliergläser in der vorliegenden
Beschreibung vorzugsweise bezüglich zweier Glasscheiben beschrieben worden sind, versteht es
sich, daß Verglasungseinheiten aus mehreren Glasscheiben, die drei oder mehr Scheiben enthalten, in den
Bereich der vorliegenden Erfindung fallen.
Claims (10)
1. Mehrscheiben-Isolierglas, bei dem die Glasscheiben
durch Metallstege parallel und im Abstand gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, daß ein
Metallrahmen (13) um die Außenkanten der Glasscheiben (5, 6) greift und eine Schicht (15) eines
klebenden und federnden Materials zwischen Rahmen und Glasscheibenkanten angeordnet ist.
2. Mehrscheiben-Isolierglas nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schicht (15) aus
einem organischen Polymerisat und einem anorganischen Füllstoff besteht.
3. Mehrscheiben-Isolierglas nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schicht (15) aus einem Polyisobutylenpolymerisat mit einem Molekulargewicht von 10000 bis 70000,
einem Füllstoff aus feinverteiltem Ton und einem Metallsalz einer Fettsäure als Stabilisator l>esteht.
4. Mehrscheiben-Isolierglas nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf
die Außenfläche der Metallstege (8) und deren Verbindung (11, 12) mit dem Glas ein Überzug
(23) aus einem feuchtigkeitswiderstandsfähigen Stoff aufgetragen ist.
5. Mehrscheiben-Isolierglas nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Üi^erzug (23) aus
einem hochmolekularen Polyisobutylenpolymerisat und einem mikrokristallinen Wachs besteht.
6. Mehrscheiben-Isolierglas nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Wachs und das
Polymerisat in praktisch gleichen Teilen vorhanden sind und das Polyisobutylenpolymerisat ein Molekulargewicht
von 10000 bis 15 00O aufweist.
7. Mehrscheiben-Isolierglas, insbesondere nach Ansprüchen 1 bis 6, bei der die Glasscheiben durch
Metallstege parallel und im Abstand gehalten sind, dadurch gekennzeichnet, daß ein Rahmen (13) die
Außenkanten der Glasscheiben (5, 6) verbindet und zwischen sich und dem Trennsteg (8) einen länglichen
Hohlraum (24) bildet und daß in diesem Hohlraum (24) ein Element (25) aus einem inerten
federnden Material, das Luft eingeschlossen enthält, angeordnet ist.
8. Mehrscheiben-Isolierglas nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß das Element ein Kunststoffrohr (25) ist.
9. Mehrscheiben-Isolierglas nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Element aus
einem organischen Schaumstoff mit luftgefüllten Zellen besteht.
10. Mehrscheiben-Isolierglas nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der
Metallrahmen (13) aus Schienenteilen (14) mit U-förmigem Querschnitt, deren Stege (16) über
die Außenkanten der Glasscheibe greifen, und aus diese Schienen verbindenden Eckklammern (19)
besteht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
ι 009 628/179 10.60
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US69611057 US2925633A (en) | 1957-11-13 | 1957-11-13 | Multiple glass sheet glazing units |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1091299B true DE1091299B (de) | 1960-10-20 |
Family
ID=24795748
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL31708A Pending DE1091299B (de) | 1957-11-13 | 1958-11-13 | Mehrscheiben-Isolierglas |
Country Status (7)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US2925633A (de) |
| BE (1) | BE572955A (de) |
| DE (1) | DE1091299B (de) |
| ES (1) | ES245298A1 (de) |
| FR (1) | FR1215281A (de) |
| GB (1) | GB895235A (de) |
| NL (2) | NL106007C (de) |
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