DE109351C - - Google Patents
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Description
IS:ER:pT(ZHES
PATENTAMT
Vorliegende Erfindung umfafst eine metallurgisches Verfahren, welches, hauptsächlich das
schnelle Abkühlen von schweren Metallkörpern oder Stahlmassen (Gufsstahl sowohl wie Gärbstahl),
z. B. Panzerplatten, Belagerungsgeschützen und dergl., zum Gegenstande hat.
In beiliegender Zeichnung ist in
Fig. ι im senkrechten Durchschnitt ein zur
Ausführung des Verfahrens dienender Kasten dargestellt, und
Fig.' 2 ist ein Querschnitt durch denselben mit geringer Formveränderung.
Wenn ein grofses Stück Stahl, wie z.B. eine Panzerplatte, ausgeglüht worden ist, um
bearbeitet zu werden, ehe die Stahlplatte zur Härtung kommt, ist es nöthig, dafs man sehr
vorsichtig zum Abkühlen schreitet, um nicht ungleiche Stellen im Gefüge zu erzeugen; und
eine gleichmäfsige Abkühlung in der bisherigen Weise nahm bekanntlich ganz bedeutende Zeit,
etwa 20 bis 24 Tage, in Anspruch. ■
Nach vorliegendem Verfahren dauert die Abkühlung nur 24 Stunden, indem die Stahlkörper,
wie Panzerplatten, noch glühend, wie sie vom Walzwerk kommen, sogleich dem
Abkühlungsprocefs unterworfen werden. Zur Ausführung dieses Verfahrens dient ein Kasten A,
welcher durch einen Deckel B mit tief herabhängendem Rand α geschlossen .werden kann
und» auch abgedichtet werden mag, indem der Rand α bis in eine Nuth b, die sich am Boden
des Kastens aufserhalb desselben an allen Seilenwänden entlang zieht, hineinreicht, so
dafs zwischen dem Rand α und dem a'ufseren
Rand c- der genannten Nuth ein Dichtungsmaterial,
z. B. Thon, eingestampft werden kanfi.
Wenn eine solche Dichtung nicht beabsichtigt wird, so kann der Rand des Deckels — wie
die geänderte Auslührüngsform Fig. 2 zeigt — nur über den oberen Rand des Kastens übergreifen.
Der Deckel hat entsprechend angeordnete Ansalze oder Zapfen d, so dafs er
mil Leichtigkeit durch Hebevorrichtungen abgenommen werden kann. ,
Nachdem der Deckel abgehoben worden, werden Slander C C je nach den Abmessungen
der zu behandelnden Metallplatten auf den Boden des Kastens aufgestellt, und dann wird
die glühende Platte D darauf gelegt. Zur leichteren Ausführung des Verfahrens bezw.
des Einlegens der in Kranketten hängenden Platte ist der Kasten fahrbar gemacht, und zudiesem
Zweck mit Achsen e und Rädern/1 versehen, welche auf Schienen g laufen, so
dafs der Kasten unter die Metallplatte bezw. in den Ofen gefahren werden kann.
Meist Soll der Kasten zur Aufnahme der Stahlplatten dienen, wenn sie das Walzwerk
verlassen. Sobald sie in den Kasten eingelegt sind, wird geschmolzenes Eisenoxyd eingegossen.
Ist .der Kasten mit dem flüssigen Eisenoxyd gefüllt, so dafs es die Metallplatte
vollständig umgiebt, so läfst man die Oberfläche sich so weit abkühlen, dafs sie fest wird,
jedoch ohne die Temperatur an dieser Stelle weiter wie bis 425 bis 6500 C. sinken zu lassen.
Die dadurch gebildete Kruste schliefst atmosphärische Luft vollständig von der Metallplatte
ab. Alsdann wird der Deckel B aufgedeckt, und der Kasten mit dem Inhalt wird in einen ,
Ofen gefahren, in welchem eine Temperatur von 425 bis 6500 C. oder mehr — falls dies erforderlich
ist — 24 Stunden !ang unterhalten wird. Dabei ist jedoch zu beachten, dafs die
Temperatur nicht so hoch getrieben werden darf, um den Kohlenstoff des Metalles zu
schädigen. Hiernach wird der Kasten aus dem Ofen ausgefahren und man läfst ihn an der
freien Luft langsam abkühlen.
Zum Schütze des in dieser Weise zu behandelnden Stahles kann man etwa 5 pCt. Kalk
zu dem flüssigen Eisenoxyd hinzusetzen; denn eine Mischung von Kalk mit dem Oxyd verhindert
die Unreinigkeiten, welche sich von dem Eisenoxyd ausscheiden, sich an dem Stahl
anzusetzen oder von diesem absorbirt zu werden.
An Stelle des .Eisenoxyds kann irgend ein anderes schmelzbares Metalloxyd, das bei 425
bis 6500 C. flüssig wird, benutzt werden. .
Anstatt das Eisenoxyd in den Kasten einzugiefsen und. damit die Metallplatte zu umschliefsen,
kann man auch erst eine Lage von 20 bis 24 cm eingiefsen und erstarren lassen,
um alsdann die Metallplatte darauf zu legen, so dafs die Anwendung der Pfosten C C überflüssig
wird. Hiernach wird dann durch einen zweiten Gufs von Eisenoxyd die Platte, wie
oben beschrieben, eingedeckt und nach Abschlufs des Kastens derselbe mit Inhalt in den
Ofen geschoben.
Dieses Giefsen in Absätzen ist besonders geeignet, wenn es sich um Behandlung kleinerer
oder leichterer Stahlkörper handelt; dieselben können . dann auf eine erstarrte Schicht aufgelegt
und durch den nächsten Gufs abgedeckt werden, der nach seinem Erstarren wieder eine
weitere Schicht von Metallgegenständen aufnehmen kann 11. s. w.
Es mag noch bemerkt werden, dafs beim Einlegen hellrothwarmer Stahlgegenstände das
flüssige Oxyd sich nicht an die Stahlkörper anhängt, sondern im Gegentheil alle Oxydschichten
von dem Metall abnimmt, so dafs die. Oberfläche nach dem Ausglühen und Abkühlen vollständig rein von Oxyd und Sand ist.
Zwecks gleichmäfsiger Abkühlung des Stahles mit Hülfe des vorstehend beschriebenenen Verfahrens
mufs das Metall natürlich vollständig von dem Eisenoxyd umschlossen werden und
die obere Schicht mufs ungefähr so stark sein wie die Bodenschicht;, wenn man ohne den
Verschlufsdeckel B arbeiten will, kann die obere Schicht allerdings etwas stärker gemacht
werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zum beschleunigten Abkühlen ausgeglühter Metallstücke, insbesondere von Panzerplatten, Geschützen und dergl., dadurch gekennzeichnet, dafs die glühenden Metallstücke mit einem flüssigen Metalloxyd, z. B. Eisen oxyd, mit oder ohne Zusatz von Kalk umgössen werden, worauf die Gegenstände in einem Ofen etwa 24 Stunden auf einer Temperatur von 425 bis 6500C. erhalten und dann langsam abkühlen gelassen werden.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE109351C true DE109351C (de) |
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ID=379258
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT109351D Active DE109351C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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