DE1093384B - Verfahren zur elektrophotographischen Herstellung von Bildern auf lichtempfindlichen Halbleiterschichten - Google Patents
Verfahren zur elektrophotographischen Herstellung von Bildern auf lichtempfindlichen HalbleiterschichtenInfo
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Description
DEUTSCHES
Fat. BL y„ ■
Heues
MdL3
4fr
A 30984 IVa/15 k
ANMELDETAG: 19. DEZEMBER 1958
BEKANNTMACHUNG DER ANMELDUNG UND AUSGABE DER AUSLEGESCHRIFT: 24. NOVEMBER 1960
Nach den bekannten elektrophotographischen Verfahren können Bilder auf elektrischem Wege dadurch
erzeugt werden, daß lichtempfindliche Halbleiterschichten, die durch Reibung oder durch Aufsprühen
von Ladungsträgern elektrisch aufgeladen sind, einer Belichtung entsprechend der gewünschten Abbildung
ausgesetzt werden, wobei die Ladungen, wegen der durch die Belichtung hervorgerufenen Verringerung
des elektrischen Widerstandes des Halbleiters, an den belichteten Stellen der Schicht abfließen und an den
unbelichteten Stellen zurückbleiben. Das Bild wird durch Aufbringen eines farbigen Pulvers, des Toners,
der vorher entgegengesetzt zur Halbleiterschicht elektrisch aufgeladen wird, entwickelt. Durch elektrostatische
Anziehung bleibt an den noch aufgeladenen Teilen der lichtempfindlichen Schicht ein Teil des
Toners haften. Zur Fixierung der Abbildung muß der Toner noch fest mit der Unterlage verbunden werden,
was z. B. durch Einschmelzen geschehen kann. Das Verfahren besteht also im allgemeinen aus vier Arbeitsgangen,
nämlich erstens der Aufladung der Schicht, zweitens der Belichtung der geladenen Fläche, drittens
der Entwicklung durch Aufbringen des Toners und viertens dem Fixieren des Bildes.
Es wurde nun gefunden, daß die elektrophotographische Herstellung von Bildern auf lichtempfindlichen
Halbleiterschichten wesentlich vereinfacht werden kann, indem man über der belichteten
Halbleiterschicht durch Aufsprühen von Ladungsträgern in einem zeitlich konstanten Sprühstrom ein
bildmäßig abgestuftes stationäres elektrisches Feld erzeugt und das auf der belichteten Halbleiterschicht
ausgebildete latente Leitfähigkeitsbild während des Aufsprühens der Ladungsträger sichtbar macht, wobei
durch die Schicht ein zeitlich konstanter elektrischer Strom fließt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in der Weise
durchgeführt werden, daß man eine bildmäßig belichtete Halbleiterschicht einer Corona-Entladung aussetzt
und während der Einwirkung der Corona-Entladung in das dadurch erzeugte stationäre elektrische Feld
frei verteilte Farbstoffpartikelchen einbringt. Diese werden in dem elektrischen Feld aufgeladen und auf
der belichteten Halbleiterschicht niedergeschlagen, wobei die Menge der von der Schicht angenommenen
Farbstoffpartikelchen abhängig ist von der Leitfähigkeit der Schicht. Da die Leitfähigkeit der Schicht entsprechend
der Intensität der Belichtung erhöht wird, erhält man auf diese Weise sichtbare Bilder, die sich
im übrigen durch hohe Schärfe auszeichnen und auch Halbtöne enthalten.
Zur Erzeugung des stationären elektrischen Feldes können eine Sprühelektrode und eine Gegenelektrode
verwendet werden, wobei letztere als Platte ausgebil-Verfahren zur elektrophotographischen
Herstellung von Bildern auf lichtempfindlichen Halbleiterschicht en
Anmelder:
Agfa Aktiengesellschaft,
Leverkusen-Bayerwerk,
Kaiser -Wilhelm -Allee
Dipl.-Phys. Walter Simm, Opladen,
Gerhard Heyl, Köln-Stammheim,
Dr. Hildegard Haydn, Leverkusen,
und Dr. Heinrich Nassenstein, Köln-Stammheim,
sind als Erfinder genannt worden
det sein kann, auf die der Träger der Halbleiterschicht aufgelegt wird. Auch ist es beispielsweise möglich,
zwei Sprühelektroden zu benutzen, die beiderseits des elektrophotographischen Materials angeordnet werden.
Für die Sichtbarmachung des latenten Leitfähigkeitsbildes hat sich die Verwendung von feinversprühten
Farbstofflösungen als besonders geeignet erwiesen. Als Farbstoffe stehen hierfür eine sehr große
Zahl von Verbindungen zur Verfügung. Beispielsweise seien die Farbstoffe angeführt, die unter der Bezeichnung
Ceres-Farbstoffe, Benzaminschwarz, Benzolschwarz, Benzolblauschwarz, Rapidogenschwarz,
Astrablau, Nigrosin bekannt sind. Selbstverständlich ist das Verfahren nicht an die Verwendung von
schwarzen Farbstoffen gebunden, sondern es kommen hierfür auch Farbstoffe mit anderem Farbcharakter in
Frage. Zur Lösung der Farbstoffe werden vorzugsweise nicht brennbare oder Lösungsmittel mit hohem
Flammpunkt, wie z. B. Wasser, Polyalkohole, wie Glykole, Glycerin, Glykoläther, Glycerinäther oder
Mischungen solcher Lösungsmittel eingesetzt. Den Lösungen können auch beliebige Filmbildner zugesetzt
werden, auch können als Lösungsmittel flüssige Filmbildner eingesetzt werden, die bei einer anschließenden
Wärmebehandlung oder bei Anwendung anderer geeigneter Mittel in den festen Zustand übergehen.
Die Lösungen können in bezug auf ihre Konzentrationen und die Art der Lösungsmittel so eingestellt
werden, daß nach dem Niederschlagen der Aerosole auf der Halbleiterschicht unmittelbar ein
festhaftendes Farbstoffbild entsteht. Selbstverständ-
009 649/93
lieh ist es aber auch möglich, hierbei solche Aerosole
zu verwenden, die für ihre Fixierung noch eine Nachbehandlung, z. B. Wärmeentwicklung, erfordern.
Als lichtempfindliche Schichten kommen für das vorliegende Verfahren grundsätzlich alle aus der
Elektrophotographie bekannten Halbleiterschichten in Frage. Beispielsweise seien Schichten genannt, die aus
Dispersionen von feinverteilten Photoleitern, wie z. B. :Zinkoxyd, in einem elektrisch isolierenden Filmbildner,
wie z. B. einem Silikonharz oder einem Polyurethan, bestehen. Diese Schichten haben die Eigenart,
bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens die durch die bildmäßige Belichtung verursachten
Unterschiede im elektrischen Widerstand längere Zeit beizubehalten, so daß es möglich ist, die Schicht
erst zu belichten und anschließend im elektrischen Feld zu entwickeln. Selbstverständlich kann das zu
reproduzierende Bild aber auch während der Einwirkung des elektrischen Feldes auf die Schicht aufbelichtet
werden. Als Unterlage für die Halbleiterschichten sind Materialien geeignet, deren Leitfähigkeit
zwischen der des Bindemittels für die Halbleiter und der Halbleiter liegt, beispielsweise solche, deren
Leitfähigkeit größer als 10"15 Ohm'1 cm-1 ist, wie
z. B. Papier. Grundsätzlich sind auch hier solche Materialien geeignet, die für die bisher bekannten
Verfahren der Elektrophotographie Verwendung gefunden haben.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsformen der Erfindung an Hand von schematischen Zeichnungen
erläutert.
Nach Abb. 1 wird das Verfahren so durchgeführt, daß ein gefärbtes flüssiges Aerosol, das in bekannter
Weise durch Düsen mit Hilfe von Druckluft hergestellt werden kann, in nicht künstlich aufgeladenem
Zustand in den Zwischenraum der Sprühelektrode 1 und der geerdeten Auflage 4 eingeblasen wird. Auf
der Auflage 4 befindet sich der mit einer elektrophotographischen Schicht 2 präparierte Träger 3. Die
Schicht muß vor oder gleichzeitig mit dem Entwicklungsvorgang entsprechend der gewünschten Abbildung
belichtet werden. Die Sprühelekrode 1, z. B. eine Metallspitze, ist mit dem negativen Pol einer
Gleichspannungsquelle verbunden, wobei zwischen der Spitze und der geerdeten Unterlage eine Spannung
von einigen Kilovolt, z. B. 10 bis 20 kV, liegt. Das Verfahren ist auch im umgekehrten Fall, nämlich mit
geerdeter Spitze und einer an ein hohes Potential gelegten Platte möglich. Ebenso kann das Aerosol aus
einer anderen Richtung, z. B. von der Sprühelektrode her eingeblasen werden.
Ist die Unterlage 3 nicht sehr gut leitend, wie z. B. bei Verwendung der meisten Papiersorten, so ist es
vorteilhaft, die in Abb. 2 skizzierte Anordnung zu verwenden. Dabei wird die geerdete Auflage weggelassen
und unterhalb des Trägers 3 eine zweite .-Spitze 4 in etwa gleichem Abstand wie die Sprühelektrode
1 angebracht. Die Spannung liegt zwischen den Spitzen 1 und 4, Träger 3 und Schicht 2 sind isoliert
befestigt. Von den Spitzen 1 und 4 werden unter dem Einfluß des starken elektrischen Feldes Ladungs- ;■
träger mit entgegengesetztem Vorzeichen ausgesandt, die sich einerseits auf der elektrophotographischen
Schicht unter Mitnahme der eingeblasenen Aerosolteilchen, andererseits auf der Rückseite des Trägers
niederschlagen, wobei durch die Schicht hindurch ein stationärer Strom in der Stärke entsprechend den verschieden
gut leitenden Teilen der belichteten Schicht fließt. Mit der Darstellung von Halbtönen und mit
der Kürze und Einfachheit der beiden Arbeitsgänge, der Belichtung und der Entwicklung, sowie mit der
Qualität der Bilder stellt dieses Verfahren gegenüber den bekannten elektrischen Verfahren zur Herstellung
von Bildern eine bedeutende Verbesserung dar.
Ein weiterer Unterschied zu den bekannten anderen Verfahren besteht auch darin, daß bei der Entwicklung
unabhängig vom Vorzeichen der Aufladung des Nebels die belichteten Teile der Schicht stark, die
unterbelichteten Teile dagegen nur schwach eingefärbt werden, so daß also ein negatives Bild entsteht.
Bei den meisten bekannten Verfahren werden die belichteten Stellen wenig, die unbelichteten aber stark
durch den Toner gefärbt, d.h., es entsteht ein positives Bild.
Claims (8)
1. Verfahren zur elektrophotographischen Herstellung von Bildern auf lichtempfindlichen Halbleiterschichten,
auf denen durch Belichtung ein latentes Leitfähigkeitsbild erzeugt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß über der belichteten Halbleiterschicht durch Aufsprühen von Ladungsträgern ein
bildmäßig abgestuftes stationäres elektrisches Feld erzeugt und das auf der belichteten Halbleiterschicht
ausgebildete latende Leitfähigkeitbild während des Aufsprühens der Ladungsträger sichtbar
gemacht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Erzeugung des stationären
elektrischen Feldes eine Corona-Entladung verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung des stationären
elektrischen Feldes Sprühelektroden verwendet werden, die beiderseits des mit der lichtempfindlichen
Halbleiterschicht präparierten Trägers angeordnet sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung des stationären
elektrischen Feldes eine Sprühelektrode und eine Gegenelektrode verwendet werden, wobei letztere
als Platte ausgebildet wird, auf die der mit der Halbleiterschicht präparierte Träger aufgelegt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Entwicklung der latenten
Leitfähigkeitsbilder mit Hilfe von Aerosolen durchgeführt wird, die in das stationäre elektrische
Feld eingebracht werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Aerosole in dem stationären elektrischen
Feld sowohl aufgeladen als auch auf der Halbleiterschicht niedergeschlagen werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Entwicklung des latenten
Leitfähigkeitsbildes farbige Aerosole verwendet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, gekennzeichnet durch die Verwendung von Aerosolen, die aus feinverdüsten
Farbstofflösungen bestehen.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 009 649/93 11.60
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