DE1091843B - Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischerzeugnissen - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von Fleisch und FleischerzeugnissenInfo
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- A—HUMAN NECESSITIES
- A23—FOODS OR FOODSTUFFS; TREATMENT THEREOF, NOT COVERED BY OTHER CLASSES
- A23B—PRESERVATION OF FOODS, FOODSTUFFS OR NON-ALCOHOLIC BEVERAGES; CHEMICAL RIPENING OF FRUIT OR VEGETABLES
- A23B4/00—Preservation of meat, sausages, fish or fish products
- A23B4/02—Preserving by means of inorganic salts
-
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- A23B4/023—Preserving by means of inorganic salts by kitchen salt or mixtures thereof with inorganic or organic compounds
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Description
DEUTSCHES
Kondensierte Alkaliphosphate, d. h. Salze solcher Phosphorsäuren, die weniger Konstitutionswasser enthalten
als Phosphorsäure, ζ. B. Pyro-, Poly- und Metaphosphorsäuren, werden seit längerer Zeit zur Behandlung
von Fleisch und Fleischerzeugnissen verwendet. So werden diese Salze Koch- und Brühwürsten wie
auch Roh- und Dauerwürsten zugesetzt zur Erweichung und Quellung der Fleischfasern. Schließlich werden
sie auch den Pökellaken beigefügt, die z. B. zum Schinkenspritzen dienen, um eine bessere Safthaltung
zu erzielen.
Die kondensierten Phosphate werden dabei ausschließlich in einer schweren, dichten Pulverform angewandt,
die durch Feinmahlen kristalliner oder glasförmiger Phosphate erhalten wird. Diese handelsübliche
Form der Phosphate löst sich verhältnismäßig langsam in Wasser auf und insbesondere das Tetranatriumpyrophosphat,
das Natriumtripolyphosphat und alle Phosphatgläser neigen beim Zusammenbringen
mit Wasser zur Klumpenbildung. Diese Klumpenbildung erschwert jedoch die praktische Anwendung;
auch kann es z. B. beim Einstreuen des Phosphats in das mit Eiswasser versetzte im Kutter umlaufende
Wurstbrät zur Bildung kleiner Phosphatklümpchen in der Wurst und damit zu Fehlfabrikaten kommen.
Es wurde nun gefunden, daß man die Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischerzeugnissen mit
kondensierten Alkaliphosphaten in mehrfacher Hinsicht dadurch verbessern kann, daß man solche kondensierten
Alkaliphosphate verwendet, die durch einen direkten Sprühprozeß in einer sehr voluminösen und
leichtlöslichen Form gewonnen worden sind und ein lose gemessenes Schüttgewicht von weniger als 500 g/l,
vorzugsweise weniger als 400 g/l, aufweisen. Solche Phosphate waren bisher noch nicht im Handel erhältlich,
werden aber nunmehr von der Erfinderin hergestellt.
Unter einem direkten Sprühprozeß wird verstanden, daß Alkaliorthophosphatlösungen oder auch Lösungen
kondensierter Alkaliphosphate, insbesondere Phosphatgläser, in einem Sprühtrum in eine heiße Gaszone versprüht
werden, wobei die Orthophosphate bei ausreichend hoher Heizgastemperatur in kondensierte
Alkaliphosphate übergehen, während die Lösungen der kondensierten Alkaliphosphate, insbesondere die
langkettigen Polyphosphatgläser, dabei häufig einen Kettenlängenabbau erleiden, alle aber in einer leichten,
voluminösen Form anfallen. Hierbei ist immer Voraussetzung, daß sowohl beim Sprühtrocknungsvorgang
selbst als auch beim Transport der Teilchen und bei der Abscheidung von der Trocknungsluft durch eine
geeignete Arbeitsweise vermieden wird, daß die sperrige bzw. hohlkugelförmige Feinstruktur der Einzelteilchen
wesentliche mechanische Schädigungen er-
Verfahren zur Behandlung
von Fleisch und Fleischerzeugnissen
von Fleisch und Fleischerzeugnissen
Anmelder:
Chemische Fabrik Budenheim
Rudolf A. Oetker K. G.r
Budenheim/Rhein
Dr. Otto Pfrengle und Dr. Christel Pietruck,
Budenheim/Rhein,
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
leidet. Ein nachheriges Mahlen der Produkte wird daher in der Regel auch unterbleiben, und es wird nur
in solchen Fällen, bei denen im Sprühprozeß ein allzu leichtes Schüttgewicht — z. B. 30 g/l — erreicht worden
ist, unter Umständen durch einen kurzen Mahlprozeß eine Erhöhung des Schüttgewichtes angestrebt
werden.
Diese voluminösen kondensierten Alkaliphosphate lösen sich nun außerordentlich rasch in Wasser auf.
Streut man sie in Wasser oder in Kochsalzlösungen ein, dann lösen sie sich meist schon beim Untersinken
in der Flüssigkeit auf, häufig ohne daß ein Umrühren notwendig ist. Die Wirkung der Phosphate ist daher
gerade in den Fällen, in denen die Phosphate trocken in die Fleischmasse eingestreut werden, besonders
rasch und unmittelbar. So tritt bei der Herstellung von Koch- und Brühwürsten, wobei unter Zusatz von
Fremdwasser zum Wurstbrät im umlaufenden Kutter das Phosphat trocken eingestreut wird, die Wirkung
des Phosphats momentan ein, was sich in einer besonders günstigen Quellwirkung und Emulgierung
— auch des Fettes — auswirkt. Ungelöste Phosphatteilchen in der Wurst können hier nicht vorkommen.
Die neue Arbeitsweise ist besonders da von Vorteil, wo ohne Fremdwasserzusatz gearbeitet wird, z. B. bei
, der Fabrikation von Rohwurst, wo nur sehr geringe Feuchtigkeitsmengen zum Lösen des Phosphats zur
Verfügung stehen. Für die Wurstherstellung eignen
sich vorzugsweise die voluminösen, nicht kristallinen, kurzkettigen Alkaliphosphatkombinationen, welche
Phosphatkettenlängen hauptsächlich von 1 bis 4 enthalten und also mittlere Molekulargewichte von 200
bis 400 aufweisen, und zwar sowohl wegen der besse-
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ren Quellwirkung auf die Fleischfaser wie auch in geschmacklicher Hinsicht. Ein Zusatz von kleinen Anteilen
hochmolekularer und vernetzter Polyphosphate, wie z. B. der Kurrolschen Kaliumphosphate, in einer
voluminösen Form kann dabei von Vorteil sein.
Als Zusatzmittel zu Pökellaken, insbesondere für das Schinkenspritzen, eignen sich besonders die mittel-
und langkettigen Polyphosphate, die durch einen direkten Sprühvorgang in nicht kristalliner, voluminöser
Form hergestellt worden sind. Hier muß sich das Phosphat in einer verhältnismäßig hoch konzentrierten
Kochsalzlösung leicht auflösen lassen und soll auch bei Anwesenheit von Calcium- und Magnesiumverbindungen,
wie sie im Kochsalz häufig vorkommen, klare Lösungen ergeben. Hier erwies sich die Ver- jj
vvendung mittel- und langkettiger Polyphosphatkombinationen mit Molekulargewichten zwischen 400
und 1600 als besonders vorteilhaft. Diese lassen sich durch Direkt versprühen von Alkaliorthophosphatlösungen
in eine heiße Gaszone -— z. B. .500° C — ao oder durch Sprühtrocknen von Alkaliphosphatglaslösungen
bei Temperaturen zwischen 150 und 350° C mit Schüttgewichten zwischen 50 und 400 g/l herstellen,
wobei Schüttgewichte zwischen 150 und 300 g/l bevorzugt werden. Die so gewonnenen Phosphate
liegen in einer nicht kristallinen, glasartigen, röntgenamorphen Form vor, d. h., ihr Debeye-Scherrerdiagramm
weist keine oder doch nur verhältnismäßig schwache Linien auf, da sich eine kristalline Phase
noch nicht oder nur in untergeordneter Menge gebildet hat. Diese nicht kristalline Form ist insbesondere hinsichtlich
der raschen Auflösung in Wasser oder Salzlösungen besonders vorteilhaft.
Die neuartigen Phosphate können für sich allein oder im Gemisch mit anderen, an sich bekannten
Fleisch- bzw. Wurstzusatzmitteln, insbesondere solchen, die ebenfalls in voluminöser Form vorliegen,
zur Anwendung kommen. Es eignen sich z. B. Trockenblutplasma, Kohlenhydrate wie Glukose oder Stärkezucker
u. a. m. Auch kann Kochsalz, das in voluminöser Form vorliegt, gegebenenfalls zugegeben werden.
Auch kann das Kochsalz von vornherein dem Phosphat beim Sprühprozeß zugesetzt werden, so daß
eine stofflich einheitliche Phosphat-Kochsalz-Kombination in voluminöser Form vorliegt. Dies hat den
Vorteil, daß damit auch das Kochsalz in außerordentlich raschlöslicher Form vorliegt.
Eine konzentrierte Lösung eines Natriumpolymetaphosphatglases mit einem Na: P-Verhältnis = 1:1
wird in einem 13 m hohen Sprühtrockner bei einer Heizlufteintrittstemperatur von 300° C und einer
Luftaustrittstemperatur von 125° C im Gleichstrom versprüht. Die Abscheidung von der Abluft erfolgt in
einer Abscheiderbatterie. Es entsteht dabei ein voluminöses Produkt mit einem pH-Wert von 5,6, einem
Schüttgewicht von 200g/|l und einem mittleren Molekulargewicht
von 850. Es besteht aus feinen, glasigen Hohlkügelchen mit einem mittleren Durchmesser von
0,12 mm.
Dieses Produkt wird als Spritzpökellakenzusatzmittel
verwendet. Zu 101 einer 8%>igen Kochsalzlösung werden 50 g dieses Phosphats, das sich sehr leicht
löst, zugegeben. Diese Spritzpökellake wird zur Aderspritzung von Kochschinken verwendet. Die so behandelten
Schinken bekommen ein besseres Aussehen, weisen einen geringeren Kochverlust auf und sind
zarter im Biß als die Schinken, die nur mit einer Kochsalzlösung gepökelt worden sind.
Eine konzentrierte Lösung eines Natriumpolymetaphosphatglases
mit Na : P-Verhältnis 1 : 1 wird unter Zusatz von Natronlauge, wobei das Verhältnis
Phosphatglas : NaO H = 100:14 war, in einem 8 m hohen Sprühtrockner bei einer Heizlufteintrittstemperatur
von 230° C und einer Austrittstemperatur von 120° C im Gleichstrom verdüst. Das Produkt wird
direkt am Turm abgenommen. Es entsteht dabei ein voluminöses Produkt mit einem Schüttgewicht von
300 g/l. Es hat einen pH-Wert von 7,0 und besteht aus glasigen Phosphaten mit einem mittleren Molekulargewicht
von 300.
Dieses Produkt wird bei der Herstellung von Brühwurst verwendet. Es wird trocken auf das Brät während
des Kutterns in einer Menge von 0,3% aufgestreut. Es verteilt sich und löst sich sofort in dem Brät und
bewirkt eine gute Quellung der Fleischfaser. Die fertige Wurst ist sehr gut im Geschmack und im Aussehen.
Das beanspruchte Verfahren kann auf Grund der Verordnung über Fleisch und Fleischerzeugnisse
(Fleischverordnung) vom 19. 12. 1959 zur Zeit nicht Anwendung finden für die Herstellung von Fleischerzeugnissen,
die im Inland vertrieben werden sollen. Jedoch gilt gemäß § 5b des neuen Lebensmittelgesetzes
vom 21. 12. 1958 dieses Verbot nicht für Erzeugnisse, die zur Lieferung ins Ausland bestimmt sind.
Claims (3)
1. Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischerzeugnissen, insbesondere zum Spritzen
von Pökelwaren mit kondensierten Alkaliphosphaten, aber ausgenommen die Verhinderung der Gerinnung
von Schlachttierblut, dadurch gekennzeichnet, daß solche durch einen direkten Sprühprozeß
in sehr voluminöser und leichtlöslicher Form mit einem Schüttgewicht von weniger als 500, vorzugsweise
400 g/l gewonnenen kondensierten Alkaliphosphate Verwendung finden, die ein mittleres
Molekulargewicht zwischen 200 und 1600 besitzen und in nicht kristalliner, glasiger Form
vorliegen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß außer den voluminösen Phosphaten
andere, an sich bekannte Zusatzmittel zur Verwendung kommen, wie Kochsalze, Kohlenhydrate
oder Trockenblutplasma.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kochsalz durch gemeinsames
Versprühen mit den Phosphaten mit diesen zusammen in ein einheitliches, pulvrig-voluminöses
Trockenprodukt übergeführt worden ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 900338;
österreichische Patentschrift Nr. 132 554.
Deutsche Patentschrift Nr. 900338;
österreichische Patentschrift Nr. 132 554.
© 009 629/261 10.60
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC13235A DE1091843B (de) | 1956-06-20 | 1956-06-20 | Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischerzeugnissen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEC13235A DE1091843B (de) | 1956-06-20 | 1956-06-20 | Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischerzeugnissen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1091843B true DE1091843B (de) | 1960-10-27 |
Family
ID=7015393
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEC13235A Pending DE1091843B (de) | 1956-06-20 | 1956-06-20 | Verfahren zur Behandlung von Fleisch und Fleischerzeugnissen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1091843B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4543260A (en) * | 1979-10-26 | 1985-09-24 | Stauffer Chemical Company | Process for curing bacon, product thereof and composition therefor |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT132554B (de) * | 1930-02-05 | 1933-03-25 | Poekelsalze M B H Ges | Verfahren zur Herstellung schnell wirkender und vollkommen gleichmäßig zusammengesetzter Pökelsalze. |
| DE900338C (de) * | 1946-02-28 | 1953-12-21 | Benckiser Gmbh Joh A | Herstellung von glasige Phosphate in Pulverform enthaltenden Praeparaten |
-
1956
- 1956-06-20 DE DEC13235A patent/DE1091843B/de active Pending
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| AT132554B (de) * | 1930-02-05 | 1933-03-25 | Poekelsalze M B H Ges | Verfahren zur Herstellung schnell wirkender und vollkommen gleichmäßig zusammengesetzter Pökelsalze. |
| DE900338C (de) * | 1946-02-28 | 1953-12-21 | Benckiser Gmbh Joh A | Herstellung von glasige Phosphate in Pulverform enthaltenden Praeparaten |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4543260A (en) * | 1979-10-26 | 1985-09-24 | Stauffer Chemical Company | Process for curing bacon, product thereof and composition therefor |
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