DE1094824B - Verfahren zur Sicherstellung einer Bevorrechtigung bestimmter Meldungen im Sprechfunkverkehr - Google Patents
Verfahren zur Sicherstellung einer Bevorrechtigung bestimmter Meldungen im SprechfunkverkehrInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf die bevorrechtigte Übertragung von Meldungen in einem Funknetz mit
zwei Frequenzen, in dem jeweils eine von mehreren Funkstellen mit einer Hauptfunkstelle Gegenverkehr
aufnehmen kann. Die Meldungen von übergeordneter Dringlichkeit unterscheiden sich vom normalen Sprechverkehr
entweder durch ihren Nachrichteninhalt oder durch ihre Zuordnung zu bestimmten Diensten bzw.
Dienststellen. Dies gilt auch für die Übertragung von Melde- oder Meßvorgängen der Fernwirktechnik.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, den Vorrang derartiger Meldungen gegenüber dem auf
dem gleichen Wege übertragenen Sprechverkehr auf jeden Fall und möglichst ohne Zeitverlust sicherzustellen.
Bekannte Verfahren zur Erfüllung dieser Aufgabe arbeiten zur Herstellung eines dauernden Bereitschaftszustandes
z. B. mit periodischer Sperrung des laufenden Sprechverkehrs. Dabei wird in bestimmten
Zeitaibständen .der Nachrichtenweg vorübergehend zur Durchgabe bevorrechtigter Meldungen freigegeben.
Bevor diese Freigabe erfolgen kann, müssen aber eine Anzahl Schaltvorgänge durchgeführt sein. Weil hierzu
eine bestimmte Zeit notwendig ist, wird der laufende Sprechverkehr durch Unterbrechungen gestört. Es
muß zunächst von einer zentralen Stelle aus der jeweils im Verkehr stehenden Teilnehmerstation ein
Signal übermittelt werden, welches dort z. B. mit den aus der Selektivruftechnik bekannten Mitteln den
Sendekanal abschaltet. Dann wird von der zentralen Stelle ein Sperrsignal für alle untergeordneten Teilnehmer,
etwa ein besonderer Sperrton, ausgesendet, ' der das Eintreten dieser Stationen in den freizuhaltenden
Nachrichtenweg verhindert. Hierbei muß außerdem eine Unterscheidung zwischen den sofort zu sperrenden
Teilnehmerstellen und solchen Unterstationen getroffen werden, von denen eine bevorrechtigte Meldung
ausgehen kann. Diese Untenscheidung läßt sich z. B. durch eine geeignete Wahl der Ansprechzeiten
sicherstellen. -
Dieser durch Unterbrechung des laufenden Sprechverkehrs herzustellende Bereitschaftszustand eines
Nachrichtenweges verlangt aber bei den bekannten Verfahren die Einhaltung einer Mindestzeit von etwa
1 Sekunde. Obwohl der zentrale Sperrton praktisch ohne Zeitverlust wirksam werden kann, ist für
die sichere vorausgehende Abschaltung der gerade sendenden Teilnehmerstation ein Zeitschutz notwendig.
Für diese Zeit wird zuerst der Empfangskanal der betreffenden Station unterbrochen und im Anschluß
hieran auch der zugehörige Sendekanal. Diese Folge von Unterbrechungen wirkt sich störend auf eine bestehende
Sprechverbindung aus. Derartige periodische Störungen kann man den Teilnehmern nur in größeren
Verfahren zur Sicherstellung
einer Bevorrechtigung bestimmter
Meldungen im Sprechfunkverkehr
einer Bevorrechtigung bestimmter
Meldungen im Sprechfunkverkehr
Anmelder:
Standard Elektrik Lorenz
Standard Elektrik Lorenz
Aktiengesellschaft,
Stuttgart-Zuffenhausen,
Hellmuth-Hirth-Str. 42
Konrad Bartels, Ispringen,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Zeitabständen zumuten, wodurch die Übertragung bevorrechtigter Meldungen erheblich verzögert wird.
Ein weiterer, bei den bisher bekannten Verfahren unvermeidlicher Nachteil besteht darin, daß die regelmäßig
wiederkehrende Betriebsunterbrechung zur Einleitung des Bereitschaftszustandes ohne Rücksicht darauf
erfolgt, ob tatsächlich eine bevorrechtigte Meldung ansteht, was bekanntlich selten der Fall ist.
Ferner wirkt es sich nachteilig aus, daß die Unterbrechungen auch ohne Rücksicht auf den Beginn und
die Dauer eines bestehenden Gespräches sowie auf gerade ablaufende Rufvorgänge ausgelöst werden. Es
ist deshalb schon vorgeschlagen worden, an der zentralen Stelle eine besondere Registriereinrichtung
vorzusehen, die eine Auslösung von periodischen Bereitschaftszuständen
erst nach Ablauf einer !bestimmten Gesprächsdauer freigibt. In der Praxis ist meist
eine Schaltpause von jeweils 3 Minuten vorgesehen, die von einem motorischen Taktgeber gesteuert werden
muß.
Um diese Schwierigkeiten und Nachteile zu beseitigen, geht die Erfindung von dem Gedanken aus,
die Betriebsbereitschaft der Hauptfunkstelle für eine bevorrechtigte Meldung dadurch herzustellen, indem
die Unterbrechung der Verbindung bei der jeweils im Verkehr befindlichen Teilnehmerstelle und nicht bei
der Hauptfunkstelle vorgenommen wird. Hierfür schlägt die Erfindung ein Verfahren vor, gemäß dem
die Sendeenergie einer im eingeleiteten Sprechverkehr befindlichen Teilnehmerstelle periodisch kurzzeitig
unterbrochen wird und die Dauer dieser Unterbrechung
009 678/386
so bemessen ist, daß beim Fehlen einer bevorrechtigten Meldung durch eine andere Funkstelle die Silbenverständlichkeit
des bestehenden Gespräches nicht beeinträchtigt wird.
Als wesentlicher Vorzug dieses Verfahrens ergibt sich mit dem Fortfall der vorbereitenden Signale
und den hierfür erforderlichen Einrichtungen eine außerordentlich kurze Unterbrechungszeit. Ihre Dauer
beträgt nur Bruchteile 1 Sekunde und gestattet demzufolge an Stelle einer Schaltperiode von etwa
3 Minuten ohne weiteres eine solche von wenigen Sekunden, wodurch die Übertragungsbereitschaft der
Funkanlage für bevorrechtigte Meldungen ganz erheblich gesteigert wird.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung werden die von der betreffenden Teilnehmerstation periodisch
gesteuerten Unterbrechungen nur während des Sendebetriebes dieser Station und frühestens nach dem Ablauf
von Rufvorgängen, beispielsweise in Abhängigkeit von der Betätigung der Teilnehmer-Sprechtaste
ausgelöst. Der Empfangskanal dieser Station wird infolgedessen überhaupt nicht oder höchstens ebenso
kurzzeitig wie der Sendekanal unterbrochen, und zwar für den Fall, daß mit einem Sperrton gearbeitet wird.
Dies ist gemäß der Erfindung für Meldungseingänge nicht mehr unbedingt notwendig, da derartige kurze
Unterbrechungen des bestehenden Sprechverkehrs den üblichen Sperrzustand anderer Teilnehmerstationen
nicht aufheben können. Weiterhin ist bei dem durch die Erfindung vorgeschlagenen Verfahren keine zeitliche
Unterscheidung der Teilnehmerstationen nach ihrem Rang nötig, da die untergeordneten Stellen ihren normalen
Sperrzustand beibehalten, während Unterstationen für bevorrechtigte Meldungen von einer
untergeordneten Stelle aus nicht unterbrochen werden sollen.
Die Wirkungsweise des Verfahrens nach der Erfindung sei an Hand des Prinzipschemas näher erläutert.
Hier bedeutet 8 die Hauptfunkstelle, 1 eine der festen oder beweglichen Sprechfunkstellen und 5
eine der zur Abgabe von Alarmsignalen eingerichteten Unterstationen. Für den Verkehr der Funkstellen steht
ein Frequenzpaar zur Verfügung. Es kann deshalb nur ein Teilnehmer mit der Hauptfunkstelle verkehren. An
deren Empfängerausgang ist der Fernhörer (Laut-Sprecher) 9 und ein mit Sprachschutz versehener Tonimpulsempfänger
10 angeschlossen, welcher den Alarmkontakt 11 betätigen kann. Die Unterstation 5 besitzt
neben den üblichen Endeinrichtungen einen Alarmsignalgeber 7, der bei geschlossenem Alarmkontakt 6
eine Wechselspannung hörbarer Frequenz an den Modulationseingang des Senders bringt. Ist die Hauptfunkstelle
8 nicht belegt, dann gelangt der Alarmruf unverzüglich über deren Empfänger an den Tonrufempfänger
10, welcher den Alarmkontakt 11 betätigt. Damit es nun jederzeit möglich ist, einen Alarmruf
an die Hauptfunkstelle abzusetzen, besitzen die wie 1 eingerichteten Sprechfunkstellen die Einrichtungen 3
und 4. Die Einrichtung 4 ist ein Taktgeber, der den Kontakt 3 in Zeiträumen von etwa 30 Sekunden 80 ms.
lang öffnet. Diese Zeit, in der der Sender der Sprechfunkstelle 1 ausgeschaltet ist, genügt, um die Hauptfunkstelle
auf einen etwa vorliegenden Alarmruf ansprechen zu lassen.
Gelangt ein Alarmruf an die Hauptfunkstelle, so sperrt diese z.B. durch einen Sperrton sämtliche Unterstationen
5 und Sprechfunkstellen 1. Durch eine besondere Einrichtung werden dann die Unterstationen 5
der Reihe nach abgefragt. Nachdem mit der alarmgelbenden
Unterstation der erforderliche Impulstelegrammwechsel abgewickelt wurde, wird die Sperrung
für alle Teilnehmer wieder aufgehoben. Damit eine sichere Abfrage mehrerer zur Abgabe von Alarmsignalen
eingerichteter Unterstationen möglich ist, müssen deren Senderleistungen unterschiedlich eingestellt
werden. Bei Anwendung der Frequenzmodulation sollen sich die von den Unterstationen herrührenden
Eingangsspannungen an der Hauptfunkstelle um jeweils 10 db unterscheiden.
Aus diesen Bedingungen für die Feldstärken am Empfangsort der Hauptfunkstelle ergibt sich auch,
daß nur die Teilnehmerstellen mit einer periodischen Unterbrechereinrichtung versehen sein müssen, deren
Feldstärken bei der Hauptfunkstelle größer sind als die der bevorrechtigten Stationen.
Claims (2)
1. Verfahren zur Sicherstellung einer Bevor rechtigung bestimmter Meldungen im Sprechfunkverkehr
durch zeitweilige Unterbrechung der Verbindung auf dem vorgesehenen Übertragungsweg
zur Herstellung eines Bereitschaftszustandes, dadurch gekennzeichnet, daß die Sendeenergie einer
im eingeleiteten Sprechverkehr befindlichen Teilnehmerstelle periodisch kurzzeitig unterbrochen
wird und daß die Dauer dieser Unterbrechung so bemessen ist, daß beim Fehlen einer bevorrechtigten
Meldung durch eine andere Funkstelle die Silbenverständlichkeit des bestehenden Gespräches
nicht beeinträchtigt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die periodisch gesteuerten Unterbrechungen
nur während des Sendebetriebes der betreffenden Teilnehmerstation und frühestens
nach dem Ablauf von Rufvorgängen, beispielsweise in Abhängigkeit von der Betätigung der
Teilnehmersprechtaste, ausgelöst werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE1094824B true DE1094824B (de) | 1960-12-15 |
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| DEL24289A Pending DE1094824B (de) | 1956-03-07 | 1956-03-07 | Verfahren zur Sicherstellung einer Bevorrechtigung bestimmter Meldungen im Sprechfunkverkehr |
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1956
- 1956-03-07 DE DEL24289A patent/DE1094824B/de active Pending
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