DE109196C - - Google Patents
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03B—MANUFACTURE, SHAPING, OR SUPPLEMENTARY PROCESSES
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- C03B40/02—Preventing adhesion between glass and glass or between glass and the means used to shape it, hold it or support it by lubrication; Use of materials as release or lubricating compositions
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
KLASSE 32: Glas.
Beim Blasen von Hohlglaskörpern in Formen ist es gebräuchlich, die Hohlglaskörper, insbesondere
Waaren feinerer Art, nach dem Aufblasen in der Form zu drehen, um das Entstehen von Graten an den Fugen der Form
zu verhindern. Um das Anhaften des Glases an den Formwänden zu verhüten, wird die
Form mit Fett angestrichen oder ein Strohhalm eingeworfen, welchen das heifse Glas
verbrennt, so dafs der entstehende Rufs die Formwand bedeckt. In neuerer Zeit wirft man
auch besonders' zu diesem Zwecke gefertigte Holzspänehen in die Form, welche übrigens
verhältnifsmäfsig theuer sind und für grofse Betriebe eine immerhin beträchtliche Ausgabe
bedeuten. Diese Mittel entsprechen ihrem Zwecke nicht durchaus und erfordern eine bei
jedem einzelnen Werkstück wiederholte Anwendung. Ebensowenig entspricht die auch
schon geübte Anwendung von Pech, OeI, Kohlentheer, Wasserblei, Mehl, Hobelspänen
(welche Stoffe immer einzeln angewendet wurden) allen Anforderungen. Entweder reicht
die Schmierkraft der Verbrennungsproducte nicht aus und es mufs die Behandlung der
Form bei jedem neuen Werkstück wiederholt werden, oder die Schmiermittel bilden in der
Form schnell harte und dicke Krusten, welche Gestalt und Abmessungen der Werkstücke
störend verändern. Bei theilweiser Krustenbildung erhalten die Glaskörper häfsliche Riefen;
gewisse Mittel, wie z. B. das vorzüglich schmierende Wasserblei (Graphit) setzen ihre
Spuren auf der Glasoberflä'che ab und beeinträchtigen die Reinheit des Glases.
Von diesen Uebelständen frei und mit weiteren Vorzügen begabt ist nach des Erfinders
Versuchen und Angaben das vorliegende Schmiermittel, welches sich in der Hauptsache
aus einem durch Kochen von Holzmehl, zerkleinerten harzigen Körpern und Holzkohle in
OeI gewonnenen Brei besteht, welcher flüssig bis steif sein, aber auch in feste, trockene
Form gebracht werden kann.
Das Holzmehl kann ganz oder zum Theil durch Korkmehl ersetzt werden. Je mehr feste
Bestandtheile dem OeI beigefügt werden und je weiter' das Kochen getrieben wird, desto
dicker wird die Masse, die durch Zusatz von Wachs, Talg, Harz in einen festen Körper
umgewandelt werden kann. Soll die Masse besonders fein und mild sein, so werden in
flüssigem Zustande die gröberen Festkörper (Rückstände des Holzmehles u. s. w.) in geeigneter
Weise (z. B. durch Seihen) ausgeschieden. Dies gilt besonders auch für das hauptsächlich
in Prefsformen zu verwendende, nach dem Erkalten feste Präparat.
Das neue Mittel zeigt grofse Ausdauer und Schmierkraft, erleichtert wesentlich das Drehen,
vermeidet Riefenbildung, giebt den Waaren einen hohen Glanz, setzt auch auf dem empfindlichsten
Glase keine Spuren ab und ergiebt keine starke und harte Kruste, sondern eine milde schmierende Schicht an den Formwänden.
Es verträgt sich gut mit dem Wasser beim Abkühlen der Formen und löst sich
verhältnifsmäfsig leicht beim Reinigen derselben.
Für die Zwecke des Blasverfahrens wird die erwärmte (eiserne) Form bei Beginn der Arbeit
mit dem an sich flüssigen oder breiigen Mittel oder mit dem bei Benutzung der warmen
Form erweichenden, an sich festen Mittel bestrichen. Zu consistentes breiiges Mittel kann
mit OeI verdünnt werden. Für gröfsere Gegenstände kann auch nach dem Bestreichen mit
flüssigem Mittel noch trockenes Mittel in zerkleinertem Zustande aufgestreut werden (namentlich
in Holzformen). In eisernen eingearbeiteten Formen kann ι bis 2 Stunden ununterbrochen
gearbeitet werden, ehe das Bestreichen der Formen wiederholt werden mufs.
Auch beim Prefsverfahren kann das Schmiermittel, und zwar vorzugsweise in consistenter
oder harter Form, angewendet werden. Es werden damit die »hängenden« oder »reifsenden«
Stellen der Form betupft, d. h. jene Stellen, an welchen sich beim Oeffnen der Form das Glas nicht ohne Weiteres von den
Formwänden lösen will. Bei dieser Anwendung verhütet das Schmiermittel das Reifsen, ohne
zu verpuffen oder sich überhaupt in irgend einer Weise nachtheilig bemerkbar zu machen.
Was die Wirkungsweise des Schmiermittels betrifft, so dürfte sich dieselbe wie folgt erklären
lassen. Durch das Kochen von Holzmehl und zerkleinerten harzigen Körpern mit OeI erhält man die brennbaren und schmierenden
Stoffe in Form einer Substanz, die wie die wirksamen Massentheilchen in ihr gut und
gleichmäfsig vertheilt sind, so auch ihrerseits sich gut und gleichmäfsig auf die Formwände
vertheilen läfst. Die harzigen Körper, von denen oben gesprochen wurde, können in
der Form von Baumharz oder Mehl aus Nadelholzreisig oder Mehl aus den Nadeln der Nadelhölzer in das Gemisch eingeführt
werden. Diese Stoffe scheinen auf die Verbrennung beschleunigend, die Holzkohle dagegen zurückhaltend einzuwirken. Durch
dieses Zusammenwirken beschleunigender und zurückhaltender Einflüsse dürfte sich die geregelte
und gemäfsigte Verbrennung unter Bildung einer milden, schmierenden Schicht ergeben,
welche sich in den angegebenen Vortheilen des Schmiermittels offenbart.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Schmiermittel für Glasformen, bestehend, aus einem Brei, der durch Kochen von Holzoder Korkmehl, Holzkohle und Harz in OeI gewonnen wird und durch Zusatz von Wachs, Talg. Harz in eine feste Masse umgewandelt werden kann.'
Publications (1)
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| DE109196C true DE109196C (de) |
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